Los 7184

Gästebuch - Gästebuch
Zwei Gästebücher Galerie Bremer 1947-1949

Schätzung
800€ (US$ 920)

Abgabe von Vorgeboten möglich

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Aus dem Katalog
Moderne und Zeitgenössische Kunst I
Auktionsdatum 27.11.2026

Lot 7184, Auction  128, Gästebuch - Gästebuch, Zwei Gästebücher Galerie Bremer 1947-1949

Zwei Gästebücher der Galerie Bremer 1947-1949
Je ca. 51 bzw. 52 Bl. Maschinenpapier, davon je ca. 48 bzw. 51 S. mit Bleistift beschrieben. Beide in Kartoneinband. 1947-49.
23,3 x 14,5 cm.

Neben der Galerie Rosen prägten nur eine Handvoll weiterer privater Galerien die frühen Jahre der Berliner Kunstszene nach dem Krieg. Ein Jahr nach Rosen öffnete am 13. Oktober 1946 die Galerie Anja Bremer ihre Pforten. Ohne in Konkurrenz zu Rosen zu treten, leistete Bremer eine ebenso bedeutsame Pionierarbeit bei der Vermittlung zeitgenössischer Positionen nach dem Krieg und trug wesentlich dazu bei, den unbändigen Hunger der Menschen nach Literatur, Kunst und Theater zu stillen. Der Kunstkreis um Bremer war teilweise identisch mit den Künstlern der Galerie Rosen (vgl. Lot 7164); die ersten Ausstellungen knüpften zunächst an die expressionistische Vorkriegsmoderne an, doch auch Positionen jüngerer Künstlerinnen und Künstler fanden fortlaufend Raum. Anja Bremer wurde nicht etwa in die Kunstwelt hineingeboren, umso mehr gebührt ihr Respekt für ihre Leistung als erfolgreiche Galeristin dieser Jahre. Nach einer Bankausbildung und Stationen in den USA kehrte sie wohl spätestens Mitte der 1940er Jahre nach Berlin zurück. Als Nachbarin von Maria Blumenthal, der Frau des Bildhauers Hermann Blumenthal, kam sie mit der Ateliergemeinschaft Klosterstraße in Kontakt, der auch Käthe Kollwitz angehörte und zu deren Kreis Künstler wie Werner Heldt und Werner Gilles zählten. Bremer konnte somit schon vor Kriegsende ein wertvolles Netzwerk aufbauen. 1949 musste sie nach der Währungsreform aus wirtschaftlichen Gründen schließen und öffnete 1950 an neuem Standort in der Meinekestrasse 4, wo sie weiterhin regelmäßig, manchmal mit größeren Abständen, Ausstellungen namhafter Künstler veranstaltete. 1955 folgte ein letzter Umzug, und Bremer bezog zusammen mit ihrem Lebensgefährten Rudolf van der Lak Geschäftsräume in der Fasanenstraße 37, direkt am Fasanenplatz, in denen der Architekt Hans Scharoun einen Clubraum mit Bar einrichtete. Die Galerie samt Clubraum blieb dort bis weit in die 2000er Jahre ein Anziehungspunkt der Berliner Kunstszene. Für die Anfangsjahre der Galerie von 1947 bis 1949 sind beide Gästebücher ein wertvolles Dokument und gleichsam Zeugnis für deren Bedeutung in der Kunststadt Berlin. Unter den Signaturen, teils mit Adressen sind unter anderem folgende Namen: Rudolf Ausleger, Will Grohmann, Werner Heldt, Karl Hofer, Wolf Hoffmann, Hans Jaenisch, Brigitte Kaus, Max Kaus, Hans Laabs, Otto Niemeyer-Holstein, Edwin Redslob, Friedrich Seidenstücker, Hans Thiemann, Heinz Trökes, Woty Werner und viele mehr.

Provenienz: Nachlass Galerie Bremer
Privatbesitz Berlin

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.


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