Los 6618

Sacchetti, Giovanni Battista
(auch Juan Bautista Saqueti, 1690 Turin - 1764 Madrid)Entwurf für die Hauptfassade des Palacio Real in Madrid

Schätzung
9.000€ (US$ 10,345)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 6618 - Sacchetti, Giovanni Battista - Entwurf für die Hauptfassade des Palacio Real in Madrid - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts
Auktionsdatum 27.11.2026

Lot 6618, Auction  128, Sacchetti, Giovanni Battista, Entwurf für die Hauptfassade des Palacio Real in Madrid

Entwurf für die Hauptfassade des Palacio Real in Madrid.
Feder in Schwarz, grau laviert, Graphit, auf drei zusammengefügten Bögen. 31 x 64,2 cm. Unten mittig mit Maßstab und ausführlicher Bezeichnung zum Bauvorhaben in spanischer Sprache "Una de las quatro Fachadas del nuevo Real Palacio [...] cuio primer fundamento sé empezó el dia Ide Abril 1738 [...] De Arquitectura y Construccion de D. Iuan Baptista Saqueti Piemontes Arquitecto [...]", unten rechts signiert und bezeichnet "D. Juan Bapta Saqueti. Arqto y m[aest]ro mayor", auf der Balustrade des linken Risalits mittig datiert "A. DOM. MDCCXXX... [173...]" (letzte Ziffer unleserlich) . Wz. Fleur-de-lis, Nebenmarke IV.

Im Dezember 1734 zerstörte ein verheerendes Feuer den königlichen Palast (Real Alcázar) in Madrid. Philipp V. sah darin eine willkommene Gelegenheit, durch einen repräsentativen Neubau den Machtanspruch des bourbonischen Hauses zu legitimieren. Er beauftragte damit 1735 den renommierten Architekten Filippo Juvarra, der einen Komplex monumentalen Ausmaßes entwarf. Nach Juvarras plötzlichem Tod wurde das Projekt seinem Schüler Giovanni Battista Sacchetti anvertraut, der von 1736 bis 1760 als maestro mayor de Obras Reales den heutigen Palast verantwortete. Architektonisch steht Sacchettis Gebäude dabei paradigmatisch für die Dominanz des italienischen Barock-Klassizismus im bourbonischen Spanien der Aufklärung.
Obwohl Sacchetti Juvarras architektonisches Vokabular beherrschte und dadurch die künstlerische Kontinuität im Projekt gewährleistete, war seine Ausgangslage keine einfache: Der Hof verlangte nun, dass sich der neue Palast auf der begrenzten Fläche des alten Alcázars erheben solle, weshalb das von Sacchetti konzipierte Gebäude deutlich kleiner ausfallen musste als Juvarras. Sacchettis reduzierter Plan wurde dennoch fortwährend am imposanten Bauvorhaben seines Lehrers gemessen, mit dem damit verbundenen Vorwurf, dem Gebäude mangele es an der notwendigen Magnifizenz für die Residenz einer führenden europäischen Monarchie.
Trotz allen Widerstands realisierte Sacchettis seine Pläne. Die vorliegende Entwurfszeichnung stellt dabei eine bedeutende Wiederentdeckung dar und war bislang nur als Kopie von der Hand Giovanni Battista Novellis bekannt (vgl. Francisco Javier de la Plaza Santiago: Investigaciones sobre el Palacio Real Nuevo de Madrid, Valladolid 1975, Taf. LXXVIII, Abb. 1). Der Plan zeigt den Aufriss der südlichen Hauptfassade an der Plaza de Armerías. Anhand späterer Entwurfsstadien kann man ihn in die erste Planungsphase um 1738 datieren (vgl. ebd. S. 104-109). Änderungen betrafen unter anderem die Säulenordnung des Piano Nobile, wo der hier vorgeschlagenen korinthischen Ordnung eine ionische bevorzugt wurde, ferner den Zugang zum Park an der südwestlichen Ecke sowie vor allem die Gestaltung des Mittelrisalits. Sacchettis Dekorprogramm sieht dort beispielsweise noch Trophäenreliefs an den Pfeilern des Haupteingangs nach dem Vorbild von Juvarras Palazzo Madama in Turin vor, die im weiteren Verlauf verworfen wurden. Bemerkenswert ist allerdings, dass die Gliederung und Ausschmückung der Fassade bereits in diesem frühen Plan im Wesentlichen der in den folgenden Jahrzehnten ausgeführten Architektur entsprechen. Weitere Pläne Sacchettis befinden sich in der Biblioteca Nacional und dem Archivo General de Palacio in Madrid sowie in der Biblioteca Reale in Turin.

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.


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