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Lot 7120, Auction  128, Masjutin, Wassili Nikolajewitsch, Kostümentwurf für eine Dame im Phantasieanzug

Masjutin, Wassili Nikolajewitsch
Kostümentwurf für eine Dame im Phantasieanzug
Los 7120 [*]

Schätzung
900€ (US$ 1,034)

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Kostümentwurf für eine Dame im Phantasieanzug
Aquarell und Bleistift auf Skizzenbuchpapier. Wohl um 1931/32.
19,3 x 12,4 cm.

Phantastischer Kostümentwurf mit kurzem Jäckchen und mehrfach gestufter, geraffter Hose, dazu einem kessen Hut und der passenden expressiven Gestik der jungen Frau. Mit Wladimir Majakowski zusammen studierte Masjutin 1910-12 in Moskau an der Schule für Malerei, Bildhauerkunst und Baukunst. Danach wirkte er als Maler, Graphiker und Illustrator. Nach der russischen Revolution emigrierte er 1922 nach Berlin. In den Jahren 1931 und 1932 lebte er in Paris, wo er mit Max Reinhardt und Sergei Rachmaninow Mitglied des Freundeskreises "Théâtre Tchekhoff" war. Aus dieser Schaffensphase dürfte dieser wie auch der vorige Kostümentwurf (Lot 7119) stammen.

Provenienz: Privatbesitz Norddeutschland

Lot 7121, Auction  128, Kluck, Willy, Gehende junge Frau

Kluck, Willy
Gehende junge Frau
Los 7121

Schätzung
900€ (US$ 1,034)

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Gehende junge Frau
Bronze mit dunkelbrauner Patina auf Bronzeplinthe, auf schwarzer Marmorplinthe. Um 1930.
38,4 x 18 x 9,2 cm.
Auf der Plinthe seitlich signiert "Kluck".

Elegant stilisierte Bronze des Berliner Weltverbesserers und Exzentrikers Willy Kluck, der später auf Capri in seinem „Einsamkeitswürfel“, einem kleinen weißen Kubus nahe dem Abgrund der Migliara, lebte. Der Bildhauer, Maler und Philosoph gehörte der Künstlerszene der Insel an und gründete dort den ersten "Internationalen Privat-Staat" (IPS). 1920 war Kluck mit drei Werken an der Ausstellung der Berliner Novembergruppe beteiligt. Prachtvoller Guss mit fein differenzierter, partiell punzierter Oberfläche und schön changierender Patina. Arbeiten des Künstlers sind selten. Gesamthöhe mit Marmorplinthe: 40 cm.

Provenienz: Sammlung Wolfgang Joop und Edwin Lemberg, Potsdam

Lot 7122, Auction  128, Jacobi, Annot (Anna-Ottilie), Tulja

Jacobi, Annot (Anna-Ottilie)
Tulja
Los 7122

Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)

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Tulja
Öl auf Leinwand, doubliert. 1923.
100 x 81 cm.
Oben rechts mit Pinsel in Rotbraun signiert "ANNOT".

Eindrucksvolles, farblich stimmiges Bildnis einer emanzipierten Frau der 1920er Jahre. Bei der Dargestellten handelt es sich um die in Russland geborere Tulja Jenssen (geb. Gerda Margaretha Jenssen, 1904-1967), die als Fotomodell und Malerin tätig und eng mit zahlreichen Kunstschaffenden verbunden war. Ganz im Stil der „Neuen Frau“ der Weimarer Republik, mit radikalem Kurzhaarschnitt, modisch gekleidet und in selbstbewusster, fast maskuliner Pose, passt dieses Portrait in eine ganze Reihe von Frauendarstellungen, die Annot in den frühen 1920er Jahren von berufstätigen Frauen schuf. Entsprechend dem Gemälde verbirgt sich hinter der Malerin „Annot“ eine bis heute faszinierende Persönlichkeit. Als Großnichte des Malers Adolf v. Menzel, der auch ihr Patenonkel war, erhielt sie Mal- und Zeichenunterricht u.a. bei Lovis Corinth und später in Paris bei André Lhote. Schon früh setzte sie sich für Frieden und Menschenrechte ein. Nach ihrer Heirat mit dem Künstler Rudolf Jacobi 1921 gründete sie mit ihm zusammen 1928 die Malschule Annot in Berlin. 1933 emigierte das Ehepaar Jacobi nach New York, wo Annot ihre Malschule unter dem Namen „Annot Art School“ im Rockefeller Center weiterführte. Die Arbeit wird im Katalog zur Ausstellung "Frauen in Bewegung. Magdila und Moucky Christiansen zwischen Flensburg und Paris“, Museumsberg Flensburg, 31.01.2027 - 23.05.2027, abgebildet.

Provenienz: Ehemals Nachlass Rudolf Jacobi

Ausstellung: Annot. Gemälde, Aquarelle, Galerie von Abercron, München 1978, Kat.-Nr. 11, Abb. S. 21 (s/w)

Lot 7123, Auction  128, Jacobi, Annot (Anna-Ottilie), Strandstilleben (Tote Möwe)

Jacobi, Annot (Anna-Ottilie)
Strandstilleben (Tote Möwe)
Los 7123

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Strandstilleben (Tote Möwe)
Öl auf Leinwand. Wohl um 1932.
50 x 66 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert "ANNOT", verso auf dem Keilrahmen mit Kreide in Blau mit den Maßangaben sowie bezeichnet "A 11".

Das makaber-verrätselte Sujet erfasst die Künstlerin mit jener lockeren Großzügigkeit im Duktus, die ihr malerisches Schaffen auszeichnet und die stets ein wenig an den französischen Impressionismus erinnert. Mit der heiteren, sensibel abgetönten Farbwahl entspricht sie dem sommerlichen Motiv, das sie in ihrem Schaffen häufiger beschäftigte (vgl. Galerie von Abercron, Ausst.-Kat. München 1978, Kat.-Nr. 45, Abb. S. 40). Die pazifistisch engagierte Künstlerin wurde Mitglied der Berliner Sezession und des Vorstands der "Juryfreien". Ihre erste Ausstellung in der Galerie Neumann-Nierendorf und der Ankauf mehrerer Gemälde durch die Berliner Nationalgalerie verhalf Annot Jacobi zu ersten künstlerischen Erfolgen. Das vorliegende Gemälde entstand kurz vor ihrer Emigration in die USA.

Provenienz: Privatbesitz Rheinland-Pfalz

Lot 7124, Auction  128, Kuhfuss, Paul, Stilleben mit Maske und Bananen

Kuhfuss, Paul
Stilleben mit Maske und Bananen
Los 7124

Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)

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Stilleben mit Maske und Bananen
Öl auf Leinwand. 1930.
76 x 90 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz signiert "Kuhfuss", verso mit der Künstleradresse Berlin-Pankow sowie bezeichnet "No. 13-22".
Hellwich/Röske 30/23.

Bananen, üppig wuchernde Pflanzen und eine farbenprächtige Südseemaske schildert Kuhfuss mit kraftvollem Duktus in intensiver, von Blaugrün dominierter Farbigkeit. Um 1930-32 entstanden Temperaarbeiten und Ölgemälde des Künstlers zu demselben Motiv in leicht variierender Komposition (vgl. Hellwich/Röske 30/21, 31/58, 32/30 und 32/34); im Besitz des Künstlers befanden sich zudem afrikanische Schnitzereien, die ihm als Motive in Stilleben dienten. Ab 1950 griff er diesen Motivkreis erneut auf, löste die Darstellung dann jedoch in einer noch deutlich gelockerteren, stärker abstrahierten Linienführung. Verso Entwurfsskizze für eine weitere Komposition.

Provenienz: Galerie der Berliner Graphikpresse, 1. Versteigerung, 1991, Lot 139
Privatbesitz Berlin

Lot 7125, Auction  128, Muter, Mela, Dorfstraße

Muter, Mela
Dorfstraße
Los 7125

Schätzung
4.000€ (US$ 4,598)

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Dorfstraße
Aquarell auf festem Velin.
35,5 x 40 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "MUTER".

Zart miteinander kontrastierende Aquarelltöne konzentrieren sich um die feinen schwarzen Konturlinien herum, so dass immer wieder der helle Papierton hervorscheint. "Ihre Aquarelle sind leuchtende Blätter, auf denen die weißen Zwischenräume die Aussage der Farbe hervorheben. Mela Muter baut mit Farben auf und verzichtet, wenn erforderlich, auf die Hilfe der Linie" (Waldemar George, zit. n. Mela Muter. Bilder, Aquarelle, Zeichnungen, Ausst.-Kat. Galerie Gmurzynska, Köln 1965, o.S.). Lange war das Schaffen der Künstlerin, die seit 1901 gemeinsam mit Bonnard, Braque, Chagall, Léger, Matisse und anderen ausstellte, in Vergessenheit geraten. Verso ein weiteres, ebenso präzise und klar gezeichnetes Aquarell der Künstlerin, "Alter Herr auf dem Totenbett".

Provenienz: Privatbesitz Hessen

Lot 7126, Auction  128, Muter, Mela, Künstlerin an der Staffelei

Muter, Mela
Künstlerin an der Staffelei
Los 7126

Schätzung
2.400€ (US$ 2,759)

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Künstlerin an der Staffelei
Aquarell über Bleistift auf gelblichem Velin.
40 x 30 cm.
Unten links mit Pinsel in Blaugrau signiert "Muter".

Delikat aquarellierte Komposition in gedeckter Farbpalette. Trotz der in der Andeutung belassenen Gesichtszüge liegt die Vermutung nahe, dass es sich um ein Selbstbildnis der Künstlerin handelt. Mela Muter, die aus der wohlhabenden und kulturell interessierten jüdischen Kaufmannsfamilie Klingsland stammte, zog es bereits 1901 nach Paris, wo sie u.a. an der Academie Colarossi studierte und zahlreiche Kontakte zu anderen Künstlern und Intellektuellen der Pariser Szene und der École de Paris hatte; mit Rainer Maria Rilke war sie nach einer Liaison mit Raymond Lefèvre befreundet. In den 1910er Jahren, ihrer Hauptschaffensphase, ließ sie sich stark von den Werken Cézannes, Van Goghs und Vuillards beeinflussen und hatte einen exzellenten Ruf als Portraitmalerin. In späteren Jahren inspirierten sie fauvistische Ansichten Südfrankreichs und der Seine, wie sie Raoul Dufy oder Albert Marquet schufen. Seit 1912 wurden ihre Arbeiten in zahlreichen europäischen Galerien ausgestellt. Das Museum Villa la Fleur, Konstancin-Jeziorna, zeigt noch bis Februar 2027 eine Ausstellung ihrer Werke.

Provenienz: Privatbesitz Berlin
Bassenge, Berlin, Auktion 94, 30.11.2009, Lot 7250
Privatbesitz Berlin

Lot 7127, Auction  128, Wohlers, Julius, Buchenwald bei Himmelpforten

Wohlers, Julius
Buchenwald bei Himmelpforten
Los 7127

Schätzung
2.500€ (US$ 2,874)

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Buchenwald bei Himmelpforten
Öl auf Leinwand. Um 1930.
74 x 60 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Blau und links mit Pinsel in Rotbraun zweifach signiert "J. WOHLERS".

Die durchlichtete norddeutsche Waldlandschaft gestaltet Wohlers in einer frühlingshaft hellen, leuchtenden Tonalität von Grün, Blau und Braunrosa mit impressionistisch lockerer, vielfach tüpfelnder Pinselführung. Ausgebildet 1886-89 an der Akademie in Berlin, gehörte er 1897 zu den Gründungsmitgliedern des Hamburgischen Künstlerclubs, die mit ihrer Pleinairmalerei in leuchtender Farbigkeit damals Anstoß erregten. In der Gegend um Himmelpforten und im Alten Land fand er seine bevorzugten landschaftlichen Motive. 1943 zerstörte ein Bombenangriff einen großen Teil seines malerischen Frühwerks.

Provenienz: Stahl, Hamburg, Auktion 13.02.2010, Lot 87
Privatbesitz Berlin

Lot 7128, Auction  128, Tappert, Georg, Liegender weiblicher Akt

Tappert, Georg
Liegender weiblicher Akt
Los 7128

Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)

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Liegender weiblicher Akt
Aquarell und Bleistift auf Skizzenbuchpapier. 1937.
31,7 x 47,8 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert "Georg Tappert" und datiert.

Treffsicher, ungeschönt und unmittelbar zeichnet Tappert mit breitem Pinselstrich den liegenden Frauenkörper. Sein lebendiger, spontaner Duktus spiegelt die Impulsivität, mit der sich der Künstler seinem Motiv nähert und mit der er schonungslos auch die in der Verkürzung unförmig erscheinenden Partien schildert. Zugleich verleiht die Zartheit und Sensibilität der Aquarellierung im Umraum mit seinen differenzierten, nuancenreichen Zwischentönen der hellen Frauenfigur trotz ihrer üppigen Körperlichkeit etwas Durchscheinendes, Verletzliches. Nach der Gründung der "Novembergruppe" 1918 unterrichtete Tappert seit 1919 an der Schöneberger Kunstschule und der Reimann-Schule. In den 1920er/30er Jahren malte er oft Frauen aus den Berliner Nachtbars, Varietés, Cafés und der Zirkus- sowie Theaterwelt.

Provenienz: Geschenk des Künstlers an Karl Hofer zu dessen 70. Geburtstag
Nachlass Karl Hofer
Lempertz, Köln, Auktion 30.11.2012, Lot 403
Privatsammlung Berlin

Lot 7129, Auction  128, Braun, Eduard, Vor der Bar

Braun, Eduard
Vor der Bar
Los 7129

Schätzung
900€ (US$ 1,034)

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Vor der Bar
Öl auf Leinwand. 1935.
60 x 50 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Grau signiert "Ed. Braun" und datiert.

Von der Neuen Sachlichkeit beeinflusst zeigt sich Brauns Szenerie auf dem Trottoir vor einer Bar, ein charakteristisches Sujet des Künstlers, doch hier dem großstädtischen Treiben entrückt und in ein südliches Ambiente versetzt. Braun, auch Illustrator und Pressezeichner, ausgebildet an der Düsseldorfer Akademie und an den Münchner Lehrwerkstätten, wird zu den Künstlern der Verschollenen Generation gerechnet.

Provenienz: Privatbesitz Hessen

Lot 7130, Auction  128, Liebknecht, Robert, Landschaft im Berliner Norden

Liebknecht, Robert
Landschaft im Berliner Norden
Los 7130

Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)

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Landschaft im Berliner Norden
Öl auf Malpappe. Um 1932.
50 x 70 cm.
Im Unterrand mittig mit Bleistift signiert "R. Liebknecht", verso mit Farbstift in Violett bezeichnet "878" sowie mit Bleistift "M843".

Es ist wohl das Gesundbrunnengelände in Berlin Wedding, das Liebknecht um das Jahr 1932 malt und in dessen Nähe, in der Heubuder Straße, sich sein Atelier befand. Breite, zügig bewegte Pinselstriche setzt er mit lockerem Duktus und harmonisch ausgewogener Palette fließend aneinander, stellenweise pastos modellierend und dann wieder teils so trocken, dass die Borstenstrukturen des groben Pinsels und der Malgrund sichtbar werden. Die vorliegende, kurz vor seiner Emigration entstandene Stadtlandschaft blieb nur durch glückliche Umstände erhalten, denn fast alle seine Vorkriegswerke wurden vernichtet - bis auf die wenigen, die ihm sein Freund Kurt Tucholsky nach Paris nachschicken konnte. Als 16-Jähriger war Robert Liebknecht 1919 mit der Ermordung seines Vaters Karl Liebknecht konfrontiert worden. Käthe Kollwitz, eine Freundin der Familie, ermutigte ihn damals, Maler zu werden. Nach Zeichenunterricht bei Hans Baluschek und Willy Jaeckel begann er 1923 ein Studium an der Dresdner Kunstakademie bei Ferdinand Dorsch, Max Feldbauer und Robert Sterl. 1933 emigrierte er nach Paris, wo er 1936 zusammen mit Max Ernst, Otto Freundlich und Paul Westheim zu den Gründern des "Kollektivs deutscher Künstler" gehörte.

Provenienz: Ehemals Nachlass des Künstlers
Privatbesitz Hessen

Lot 7131, Auction  128, Lehmann, Jean, "Bergstraße Etzenhausen" (Winterliche Straße in Dachau)

Lehmann, Jean
"Bergstraße Etzenhausen" (Winterliche Straße in Dachau)
Los 7131

Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)

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"Bergstraße Etzenhausen" (Winterliche Straße in Dachau)
Öl auf Leinwand. 1932.
70 x 100 cm.
Unten mittig links signiert (in die feuchte Farbe geritzt) "Jlls" und datiert, verso mit Faserstift in Rot mit der Werknummer "47" und auf dem Keilrahmen in Schwarz betitelt.

Schimmernde Schneeflächen in subtil differenzierten Weißabstufungen stehen in ausdrucksvollem Kontrast zu den kräftigen dunklen Tönen des Wintertages im ländlichen Etzenhausen, einem Teil von Dachau, der bereits seit dem 19. Jahrhundert als Künstlerort bekannt ist und in enger Verbindung zur Künstlerkolonie Dachau steht. Mit lebhaftem Pinselduktus und kurzen Spachtelbewegungen modelliert der Künstler die pastosen Farbschichten in ausgewogener Komposition. Das Signaturkürzel "JLLS" steht für Jean Lehmann Luzern St. Moritz/Schweiz.

Provenienz: Dachauer Museen und Galerien (seit den 1970er Jahren)
Besitz Dachauer Stadtrat (seit ca. 1978/80)
Familienbesitz Dachau
Privatbesitz Süddeutschland

Ausstellung: Galerie Samuelis Baumgarte, Jubiläumsausstellung zum 50jährigen Bestehen der Galerie, Bielefeld 2025, S. 186/187 (mit Abb., dort betitelt "Winterliche Straße in Dachau")

Lot 7132, Auction  128, Wislicenus, Max, In Kampen auf Sylt

Wislicenus, Max
In Kampen auf Sylt
Los 7132

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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"In Kampen auf Sylt"
Öl auf Malpappe.
41 x 52,5 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Dunkelblau signiert "Max Wislicenus", verso mit Feder in Schwarz nochmals signiert, betitelt, mit den Maßangaben, der Nr. "85" und mit Kreide in Blau bezeichnet "gehört zu meinen besten Bildern".

In subtil abgestuften Farbnuancen, horizontal gestaffelt und mit lockerem Duktus gestaltet, schimmert die nordfriesische Landschaft mit Fischerhäusern. Ausgebildet 1880-89 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Eduard Gebhardt und Wilhelm Sohn und anschließend in München, lehrte der aus einer Künstlerfamilie stammende Wislicenus ab 1896 an der Königlichen Kunst- und Gewerbeschule in Breslau, und leitete dort Zeichen- und Malklassen wie auch Weberei- und Textilklassen, zusammen mit Wanda Bibrowicz. Er wurde zu einem bedeutenden Entwerfer moderner Tapisserien.

Provenienz: Ehemals Sammlung Fritz Russell, o.O. (lt. handschriftl. Besitzvermerk verso)
Irene Lehr, Berlin, Auktion 40, 03.05.2014, Lot 489
Privatbesitz Berlin

Lot 7133, Auction  128, Lehmann, Jean, An der Amper

Lehmann, Jean
An der Amper
Los 7133

Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)

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An der Amper
Öl auf Leinwand. 1931.
60 x 70 cm.
Unten links signiert (in die feuchte Farbe geritzt) "Jlls" und datiert.

Üppig strahlt die Sommerlandschaft westlich von Dachau in frischen Nuancen von Blau und Grün, die Farboberflächen variantenreich durchstrukturiert. Den Zusammenfluss der Amper unterhalb des Gündinger Wehrs erfasst Lehmann in der charakteristischen lebhaften Farbigkeit, die viele seiner Gemälde auszeichnet. Nach dem Ersten Weltkrieg zog der Künstler ins Dachauer Moos, wo auch das vorliegende Werk entstand. In dieser besonders ergiebigen Schaffensperiode zeigte er seine Werke in den Ausstellungen der Dachauer Künstlervereinigung, der Münchner Sezession und des Münchner Glaspalastes (vgl. jean-lehmann.ch, Zugriff 04.08.3036). Erst 1936 verlegte er seinen Wohnort wieder zurück nach Zürich. Das Signaturkürzel "JLLS", mit dem er Verwechslungen vorbeugen wollte, steht für Jean Lehmann Luzern St. Moritz/Schweiz.

Provenienz: Dachauer Museen und Galerien (seit den 1970er Jahren)
Besitz Dachauer Stadtrat (seit ca. 1978/80)
Familienbesitz Dachau
Privatbesitz Süddeutschland

Ausstellung: Galerie Samuelis Baumgarte, Jubiläumsausstellung zum 50jährigen Bestehen der Galerie, Bielefeld 2025, S. 176/177 (mit Abb.)

Lot 7134, Auction  128, Jaeckel, Willy, Sitzender weiblicher Akt

Jaeckel, Willy
Sitzender weiblicher Akt
Los 7134

Schätzung
3.500€ (US$ 4,023)

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Sitzender weiblicher Akt
Öl auf Leinwand.
135 x 73 cm.
Oben links mit Pinsel in Dunkelbraun signiert "W. Jaeckel".

Ihr ausdrucksvolles, ebenmäßiges Gesicht hat die junge Frau nach rechts ins Halbprofil gedreht, und sie wendet ihren Körper selbstbewusst dem Maler zu. Dabei setzt sie ihre Schönheit jedoch nicht in Szene, sondern lässt die Schultern rund und locker hängen, und die Beine baumeln entspannt mit überkreuzten Füßen und einem keck emporwippenden großen Zeh. In ausgewogener Komposition malt Jaeckel das Modell ganzfigurig, die Palette harmonisch abgetönt und das Kolorit insbesondere im schimmernden Inkarnat wunderbar differenziert. Weich modelliert er den Körper in seiner Plastizität durch, ebenso wie die unterschiedlichen Decken, die sich im Hintergrund und über dem hohen Hocker ausbreiten und die räumliche Situation komplex gestalten. "Ausgehend von intensiven philosophischen und theologischen Studien brachte Jaeckel sein Menschenbild unermüdlich in Aktdarstellungen zum Ausdruck, die durch Optimismus, Stärke, Freiheit und Natürlichkeit gekennzeichnet sind." (Nils Ohlsen, in: Willy Jaeckel. Gemälde, Pastelle, Aquarelle, Ausst.-Kat. Bröhan-Museum, Berlin 2003, S. 26).

Provenienz: Neumeister, München, Auktion 06.07.2016, Lot 389
Privatbesitz Sachsen

Lot 7135, Auction  128, Iacovleff, Alexandre, Männerbildnis nach links

Iacovleff, Alexandre
Männerbildnis nach links
Los 7135

Schätzung
2.400€ (US$ 2,759)

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Männerbildnis nach links
Rötel, teils gewischt, auf gräulichem Velin. 1938.
34,3 x 24,6 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten links mit Rötel signiert "AIacovleff" und datiert.

Mit sensiblen Wischungen gestaltet Iacovleff, russisch-französischer Vertreter des Art Déco, das Portrait eines jungen Mannes plastisch durch. Ausgebildet an der Kaiserlichen Akademie der Schönen Künste in Sankt Petersburg bei Dmitri Kardovski, war er bald in der Mir-Iskusstva-Bewegung aktiv. Nach seinen Studienreisen in den Fernen Osten und der zugleich stattfindenden Oktoberrevolution emigrierte der Künstler 1917/19 nach Paris; es schlossen sich Expeditionen nach Afrika und in den Orient an: die "Croisière Noire“ und "Croisière Jaune" mit dem Industriellen André Citröen. Von 1934 bis 1937 war Iakovleff Leiter der Abteilung Malerei an der Kunstschule des Museum of Fine Arts, Boston, und kehrte erst kurz vor seinem Tod nach Paris zurück.

Provenienz: Privatbesitz Berlin

Lot 7136, Auction  128, Iacovleff, Alexandre, Männerportrait, leicht nach rechts blickend

Iacovleff, Alexandre
Männerportrait, leicht nach rechts blickend
Los 7136

Schätzung
2.400€ (US$ 2,759)

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Männerportrait, leicht nach rechts blickend
Rötel, teils gewischt, auf gräulichem Velin. 1938.
34 x 24,6 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten links mit Rötel signiert "AIacovleff" und datiert.

Exzellent beobachtet Iacovleff die noch ganz jugendliche Physiognomie des jungen Mannes, spürt der Weichheit der Wangen mit zarten Wischungen der Rötelkreide nach, akzentuiert die Kontraste in Nase, Lippen und Ohr mit entschlosseneren Linien und modelliert die Frisur zu ornamental fließenden Wellen. Die matt-körnig auf dem Papier liegenden Pigmente kommen der Ausstrahlung eines Inkarnats so nahe, dass die Hautoberfläche spürbar scheint. Im Gegensatz dazu bleiben Hals- und Schulterpartie mit wenigen zügigen Strichen lediglich angedeutet.

Provenienz: Privatbesitz Berlin

Lot 7137, Auction  128, Wittenberg, Jan, Kinderkopf

Wittenberg, Jan
Kinderkopf
Los 7137

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Kinderkopf
Öl auf Holz.
20 x 20,4 cm.
Oben rechts mit Pinsel in Blaugrau signiert "Jan Wittenberg", verso mit dem Adreßstempel des Künstlers sowie mit Kreide in Weiß (undeutlich) numeriert "67".

Vor einem milchweißen Hintergrund zeichnet Wittenberg ganz zart den flaumbedeckten Kopf des Kleinkinds im weißen Hemdchen. In der hellen Farbpalette und dem kleinen, intimen Format strahlen die Augen und Lippen des Kindes besonders ausdrucksvoll. Der Schüler von Floris Arntzenius und der Akademie der Bildenden Künste in Den Haag erlangte Bekanntheit insbesondere durch seine fein ausgeführten, im Kolorit zurückhaltenden Arbeiten in kleinem Format. Er schuf zahlreiche Stilleben, Portraits, vor allem von Kindern und Babys, Landschaften und Tierdarstellungen.

Lot 7138, Auction  128, Holtz, Karl, Ruinen in Warschau an der Okopowa

Holtz, Karl
Ruinen in Warschau an der Okopowa
Los 7138

Schätzung
2.000€ (US$ 2,299)

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Ruinen in Warschau an der Okopowa
Gouache und Deckweiß über Bleistift auf leichtem Karton. 1941.
21,8 x 27 cm.
Verso mit dem Nachlaßstempel "Karl Holtz".
KHV 1941.2.

Stilistisch zwischen Neuer Sachlichkeit und Magischem Realismus zu verorten, zeichnet Holtz die Warschauer Ruinen minutiös und zugleich flächig vereinfacht. Der Name an der Mauer, "H. F(E?)TERMAN", verweist dem Karl-Holtz-Archiv zufolge auf Polen, da dieser Nachname sich in der Datenbank von Yad Vashem ausschließlich bei polnischen oder ukrainischen Opfern findet, auch mit dem ehemaligen Wohnort Warschau, wo Holtz im Zweiten Weltkrieg stationiert war. An der Okopowa-Straße befindet sich einer der größten jüdischen Friedhöfe Europas, wo neben den Grabstätten auch Massengräber von ermordeten Bewohnern des Warschauer Ghettos liegen. Verso eine weitere Bleistiftskizze des Künstlers.

Provenienz: Privatbesitz Berlin

Ausstellung: Karl Holtz, Galerie Bodo Niemann, Berlin 1987, Kat.-Nr. 15, S. 29 (mit Abb.)

Lot 7139, Auction  128, Orlowski, Hans, Paar vor italienischer Landschaft

Orlowski, Hans
Paar vor italienischer Landschaft
Los 7139

Schätzung
6.000€ (US$ 6,897)

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Paar vor italienischer Landschaft
Öl auf Leinwand. 1930.
100 x 120 cm.
Unten links mit Pinsel in Rot signiert "ORLOWSKI" und datiert, verso mit Pinsel in Schwarz nochmals signiert "ORLOWSKI" sowie mit der Künstleradresse.

Nachdem Hans Orlowski 1924 im Zuge seiner künstlerischen Neuorientierung einen großen Teil seines bis dahin entstandenen, noch vom Expressionismus geprägten malerischen Werkes eigenhändig vernichtet hatte, wandte er sich zunehmend einer sachlich-klassizistisch bestimmten Bildauffassung zu. An die Stelle der expressiven Formensprache trat eine ruhigere, stärker auf die klare Kontur und die plastische Wirkung der menschlichen Figur konzentrierte Malerei. Seine Auseinandersetzung mit der Kunst der Vergangenheit verband sich dabei mit einer eigenständigen, zunehmend entrückten Bildsprache. Orlowski war seit 1921 als Lehrer an der Kunstgewerbeschule Berlin-Charlottenburg tätig und wurde dort 1931 zum Professor ernannt. Auch das vorliegende Gemälde lässt diese Entwicklung deutlich erkennen. Im Zentrum der Komposition steht der monumentale weibliche Akt, dessen langgestreckter, weich modellierter Körper nahezu die gesamte Bildfläche beherrscht. Hinter ihr erscheint eine zweite, bekleidete Figur, die sich in einer eigentümlich intimen und zugleich spannungsvollen Beziehung zu ihr befindet. Die ungewöhnliche Gestik, insbesondere der erhobene Arm der Frau und die behutsame Berührung ihres Gesichts durch die männliche Figur, verleiht der Darstellung eine rätselhafte, beinahe traumhafte Atmosphäre.

Provenienz: Privatbesitz Österreich

Lot 7140, Auction  128, Meidner, Ludwig, Selbstportrait

Meidner, Ludwig
Selbstportrait
Los 7140

Schätzung
2.800€ (US$ 3,218)

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Selbstportrait
Öl auf Hartfaser.
50 x 43 cm.
Oben links mit Pinsel in Dunkelbraun monogrammiert "LM".

Ebenso wach wie seine Umwelt betrachtet der Künstler die eigene gealterte und immer noch pfiffige Physiognomie. Liebevoll und leichthändig modelliert er die wohlvertrauten Züge durch, lässt von oben links ein strahlendes Licht helle Reflexe auf den kahlen Schädel, auf Wange und Nasenrücken werfen und verleiht dem Gesicht eine gesunde, lebendig-frische Farbe. Der auf den ersten Blick zurückhaltende, grünbräunliche Hintergrund offenbart bei näherer Betrachtung der dynamischen Pinselzüge eine Vielzahl differenzierter Farbnuancen, die die Konturen des Brustbildes umspielen und oben links, im Bereich des Monogramms, ein wie Abendrot schimmerndes Leuchten erzeugen. Wir danken Erik Riedel, Ludwig Meidner-Archiv im Jüdischen Museum, Frankfurt am Main, für freundliche Hinweise vom 22.08.2025.

Provenienz: Privatbesitz New York
William Doyle, New York, Auktion 11.06.2025, Lot 644
Privatbesitz Österreich

Lot 7141, Auction  128, Meidner, Ludwig, Stilleben mit Heringen, Flasche und Zwiebeln

Meidner, Ludwig
Stilleben mit Heringen, Flasche und Zwiebeln
Los 7141

Schätzung
2.400€ (US$ 2,759)

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Stilleben mit Heringen, Flasche und Zwiebeln
Öl auf Malpappe. 1963.
59,5 x 49,5 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Rot monogrammiert "LM" und datiert.

Ein einfaches Mahl. Zuvor aber dient das Arrangement auf dem Küchentisch Meidner noch als Modellvorlage. "Das Malen muss schnell vonstatten gehen, damit danach der Schmaus noch einigermaßen frisch zubereitet werden kann." (Thomas Grochowiak, Ludwig Meidner, Recklinghausen 1966, S. 211). Zügig, mit weichem und lockerem Duktus erfasst der Künstler die ausgenommenen, silbrig schimmernden Fische und die Zwiebeln vor einem warmen, orangetonigen Hintergrund, den die helle Schüssel und die dunkle Flasche um einem effektvollen Kontrast bereichern. Wir danken Erik Riedel, Ludwig Meidner-Archiv im Jüdischen Museum, Frankfurt am Main, für freundliche Hinweise vom 22.08.2025.

Provenienz: Privatbesitz New York
William Doyle, New York, Auktion 11.06.2025, Lot 646
Privatbesitz Österreich

Lot 7142, Auction  128, Altenkirch, Otto, Waldweg

Altenkirch, Otto
Waldweg
Los 7142

Schätzung
6.000€ (US$ 6,897)

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Waldweg
Öl auf Leinwand. 1943.
85 x 67 cm.
Unten links signiert (in die feuchte Farbe geritzt) "Otto Altenkirch", verso auf dem Keilrahmen teils schwer lesbar mit Bleistift datiert bzw. bezeichnet "1943-20 (...)" sowie "ph 29.8.43".
Wohl Petrasch 1943-20.

Der kurze vibrierende Pinselduktus mit pastosem Farbauftrag wird nicht nur den Bewegungen im üppigen Laub der Bäume wunderbar gerecht, sondern er zeigt auch Altenkirchs Orientierung am Impressionismus. In der überzeugenden Darstellung der durchlichteten spätsommerlichen Szenerie lässt sich seine intensive Auseinandersetzung mit der Natur und den Jahreszeiten beobachten. Zum anderen spiegelt die reizvolle Komposition und die wunderbar harmonische Farbabstimmung der variierten Braun- und Grüntöne sein Können auf dem Gebiet der Dekorationsmalerei wider. Als freischaffender Künstler ließ er sich zunächst in Dresden nieder und schloss sich der Dresdner Künstlergruppe "Die Elbier" an, die sich um Gotthardt Kuehl gebildet hatte und sich dem Impressionismus verschrieb. Wenig später war er an der Gründung der Künstlervereinigung Dresden beteiligt. Von den rund 2000 Gemälden, die Altenkirch schuf, blieben aufgrund von Kriegsverlusten wohl nur etwa 200 übrig.

Provenienz: Privatbesitz Sachsen

Lot 7143, Auction  128, Jacobi, Rudolf, Takeichiro Hirai

Jacobi, Rudolf
Takeichiro Hirai
Los 7143

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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"Takeichiro Hirai"
Öl auf Leinwand. 1960.
61,2 x 50,5 cm.
Oben rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Rudolf Jacobi" und datiert, oben links in japanischen Schriftzeichen betitelt.

Nach Jahren in den USA zog das Künstlerehepaar Jacobi 1956 ins Exil nach Puerto Rico in die Nähe ihres guten Freundes Pablo Casals, um sich mit ihm zusammen für Friedens- und Hilfsorganisationen zu engagieren. Jacobi gestaltete dort nicht nur zahlreiche Portraits des großen Meisters Casals, sondern portraitierte auch so begabte Eleven, wie den hier dargestellten japanischen Casals-Schüler Takeichiro Hirai.

Provenienz: Ehemals Nachlass Rudolf Jacobi

Lot 7144, Auction  128, Sprotte, Siegward, Hafflandschaft

Sprotte, Siegward
Hafflandschaft
Los 7144

Schätzung
900€ (US$ 1,034)

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Hafflandschaft
Aquarell über Bleistift auf faserigem Japan. Wohl um 1950.
44 x 59 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten rechts in der Darstellung mit Pinsel in Schwarz signiert "S. Sprotte".

Stimmungsvolles, frühes Aquarell Sprottes, vermutlich entstanden während einer seiner Reisen an die kurische Nehrung. Ein tiefer Horizont lässt die Weite des Himmels erfahrbar werden, malerisch spiegelt sich das Licht im still liegenden Wasser. Schilfgras säumt das Ufer und kleinteilige Pinseltupfen strukturieren die Wiese im Vordergrund.

Provenienz: Sammlung Wolfgang Joop und Edwin Lemberg, Potsdam

Lot 7145, Auction  128, Sprotte, Siegward, Berglandschaft

Sprotte, Siegward
Berglandschaft
Los 7145

Schätzung
900€ (US$ 1,034)

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Berglandschaft
Aquarell über Bleistift auf PM Fabriano-Velin. 1946.
46 x 65 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten rechts in der Darstellung mit Pinsel in Dunkelblau signiert "S. Sprotte" und datiert.

Frühe, großformatige Arbeit des großen Landschafters Sprotte. Schon seit den späten 1930er Jahren weilte der Künstler zu Arbeitsaufenthalten in dem Bergort Colfosco in den Dolomiten. Vermutlich ist es eine Impression von einer dieser Reisen, die Sprotte hier von erhöhtem Standpunkt schildert. Bereits Anfang der 1930er Jahre, in seiner Zeit bei Carl Hagemeister, setzt er sich mit den chinesischen Maltechniken auseinander, und später, 1941, verfasst er mit Hermann Kasack zusammen den Aufsatz "Über das Chinesische in der Kunst". Der Einfluss dieser Beschäftigung zeigt sich in der effektvoll komponierten Berglandschaft bereits deutlich.

Provenienz: Sammlung Wolfgang Joop und Edwin Lemberg, Potsdam

Lot 7146, Auction  128, Miró, Joan, Le Petit Chat

Miró, Joan
Le Petit Chat
Los 7146

Schätzung
2.000€ (US$ 2,299)

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Le Petit Chat
Farblithographie auf bräunlichem Marais-Velin. 1951.
Ca. 39 x 60 cm (56 x 76 cm).
Signiert "Miró" und datiert. Auflage 75 num. Ex.
Mourlot 111.

Für "Le Petit Chat" verwendete der Künstler die vier Farben der Lithographie "L'Oiseau Comète" (Mourlot 110), im selben Jahr kurz zuvor entstanden und hier um 90o nach links gedreht, also im Querformat abgezogen und mit Schwarz kombiniert. Herausgegeben von Maeght, Paris. Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand.

Lot 7147, Auction  128, Miró, Joan, Les Femmes

Miró, Joan
Les Femmes
Los 7147

Schätzung
2.500€ (US$ 2,874)

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Les Femmes
Lithographie auf festem Arches-Velin. 1948.
56,2 x 41 cm (65 x 49,5 cm).
Signiert "Miró" und datiert. Auflage 50 num. Ex.
Mourlot 60.

Erschienen in einer Gesamtauflage von 55 Exemplaren bei Maeght, Paris. Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand, oben und unten mit dem Schöpfrand.

Lot 7148, Auction  128, Serna, Ismael González de la, Stilleben mit Zitronen

Serna, Ismael González de la
Stilleben mit Zitronen
Los 7148

Schätzung
900€ (US$ 1,034)

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Stilleben mit Zitronen
Gouache auf Velin. 1928.
37,2 x 50,7 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Weiß signiert "DE LA SERNA" und datiert.

Ausgebildet an der Akademie in Madrid, ließ sich de la Serna 1918 in Paris nieder. Wie er bereits in Madrid Kontakte zu künftigen Mitgliedern der berühmten "Generation von 1927" pflegte, darunter Salvador Dalí, Luis Bunuel, Rafael Alberti und Federico García Lorca, knüpfte er auch in Paris wieder die besten Beziehungen zu berühmten Künstlern wie Picasso und Soutine. Im Jahr 1927 stellte er zum ersten Mal in der Galerie Paul Guillaume aus. "De la Sernas Gemälde sind durch einen abstrahierenden Stil gekennzeichnet und befassen sich vornehmlich mit Stillleben und Landschaften. (...) Bei Flechtheim wurde der Künstler Ismael de la Serna mehrfach in Gruppenausstellungen gezeigt, zuletzt 1932/33 in der Ausstellung Neue spanische Kunst." (alfredflechtheim.com, Zugriff 22.09.2026).

Provenienz: Privatbesitz Berlin

Lot 7149, Auction  128, Picasso, Pablo, Quatre profils enlacés

Picasso, Pablo
Quatre profils enlacés
Los 7149

Schätzung
6.000€ (US$ 6,897)

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Quatre profils enlacés
Keramik. Flacher runder Teller mit leicht ansteigendem Rand. Cremefarbener Scherben, glasiert, mit oxidierter Paraffin-Engobe in Schwarz, Braun und Grün. 1949.
27 cm (Durchmesser).
Am Boden mit den eingeprägten Marken "MADOURA PLEIN FEU" und "EMPREINTE ORIGINALE DE PICASSO". Auflage 25 Ex.
A. Ramié 88.

Im Spiegel des Tellers verschränken sich vier im Relief gearbeitete Gesichter ineinander und verschmelzen zu einer Einheit, den Rand zieren blattförmige Ornamente. Jedes der Gesichter blickt konzentriert aus einem hellwachen, aufmerksamen Auge und wirkt durch die leichten Variationen im Ausdruck ganz individuell und eigenständig. Die ausdrucksvolle keramische Arbeit besticht mit dem wirkungsvollen Kontrast zwischen stumpfen und glänzenden Partien sowie dem Wechselspiel von Fläche und Relief. Erschienen in verschiedenen Farbvarianten, jede nur in kleiner Auflage, bei Madoura, Vallauris.

Provenienz: Privatbesitz Berlin

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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