Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Eine stehende Dame (Demoiselle Quantin)
Los 6500
Schätzung
750€ (US$ 862)
Eine stehende Dame (Demoiselle Quantin). Radierung auf Bütten. 18 x 14 cm. 1758. Engelmann 5. Wz. Bekröntes Wappen (Fragment).
Das vorliegende charmante Blatt entstammt Chodowieckis allerersten Anfängen als Radierer und zeigt Mademoiselle Quantin, eine Hausfreundin der Familie, die mehrfach in Chodowieckis Darstellungen zu sehen ist, vgl. auch Los 6501. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit Rand. Geringfügig angestaubt und fleckig, kleine Bleistiftbezeichnung unten rechts, verso umlaufend Montierungsreste, sonst in sehr guter Erhaltung.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Porträt der Demoiselle Quantin, sitzend
Los 6501
Schätzung
600€ (US$ 690)
Porträt der Demoiselle Quantin, sitzend.
Bleistift auf Bütten. 10,9 x 9,2 cm.
Provenienz: Galerie Bassenge, Berlin, Auktion 68, 2005, Los 5563.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Eine Gesellschaft von sechs Damen mit dem Künstler in einem Zimmer
Los 6502
Schätzung
600€ (US$ 690)
Eine Gesellschaft von sechs Damen mit dem Künstler in einem Zimmer.
Radierung mit Aquatinta auf festem Bütten. 11,4 x 16 cm. 1758. Engelmann 14 II.
Der junge Künstler zeichnend in häuslichem Gewand mit Pantoffeln und heruntergerutschten Strümpfen, links seine Ehefrau Jeanne stehend neben einem Pult. Ausgezeichneter, minimal grauer Druck mit Rand, dieser links und rechts voll. Schwacher Lichtrand, kleiner Ausriss in der Ecke oben rechts, sonst in sehr guter Erhaltung.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Cabinet d'un peintre - Das Familienblatt des Künstlers
Los 6503
Schätzung
600€ (US$ 690)
Cabinet d'un peintre - Das Familienblatt des Künstlers.
Radierung auf Bütten. 17,9 x 22,8 cm. 1771. Engelmann 75 II.
Chodowieckis erzählerisches Familienbildnis zählt zu den bekanntesten Umsetzungen dieser Bildgattung. Der Künstler stellt sich selbst an einer Miniatur arbeitend in seiner Berliner Wohnstube dar, seine Frau und fünf Kinder sind in trauter Runde um einen Tisch versammelt. Das Blatt widmet Chodowiecki seiner Mutter, die in Danzig wohnte und weder ihre Schwiegertocher noch Enkel je gesehen hatte und auch ihren Sohn lange Jahre vermissen musste. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rändchen. Schwach angestaubt und stockfleckig, die Eckenspitze unten links wieder angefügt, die linke Außenkante minimal dünn, sonst in sehr guter Erhaltung.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Ein Mädchen sitzt an einem Tisch und betrachtet ein großes Buch, ein kleiner Junge zeichnet
Los 6504
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Ein Mädchen sitzt an einem Tisch und betrachtet ein großes Buch, ein kleiner Junge zeichnet.
Rötel im Abklatsch, auf Bütten. 21 x 18,3 cm. Verso wohl von fremder Hand bezeichnet "Chodowiecki". Um 1771.
Die Zeichnung dürfte als vorbereitende Studie zu der Radierung Cabinet d'un peintre vom Jahre 1771 entstanden sein (Engelmann 75, vgl. Los 6503). Das Mädchen, bei dem es sich wahrscheinlich um die Tochter Jeanette oder Susanna handelt, sitzt auf dem gleichen Stuhl auf dem in der Radierung ihr jüngerer Bruder Henri Platz gefunden hat. Bei dem Vorgang des Umdrucks wurde das angefeuchtete Papier mit einem Zeitungsbogen der "Berlinischen Nachrichten" hinterlegt, dessen leichter Abklatsch sich nun auf der Rückseite markiert.
Provenienz: Galerie Bassenge, Auktion 59, 1997, Los 5476.
Bildnis des Künstlers Daniel Nikolaus Chodowiecki am Tisch vor Zeichenblock und Zeichenstift, in der Hand ein Augenglas.
Öl auf Leinwand, auf Platte maroufliert. 80,5 x 66 cm. Unten rechts signiert " S. Henri geb. Chodo[...]". Um 1800.
Das vorliegende Portrait von der Hand Suzette Henrys, der zweitältesten Tochter Daniel Nikolaus Chodowieckis wurde erst kürzlich im Kunsthandel wiederentdeckt. Sowohl die Identität des Dargestellten als auch die Autorschaft waren verloren gegangen. Eine fachmännische Reinigung der Bildoberfläche brachte die Signatur zum Vorschein, die eine eindeutige Zuschreibung an die Künstlerin möglich machte.
Susanne Chodowiecka, genannt Suzette, verheiratete Henry, war ohne Zweifel die treueste Nachfolgerin ihres Vaters. Wie er schuf sie Folgen von moralisierenden Sittenbildern des bürgerlichen Lebens. Die Themen ‚Ehe‘ und ‚Erziehung‘ etwa, denen sie sich eingehend widmete, stammten aus dem Motivrepertoire des Vaters. Dieser hatte auch die Erzähllogik der Kontrastierung von Tugend und Laster in berühmt gewordenen Bilderserien vorgemacht.
Wie Daniel Chodowiecki ein hervorragender Porträtist war, was neben seinen Darstellungen des Lebens, Denkens und Fühlens der bürgerlichen Gesellschaft seiner Zeit sowie seinen zeitgeschichtlichen Bildern vielleicht nicht hinreichend beachtet wird, so leistete auch Suzette in diesem Fach höchst Respektables. Ihre Lehrer waren die denkbar besten: Nach der ersten Ausbildung durch den Vater wurde sie Schülerin von Johann Christoph Frisch, dem seinerzeit führenden Porträtisten Berlins, und schließlich von Anton Graff in Dresden, dem überragenden Bildnismaler in den deutschen Landen, mit dem der Vater eng befreundet war.
Auch nach ihrer Heirat mit dem hugenottischen Prediger und späteren Aufseher des Berliner Antiken- und Münzkabinetts Jean Henry setzte die Malerin ihre künstlerische Tätigkeit ungebrochen fort. Worin sie über ihren Vater hinausging, das war das Format. Chodowiecki ist der eminente Meister des kleinen Formats. Suzette dagegen schloss an den Standard der Porträtmalerei an und malte lebensgroß, wählte nicht selten den Ausschnitt weiter als das bloße Brustbild, bemalte für Familienbilder auch große Leinwände.
Ihren Vater hat Suzette Henry in dem vorliegenden Gemälde sowie in einem weiteren, wohl etwas früher entstandenem Porträt in der Sammlung des Berlin Museums in Halbfigur gemalt.
In Anbetracht des Ansehens Chodowieckis - Akademiedirektor, gefragter Stecher und seinerzeit wohlmeistgesammelter Druckgrafiker in Deutschland - in Anbetracht auch des regen Freundschaftslebens des Künstlers ist die Zahl der Porträtgemälde seiner Person bemerkenswert gering. Außer den beiden Bildnissen von der Hand der Tochter existierte ein Bildnis von Frisch, von dem eine Ausschnittkopie im Freundschaftstempel des Gleimhauses Halberstadt aufbewahrt wird, und ansonsten lediglich das hochstehende Bildnis von der Hand Graffs, das gemeinsam mit dem Porträt von Chodowieckis Gemahlin in mehreren Exemplaren erhalten ist.
Der Künstler sitzt in einem grauen Rock mit auffälligem Schulterkragen über einem Blatt Papier am Tisch. Das Gesicht ist aus der Profilstellung des Körpers dem Betrachter zugewendet, die Miene regsam, die Lippen nuanciert im Reden begriffen. Der Umfang von Chodowieckis Werk wird vielfach bestaunt. Ein früher Biograf des Künstlers berichtet, dass der Künstler während der vielen Besuche, die er empfing, seine Arbeit nicht unterbrach und doch gleichzeitig seine Aufmerksamkeit dem Besuch zuwenden und sich lebhaft unterhalten konnte. Eben dieses Moment scheint das vorliegende Altersporträt durch die betonte Wendung des Gesichts zu veranschaulichen. Hierin steht es dem im Januar 1800 entstandenen Meisterwerk Graffs nahe.
Als Arbeitsgeräte des Künstlers und zugleich Attribute des Künstlerporträts hat Chodowiecki Zeichenstift und Augenglas bei sich. So ist das Gemälde auch ikonografisch als Künstlerporträt anzusprechen, ebenso wie das andere Vaterbildnis von der Hand der Malerin. Jenes zeigt den Meister zurückgelehnt auf einem Stuhl sitzend, den Blick aus schweren Lidern auf den Betrachter, eine Hand auf einer Folio-Mappe lastend, die er auf dem Bein hält. In Gravität steht ihm das vorliegende Bildnis nach, an heiterer Zugewandtheit hat dieses ihm dagegen viel voraus. Vielleicht ist es das späteste der Gemäldeporträts des Künstlers.
Dr. Reimar Lacher
Literatur: Reimar F. Lacher: Sitten, Satire, Aufklärung. Kalenderkupfer von Daniel Chodowiecki. Göttingen, 2026, S. 19, Nr. I.1, mit Abb.
Lippert und Zingg.
Radierung auf Velin. 19,9 x 14,1 cm. 1798. Engelmann 882 A (von B IV).
Am 3. November 1773 besucht Chodowiecki gemeinsam mit Adrian Zingg die Wohnung des Antiquars Philipp Daniel Lippert in Dresden. Das Zusammentreffen dokumentierte Chodowiecki in einer humorvollen Zeichnung, doch entstand die Radierung erst 25 Jahre später. Anlass hierfür war vermutlich eine neuerliche Reise nach Dresden im Jahre 1798. Lippert, von dem es heißt, er habe schlecht gehört, hält sich die Hand an das Ohr, Zingg scheint ihm etwas zu erläutern. Ähnlich wie in seiner Radierung Cabinet d'un peintre von 1772 (vgl. Los 6503) zeigt sich Chodowiecki hier rechts in der hinteren Ecke als Beobachter der Szene. Vorliegender Abzug stammt von der ersten kleineren, unvollendeten und verätzten Platte, die später verworfenen wurde. Chodowiecki gab diesen ersten Radierversuch auf, da ihn vermutlich die Zeichnung und Probleme im Ätzprozess nicht überzeugten. Abzüge dieser frühen, verworfenen Fassung sind extrem selten.
Ganz ausgezeichneter Druck mit den für diese Platte charakteristischen kleinen Ätzfehlern, mit Rand um die gratige Plattenkante. Minimal fleckig, blass lichtrandig, geglättete Mittelfalte, diese mit zarten Faserspuren und links wohl ausgebessert, zarte Quetschfältchen im weißen Rand links, Klebe- und Montierungsreste verso, sonst in sehr guter Erhaltung.
Bildnis Daniel Chodowiecki im Profil. Lithographie nach Jakob Rieter. 26,7 x 21 cm. (1804). Hirsch (Nachtrag zu Engelmann) 30, Dussler 3, Winkler 416, 4, Ausst. Kat. "Senefelder", Offenbach 1971, Nr. 118.
Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand, dieser rechts und links schmal. Vereinzelte Flecken vornehmlich im Rand, ein kaum merklicher Lichtrand, minimale Knitterspuren, eine Federnummerierung in der Ecke oben rechts, sonst in schöner Erhaltung. Beigegeben fünf weitere Porträts Chodowieckis von Meno Haas, Friedrich Christian Geyser, Maximilian Franck und Johann Samuel Ludwig Halle.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Herr im Ausgehrock, sitzend, die Hände auf einen Stock gestützt
Los 6508
Schätzung
800€ (US$ 920)
Herr im Ausgehrock, sitzend, die Hände auf einen Stock gestützt.
Rötel auf Bütten. 20 x 12,5 cm. Um 1776.
Die Studie bereitet die Figur des Onkels vor, der seinen Neffen und Nichten Rätsel aufgibt, in dem Titelkupfer "Kinderspiele und Gespräche" von Johann Gottlob Schummel, I. Teil, Leipzig 1778 (Engelmann 174). Weitere Zeichnungen zu demselben Stich ehemals in der Sammlung Stechow wurden bei C.G. Boerner (C.G. Boerner, Leipzig, Auktion 128, 1919, Lose 116-119) angeboten.
Provenienz: Sammlung Eugenie Rosenberger, Kösen.
Sammlung Edith und Georg Tietz, Berlin.
Sammlung Carl Heumann, Chemnitz (Lugt 2841a).
Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Literatur: Wolfgang von Oettingen: Daniel Chodowiecki, Berlin 1895, Abb. S. 195.
Ketterer, Stuttgart, Auktion 29, 1957, Los 30 mit Abb. Taf. 4.
Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten, 1760-1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W. B., Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, 1967, Nr. 10.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Ein Herr nach rechts gewandt, einen anderen umarmend begrüßend
Los 6509
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Ein Herr nach rechts gewandt, einen anderen umarmend begrüßend (Figurenstudie).
Rötel und Bleistift auf Bütten. 30,7 x 18,5 cm. Wz. Bekröntes Wappen mit Kreuz (vgl. Heawood 454 ff.).
Beigegeben von Chodowiecki ein beidseitig bezeichnetes Blatt "Herr im Langen Gehrock von vorne und hinten" (Bleistift. 16,3 x 9,2 cm) aus der Nachlassauktion bei F. A. C. Prestel, Frankfurt a. M., "Handzeichnungen von Daniel Chodowiecki, Peter von Cornelius ... aus den Nachlässen dieser Künstler" am 29. Mai 1925, Los 73 (Lugt 445b, Stempel auf dem Untersatz).
Provenienz:
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Die Frau füttert das Federvieh, während der Prediger C. H. Schultze in Döbritz die Bäume schneidet
Los 6510
Schätzung
600€ (US$ 690)
Die Frau füttert das Federvieh, während der Prediger C. H. Schultze in Döbritz die Bäume schneidet.
Feder in Grau, grau laviert auf Bütten. 8 x 5,4 cm. Unten signiert "D. Chodowiecki del". Um 1796.
Vorzeichnung zum "Kalender der Musen und Grazien für das Jahr 1797" mit Gedichten von Friedrich Wilhelm August Schmidt (genannt Schmidt von Werneuchen), eine Dichtung "An Herrn Prediger C. H. Schultze, / in Döbritz" illustrierend. Die nach der Zeichnung angefertigte Radierung von Geyser (Engelmann, Nachtrag, S. 86, Geyser Nr. 71) ist beigegeben. Weiterhin beigegeben von Chodowiecki eine lavierte Federzeichnung "Vater mit seinen Kindern am Ententeich", wahrscheinlich ein Illustrationsentwurf (Feder in Grau, grau laviert, verso zur Übertragung geschwärzt, auf Velin. 6,9 x 7,5 cm).
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Fachwerkhaus am Wegrain mit Gartentor und Plankenzaun
Los 6511
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Fachwerkhaus am Wegrain mit Gartentor und Plankenzaun.
Bleistift auf Bütten, alt montiert. 11 x 17,9 cm. Auf der Montierung mit Feder bezeichnet "D. Chodowiecki fec.". Wz. Schrift (Fragment).
Im Vergleich mit der 1759 datierten Zeichnung eines Bauernhauses (Kat. Veste Coburg, Kunstsammlungen, Nr. 1 mit Abb.) könnte unser Blatt ebenso früh, um 1750, entstanden sein.
Provenienz: Sammlung Adalbert Freiherr von Lanna, Prag (Lugt 2773).
Dessen Auktion bei H. G. Gutekunst, Stuttgart, am 6.-11. Mai, Los 186.
Sammlung Wilhelm Koenig, Wien (Lugt 2653b).
Dessen Auktion bei Paul Graupe, Berlin, am 13.-14. Januar 1925, Los 97.
Galerie Bassenge, Berlin, Auktion 61, 1996, Los 5437.
In der Schmiede.
Feder in Schwarz, grau laviert, auf Bütten. 8,3 x 11,1 cm. Um 1770.
Vorzeichnung zu der Illustration auf Taf. XX im Johann Bernhard Basedow'schen Elementarwerk, das ab 1770 in Leipzig erschien.
Provenienz: F. A. C. Prestel, Frankfurt a. M., Die Originalzeichnungen des Daniel Chodowiecki zu Basewdows Elementarwerk aus dem Archive des Urverlags, Auktion am 9. Oktober 1916, Los 17.
"Ich hasse dich" (Die Zurückweisung).
Pinsel und Feder in graubraun, Bleistift, Spuren von Deckweiß, auf Bütten, punktuell montiert. 14,4 x 8,9 cm. Im unteren Rand eigenhändig bezeichnet, im oberen nummeriert und paginiert. Um 1780.
Sorgfältig getuschte Vorzeichnung zu einer Illustration für Salzmanns "Moralisches Elementarbuch", ein bedeutendes Lehrbuch aus dem Bereich der philantropischen Pädagogik nach dem Vorbild von Basedows "Elementarwerk" (vgl. Los 6512). Das Buch diente der Unterweisung im ersten Religionsunterricht, wobei Chodowieckis Kupfer entschieden zu dessen Erfolg beitrugen. Das vorliegende Blatt illustriert das Streitgespräch zwischen zwei Brüdern, dem ein Missverständnis zugrunde liegt. Es stammt aus einer Sammlung von 67 Zeichnungen Chodowieckis zum Elementarbuch, die 1921 bei Prestel in Frankfurt versteigert wurden.
Provenienz: F. A. C. Prestel, Frankfurt a. M., Auktion am 18.-19. November 1921, Los 270.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Le Cervelle d'un peintre - Das Gehirn eines Künstlers
Los 6514
Schätzung
450€ (US$ 517)
Le Cervelle d'un peintre - Das Gehirn eines Künstlers.
Radierung auf Bütten. 4,5 x 8,5 cm. 1792. Engelmann 696 II.
Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand um die distinkt zeichnende Facette. Kaum merklich stockfleckig, kleine Montierungsreste verso, sonst in schöner Erhaltung.
Die Enthusiasten.
Radierung auf Bütten. 6,6 x 5,6 cm. (1794). Engelmann 734 I (von II).
Künstler und Handwerker bringen dem Altar der Grazien ein Opfer dar. Chodowiecki berichtet Anton Graff von dieser kleinen Invention in einem Brief aus dem Jahr 1794. Ganz ausgezeichneter Druck vor den eingedruckten Grazien aus der Vignette Engelmann 199, mit Rändchen, unten schmalem Rand. Ein Fleck im Rand unten links, Klebe- und Montierungsreste verso, sonst in sehr guter Erhaltung.
Provenienz: Aus den bedeutenden Chodowiecki-Sammlungen von M. Stechow (dieser Stempel nicht bei Lugt) und Ernst Behre (Lugt 2807a).
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Titel-Kupfer zu den Herbies moreaux par Mad. de Genlis (Apollo in Phrygien)
Los 6516
Schätzung
450€ (US$ 517)
Titel-Kupfer zu den Herbies moreaux par Mad. de Genlis (Apollo in Phrygien).
Radierung auf Velin. 19,7 x 15,4 cm. (1798). Engelmann 885 Ia (von II). Wz. Nebenmarke Buchstaben IMP.
Ganz ausgezeichneter, feinzeichnender Frühdruck vor aller Schrift und mit den Einfällen, rechts vor dem Wort "Xantus" unten der Remarque mit dem Philosophen. Mit schmalem Rand bzw. Rändchen um die gratig und scharf zeichnende Plattenkante. Minimale Gebrauchsspuren und Fleckchen, Spuren von Bleistiftannotationen im weißen Rand unten, Klebe- und Montierungsrückstände verso am Oberrand, sonst schön erhaltenes Exemplar. Dieser Zustandsdruck selten.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Zwölf Blätter zur Geschichte der Menschheit nach ihren Kulturverhältnissen
Los 6517
Schätzung
600€ (US$ 690)
Zwölf Blätter zur Geschichte der Menschheit nach ihren Kulturverhältnissen.
Radierung mit 12 Darstellungen auf Bütten. Je ca. 9 x 5,1 cm (Darstellungen); 21,9 x 40 cm (Plattenrand). (1783). Engelmann 517 I (von II). Wz. Schrift.
Die Darstellungen dienten als Illustration für einen teleologischen Exkurs zur kulturhistorischen Entwicklung der Menschheit in zwölf Stufen im Gothaischen Almanach für das Jahr 1784. Ganz im Geiste der Aufklärung bewegt sich die Menschheit geradlinig und zweckgerichtet von einem rohen Naturzustand hin zu moralischer Vervollkommnung, Vernunft und Hochkultur. Mahnend wird in den letzten beiden Stufen jedoch auch der Verfall veranschaulicht. Die vollständige Serie in einem ganz ausgezeichneten, nuancierten Frühdruck vor aller Schrift auf dem unzerschnittenen Bogen. Mit Rändchen um die Facette. Minimimal angestaubt und fleckig, isolierte Quetschfältchen in den Rändern, eine diagonale Knickfalte unten rechts, die Ecke oben links montierungsbedingt mit leichter Falte, sonst in schöner und wunderbar originaler Erhaltung.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Wallenstein Herzog von Friedland vor Stralsund
Los 6518
Schätzung
800€ (US$ 920)
Wallenstein Herzog von Friedland vor Stralsund.
Schwarze Feder, Pinsel in Grau, Spuren von Weißhöhung, auf Velin. 9 x 5,4 cm. Unten rechts signiert "D: Chodowiecki". Um 1791.
Vorlage für eine von Friedrich Christian Geyser gestochene Taschenkalender-Illustration zur "Geschichte des dreißigjährigen Kriegs" in dem von Friedrich Schiller herausgegebenen "Historischer Kalender für Damen für das Jahr 1791". Beigegeben von Chodowiecki zwei weitere Vorlagen mit Szenen aus dem Leben Heinrichs VIII. "Krönung der Anna Boleyn" und "Thomas Morus auf dem Blutgerüste" für zwei Monatskupfer (Februar und März) im Gothaischen Kalender für das Jahr 1797 (je Feder in Schwarzgrau über Bleistift, gegriffelt und verso geschwärzt, auf Bütten. Je ca. 8,5 x 5 cm. Unten bezeichnet "Anna Boleyn Gemahlin Heinrich VIII wird gekrönt" bzw. "Thomas Morus betet auf dem Blutgerüste").
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Clarisse wendet sich von dem ihr widerlichen Verehrer Solmes ab31
Los 6519
Schätzung
800€ (US$ 920)
Clarisse wendet sich von dem ihr widerlichen Verehrer Solmes ab.
Feder in Grau und Rotbraun, Graphit, auf festem Bütten. 13, 8 x 8 cm. Um 1784.
Vorzeichnung zu Tafel 2 der französischen Ausgabe des Romans "Clarisse Harlowe" von Samuel Richardson, 1784/85 erschienen. Die entsprechende Radierung von Chodowiecki (Engelmann 522) ist beigeben. Für eine Vorzeichnung zu Tafel 14 vgl. Los 6520.
Provenienz: Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Clarisse droht, sich zu erstechen
Los 6520
Schätzung
800€ (US$ 920)
Clarisse droht, sich zu erstechen.
Feder in Rotbraun, Graphit, auf festem Bütten. 13,1 x 7,9 cm. Um 1784.
Fein ausgeführte Vorzeichnung zu Tafel 14 (Engelmann 556) der französischen Ausgabe des Romans "Clarisse Harlowe" von Samuel Richardson. Für eine Vorzeichnung zu Tafel 2 vgl. Los 6519. Chodowiecki illustrierte die Erzählung abermals für die deutsche Ausgabe 1795 und wiederholte hierfür leicht abweichend die vorliegende Komposition. Die Radierung dieser zweiten Version von 1795 ist beigegeben (Engelmann 812).
Provenienz: Sammlung Johann Gottlob von Quandt, Leipzig/Dresden (Lugt 4974).
Sammlung Eduard Cichorius, Leipzig/Dresden.
Dessen Auktion bei C. G. Boerner, Leipzig, am 5.-6. Mai 1908, Los 270 (mit Abb.).
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Elegante Gesellschaft mit zwei Damen und zwei Herren an einem Fenster
Los 6521
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Elegante Gesellschaft mit zwei Damen und zwei Herren am Fenster.
Feder in Grau, grau laviert, Spuren von Weißhöhung, auf Bütten. 11,1 x 9,5 cm. Unten rechts signiert "D. Chodowiecki d.", sowie in brauner Feder wohl eigenh. bez. "Meine Le...". Um 1760.
Die Zeichnung mit der Darstellung in ein Gespräch vertiefter Damen und Herren vor einem Fenster, ist womöglich als Kompositionsentwurf für ein Gemälde entstanden, vergleichbar mit motivisch ähnlichen Bildern, wie der "Familienunterhaltung" oder dem "Hauskonzert", welche zum Ende der 1750er Jahre entstanden sind (vgl. Willi Geismeier: Daniel Chodowiecki, Leipzig 1993, S. 34f).
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Drei Almanach-Illustrationen mit Damen und Kavalieren in Interieurs
Los 6522
Schätzung
800€ (US$ 920)
Drei Almanach-Illustrationen mit Damen und Kavalieren in Interieurs.
3 Zeichnungen, je Feder und Pinsel in Grau oder Schwarz, grau bzw. graubraun laviert, jeweils gegriffelt, auf Bütten. 7,7 x 5,5 cm; 7,7 x 5,2 cm; 8,2 x 5,2 cm. Ein Blatt unten eigenhändig bezeichnet "Nun? ist dieses Capital nicht ansehnlich genug?".
Das bezeichnete Blatt mit den beiden Damen und dem Herren, die ein Kästchen Schmuck beschauen, ist die Vorlage zu der von Daniel Berger gestochenen Illustration zur Erzählung "Scenen aus der Familie Ehrenberg. Amalie Trunemann", erschienen im Frauenzimmer-Almanach aus dem Jahr 1793 (S. 295).
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
"Er kommt wieder nicht" (Wartende junge Frau, an einen Baum gelehnt)
Los 6523
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
"Er kommt wieder nicht" (Wartende junge Frau, an einen Baum gelehnt).
Rötel auf Bütten. 20,2 x 17,2 cm. Oben links eigenhändig bezeichnet. Wz. Schrift (Fragment).
Provenienz: K. A. Stauff & Cie, Köln, Auktion am 25.-27. Mai 1916, Los 1226.
Privatsammlung Hamburg.
Galerie Bassenge, Berlin, Auktion 61, 1996, Los 5433.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Titelvignette und Titelkupfer zu Unger's Julchen Grünthal
Los 6524
Schätzung
350€ (US$ 402)
Titelvignette und Titelkupfer zu Unger's Julchen Grünthal.
Radierung auf Velin. 15,6 x 20,8 cm. (1797). Engelmann 853 und 854, je I a (von II). Wz. Nebenmarke (undeutlich).
Die zwei Darstellungen von der unzerschnittenen Platte noch mit den charmanten Remarquen. Ganz ausgezeichneter Druck mit sehr schmalem Rand um die markante Facette. Geringfügig angestaubt, drei Ecken montierungsbedingt knitterspurig, punktuell winzige Löchlein rechts, Bleistiftnummerierungen, sonst in schöner Erhaltung. Beigegeben von Chodowiecki zwei Darstellungen von der ebenfalls unzerschnittenen Platte zu "Lang's Taschenbuch für 1799" (Engelmann 897 und 898, je Ia/II).
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Die Quelle der Bekanntschaft: Klärchen und Karl in der Stube
Los 6525
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Die Quelle der Bekanntschaft: Klärchen und Karl in der Stube.
Schwarzer Stift, Feder in Braun und Rot, Rötel, auf Bütten. 12,2 x 7,8 cm. Um 1782.
Entwurf für das Almanachblatt mit der fünften Illustration zu Philippine Engelhard's Gedichten (Engelmann 420). Dargestellt ist Klärchen, wie sie die Jacke ihres zukünftigen Ehemanns trocknet, nachdem sie ihn zuvor unvorsichtigerweise beim Blumengießen am Fenster mit Wasser begossen hatte. Beigegeben von Chodowiecki die Vorzeichnung für eine eigenhändig radierte Tafel (Engelmann 911) im "Taschenbuch für Frauenzimmer" für das Jahr 1800, eine Dichtung von Christian Ludwig Neuffer illustrierend (Feder in Braun und Rot, auf Bütten. 9,2 x 6,5 cm).
Provenienz: Amsler & Ruthardt, Berlin, Auktion am 28.-29. Oktober 1924, Los 63 mit Abb. auf Taf. 10.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Mann im Hausmantel und Pantoffeln in Rückenansicht
Los 6526
Schätzung
800€ (US$ 920)
Mann im Hausmantel und Pantoffeln in Rückenansicht.
Rötel und vereinzelte Weißhöhungen auf hellbraunem Bütten. 18,3 x 7,4 cm. Unten rechts mit der Nummer "24" in brauner Feder.
Provenienz: Kunsthandlung C.G. Boerner, Düsseldorf.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus - nach
Die vier Temperamente vor dem Gemälde "Der Abschied des Jean Calas"
Los 6527
Schätzung
400€ (US$ 460)
nach. Die vier Temperamente vor dem Gemälde "Der Abschied des Jean Calas".
Radierung mit Grabstichel von Christian von Mechel. 13,6 x 15,5 cm. (1796). Nicht bei Hirsch (Nachtrag zu Engelmann, Kopien), Bauer N24.
Durch die europaweite Verbreitung der Bildfindung "Der Abschied des Jean Calas" (vgl. Los 6528) wurde auch Johann Caspar Lavater auf Chodowiecki aufmerksam und bat ihn um Mitarbeit an der Illustration seiner Physiognomischen Fragmente. In diesem Zusammenhang schickte ihm der Künstler 1774 eine Zeichnung zu, die die vier Temperamente (Sanguiniker, Choleriker, Melancholiker und Phlegmatiker) in Gestalt von Männern bei der Betrachtung des Gemäldes zeigt. Unsere druckgraphische Umsetzung besorgte 1776 der Schweizer Kupferstecher Christian von Mechel, der eng mit Lavater zusammenarbeitete. Zwei Jahre später radierte Johann Heinrich Lips nach derselben Vorlage ein Titelkupfer für die Fragmente.
Ganz ausgezeichneter Probedruck vor der Schrift mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante. Minimal angeschmutzt, die Eckenspitzen knickfaltig, die untere linke ausgedünnt, der Titel unten in Bleistift notiert, sonst in sehr guter Erhaltung. Selten.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Studien zum Kerkermeister für "Der Abschied des Jean Calas von seiner Familie".
Los 6528
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Studien zum Kerkermeister für "Der Abschied des Jean Calas von seiner Familie".
Schwarze Kreide, mit Spuren von Weißhöhung, auf grauem Bütten. 16,5 x 19,2 cm. Eigenhändig bezeichnet und datiert (über unvollständig gelöschter anderslautender Bezeichnung) "Studium zum Schließer 1767".
Seinen künstlerischen Durchbruch verdankt Chodowiecki dem 1767 entstandenen Gemälde „Der Abschied des Jean Calas“ und den zwei darauf basierenden Radierungen (Engelmann 48). Das Werk nimmt Bezug auf die Geschichte des protestantischen Tuchhändlers Jean Calas, der 1762 in Toulouse aus Gründen religiöser Intoleranz zu Unrecht des Mordes an seinem Sohn beschuldigt und grausam hingerichtet wurde. Dieser Justizmord bewegte die Gemüter in ganz Europa ungemein. Chodowiecki traf demnach mit der emotional aufgeladenen Darstellung des Abschiedes der Familie Calas im Gefängnis kurz vor der Vollstreckung des Urteils den Nerv der Zeit. Hier vorliegend ein Blatt mit Ganzfigur- und Detailstudien zur Figur des Kerkermeisters, der im Bild rechts das Schloss am Fuße des Calas schließt.
Provenienz: Sammlung Eugenie Rosenberger, Kösen.
Sammlung M. Stechow, Berlin.
Ihre Auktion bei C. G. Boerner, Leipzig, am 10.-13. November 1919, unter Los 89.
Amsler & Ruthardt, Berlin, Auktion am 28.-29. Oktober 1924, Los 54.
Galerie Bassenge, Berlin, Auktion 62, 1996, Los 5552.
Literatur: Ludwig Kaemmerer: Chodowiecki, Bd. XXI, Bielefeld/Leipzig 1897, S. 99, Abb. 153.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Zwei männliche sitzende Akte
Los 6529
Schätzung
750€ (US$ 862)
Zwei männliche sitzende Akte.
Rötel, auf Bütten. 18,8 x 22,9 cm. Signiert und datiert sowie eigenh. bezeichnet "den 18 9bre 1798" und "den 25 9bre 1798" sowie "vidi 15ten Xten".
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.
F. A. C. Prestel, Frankfurt a. M., Auktion "Handzeichnungen von Daniel Chodowiecki, Peter von Cornelius ... aus den Nachlässen dieser Künstler" am 29. Mai 1925, Los 133 (Lugt 445b).
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
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