Los 7161

Brauer, Arik
(1929-2021, Wien)Dorf in Algerien (Türe der Sahara)

Schätzung
18.000€ (US$ 20,690)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 7161 - Brauer, Arik - Dorf in Algerien (Türe der Sahara) - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Moderne und Zeitgenössische Kunst I
Auktionsdatum 27.11.2026

Lot 7161, Auction  128, Brauer, Arik, Dorf in Algerien (Türe der Sahara)

"Dorf in Algerien (Türe der Sahara)"
Öl auf Holz mit Kreidegrund. 1946-54.
41,5 x 61 cm.
Unten links mit Pinsel in Rot signiert "BRAUER", verso mit Kreide in Schwarz betitelt "Türe der Sahara" sowie auf montierten Etiketten typographisch unterschiedlich datiert, betitelt und bezeichnet "Oel XXXII".
Brauer Frühe Ölbilder XXXVIII.

Brauers rätselhafte Komposition regt mit ihrer schwer deutbaren Symbolik und ihrer Fülle von phantastischen Details die Imagination des Betrachters an: Im Vordergrund vereint sich eine Gruppe verschiedenster, teils fragmentarischer Gestalten oder Erscheinungen, deren Handlungen bedeutend, aber in ihrem Zweck unklar erscheinen. Der einzige Ausgang aus diesem rätselhaften Geschehen an einem weitgehend in sich geschlossenen Platz ist das Tor, das rechts in die tiefe Dunkelheit einer Gruft zu führen scheint, während sich weiter hinten in der kargen Wüstenlandschaft eine weitere Realitätsebene mit verschobenen Größenverhältnissen öffnet und im Hintergrund eine rhythmisierte Hügelformation bis in den Himmel reicht. Die frühen Gemälde des Wiener Phantasten zeigen sich, wie hier, typischerweise dominiert von Erdtönen.
Brauer hatte das Kriegsende versteckt in den Schrebergärten von Ottakring überlebt und begab sich im zerstörten Wien abgemagert sogleich an die Akademie, wo er sich bald mit Fuchs, Hutter und Lehmden in der Klasse von Albert Paris Gütersloh zusammenfand. Noch 1951 zeigte er seine Arbeiten gemeinsam mit Arnulf Rainer, Maria Lassnig und anderen in der einzigen Ausstellung der legendären Hundsgruppe, bevor sich Abstrakte und Phantasten endgültig trennten. Nach dem Ende seines Studiums an der Akademie radelte Brauer zu Ernst Fuchs nach Paris, reiste aber noch vorher nach Nordafrika und besuchte Algerien. Orientalische und afrikanische Themen faszinierten ihn seitdem. Das vorliegende Gemälde, im Zusammenhang mit dieser Reise entstanden, ist wohl eines der frühesten Zeugnisse dieser Passion. Das Werkverzeichnis gibt irrtümlich als Bildträger eine Hartfaserplatte an und weicht in den Maßangaben leicht ab. Brauer selber numerierte das zwischen 1945 und 1954 entstandene Frühwerk erst nachträglich römisch, beschrieb und betitelte die Arbeiten aus der Erinnerung, wobei ihm einige Ungenauigkeiten unterliefen (vgl. Brauer Bd. I, S. 9).

Provenienz: Sammlung Ernst Fuchs, Wien

Ausstellung: Marlborough Fine Art, London (mit deren Klebeetikett verso)

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.


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