Los 6052

Catel, Franz Ludwig
(1778 Berlin - 1856 Rom)Prozession vor einem in einer Grotte gelegenen Kloster bei Atrani in Richtung Amalfi und den Küstenstreifen bis Capo di Conca

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
39.680€ (US$ 41,768)

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Aus dem Katalog
Gemälde Alter und Neuerer Meister
Auktionsdatum 2.6.2022

Lot 6052, Auction  119, Catel, Franz Ludwig, Prozession vor einem in einer Grotte gelegenen Kloster bei Atrani in Richtung Amalfi und den Küstenstreifen bis Capo di Conca

Prozession vor einem in einer Grotte gelegenen Kloster bei Atrani in Richtung Amalfi und den Küstenstreifen bis Capo di Conca.
Öl auf Leinwand, doubliert. 90 x 127 cm. Rückseitig auf dem Keilrahmen ein altes Klebeetikett mit handschriftl. Bezeichnung in brauner Feder „N.o 173 / Oelgemälde sehr gutes Bild / Ein Kloster am See [sic] / mit ankommender Prozession“. Wohl um 1838.


Der Berliner Maler Franz Ludwig Catel lebte ab Ende 1811 in Rom. Eine Reise mit dem französischen Archäologen Aubin-Louis Millin führte ihn bereits im Sommer 1812 nach Neapel, Kampanien und Kalabrien.1 Fortan spielten Motive aus diesen südlichen pittoresken Landstrichen eine große Rolle in Catels Landschaftsmalerei, die ihn zu einem der erfolgreichsten deutschen Maler des 19. Jahrhunderts in Italien machte.
Bereits 1819/20 schuf Catel ein großformatiges Gemälde mit einem Blick aus Amalfi, wo er sich im Laufe seines Lebens immer wieder aufhielt2, für Lord Bristol (Ickworth, The Bristol Collection).3 Auf dem Bild für Lord Bristol geht der Blick aus einem Fischerboot direkt auf den Ort selbst mit dem Dom im Zentrum.
Das hier vorliegende Gemälde breitet vor den Augen der Betrachter den Blick aus einer Grotte, in der ein Kloster eingebaut ist, auf den zur Küste hin gelegenen Felssporn des Ortes Amalfi aus. Der Mittel- und Vordergrund der Komposition sind vom Künstler durchaus topographisch genau aufgenommen, die Grotte mit dem Kloster und den dort ankommenden Mönchen und Pilgern scheinen jedoch eher eine Fiktion zu sein, die sich aus den zahlreichen Grotten und Einsiedeleien der Gegend - u.a. die Grotte des Masaniello in Atrani, deren Eingang jedoch in die andere Richtung weist, und die Grotte des westlich gelegenen Kapuzinerkonvents San Francesco bei Amalfi - zusammensetzt.4
Sowohl die Malweise der Vegetation, der Felsen, der Architekturen und des von rötlichem Sonnenlicht erstrahlten Himmels, wie auch die typischen Staffagefiguren der ankommenden Klosterbrüder5, der diese erwartenden Pilger sowie der am Boden sitzende Junge links und die am Boden verstreuten antiken Bauteile (Säule, Gebälk und Kapitell) weisen eindeutig auf die Hand Franz Ludwig Catels hin.
Im Jahr 1838 stellte Catel auf dem Salon in Paris eine „Vue de la ville et de la côte d’Amalfi, dans le golfe de Salerne“ aus, bei der es sich durchaus um das vorliegende Gemälde handeln könnte, denn stilistisch lässt sich das Bild gut in die späten 1830er Jahre verorten.6

Andreas Stolzenburg

Das Gemälde wird in das in Vorbereitung befindliche Verzeichnis der Werke Franz Ludwig Catels von Dr. Andreas Stolzenburg, Hamburg, aufgenommen.


1. Andreas Stolzenburg: „Artiste Prussien, et paysagiste distingué“. Sur les années de formation de Franz Ludwig Catel à Berlin et à Paris, et sur la carrière de peintre paysagiste et de genre à Rome et à Naples à partir de 1811, in: Le peintre, l'écrivain et l'archéologue: Catel, Custine et Millin dans la Calabre napoléonienne, hrsg. v. Bernard Degout und Gennaro Toscano, Ausst.-Kat. Domaine départemental de la Vallée-aux-loups parc et maison de Chateaubriand, (Châtenay-Malabry), Paris 2021, S. 67-75.
2. Der Künstler schuf u. a. mehere Bilder mit dem Motiv der Grotte des Kapuzinerkonvents San Francesco bei Amalfi, vgl. Franz Ludwig Catel. Italienbilder der Romantik, hrsg. v. Andreas Stolzenburg und Hubertus Gaßner, Ausst.-Kat. Hamburger Kunsthalle, Petersberg 2015, S. 376-379, Nr. 166-168, mit Abb. 1 und 2 auf S. 376 (Beitrag Andreas Stolzenburg).
3. Ausst.-Kat. Hamburg 2015 (Anm. 2), S. 375, Nr. 165.
4. Der Standort könnte etwa bei der in Atrani gelegenen Collegiata Santa Maria Maddalena bzw. in den hinter der Kirche aufsteigenden Felsformation zu denken sein.
5. Diese Gruppe von Mönchen weist große Ähnlichkeit zu einer anderen auf, die Catel 1834 gemalt hat („Blick aus der Vorhalle des Domes von Amalfi mit einer Mönchsprozession"), vgl. Gemälde des 19. Jahrhunderts, Aukt.-Kat. Wien, Dorotheum, Auktion am 7. Juni 2021, S. 48-49, Nr. 525 (Beitrag Andreas Stolzenburg), weiterhin Stolzenburg 2021 (Anm. 1), S. 72, Abb. 21.
6. Explication des ouvrages de peinture, sculpture, architecture, gravure et lithographie des artistes vivans, exposés au Musée Royal, le 1er Mars 1838, Paris 1838, S. 35, Nr. 250 („Vue de la ville et de la côte d’ Amalfi, dans le golfe de Salerne“). Vgl. Wolfgang Becker: Paris und die deutsche Malerei 1750-1840, Studien zur Kunst des 19. Jahrhunderts, Bd. 10, München 1971, S. 103, 452 (Erwähnung einer Medaille 3. Klasse für Catel). Catel gehörte laut Becker in diesem Jahr zusammen mit Andreas Achenbach und Johann Wihelm Schirmer mit zu den ersten deutschen Landschaftsmalern, die im Pariser Salon ausstellten. Catels erste Salonbeteiligung mit einer Landschaft datiert jedoch schon von 1819.

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.

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