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Lot 6610, Auction  128, Italienisch, um 1700. Kavalier mit ausgestreckter Hand

Italienisch
um 1700. Kavalier mit ausgestreckter Hand
Los 6610

Schätzung
750€ (US$ 862)

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um 1700. Kavalier mit ausgestreckter Hand.
Rote, weiße und schwarze Kreide. 20 x 15,4 cm. Wz. Buchstaben AR mit Traube (Fragment).


Guardi, Francesco
Blick durch den Arkadengang von Palazzo Ducale in Venedig
Los 6611

Schätzung
18.000€ (US$ 20,690)

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Blick durch den Arkadengang von Palazzo Ducale in Venedig.
Feder in Braun, Spuren schwarzer Kreide auf blauem Papier, verso: kleine Gebäudegruppe in brauner Feder, Figur- und Beinstudie in schwarzer Kreide. 25,5 x 19,8 cm. Verso der Freigabestempel zur Ausfuhr der Zentralstelle für Denkmalschutz, Wien. Wz. undeutlich.

Francesco Guardi hält in dieser wunderbar luftigen Zeichnunung den Blick vom Portikus der Westfassade des Dogenpalastes in Richtung Lagune fest. Durch die Bogenöffnung ist die angedeutete Kuppel von San Giorgio zu erkennen. Offensichtlich muss diese Ansicht für Guardi einen besonderen Reiz besessen haben, wiederholte und variierte er das Motiv doch mehrfach. Morassi erwähnt mehrere Gemälde, darunter eines ehemals in der Sammlung des Earl of Normanton, ferner zwei damit eng verwandte, bildmäßig ausgeführte Zeichnungen in Privatbesitz (Morassi 532 und 534), sowie eine skizzenhafte Version in der Sammlung des Statens Museum for Kunst in Kopenhagen (Inv. KKS18006, Morassi 533). Aus dieser Gruppe hebt sich unser Blatt durch die zeichnerische Unmittelbarkeit und die Verwendung blauen Papiers hervor.
Ebenso schnell wie brillant erfasst Guardi auf dem Blatt alle wesentlichen Details der architektonischen Vedute. Das zeichnerische Tempo hindert ihn dabei keineswegs daran, die Linien mannigfaltig zu modulieren. Die Konturen beschreibt er in einem gebrochenen Staccato, die Schatten ohne abzusetzen in einem flüssigen Zickzack. Mit derselben spontanen Präzision skizziert Guardi die Figuren. Nur wenige, aussagekräftige Federstriche genügen, um der sitzenden Gruppe links an der Mauer und dem Mann mit Kind rechts erkennbare Substanz zu verleihen.
Es ist unklar, ob die Komposition am Anfang eines Entwurfsprozesses steht und vielleicht sogar die prima idea für diese erfolgreiche Bildfindung darstellt. Für den Studiencharakter sprechen die Skizzenfragmente auf der Rückseite. Mit augenscheinlich derselben Tinte zeichnete Guardi dort über ältere Figurenstudien in schwarzer Kreide den Ausblick durch einen angedeuteten Bogen auf eine Gebäudegruppe.
Außer Frage steht jedoch, dass es sich hierbei nicht um eine jener Zeichnungen handelt, die Guardi nach dem Einsetzen seines Erfolges als autonome Werke für zahlungskräftige Sammler anfertigte und die mit ihrer wohlkalkulierten Skizzenhaftigkeit vor allem die bravura des Künstlers unter Beweis stellen sollten. Zwanglos und nur sich selbst verpflichtet, sondiert Guardi hier zeichnerisch einen Winkel seiner Stadt und offenbart sich gerade dadurch als einer der unbestritten größten Schilderer der Serenissima.

Provenienz: Sammlung Dr. Gottfried Eissler (1862-1924), Wien (Lugt 805b).
Kunsthandlung Gustav Nebehay, Wien (um 1927).
Wohl Sammlung S. Moeller, Budapest (vgl. Morassi 1975).
Edmond Lévy-Ditisheim (1896-1988), Basel.
Durch Erbfolge Privatsammlung Deutschland.

Literatur: Die Zeichnung, Heft 1: Italienische Handzeichnungen des XVIII. Jahrhunderts: aus dem Besitz der Kunsthandlung Gustav Nebehay, mit einem Vorwort von Max J. Friedländer, Wien o.J. [um 1927], o. S., Taf. 8.
Antonio Morassi: Tutti i disegni di Antonio, Francesco e Giacomo Guardi, Venedig 1975, S. 171, wohl unter Kat. 534: "Un disegno a penna con lo stesso soggetto (mm 260 x 205)".

Lot 6612, Auction  128, Novelli, Pietro Antonio, Löwe in Angriffshaltung

Novelli, Pietro Antonio
Löwe in Angriffshaltung
Los 6612

Schätzung
3.500€ (US$ 4,023)

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Löwe in Angriffshaltung.
Feder in Schwarz und Braun über Spuren von schwarzem Stift, Pinsel in Grau, weiß gehöht, auf grün gestrichenem Papier. 25,1 x 41,4 cm. Wz. Mehrzeiliger Schriftzug im Oval.

Novelli war ein produktiver und vielseitiger Zeichner. Mehrere seiner Studien zeigen Löwenskulpturen, das venezianische Wappentier und Attribut des Stadtpatrons, des Hl. Markus. Das ungemein expressive Blatt zeigt einen Löwen in Angriffshaltung. Mit dem bewegten Duktus und der Ausarbeitung von Mähne und Maul lässt der Zeichner die Erscheinung zwischen Skulptur und realem Tier changieren. Das Blatt ist in technischer Hinsicht eng verwandt mit einer Zeichnung Novellis im Rijksmuseum, die die zwei Köpfe einer Gorgonin und eines Satyrs zeigt und ebenfalls auf grün gestrichenem Papier in Feder mit grauen Lavierungen und weißen Höhungen ausgeführt ist (Inv. RP-T-1948-533).

Lot 6613, Auction  128, Canal, Giambattista, Rebekka und Elieser am Brunnen vor der Stadt Haran

Canal, Giambattista
Rebekka und Elieser am Brunnen vor der Stadt Haran
Los 6613

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Rebekka und Elieser am Brunnen vor der Stadt Haran.
Pinsel in Braun, braun laviert, über Bleistift. 28,3 x 40 cm. Um 1800.

Giambattista Canal war der Sohn des Malers Fabio Canal (1701-1767), einem langjährigen Mitarbeiter Giovanni Battista Tiepolos. Er war als Freskenmaler in Venedig, Triest und Ferrara tätig. Sein zeichnisches Œuvre ist noch kaum erschlossen, und es sind lediglich etwa zwei Dutzend Zeichnungen von seiner Hand bekannt. Das vorliegende Blatt schildert eine Szene aus Genesis 24, in der Elieser aus Dank für die Versorgung seines Gefolges mit Wasser der Rebekka eine Kette und zwei Armreifen aus schwerem Gold schenkt. Die charmante Darstellung wird nicht zuletzt durch die von rechts herantrabenden Kamele und die grazile Haltung Rebekkas mit einer elegant humorvollen Note aufgelockert. Der neoklassizistische Ansatz der Zeichnung ist sichtbar verwandt mit den Freskendekorationen im Palazzo Filodrammatico in Treviso von 1804. - Mit einem Gutachten von George Knox, Vancouver vom 29. Juni 2006 (in Kopie vorhanden).

Provenienz: Sammlung Richard Herrlinger, Wien (recto, Lugt 5818).
Sammlung Anton Schmid, Wien.
Sammlung Helmut Märkt, Reutlingen.
Galerie Sabrina Förster, Düsseldorf, Herbstkatalog 2006/2007, Nr. 33, mit Abb.

Lot 6614, Auction  128, Venezianisch, 18. Jh. Orientalen im Gespräch

Venezianisch
18. Jh. Orientalen im Gespräch
Los 6614

Schätzung
750€ (US$ 862)

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18. Jh. Orientalen im Gespräch.
Pinsel in Braun über Graphit, weiß gehöht, auf blauem Papier. 10,1 x 13,4 cm.


Lot 6615, Auction  128, Oberitalienisch, 18. Jh. Kleines Reiterscharmützel, im Vordergrund zwei Kämpfer

Oberitalienisch
18. Jh. Kleines Reiterscharmützel, im Vordergrund zwei Kämpfer
Los 6615

Schätzung
450€ (US$ 517)

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18. Jh. Kleines Reiterscharmützel, im Vordergrund zwei Kämpfer.
Pinsel in Braun über Spuren von grauem Stift. 14,6 x 20,1 cm. Wz. Wappen mit zwei Greifen im Oval.



Provenienz: Aus der Sammlung Antoine-Joseph Dezallier d'Argenville (Lugt 2951, 1921 als Sammlung Pierre Crozat identifiziert).

Piane, Giovanni Maria
Allegorie der Malerei; Allegorie der Wissenschaft
Los 6616

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Allegorie der Malerei; Allegorie der Wissenschaft.
2 Zeichnungen, je Pinsel in Grau. Je ca. 27 x 21,3 cm. Unterhalb der Darstellung je eigenh. (?) in brauner Feder bez: "Le Febre Pinxit / Giovanni Dal Piano Delineavit". Wz. Bekröntes Lilienwappen.

Geschult bei Giovanni Battista Gaulli in Rom wurde Piane zu einem vielgefragten Bildnismaler, der nach Aufenthalten in Parma, Genua, Mailand und Piacenza schließlich 1730 zum Hofmaler von König Karl von Bourbon in Neapel ernannt wurde.

Lot 6617, Auction  128, Mexikanisch, Mitte 18. Jh. Andachtsminiatur mit der Himmelfahrt Mariä und den zwölf Aposteln vor dem leeren Grab in einer Blumen- und Früchtebordüre

Mexikanisch
Mitte 18. Jh. Andachtsminiatur mit der Himmelfahrt Mariä und den zwölf Aposteln vor dem leeren Grab in einer Blumen- und Früchtebordüre
Los 6617

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Mitte 18. Jh. Andachtsminiatur mit der Himmelfahrt Mariä und den zwölf Aposteln vor dem leeren Grab in einer Blumen- und Früchtebordüre.
Gouache und Goldfarbe über Feder in Braun, auf Pergament. 15,4 x 12,2 cm (im Oval).

In Mexiko waren gemalte Ansteckplaketten ein zentrales Schmuckelement der Ordenskleidung einer Nonne, insbesondere am Tag ihrer Gelübdeablegung. Sie entstanden als Reaktion auf die religiösen Reformen des Erzbischofs Francisco Manso y Zúñiga (Amtszeit 1629-35), der versuchte, den Luxus und die Privilegien des Klosterlebens einzuschränken. Er verbot den Nonnen das Tragen von Abzeichen aus Gold, Edelsteinen und Emaille. Die Nonnen umgingen diese Vorschrift, indem sie Medaillons (Medallón de monja) in Auftrag gaben, die auf Kupfer oder Pergament gemalt und in Rahmen aus Schildpatt eingefasst waren.

Lot 6618, Auction  128, Sacchetti, Giovanni Battista, Entwurf für die Hauptfassade des Palacio Real in Madrid

Sacchetti, Giovanni Battista
Entwurf für die Hauptfassade des Palacio Real in Madrid
Los 6618

Schätzung
9.000€ (US$ 10,345)

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Entwurf für die Hauptfassade des Palacio Real in Madrid.
Feder in Schwarz, grau laviert, Graphit, auf drei zusammengefügten Bögen. 31 x 64,2 cm. Unten mittig mit Maßstab und ausführlicher Bezeichnung zum Bauvorhaben in spanischer Sprache "Una de las quatro Fachadas del nuevo Real Palacio [...] cuio primer fundamento sé empezó el dia Ide Abril 1738 [...] De Arquitectura y Construccion de D. Iuan Baptista Saqueti Piemontes Arquitecto [...]", unten rechts signiert und bezeichnet "D. Juan Bapta Saqueti. Arqto y m[aest]ro mayor", auf der Balustrade des linken Risalits mittig datiert "A. DOM. MDCCXXX... [173...]" (letzte Ziffer unleserlich) . Wz. Fleur-de-lis, Nebenmarke IV.

Im Dezember 1734 zerstörte ein verheerendes Feuer den königlichen Palast (Real Alcázar) in Madrid. Philipp V. sah darin eine willkommene Gelegenheit, durch einen repräsentativen Neubau den Machtanspruch des bourbonischen Hauses zu legitimieren. Er beauftragte damit 1735 den renommierten Architekten Filippo Juvarra, der einen Komplex monumentalen Ausmaßes entwarf. Nach Juvarras plötzlichem Tod wurde das Projekt seinem Schüler Giovanni Battista Sacchetti anvertraut, der von 1736 bis 1760 als maestro mayor de Obras Reales den heutigen Palast verantwortete. Architektonisch steht Sacchettis Gebäude dabei paradigmatisch für die Dominanz des italienischen Barock-Klassizismus im bourbonischen Spanien der Aufklärung.
Obwohl Sacchetti Juvarras architektonisches Vokabular beherrschte und dadurch die künstlerische Kontinuität im Projekt gewährleistete, war seine Ausgangslage keine einfache: Der Hof verlangte nun, dass sich der neue Palast auf der begrenzten Fläche des alten Alcázars erheben solle, weshalb das von Sacchetti konzipierte Gebäude deutlich kleiner ausfallen musste als Juvarras. Sacchettis reduzierter Plan wurde dennoch fortwährend am imposanten Bauvorhaben seines Lehrers gemessen, mit dem damit verbundenen Vorwurf, dem Gebäude mangele es an der notwendigen Magnifizenz für die Residenz einer führenden europäischen Monarchie.
Trotz allen Widerstands realisierte Sacchettis seine Pläne. Die vorliegende Entwurfszeichnung stellt dabei eine bedeutende Wiederentdeckung dar und war bislang nur als Kopie von der Hand Giovanni Battista Novellis bekannt (vgl. Francisco Javier de la Plaza Santiago: Investigaciones sobre el Palacio Real Nuevo de Madrid, Valladolid 1975, Taf. LXXVIII, Abb. 1). Der Plan zeigt den Aufriss der südlichen Hauptfassade an der Plaza de Armerías. Anhand späterer Entwurfsstadien kann man ihn in die erste Planungsphase um 1738 datieren (vgl. ebd. S. 104-109). Änderungen betrafen unter anderem die Säulenordnung des Piano Nobile, wo der hier vorgeschlagenen korinthischen Ordnung eine ionische bevorzugt wurde, ferner den Zugang zum Park an der südwestlichen Ecke sowie vor allem die Gestaltung des Mittelrisalits. Sacchettis Dekorprogramm sieht dort beispielsweise noch Trophäenreliefs an den Pfeilern des Haupteingangs nach dem Vorbild von Juvarras Palazzo Madama in Turin vor, die im weiteren Verlauf verworfen wurden. Bemerkenswert ist allerdings, dass die Gliederung und Ausschmückung der Fassade bereits in diesem frühen Plan im Wesentlichen der in den folgenden Jahrzehnten ausgeführten Architektur entsprechen. Weitere Pläne Sacchettis befinden sich in der Biblioteca Nacional und dem Archivo General de Palacio in Madrid sowie in der Biblioteca Reale in Turin.

Lot 6619, Auction  128, Italienisch, Ende 18. Jh. Bühnenbildentwurf mit den Resten eines antiken Tempels

Italienisch
Ende 18. Jh. Bühnenbildentwurf mit den Resten eines antiken Tempels
Los 6619

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Ende 18. Jh. Bühnenbildentwurf mit den Resten eines antiken Tempels.
Feder in Schwarz, grau laviert, auf grünblauem Papier. 34,2 x 46,9 cm.


Lot 6620, Auction  128, Französisch, 18. Jh. Studie eines Schädels

Französisch
18. Jh. Studie eines Schädels
Los 6620

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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18. Jh. Studie eines Schädels.
Rötel über Graphit. 30 x 40,8 cm.

Die Schädelstudie steht exemplarisch für das enge Verhältnis von künstlerischer Ausbildung, anatomischer Forschung und moralphilosophischer Reflexion im Frankreich des 18. Jahrhunderts. In den Akademien dienten Studien wie die vorliegende der exakten Unterweisung in der Anatomie des menschlichen Körpers, von Proportion, Plastizität und Ausdruck. Gleichzeitig verweist das Motiv auf die fortwirkende Vanitas-Tradition, die im Zeitalter der Aufklärung eine neue, säkularisierte Bedeutung gewann. Zeichnerisch erinnert die kraftvolle, disziplinierte Zeichenmethodik an die Reproduktionsstiche in Rötel des Gilles Demarteau (1722-1776).

Lot 6621, Auction  128, Hutin, Charles François, An ein Podest gelehnter, schlafender Jüngling

Hutin, Charles François
An ein Podest gelehnter, schlafender Jüngling
Los 6621

Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)

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An ein Podest gelehnter, schlafender Jüngling.
Schwarze Kreide, weiß gehöht, auf braun grundiertem Papier. 42,2 x 58,6 cm. Unten rechts in der Draperie signiert und datiert "c. hutin Del. / 1774.". Wz. P Van Ley.

Der Bildhauer, Maler und Graphiker Charles François Hutin wurde zuerst bei François Lemoine in Paris in die Malerei eingewiesen. 1737 ging er als Pensionär der Académie de France nach Rom, wo er bis 1744 verweilen sollte. Unter Anleitung des Sébastien Slodtz widmete sich Hutin hier vor allem der Bildhauerei. Nach seiner Rückkehr nach Paris wurde er 1747 als Vollmitglied in die Académie royale aufgenommen. Hutins Karriere nahm kurz darauf eine überraschend glückliche Wende, als er sich 1748 auf den Ruf des Kurfürsten August III. von Sachsen nach Dresden in dessen Dienste als Hofmaler und Stecher begab. Nach Gründung der neuen Kunstakademie in Dresden am 1. Januar 1764 wurde Hutin deren Direktor und Professor für Malerei.

Provenienz: Sammlung Philipp Herrmann, Karlsruhe (Lugt 1352a).

Lot 6622, Auction  128, Lemoine, François, Studie zu einer vielfigurigen Gruppe von Frauen und Kindern

Lemoine, François
Studie zu einer vielfigurigen Gruppe von Frauen und Kindern
Los 6622

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Studie zu einer vielfigurigen Gruppe von Frauen und Kindern.
Rötel auf Bütten. 23,4 x 35 cm. Verso von alter Hand in brauner Feder bez. "fait par Lemoine de l'ecole française" sowie in Bleistift die Nummer "B279". Wz. Großes Wappen mit angehängtem Stern.



Provenienz: Gertrude (Trudi) Thannhauser Beyer (1921-2015, Rochester, NY).


Ango, Jean-Robert
Die Bekehrung des Saulus; Die Blendung des Elymas
Los 6623

Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)

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Die Bekehrung des Saulus; Die Blendung des Elymas.
2 Rötelzeichnungen nach Perino del Vaga. 29,7 x 29,2 cm; 26,8 x 26,7 cm. Jeweils unten rechts bzw. unten mittig eigenh. bez. "Polidoro da Caravaggio in Castel S. Angelo Roma". Wz. Kleines Wappen unter Kardinalshut.

Die zwei Studien Angos entstanden nach Fresken Perino del Vagas in der Sala Paolina der Engelsburg in Rom. Papst Paul III., Alessandro Farnese, beauftragte neben anderen Schülern Raffaels auch Perino del Vaga mit der Dekoration seiner Gemächer in der vierten Ebene der alten, päpstlichen Festung des Castel Sant'Angelo. Diese Raumfolgen mit ihren manieristischen Ausmalungen gehören heute zu den wichtigsten Kunstwerken der Anlage. Ango ging bei seiner Beschriftung der Zeichnungen fälschlicherweise davon aus, dass der Urheber der Fresken Polidoro di Caravaggio sei, was auf die große Verehrung hindeutet, die der Künstler bereits im 18. Jahrhundert genoss.

Lot 6624, Auction  128, Ango, Jean-Robert, Landschaftscapriccio mit einem Wasserfall

Ango, Jean-Robert
Landschaftscapriccio mit einem Wasserfall
Los 6624

Schätzung
2.800€ (US$ 3,218)

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Landschaftscapriccio mit einem Wasserfall.
Schwarze Kreide. 50 x 24 cm.

Der Maler und Zeichner Jean-Robert Ango lebte und arbeite von 1759-1752 in Rom, wo er von Jean-Claude Richard de Saint-Non und dem adligen Mäzen Jacques Laure Le Tonnelier, le Bailli Breteuil gefördert wurde. Der Künstler geriet lange Zeit in Vergessenheit, erst im späten 20. Jahrhundert lebte das Interesse für sein zeichnerisches Werk wieder auf durch den Erwerb von vier umfangreichen Alben mit Zeichnungen von seiner Hand, die sich heute im Besitz des Cooper-Hewitt Smithsonian Design Museum in New York befinden. Ango pflegte wohl Kontakt mit dem ebenfalls in Rom tätigen Hubert Robert, dessen Zeichenstil er sich stark annäherte. So haben beispielweise mehrere Zeichnungen Roberts im Harvard Art Museum eine neue Zuschreibung an Ango erhalten und auch zahlreiche Zeichnungen Roberts im Pariser Louvre gelten heute als zweifelhaft. Das vorliegende Landschaftscapriccio besticht mit seiner souveränen, treffsicheren Ausführung und dem langen Hochformat, wodurch die pittoresken Felsenformationen mit dem aufschäumenden Wasserfall eindrucksvoll zur Geltung kommen. Möglicherweise diente die Zeichnung als Vorstudie für eine dekorative Wandvertäfelung. Die Terrasse links oben und der malerische Turm sind zweifelsohne durch Motive aus Tivoli inspiriert, eine vollkommene Evokation der italienischen Landschaft.

Provenienz: Aus der namhaften Sammlung Henri Baron de Triqueti, Paris (Lugt 1304).

Lot 6625, Auction  128, Kniep, Christoph Heinrich, Antike Büste eines Jünglings

Kniep, Christoph Heinrich
Antike Büste eines Jünglings
Los 6625 [*]

Schätzung
900€ (US$ 1,034)

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Antike Büste eines Jünglings.
Rötel auf blauem Papier, am Oberrand montiert, verso: Fragment eines Kopfes in schwarzer Kreide. 29,3 x 21,3 cm.


Lot 6626, Auction  128, Deutsch, 18. Jh. Die Laokoon-Gruppe

Deutsch
18. Jh. Die Laokoon-Gruppe
Los 6626

Schätzung
800€ (US$ 920)

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18. Jh. Die Laokoon-Gruppe.
Schwarze Kreide auf hellbraunem Papier, auf festen Karton aufgezogen. 63,1 x 51,5 cm.

Die meist ins erste nachchristliche Jahrhundert datierte Marmorgruppe wurde am 13./14. Januar 1506 in Rom in der Nähe der Kirche San Pietro in Vincoli durch Felice de Fredis in sieben Einzelteilen entdeckt. Sie ergaben jedoch keine vollständige Skulptur. Maßgeblich fehlten die rechten Arme der drei Figuren sowie die meisten Stücke der oberen beiden Schlangen, die den Priester angreifen. Giovanni Angelo Montorsoli, ein Schüler Michelangelos, wurde ab 1532 beauftragt, das Werk nach zeitgenössischen Prinzipien zu überarbeiten und zu vervollständigen. Er schuf für Laokoon einen energisch hochgestreckten Arm sowie das zum Biss geöffnete Schlangenmaul am Rumpf des Priesters. Als jedoch 1905 in Rom durch den Archäologen und Kunsthändler Ludwig Pollak ein Teil des ursprünglichen Armes, der am Ellbogen angewinkelt war, gefunden wurde, erwies sich die Rekonstruktion Montorsolis als falsch. Erst 1960 fügte Filippo Magi das wiederentdeckte Fragment an das Original an. Unser Zeichner verzichtete auf eine Ergänzung der Arme.

Lot 6627, Auction  128, Florentinisch, spätes 18. Jh. Sitzender männlicher Akt mit erhobenem Arm

Florentinisch
spätes 18. Jh. Sitzender männlicher Akt mit erhobenem Arm
Los 6627

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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spätes 18. Jh. Sitzender männlicher Akt mit erhobenem Arm.
Schwarze Kreide und Rötel, weiß gehöht. 48 x 28,5 cm. Verso in schwarzer Kreide bezeichnet "Bartolozzi / fecit / 1803".



Provenienz: Kunsthandlung Alfred Grabherr, Wien.
Dorotheum, Wien, Auktion 436 am 11. April 1978 (als "Francesco Bartolozzi").
Privatsammlung, Österreich.

Lot 6628, Auction  128, Ridinger, Johann Elias, Zwei Jagdhunde

Ridinger, Johann Elias
Zwei Jagdhunde
Los 6628

Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)

Details

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Zwei Jagdhunde.
Pinsel in Braun und Grau über Graphit, in brauner Feder eingefasst, zur Übertragung gegriffelt und verso gerötelt. 15,4 x 22,3 cm. Unten links signiert und datiert "Joh: Elia. Ridinger; inv et des: auv [Augsburg] 1721", unten mittig nummeriert "216.".

Vorzeichnung für die maßgleiche Radierung aus der frühen, sechsteilgen Folge Ridingers "Unterschiedliche Arten von Hunden" (Thienemann 553). Der Druck wurde von Johann Daniel Hertz ausgeführt.

Provenienz: Mit undeutlichem ovalen Trockenstempel.
Sammlung Hans Dedi, Nürnberg (lt. Auskunft der Vorbesitzer).
Privsatsammlung Nürnberg.

Lot 6629, Auction  128, Ridinger, Johann Elias, Hetzjagd auf einen Hirsch mit drei Hunden

Ridinger, Johann Elias
Hetzjagd auf einen Hirsch mit drei Hunden
Los 6629

Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)

Details

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Hetzjagd auf einen Hirsch mit drei Hunden.
Schwarze Kreide, weiß gehöht, auf hellbraunem Papier. 34 x 25,9 cm. Unten rechts signiert und datiert "J. El. Ridinger f inv. 1744".


Lot 6630, Auction  128, Dietrich, Christian Wilhelm Ernst, Waldlandschaft mit Lichtung

Dietrich, Christian Wilhelm Ernst
Waldlandschaft mit Lichtung
Los 6630

Schätzung
2.500€ (US$ 2,874)

Details

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Waldlandschaft mit Lichtung.
Feder in Braun, braun laviert. 15,6 x 20,2 cm. Unten links signiert und datiert "Dietericy des. 1742".



Provenienz: Sammlung Pierre-Jean Mariette, Paris (Lugt 2097).
Womöglich dessen Nachlassauktion durch Pierre-François Basan, Paris, am 15. November 1775, Los 880 ("Un petit Paysage en travers, à la plume & au bistre [...] on y voit de ces arbres qui ressemblent à des pins", erworben durch Alexandre-Joseph Paillet).

Lot 6631, Auction  128, Französisch, um 1780. Kaukasischer Offizier mit Brille und Fellmütze, die Hand am Dolch

Französisch
um 1780. Kaukasischer Offizier mit Brille und Fellmütze, die Hand am Dolch
Los 6631

Schätzung
900€ (US$ 1,034)

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um 1780. Kaukasischer Offizier mit Brille und Fellmütze, die Hand am Dolch.
Schwarze Kreide auf Bütten. 47,5 x 26 cm. Wz. Fleurs-de-lis im Doppelkreis.


Lot 6632, Auction  128, Parizeau, Philippe Louis - zugeschrieben, Ab in deine Hütte! (À ta niche!)

Parizeau, Philippe Louis - zugeschrieben
Ab in deine Hütte! (À ta niche!)
Los 6632

Schätzung
2.400€ (US$ 2,759)

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zugeschrieben. Ab in deine Hütte! (À ta niche!).
Rötel, Einfassung in brauner Feder, auf einer Sammlermontierung des 18. Jhs. (Lugt 172). 23,7 x 38 cm.



Provenienz: François Baroni, Paris.
Kunsthandel Mark Brady, New York.

Lot 6633, Auction  128, Boucher de Villiers, C., Sitzender männlicher Akt

Boucher de Villiers, C.
Sitzender männlicher Akt
Los 6633

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Sitzender männlicher Akt.
Rötel, in brauner Feder eingefasst. 18,5 x 13,6 cm. Unten links signiert "C. Bou. de Vill.ier in.", oben alt nummeriert "147".

Über C. Boucher de Villiers ist kaum etwas bekannt. In einem Précis von 1767 über die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen dem Künstler und einem zahlungssäumigen Auftraggeber tituliert Boucher de Villiers als peintre, dessinateur des médailles pour le Cabinet du Roi.

Lot 6634, Auction  128, Französisch, Ende 18. Jh. Bauernhaus mit Frau am Brunnen

Französisch
Ende 18. Jh. Bauernhaus mit Frau am Brunnen
Los 6634

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Ende 18. Jh. Bauernhaus mit Frau am Brunnen.
Schwarze Kreide auf Honig-Bütten. 21,3 x 30,4 cm. Wz. Bekröntes Lilienwappen mit Schriftzug "C & I Honig".


Lot 6635, Auction  128, Gainsborough, Thomas - zugeschrieben, Waldlandschaft mit Familie vor einer Bauernhütte

Gainsborough, Thomas - zugeschrieben
Waldlandschaft mit Familie vor einer Bauernhütte
Los 6635

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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zugeschrieben. Waldlandschaft mit Familie vor einer Bauernhütte.
Schwarze Kreide auf Velin. 29,1 x 19,2 cm. Wz. Löwe im Doppelkreis mit Krone (Sieben Provinzen).



Lot 6636, Auction  128, Constable, John - zugeschrieben, Landschaftsstudie mit Vieh an einer Tränke

Constable, John - zugeschrieben
Landschaftsstudie mit Vieh an einer Tränke
Los 6636

Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)

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zugeschrieben. Landschaftsstudie mit Vieh an einer Tränke.
Bleistift auf Velin. 9 x 8 cm.

Laut Annotation auf einer ehemaligen Rahmenrückseite aus einem Skizzenbuch Constables.

Provenienz: David Cooper, Fine Art Dealer, London.
Sammlung Dr. Carl Robert Rudolf, London (Lugt 2811b, lt. Annotation auf der ehemaligen Rahmenrückseite).

Drölling, Martin
Interieur, wohl mit den Kindern des Künstlers am Kamin
Los 6637

Schätzung
3.500€ (US$ 4,023)

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Interieur, wohl mit den Kindern des Künstlers am Kamin.
Rötel auf Bütten, verso: zwei Rötelstudien einer schlafenden Katze auf einem Kinderstuhl. 19,8 x 27,3 cm. Wz. Zweizeiliger Schriftzug. Um 1795.

Obgleich Martin Dröllings Karriere vielversprechend begann - er wurde auf Vermittlung von Madame Vigée le Brun bei Jean-Baptiste Greuze ausgebildet - wollte es ihm nie so recht gelingen, sich erfolgreich zu etablieren. Dennoch fanden vor allem seine häuslichen Interieurszenen als Graphiken große Verbreitung. Für seine Genrebilder fand er die Vorlagen im familiären Umfeld, häufig standen ihm die eigenen Kinder Modell. Bei dem hier dargstellten sitzenden Knaben könnte es sich um den Sohn Michel-Martin Drölling handeln, dessen künstlerischer Erfolg den des Vaters bei weitem übertreffen sollte. Ein Vergleich mit einem Portrait des Sohnes in Privatbesitz legt eine Datierung des Blattes um 1795 nahe. Das stehende Mädchen in Rückenansicht wäre demnach die jüngere Tochter Louise-Adéone, die sich ebenfalls als Malerin einen Namen machte.

Provenienz: Bernhard Houtakker, Amsterdam (lt. Auskunft der Vorbesitzer).

Lot 6638, Auction  128, Niederländisch, 1. Hälfte 18. Jh. Schiffe an der holländischen Küste

Niederländisch
1. Hälfte 18. Jh. Schiffe an der holländischen Küste
Los 6638

Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)

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1. Hälfte 18. Jh. Schiffe an der holländischen Küste.
Aquarell und Gouache, am linken Rand punktuell montiert. 18,7 x 25,1 cm. Unten links bezeichnet "A. Storck". Wz. Steigender Löwe in Ovalkartusche (Pro Patria).


Lot 6639, Auction  128, Overlaet, Antoon, Brustbild eines bärtigen Mannes

Overlaet, Antoon
Brustbild eines bärtigen Mannes
Los 6639

Schätzung
600€ (US$ 690)

Details

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Brustbild eines bärtigen Mannes.
Feder in Braun. 17,2 x 14,4 cm. Links unterhalb der Darstellung signiert und datiert "A. Overlaet 1770".


[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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