Los 2518

Gutzkow, Karl
(1811-1878)4 Briefe an einen Schauspieler. 1863-1874.

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550€ (US$ 625)

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Los 2518 - Gutzkow, Karl - 4 Briefe an  einen Schauspieler. 1863-1874. - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Autographen
Auktionsdatum 15.4.2026

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Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 14.–15. April, 2026

Lot 2518, Auction  127, Gutzkow, Karl, 4 Briefe an  einen Schauspieler. 1863-1874.

Über Stadt- und Burgtheater in Wien
Gutzkow, Karl, bedeutender liberaler Schriftsteller, Dramatiker, Kritiker und Publizist, dem Jungen Deutschland nahestehend, Förderer Georg Büchners (1811-1878). 4 eigh. Briefe m. U. "Gutzkow". Zus. 11 S. Gr. 8vo. Weimar, Kesselstadt, Berlin und Wieblingen 1863-1874.
Zumindest drei der Briefe an einen hochrangigen Wiener Schauspieler. Zunächst über Abdruck eines Artikels, dann über die Tantièmen- und Spielplanpolitik des Wiener Stadttheaters unter Heinrich Laube, die vom Adressaten angegriffen wurde. Gutzkow geht ausführlich darauf ein und beklagt die Missachtung seiner Dramen und Lustspiele. "... Da ich mir in meiner ländlichen Zurückgezogenheit die Neue Fr.[eie] Pr.[esse] halte, so bin ich mit allen Vorgängen am Stadttheater vertraut, lese aber, durch Erfahrung belehrt, Manches zwischen den Zeilen. Was? kann ich nicht sagen. Denn ich will nicht gegen Laube polemisiren. In den letzten Monaten seiner Direktion hat er sich meiner mit Wärme erinnert ... Daß ich die Gunst (d. h. die Existenzmittel) am Burgtheater durch meinen Contrakt mit dem Stadttheater verscherzte! Anderthalb Jahre ignorirte mich Dingelstedt. Erst jetzt hat er mich bei Probegastspielen einmal wieder angesetzt. Warum gieng Laube nicht an Zopf u. Schwert, selbst 'Werner oder Herz u. Welt', eine immer gefüllte Burgtheatervorstellung, könnte versucht werden. Am Burgtheater werden Stücke von Mosenthal, Weilen, Bauernfeld conservirt, die längst an den übrigen deutschen Bühnen nicht mehr existieren. Bei gutem Willen könnte nach Ella Rose oft manches Andre dort wiederholt werden, womit Sie sich freilich nicht beschweren mögen. Die ganze dramatische Periode von meinem Wullenweber an bis ich es müde wurde, ward mir durch Küstner u. die Birchpfeiffer [sic], durch Laube u. die Censur ruinirt. Ewige Ablehnung u. die Birchpfeifferei aus jedem neuen Roman - wer wollte da noch mitmachen? Ihr geniales Darsellungstalent ist meinem La Roquette zugute gekommen. Schade, eine Figur wie Wallmuth im Ottfried (aber neuste Ausgabe bei Costenoble!) wäre so recht geeignet für einen Darsteller, der nicht wie La Roche alles ins leere Possenhafte hinüberzieht, sondern in der Komik noch einen Kern zu bewahren versteht, einen quasi ernsten Charakter. Schade, daß sich kein entschlossener fester Wille je an meine 'Komödie der Besserungen' gewagt hat ...".


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