Los 1068

Jacobus Philippus Foresti de Bergamo
(1434–1520)De claris selectisque mulieribus

Schätzung
4.400€ (US$ 5,000)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 1068 - Jacobus Philippus Foresti de Bergamo - De claris selectisque mulieribus - 0 - thumbLos 1068 - Jacobus Philippus Foresti de Bergamo - De claris selectisque mulieribus - 1 - thumb

Aus dem Katalog
Alte Drucke und Handschriften
Auktionsdatum 14.4.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 14.–15. April, 2026

Lot 1068, Auction  127, Jacobus Philippus Foresti de Bergamo, De claris selectisque mulieribus

Erste und einzige Inkunabelausgabe eines der faszinierendsten illustrierten Bücher der italienischen Renaissance
Jacobus Philippus Foresti de Bergamo. De claris selectisque mulieribus. Hrsg. Albertus de Placentia und Augustinus de Casali. 173 (statt 176) Bl., Bl. 7-176 nummeriert Folio III-CLXX (CLIX, CXXII doppelt gezählt). 45 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 24,5 x 14,5 cm. Format: 31,6 x 21,4 cm. (Holzschnitt-Titel und Frontispiz-Holzschnitt in Kopie auf Bütten beigebunden). Mit 1 (von 2) ganzseitigen und 52 (statt 54) kleineren Textholzschnitten. Flexibler Pergamentband im Stil des 16. Jahrhunderts mit typographischem RTitel (leicht angestaubt). Ferrara, Laurentius de Rubeis, 29.IV.1497.
Hain-Copinger 2813. GW 14125. Goff J-204. Proctor 5762. Pellechet 2069. Sander 915. Abbott 119. Borm 1486. Chiodi, Bergamo, 644. Collijn 558. Günther 1053. Madsen 2132. Oates 2246. 2247. Schlechter-Ries 666. Sheehan 44. BMC VI, 613. BSB-Ink I-120. CIBN J-140. CBB 1497. CBS 2144. CIH 1872. CIR J-28. IBE 3140. IBP 2967. IDL 2608. IGI 5071. ISTC ij00204000. – Erste Ausgabe. Jacobus Philippus, auch unter seinem Familiennamen Foresti de Bergamo (oder Forestus Bergomensis) bekannt, war ein Augustiner-Eremit, Autor eines Confessionales (Confessionale seu interrogatorium, Venedig, Alessandro Bindoni, 1520.) und einer vielfach nachgedruckte Weltchronik (Supplementum Chronicarum, Venedig, Bernardino Benali, 1483).

Die Widmung seiner "Abhandlung über berühmte Frauen" (De claris selectisque mulieribus) an Beatrice von Aragon, der Witwe des Matthias Corvinus von Ungarn, lässt vermuten, dass das Werk möglicherweise aus einem früheren Manuskript gedruckt wurde, da Beatrice 1491 verstorben war. Eine mögliche Bestätigung dieser Theorie liefert der Holzschnittrahmen aus dem Jahr 1493, der wie alle anderen Holzschnitte hier zum ersten Mal erscheint; dies deutet darauf hin, dass der Drucker Rossi das Werk möglicherweise schon mehrere Jahre zuvor geplant hatte.

Zu den porträtierten Frauen gehören zahlreiche Heilige und historische Persönlichkeiten, darunter Jeanne d'Arc, Margarete von Anjou und Maria Stuart, sowie einige italienische Zeitgenossinnen des Autors. Der Urheber der feinen Holzschnitte ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich haben mehrere Künstler zu den Illustrationen beigetragen. Man kann einen gewissen Kontrast zwischen dem Stil der Frauenporträts mit den feineren Konturen der Umrandungsschnitte feststellen, wobei letztere einen deutlichen venezianischen Einfluss zeigen. Fünf der sieben Porträts können identifiziert werden: Bianca Maria Sforza, Catherina Sforza (Gräfin von Forli und Imola), Leonora von Aragon (Ehefrau von Ercole d'Este), Danisella Trivulzia und Cassandra Fidelis. Sander bezeichnete diese eindrucksvollen Porträts als "precieux comme premières tentatives dans les arts graphiques de faire des portraits d'après nature".

Der Textbeginn (a1v) mit dem großen, ganzseitigen, von zwei Stöcken gedruckten Holzschnitt, der das Leben Mariae in acht besonders feinteiligen Szenen - und in bestem Abdruck - zeigt, in einer beschonders schönen, architektonisch-perspektivischen und reich mit figürlichen Szenen geschmückten Bordüre. Der Text ist üppig illustriert mit 56 verschiedenen Holzschnitten, von denen einige wiederholt werden, insgesamt 172 Porträts berühmter Frauen. – Es fehlen Blätter 1 und 3 (A1,3) mit dem Holzschnitt-Titel und der ganzseitigen Holzschnitt-Dedikation sowie Fol. CXXXIII mit 2 kleinen Textholzschnitten (alle drei in Faksimile auf Büttenpapier eingebunden). Das letzte Blatt mit dem Kolophon ist vorhanden, aber in der untere Ecke abgerissen und restauriert, die Holzschnitt-Druckermarke wurde als Faksimile ersetzt, Blätter XXXII und XXXXI-XXXXVI sorgfältig neu beschnitten, CXXXII mit kürzeren Rändern, alle aus einem anderen Exemplar. Sonst nur vereinzelte kleinere Gebrauchsspuren, selten etwas fleckig, insgesamt sauber und frisch und bemerkenswert breitrandig.


Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr

Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com

Impressum
Datenschutzerklärung
© 2024 Galerie Gerda Bassenge


Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr

Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com

Impressum
Datenschutzerklärung
© 2022 Galerie Gerda Bassenge