17. Jh. Mariä Himmelfahrt.
Feder in Braun über Rötel, braun laviert, weiß gehöht. 41,1 x 29,9 cm.
Tanzende Nymphen und ein Faun.
Feder in Grau. 18 x 30,8 cm. Oben rechts eine alte Paginierung "4". Wz. Nebenmarke GR.
Beigegeben von demselben "Ruhende Frau und zwei Putti" (Feder in Grau, 17,7 x 31,2 cm). Wohl beides Blätter aus einem Skizzenbuch.
Provenienz: Aus der Sammlung R. H. de Lamotte (ca. 1860-1890, "Keeper of Belgian Royal Archives", lt. Annotation auf dem Passepartout).
16. Jh. Drei antike Götter.
3 Zeichnungen, je Feder in Braun über Graphit, auf blauem Papier aufgezogen. Ca. 8,5 x ,5 cm bis 9,3 x 6,2 cm (unregelmäßig beschnitten); 10,8 x 15,7 cm (Untersatzpapier). Unten rechts Sammlerannotation "511 N.P.".
Guerra, Giovanni
Soldaten im Gespräch mit drei Geistlichen
Los 6583
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Soldaten im Gespräch mit drei Geistlichen.
Feder in Braun, braun laviert. 12,5 x 16,7 cm. Unten links alte Federnummerierung "11".
Italienisch
um 1580. Fries mit Tritonen, Flussgöttern und Nymphen
Los 6584
Schätzung
4.000€ (US$ 4,598)
um 1580. Fries mit Tritonen, Flussgöttern und Nymphen.
Feder in Braun, hellbraun laviert, alt aufgezogen, und am rechten Rand auf einer alten Montierung mit gestanztem goldfarbenem Laubfries fixiert. 14,3 x 50,3 cm. Oben links in brauner Feder eine alte Nummerierung, verso in Bleistift bez. "Campe auction" sowie auf der Montierung "Leipzig 1827 Campe Auction N 884", ferner von alter Hand in Rötel bez. "Rosso".
Provenienz: Sammlung H. W. Campe, Leipzig (ohne dessen Trockenstempel, vgl. Lugt 1391).
Stadtgericht Leipzig (Lugt 2731, mit Zusatz in Bleistift "Leipzig 1827").
C. G. Boerner, Leipzig, Auktion am 24. September 1827: Verzeichniss der Oelgemälde, Handzeichnungen und anderer Kunstgegenstände, welche ...in dem Campeschen unter No. 1212 allhier gelegenen Hause ... gerichtlich versteigert werden sollen, Los 834 (auf der alten Montierung die falschen Losnummer "884" annotiert sowie der Katalogeintrag "Drei Flussgötter in einer Gruppe beisammen, und die Wölfin mit Romulus und Remus; meisterh. mit Fed([er] und T[inte]".)
Callot, Jacques - zugeschrieben
Der Triumph des Neptun
Los 6585
Schätzung
7.500€ (US$ 8,621)
zugeschrieben. Der Triumph des Neptun.
Schwarze Kreide, Feder und Pinsel in Braun, an den oberen Ecken auf eine alte Montierung aufgelegt. 7,4 x 28,3 cm. Auf dem Untersatzpapier unten rechts in Bleistift bez. "Jos Meyer". Wz. Sonne im Kreis.
Vergleichbare Montierungen mit gezeichneten Rahmenleisten und Kartusche befinden sich in der Sammlung der Biblioteca Marucelliana in Florenz, die auf die Herkunft unserer Zeichnung aus einer Florentiner Sammlung des 17. Jahrhunderts hindeuten (vgl. Marco Chiarini: Disegni del Seicento e del Settecento della Biblioteca Marucelliana, Florenz 2017, Kat. B 10).
Provenienz: Edmond Lévy-Ditisheim (1896-1988), Basel.
Durch Erbfolge Privatsammlung Deutschland.
frühes 17. Jh. Entwurf für eine Kanne.
Rötel. 20,9 x 12,3 cm.
Provenienz: Erworben in den 1990er Jahren bei Karl & Faber, München.
Seitdem Privatsammlung Süddeutschland.
Italienisch
16. Jh. Studienblatt mit Entwürfen zu Zwickeln mit Darstellung von Evangelisten und Putti
Los 6587
Schätzung
800€ (US$ 920)
16. Jh. Studienblatt mit Entwürfen zu Zwickeln mit Darstellung von Evangelisten und Putti.
Feder in Braun. 27,3 x 26,5 cm. Innerhalb der Darstellung in einer Hand wohl des 16. Jh. in brauner Feder bez. "Titiano".
Ein fliegender Engel.
Feder in Braun, braun laviert, über Spuren von Graphit, quadriert. 18,4 x 14,7 cm. Verso eine alte Federbezeichnung mit einer lateinischen Fürbitte "Jesu Marie Joseph Angelus Custos [...] libera mea omni malo".
Italienisch
um 1600. Lünettenentwurf mit Engelskonzert
Los 6589
Schätzung
4.000€ (US$ 4,598)
um 1600. Lünettenentwurf mit Engelskonzert.
Feder und Pinsel in Braun über Graphit. 23,4 x 40,5 cm. Verso mit einer alten Zuschreibung an Nicolas Loir "Nicolas Loyr inv:". Wz. Pilger (?) im Kreis unter sechszackigem Stern.
Provenienz: Sammlung Henri Hamal (1744-1820), Lüttich (Lugt 1231).
Edmond Lévy-Ditisheim (1896-1988), Basel.
Durch Erbfolge Privatsammlung Deutschland.
Florentinisch
16. Jh. Herkules und Deianira mit dem sterbenden Nessus
Los 6590
Schätzung
450€ (US$ 517)
16. Jh. Herkules und Deianira mit dem sterbenden Nessus.
Rötel. 21,1 x 16,4 cm. Wz. Halbmond.
Provenienz: Sammlung Serge Nazarieff, Genf (nicht bei Lugt).
Bislang nicht identifizierte Sammlung KB (Lugt 4786).
17. Jh. Kopfstudie einer jungen Frau.
Schwarze Kreide, weiß gehöht auf braun gestrichenem Bütten. 12,7 x 9,7 cm.
16. Jh. Madonna mit Kind.
Rötel, alt montiert. 17,3 x 14,7 cm.
Provenienz: Gertrude (Trudi) Thannhauser Beyer (1921-2015, Rochester, NY).
Italienisch
um 1620. Kopfstudie eines nach links blickenden Mannes mit Bart und Locken
Los 6593
Schätzung
600€ (US$ 690)
um 1620. Kopfstudie eines nach links blickenden Mannes mit Bart und Locken.
Schwarze Kreide, mit Spuren von Weißhöhung, auf blauem Papier. 16,2 x 12,7 cm.
spätes 16. Jh. Reiterschlacht.
Feder in Braun, über schwarzer Kreide, braun laviert und weiß gehöht, quadriert, auf blauem Papier, auf einen Sammlerkarton aufgezogen. 21,4 x 36,8 cm. Verso auf der Montierung mit Feder der Sammlervermerk von De La Gardie "Hyllan IX".
Provenienz: Sammlung Graf Jacob Gustaf de la Gardie (1768-1842), Schloss Löberöd, Schweden (Lugt 2722a).
Privatsammlung, Schweden.
Italienisch
Spätes 17. Jh. Josef wird von seinen Brüdern in den Brunnen geworfen
Los 6595
Schätzung
800€ (US$ 920)
spätes 17. Jh. Josef wird von seinen Brüdern in den Brunnen geworfen.
Feder in Braun, Rötel, rot laviert. 13,1 x 18,8 cm. Auf einem blau grundiertem Untersatz (um 1800) mit Federeinfassungen, mit einer alten Zuschreibung in brauner Feder verso auf dem Untersatz "Dessin de N. Poussin".
Provenienz: Sammlung Robelot, Bordeaux (Lugt 2141).
Dessen Auktion bei Drouot (Vallée et Defer), Paris, Dezember 1847 und Januar 1848.
Venator, Köln, Auktion im Oktober 1959, Los 1011.
Rittershofer, Berlin, Auktion im Oktober 1961.
Bernhard Himmelheber, Heidelberg (Lugt 4035).
Frau mit Turban an einem Tisch sitzend.
Rote Kreide auf Bütten. 26,2 x 35,9 cm. Um 1625-1630.
Die junge Frau mit Turban schaut gedankenversunken von einem Schriftstück auf und scheint das Gelesene zu reflektieren, neben ihr liegt ein Buch. Warm erhellt das von links einfallende Licht die Szene. Guercinos bestechende Darstellung ordnete Nicholas Turner einer Gruppe von Zeichnungen zu, die der Meister zu Lehrzwecken schuf. Wie unsere Zeichung sind diese durch ein für Guercino ansonsten ungewöhnliches, größeres Format gekennzeichnet. In seiner 1616 gegründeten Aktzeichenschule in Cento leitete Guercino anhand männlicher Aktstudien, die er meist in geölter Kohle ausführte, seine Studenten an. Kompositorisch steht die Frau mit Turban Vorlagen für die Tafeln in Zeichenhandbüchern nahe, wie sie Oliviero Gatti in Kupfer stach. Die Einfassungslinie in brauner Feder, für Guercinos Figurenstudien ansonsten ungewöhnlich, sieht Turner als weiteres Indiz dafür, dass es sich um ein visuelles Lehrstück für seine Schüler handelt. Beispielhaft veranschaulicht es das warme und intensive Chiaroscuro, das als Charakteristikum der Mal- und Zeichenkunst des Bolognesers galt. Ist der Kreideauftrag in den meisten von Guercinos kleineren Studien leichter, so tritt die kräftige, teils deckende Technik unseres Blattes, das Turner um 1625 bis 1630 datiert, auch in einigen früheren Genreszenen auf, beispielsweise in den Zwei Frauen am Tisch in Oxford (Ashmolean Museum, Inv. Nr. KTP 864) und in Junge, den Kopf in die Hand gestützt in Kent (Folkestone Museum). Das ausführliche Gutachten von Nicholas Turner vom 14. Dezember 2023 liegt in Kopie vor.
Provenienz: Aus der Sammlung Christian David Ginsburg, London (Lugt 1145).
Guercino - Umkreis
Landschaft mit zwei Männern unter einem Baum
Los 6597
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Umkreis. Landschaft mit zwei Männern unter einer Baumgruppe.
Feder in Braun, in einer alten Sammlermontage. 17,8 x 30,1 cm.
18. Jh. Die Himmelfahrt der hl. Katharina.
Pinsel in Braun, braun-schwarz laviert, weiß gehöht auf braunblauem Bütten, auf einen Sammlerkarton aufgezogen. 24,5 x 41 cm. Auf dem Sammlerkarton unten links nummeriert "N°. 12 de [?]35".
Provenienz: Sammlung Graf Jacob Gustaf de la Gardie (1768-1842), Schloss Löberöd, Schweden (Lugt 2722a).
Privatsammlung, Schweden.
17. Jh. Tankred tauft die sterbende Clorinde.
Rötel, aufgezogen. 18,3 x 24 cm. Oben links alt nummeriert "2641".
Provenienz: Sammlung Stephan von Licht, Wien (Lugt 789b).
um 1730/40. Die Anbetung der Hirten.
Feder in Grau, grau laviert, weiß und rosa gehöht, auf hellbraun getöntem Papier. 49,1 x 37 cm. Wz. Bekröntes Lilienwappen mit angehängtem "4W".
Provenienz: Aus einer unbekannten Sammlung (nicht bei Lugt).
Entwurf für eine Kreuzabnahme.
Schwarze und weiße Kreide auf blauem Bütten. 23,8 x 19,7 cm. Unten links signiert "Biagio Martini", sowie weitere Annotationen von fremder Hand in Bleistift am unteren Rand. Wz. Kreis.
Provenienz: Sammlung Ines Kaps, Leipzig (Lugt 3551).
Piattoli, Giuseppe
Christi auf Wolken umgeben von Engeln, angebetet von vier weiblichen Figuren
Los 6602
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Christi auf Wolken umgeben von Engeln, angebetet von vier weiblichen Figuren.
Feder in Braun, über schwarzer Kreide, braun und grau laviert, in schwarzer Feder eingefasst, auf ein Fensterpassepartout montiert. 36,1 x 21 cm. Verso von späterer Hand in Bleistift bezeichnet. Wz. Bekröntes Wappen mit Schild und Initiale F.
Piattoli war als Maler, Zeichner und Kupferstecher tätig und lehrte zwischen 1785-1807 als Zeichenmeister an der Akademie in Florenz. Nur wenige seiner Zeichnungen sind bislang publiziert. Unser Blatt zeigt eine Verbindung zu venezianischen Künstlern wie Sebastiano Ricci und Giovanni Battista Tiepolo, besonders deutlich zu erkennen an den beiden weiblichen allegorischen Halbfiguren am linken Bildrand.
Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung "KL" (nicht bei Lugt).
Italienisch
18. Jh. Apotheose eines Heiligen in den Wolken
Los 6603
Schätzung
600€ (US$ 690)
18. Jh. Apotheose eines Heiligen in den Wolken.
Schwarze Kreide, montiert. 33,4 x 17,2 cm. Wz. Fleur-de-lis im Kreis.
Provenienz: Sammlung Stephan von Licht, Wien (Lugt 789b).
Allegorie der Geschichte.
Pinsel in Braun, weiß gehöht über Graphit. 28,1 x 17 cm.
Provenienz: Sammlung Suida-Manning, New York.
Piola, Domenico
Entwurf für eine Säule mit Puttendekor
Los 6605
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Entwurf für eine Säule mit Puttendekor.
Feder in Braun, braun laviert, alt aufgezogen. 19,5 x 12,5 cm. Wz. Wappenkartusche (Untersatzpapier).
Tiepolo, Giovanni Battista
Kopf eines bärtigen Mannes
Los 6606
Schätzung
30.000€ (US$ 34,483)
Kopf eines bärtigen Mannes.
Schwarze Kreide, weiß gehöht, auf blauem Papier, aufgezogen. 33,4 x 27,2 cm. Um 1751/53.
Der monumental wirkende Kopf eines bärtigen Greises stammt aus der bedeutenden Tiepolo-Sammlung des russischen Fürsten Alexis Orloff. Dieser besaß ein Album bestehend aus 96 Blättern von Giambattista Tiepolo und seiner Werkstatt, die 1920 bei einer denkwürdigen Auktion in Paris zur Versteigerung kamen. Als die Zeichnungen damit einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurden, staunte man weniger über deren Anzahl als vielmehr über die durchweg exquisite Qualität derselben. Die Sammlung wurde von einem offensichtlich trefflichen Kenner zusammengetragen, doch bleibt die genaue Genese bislang ein Rätsel. George Knox zufolge entstand das Recueil im späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert und gehörte wahrscheinlich schon Alexis Vorfahre Grigori Vladimirovich Orloff, der sein Leben überwiegend in Europa verbrachte (vgl. Knox 1961, S. 269).
Viele der Blätter aus dem Orloff-Album befinden sich heute in musealem Besitz. Darunter auch die einzigen beiden anderen Köpfe aus der Sammlung: der eines bärtigen Orientalen in der Staatsgalerie Stuttgart (Inv. C 1991/GL U11) und der eines Soldaten in der National Gallery of Victoria in Melbourne (Inv. 1894-4), die ebenfalls in schwarzer und weißer Kreide auf blauem Papier ausgeführt sind. Unser Kopf ist somit der letzte aus dem Album, der sich noch in Privatbesitz befindet.
Knox geht von einer Entstehung während der Würzburger Jahre von Tiepolo aus. Die Arbeit diente dem Künstler als Vorlage für ein verschollenes Gemälde, das ehemals zur Sammlung Trotti in Paris gehörte und einen Gelehrten mit einer Lupe zeigt (Knox 1980, X.46). Eine Vorzeichnung zur Hand mit dem Vergrößerungsglas ist im Beurdeley-Album in der St. Petersburger Eremitage enthalten (Knox 1980, A.76). Zwar entspricht das Gemälde keinem der Köpfe, die Tiepolos Sohn Giandomenico in der druckgraphischen Serie Raccolta di Teste übernahm, dennoch stimmen die Maße und der Stil mit denen vieler Vorlagenwerke der Folge überein.
Provenienz: Womöglich Sammlung Grigori Vladimirovich Orloff (1777-1826), St. Petersburg/Paris.
Sammlung Alexei Nikolaievich (Alexis) Orloff (1867-1916), Paris.
Dessen Auktion bei Galerie Georges Petit, Paris, Dessins par G.-B. Tiepolo, Composant la Collection de Son Excellence feu le Prince Alexis Orloff, am 30. April 1920, Los 119 (mit Abb.).
Erworben durch "[Alexandre?] Doucet" (lt. annotiertem Auktionskatalog).
Edmond Lévy-Ditisheim (1896-1988), Basel.
Durch Erbfolge Privatsammlung Deutschland.
Literatur: George Knox: "The Orloff Album of Tiepolo Drawings", in: The Burlington Magazine, Bd. CIII, Nr. 699, Juni 1961, S. 275, Nr. 91.
George Knox: Giambattista and Domenico Tiepolo. A Study and Catalogue Raisonné of the Chalk Drawings, Oxford 1980, S. 238, Nr. M.219.
Zuccarelli, Francesco
Südliche Landschaft mit kleinem Kastell und Angler an einem Gebirgsbach
Los 6607
Schätzung
2.800€ (US$ 3,218)
Südliche Landschaft mit kleinem Kastell und Angler an einem Gebirgsbach.
Feder in Braun, grau und braun laviert, teils weiß gehöht, auf Bütten. 36,8 x 37 cm.
Provenienz: Sammlung Paul Sandby, London (Lugt 2112).
Caliari, Paolino
Kompositionsstudien zu biblischen Szenen: Gottvater in den Wolken, Engel, Detailstudien zu Händen und Füßen
Los 6608
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Kompositionsstudien zu biblischen Szenen: Gottvater in den Wolken, Engel, Detailstudien zu Händen und Füßen.
18 Zeichnungen auf 9 doppelseitig bezeichneten Blatt, je Feder in Braun oder Graubraun, braun oder graubraun laviert, teils über Graphit. Je ca. 26 x 17,6 cm. (1818).
Paolo Caliari wurde 1763 in Verona als Sohn von Domenico Caliari, einem Buchhändler und Kupferstecher geboren, durch den er schon früh mit den Techniken des Gravierens vertraut wurde. Er studierte an der örtlichen Kunstakademie bei Prospero Schiavi (1730-1803), einem der Mitbegründer der Akademie und Schüler von Giambettino Cignaroli (1706-1770) und erhielt bereits kurz nach Abschluss seiner Studien im Jahr 1788 das Diplom für eine Professur. Bereits zu Beginn seiner Karriere gewann er zahlreiche akademische Auszeichnungen für sein Werk, war an mehreren Aufträgen zur Dekoration von Palästen und Häusern seiner Stadt beteiligt, schuf vereinzelt Porträts sowie zahlreiche Altargemälde und Andachtsbilder. Daneben widmete er sich dem Experimentieren mit verschiedenen künstlerischen Techniken und dem Studium und Kopieren von Gemälden alter Meister. Die Blätter gehören zu einem Album, dessen Titel die eigenh. Bezeichnung "Schizzi a Primi colpi di Penna in otto Giorni 1818", woraus auch für diese Zeichnungen die Entstehung im Jahr 1818 folgt (s. Bassenge, Auktion 125 im Mai 2025, Los 6769).
Die zehn doppelseitigen Zeichnungen wurden von Donatella Biagi Maino an Paolo Caliari zugeschrieben. Die Zeichnungen stellen verschiedene religiöse und allegorische Sujets sowie Einzelstudien von Händen und Füßen dar. Öfters wird ein einzelnes Thema mit wenigen Variationen und geringfügigen Änderungen wiederholt, um zu einer klaren Fassung des Sujets zu gelangen. Die Blätter könnten entweder eine private Stilübung des Künstlers gewesen oder auch für pädagogische Zwecke zum Unterricht an der Akademie angefertigt worden sein, als dessen Vorstand der Künstler ab 1808 wirkte.
Provenienz: Privatsammlung Rom.
Literatur: Donatella di Biagi Maino: "Paolo Caliari o dell'Accademia. Un album di disegni ritrovato", in: Studi in onore di Stefano Tumide, Bologna 2016, S. 483-491.
Caliari, Paolino
Kompositionsstudien zu biblischen Szenen: Christus am Kreuz, Martyrien, Figurenstudien, Detailstudien zu Händen und Füßen
Los 6609
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Kompositionsstudien zu biblischen Szenen: Christus am Kreuz, Martyrien, Figurenstudien, Detailstudien zu Händen und Füßen.
18 Zeichnungen auf 9 doppelseitig bezeichneten Blatt, je Feder in Braun oder Graubraun, braun oder graubraun laviert, teils über Graphit. Je ca. 26 x 17,6 cm. Federpaginierungen. (1818). Wz. Schrift.
Provenienz: und Literatur wie bei Los 6608.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
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