Théière grise (Graue Teekanne)
Farblithographie auf festem Velin. 1947.
36 x 54,5 cm (49,9 x 65 cm).
Signiert "G Braque". Auflage 75 num. Ex.
Vallier 35.
Erschienen und gedruckt bei Adrien Maeght, Paris. Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand, rechts und links mit dem Schöpfrand.
Char blanc (Char IV)
Radierung auf BFK Rives-Velin. 1958.
23,8 x 29 cm (48 x 55,5 cm).
Signiert "G Braque". Auflage 75 num. Ex.
Vallier 115.
Erschienen und gedruckt bei Adrien Maeght, Paris. Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand, links mit dem Schöpfrand.
Chagall, Marc
Four Tales from the Arabian Nights, Plate 11
Los 7152
Schätzung
6.000€ (US$ 6,897)
Four Tales from the Arabian Nights, Plate 11
Farblithographie auf Bütten. 1948.
37,5 x 28,2 cm (43, x 33 cm).
Signiert "Marc Chagall" und bezeichnet "Pl. 11". Auflage 10 röm. num. Ex.
Mourlot 46.
Tafel 11 der 13 Motive Chagalls umfassenden Folge der "Arabischen Nächte", d.h. zu den Märchen aus 1001 Nacht, hier zu dem Satz "He went up to the couch and found a young lady asleep, chemised with her hair as she were the full moon rising over the eastern horizon", erschienen im Pantheon Verlag, New York 1948, Druck Albert Carman, New York, in einer Gesamtauflage von 111 Exemplaren. Prachtvoller Druck mit Rand.
Le Concert
Farblithographie auf BFK Rives-Velin. 1955.
35 x 48,5 cm (45 x 56 cm).
Signiert "GinoSeverini". Auflage 200 num. Ex.
Meloni 25.
Herausgegeben von L'Oeuvre Gravé, Paris/Zürich, mit deren Blindstempel unten links. Die abstrahierten Figuren der drei Musiker zeichnet Severini fragmentiert in gedämpften Grün-, Braun- und Grautönen. Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand. Beigegeben: Zwei signierte Farblithographien von Claude Weisbuch.
La Ville
13 (von 29) Farblithographien auf Arches-Velin. 1954/59.
66 x 50,8 cm (Blattgröße).
Mit dem Signaturstempel "F. Léger". Auflage 180 Ex.
Saphire S. 238f.
Herausgegeben von Tériade, Paris, 1959, Druck Mourlot, Paris; von Fernand Mourlot in Zusammenarbeit mit Nadia Léger mit dem Signaturstempel versehen. Die Farblithographien von Fernand Léger stellen Leben, Großstadtdynamik und Menschen in Paris in seinem typischen, kubistisch-mechanischen Stil dar. Er begann 1954 mit der Arbeit an dem Projekt und starb, bevor es abgeschlossen werden konnte. Ausgezeichnete Drucke mit dem vollen Rand.
Femme nue allongée
Pinsel und Feder in Schwarz (verblasst) auf Velin. 1946.
23,2 x 36 cm.
Unten rechts mit Bleistift monogrammiert "f" und datiert.
Die linear, mit kalligraphischer Eleganz erfasste Figur schwebt im hellen Bildraum und scheint mit ihren organisch geschwungenen, weichen Formen wie die Vision einer Gestalt aus dem Raum herauszuwachsen. Fautrier veranschaulicht mit jeder Bewegungsspur der Farbe auf dem Blatt den spontanen, dynamischen Gestaltungsprozess, statt auf ein geplantes Ergebnis hinzusteuern. Bereits in den 1920er Jahren fand Fautrier zu einer gestischen Malweise und wurde dadurch zu einem Vorläufer des Informel; 1924 fand seine erste Einzelausstellung statt. Der künstlerische Durchbruch gelang ihm jedoch erst kurz vor dem Entstehen des vorliegenden Blattes, nämlich 1945 mit der Ausstellung seiner "otages" in der Galerie René Drouion.
Provenienz: Jean Paulhan, Paris
Kornfeld, Bern (beide lt. handschriftl. Annotationen der Galerie Ciranna verso)
Ehemals Galleria Ciranna, Mailand (mit deren Rundstempel verso)
Privatsammlung Köln
"De goede herder / Le bon Berger"
Öl auf Leinwand. 1936.
100 x 81 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Marc", verso mit Faserstift in Braun (von fremder Hand?) datiert, betitelt und bezeichnet.
Der Gute Hirte in Begleitung eines skurrilen Mischwesens, ähnlich einem Greif, das Fell durchsetzt mit menschlichen Augen - einem zentralen Motiv des Surrealismus. Am tiefblauen Himmel kreist darüber ein Vogel. Marc Eemans, einer der bedeutendsten Vertreter des belgischen Surrealismus, war auch Dichter und Kunstkritiker. Er galt anfangs noch als Pionier des abstrakten Konstruktivismus, bevor er sich um 1925 dem Surrealismus zuwandte. Bereits damals stellte er zusammen mit René Magritte und Salvador Dalí in der Pariser Galerie von Camille Goemans aus, entwickelte sich jedoch bald hin zum Magischen Realismus.
Provenienz: Privatsammlung Brüssel
Bassenge, Berlin, Auktion 108, 28.05.2016, Lot 8048
Privatbesitz Süddeutschland
Surreale Szene
Pastellkreiden auf Bütten, auf Unterlagekarton montiert.
85,2 x 63,6 cm.
In grellen Farben beschreibt Echtermeyer eine rätselhafte Szene. Vor einem leuchtenden Himmel mit roter Sonne und einer farbenfrohen Vegetation erhebt sich im Zentrum eine monumentale schwarze Gestalt. Aus der undurchdringlichen Dunkelheit des Körpers tritt lediglich ein Totenschädel hervor und verstärkt so die bedrohliche Präsenz. Auch die beiden hellen, fast unbekleideten Gestalten im Vordergrund tragen Totenköpfe und steigern den verstörenden Gegensatz zwischen Tod und der überbordenden Farbigkeit der Umgebung. Das vorliegende Pastell ist charakteristisch für Echtermeyers surreale Bildwelt voller rätselhafter Figuren und schwer deutbarer Szenen.
Provenienz: Nachlass des Künstlers
Privatbesitz Süddeutschland
Priester mit Totenschädel
Pastellkreide auf Velin.
62,3 x 47,7 cm.
Unten links mit Kreide in Weiß mit dem Künstlersignet.
Die Darstellung des Priesters, der mit seinen langen Fingern dem Betrachter einen Totenschädel präsentiert, gehört zu den rätselhaften, surrealen Figuren in Echtermeyers Werk. Die streng frontale, beinahe maskenhaft erstarrte Gestalt entfaltet eine unheimliche Präsenz. Auf der Rückseite variiert Echtermeyer dasselbe Motiv in einer zweiten Fassung.
Provenienz: Nachlass des Künstlers
Privatbesitz Süddeutschland
General
Pastellkreide auf Bütten.
44 x 56,3 cm.
Unten links mit Kreide in Weiß mit dem Künstlersignet.
Wie die Szene aus einem düsteren Film erscheint die rätselhafte Darstellung. Frontal und bedrohlich steht ein General im Vordergrund, statt eines Gesichts ein Totenschädel auf seinen Schultern. Zu beiden Seiten der steil aufragenden Treppe hinter ihm drängen sich ausgemergelte und versehrte Gestalten, die wie Bittsteller zu ihm aufblicken. Echtermeyer lässt die Handlung im Ungewissen und schafft mit den dunklen Figuren, dem tiefen Schwarz und der gespenstischen Beleuchtung eine beklemmende Szenerie. Die surreale Darstellung ist charakteristisch für Echtermeyers von unheimlichen Figuren und traumartigen Bildwelten geprägtes Werk.
Provenienz: Nachlass des Künstlers
Privatbesitz Süddeutschland
Dame in schwarzem Kleid
Pastellkreiden auf Bütten.
62,8 x 49 cm.
Unten links mit Kreide in Weiß mit dem Künstlersignet.
Selbstbewusst dem Betrachter zugewandt, gehört die Dame im schwarzen Kleid zu den mondänen Figuren in Curt Echtermeyers Werk. Mit ihren stark geschminkten Augen, roten Lippen und hochgestecktem Haar erscheint sie zugleich elegant und künstlich. Die überzeichneten Formen und die beinahe maskenhafte Physiognomie verleihen ihr eine eigentümliche Mischung aus Verführung und Unnahbarkeit.
Provenienz: Nachlass des Künstlers
Privatbesitz Süddeutschland
"Dorf in Algerien (Türe der Sahara)"
Öl auf Holz mit Kreidegrund. 1946-54.
41,5 x 61 cm.
Unten links mit Pinsel in Rot signiert "BRAUER", verso mit Kreide in Schwarz betitelt "Türe der Sahara" sowie auf montierten Etiketten typographisch unterschiedlich datiert, betitelt und bezeichnet "Oel XXXII".
Brauer Frühe Ölbilder XXXVIII.
Brauers rätselhafte Komposition regt mit ihrer schwer deutbaren Symbolik und ihrer Fülle von phantastischen Details die Imagination des Betrachters an: Im Vordergrund vereint sich eine Gruppe verschiedenster, teils fragmentarischer Gestalten oder Erscheinungen, deren Handlungen bedeutend, aber in ihrem Zweck unklar erscheinen. Der einzige Ausgang aus diesem rätselhaften Geschehen an einem weitgehend in sich geschlossenen Platz ist das Tor, das rechts in die tiefe Dunkelheit einer Gruft zu führen scheint, während sich weiter hinten in der kargen Wüstenlandschaft eine weitere Realitätsebene mit verschobenen Größenverhältnissen öffnet und im Hintergrund eine rhythmisierte Hügelformation bis in den Himmel reicht. Die frühen Gemälde des Wiener Phantasten zeigen sich, wie hier, typischerweise dominiert von Erdtönen.
Brauer hatte das Kriegsende versteckt in den Schrebergärten von Ottakring überlebt und begab sich im zerstörten Wien abgemagert sogleich an die Akademie, wo er sich bald mit Fuchs, Hutter und Lehmden in der Klasse von Albert Paris Gütersloh zusammenfand. Noch 1951 zeigte er seine Arbeiten gemeinsam mit Arnulf Rainer, Maria Lassnig und anderen in der einzigen Ausstellung der legendären Hundsgruppe, bevor sich Abstrakte und Phantasten endgültig trennten. Nach dem Ende seines Studiums an der Akademie radelte Brauer zu Ernst Fuchs nach Paris, reiste aber noch vorher nach Nordafrika und besuchte Algerien. Orientalische und afrikanische Themen faszinierten ihn seitdem. Das vorliegende Gemälde, im Zusammenhang mit dieser Reise entstanden, ist wohl eines der frühesten Zeugnisse dieser Passion. Das Werkverzeichnis gibt irrtümlich als Bildträger eine Hartfaserplatte an und weicht in den Maßangaben leicht ab. Brauer selber numerierte das zwischen 1945 und 1954 entstandene Frühwerk erst nachträglich römisch, beschrieb und betitelte die Arbeiten aus der Erinnerung, wobei ihm einige Ungenauigkeiten unterliefen (vgl. Brauer Bd. I, S. 9).
Provenienz: Sammlung Ernst Fuchs, Wien
Ausstellung: Marlborough Fine Art, London (mit deren Klebeetikett verso)
Ohne Titel (Blaue Wolke)
Gouache auf Velin. Wohl um 1965.
16,6 x 14,2 cm.
Unten links mit Feder in Blau signiert "BRAUER" und gewidmet "für meine besten Freunde".
Wie ein phantastisches Traumgebilde schwebt die tiefblaue Wolke vor einem roten Nebelkreis am Himmel, in ihren Auswölbungen dunkle Löcher und darum gruppierte amorphe Gebilde in klarer Farbigkeit, surreale Konstruktionen und ein kleiner grüner Vogel. Die miniaturhafte Landschaft unter diesem psychedelischen Gebilde hingegen bleibt gefangen in einem schwefeligen Gelbbraun. "Sein Freund Ernst Fuchs bezeichnete Brauer als Mystiker, als Romantiker, dessen Erfahrungsbereich durch Annäherung an Naturerlebnisse entstanden sei. Arik Brauer zauberte Bilder aus seiner Weltschau - entstanden auch aus seinem Hunger nach Naturerlebnissen. Tatsächlich war der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur und Atmosphäre ein wesentlicher Bestandteil seiner Reflexionen." (Jüdisches Museum Wien, jmw.at, Zugriff 19.09.2026). Beigegeben: Eine weitere Zeichnung, Farbkreide auf Maschinenpapier. Dieses unsignierte Blatt, wie eine Kinderzeichnung anmutend, stammt möglicherweise von einem der Kinder Brauers.
Provenienz: Sammlung Ernst Fuchs, Wien
Sphären
Tempera, gekratzt, auf Karton.
29,5 x 34,5 cm.
Eine spirituelle Reise, geistig geschaut oder seelisch erlebt: Kosmische Lichter, prismatisch gebrochen in den zarten Farben des Regenbogens, formen sich schillernd zu wolkigen, sphärenhaften Gebilden, die einander nebelhaft durchdringen und umwölken. Formen und Farben aus einer übersinnlichen Welt schweben in einer bezaubernden Beweglichkeit umeinander, scheinen sich in einer räumlichen Ambivalenz zu vereinen und voneinander zu trennen. Die Transparenz und die Beweglichkeit der geistigen Sphären durchdringen die Komposition, die wie aus einer imaginativen Anschauung heraus entstanden erscheint. Technisch souverän umgesetzte Zeichnung aus der Sammlung des Wiener Malerfürsten Ernst Fuchs.
Provenienz: Sammlung Ernst Fuchs, Wien
Gästebuch Gerd Rosen 1945-1958
31 Aquarelle und Zeichnungen unterschiedlicher Künstler in verschiedenen Techniken, teils Collagen, sowie 1 Holzschnitt, auf 57 Bl. Bütten, teils einmontiert. In Gästebuch mit Pergamenteinband, dazu 17 Plakate der Galerie Rosen. 1945-1958.
39,8 x 29 cm (Buch) bzw. bis 33,5 x 46 cm (Plakate).
Alle Arbeiten signiert bzw. monogrammiert, überwiegend datiert (bis auf zwei), teils mit Widmungen an Gerd Rosen sowie mit einer handschriftlichen Einführung von Edwin Redslob vom 31.12.1945.
Überragendes, künstlerisch gestaltetes Gästebuch der legendären Galerie Gerd Rosen und damit reichhaltiges Zeugnis des künstlerischen Aufbruchs der Berliner Nachkriegsavantgarde. Rosen gründete die Galerie bereits wenige Monate nach Ende des Krieges im August 1945, zusammen mit dem Kunstsammler Max Leon Flemming und dem Maler Heinz Trökes. Offiziell bestand die Galerie bis 1962, die wichtigste und entscheidende Zeit erlebte sie allerdings in den Jahren bis 1948 am Kurfürstendamm. Schon die ersten Wochen und Monate legten einen entscheidenden Grundstein für die weitere Entwicklung der deutschen Kunst nach 1945. Als erste deutsche Privatgalerie nach dem Krieg wurde sie kultur-gesellschaftlicher Dreh- und Angelpunkt in der völlig zerstörten Kunstmetropole Berlin. Erste Ausstellungen zeigten neben junger Kunst hauptsächlich vormals "entartete" und diffamierte Künstler. Vor allem durch stilistische Offenheit und ohne starre Programmatik zog die Galerie all jene kulturhungrigen Menschen in ihren Bann, denen der Zugang zu Kunst, Literatur und Musik so lange verwehrt geblieben war. Neben den Ausstellungen fanden auch kunsthistorische Vorträge und Ansprachen statt, die so viele Besucher anzogen, dass das Wasser buchstäblich die Wände hinunterrann, wie sich Heinz Trökes Jahre später erinnerte. Die Auswahl der Künstler oblag den jeweiligen künstlerischen Leitern, zunächst also Heinz Trökes, danach Hans Uhlmann, ihm folgten Rudolf Springer und Walter Frankenstein. Nach der Währungsreform gab es erste Spannungen zwischen Galerist und den Künstlern, und im Sommer 1948 trennten sich Karl Hartung, Jeanne Mammen, Hans Thiemann, Heinz Trökes, Hans Uhlmann und Mac Zimmermann gemeinschaftlich von Gerd Rosen. Für ihn wurde es wirtschaftlich schwieriger, so dass das zusätzlich gegründete Buchantiquariat sowie Kunst- und Buchauktionen an Bedeutung gewannen. Als Gerd Rosen 1961 starb, schloss die Galerie bereits ein Jahr später. Die meisten Mitarbeiter wechselten zur Galerie Bassenge.
Was blieb aber, war die herausragende Bedeutung der Galerie Rosen für die avantgardisitische Berliner Kunstszene, deren Hauptvertreter und einzigartigen Künstlerpersönlichkeiten in diesem Buch konzentriert, mit reich gestalteten, umfassend ausgearbeiteten Kunstwerken enthalten sind: Alexander Camaro, Jean Cocteau, Paul Dierkes, Else Drießen, Edgar Ehses, Wolfgang Frankenstein, Bernhard Heiliger, Werner Heldt, Karl Hofer, Otto Hofmann, Hans Jaenisch, Carl-Heinz Kliemann, Juro Kubicek, Hans Kuhn, Fritz Kuhr, Curt Lahs, Heinrich von Luckner, Jeanne Mammen, Karl Maeder, Hermann Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff (Holzschnitt), Herbert Spangenberg, Friedrich Stabenau, Paul Strecker, Hans Thiemann, Heinz Trökes, Hans Uhlmann, Theodor Werner, Woty Werner, Mac Zimmermann u.a. Dem Gästebuch sind alle 17 Ausstellungsplakate der Galerie Gerd Rosen beigegeben.
Provenienz: Nachlass Gerd Rosen
Grisebach, Berlin, Auktion 25.11. 2004, Lot 340
Privatsammlung Berlin
Transparentes Gefilde
Öl auf Leinwand. 1947.
30,5 x 41 cm.
Unten links in der Darstellung mit Pinsel in Rot signiert "hans thiemann" und datiert.
Essen 57.
Eine ganz eigene, imaginierte Bildwelt jenseits der Realität baut Thiemann auf, anstatt diese lediglich zu verfremden. Anklänge an Landschaftliches vereinen sich mit mysteriösen Objekten und Konstrukten, in der spannungsreichen Komposition und mit dem ornamentalen, regelmäßigen Pünktchenmuster von hohem ästhetischen Reiz. Um 1933 wandte sich der Künstler "jener metaphorisch abstrakten Formensprache zu, die fortan seine Bildwelt bestimmt. Sie führt ihn zurück zu den Grundelementen der abstrakten Malerei, zu Punkt, Linie und Fläche im Sinne seines Lehrers Kandinsky." Mit dieser elementaren Formensprache baut er jedoch eine metaphernreiche, geradezu dichterische Bildwelt auf. "Hier wird die Nähe zu seinem zweiten großen Lehrer am Bauhaus, zu Klee, spürbar." (Essen S. 15). Kurz vor dem Entstehen des vorliegenden Gemäldes, 1946, fand die erste große Ausstellung seiner Arbeiten, zusammen mit Trökes, Zimmermann u. a. als "Gruppe der Fantasten" präsentiert, in der Berliner Galerie Gerd Rosen statt, im Jahr 1947 war bereits ebendort seine erste Einzelausstellung.
Provenienz: Bassenge, Berlin, Auktion 121, 08.06.2023, Lot 7573
Privatbesitz Süddeutschland
"Stilleben hinter Blau"
Öl auf Leinwand. 1934-37.
134 x 83 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz signiert "hans thiemann" und datiert, verso auf dem Keilrahmen nochmals datiert und betitelt.
Essen 15.
Als letzter Absolvent vor Schließung durch die Nationalsozialisten beendete Thiemann 1933 sein Studium am Bauhaus bei Paul Klee und Wassily Kandinsky. Die Einflüsse seiner Lehrer prägten ihn nachhaltig und sind auch für diese frühe Komposition eines Stillebens entscheidend. In ihr vereinen sich Kandinskys Prinzipien elementarer Formgebung mit Klees metaphernreicher Bildsprache und werden von Thiemann zu einer ganz eigenen, geradezu poetischen Bildwelt zusammengefügt. Zugleich findet sich hier zum ersten Mal ein bevorzugtes Element seiner Bilder: die aufrechtstehende Sprossenleiter, deren zeichenhaften, vieldeutigen Charakter Thiemann bewusst unbestimmt lässt. Nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren konnte Thiemann schnell wieder an die Berliner Kunstavantgarde anknüpfen und gehörte zu den allerersten Künstlern, die in der neugegründeten Galerie Rosen sogar in einer Einzelausstellung gezeigt wurden. Das Bild hing zuletzt jahrelang an prominentem Platz in der Villa Metz in Potsdam.
Provenienz: Sammlung Wolfgang Joop und Edwin Lemberg, Potsdam
Literatur: Hans Thiemann und die Berliner Fantasten, Ausst.-Kat. bauhaus-archiv Berlin 2000, Abb. S. 28
Landschaft mit Sonne
Aquarell auf Japan. 1948.
52 x 65,5 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz signiert "Trökes" und datiert, verso (schwer lesbar) nochmals datiert.
Von einer zarten, beinahe transparenten Farbigkeit bestimmt, entfaltet die „Landschaft mit Sonne“ eine lichte und schwerelose Wirkung. Trökes lässt weite Partien frei und setzt die Farbflächen sparsam ein. Kräftige Farbfelder treten wie einzelne Zeichen hervor und scheinen sich frei über die Bildfläche zu bewegen. Die gelbe Sonne bildet dabei einen ruhigen, leuchtenden Bezugspunkt. Entstanden ist das Bild im Jahr der Berliner Blockade, als Trökes Berlin zeitweise verließ und sich in Rodenbach bei Neuwied aufhielt. Die Arbeit ist im Trökes-Archiv unter der Nummer P 023/1948 verzeichnet.
Provenienz: Jeschke/van Vliet, Berlin, Auktion 26.06.2020, Los 113
Privatsammlung Süddeutschland
Tiere und Kinder
Aquarell und Chinatusche auf Japan. 1947.
47,2 x 62 cm.
Unten rechts mit Tuschpinsel in Schwarz signiert "Trökes" und datiert.
Das Aquarell gehört zu den Werken, die in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Nach Jahren großer Einschränkungen war Trökes 1945 Mitbegründer und kurzzeitig künstlerischer Leiter der Berliner Galerie Gerd Rosen. 1947 folgte seine Berufung an die Kunsthochschule in Weimar. In diesen Jahren entwickelte er eine freie, von surrealen und phantastischen Bildwelten geprägte Formensprache. In „Tiere und Kinder“ bevölkern stark vereinfachte, zeichenhafte Figuren und Tierwesen die helle Bildfläche. Mit wenigen schwarzen Pinselzügen und locker gesetzten Farbakzenten entwickelt Trökes eine spielerische Szenerie, in der Mensch, Tier und erfundene Kreatur selbstverständlich nebeneinanderstehen. Im Trökes-Archiv unter der Nummer P 10/1947 verzeichnet.
Provenienz: Privatsammlung Südafrika
Am Ostseestrand
Gouache auf Bütten. Um 1950.
63,2 x 49 cm.
Verso mit dem Nachlaßstempel.
Moll studierte von 1939 bis 1945 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Als Pazifist simulierte er eine Schizophrenie, um nicht zur Kriegsmarine eingezogen zu werden, und wurde 1942 in die Heilanstalt Stralsund eingewiesen. Wie durch ein Wunder entging er sowohl der standrechtlichen Erschießung als Deserteur, als auch der drohenden Euthanasie und wurde nach ein paar Monaten als wehrunfähig entlassen. Die dort gemachten Erfahrungen prägten ihn und seine Kunst ein Leben lang, und zurück in Berlin schloss er sich dem Kreis um Eugen Neutert an und war aktiv im Widerstand gegen die Nazis tätig. Nach dem Krieg gehörte er zum Künstlerkreis der Berliner Galerie Gerd Rosen und dem Künstlerkabarett „Die Badewanne“. 1948 stellte Gerd Rosen erstmals Arbeiten Molls in seiner Galerie aus. Zu seinen Künstlerfreunden gehörten Wolfgang Frankenstein, Waldemar Grzimek, Gustav Seitz, Heinz Trökes, Fritz Cremer und Gerhard Marcks. Nach einer kurzen Ehe mit Ruth von Carnap war er 1952 bis 1955 Meisterschüler bei Heinrich Ehmsen. Nach ersten Erfolgen in den 1950er und 1960er Jahren geriet Moll in den zunehmend ideologisch geprägten künstlerischen und politischen Debatten von beiden Seiten unter Beschuss und zog sich immer mehr in sein Atelier zurück. Erst ab 1972 stellte er wieder vermehrt aus, starb aber trotzdem im Jahre 1986 fast vergessen in seinem Atelier in Berlin-Friedenau. Erst nach seinem Tod wurde sein vielseitiges Werk vor allem Dank des Direktors der Berlinischen Galerie, Jörn Merkert, wiederentdeckt und vielfach ausgestellt. Im Katalog zur Berliner Ausstellung von 1993 schreibt Merkert: „Ein eigentümliches Werk! Das alles ist sehr privat, sehr persönlich, sehr verschlüsselt und zugleich sehr direkt, unverstellt und schutzlos.“ (vgl. Gerhard Moll, Gemälde und Aquarelle, Galerie Inselstrasse 13, in Zusammenarbeit mit der Berlinischen Galerie, Berlin 1993).
Provenienz: Nachlass des Künstlers (mit dem Nachlaßstempel seiner 2020 verstorbenen Lebensgefährtin Jutta Zimmer verso)
Privatbesitz Süddeutschland
Fischer
Gouache und Feder in Schwarz und Deckweiß auf Karton. 1957.
64,5 x 50 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert "Mac Zimmermann." und bezeichnet "4 IX/4."
Knapp/Petersen 506.
Imposante, großformatige Arbeit des Surrealisten Mac Zimmermann: Vor markantem flächigen Hintergrund in Blau und Braun heben sich zwei filigran in Schwarz und Weiß gezeichnete Figuren mit typisch überlängten Gliedmaßen ab. Es handelt sich um Fischer, die mit ihren langen Netzen auf Fang gehen. Die unkenntlichen Gesichter wie die Darstellung der Figuren insgesamt muten rätselhaft-phantastisch an. Mac Zimmermann studierte an der Werkkunstschule Stettin und war seit 1934 in Hamburg als Bühnenbildner, Pressezeichner und Zeichenlehrer tätig. Seit 1938 in Berlin, schuf er ab 1940 die ersten phantastischen Bilder. 1946 richtete ihm die Berliner Galerie Gerd Rosen seine erste große Ausstellung aus.
Häuser und Kapelle in Trümmern
Pinsel in Schwarz auf Skizzenbuchpapier. 1948.
21,9 x 30,4 cm.
Unten rechts mit Bleistift monogrammiert (ligiert) "WH", datiert sowie unten links bezeichnet "25.".
Seel 534.
Die Fassaden und Trümmer lagern auf mehreren Linien und stehen kreuz und quer im Raum, wodurch sie nahezu schwerelos wirken und Assoziationen an ein schwankendes Schiff wecken. Das „Häuserstilleben“ verweist auf Heldts umfangreiche Werkgruppe „Berlin am Meer“, bestehend aus Zeichnungen und Lithographien, mit denen der Künstler die existenzielle Instabilität und Orientierungslosigkeit der Nachkriegszeit bildhaft einfing. „Werner Heldt ist der Maler Berlins in einem besonderen Sinn. Er gibt uns das Bild einer von allem Lokalkolorit entschlackten Stadt. Durch diese Stadt ist der Abgrund der Zeiten gegangen. (...) Ein kalter Wind hat ihre Straßen leergeweht, reingefegt." (Wieland Schmied, Das Werk Werner Heldts, in: Eberhard Seel, Werner Heldt, Köln 1976, S. 8).
Provenienz: Irene Lehr, Berlin, Auktion 27.10.2012, Lot 238
Grisebach, Berlin, Auktion 29.11.2013, Lot 534
Ehemals Galerie Brusberg, Berlin (mit deren Klebeetikett verso)
Heldt, Werner
Tischstilleben vor Blick aus dem Fenster auf Häuserfront
Los 7172
Schätzung
4.000€ (US$ 4,598)
Tischstilleben vor Blick aus dem Fenster auf Häuserfront
Pinsel in Schwarz auf Bütten. 1950.
14,3 x 20,2 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz monogrammiert "WH" (ligiert) und datiert.
Seel 682.
Mit vereinfachten, geometrisierten Formen zeichnet Werner Heldt die Szenerie eines Stillebens. Die Objekte ruhen auf dem Tisch im Vordergrund, direkt dahinter öffnet sich das Fenster und gibt den Blick frei auf die für Heldt klassische Ansicht Berliner Häuser. Von 1946 an entstehen Heldts Tuschzeichnungen zum Motiv der Fensterausblicke, die das Gesehene in eine chiffrierte, zeichenhafte Form bringen. Die Arbeit von 1950 zeugt von einer radikal vereinfachten Bildsprache. Werner Heldt verzichtet völlig auf fließende Übergänge und setzt ganz auf das Spannungsfeld von reinem Schwarz und Weiß.
Provenienz: Ehemals Galerie Brusberg, Berlin (mit deren Klebeetikett verso)
Abstrakte Komposition
Monotypie und Aquarell auf leicht strukturiertem Velin. 1947.
54,4 x 78 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz monogrammiert "hT" (ligiert) und datiert, verso (von fremder Hand) bezeichnet "# 741 O".
Frühe Monotypie des Künstlers, die in der Bildsprache eine gewisse Nähe zu Juan Gris zeigt. Zudem steht das Thema der Bewegung im Vordergrund, einerseits durch die Formensprache, andererseits impliziert bereits der Herstellungsprozess der Monotypie, bei dem feuchte Farbe auf die Platte aufgetragen und danach auf das Papier gepresst wird, Bewegung. Die Spuren dieses Prozesses zeigen sich prägnant auf der Rückseite. 1947, im Entstehungsjahr der Arbeit, bildete sich um Hann Trier der Künstlerkreis der Donnerstagsgesellschaft.
Literatur: Zellermayer Galerie Berlin, Hann Trier. Aquarelle 1947-1994, Berlin 2010, S. 46 (ganzs. Abb. S. 12)
"Abstrakte Komposition"
Mischtechnik auf Velin. 1948.
23,5 x 36,5 cm.
Unten links mit Pinsel in Weiß signiert "Ernst Geitlinger" und datiert, auf ehem. Unterlagekarton mit Bleistift nochmals signiert, datiert und betitelt.
Abstrakte Szenerie vor tiefblauem Hintergrund, verso mit dem Fragment einer weiteren Komposition des Künstlers. Ernst Geitlinger studierte ab 1922 an der Münchner Akademie der Bildenden Künste Malerei bei Karl Caspar. Es entstand ein beachtliches Frühwerk, bei dem sich der junge Künstler neben Hofer und Kanoldt auch von Max Beckmann und Otto Dix inspirieren ließ. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde ihm ein Ausstellungsverbot erteilt, seine Kunst galt als "entartet". Nach 1945 tendierte sein Werk zunehmend zur Abstraktion, ohne dass er das Gegenständliche ganz ablegte. Im Dezember1946 zeigte die Galerie Gerd Rosen eine Einzelaustellung mit Werken von Ernst Geitlinger.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Surreale Landschaft
Gouache und Deckweiß auf grauem Velin. 1946.
29,8 x 21,7 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten rechts mit Pinsel in Dunkelbraun signiert "CESAR KLEIN" und datiert.
César Klein war 1910 Mitbegründer der Neuen Sezession und 1918 der Novembergruppe in Berlin. Er stattete in den 1920er Jahren u.a. das Theater am Kurfürstendamm, die Kroll-Oper und das Renaissance-Theater mit Bühnenbildern aus. Seine Professur, die er seit 1919 an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin innehatte, verlor er 1937, nachdem er in der NS-Zeit bereits 1933 Malverbot erhalten und als „entartet“ diffamiert worden war. In unserer surrealen Landschaftsansicht erscheinen puzzleartig kombiniert verschiedene geometrisierende Formen, mit feinen Pinselstrichen gestrichelt, schraffiert oder getupft. Wir danken Dr. Matthias Esche vom Freundeskreis Cesar Klein e.V., Mölln, für freundliche Hinweise vom 28.09.2026.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Acht Farblithographien
8 Bl. Farblithographien auf festem Bütten. 1956-57.
54,3 x 76,3 cm (Blattgrößen)
Je signiert "Trökes", datiert, 1 Bl. bezeichnet "epreuve d'artiste", in den Ecken links jeweils mit der Werknummer. Auflagen 10 (1 Bl.) bzw. 20 (6 Bl.) num. Ex.
Beispielhafte, leuchtend farbige Lithographien des bedeutenden Berliner Künstlers der Nachkriegsjahre. Jeweils von mindestens drei Steinen gedruckt, überlagern sich die einzelnen Farben und Formen und mischen sich zu neuen, spannungsreichen Mustern und Farbklängen. Prachtvolle, farbsatte Abzüge jeweils mit dem vollen Schöpfrand.
"Im Wind verweht"
Öl auf Leinwand, 1959.
50 x 71,3 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Trökes" und datiert, verso mit Faserstift in Schwarz nochmals signiert "Heinz Trökes", datiert und betitelt.
Krause 517.
Das im März 1959 auf Ibiza entstandene Gemälde gehört zu einer Gruppe von Arbeiten, in denen Trökes seine Eindrücke der Insel in abstrakte Strukturen überführt. Über dem lichten, blaugrauen Grund verdichten sich farbige Formen, Linien und Zeichen zu einem bewegten Gefüge, das wie vom Wind erfasst über die Leinwand zieht. Der poetische Titel „Im Wind verweht“ beschreibt dabei weniger ein konkretes Motiv als vielmehr den flüchtigen, bewegten Charakter des Bildes. Die von Trökes häufig auf den Rückseiten seiner Gemälde notierten genauen Entstehungsdaten lassen die intensive Folge seiner auf Ibiza geschaffenen Arbeiten nahezu tageweise nachvollziehen. Allein im März 1959 schuf er neun Gemälde, unser Bild ist auf den 13. März datiert.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Ausstellung: Galerie Alex Vömel, Düsseldorf,1959, Nr. 5
Galerie Lutz & Meyer, Stuttgart 1959
Abstrakte Komposition
Öl auf Malpappe, auf Holz aufgezogen. 1949.
48 x 30,6 cm.
Unten links signiert (in die feuchte Farbe geritzt) "BERKE" und datiert.
Abstraktes Formgebilde aus blauen, schwarzen und weißen Elementen, entstanden in der frühen Nachkriegszeit. Berke, ein Schüler Paul Klees, schloss sich bald darauf, im Jahr 1951, der Künstlergruppe ZEN 49 an. Wie auch die anderen Mitglieder des ZEN suchte er nach Wegen einer geistigen und künstlerischen Erneuerung. Nach dem Krieg entwickelte er seine eigene dynamische Abstraktion und wurde hauptsächlich als Maler des lyrischen Informel bekannt. Dazu lässt Berke in hohem Maße sowohl die geistige Haltung der östlichen Philosophie, als auch die rhythmischen und improvisierten Gestaltungsformen der Jazzmusik in seine vielschichtigen Arbeiten einfließen. "Die zivilisierte Welt ist im Vordergrund verbraucht und öde, allgemein zeigt sich eine starre Maskenhaftigkeit, die Welt des äußeren Menschen entbehrt des Humanen. So müssen wir Kräfte gestalten, die hinter den äußeren Erscheinungen der Dinge wirken. Dies möglich zu machen, erfordert ein weites Zurücktreten, um hinter der scheinbaren Isolierung der Dinge eine eigentliche Ordnung und das Ewige zu sehen." (Hubert Berke 1953, zit. n. hubertberke.art, Zugriff 05.08.2026).
Höch, Hannah
Abstrakte Komposition in Grün, Rot und Weiß
Los 7179
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Abstrakte Komposition in Grün, Rot und Weiß
Gouache auf festem Velinkarton (rückseitig alt bedruckt).
28 x 28,9 cm.
Verso zweifach mit dem gelben Nachlaßstempel "Hannah Höch Nachlass Sammlung Carlberg-Höch".
Zeichenhafte Kürzel aus überwiegend roten, teils kurzen, teils geschwungenen Pinselstrichen formen ein konsequent abstrahiertes, trauriges Gesicht mit einer Träne unter dem linken Auge. Als flächige Hintergrundfarbe wählt Höch dafür ein komplementär-leuchtendes Grün und setzt mit weißen und dunkelroten Konturlinien markante Akzente. Höch nutzte für diese nahezu quadratische Komposition die Rückseite eines alten Kartons eines Saatgutunternehmens von 1923/24, verso mit aufgedruckten floralen Motiven, den sie sicher in ihrem umfangreichen Repertoire an Papieren in ihrem Haus in Heiligensee finden konnte. Wir danken Dr. Ralf Burmeister, Berlinische Galerie, für freundliche Hinweise vom 06.10.2026.
Provenienz: Ehemals Sammlung Dr. Maria Magdalena Klesse, Heiligensee (Ärztin und Nachbarin von Hannah Höch)
Seitdem in Familienbesitz
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