"Stilleben"
Rohrfeder in Schwarz, Aquarell und Deckweiß auf festem Velinkarton. 1940.
46,5 x 41,3 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz monogrammiert "H.H" und mit Bleistift datiert, verso oben links mit Bleistift signiert "Höch" und unten rechts datiert, betitelt und mit Maßangaben.
In freier, zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion oszillierender Formensprache entfaltet Höch ein farbintensives Stilleben. Im Zentrum der dicht verwobenen Komposition stehen eine Blumenvase und eine stilisierte weiße Taube, die mit dem restlichen Umraum aus Blüten- und Pflanzenformen zu einem vibrierenden Gefüge von Farbflächen und linearen Kürzeln aus leuchtend weißen Pinselstrichen verschmelzen. Die räumliche Ordnung ist aufgelöst, und mit sicherem Gespür für das Wechselspiel aus Linie und Fläche führt Höch das traditionelle Stilleben in eine eigentümliche, poetisch-abstrahierende Bildwelt. Mit dem Umzug in ihr Haus in Heiligensee 1939, kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, verabschiedete sich die Künstlerin in die innere Emigration und die Abgeschiedenheit abseits der Großstadt, wo sie ein weitestgehend unauffälliges Leben führte. Mittelpunkt und nicht versiegende Inspirationsquelle wurde der blumenreiche Garten, der fortan zum Ausgangspunkt für zahlreiche auch fröhlich anmutende Blumenbilder und Stilleben im vielfältigen, stilpluralistischen Œuvre der Künstlerin wurde. Das Werk ist durch eine von Höch zu Lebzeiten entstandenen Werkfotografie im Archiv der Berlinischen Galerie dokumentiert. Wir danken Dr. Ralf Burmeister, Berlinische Galerie, für freundliche Hinweise vom 06.10.2026.
Provenienz: Ehemals Sammlung Dr. Maria Magdalena Klesse, Heiligensee (Ärztin und Nachbarin von Hannah Höch)
Seitdem in Familienbesitz
"Rose"
Collage. Farboffset, collagiert, auf Karton. 1969.
35,5 x 28 cm.
Unten rechts Reste einer Datierung, verso mit Bleistift signiert "H. Höch", datiert und betitelt sowie mit dem runden Stempel "Hannah Höch Nachlass / Sammlung König-Höch".
Mit Schere und Klebstoff ausgestattet, zerlegt Hannah Höch, eine der Pionierinnen der modernen Collage, einen kleinen Ausschnitt ihrer Welt mechanisch und visuell in Fragmente, um diese anschließend neu zusammenzufügen und damit neue Seherlebnisse zu ermöglichen. Mit ironischer Brechung kombiniert sie die makellose Schönheit der taufrischen Rosenblüte mit Pflastersteinen und Stahlgittern. Dieses surreale Element ist ein bestimmender Faktor der Komposition, die die individuelle Interpretation dem Betrachter überlässt. Die zusammengehörigen Elemente muss das Auge zunächst ausfindig machen und enträtseln. So entsteht in diesem wunderbaren Werk ein Spiel mit der visuellen Wahrnehmung und der Assoziation. Hannah Höch, eine der bedeutendsten deutschen Avantgardekünstlerinnen und Hauptvertreterin der Dada-Bewegung, experimentierte in ihrer Kunst mit verschiedenen Materialien und Techniken, aber ihre bekanntesten Werke sind ihre Collagen. Ausgebildet bei Emil Orlik in der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin, zeichnete sie Stoff- und Tapetenmusterentwürfe für die Handarbeitsredaktion des Ullstein-Verlags und verfasste Texte für die Zeitschriften des Verlags, in denen sie später häufig Motive für ihre Collagen und Fotomontagen fand.
Provenienz: Privatbesitz Österreich
Heiliger, Bernhard
Ohne Titel (Figur vor dunklem Spiegel)
Los 7182
Schätzung
300€ (US$ 345)
Ohne Titel (Figur vor dunklem Spiegel)
Bleistift, Aquarell und Pinsel in Schwarz auf Maschinenpapier. 1949.
20,5 x 12 cm.
Unten mittig mit Bleistift signiert "B HEILIGER" und datiert.
Die Zeichnung verbindet auf charakteristische Weise Abstraktion und Figuration. Die Verfremdung des Menschenbildes ist typisch für Heiligers Arbeiten dieser Schaffensphase. Bereits 1946 zeigte die Galerie Gerd Rosen Werke des Künstlers, 1948 folgte die erste Einzelausstellung in der Galerie Bremer.
Provenienz: Privatsammlung Berlin
Kopf
Kohle auf Velin. 1950.
44,2 x 31,2 cm.
Unten rechts mit Kohle signiert "Hartung" und datiert.
Die expressive Zeichnung entstand in einer entscheidenden Phase von Karl Hartungs Schaffen, in der sich die menschliche Figur zunehmend in eine organisch-abstrakte Formensprache auflöst. Mit den stark vereinfachten Gesichtszügen und den schweren, flächig eingesetzten Kohlepartien steht das Blatt charakteristisch zwischen Figuration und Abstraktion - einem zentralen Spannungsfeld seines zeichnerischen wie plastischen Werks dieser Jahre.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Gästebuch - Gästebuch
Zwei Gästebücher Galerie Bremer 1947-1949
Los 7184
Schätzung
800€ (US$ 920)
Zwei Gästebücher der Galerie Bremer 1947-1949
Je ca. 51 bzw. 52 Bl. Maschinenpapier, davon je ca. 48 bzw. 51 S. mit Bleistift beschrieben. Beide in Kartoneinband. 1947-49.
23,3 x 14,5 cm.
Neben der Galerie Rosen prägten nur eine Handvoll weiterer privater Galerien die frühen Jahre der Berliner Kunstszene nach dem Krieg. Ein Jahr nach Rosen öffnete am 13. Oktober 1946 die Galerie Anja Bremer ihre Pforten. Ohne in Konkurrenz zu Rosen zu treten, leistete Bremer eine ebenso bedeutsame Pionierarbeit bei der Vermittlung zeitgenössischer Positionen nach dem Krieg und trug wesentlich dazu bei, den unbändigen Hunger der Menschen nach Literatur, Kunst und Theater zu stillen. Der Kunstkreis um Bremer war teilweise identisch mit den Künstlern der Galerie Rosen (vgl. Lot 7164); die ersten Ausstellungen knüpften zunächst an die expressionistische Vorkriegsmoderne an, doch auch Positionen jüngerer Künstlerinnen und Künstler fanden fortlaufend Raum. Anja Bremer wurde nicht etwa in die Kunstwelt hineingeboren, umso mehr gebührt ihr Respekt für ihre Leistung als erfolgreiche Galeristin dieser Jahre. Nach einer Bankausbildung und Stationen in den USA kehrte sie wohl spätestens Mitte der 1940er Jahre nach Berlin zurück. Als Nachbarin von Maria Blumenthal, der Frau des Bildhauers Hermann Blumenthal, kam sie mit der Ateliergemeinschaft Klosterstraße in Kontakt, der auch Käthe Kollwitz angehörte und zu deren Kreis Künstler wie Werner Heldt und Werner Gilles zählten. Bremer konnte somit schon vor Kriegsende ein wertvolles Netzwerk aufbauen. 1949 musste sie nach der Währungsreform aus wirtschaftlichen Gründen schließen und öffnete 1950 an neuem Standort in der Meinekestrasse 4, wo sie weiterhin regelmäßig, manchmal mit größeren Abständen, Ausstellungen namhafter Künstler veranstaltete. 1955 folgte ein letzter Umzug, und Bremer bezog zusammen mit ihrem Lebensgefährten Rudolf van der Lak Geschäftsräume in der Fasanenstraße 37, direkt am Fasanenplatz, in denen der Architekt Hans Scharoun einen Clubraum mit Bar einrichtete. Die Galerie samt Clubraum blieb dort bis weit in die 2000er Jahre ein Anziehungspunkt der Berliner Kunstszene. Für die Anfangsjahre der Galerie von 1947 bis 1949 sind beide Gästebücher ein wertvolles Dokument und gleichsam Zeugnis für deren Bedeutung in der Kunststadt Berlin. Unter den Signaturen, teils mit Adressen sind unter anderem folgende Namen: Rudolf Ausleger, Will Grohmann, Werner Heldt, Karl Hofer, Wolf Hoffmann, Hans Jaenisch, Brigitte Kaus, Max Kaus, Hans Laabs, Otto Niemeyer-Holstein, Edwin Redslob, Friedrich Seidenstücker, Hans Thiemann, Heinz Trökes, Woty Werner und viele mehr.
Provenienz: Nachlass Galerie Bremer
Privatbesitz Berlin
Blauer Vogel
Glasfenster. Farbige Hinterglasmalerei, mit Bleistegen verlötet, in Bleirahmen mit Hängevorrichtung gefasst.
27,5 x 34 cm (Rahmenausschnitt) (31 x 37,5 cm).
Unten rechts monogrammiert (geritzt) "G. M.".
Meistermanns tief religiöse Kunst ist durchdrungen von Phantasie und Spiritualität. "Die Farben mischt sich der Mensch selbst; das Licht hingegen kommt von Gott. Erst das Licht bringt die Farben zum Leben. Das Leuchten der Farben gebiert sich aus dem dialogischen Kräfte-Zusammenspiel von Gott und Mensch." (meistermann-gesellschaft.de, Zugriff 07.09.2026). Unikat.
Provenienz: Privatbesitz Köln
Meistermann, Georg
Ohne Titel (Violett auf Hellgrau und Blau)
Los 7186
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Ohne Titel (Violett auf Hellgrau und Blau)
Öl auf Leinwand, auf Hartfaser kaschiert, im Künstlerrahmen. Um 1958/59.
20 x 61,5 cm.
Herold 416.
Subtil balanciert Meistermann die vom Leinengewebe strukturierten Farbflächen gegeneinander aus, so dass im breiten Querformat des Gemäldes eine schwebende Wirkung der angeschnittenen Formen entsteht. Wie ein Kraftfeld erscheint das tiefe Braun im Zentrum der Komposition, das die helleren Partien mit ihren schrägen Konturen zu den Seiten drängt. "'Das Leben des Menschen ist eingehüllt in Farbe.' So lautet die zentrale künstlerische und kunstphilosophische Erkenntnis von Meistermann. Dieser Grundsatz war gleichzeitig sein künstlerisches Programm." (meistermann-gesellschaft.de, Zugriff 07.09.2026). Ausgebildet an der Kunstakademie Düsseldorf bei Werner Heuser, Heinrich Nauen und Ewald Mataré, musste er in der Zeit des Nationalsozialismus sein Studium abbrechen und erhielt Ausstellungsverbot. Später entwickelte er, ausgehend vom Spätkubismus und beeinflusst von Alfred Manessier, einen zunehmend abstrakten Stil.
Provenienz: Privatbesitz Köln
Ausstellung: Art Allemand Contemporain, Avionpuits, Belgien, 1965 (verso mit Fragment des Ausstellungsetiketts)
Figuration (Le tapis volant)
Mischtechnik auf festem Velin. 1957.
65 x 48 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Grau monogrammiert "AR" und datiert, verso mit dem Nachlaßstempel, dort von Gisèle Räderscheidt signiert, mit der Nachlassnummer und betitelt.
Reizvoll rhythmisiert setzt der Künstler abstrahierte, linear gezeichnete Figurenschemen, lebendig mit Pinsel in Rot akzentuiert, über breite gespachtelte blockhafte Farbflächen. Seine reduzierte Palette erreicht trotz der Beschränkung auf Rot, Blau und Grau eine höchst lebendige Wirkung. Anton Räderscheidt entwickelte sich nach expressionistisch-konstruktivistischen Anfängen zu einem der profiliertesten Vertreter der Neuen Sachlichkeit und konnte bereits früh große Erfolge verzeichnen. Um das Jahr 1957 vollzog Räderscheidt, beeinflusst durch die Westdeutsche Kunstszene, das Informel und die Ecole de Paris, den Schritt in die Abstraktion und eine weitgehende Abkehr vom Gegenständlichen.
Provenienz: Privatbesitz Köln
Fruchtkorb
Öl auf Leinwand. 1952.
60 x 100 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz monogrammiert "WH" und datiert "52", verso auf dem Keilrahmen mit Papierklebeetikett des Deutschen Künstlerbundes 1950, darauf mit Feder in Braun bezeichnet und betitelt sowie auf dem Keilrahmen mit Faserstift in Schwarz von fremder Hand datiert und betitelt.
In fein abgestuften Farben entfaltet sich der Ausblick von der sommerlichen Terrasse in eine hügelige Landschaft. Wie ein Flickenteppich verbindet Hoffmann in einer stark vereinfachten, kubistisch beeinflussten Formensprache Landschaft, Figur und Stilleben zu einem spannungsvollen Gefüge aus geometrisierten Farbflächen. Dabei setzt der zentral platzierte Früchtekorb auf dem teils leuchtend roten Tisch den entscheidenden Akzent im Vordergrund, während die archaisch stilisierte Figur im Mittelgrund die stille, beinahe entrückte Atmosphäre unterstreicht. Hoffmann war eine zentrale Figur des Berliner Kunstmilieus der Nachkriegsjahre, wo er ab 1950 die Werkstatt für Radierung an der Hochschule für bildende Künste leitete und seit 1951 eine Klasse für freie Graphik. Er gehörte außerdem zum Umkreis der renommierten Galerie Bremer, in der 1950 eine Ausstellung seiner graphischen Arbeiten gezeigt wurde.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Abstrakte Komposition
Öl auf Leinwand. 1957.
80,5 x 121 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz monogrammiert "WH" und datiert.
Mit fortschreitender Abstraktion und nur noch vagen Anklängen an Gegenständlichkeit präsentiert Wolf Hoffmann die vorliegende Komposition als ein komplexes Gefüge ineinander verschlungener und sich diagonal überlagernder Formen. Zur Bildmitte hin verdichten sie sich zu einem dynamischen Geflecht, das mit dem farblich heller gestalteten Untergrund aus aneinandergesetzten geometrischen Farbflächen in einen spannungsreichen Dialog tritt. So entfaltet sich ein Wechselspiel aus Form, Farbe und Überlagerung, in dem gegenständliche Anklänge zunehmend zurücktreten und einer eigenständigen abstrakten Bildsprache Raum geben.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
"Begegnung"
Öl auf Leinwand. 1973.
70 x 100 cm.
Unten rechts in der Darstellung mit Pinsel in Braun signiert "Laabs" und datiert, verso nochmals mit Pinsel in Schwarz signiert "HANS LAABS", datiert, bezeichnet "Berlin" und "Ibiza" sowie in Weiß betitelt.
"Magischer Raum" - so lautete Laabs' früherer, verso schwarz übermalter Titel, und tatsächlich umgibt die Begegnung der beiden unbekleideten Figuren eine geheimnisvolle rosa Farbwolke. Auf Ibiza, wo unser leuchtendes, großformatiges Gemälde entstand, verbrachte Laabs seit 1953 viel Zeit. Die Strahlkraft der intensiven Rosa-, Blau- und Grüntöne evoziert die Wärme und die lebendige Palette des Mittelmeers, und das Wechselspiel von Innen und Außen verleiht dieser abstrakten Komposition der 1970er Jahre eine besondere Spannung. Der aus Ostpommern stammende Hans Laabs studierte in Stettin und Berlin und nahm Zeichenunterricht bei Oskar Moll. 1949 war er Mitbegründer und Mitakteur des surrealistischen Künstlerkabaretts "Die Badewanne" in Berlin und 1951 Mitglied der "Neuen Gruppe Berlin". Durch seine enge Bindung zu den Berliner Galerien Bremer und Brusberg stellte Laabs mit vielen westdeutschen Künstlern seiner Zeit, u.a. Emil Schumacher, Jeanne Mammen, Hans Uhlmann, Werner Heldt, Alexander Camaro, Heinz Trökes, Bernhard Heiliger und Walter Stöhrer aus.
Provenienz: Privatsammlung Berlin
"Arena"
Öl auf Leinwand. 1971.
77,5 x 100,5 cm.
Mittig rechts in der Darstellung mit Pinsel in Rot signiert "Laabs" und datiert, verso mit Pinsel in Schwarz nochmals signiert "HANS LAABS", bezeichnet "BERLIN" und mit Pinsel in Weiß auf schwarzem Grund betitelt.
In leuchtenden, von Rot-, Rosa- und Ockertönen bestimmten Farben schildert Hans Laabs das Innere einer Zirkusarena. Dabei hebt er die Dreidimensionalität des Bildraumes nahezu vollständig auf: Vorder- und Hintergrund verschmelzen auf der Fläche, während die markanten Dreiecksformen am Rand der Manege als ornamentale Trennlinie zwischen den Bildebenen fungieren. Gleichwohl bleibt die Szenerie durch die vage angedeuteten Vorhänge und die schemenhafte Clownfigur gegenständlich lesbar.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Ohne Titel
Mischtechnik mit Collage auf Leinwand. 1962.
90 x 130 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Weiß monogrammiert "eb.", verso auf dem Spannrahmen mit Pinsel in Schwarz zweifach signiert "E. BRONER" bzw. "ERWIN BRONER" und datiert.
Auf Ibiza entstand das großformatige Gemälde Broners, im Zentrum eine collagierte Zeitungsseite mit Lokalnachrichten. Weich konturierte Farbflächen und Linien umgeben die Collage und schweben vor dem weißen, mit Sand und Pigmenten strukturierten Grund. Nach Studien in München und Stuttgart war Broner seit 1920 Schüler von Karl Albiker und Oskar Kokoschka in Dresden. Als jüdischer Kommunist, Sohn des Münchner Bankiers Heilbronner und engagiert gegen die NSDAP, emigrierte er sofort nach der Machtergreifung der Nazis 1933 in die Schweiz, darauf weiter nach Barcelona und nach Ibiza, später in die USA, wo er 1944 seinen Familiennamen in "Broner" änderte. Zurück auf Ibiza, gründete er 1959 mit Erwin Bechtold, Hans Laabs, Katja Meirowsky, Egon Neubauer und Heinz Trökes, Bob Munford, Antonio Ruiz und Bertil Sjöberg die Künstlervereinigung Grupo Ibiza 59, die sich 1964 auflöste.
Provenienz: Privatsammlung Berlin
Baumeister, Willi
Phantom mit roter Figur (Phantom II)
Los 7193
Schätzung
2.400€ (US$ 2,759)
Phantom mit roter Figur (Phantom II)
Farbserigraphie auf Velin. 1951.
44,7 x 59,9 cm (64,5 x 75,5 cm).
Signiert "Baumeister". Auflage 60 num. Ex.
Spielmann/Baumeister 179.
Herausgegeben vom Kunstverlag Fingerle, Esslingen. Wenig später, 1953, entstand Baumeisters entsprechendes Gemälde "Phantom mit roter Figur" (Beye/Baumeister 2002, Nr. 1932, 1933) sowie die Skizze "Skizze zu Phantom mit roter Figur" (Ponert 1988, Nr. 2202). Prachtvoller, farbkräftiger Druck mit dem vollen Rand.
Ohne Titel
Radierung mit Aquatinta, koloriert, auf festem Velin. 1950.
12,8 x 18 cm (47,7 x 32 cm).
Signiert "max ernst". Auflage 100 num. Ex.
Spies-Leppien 41 E.
Prachtvoller, nuancenreicher Druck mit dem vollen Rand.
Strempel, Horst
Stilleben mit schwarzem Krug und Birne
Los 7195
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
"Stilleben mit schwarzem Krug und Birne"
Öl auf Hartfaser. 1954.
34 x 42 cm.
Unten links mit Pinsel in Weiß monogrammiert "St." und datiert, verso mit Pinsel in Schwarz signiert "H. Strempel", datiert, betitelt, mit den Maßangaben und bezeichnet "KAT.NR. 54".
Saure 349 (ohne Abb.).
Eine sparsame Auswahl von abstrahierten und doch klar erkennbaren Gegenständen arrangiert Strempel mit effektvoller Kontrastwirkung von Schwarz und Weiß, Rot und Grün, und er positioniert die Gegenstände auf einer nicht näher umrissenen, rötlichen Fläche vor grauem Hintergrund. Sein Duktus ist flächig, tritt jedoch hinter der lebendig bewegten, mit Schwämmen strukturierten Oberflächengestaltung zurück. Eine nahezu ovale Form umfasst das Arrangement und erzeugt den Effekt eines Bildes im Bild. Nachdem er in den 1920er Jahren bei Otto Mueller und Oskar Moll an der Breslauer Akademie studiert hatte, ließ er sich 1927 in Berlin nieder und studierte bei Karl Hofer. Durch Kriegswirren und Flucht ging ein Großteil seines Schaffens verloren. 1953, ein Jahr vor der Entstehung dieses Stillebens, floh Strempel aus dem Osten Berlins in den Westteil der Stadt, wo er lange Zeit nicht als Flüchtling anerkannt wurde.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Kesting, Edmund
Ohne Titel (Abstrakte Darßlandschaft mit Mondsichel)
Los 7196
Schätzung
6.000€ (US$ 6,897)
Ohne Titel (Abstrakte Darßlandschaft mit Mondsichel)
Öl auf Leinwand, auf Holz und vom Künstler gestaltete Rahmenleisten kaschiert. Wohl um 1961.
40 x 60 cm (Rahmen).
Unten links in der Darstellung mit Pinsel in Hellgrün signiert "EdKesting".
Gegenständliches und Abstraktion verschränkt Kesting miteinander zu einer über die Bildfläche hinauswachsenden, sich auf den Rahmen ausbreitenden Komposition. Labyrinthische, scheinbar endlose Liniengeflechte stehen in den dicht gedrängten Farbfeldern neben wolkig getüpfelten Strukturen, Schwarz neben leuchtendem Gelb, amorphe Formen neben glatten Wolkengebilden. Die fein austarierten Kontraste, Farbklänge und Strukturen, stellenweise mit pastoser Farbe reliefhaft durchgestaltet, drängen sich aneinander und bilden eine zauberische Phantasielandschaft, das Bild einer inneren Vision, wie von einem fremden Planeten - und doch wohl von der vertrauten Ostseelandschaft inspiriert: "sichtbar nicht allein für den Maler, sichtbar für jeden, der zu sehen bereit ist" (Heinz Schönemann, in: Ausst.-Kat. Galerie Döbele, Dresden 1992, S. 41). Diese Form der kahl aufragenden Bäume mit kurzen Aststummeln findet sich in Kestings Darßbildern häufig. Hier hielt sich der Künstler zwischen 1961 und 1965 in den Sommermonaten auf.
Provenienz: Irene Lehr, Berlin, Auktion 35, 29.10.2011, Lot 302
Privatbesitz Berlin
"Sandgrube bei Ostia"
Aquarell auf Velin. 1962.
33 x 48 cm.
Unten links mit Bleistift signiert "MKaus", datiert und betitelt, verso zudem von Sigrid Kaus signiert und monogrammiert.
Gesättigte, leuchtende Gelb- und Orangetöne bestimmen die dynamische Komposition. Die Struktur der Sandgrube, die halsbrecherisch schräg abfallenden Hänge komprimiert Kaus in ein dichtes, abstrahiertes Gefüge aus Formen und Farben, ohne dabei auf Wiedererkennbarkeit der Landschaft Wert zu legen.
Provenienz: Privatbesitz Süddeutschland
"Tor bei Agropoli"
Gouache, Pinsel in Schwarz und farbige Kreiden auf Velin. 1968.
64 x 76,5 cm.
Verso wohl von Sigrid Kaus datiert, betitelt und bezeichnet "Max Kaus" sowie "Tusche mit Buntstift".
Monumental setzt Kaus das Tor zum Zentrum der mittelalterlichen Stadt Agropoli aus der Untersicht ins Bild, die architektonischen Formen vereinfacht und doch deutlich identifizierbar. An der Cilentoküste in Kampanien liegt die Stadt auf einem Felsvorsprung, den der Künstler mit wuchtigen tiefschwarzen Pinselstrichen andeutet, ebenso wie das Gemäuer und die zum Tor emporführenden Stufen. Die Grundierung in einem abgetönten Blassgelb, mit breitem Pinsel aufgetragen, taucht die kontrastreich geschilderte Szenerie in ein warmes südliches Licht.
Provenienz: Privatbesitz Süddeutschland
Kleiner Hirte
Bronze mit schwarzbrauner Patina. 1965.
21,2 x 16,7 x 22,5 cm.
An der Unterseite monogrammiert "fl" und datiert.
Eine Atmosphäre von Ruhe und Ausgeglichenheit vermittelt die Gestalt des entspannt mit angewinkelten Armen und Beinen am Boden sitzenden Hirten - eine Motivvariante thematisch verwandter Grundfiguren, denen sich der Bildhauer wiederholt widmet. Fritz Fleer studierte von 1946 bis 1950 an der Hamburger Landeskunstschule, der späteren Hochschule für Bildende Künste Hamburg (HFBK), bei Gerhard Marcks und als Meisterschüler von Edwin Scharff. Als freischaffender Bildhauer gestaltete er ab 1950 gegenständliche Kunstwerke; seine Bronzefiguren zeigen sich als stilisierte und reduzierte Archetypen in formal strenger und klarer Gestaltung. Prachtvoller, fein ziselierter Guss mit ebenmäßiger, matt schimmernder Patina.
Provenienz: Privatbesitz Süddeutschland
Literatur: Fritz Fleer. Themen und Variationen. Arbeiten 1941-1991. Ausst.-Kat. Schloss Gottorf, Schleswig 1992, Kat.-Nr. 60
Composition cubiste
Öl auf graubrauner Malpappe.
32,5 x 45,5 cm.
Mittig rechts in der Darstellung mit Pinsel in Weiß signiert "ROBERT MARC".
Kontrastreiche, in lebendiger Staffelung arrangierte Komposition in kubistischem Stil. Robert Marc zeigt sich im Paris der Sixties inspiriert von der Kunst der russischen Avantgarde, insbesondere Malewitsch und Rodtschenko, und ebenso von westeuropäischen Kubisten wie Braque oder Picasso. 1989 fand eine erste große Ausstellung mit dem Titel „Cubist paintings 1965-1988“ in der Barry Friedman Gallery, New York, statt. Mit der Kopie einer Bestätigung von Annie Fromentin-Sangnier, Comité Robert Marc, Paris, per Email vom 16.10.2024. Im Archiv unter der Nummer 650/162 H verzeichnet.
Provenienz: Privatbesitz Köln
Composition lie-de-vin et orange
Farblithographie auf Velin. 1963.
46,7 x 61,4 cm (64,5 x 76 cm).
Signiert "Serge Poliakoff". Auflage 300 num. Ex.
Poliakoff/Schneider 39.
Jahresgabe der Kestner-Gesellschaft Hannover, verso unten rechts mit deren Stempel, ohne den Trockenstempel der Erker Presse St. Gallen. Prachtvoller, kräftiger Druck mit dem vollen Schöpfrand.
Provenienz: Privatbesitz Brandenburg
"Entwurf ocker-blau"
Acryl auf Malpappe. 1967.
21 x 36 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "RHans" und datiert, verso nochmals signiert, datiert, betitelt und bezeichnet "Basel".
Durch die "Colourfield Paintings" der amerikanischen Abstrakten Expressionisten wie Barnett Newman und Mark Rothko angeregt, schuf der Jazzmusiker, Maler, Fotograf, Objekt- und Collagekünstler Rolf Hans in den Jahren 1966 und 1967 seine abstrakten Streifenbilder, in dem Bestreben, seine Bildsprache weiter auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Kraft der Farbe, in nebeneinander angeordneten Farbfeldern komprimiert, steht dabei im Vordergrund der Kompositionen und weckt die Vorstellungskraft, denn "durch die Reduzierung der Farbformen schafft uns Hans einen großen Raum für mögliche Gedankenspiele." (rolf-hans.de, Zugriff 09.09.2026).
Provenienz: Privatbesitz Hessen
Kreise und Quadrate
Öl, Tempera, Pinsel in Schwarz und Aquarell auf Karton. 1963.
15,7 x 24,2 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Itten" und datiert.
Itten 1150, Wagner II 1963-036-W.
Die kleinformatige Papierarbeit steht exemplarisch für Ittens späte, auf die autonome Wirkung von Farbe und Form ausgerichtete Bildsprache. Zwei leuchtend blaue Kreise bilden das Zentrum der Komposition, in deren Mitte sich das rasterartige Gefüge aus roten, grünen, grauen und ockerfarbenen Quadraten aufzulösen scheint. Die pastose, teils reliefartig aufgetragene Farbe verleiht der sonst streng geometrischen Konstruktion einen haptischen, fast expressiven Charakter.
Provenienz: Ehemals D. Willy Rotzler, Hausen a. Albis
Privatbesitz Süddeutschland
Full Moon
Öl auf Leinwand.
46 x 46 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz monogrammiert "HT." (ligiert).
Tisdall, der unter dem Namen Hans John Knox Aufseeser geboren wurde, ließ sich Anfang der 1930er Jahre in London nieder. Nach seiner Heirat mit Isabell Tisdall nahm er deren Familiennamen an. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit als Maler etablierte er sich auch als erfolgreicher Textildesigner und bewegte sich damit an der Schnittstelle zwischen freier und angewandter Kunst.
"Nebel am Niederrhein"
Aquarell und Bleistift auf Karton. 1959.
49,7 x 71 cm.
Unten rechts mit Bleistift monogrammiert "F.L." (ligiert) und datiert, verso betitelt und bezeichnet "9.".
Von Abercron E-59-1.
Eine bewegungslose Stille und melancholische Grundstimmung erfüllt die menschenleere Landschaft. Meisterlich nutzt Lenk die fein differenzierte Bleistifttechnik dazu, auf der rauen, graublau grundierten Bildfläche den Nebel mit verschwimmenden, undeutlichen Konturen darzustellen. Dabei nimmt der Himmel den größten Teil der Komposition ein. Romantische Elemente und Neue Sachlichkeit zeigen eine gelungene Verbindung in der völlig realitätsbezogenen, unsentimentalen bildnerischen Auffassung des Künstlers. In den Außenmaßen leicht von den Angaben bei Abercron abweichend.
Provenienz: Privatbesitz Düsseldorf
Irene Lehr, Berlin, Auktion 26, 26.04.2008, Lot 363
Privatbesitz Berlin
"HOLZBUDEN MIT REKLAMEN"
Öl auf fester Malpappe. Wohl 1960er Jahre.
32 x 53 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Beneš", verso mit Faserstift in Braun (verblasst) nochmals signiert "Vlastimil Benes", betitelt, mit der Werknummer "WB - 35" und mit den Maßangaben.
Verlassen und minimalistisch reduziert auf nur wenige geometrische Flächen erfasst Beneš hier eine Gruppe einfacher Holzbuden mit Werbetafeln in freier Landschaft - sehr charakteristisch für sein Werk. Anknüpfend an den sozialen Realismus und an die Poetik der konstruktivistischen Avantgarde, steht Beneš' Malerei für einen geometrisierenden poetischen Realismus.
Provenienz: Privatbesitz Berlin (erworben in den 1970er Jahren in der Ladengalerie Berlin)
Ohne Titel
Pastell auf grauem Bütten. 1972.
31,8 x 24,3 cm.
Unten links mit Bleistift signiert "Ackermann" und datiert, verso auf der Rahmenabdeckung nochmals signiert, datiert und gewidmet.
Zwischen zwei weich schattierten blauen Farbflächen strebt ein Farbturm empor, der graue Grundton des Papiers bringt die Pastellkreiden in ihrer Stofflichkeit eindrucksvoll zum Leuchten. Typisch für Max Ackermanns Werk ist die vertikal ausgerichtete Komposition, die er in Analogie zur Musik gesehen hat. Er vertrat die Meinung, dass nur die abstrakte Kunst, wie die Musik, das Wesen der sichtbaren Natur erfassen könne.
Provenienz: Ehemals Sammlung Hermann Fingerle, Esslingen
Privatbesitz Berlin
"Komposition Hoteu"
Mischtechnik und Collage auf Velin. 1961.
23,8 x 31 cm.
Unten mittig links mit Bleistift datiert und betitelt, verso signiert "Carl Buchheister", nochmals datiert, betitelt und bezeichnet "Hannover Allemagne", mit Richtungspfeil und Maßangaben.
Buchheister 38.
Im Bildraum schweben einander kreuzende Lineaturen, kontrastreich und fein ausgestaltete Strukturen und Partikel. Buchheister experimentiert mit einem ideenreichen Materialmix und schafft haptische Akzente durch unterschiedliche Farbtexturen, u. a. von Aquarell, Bleistift, Tempera und Feder in Schwarz, und das Aufkleben kleiner Papierflöckchen. Die Arbeit entstand während seiner späten Pariser Zeit.
Provenienz: Privatbesitz Niedersachsen
"Komposition P. 8/57"
Mischtechnik auf genarbtem Velin. 1957.
35,7 x 28,2 cm.
Verso mit Farbstift in Pink signiert "Carl Buchheister", betitelt und bezeichnet "Hannover", auf beiliegender Rahmenrückpappe auf Klebeetikett mit Feder in Schwarz nochmals signiert, datiert/betitelt und mit der Künstleradresse sowie bezeichnet "für Tombola Kuratorium".
Glänzende Lackfarben und stumpfe getuschte Partien bilden einen spannungsreichen Gegensatz, ebenso wie die klaren Schwarzweißkontraste der dichten Komposition, die vor allem in ihrem hellen Zentrum geprägt ist von gestischen Impulsen und dem lebhaften Willen zur Abstraktion. Fein nuancierte Farbabstufungen beleben die dunklen Randpartien und unterstreichen mit ihrem Schimmer den Effekt des Lackglanzes. Im folgenden Jahr, 1958, ließ sich Buchheister für einige Jahre in Frankreich nieder und nahm 1959 an der II. documenta teil.
Provenienz: Privatbesitz Norddeutschland
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
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