2. Hälfte 16. Jh. Die Finkenjagd mit Netzen.
Gouache mit Goldhöhung, verso: Wappen der Ulmer Familie Schäler, eingelassen in ein größeres Albumblatt. 10,5 x 8,3 cm (Darstellung), 18,9 x 15,1 cm (Albumblatt). Wz. Stadttor mit Buchstabe M (Fragment, vgl. Meder 261: um 1577-1590) im Albumblatt.
Das seltene Motiv der Finkenjagd findet sich ähnlich in dem Stich von Philips Galle nach Stradanus aus dessen Folge der "Jagden und Tierszenen", die erstmals 1578/80 in Antwerpen erschien (Hollstein 456).
Provenienz: Edmond Lévy-Ditisheim (1896-1988), Basel.
Durch Erbfolge Privatsammlung Deutschland.
Leyden, Lucas van - nach
Die Auferweckung des Lazarus
Los 6551
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
nach. Die Auferweckung des Lazarus.
Feder in Braun. 27,7 x 20 cm. 16. Jh.
Gleichseitige und nahezu maßgleiche Wiederholung nach Lucas van Laydens Kupferstich (Hollstein 42, siehe Los 5144) auf fein strukturiertem Büttenpapier des 16. Jahrhunderts.
Provenienz: Mit undeutlicher Sammlermarke (Fragment).
Sammlung Joseph-Guillaume-Jean Camberlyn, La Haye/Brüssel (Lugt 514).
Dessen Nachlassauktion, Drouot (E. Guichardot), Paris, am 20. November 1865, Los 222 (als "Lucas van Leyden zugeschrieben").
Leyden, Lucas van - nach
David mit dem Haupt des Goliath
Los 6552
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
nach. David mit dem Haupt des Goliath.
Feder in Braun, aufgezogen. 40 x 28,4 cm. Unten links blasse Spuren einer alten Bezeichnung.
Die Zeichnung folgt einem Kupferstich Jan Saenredams (Hollstein 11) aus dem Jahr 1600 nach einer Vorlage Lucas van Leydens.
Provenienz: Unidentifizierbare Sammlermarke (Fragment).
Sammlung Jean-Marc Dupan, Genf (Lugt 1440).
Ende 16. Jh. Inneres einer Schmiede.
Feder in Braun. 27,6 x 16,9 cm. Verso mit alten Zuschreibungen an Frans Francken II. und "le Brun". Wz. Ligiertes Monogramm FS (?).
Provenienz: Wohl Sammlung Henry Hamal, Lüttich (vgl. Lugt 1231).
16. Jh. Die Mannalese.
Feder in Schwarz, braun laviert, weiß gehöht, auf braunrötlich grundiertem Papier, zur Übertragung gegriffelt. 25,2 x 26,1 cm. In einer französischen Montierung des 18. Jhs. (Lugt 172).
Provenienz: Edmond Lévy-Ditisheim (1896-1988), Basel.
Durch Erbfolge Privatsammlung Deutschland.
Die Geburt Christi.
Deckfarben, reiche Goldhöhungen, wohl spätere Einfassung in schwarzem Pinsel, auf Pergament, auf Holz kaschiert. 15,3 x 10,6 cm. Um 1545/50.
Die unter dieser und folgender Losnummer angebotenen Miniaturen sind herausragende Beispiele für die virtuose Finesse, die die Werke der Buchmaler aus der sogenannten Bellemare-Gruppe auszeichnet. Der Name geht auf den in Antwerpen ausgebildeten Künstler Nöelle Bellemare (gest. 1546) zurück, der im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts durch die Einführung neuer Bildmodelle die französische Buchmalerei revolutionierte. Im Zeitraum von ca. 1522 bis 1551 entstand unter Bellemares Leitung und Einfluss ein Corpus von mindestens 26 Manuskripten, die zu den Höhepunkten frühneuzeitlicher Malerei in Frankreich gehören. Bemerkenswert ist dabei deren stilistische Einheitlichkeit, wobei einzelne Maler wie der Meister der Getty Epistles, der Doheny-Meister und der Meister von Heinrich II. im Laufe der Zeit als eigenständige Künstlerpersönlichkeiten hervortraten.
In den 1520er Jahren waren die Darstellungen zunächst deutlich von Anleihen aus dem Antwerpener Manierismus und der Druckgraphik altdeutscher Meister geprägt, während sich in den nachfolgenden Jahrzehnten ein zunehmendes Interesse an italienischen Modellen vor allem der Schule Raffaels zeigt. Der Rückgriff auf Bildformeln nordischer Prägung ist auch in unseren beiden Einzelblättern evident. Die “Geburt Christi” ist in der für den Antwerpener Manierismus typischen Ruinenarchitektur eingebettet. Die Komposition ist eng verwandt mit zwei Geburtsszenen in einem Stundenbuch in der Universitätsbibliothek in Lüttich (Wittert MS 29, fol. 33r) und einem miniaturhaften Manuskript ehemals in der Sammlung Paul Durrieu (zuletzt Christie’s, London, 14. Dezember 2022, Los 47). Die Übereinstimmungen betreffen die Anlage der Figurengruppe, die auf dem Lütticher Blatt mit Ausnahme von Josef beinahe identisch ist, sowie Teile der Hintergrundarchitektur, die in der Durrieu-Miniatur eine Entsprechung finden. Malerisch ist unsere Miniatur den anderen beiden in der raffinierten Ausführung überlegen. Laut Myra Orth, der Autorin der grundlegenden Forschung zur Bellemare-Gruppe, adaptiert die Lütticher Miniatur, und folglich auch unsere, eine Komposition in einem Stundenbuch von ca. 1530 in der British Library (vgl. Myra Orth: French Renaissance Manuscripts. The Sixteenth Century, London 2015, Kat. 83, insb. S. 275, ausführlich hierzu auch Elizabeth L’Estrange: „Beyond the 1520s: A Bellmare Workshop Manuscript in Liège“, in: Reinventing Traditions. On the Transmission of Artistic Patterns in Late Medieval Manuscript Illumination, Frankfurt a. M. 2015, S. 195-216).
Einen neuen Weg beschreitet der Künstler dagegen bei der Rahmung. Hat die Einfassung in den oben erwähnten Vergleichsdarstellungen eine Tabernakelform, besteht sie hier aus elaboriertem Rollwerk mit Löwenmasken und Karyatiden im Stile der Schule von Fontainebleau. Das Blatt steht damit exemplarisch für die in den 1540er Jahren unter den Künstlern der Gruppe gängige Praxis, ältere Modelle aufzugreifen und die Mise en page durch manieristische Einfassungen dem zeitgenössischen Geschmack anzupassen (L’Estrange 2015, S. 202-204). Eine fast identische Rahmung findet sich auf einer Miniatur im Stundenbuch von Heinrich II. (auch Heures de Dinteville) in der Nationalbibliothek in Paris (BnF, MS lat. 1429, fol. 40r), eines der bedeutendsten Werke der Bellemare-Gruppe.
Wir danken Dr. Elizabeth L'Estrange, Birmingham, für wertvolle Hinweise.
Provenienz: Edmond Lévy-Ditisheim (1896-1988), Basel.
Durch Erbfolge Privatsammlung Deutschland.
Die Beschneidung Christi.
Deckfarben, reiche Goldhöhungen, wohl spätere Einfassung in schwarzem Pinsel, auf Pergament, auf Holz kaschiert. 15,3 x 10,5 cm. Um 1545/50.
Wie schon die vorherige Losnummer, rezipiert auch die vorliegende Miniatur von der Hand eines Buchmalers der Bellemare-Gruppe nordische Bildtraditionen. In diesem Fall ist die direkte Vorlage identifizierbar. Die Komposition der „Beschneidung Christi“ greift einen Holzschnitt von Wolf Huber von ca. 1512/13 auf (Hollstein 3). Besonders exakt wurde das gotische Kircheninterieur mit Blick auf einen Lettner und die dahinterliegende Apsis übernommen, wohingegen das Figurenensemble des Holzschnittes zwar vereinzelt genaue Entsprechungen in der Miniatur findet, im Allgemeinen jedoch zugunsten einer figurenreicheren Szene erweitert und variiert wurde. Des Weiteren streckt der Buchmaler die gedrungen wirkende Architektur der Graphik in die Höhe, was der Darstellung einen weitaus eleganteren Charakter verleiht.
Der Rahmen entspricht auch in diesem Fall den reich ausgestalteten Rollwerkeinfassungen fontainebleau’schen Geschmacks, die ab den 1540er Jahren zahlreiche Werke der Bellemare-Gruppe prägen. Die vorliegende Rahmung ist an den Seiten mit naturalistischen Lapislazuli-Kameen und Früchtekörben ausstaffiert, wie sie sich ähnlich auf den Einfassungen des grandiosen Recueil des rois de France in der Pariser Nationalbibliothek finden (vgl. BnF, MS. fr. 2848, fol. 45bis v, 50v, 90r), an welchem Hauptkünstler der Gruppe wie der Meister von Heinrich II. arbeiteten.
Zusammenfassend stellen die beiden vorliegenden Miniaturen ein wichtiges Bindeglied zwischen der frühen Werkstatttätigkeit der Gruppe unter Bellemare und den später entstandenen Manuskripten ab den 1540er Jahren dar. Sie sind das Resultat der Arbeit eines Buchmalers, der zum einen die werkstatttypische Praxis der Wiederverwendung älterer Kompositionsmodelle pflegte und folglich Zugriff auf den Modellfundus des Ateliers hatte, der zum anderen aber seine Darstellungen mit manieristischen Elementen kombinierte, die über Bellemares Zeit hinausweisen.
Wir danken Dr. Elizabeth L'Estrange, Birmingham, für wertvolle Hinweise.
Provenienz: Edmond Lévy-Ditisheim (1896-1988), Basel.
Durch Erbfolge Privatsammlung Deutschland.
Französisch
um 1600. Allegorische Darstellung mit einer Königin, die Lorbeerkränze verteilt
Los 6557
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
um 1600. Allegorische Darstellung mit einer Königin, die Lorbeerkränze verteilt.
Feder in Braun, blau laviert. 24,1 x 20 cm.
17. Jh. Allegorie auf die Druckkunst.
Feder in Braun, Gouache in Blau und Weiß, auf blass-blauem Papier. 19,3 x 12,4 cm.
Italienisch
spätes 16. Jh. Die hl. Dreifaltigkeit mit zwei Heiligen
Los 6559
Schätzung
800€ (US$ 920)
spätes 16. Jh. Die hl. Dreifaltigkeit mit zwei Heiligen.
Feder in Braun, braun laviert auf blauem Papier. 38 x 26,2 cm.
1607. Iustitia (Stammbuchblatt).
Aquarell und Gouache über brauner Feder, Goldhöhungen, verso: goldgehöhtes Wappen mit steigendem Löwen. 12,6 x 11,7 cm. Recto und verso zeitgenössische Annotationen in brauner Feder, darunter recto am Oberrand ein Zitat aus Aulus Gellius' Noctes Atticae (Buch XIV, Kap. 4), unten links eine lat. Widmung an Fabian von Gladiß, datiert "14. Martij Ao 1607", verso die Sentenz "frisch gehwagt ist halb gehwunnen" sowie eine weitere Widmung.
Das Blatt war im Stammbuch des schlesischen Adeligen Fabian von Gladiß enthalten, der 1606-1610 in Jena studierte, vgl. hierzu Ludwig Koch: "Drei Stammbücher", in: Norddeutsche Familienkunde, 7/8 (1958/59), S. 191-192.
Weyer, Hermann
Alttestamentarische Szene (Esther und die Gefangenen Bigthan und Teresh?)
Los 6561
Schätzung
4.000€ (US$ 4,598)
Alttestamentarische Szene (Esther und die Gefangenen Bigthan und Teresh?).
Feder in Schwarz, grau laviert, weiß gehöht, auf ocker grundiertem Papier, verso: "Felsige Landschaft" in schwarzer Feder. 16,3 x 18,9 cm. Um 1614/15.
Diese vielfigurige Darstellung mit einer flehenden Frau in der Bildmitte ist ikonographisch nicht eindeutig zu klären: Wie Christine Wolff vermutet, könnte es sich um eine alttestamentarische Szene aus dem Buch Esther handeln. Esther, die zweite Frau des Königs Ahasverus, erhielt eines Tages Nachricht, dass die Diener Bigthan und Teresh ein Attentat auf ihren Mann planen. Ihr gelingt es, die Übeltat zu vereiteln und die beiden Diener werden auf Befehl des Königs festgenommen.
Weyer hat sich in zwei weiteren Zeichnungen mit der Geschichte Esthers beschäftigt (vgl. Christine Wolff: Studien zum zeichnerischen Werk Hermann Weyers, Bonn 2016, Kat. Nr. 47 und 48). Eine dieser beiden Zeichnungen ist in der gleichen Technik ausgeführt wie die vorliegende und nahezu maßgleich. Stilistisch ist unser Blatt auf ca. 1614/15 datierbar.
Provenienz: Aus einer Sammlung "JJS" oder "US" (nicht bei Lugt).
Niederländisch
um 1600. Landschaft mit der Predigt Johannes d. Täufers
Los 6562
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
um 1600. Landschaft mit der Predigt Johannes d. Täufers.
Feder in Braun, Pinsel in Braun und Braungelb, Deckweißhöhungen. 22 x 25,8 cm. Oben links in brauner Feder eine alte Zuschreibung "Savary". Wz. Anker im Kreis mit sechsstrahligem Stern.
Ende 16. Jh. Die Versuchung des hl. Antonius.
Feder in Braun und Pinsel in Grau. 29,8 x 19,2 cm. Unten rechts im weißen Feld mit undeutlichem Monogramm "HA" (?)", verso mit einer Aufstellung in brauner Feder wohl in einer Hand des 16. Jh.
Amor und zwei Nymphen.
Feder in Schwarz, grau laviert. 25,3 x 18,7 cm. Verso am oberen Rand monogrammiert "HSF" (ligiert), sowie unten rechts mit alter Paginierung in brauner Feder "45".
Deutsch
1637. Judith mit dem Haupt des Holofernes
Los 6565 [*]
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
1637. Judith mit dem Haupt des Holofernes.
Feder in Braun, braun laviert, aufgezogen. 33 x 20,2 cm. Unten links teils unleserlich signiert und datiert "David Carol... / 1637", oben links bezeichnet "Judith".
Die Zeichnung gibt einen Kupferstich Jacob Mathams nach Hendrick Goltzius wieder (Hollstein 26).
Rottenhammer, Johann - Umkreis
Die neun Musen auf dem Parnass, musizierend
Los 6566
Schätzung
600€ (US$ 690)
Umkreis. Die neun Musen auf dem Parnass, musizierend.
Feder in Grau, grau laviert. 15 x 14,2 cm.
Provenienz: Dr. George Hamilton, Massachusetts.
Privatsammlung Ohio.
Speckaert, Hans - Umkreis
Die Familie Abrahams bei Tisch mit den streitenden Isaak und Ismael
Los 6567
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Umkreis. Die Familie Abrahams bei Tisch mit den streitenden Isaak und Ismael.
Feder in Braun, grau laviert. 20,8 x 30 cm. Wz. Nebenmarke Monogramm "IR".
Die Vorlage zu der Zeichnung befindet sich in der Sammlung Jean Bonna in Genf (s. Ausst. Kat. Dessins Nordique des collections Jean Bonna & Frits Lugt, Paris 2008, Nr. 12 mit ganzseitiger Abbildung, oder Ausst. Kat. Raphael to Renoir. Drawings from the collection of Jean Bonna, New York/Edinburgh 2009, Nr. 42, Abb. S. 91). Außer der hier vorliegenden Zeichnung sind noch drei weitere Nachzeichnungen nach diesem sehr seltenen Sujet bekannt.
Drei Blatt mit Figurenstudien.
3 Zeichnungen, je schwarze Kreide, braun laviert, in schwarzer bzw. brauner Feder eingefasst, aufgezogen. 9,5 x 9,6 cm; 12,9 x 8,2 cm; 9,4 x 7,8 cm. Die "Wartenden Pilger" auf dem Untersatz alt in brauner Feder bezeichnet "H. Zagtleven", die "Sechs Figurenstudien" unten rechts (eigenhändig?) monogrammiert "HSL".
Provenienz: Edmond Lévy-Ditisheim (1896-1988), Basel.
Durch Erbfolge Privatsammlung Deutschland.
Waldinneres.
Schwarze Kreide und Feder, Pinsel in Grau und Braun, stellenweise in Leinöl getränkte Kohle. 41,4 x 31,9 cm. Um 1670. Wz. Fünfzackige Schellenkappe (ähnlich Heawood 1963).
Das imposante, stimmungsvolle Blatt dürfte dem reifen Schaffen Waterloos angehören und zählt zu einer Kategorie von großformatigen, fein durchgeführten Landschaftsstudien, die er wohl für den Verkauf geschaffen hat. Die souverän erfasste Waldlandschaft besticht durch ihre atmosphärische Dichte und durch ihre komplexe Kompositionsweise. Der Künstler konzentriert sich ganz auf die nahsichtige Wiedergabe knorriger Baumstämme, die sich überkreuzen und ein arabeskenhaftes Oberflächenmuster bilden, gleichzeitig gelingt es ihm jedoch überzeugend Räumlichkeit und Transparenz zu suggerieren.
Rembrandt Harmensz. van Rijn - Umkreis
Christus und die Samariterin am Brunnen
Los 6570
Schätzung
2.400€ (US$ 2,759)
Umkreis. Christus und die Samariterin am Brunnen.
Feder und Pinsel in Braun. 20,2 x 22,2 cm. Verso in brauner Feder Tabellen und Notizen in einer Hand des 17. Jh. Wz. Bekröntes Lilienwappen (Fragment).
Niederländisch
17. Jh. Landschaft mit Holzbrücke und einem Gehöft im Hintergrund
Los 6571
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
17. Jh. Landschaft mit Holzbrücke und einem Gehöft im Hintergrund.
Schwarze Kreide, braun laviert. 14,7 x 18,8 cm. Verso in Bleistift bez. "Molyn". Wz. Bekröntes Wappen (Fragment).
Rembrandt Harmensz. van Rijn - Schule
Schauspieler mit breitrandigem Hut (Pantalone)
Los 6572
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Schule. Schauspieler mit breitrandigem Hut (Pantalone).
Pinsel in Braun, grau laviert. 8,3 x 6,3 cm. Um 1635-1639.
Motivisch läßt sich unsere Zeichnung mit einer Arbeit Rembrandts in der Hamburger Kunsthalle vergleichen (Inv.Nr. 22417). Die ganzfigurige Zeichnung verkörpert einen Schauspieler in der Rolle des „Pantalone“. Diese Figur repräsentiert in der „Commedia dell’Arte“ den eitlen, aber erfolglosen Liebhaber, der mit dem „Dottore“ und dem „Capitano“ zu der Gruppe der „Vecchi“ (Alten) gehörte. Derartige Stücke wurden in Holland auf Jahrmärkten unter freiem Himmel aufgeführt. Auf die übliche Maske verzichtet Rembrandt, jedoch entspricht die Physiognomie des Schauspielers mit Adlernase und Spitzbart in ihrer karikaturhaften Überzeichnung dem traditionell geprägten Typus. - Der Sammlerstempel des Earl of Dalhousie (Lugt 717a) findet sich auf Zeichnungen, die in zwei Alben aus dem 18. Jahrhundert aufbewahrt wurden. Das eine enthielt Zeichnungen von Rembrandt und seiner Schule, das andere italienische Zeichnungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Diese beiden Alben wurden 1922 von P. und D. Colnaghi & Co., London, erworben. Das erste Album wurde kurze Zeit später an das Haus Paul Cassirer in Berlin veräußert, das die Blätter einzeln verkaufte. Das Album des Earl of Dalhousie enthielt unter den Rembrandt-Schülerarbeiten zur Hälfte Zeichnungen des Nicolaes Maes, unser Blatt liegt stilistisch aber Arbeiten des Ferdinand Bol wesentlich näher.
Provenienz: Earl of Dalhousie, Schottland (Lugt 717a).
Unidentifizierte Sammlung JG (Lugt 1460d).
P. und D. Colnaghi, London 1922.
Paul Cassirer, Berlin 1922.
Ketterer, Stuttgart, 17. Auktion am 19. Mai 1953.
Sammlung Philipp Herrmann, Karlsruhe (Lugt 1352a).
Niederländisch
Mitte 17. Jh. Die Ruine des Tempels der Venus und der Roma (Templum Veneris et Romae) in Rom
Los 6573
Schätzung
600€ (US$ 690)
Mitte 17. Jh. Die Ruine des Tempels der Venus und der Roma (Templum Veneris et Romae) in Rom.
Feder in Schwarz, Pinsel in Braun, braun laviert. 17,9 x 25,8 cm.
Vorliegende Zeichnung dürfte in der zweiten Generation niederländischer und flämischer Italianisanten entstanden sein, zu denen unter anderem Nicolaes Berchem, Jan Both, Jan Baptist Weenix, Adam Pynacker, Jan Asselijn, Karel Dujardin, Herman van Swanevelt und Adriaen van der Kabel gezählt werden.
Niederländisch
17. Jh. Römisches Stadttor, wohl an der Aurelianischen Mauer
Los 6574
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
17. Jh. Römisches Stadttor, wohl an der Aurelianischen Mauer.
Pinsel in Grau, Feder in Braun. 31,5 x 24 cm. Verso alt bezeichnet "aan de Ring Muur / binne Roomen", mit alter Preisangabe "f54", einer Zuschreibung an "Asselyn" sowie weiteren Sammlerannotationen. Wz. Schild (undeutlich).
Provenienz: Sammlung Herzog Moritz von Fries, Wien (Lugt 2903).
Sammlung Friedrich Wilhelm Fink, Wien (Lugt 928).
Sammlung Carl Ritter von Zepharovich, Wien (Lugt 2675).
Dessen Auktion bei C. J. Wawra, Wien, am 7. April 1902, Los 927 (dort als "Jan Asselijn").
Niederländisch
17. Jh. Fischer in einer Ruinenlandschaft
Los 6575
Schätzung
2.400€ (US$ 2,759)
17. Jh. Fischer in einer Ruinenlandschaft.
Pinsel und Feder in Grau, auf einen Sammlerkarton aufgezogen. 19,5 x 25,1 cm. Oben am Rand alt bezeichnet "R [...] Jacob Salomon / S. Ruisdael", auf dem Sammlerkarton unten "Ruisdael N°1", verso mit Feder der Vermerk des Sammlers De La Gardie "Hyllan VIII".
Provenienz: Sammlung Graf Jacob Gustaf de la Gardie (1768-1842), Schloss Löberöd, Schweden (Lugt 2722a).
Privatsammlung Schweden.
Berchem, Nicolaes Pietersz.
Hirtin mit ihrem Vieh an einem Fluss
Los 6576
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Hirtin mit ihrem Vieh an einem Fluss.
Feder in Braun, grau laviert. 14, x 18,1 cm. Oben links signiert "Berghem f.", verso mit alten Federannotationen in französischer Sprache "Je (Rudolf Weigel) aserois ou garantier l'originalité".
Ruhende Nymphen an einer Quelle.
Feder in Schwarz und Grau über weißem Kreidegrund auf Pergament. 28 x 39,5 cm. Unten links signiert "P. Holsteyn fe".
Provenienz: Sammlung Dr. Curt Glaser, Berlin (1879-1943).
Max Perl, Berlin, Auktion 180 am 18. Mai 1933, Los 516 (als "G. Hollsteyn Nymphengruppe").
März 2026 gütliche Einigung über die Restitution durch den letzten Eigentümer mit der Erbengemeinschaft von Dr. Curt Glaser.
Dyck, Anthony van - Werkstatt
Bildnis Hendrick van Balen
Los 6578
Schätzung
3.500€ (US$ 4,023)
Werkstatt. Bildnis Hendrick van Balen.
Schwarze Kreide. 32,3 x 21,4 cm. Wz. Fünfzackige Schellenkappe (vgl. E. Hinterding, Watermarks in Rembrandt's Etchings: A-H, 1630er-1650er Jahre).
Das Blatt ist eine zeitgenössische Wiederholung nach van Dycks Vorzeichnung für den von Paulus Pontius ausgeführten Kupferstich aus der Serie "Icones Principum Virorum" (Hollstein 554). Van Dycks Vorlage befindet sich heute im Getty Museum in Los Angeles (Inv. 84.GB.92) und wird auf ca. 1627-1632 datiert. Für eine zeitnahe Entstehung unseres Blattes sprechen sowohl die Versiertheit bei der Wiedergabe von van Dycks zeichnerischem Idiom als auch das Wasserzeichen aus den 1630er bis 1650er Jahren. Der Künstler dürfte direkten Zugang zum Vorlagenmaterial van Dycks gehabt haben, in dessen Werkstatt, wie schon bei Rubens, das Kopieren gängige Praxis war.
Flämisch
Anfang 17. Jh. Christus segnet die Kinder (Lasset die Kindlein zu mir kommen)
Los 6579
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Anfang 17. Jh. Christus segnet die Kinder (Lasset die Kindlein zu mir kommen).
Feder in Braun, braun und grau laviert, weiß gehöht. 19,9 x 31,5 cm. Unten rechts monogrammiert (ligiert) und datiert "MD d. [16]08".
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
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