Los 5135

Italienisch
um 1550. Die Taufe Christi

Schätzung
3.500€ (US$ 4,023)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 5135 - Italienisch - um 1550. Die Taufe Christi - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Druckgraphik des 15. bis 19. Jahrhunderts
Auktionsdatum 25.11.2026

Lot 5135, Auction  128, Italienisch, um 1550. Die Taufe Christi

um 1550. Die Taufe Christi. Kupferstich. 39,3 x 28,7 cm. Unbeschrieben. Wz. Kreis mit Leiter und sechszackigem Stern (Woodward 238-342).

Beim Autor der vorliegenden anonymen Darstellung könnte es sich um einen niederländischen oder auch französischen Künstler im römischen Umfeld Lafreris oder Salamancas handeln, bei denen sich auch entsprechende Wasserzeichen finden. Alessia Alberti listet in ihrem Katalog der bei Lafreri erschienen Werke eine nur minimal abweichende Komposition in der Sammlung der Accademia Carrara in Bergamo auf und erwähnt in diesem Zusammenhang wohl die vorliegende Darstellung als Variante. Von dem Blatt mit der Adresse Lafreris weicht unseres nur minimal ab und unterscheidet sich vor allem durch die ungewöhnliche kuppelförmige Architektur mit einem Aufsatz und einer Mondsichel als Spitze. Die zentrale Ikonographie der Taufe Christi orientiert sich direkt oder indirekt an den von zahlreichen Künstlern rezipierten Grisaille-Fresken mit Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers von Andrea del Sarto im Chiostro dello Scalzo der Compagnia dei Disciplinati di San Giovanni Battista in Florenz, entstanden 1509-1526. Unser Blatt scheint ikonographisch zwei Szenen del Sartos zu verbinden. Dessen Taufe Christi folgt dem traditionellen Aufbau seit Piero della Francesca und Perugino mit den im Jordan stehenden Figuren Jesu und Johannes', der das Wasser über Jesus ausgießt, oben der Heilige Geist. Sie wurde treu von Cherubino Alberti nachgestochen (Albertina, Wien, Inv. It/II/6/92). Dagegen stellt eine weitere Szene del Sartos, Johannes bei der Taufe der Heiden, den Getauften kniend mit überkreuzten Armen und Johannes ebenfalls in einer komplexeren Pose mit angewinkeltem Bein auf einem Felsblock dar. In unserer Komposition scheinen beide Modelle rezipiert und weiterentwickelt worden zu sein. Ausgezeichneter, harmonischer Abzug, mit Rändchen um die teils mitdruckende Plattenkante. Vereinzelte geschlossene bzw. hinterlegte Randeinrisse, weitere geringfügige Erhaltungsmängel und Altersspuren, ansonsten in vorzüglicher Erhaltung.


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