Erasmus von Rotterdam, Desiderius. Lob der Narrheit. Aus dem Lateinischen übersetzt und mit Anmerkungen begleitet von Wilhelm Gottlieb Becker. 14 Bl., 396 S. Mit 83 Holzschnitt-Vignetten nach Holbein (ohne das gestochene Portrait). 17,5 x 13 cm. Halbleinen des 19. Jahrhunderts (etwas bestoßen). Basel, Johann Jacob Thurneysen, 1780.
Rümann 239. Ebert 6879. – Erste Ausgabe dieser Übersetzung. Die 83 Holzschnitte nach Holbein stellen das Hauptwerk des Basler Formschneiders Heinrich Heitz (1750-1835) dar und wurden 1829 in Basel nochmals separat herausgegeben. – Es fehlt das gestochene Portrait. Fl. Vorsatz mit hs. besitzeintrag. Etwas fleckig und gebräunt.
Fröhlich, Carl
Tyll Eulenspiegels wunderbare und seltsame Historien
Los 2034
Zuschlag
160€ (US$ 184)
Eulenspiegel, Till. - Fröhlich, Carl. Tyll Eulenspiegels wunderbare und seltsame Historien. Neu umgearbeitet, verbessert und vermehrt. IV, (S. 3)-149. Mit Holzschnitt-Titelvignette und einigen Textholzschnitten. 17 x 10,5 cm. Neuere Broschur mit hs. RSchild. Reutlingen, Fleischhauer und Spohn, 1848.
Seltene erste Ausgabe der Bearbeitung durch den aus Stralsund stammenden Sillhouettenschneider, Buchdrucker und Jugendschriftsteller Karl Fröhlich (1821-1898). Über den KVK sind lediglich Exemplare der zweiten Auflage von 1873 nachweisbar. – Vereinzelte Stockflecken und anfangs schwach knickspurig. Titel verso mit Stempel der Hofbibliothek Donaueschingen.
Eulenspiegel, Till. - Simrock, Karl. Ein kurzweilig Lesen von Till Eulenspiegel geboren aus dem Lande Braunschweig. Was er seltsamer Possen betrieben hat seine Tage, lustig zu lesen. Neulich aus sächsischer Sprache auf Hochdeutsch verdolmetscht. Nach den ältesten Ausgaben. XX, 182 S. Mit einigen Textillustrationen auf Tafeln von Hans Thoma. 17 x 11 cm. Moderner marmorierter Pappband (OBroschur eingebunden). Frankfurt, Christian Winter, (1878).
Seltene Textbearbeitung durch Karl Simrock mit den schönen Illustrationen von Hans Thoma. – Papierbedingt etwas gebräunt, vereinzelte Blatt im Seitenrand fachmännisch hinterlegt.
Fontane, Theodor. Irrungen, Wirrungen. Roman. 2 Bl., 284 S. 18 x 12,5 cm. Brauner OLeinenband (minimal berieben) mit Schwarz-, Gold- und Blauprägung. Leipzig, F. W. Steffens (1888).
Schobeß 172. – Erster Druck der ersten Buchausgabe. "Der Vorabdruck in der 'Vossischen Zeitung' hatte bei Fontanes Berliner Verlegern Emil Dominik und Wilhelm Hertz offenbar kein Interesse an einer Buchausgabe geweckt. Der Autor überließ deshalb die Rechte der jungen Leipziger Firma von Fr. W. Steffens, in der Anfang 1888 die Erstausgabe ohne Jahreszahl erschien. Als Steffens nur ein Jahr später seine Verlagsrechte an einen Königsberger Verlag (Heinrich Matz) verkaufte, waren die meisten Exemplare von 'Irrungen, Wirrungen' noch am Lager und wurden mit dem Titelblatt der neuen Firma versehen. Wieder ein Jahr später erwarb Friedrich Fontane, der Sohn des Dichters, die Restauflage (immerhin noch rund 500 Exemplare) und sorgte mit wieder neuen Titelblättern für eine zweite Titelauflage" (Philobiblon 1986, H. 2). Das Werk erregte seinerzeit einiges Aufsehen, weil Fontane die unstandesgemäße Liebe zwischen dem Adligen Botho und Lene, einem Mädchen des vierten Standes, als "einfach und natürlich" bezeichnete und damit den herrschenden Moralcodex verletzte. – Vortitel mit Besitzvermerk; nur leicht gebräuntes, insgesamt sehr gutes Exemplar.
Fontane, Theodor. Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Teile I-IV (von V) in 4 Bänden. 20 x 13 cm. OLeinen (berieben und leicht bestoßen, vereinzelt mit angebrochenen Gelenken, kleinen Einrissen an den Kapitalen und mit lichtrandigem Rücken) mit goldgeprägtem Rücken- und DTitel. Berlin, Wilhelm Hertz, 1862-1882.
Enthält: I. Wanderungen durch die Mark Brandenburg. - II. Das Oderland. Barnim. Lebus. - III. Ost-Havelland. Die Landschaft um Spandau, Potsdam, Brandenburg. - IV. Spreeland Beestow-Storkow und Barnim-Teltow. – Papierbedingt gebräunt, vereinzelt mit kleinen Braunflecken, Teil II etwas gewellt.
Forster, Georg. Erinnerungen aus dem Jahr 1790 in historischen Gemälden und Bildnissen von D. Chodowiecki, D. Berger, Cl. Kohl, J. F. Bolt und J. S. Ringck. 238 S., 1 Bl. Mit 18 Kupfertafeln. 18,5 x 11,5 cm. Pappband d. Z. (stärker fleckig, berieben und beschabt) mit modernem RSchild. Berlin, Voss, 1793.
Goedeke VI, 249, 59. Engelmann, Nachtrag S. 63 Nr. 4-7 und S. 108, 109. Sander 280. – Erste Ausgabe der berühmten Beschreibung seiner Reise in das revolutionäre Paris und der Betrachtungen über zeitgenössische Herrscher und Politik, geprägt vom Geiste der Französischen Revolution und einer demokratisch-republikanischen Gesinnung. Forster selbst war wenig später unter den Gründern der "Rheinischen Republik" in Mainz. – Etwas stockfleckig, Vorsatz mit zwei alten Besitzeinträgen. Mit dem seltenen Blatt "An die Herren Buchbinder" am Schluss.
Forster, Georg. Sakontala oder der entscheidende Ring ein indisches Schauspiel von Kalidas. Aus den Ursprachen Sanskrit und Prakrit ins Englische und aus diesem ins Deutsche übersezt mit Erläuterungen von Georg Forster. XL, 366 S., 1 Bl. 16 x 10 cm. Halbleder d. Z. (etwas berieben, Ecken bestoßen) mit RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Mainz und Leipzig, Johann Peter Fischer, 1791.
Goedeke VI, 248, 43 und VII, 583, 9. Günther-Volginn-Seifert 1128. – Erste deutsche Ausgabe des berühmten alt-indischen Schauspiels, eines sogenannten Na'taks. Kalidasas Sakuntala wurde durch Forster zuerst in Deutschland bekannt gemacht und fand Goethes Beifall. Forster verdankte die Kenntnis des Dramas, das allgemein als das Meisterwerk Kalidasas (um 400 n. Chr.) gilt, dem einstigen britischen Oberrichter in Bombay, William Jones, der Sanskrit studiert und Forster während dessen Aufenthalt in England eine Abschrift seiner englischen Übersetzung überlassen hatte. Forster machte so Kalidasas "Werk früh in Europa bekannt und erregte große Bewunderung" (KNLL), u.a. bei Alexander von Humboldt, den Brüdern Schlegel und nicht zuletzt bei Goethe, der hierdurch auf die indische Sprache und Literatur gewiesen wurde und aus dem indischen Drama die Idee für das 'Vorspiel auf dem Theater' im 'Faust' genommen hat. Herder bemerkt zu Forsters Leistung: "Er, beider Sprachen und der Naturgeschichte Indiens kundig, dabei ein Mann von Geschmack und zartem Gefühl, bereicherte seine Übersetzung mit Erläuterungen, deren das Englische Original entbehret; treffende Erläuterungen auch für andre Poesien der Indier, die ohne Känntniß der Naturgeschichte dortiger Gegend einen großen Theil ihrer Anmuth verlieren". Szenen daraus wurden in Schillers Thalia (1791. Heft 10. Seite 72-88) abgedruckt. Die zweite Auflage ist dann von Herder herausgegeben worden. – Etwas braun- oder stockfleckig.
Glave-Kolbielski, Karol Fryderyk
Getreue Darstellung des Auflaufes in Wien
Los 2042
Zuschlag
100€ (US$ 115)
Glave-Kolbielski, Karol Fryderyk. Getreue Darstellung des Auflaufes welchen die französische Bothschaft durch Aushängung einer dreyfärbigen Fahne den 13. Aprill 1798 in Wien veranlasset hat. Von einem Augenzeugen. 30 S. 16 x 10 cm. Geheftet (ohne Einband). O. O. u. Dr. 1798.
VD18 90066545. Holzmann-Bohatta I, 10607. – Einer von zwei im VD18 verzeichneten unfirmierten Drucken der seltenen Flugschrift. Sensationsgeleitete Darstellung der Empörung, die General Bernadotte unter den Wienern hervorrief, als er die Tricolore aus einem Fenster der französischen Botschaft hängen ließ. Jean Baptiste Jules Bernadotte (1763-1844), später unter dem Namen Karl XVI. Johann, König von Schweden, war von Januar bis Mai 1798 Botschafter in Wien, wo der aus Ostpreußen stammende Verfasser Karl Glave (1752-1831) zur selben Zeit lebte. – Titel und Schlussblatt etwas stärker fleckig, Titel auch mit kleinen Eckläsuren.
Görres, Joseph von. Europa und die Revolution. 1 Bl., 356 S., 1 Bl. 19,4 x 11,3 cm. Modernes Halbleder mit rotem RSchild. Stuttgart, J. B. Metzler, 1821.
Goedeke VI 205, 29. Borst 1358. – Erste Ausgabe. "Da Görres auch seine alten Anschauungen über die Neuordnung des Staatswesens wiederholte, so wurde auch dieses Buch in Preußen verboten" (ADB). In seiner Schrift wendet sich Görres dezidiert gegen den Polizeistaat und spricht sich für Rede- und Pressefreiheit, die Selbstverwaltung der Gemeinden sowie für gleiche Rechte und Pflichten aller Bürger aus. – Papierbedingt gebräunt und etwas stockfleckig.
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