Drei Museen und ein Putto mit Leier; Drei Musen mit fliegendem Putto; Drei Musen mit Putto mit Tamburin; Apollo, Pan und ein Horn blasender Putto. 4 Kupferstiche nach Primaticcio. Je ca. 29,5 x 17 cm. Um 1560/70. B. 36-39, Lewis/Lewis 34 III (von VI), 35 III (von IV), 36 III (von IV) und 37 wohl auch III (von V). Wz. Adler im gekrönten Kreis (vgl. Lewis/Lewis 13).
Die vier zusammengehörigen Darstellungen sollten laut Mariette eine zentrale Darstellung 'Venus mit den drei Parzen' umgeben, platziert in der Galerie d'Ulysse in Fontainebleau. Prachtvolle Drucke mit schmalem Rand, zwei Blatt an den Seiten bis an die Plattenkante geschnitten, jeweils vor der Adresse Lafreris bzw. vor den später angebrachten Feigenblättern. Lediglich unbedeutende Alters- und Gebrauchsspuren, verso geringe Klebespuren, montierungsbedingt sehr leichte dünne Stellen oben, sonst in einheitlicher und sehr schöner Erhaltung.
Allegorische Figur mit einer Sphäre. Kupferstich nach Giulio Romano (?). 24,5 x 15,4 cm. Um 1565. B. 34, Massari 203, Bellini 33 III, Lewis/Lewis 38. Wz. Lilie über Dreiberg (vgl. Lewis/Lewis 28, ähnlich Heawood 1457).
Die Figur ist möglicherweise von einem Fresko Giulio Romanos in der Loggia del Grotto im Palazzo del Tè in Mantua inspiriert. Ganz ausgezeichneter, feinzeichnender Druck mit feinem Plattenton und mit schmalem Rand um die Plattenkante. Lediglich geringe Knitter- und Gebrauchsspuren, verso Klebe- und Montierungsreste, sonst sehr schön erhalten.
Die Anbetung der Hirten. Kupferstich nach Jacob Jordaens. 46,1 x 35 cm. Hollstein 1 II-III (von V). Wz. Buchstabe W (oder M).
Zusammen mit Hans Witdoeck war Marinus van der Goes um 1630 Schüler von Lucas Vorsterman, 1632 wurde er in die Antwerpener Lukasgilde aufgenommen und erhielt kurz darauf den Titel eines Freimeisters. In den nur wenigen verbleibenden Lebensjahren - er starb bereits 1639 - war er hauptsächlich als Reproduktionsstecher tätig, arbeitete nach Vorlagen von bedeutenden Zeitgenossen wie Rubens, Saftleven oder Brouwer. Hollstein zählt insgesamt nur 20 Blatt zu seinem Œuvre. Die vorliegende Komposition folgt einem Gemälde von Jacob Jordaens, das heute im Museum Mayer van den Bergh in Antwerpen verwahrt wird. Bei unserem Exemplar handelt es sich um einen von Hollstein unbeschriebenen Druckzustand: Zwar ist die Ergänzung des vierten Fingers an der Hand unter dem Hühnerkäfigs des dritten Zustandes bereits sichtbar, gleichzeitig findet sich noch, wie für den zweiten Zustand kennzeichnend, im unteren Rand der Zusatz „Cum Privilegio“. Ganz ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante, teils bis an diese geschnitten. Geringfügig fleckig, geglättete horizontale Mittelfalte, zwei kleinere hinterlegte Randläsuren rechts, vereinzelte geschlossene Löchlein, weitere geringe Alters- und Gebrauchsspuren, sonst in sehr schön.
Goltzius, Hendrick
Die Heilige Familie mit dem Johannesknaben
Los 5123
Schätzung
2.400€ (US$ 2,759)
Die Heilige Familie mit dem Johannesknaben. Kupferstich. 47,6 x 35,3 cm. 1593. B. 20, Hollstein 14 III (von V), Leesberg (New Hollstein) 13 III. Wz. Gekröntes Straßburger Lilienwappen.
Blatt 6 der Folge "Geburt und Leben Christi", die besser bekannt ist als die Gruppe der "Meisterstiche". Vor den Adressen von Visscher und Schenck. Ganz ausgezeichneter, leuchtend frischer und prägnanter Druck mit schmalem Rändchen um die Facette. Verso schwache geglättete Mittelfalte, die obere linke weiße Ecke ergänzt, geringe Handhabungsspuren, sonst in sehr schöner Erhaltung.
Die neun Musen. 9 Kupferstiche. Je ca. 24,9 x 16,6 cm. 1592. B. 146-154, Hollstein 148-156, Leesberg (New Hollstein) 129-137, je letzter Zustand. Wz. Straßburger Bandenwappen mit Fleur-de-Lis, Buchstaben.
Die Folge ist Johannes Sadeler gewidmet: Goltzius traf zwischen 1590 und 1591 sowohl auf seiner Hin- als auch auf seiner Rückreise aus Italien mit Sadeler in München am Bayrischen Hof zusammen. Die vollständige Folge in ausgezeichneten bis ganz ausgezeichneten Drucken mit gleichmäßig breitem Rand. Die Ränder mit stärkeren Gebrauchsspuren, dort etwas fleckig, leicht gebräunt und mit Knicken, Bestoßungen und kleineren Einrissen, Blatt 6 mit zwei größeren Randeinrissen, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, die Darstellungen selbst jedoch sehr schön erhalten.
Goltzius, Hendrick
Die Hochzeit von Amor und Psyche
Los 5125
Schätzung
12.000€ (US$ 13,793)
Die Hochzeit von Amor und Psyche. Kupferstich von 3 Platten nach Bartholomäus Spranger. 43,4 x 85,5 cm. 1587. B. 277, Hollstein 322 II (von IV), Leesberg (New Hollstein) 341 II (von IV). Wz. Gekröntes Schild mit den Wappen von Burgund und Österreich (Briquet 2291, 1587).
Der seltene, von drei Platten gedruckte Kupferstich mit der Darstellung der Hochzeit von Amor und Psyche ist der größte und zugleich wohl berühmteste der Goltzius-Stiche nach Bartholomäus Spranger. Er beeindruckte mit seinem riesigen Figurenaufgebot - es sind mehr als achtzig Protagonisten dargestellt ! - bereits zu Lebzeiten Goltzius' Liebhaber wie Künstler. Sprangers Vorzeichnung im Gegensinn und in gleicher Größe wird im Rijksprentenkabinet in Amsterdam aufbewahrt (Inv. RP-T-1890-A-2339). Mit Recht gilt der Kupferstich als das Manifest des nordischen Manierismus und darüber hinaus als eines der großartigsten Beispiele für die symbiotische Zusammenarbeit zwischen entwerfendem Künstler und Graveur in der Geschichte der europäischen Druckgraphik (siehe Ausst.Kat. Hendrick Goltzius (1558-1617). Tekeningen, Prenten en Schilderijen, hrsg. von Ger Luijten/Huigen Leeflang, Amsterdam/New York/Ohio, 2003/04, Nr. 28, S. 87-89). Der Stich zeigt die ganze Vielfalt an unterschiedlich dichten Parallellagen, Schraffuren und Pünktchen, die für die Stecherkunst Goltzius' charakteristisch sind und veranschaulicht die Anwendung der von ihm introduzierten Stechweise der anschwellenden Einzellinie, der sog. "Taille", auf exemplarische Weise. Im Vergleich zu anderen großformatigen Blättern aus dieser Schaffensphase, wie beispielsweise der 1590 entstandene Kupferstich Das Urteil des Midas (Hollstein 132), wo das Liniengeflecht metallisch scharf aufleuchtet und ein dramatisches Chiaroscuro vorherrscht, wirkt die Hochzeit von Amor und Psyche jedoch ruhiger und ausgewogener. Die Platte wurde offensichtlich weniger tief gestochen, wohl in der Absicht den ungeheuren Detailreichtum und das fein ausgewogene kompositorische Gleichgewicht der Darstellung nicht durch zu starke Helldunkel-Kontraste zu beeinträchtigen.
Ganz ausgezeichneter, gleichmäßiger und präziser Frühdruck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Zwei unauffällige, geglättete vertikale Falten, geringfügige Erhaltungsmängel, verso etwas fleckig und vereinzelte leichte Beschabungen, insgesamt jedoch in ausgezeichneter, unberührter Erhaltung.
Tobias und der Engel. Radierung und Kupferstich nach Adam Elsheimer. 24,9 x 24,7 cm. 1613. B. 2, Dutuit 2, Hollstein 2. Wz. Vogel (?) im Kreis.
Ganz ausgezeichneter, klarer und dabei samtig wirkender Abzug mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie und den Schriftrand unten, die Plattenkante teils sichtbar. Verso zarte geglättete Mittelfalte, oben links winziges und unmerkliches Löchlein im Geäst, kleine Montierungsreste verso sowie schwache Altersspuren, sonst tadellos schön erhaltenes Exemplar.
Greuter, Matthäus
Allegorie auf den Borghesebrunnen in Rom
Los 5127
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Allegorie auf den Borghesebrunnen in Rom. Kupferstich, 27 x 35,2 cm. Nicht bei Diefenbacher (New Hollstein).
Das seltene Blatt besticht durch seine außerordentlich reiche, phantastische Ikonographie mit Meeresungeheuern, Seenymphen und Tritonen. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit feinem Rändchen. Minimale Altersspuren, sonst vorzüglich erhalten.
Halins, Nicolas - zugeschrieben
Ein Triumphzug von sechszehn Personen in antiker Tracht
Los 5128
Schätzung
4.000€ (US$ 4,598)
zugeschrieben. Ein Triumphzug von sechszehn Personen in antiker Tracht. Radierung nach Jean Cousin (?) 4,2 x 24,6 cm. Unbeschrieben.
Nur wenige biographische Details sind überliefert über den Maler Nicolas Halins. Aus dokumentarischen Quellen geht hervor, dass der Künstler in den 1540er Jahren in Fontainebleau tätig war und insgesamt vier Radierungen nach Vorlagen des Jean Cousin angefertigt hat (siehe C. Jenkins: Prints at the Court of Fontainebleau, ca. 1542-77, 2014, Part I, S. 30-31). Halins arbeitete in Fontainebleau als Ateliergehilfe Primaticcios und war mit Jeanne Cousin, der Tochter des Jean Cousin verheiratet. Um 1551 ist der Künstler in Paris nachweisbar, wo er der dortigen Malerzunft angehörte. Das kleine, suggestive Blatt zeigt gewisse stilistische Parallelen mit Halins Radierung Deucalion und Pyrrha nach Jean Cousin (Herbet, Ausgabe 1969, A. 189, Nr. 3; Jenkins NH 3). Namentlich die Auffassung und die Gestik der kleinen, quirligen Staffagefiguren im Hintergund zeigt Ähnlichkleiten mit den Protagonisten auf unserem Fries. Ausgezeichneter, toniger Druck mit feinem Rändchen. Alt montiert. Von großer Seltenheit.
nach. Die neun Helden. 3 Kupferstiche von Harmen Jansz. Muller. Je ca. 21,6 x 25,5 cm. Um 1567. Hollstein (Heemskerck) 428-430, Veldman (New Hollstein, Heemskerck) 521-523, je II (von III), Filedt Kok (New Hollstein, Muller Dynasty) 92-94, je II (von III). Wz. Bekröntes Lothringerkreuz mit doppeltem C mit Nebenmarke.
Aus der zweiten Auflage mit der Adresse von Theodoor Galle. Ganz ausgezeichnete Drucke mit breitem Rand an drei Seiten, oben mit schmalem Rand. Minimal angestaubt und altersspurig, vereinzelt zart fleckig, die linke Blattkante mit Spuren alter Fadenbindung, dort zum Teil mit Papierverlust, alle Blattkanten minimal bestoßen und mit weiteren winzigen Papierläsuren, diverse geglättete Fältchen und Knicke, "Hektor, Alexander und Caesar" mit Quetschfalte links im Bild, die anderen zwei Blätter mit je einer Quetschfalte im Rand oben bzw. rechts, sonst gut erhalten. Selten. Beigegeben zwei Kupferstiche von Philips Galle aus "Die Macht der Frauen" (New Hollstein 129 und 130, je I von II).
Heemskerck, Maerten van - nach
Die vier Temperamente: Sanguiniker, Choleriker, Melancholiker, Phlegmatiker
Los 5130
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
nach. Die vier Temperamente: Sanguiniker, Choleriker, Melancholiker, Phlegmatiker. 4 Kupferstiche von Harmen Jansz. Muller. Je ca. 21,6 x 23,6 cm. 1566. Hollstein (Heemskerck) 438-441, Filedt Kok (New Hollstein, Muller Dynasty) 101 II (von IV) und 102-104 I (von III), Veldman (New Hollstein, Heemskerck) 542 II (von IV) und 543-545 I (von III). Wz. Lorbeerkranz (?) mit Beizeichen.
Vollständiges Exemplar der zweiten Auflage, mit der Adresse von Theodoor Galle auf dem ersten Blatt und die weiteren Blätter vor allen Änderungen. Ganz ausgezeichnete, zarttonige Drucke mit Rand. Insgesamt schwach fleckig, geringfügig altersspurig und angestaubt, je die linke Blattkante mit Spuren alter Fadenbindung, teils mit minimalem Papierverlust, geglättete Fältchen, "Choleriker" und "Melancholiker" mit Flecken in der Mitte oben, "Choleriker" zusätzlich an der oberen Blattkante winzige Bestoßung, sonst in guter Erhaltung.
Hirschvogel, Augustin
Flusslandschaft zwischen Felsen links und rechts
Los 5131
Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)
Flusslandschaft zwischen Felsen links und rechts. Contre-Épreuve von der originalen Radierung. 14,3 x 17,4 cm. 1546. Vgl. B. 63, Schwarz 63, Hollstein 36. Wz. Vierfüßler.
Ausgezeichneter, gleichmäßiger Abzug von der originalen Radierung, mit der vollständigen Darstellung. Das Motiv der Radierung ist zweifellos eine der schönsten Landschaftsdarstellungen der Donauschule und außerordentlich selten. Für die Radierung nennt Schwarz zehn, Hollstein 13 Abzüge in öffentlichen Sammlungen. Schwach fleckig, ausgebesserte Stelle in der oberen rechten Ecke, winziges Löchlein im Fluss, links vertikale beriebene Stelle von verso, schwache Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter Erhaltung. Selten. Verso mit einer bisher nicht identifizierten Sammlermarke "Krone" (Lugt 2762).
Soldaten an einem Weg. Radierung. 13,9 x 21,1 cm. Hollstein 18 II. Wz. Siebenzackige Schellenkappe mit drei Kugeln.
Ganz ausgezeichneter, klarer Druck mit feinem bis sehr feinem Rändchen um die mit Plattenschmutz druckende Facette, links sowie oben links an diese geschnitten. Minimal angestaubt, oben links geglättete Diagonalfalte, Montierungs- und Klebereste verso, sonst in schöner Erhaltung. Selten.
Die Hl. Familie. Kupferstich nach Jacopo de' Barbari. 13,5 x 8,4 cm. B. 4, Hollstein 6 II. Wz. Fragment.
Ausgezeichneter, toniger Druck mit gleichmäßig schmalem Rändchen. Geringfügig angestaubt, kleine Montierungsreste verso oben, sonst tadellos schön. Selten. Aus den Sammlungen Friedrich August II. von Sachsen (Lugt 971), Erhard Kaps (Lugt 3549), Ines Beckendorf-Kaps (Lugt 3551 und 3575) sowie mit einer bisher unbekannten Sammlermarke M.B. (Lugt 5176).
Hopfer, Hieronymus
Personifikation der siegreichen Stadtgöttin Roma
Los 5134
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Personifikation der siegreichen Stadtgöttin Roma. Eisenradierung nach dem Meister IB. 22,3 x 15,9 cm. B. 37, Hollstein 41 I (von II). Wz. Schild mit Stern (Fragment).
Vor der Funck-Nummer. Prachtvoller, markanter Druck mit zartem Plattenton, rechts und unten mit Spuren eines Rändchens um die gratige Plattenkante, teils minimal knapp, links und oben auf dieselbe geschnitten. Vereinzelt minimal fleckig bzw. stockfleckig, zwei horizontale Falten unten, verso alte Papierreste, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst in schöner Erhaltung.
um 1550. Die Taufe Christi. Kupferstich. 39,3 x 28,7 cm. Unbeschrieben. Wz. Kreis mit Leiter und sechszackigem Stern (Woodward 238-342).
Beim Autor der vorliegenden anonymen Darstellung könnte es sich um einen niederländischen oder auch französischen Künstler im römischen Umfeld Lafreris oder Salamancas handeln, bei denen sich auch entsprechende Wasserzeichen finden. Alessia Alberti listet in ihrem Katalog der bei Lafreri erschienen Werke eine nur minimal abweichende Komposition in der Sammlung der Accademia Carrara in Bergamo auf und erwähnt in diesem Zusammenhang wohl die vorliegende Darstellung als Variante. Von dem Blatt mit der Adresse Lafreris weicht unseres nur minimal ab und unterscheidet sich vor allem durch die ungewöhnliche kuppelförmige Architektur mit einem Aufsatz und einer Mondsichel als Spitze. Die zentrale Ikonographie der Taufe Christi orientiert sich direkt oder indirekt an den von zahlreichen Künstlern rezipierten Grisaille-Fresken mit Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers von Andrea del Sarto im Chiostro dello Scalzo der Compagnia dei Disciplinati di San Giovanni Battista in Florenz, entstanden 1509-1526. Unser Blatt scheint ikonographisch zwei Szenen del Sartos zu verbinden. Dessen Taufe Christi folgt dem traditionellen Aufbau seit Piero della Francesca und Perugino mit den im Jordan stehenden Figuren Jesu und Johannes', der das Wasser über Jesus ausgießt, oben der Heilige Geist. Sie wurde treu von Cherubino Alberti nachgestochen (Albertina, Wien, Inv. It/II/6/92). Dagegen stellt eine weitere Szene del Sartos, Johannes bei der Taufe der Heiden, den Getauften kniend mit überkreuzten Armen und Johannes ebenfalls in einer komplexeren Pose mit angewinkeltem Bein auf einem Felsblock dar. In unserer Komposition scheinen beide Modelle rezipiert und weiterentwickelt worden zu sein. Ausgezeichneter, harmonischer Abzug, mit Rändchen um die teils mitdruckende Plattenkante. Vereinzelte geschlossene bzw. hinterlegte Randeinrisse, weitere geringfügige Erhaltungsmängel und Altersspuren, ansonsten in vorzüglicher Erhaltung.
um 1550. Die Nymphe Galathea. Kupferstichnach Raffael. 40,1 x 28,9 cm. B. (Raimondi) 350 B.
Bei der großformatigen Darstellung der Galathea handelt es sich um eine der zwei bei Bartsch beschriebenen qualitätvollen Nachbildungen nach dem Prototypen Raimondis. Der technisch hochentwickelte Kupferstich stammt von der Hand eines anonymen italienischen Graveurs, der für den römischen Verlag Antonio Lafreris tätig gewesen ist. Ganz ausgezeichneter, kontrastreicher Abzug mit feinem Plattenton, mit breitem Rand um die deutlich zeichnende Plattenkante. Leichte Altersspuren und Erhaltungsmängel, am linken Rand Spuren alter Bindung, alte Kreideannotation im rechten Rand, sonst sehr gut erhalten.
um 1560. Ecce Homo. Holzschnitt. 27,6 x 18,7 cm. Unbeschrieben.
Ausgezeichneter, kräftiger Abzug bis an die Einfassung geschnitten. Etwas fleckig und altersspurig, geringe Handhabungsspuren, verso eine alte Zuschreibung an Adamo Ghisi, sonst sehr gut erhalten.
Küsel, Melchior
Cenotaphium Piis Manibus Ferdinandi III ...
Los 5138
Schätzung
2.400€ (US$ 2,759)
und Matthäus Küsel (1629-1681, Augsburg). "Cenotaphium Piis Manibus Ferdinandi III ..." (Exequienbuch für Kaiser Ferdinand III). 48 Radierungen einschließlich Titelblatt. Je ca. 16,5 x 14 cm und 16,5 x 11,1 cm. 1657. Berliner Ornamentstichkatalog 3105, M. Praz, Studies in Seventeenth-Century Imagery, Rom 1964, S. 548 f, Augsburger Barockkatalog, Nr. 602, Hollstein (Matthäus) 22-70, Hollstein (Melchior) 97-145.
Die vollständige Suite (im Hollstein wohl fälschlicherweise zwei Blatt mehr angegeben) des Exequienbuches anlässlich der Trauerfeier im Juni 1657 zeigt den Schmuck des Grabmals, das zu Ehren Ferdinands III. von Österreich im Jesuitenkolleg zu Wien angefertigt wurde. Die Folge umfasst 12 allegorische Standbilder der Tugenden mit lateinischer und deutscher Textbegleitung auf Sockeln sowie 35 von einem doppelten Adlergespann gehaltene Embleme, jeweils fortlaufend nummeriert. Die Folge ist eminent selten und stellt einen Höhepunkt barocker Emblematik dar. Neben der gedanklichen, die Verknüpfung von Wort und Bild in prächtiger Fülle ausschöpfenden Gestaltung, ist die künstlerische und kreative Qualität hervorzuheben. In der variationsreichen, sich nie wiederholenden Gestaltung der Emblem-Darstellungen äußert sich eine überraschende, immer neu variierte Vanitas-Symbolik, die mit schonungsloser, eindringlicher Deutlichkeit aufzeigt, dass auch die weltliche Machtfülle des Herrschers der Autorität des Todes unterliegt. Sämtlich ganz ausgezeichnete bis prachtvolle, teils tiefschwarze und präzise Drucke mit teils sehr schmalem Rändchen. Gelegentlich mit alten Heftspuren im linken Rand, weitere teils unbedeutenden Randläsuren, sonst, abgesehen von vereinzelten minimalen Alters- und Gebrauchsspuren, in einheitlicher und ganz vorzüglicher Erhaltung.
Die Bogenschützen. Kupferstich nach Michelangelo. 24 x 35,3 cm. Nagler, Die Monogrammisten IV, 2322, 17 I (von II), Alberti (La fortuna di Michelangelo nelle stampe del cinquecento, Mailand 2015) 245 II (von V), Rubach 196 II (von VI). Wz. Kreis (undeutlich).
Der bei Lafreri erschienene Kupferstich gibt eine Rötelzeichnung Michelangelos wieder, die sich heute in der Royal Collection London befindet (Inv. RCIN 912778). Es handelt sich um den einzigen Stich, der im 16. Jahrhundert nach der Zeichnung entstanden ist und diente vermutlich als Vorlage für das 1544-45 entstandene Fresko aus dem Casino Olgiati. Alessia Alberti verwarf die Zuschreibung früherer Autoren an Nicolas Beatrizet und ordnet das Blatt als Werk eines anonymen römischen, in den 1540er Jahren tätigen Künstlers ein, dessen Stilsprache Ähnlichkeiten mit der Hand Enea Vicos aufweist.
Vor den Adressen von Paulo Gratiano und Petri de Nobilibus. Ausgezeichneter, präziser Frühdruck mit feinem Rändchen um die Darstellung. Etwas vergilbt und leicht fleckig, ein vertikaler Riss in der rechten Blatthälfte durch die vorderste und den dahinterliegenden Figuren, ein Randeinriss unterhalb derselben sowie oben bis zum Unterarm des bogenspannenden Schützen, ein Wurmloch neben dem Gesicht der Herme mit einem Kupferstichfragment hinterlegt, kleinere Fehlstellen etwa im Oberschenkel der rechts schwebenden Figur und neben dem Gesäß des schlafenden Amor, alt aufgezogen, weitere kleinere Defekte und Altersspuren, sonst in guter Erhaltung. Selten. Beigegeben vom Meister B mit dem Würfel die Kupferstiche "Das Opfer des Priapos" (B. 27), "Triumph des Scipio" (B. 74) und "Zwei Gladiatoren" (B. 77) sowie ein anonymer Kupferstich nach Raffael "Die Sintflut".
Joseph erzählt seine Träume. Kupferstich. 12,6 x 16,5 cm. 1512. B. 19, Hollstein 19, Filedt Kok (New Hollstein) 19 I a-b (von III). Wz. Einhorn (vgl. New Hollstein, Unicorn, S. 300, 3a, um 1520-22).
Aus der fünfteiligen Geschichte von Joseph. Ganz ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck in typischer Erscheinung eines zeitgenössischen Abzugs, an die Einfassungslinie geschnitten, teils mit Spuren eines Rändchen, links knapp in die Darstellung geschnitten. Insgesamt etwas fleckig und angestaubt, verso teils minimal angeschmutzt und mit Gebrauchsspuren, entlang der Ränder sehr unauffällig und sorgsam ausgebesserte Läsuren, teils mit unauffälligen Anfaserungen und dezenten Federretuschen, weitere, sehr unauffällige Ausbesserungen, Handhabungs- und Altersspuren, sonst gleichwohl sehr gut.
David spielt vor Saul die Harfe. Kupferstich. 25,5 x 18,4 cm. (1508). B. 27, Volbehr 26, Hollstein 27, Filedt Kok (New Hollstein) 27 I b (von III). Wz. Gotisches P (vgl. New Hollstein, Gothic P, S. 285, 5b).
Vor der Adresse von Petri. Eines der Hauptblätter Leydens in einem ganz ausgezeichneten, gleichmäßigen und sehr harmonischen Frühdruck mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie, teils die Facette sichtbar. Schwach altersspurig, verso leichte geglättete Mittelfalte, einzelne unmerklich ausgebesserte Läsuren, etwa rechts im Rand zwei punktuelle Stellen, sowie oben links, dort mit unscheinbarer Federretusche, weitere unbedeutende Gebrauchsspuren, sonst in wunderbar originaler und ganz vorzüglicher Erhaltung. Aus der Sammlung Adalbert Freiherr von Lanna (Lugt 2773).
Die Anbetung der Könige. Kupferstich. 30,1 x 43,4 cm. 1513. B. 37, Hollstein 37, Filedt Kok (New Hollstein) 37 I wohl a (von c, von III). Wz. Krüglein mit Vierblatt (vgl. New Hollstein, Jug, S. 291, 3a).
Vor der Adresse. Ganz ausgezeichneter, überwiegend harmonischer Druck knapp an bzw. auf die Darstellung geschnitten. Geringfügig angestaubt und fleckig, leichte vertikale Mittelfalte, diese oben und unten jeweils hinterlegt bzw. geschlossen, unten links ein geschlossener Randeinriss bis in das Beinkleid der sitzenden Jungfrau sowie ein weiterer rechts der Mitte zwischen den Füßen, weitere ausgebesserte und ergänzte Randläsuren und -einrisse, die unteren Eckenspitzen ergänzt, die obere Ecke alt ergänzt, weitere geringe Alters- und Handhabungsspuren, sonst im Gesamteindruck gleichwohl gut.
Leyden, Lucas van
Die Ruhe auf der Flucht nach Ägypten
Los 5143
Schätzung
4.000€ (US$ 4,598)
Die Ruhe auf der Flucht nach Ägypten. Kupferstich. 16 x 14 cm. Um 1506. B. 38, Hollstein 38, Filedt Kok (New Hollstein) 38 b (von c).
Ausgezeichneter, differenzierter Druck mit 10-12 mm breitem Rand. Minimal angestaubt, geringfügig stockfleckig im weißen Rand, die äußerste weiße Eckenspitze oben rechts fehlend, verso entlang der Ränder umlaufend Montierungsreste, diese sich recto schwach markierend, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst in schöner Erhaltung. Selten.
Die Auferweckung des Lazarus. Kupferstich. 28,3 x 20,3 cm. Um 1507. B. 42, Hollstein 42 II, Filedt Kok (New Hollstein) 42 a (von c), Ruth E. Fine, Lessing J. Rosenwald: Tribute to a Collector, Washington 1982, S. 159, Nr. 53 (dieses Exemplar). Wz. Gotisches P mit Vierblatt (vgl. New Hollstein, Gothic P, S. 286, ähnlich 9b, um 1481-1525/26).
Ab 1507 entstand eine Gruppe großformatiger, kraftvoll gestochener Platten mit vielfigurigen Szenen, von denen die "Lazaruserweckung" eine der frühesten sein dürfte. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Abzug mit reichem Plattenton. Etwas fleckig, vor allem entlang der Ränder verschiedene, äußerst sorgfältige Ausbesserungen, dort teils mit zarten und unauffälligen Federretuschen, oben kurzer Randeinriss, zwischen den Bäumen oben mittig im Himmel eine ausgebesserte Stelle, leichte horizontale Mittelfalte, dort schwache und unauffällige Ausbesserungen, ebenfalls mit dezenten Federretuschen, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst jedoch gut, in dieser satten und reichen Druckhaltung sehr selten. Aus der Sammlung der Fürsten zu Liechtenstein, 1949 bei Richard H. Zinser, Stuttgart und dann Lessing Julius Rosenwald (jeweils nicht bei Lugt).
Der Tanz der hl. Maria Magdalena. Kupferstich. 28,9 x 39,4 cm. 1519. B. 122, Hollstein 122, Filedt Kok (New Hollstein) 122 II (von III).
Vor Tilgung der Adresse. Ausgezeichneter, toniger Druck mit Spuren der Einfassungslinie, teilweise bis an die Darstellung geschnitten. Geglättete Trockenfalte, Stockfleckchen, ein geglätteter Diagonalknick im Bereich von Magdalenas Rocksaum, der rechte Rand mit dünnen Stellen und Knitterspuren, ebenda unauffällig ausgebesserte Erhaltungsmängel im Bereich der Beine der stehenden Frau und rechts davon, darunter zwei kleine hinterlegte Fehlstellen, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, im Gesamteindruck sonst sehr gut.
Liefrinck, Hans
Die Beschneidung Johannes des Täufers
Los 5146
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Die Beschneidung Johannes des Täufers. Radierung nach Jan Swart van Groningen. 23,9 x 18,4 cm. (1558). Hollstein (Liefrinck) 4, Hollstein (after Swart) 5.
In Augsburg geboren kam Hans Liefrinck 1526 nach Antwerpen und begann seine Tätigkeit als Verleger, und veröffentlichte Drucke etwa des Amsterdamer Holzschneiders Cornelis Anthonisz. Später trat er in Konkurrenz mit Hieronymus Cock, der ebenfalls in Antwerpen das bedeutende Verlagshaus Aux Quatre Vents führte. Wohl fälschlicherweise wurden die Vorlagen der zehnteiligen Folge "Das Leben Johannes des Täufer" Jacob Floris zugeschrieben, die Initialen Jan Swarts sind jedoch teils auf den Kupferstichen vermerkt. Prachtvoller, gleichmäßiger Druck auf die Darstellung geschnitten. Nur geringfügig angestaubt, aufgezogen und dann zusätzlich in den Ecken auf ein Albumpapier montiert, sonst in sehr schöner Erhaltung. Von großer Seltenheit.
Das ungleiche Paar. Kupferstich. 15,9 x 10,8 cm. Vor 1497. B. 171, Lehrs IX, S. 391, 502, Hollstein 502.
Die Darstellung gehört zu einer insgesamt zwölf Blatt zählenden Folge mit Szenen zum Thema Liebe und Ehe, die gemeinhin unter dem etwas irreführenden Titel Alltagsleben geführt wird. Die Bildabsicht liegt nämlich weniger in der Schilderung realer Lebenssituationen als vielmehr in der allegorischen und moralisierenden Bedeutung der Szenen. Die ersten sechs Blatt entstanden früher und zeigen Paare umgeben von Spruchbändern vor neutralem Hintergrund. Sie müssen vor 1497 veröffentlicht worden sein, da im Januar dieses Jahres eine Buchillustration in Salamanca erschien, die das vorliegende Motiv teilweise kopiert.
Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck, unten mit der Einfassung, rechts und links in der unteren Blatthälfte überwiegend mit der vollen Darstellung, in der oberen Hälfte mit unregelmäßigem Darstellungsverlust bis zu 4 mm. Schwach gegilbt, braunes Fleckchen unten im Rock der Frau, die Fehlstellen entlang der Ränder überaus versiert angsetzt und retuschiert, die Darstellung oben sowie rechts dabei minimal erweitert. Ausgebesserte Fehlstellen in der oberen Blatthälfte, in diesen Partien das ergänzte Papier schwach hellbraun verfärbt, etwa in der Wange und der darüberliegenden Kopfbedeckung des Mannes, sowie dessen Ellenbogen, ferner im Schleier der Frau sowie oben rechts in der Ecke, wo sich das Spruchband übereinanderlegt, in diesen Stellen ergänzende Federretuschen, weitere dezent gesetzte Federeinzeichnungen sowie kleinere Ausbesserungen, darunter ein geschlossenes Randeinrisschen unten, das Papier partiell dünn und vollständig hinterlegt, im Gesamteindruck dennoch gutes Exemplar. Selten.
Der Greif. Kupferstich nach Martin Schongauer. 12,8 x 9,2 cm. B. 193, Lehrs IX, S. 386, 494, Hollstein 494. Wz. Gotisches P (vgl. Lehrs 21).
Im 15. Jahrhundert kam der mythischen Figur des Greifs, dessen Ursprünge bis in die Antike zurückreichen, eine ambivalente Bedeutung zu. Aufgrund der majestätischen Erscheinung galt das Mischwesen mit Adlerhaupt und Löwenrumpf als königliches Symbol und fand sich als Verkörperung von Wachsamkeit und Stärke auf vielen Wappen. In der höfischen und religiösen Literatur begegnet man dem Greif dagegen häufig als gewalttätiges Monstrum, dessen unnatürliche Gestalt als teuflisches Machwerk beschrieben wird. In der Darstellung Israhel van Meckenems, die auf einem Stich Schongauers im Gegensinn beruht, verbinden sich beide Deutungen. Die gespannte Schrittstellung und die feurigen Augen des in streng heraldischer Profilansicht wiedergegebenen Tieres vermitteln einerseits Wehrhaftigkeit, andererseits sind seine dämonischen Eigenschaften sorgfältig herausgearbeitet. Aus dem gekrümmten Adlerschnabel schnellt hinter scharfen Reißzähnen eine Reptilienzunge hervor; der hintere Teil des Rumpfes gleicht dem eines abgemagerten Rindes. Diese tierischen Einzelheiten sind genau beobachtet und naturalistisch wiedergegeben. Im Mittelalter hielt man den Greif für ein real existierendes Lebewesen - auf die Zeitgenossen dürfte diese Darstellung daher absolut überzeugend gewirkt haben.
Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit leichtem Plattenton und zarten Wischritzeln, so wie auch viele Exemplare in Museen innerhalb der Plattenkante beschnitten, rechts beinahe bis an die Darstellung, links unter minimalem Verlust der Flügelspitze. Unauffällige horizontale Mittelfalte, minimal angestaubt und fleckig, die äußersten Ränder kaum merklich hinterfasert, sonst in schöner Erhaltung. Von allergrößter Seltenheit. Doublette der Albertina, Wien (Lugt 5d).
Vénus sortant du bain (Venus nach dem Bade). Kaltnadelradierung nach Parmigianino. 15,2 x 10,9 cm. 7,2 x 11,9 cm. B. XVI, S. 67, 75.
Wie seinem Vorbild und Zeitgenossen Parmigianino gebührt Meldolla der Verdienst, die Radierkunst im 16. Jahrhundert entscheidend gefördert und die experimentellen und schöpferischen Möglichkeiten dieses Mediums in einmaliger Weise erforscht zu haben. Als Graphiker war Schiavone aller Wahrscheinlichkeit nach Autodidakt. Seine ersten Radierungen waren technisch noch unausgereifte Nachbildungen nach Parmigianino. Bereits nach kurzer Zeit jedoch verwendete er eine unkonventionelle Stilsprache, die von subtilen tonalen und malerischen Abstufungen gekennzeichnet war und sich somit zum Pendant der zeitgenössischen, atmosphärisch geprägten venezianischen Malerei entwickelte. Es sind mehrere Zeichnungen Parmigianinos mit einer sehr ähnlichen Komposition überliefert, darunter Blätter im Musée des Beaux-Arts, Rennes (Inv. DMF 2004.1.67) und im Museum der Schönen Künste in Budapest (Inv. 1890). Die anmutige Radierung gehört zu den suggestivsten Blättern Meldollas. Mit feinsinnigem Humor gibt der Künstler die intime Szene wieder. Venus hat Amor Pfeil und Bogen entrissen, das Kind stampft wütend auf. Wir konnten lediglich einen weiteren Abzug dieses außerordentlich seltenen Blattes nachweisen, der bereits 1753 als Teil der berühmten Sammlung Sir Hans Sloane in die Sammlung des British Museum in London überging (Inv. W, 2.41). Im Vergleich zum Londoner Abzug ist unser Exemplar teilweise mit Lavierungen in grauer Tusche übergangen, die möglicherweise eigenhändig sind und dem Blatt einen zusätzlichen visuellen Reiz verleihen. Eine gegenseitige Kopie von der Hand eines anonmymen italienschen Künstlers des 16. Jahrhunderts wird im Rijksmuseum, Amsterdam aufbewahrt (Inv. Nr. RP-P-H-H-905). Ausgezeichneter, nuancierter und toniger Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Minimale Altersspuren, sonst vorzügliches, unbehandeltes Exemplar.
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