Piranesi, Giovanni Battista
Veduta della Cascata di Tivoli
Los 5270
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Veduta della Cascata di Tivoli. Radierung. 47,8 x 71 cm. 1766. Hind 75 II (von V). Wz. Schriftzug "Fabriano".
Ausgezeichneter Druck vor den Nummern, mit schmalem Rand um die Plattenkante. Angestaubt, mit leichter vertikaler Mittelfalte, oben und unten mit kleinen Randeinrisschen, verso an den äußersten Rändern Leimspuren einer alten Montierung, diese auf die weißen Ränder recto durchschlagend, dort auch minimal stockfleckig, wasserfleckig in der rechten unteren Ecke, sonst in guter Erhaltung.
Piranesi, Giovanni Battista
Veduta della Villa dell'Emo Sig. Card. Alessandro Albani fuori di Porta Salaria
Los 5271
Schätzung
800€ (US$ 920)
Veduta della Villa dell'Emo Sig. Card. Alessandro Albani fuori di Porta Salaria. Radierung. 44,4 x 69,5 cm. (1769). Hind 89 I (von III).
Vor den Nummern. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand. Angestaubt, mit leichter vertikaler Mittelfalte, diese verso noch mit Papierresten der alten Buchbindung, verso an den äußersten Rändern Leimspuren einer alten Montierung, diese auf die weißen Ränder recto leicht durchschlagend, sonst in guter Erhaltung.
Piranesi, Giovanni Battista
Veduta del Tempio di Ercole nella Città di Cora
Los 5272
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Veduta del Tempio di Ercole nella Città di Cora, dieci miglia lontano da Velletri. Radierung. 38,6 x 53,1 cm. (1769). Hind 91 II (von IV). Wz. Fleur-de-lis im Doppelkreis mit Buchstaben darüber.
Vor den Nummern. Prachtvoller, gegensatzreicher Druck mit breitem Rand. Mit der üblichen, geglätteten Mittelfalte, dort oben kurze, leichte Quetschspur, kleine Montierungsreste verso, leicht stockfleckig und lediglich kleine Bleistiftnummerierungen im weißen Rand, sonst sehr schön und original erhalten.
Piranesi, Giovanni Battista
Veduta dell'Arco di Settimo Severo
Los 5273
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Veduta dell'Arco di Settimo Severo. Radierung. 47,6 x 71,2 cm. (1772). Hind 99 I (von III).
Vor den Nummern. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand. Vor allem im weißen Rand minimal fleckig und gebrauchsspurig, links kurzer Randeinriss, leichte geglättete vertikale Mittelfalte, links verso unauffällige geglättete Diagonalspur, winzige Nadellöchlein, verso Montierungsreste, sonst gut erhaltenes Exemplar.
Piranesi, Giovanni Battista
Villa Panfili fuori di Porta S. Pancrazio
Los 5274
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Villa Panfili fuori di Porta S. Pancrazio. Radierung. 49,2 x 70,5 cm. (1776). Hind 124 I (von III).
Ganz ausgezeichneter, differenzierter Druck vor den Nummern, mit schmalem Rand um die Plattenkante. Leichte vertikale Mittelfalte, verso an den äußersten Rändern Leimspuren einer alten Montierung, minimal auf die weißen Ränder recto durchschlagend, sonst in guter Erhaltung.
Piranesi, Giovanni Battista
Ara antica sopra laquale si facevano anticameste i sagrifizi, con altre ruine all'intorno
Los 5275
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Ara antica sopra laquale si facevano anticameste i sagrifizi, con altre ruine all'intorno. Radierung. 24,2 x 34,8 cm. (1743). Focillon 16, Wilton-Ely 19.
Aus der Folge der Architetture e Prospettive. Ausgezeichneter Druck mit breitem, wohl dem vollen Rand, mit Rotschnitt an der rechten und linken Papierkante, oben mit Resten der alten Bindung und kleinen Löchern in den oberen Ecken. Geglätteter diagonaler Knick im weißen Oberrand, etwas griffspurig, leicht fleckig, angestaubt und minimal lichtrandig um die Plattenkante, Federnummerierung im rechten weißen Rand, sonst in guter Erhaltung
Grotteschi. 4 Radierungen auf Makulaturpapier, verso je eine Tafel aus den Antichità Romane. Je ca. 39 x 55 cm. Um 1747. Focillon 20-23, Wilton-Ely 21-24, Robison 21-24, jeweils letzter Zustand. Wz. Fleur-de-lis im Doppelkreis.
Beidseitig bedruckte Bogen, recto die vier "Grotteschi", verso aus den "Antichità Romane" die Tafel 61 aus Tomo II und die Tafeln 34, 36, 51 aus Tomo IV (Wilton-Ely 418, 502, 505, 522). Ganz ausgezeichnete, kräftige Drucke mit leichtem sepiafarbenem Plattenton und Rändchen. Geringfügig angestaubt und fleckig vor allem in den Rändern, "Das Grab Neros" (Robison 23) rechts mit geschlossenem Risschen im weißen Rand sowie dezenter Knickspur unten rechts, weitere geringe Knick- und Gebrauchsspuren, sonst schöne Exemplare.
Piranesi, Giovanni Battista
Veduta di una parte de fondamenti del Teatro di Marcello
Los 5277
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Veduta di una parte de fondamenti del Teatro di Marcello. Radierung. 59,9 x 39,9 cm, mit zusätzlicher Schrifttafel unter der Darstellung. (1756). Focillon 367, Wilton-Ely 500.
Blatt XXXII aus dem Band IV der Folge "Le Antichità Romane". Ausgezeichneter Druck mit den vollen Schöpfrändern. Horizontale Mittelfalte, am rechten Rand darunter 3 cm langer Einriss, etwas griffspurig, leicht fleckig und in den Rändern stockfleckig, angestaubt und lichtrandig um die Plattenkante, sonst in Anbetracht der Größe in guter Erhaltung.
Piranesi, Giovanni Battista
Raccolta di alcuni disegni del Barberi da Cento detto Il Guercino
Los 5278
Schätzung
7.500€ (US$ 8,621)
mit Francesco Bartolozzi (1730 Florenz - 1813 Lissabon) u.a. Raccolta di alcuni disegni del Barberi da Cento detto Il Guercino. Radierter Titel und 31 Radierungen auf 27 Tafeln (3 doppelblattgroß, 1 mehrfach gefaltet). Ca. 58,5 x 43,5 cm (Maße Einband). Pappband d. Z. (Rücken alt erneuert und mit altem Rückenschild, Kanten beschabt und bestoßen). Ohne Ort, G. G. Salomoni. (1764). Hind S. 86; Focillon 983-986.
Vollständiges Exemplar der äußerst lebendigen Radierfolge mit geistlichen, weltlichen und mythologischen Darstellungen und Porträtstudien, die erstmals 1764 in Rom bei Salomoni erschien. „Das Besondere an dieser Folge von Piranesis Radierungen ist die Weichheit des Strichs, mit der er versucht, den lavierten Zeichnungen Guercinos gerecht zu werden und die so ganz anders ist als in seiner bisherigen Graphik. Neu ist auch die Verwendung von zwei Druckfarben, Rotbraun und Schwarz, mit der die Radierer der Folge, einschließlich Piranesi, offenbar bemüht sind, Rötel und schwarze Kreide des Originals in den Druck umzusetzen. In vielen Abbildungen ist der obere Teil stets Rotbraun und geht dann von der Mitte langsam in Schwarz über. Vermutlich gaben die in England gerade in Mode gekommenen Mezzotinto-Blätter Anregungen zu dieser Form des Drucks“ (Höper, Giovanni Battista Piranesi 312). Die Tafelsammlung wurde von Giovanni Battista Piranesi aus den Stücken seiner eigenen Sammlung oder denen von Freunden herausgegeben. Unter den verschiedenen, meist venezianischen Sammlungen finden sich die des Konsuls John Smith, von Giovanni Battista Tiepolo und Anton Maria Zanetti. Die meisten der Tafeln nach Guercino da Cento. Tafel 2 (Kupfertitel), 16, 22 und 23 gestochen von Giovanni Battista Piranesi, Tafel 3, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13, 14, 17, 18, 19 und 26 (Doppelblatt) von Francesco Bartolozzi, Tafel 4, 5 und 24 (4 Stiche) von Giacomo Nevay, Tafel 11 (2 Kupferstiche), 15, 20 und 21 von Giovanni Ottaviani, Tafel 25 und 28 (Doppelblatt) von Tommaso Piroli, Tafel 27 (Doppelblatt) von J. B. Buratto und Tafel 29 (großformatig, mehrfach gefaltet) von Aureliano Milani. Die Bildunterschriften teils italienisch (Tafel 4, 5, 23 und 26), teils lateinisch (Tafel 3, 6-22 und [29]) und teils französich (Tafel [25] und [28]). Sämtlich prachtvolle, lebendige Drucke mit Rand auf den originalgroßen Bögen. Teils etwas stockfleckig, kundige Bleistiftannotationen eines Vorbesitzers, geringe Alters- und Gebrauchsspuren, sonst in vorzüglicher Erhaltung. Mit den Buchschildern „Tessier, Rue de la Harpe, Paris“ und „C. E. Rappaport, Libri rari Roma“, ferner mit dem gestochenen Wappen- Exlibris „Bibliotheca Schubert“ des Militär-Kartographen Friedrich Theodor Schubert (1789-1865). Der typographische Titel mit Vignette und die Tafel von G. Ottaviani nach Guercino (doppelt nummerierte Tafel 26) wurden wohl auch nur der Ausgabe von 1764 beigebunden, das Exemplar der Berliner Staatsbibliothek ist identisch mit dem vorliegenden Exemplar.
Bildnis Giovanni Battista Piranesi. Radierung. 38,5 x 28,8 cm. 1750. Nicht bei Le Blanc.
Bildnis Piranesis in Reminiszenz einer antiken Skulptur für dessen Opere Varie. Ausgezeichneter Druck an zwei Seiten mit dem vollen Schöpfrand, unten mit breitem Rand, links mit den Heftspuren. Insgesamt leicht angestaubt mit Gebrauchsspuren, schwacher Lichtrand im Passepartout-Ausschnitt, verso in den Ecken und mittig Reste alter Montierungsspuren, nach recto etwas durchschlagend, sonst in guter Erhaltung.
Pompadour, Madame la Marquise de
Die kleine Seifenbläserin
Los 5280
Schätzung
800€ (US$ 920)
Die kleine Seifenbläserin. Radierung. 19,6 x 15,8 cm. 1751. Le Blanc 3. Wz. Nebenmarke (Fragment).
Madame de Pompadour dilettierte als Radiererin und schuf einige wenige und dabei seltene Radierungen, die, so Thieme/Becker vermutlich sämtlich von Nicholas Cochin oder aber François Boucher überarbeitet wurden. Ganz ausgezeichneter, feinzeichnender und dabei nuancierter Druck mit markanter Facette auf dem wohl vollen Bogen, an zwei Seiten Schöpfränder. Geringfügig gegilbt und angestaubt, zwei kleine Wasserflecken rechts oben, die Außenkanten teilweise schwach gebräunt und wellig, dort vereinzelte Einrisschen, unten links knitterfaltig, Knickspur am linken Rand, weitere dezente Knick- und Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter und originaler Erhaltung. Sehr selten.
Rode, Christian Bernhard
Christus und der ungläubige Thomas
Los 5281
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Christus und der ungläubige Thomas. Radierung, mit Aquatinta überarbeitet. 30 x 21,4 cm. 1757. Jacobs 69, Variante der Variante A.
Prachtvoller, satter und äußerst atmosphärischer und in seinem chiaruscuro experimentell anmutender Abzug, wohl Probeabzug, der bei Jacobs als Variante der Variante A geführt wird. Jacobs war ein Beispiel dieser Darstellung bekannt, es befindet sich im Berliner Kupferstichkabinett. Lediglich geringe Altersspuren sowie unmerkliche Stockfleckchen, kleine Montierungs- und Klebereste verso oben, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter Erhaltung. Rarissimum. Aus einer bisher unbekannten Sammlung L. A. de Vries (nicht bei Lugt).
Rode, Christian Bernhard
Hauptaltar in der Marienkirche zu Berlin
Los 5282
Schätzung
750€ (US$ 862)
und Johann Heinrich Rode (1727-1759, Berlin). Der Hauptaltar in der Marienkirche zu Berlin: Kreuzabnahme; Christus am Ölberg; Christus und der ungläubige Thomas. 3 Radierungen mit Grabstichel. 43,4 x 23,6 cm bzw. ca. 29,5 x 21cm. 1755 bzw. 1757. Jacobs 67A, 68A und 69A, Just 46, 47 und 48. Wz. Bekröntes Wappen; Schriftzug.
Der bedeutende Berliner Historienmaler Christian Bernhard Rode gestaltete die Gemälde für den 1762 geweihten Hochaltar in der Marienkirche, die älteste Kirche Berlins. Der Altar wurde seither durchgängig genutzt, zuletzt wurde der Altar sowie die Gemälde aufwendig restauriert. Die drei Blätter wurden im Berliner Verlag des Bruders Johann Heinrich verlegt, Letzterer hat auch mit dem Grabstichel bei der Kreuzabnahme mitgewirkt. Ganz ausgezeichnete, klare Drucke mit Rand um die jeweils stark und markant zeichnende Plattenklante. Geringe Alters- und Gebrauchsspuren, teils unbedeutend stockfleckig vor allem im weißen Rand, die Ränder teils minimal bestoßen, kleine Bleistiftannotationen, sonst einheitlich und sehr schön erhalten. Aus einer bisher unbekannten Sammlung L. A. de Vries (nicht bei Lugt).
Rode, Johann Heinrich - zugeschrieben
Der Heiland erscheint seinen Jüngern
Los 5283
Schätzung
600€ (US$ 690)
zugeschrieben. Der Heiland erscheint seinen Jüngern. Schabkunstblatt mit Radierung. 33 x 21,5 cm. Just 91. Wz. Bekröntes Wappen.
Die Zuschreibung beruht im Wesentlichen auf einem in der Veste Coburg erhaltenen Exemplar, das Johann Heinrich Rode zugesprochen wird (Inv. III,401,84). Stilistisch ist es durchaus überzeugend, auch wenn Just diesen Zusammenhang nicht weiter im Detail ausführt. Prachtvoller Druck mit schmalem Rand um die Plattenkante. Lediglich geringe Alters- und Gebrauchsspuren, sonst tadellos. Von großer Seltenheit. Aus einer unbekannten Sammlung L.A. de Vries (nicht bei Lugt).
Schmidt, Georg Friedrich
Verworfene Vignette, zu 'Mémoires de Brandebourg'
Los 5284 [*]
Schätzung
450€ (US$ 517)
Qvis hunc impvne lacesset: Verworfene Vignette, zu 'Mémoires de Brandebourg'. Radierung. 8,3 x 9,6 cm. Wessely 247, Just 192.
Die Darstellung wurde verworfen zugunsten einer Vignette, die den Namenszug des Königs weniger diskret präsentiert (vgl. Wessely 217). Ausgezeichneter, zarttoniger Druck mit breitem Rand, links mit dem vollen Schöpfrand. Etwas angestaubt und zart stockfleckig, unten links und rechts fleckig, geringe Gebrauchsspuren, in den oberen Ecken Montierungsrückstände verso, sonst sehr gut. Selten.
Orientale mit Hund. Radierung. 10,8 x 7,2 cm. 1749. Garzarolli-Thurnlackh 2 II, Feuchtmüller 30.
Die seltene Radierung zählt zu einer Gruppe aus dem Frühwerk des Künstlers, die sich motivisch mit der Darstellung von Orientalen beschäftigen. Zusammen mit vier anderen, ebenfalls im Jahre 1749 bzw. eine 1750 entstandenen Radierungen von Orientalen, die alle das charakteristische Jugendmonogramm M: I: S: tragen, sind die Blätter als erste Versuche Schmidts in der Radiertechnik anzusehen. Der durchaus freie, lockere Radierduktus sowie die zahlreichen Wischkritzeln und der Plattenton verleihen dem Blatt großen experimentellen Charakter. Prachtvoller, warmtoniger Abzug mit zahlreichen vertikalen Wischspuren, mit sehr feinem Rändchen um die gratig zeichnende Facette, rechts mit Plattenschmutz. Verso geringe Gebrauchspuren sowie geringe Montierungsrückstände, sonst tadellos und ganz vorzüglich erhalten. Selten.
Das Urteil des Midas. Radierung. 14,2 x 9,1 cm. (1771). Garzarolli-Thurnlackh 19 I (von II), Feuchtmüller 280.
Vor dem Datum hinter der Signatur. Prachtvoller Druck mit schmalem Rand, unten an die Plattenkante geschnitten. Winzige Montierungsreste verso, sonst vollkommen und tadellos schön erhalten.
Schmidt, Martin Johann
Drei Grazien vor einer Herme; Drei Grazien vor einem Rundtempel
Los 5287
Schätzung
750€ (US$ 862)
Drei Grazien vor einer Herme; Drei Grazien vor einem Rundtempel. 2 Radierungen. Je ca. 14,2 x 9 cm. 1771. Garzarolli-Thurnlackh 22 II, 23 II, Feuchtmüller 403, 406.
Das Gemälde "Der Schiedsspruch des König Midas zwischen Apoll und Marsyas" war 1768 Aufnahmestück in die k. k. Akademie und befindet sich heute noch in Wien. Aus einer vierteiligen Suite mit Bacchanalien. Ganz ausgezeichnete bis prachtvolle Drucke mit Rand. Insgesamt schwach fleckig, Feuchtmüller 403 mit vertikalen Falzspuren im weißen Rand und dünner Stelle oben, Feuchtmüller 406 unten rechts mit leichtem Wasserrand, beide mit kleinen Montierungsresten verso, sonst einheitlich und gut erhalten.
Die Küchenmagd. Radierung. 13,7 x 11,2 cm. Im Unterrand radiert "F. Sigrist. in.Ven. et Sculp.". Nicht bei Nagler und Wurzbach, Matsche-von Wicht 89.
Prachtvoller, kräftiger Druck mit schmalem Rändchen. Kleine Ausbesserungen an den rechten Ecken, sonst in sehr guter Erhaltung. Selten.
Allegorie der Künste (Allegorie auf die Kunstblüte während der Regierung des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz). Kupferstich und Radierung nach Nicolas Guibal. 26,8 x 33 cm. 1775. Nagler 4.
1778 publizierte Nicolas Pigage (1723-1796) den zweibändigen Katalog der kurfürstlichen Gemäldegalerie in Düsseldorf unter dem Titel "La Galerie Electorale De Dusseldorff Ou Catalogue Raisonné ... de cette fameuse Collection", gedruckt im Basler Verlag von Christian von Mechel. Für das Titelblatt schuf der ebenfalls aus Lunéville stammende und mit Pigage befreundete Nicolas Guibal, der 1755 zum württembergischen Hofmaler avancierte, bereits 1774 einen ersten Entwurf sowie eine Vorzeichnung für die Umsetzung in den Kupferstich von Bartholomäus Hübner. Bei unserem Blatt handelt es sich offenbar um einen früheren Zustand des Kupferstichs, der hier noch die Bezeichnung Johann Joseph Störcklins mit einem früheren Datum trägt. Diese scheint dann gegen die Hübner'sche Adresse ersetzt worden zu sein und die gesamte Platte erfuhr eine Überarbeitung und wurde fertiggestellt. Unvollendeter Probedruck in einem ausgezeichneten, klaren Abzug mit schmalem Rand um die Plattenkante. Etwas angestaubt und schwach fleckig, dünne Stelle und Bestoßungen, Gebrauchsspuren, sonst sehr gut erhalten. Sehr selten.
Tiepolo, Giovanni Domenico
Die Kraft und die Weisheit verjagen die Unwissenheit
Los 5290
Schätzung
9.500€ (US$ 10,920)
Die Kraft und die Tugend verjagen die Unwissenheit. Radierung. 40,6 x 48,4 cm. De Vesme 102, Rizzi 111 I (von II), Succi 33 I (von III). Wz. Tre Lune.
Die virtuose, majestätische Komposition gibt ein Deckengemälde des Vaters Giambattista wieder, das dieser zwischen 1745-50 für das Palazzo Manin in Venedig geschaffen hat. Die Radierung ist laut Succi mit Sicherheit vor dem Aufenthalt der beiden Künstler in Würzburg (1749-50) geschaffen worden. Ausgezeichneter, nuancierter Probedruck, vor der Vollendung der Platte und vor der Verstärkung zahlreicher Partien im Wolkenhimmel, vor der Inschrift und vor der Nummer. Mit gleichmäßigem Rand. Geringfügige Gebrauchsspuren, geringfügig knitterfaltig, zwei kleine Randeinrisse fachmännisch und kaum sichtbar ausgebessert, sonstige minimale Erhaltungsmängel, der Gesamteindruck jedoch sehr gut. Es ist lediglich ein Abzug dieses allerfrühsten Druckzustandes bekannt.
Tiepolo, Giovanni Domenico
Joseph verkündet Maria die Flucht nach Ägypten
Los 5291
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Joseph verkündet Maria die Flucht nach Ägypten. Radierung. 18,8 x 24,7 cm. De Vesme 4, Rizzi (1970) 69, Rizzi (1971) 70, Succi 45 II (von III). Wz. Große Ovalkartusche (Fragment).
Das erste Blatt der Folge "Idee pittoresche sopra la fuga in Egitto" vor der Nummer. Ganz ausgezeichneter Abzug, entlang der Ränder mit lebendigem Plattenschmutz. Mit feinem Rändchen um die gratige Facette, oben minimal knapp. Geglättete Vertikalfalte, vereinzelt stockfleckig, ein hinterlegter Schnitt rechts oben, dieser recto kaum wahrnehmbar, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst in schöner Erhaltung.
Tiepolo, Giovanni Domenico
Alter Mann, die Kappe in die Stirn gezogen
Los 5291a
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Alter Mann, die Kappe in die Stirn gezogen (Vecchio con cappello tirato sulla fronte). Radierung. 15,1 x 11,4 cm. De Vesme 144, Rizzi (1970) 184 I (von II), Rizzi (1971) 188 I (von II), Succi 123 I (von III). Wz. Tre Lune (Fragment).
Der seltene erste Zustand vor Verkleinerung der Platte in einem ganz ausgezeichneten, lebendigen Frühdruck mit breitem, an drei Seiten dem vollen Rand um die gratige Facette. Stockfleckig, horizontale Faltspur oben, Knickspuren im weißen Rand, Randeinrisschen unten, Löchlein wohl von alter Bindung im weißen Rand oben, sonst schönes und unbehandeltes Exemplar.
Tiepolo, Giovanni Domenico
Der hl. Patrick heilt einen Lahmen
Los 5292
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Der hl. Patrick heilt einen Lahmen. Radierung nach Giovanni Battista Tiepolo. 50,6 x 25 cm. De Vesme 69 I (von II), Rizzi (1970) 103, Succi 35 II (von IV). Wz. Tre Lune.
Prachtvoller Druck vor der Nummer mit schmalem Rand an allen Seiten um die deutlich zeichnende Plattenkante. Insgesamt leicht fleckig vor allem im weißen Rand, distinkte Mittelfalte, diese rechts knapp gesprungen, unten links winzige ergänzte Fehlstelle bzw. kleine Läsur, geringe Handhabungsspuren, sonst gleichwohl sehr gut erhalten. Beigegeben von demselben die Radierung "Santa Magherita da Cortona" (Succi 25).
Die Glorie der Helden (Magnificenza de' Principi). Radierung nach Giovanni Battista Tiepolo. 66,6 x 49,8 cm. De Vesme 7 III, Rizzi (1971) 228 III, Succi 9 III. Wz. Große bekrönte Wappenkartusche mit drei Sternen und Halbmond darüber.
Über das Leben des Lorenzo Tiepolo ist relativ wenig bekannt, häufig wird er hinter dem deutlich produktiveren Bruder Giandomenico vergessen. Lorenzo wurde in der Werkstatt seines übermächtigen Vaters Giambattista ausgebildet und folgte ihm im jugendlichen Alter von 14 Jahren nach Würzburg, wo er ihm vermutlich bei der Ausführung der Fresken in der fürstbischöflichen Residenz assistierte. 1761 erscheint sein Name als Mitglied der venezianischen Malerzunft. Im darauffolgenden Jahr verlässt Lorenzo seine Geburtsstadt Venedig für immer und begibt sich in Begleitung von Vater und Bruder an den Madrider Hof. Lorenzos Radierungen - das Werk umfasst nur 14 Radierungen, sämtlich nach Erfindungen des Vaters, - weisen ihn als einen überraschend begabten und sensiblen Radier-Meister aus, der seinem älteren Bruder Giandomenico in puncto graphischer Finesse und Ausdruckskraft eindeutig überlegen gewesen sein dürfte.
Die vorliegende Radierung zählt unbestritten zu den Hauptblättern innerhalb des überschaubaren Œuvres. Die Komposition wird in Giandomenicos Katalog der Radierungen nach Inventionen des Vaters erwähnt und unter dem Titel "Magnificenza de' Principi. In Petroburgh" geführt. Die Komposition geht auf ein heute verloren gegangenes Gemälde der Spätzeit Giambattistas zurück, das um 1760-62 für den russischen Kaiserhof in Moskau entstanden war.
Ganz ausgezeichneter, gegensatzreicher und lebendiger Druck mit schmalem Rand um die Plattenkante. Leichte horizontale, geglättete Mittelfalte, einige unmerkliche Ausbesserungen in den äußeren, meist weißen Rändern und Ecken, oben rechts weitere kleine Ausbesserung mit winziger ergänzter Fehlstelle, verso der Engel mit Posaune mit Bleistift umrissen, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst jedoch insbesondere die Darstellung in äußerst schöner Erhaltung. Aus der Sammlung Vicenç Furió Galí (Lugt 6264).
Winck, Johann Christian Thomas
Die vier Stufen des menschlichen Alters
Los 5294 [*]
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Die vier Stufen des menschlichen Alters. Radierung. 15,5 x 22,6 cm. 1770. Nagler 5, Nagler, Die Monogrammisten, II, 828 II, nicht bei Heller/Andresen. Wz. Bekröntes Wappen mit angehängten Buchstaben DM.
Von Johann Christian Winck, dem meistbeschäftigten Münchener Freskant der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, sind insgesamt nur sieben eigenhändige Radierungen bekannt, die schon Nagler als selten beschreibt. Prachtvoller, herrlich nuancierter Druck mit breitem Rand um die deutlich zeichnende Plattenkante. Zarte vertikale Trockenfältchen, oben links eine diagonale Quetschfalte, blasse Flecken überwiegend im weißen Rand, sonst vorzüglich.
Wocher, Tiberius Dominikus
Orientalen und Soldaten in felsiger Landschaft
Los 5295
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Orientalen und Soldaten in felsiger Landschaft. Lavierte Umrissradierung, mehrfach in schwarzer Feder eingefasst. 33,8 x 23,7 cm. Unten rechts neben der gedruckten Signatur in schwarzer Feder datiert "1798". Nagler 7. Wz. Schriftzug "J. Honig & Zoonen".
Nagler führt die Radierung unter den eigenhändigen Arbeiten des Künstlers, ergänzt aber, dass das Blatt auch von dessen Sohn Marquard Wocher radiert worden sein könnte. Prachtvoller, trefflich lavierter Druck mit Rändchen um die Einfassung. Minimale Flecken und Montierungsreste verso leicht durchschlagend, sonst in ganz vorzüglicher Erhaltung. Sehr selten.
Bildnis des Horace Vernet. Lithographie auf gewalztem China. 61,2 x 45 cm (Blattgröße); 40 x 32 cm (Darstellung). 1837. IFF aus 6.
Charles Baugniets Bildnis des renommierten Historien- und Militärmalers Horace Vernet entstammt seiner 1839 veröffentlichten Mappe mit dem Titel Les artistes contemporains: Portraits. Lithographiés d'après nature par C. Baugniet. Diese beinhaltete lithographische Porträts sowie Beschreibungen von insgesamt 30 zeitgenössischen Künstlern, darunter auch Louis Gallait, Eugène Simonis, Paul Delaroche und Hippolyte Bellangé. Nach einer bereits 1835 veröffentlichten Sammlung von Bildnissen der Mitglieder der belgischen Repräsentantenkammer sowie einer Folge mit Porträts bedeutender Musiker, wuchs Baugniets Popularität und Ansehen dermaßen, dass er Aufträge vom Königshaus erhielt und ab 1841 den Titel eines Dessinateur du Roi trug. Ganz ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Die Ränder schwach stockfleckig und geringfügig gebräunt, minimal angestaubt und verso Montierungsspuren, sonst in vorzüglicher Erhaltung.
Bemme, Johannes Adriaansz.
Ein Gelehrter in seinem Studiengemach
Los 5297
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Ein Gelehrter in seinem Studiengemach. Radierung nach Michiel Versteegh. 25,2 x 30,1 cm. Wurzbach 5.
Der Radierer Johannes Bemme ging bei seinem Vater, dem Goldschmied und Medaillengraveur Adriaan Jansz. Bemme in die Lehre und lernte später in Rotterdam bei dem Porträtmaler August Christian Hauck und dem bekannteren Maler und Zeichner Dirk Langendijk. In Den Haag war er vor allem als Medailleur tätig und beschäftigte sich nebenbei als Reproduktionsstecher. Die vorliegende Komposition geht auf ein Gemälde des Dordrechter Malers Michiel Versteegh zurück, der Genreszenen im Stile des niederländischen Goldenen Jahrhunderts schuf. Das in einer detaillierten, minuziösen Radiertechnik ausgeführte Blatt liegt hier in einem unvollendeten Probedruck vor der Schattierung des Hintergrunds und den Schraffuren auf den beleuchteten Gegenständen vor. Die Radierung ist selten, zumal in diesem frühen Druckzustand. Prachtvoller, scharfer Druck mit gleichmäßigem Rändchen. Minimale Altersspuren, sonst vorzüglich erhalten. Aus der Sammlung Théodore Hippert (Lugt 1377).
Großes Kräuterstück. Radierung und Roulette auf gewalztem China. 45,2 x 60,6 cm. 1861. Wohl nicht bei Beraldi.
Ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Einfassung, unten mit der Schrift. Etwas griffspurig und leicht fleckig, das Chinapapier am Unterrand sich stellenweise ablösend, Knick- und Knitterfalten, sonst in guter Erhaltung.
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