Förster, Paul
9 Briefe und eine Karte an Rosa von Gerold. 1884-1905
Los 2513
Zuschlag
460€ (US$ 529)
Förster, Paul, antisemitischer Publizist und Politiker im Deutschen Kaiserreich und Vorsitzender des "Internationalen Vereins zur Bekämpfung der wissenschaftlichen Thierfolter - Verein gegen die Vivisektion" (1844-1925). 9 eigh. Briefe und 1 Postkarte m. U. Zus. 32 S., teils Doppelblätter. Meist gr. 8vo. Berlin-Friedenau und Wien 1884-1905.
Großenteils umfangreiche Schreiben an die Salonnière Rosa von Gerold (1829-1907) in Wien, teils persönlicher, teils fachlicher Natur. Ein Kondolenzschreiben zum Tod ihres Gatten (des bekannten Verlegers) aus dem Jahr 1884 schließt Förster mit den Worten: "… in der Hoffnung aber, daß es Ihnen gelinge, mit dem eigenen Reichtum an geistiger Kraft über die Schwere des Verlustes hinwegzukommen, verbleibe ich in vorzüglicher Hochachtung - Ihr ganz ergebener ...". Zwei Briefe auf Papier mit gedrucktem Briefkopf des "Internationalen Vereins zur Bekämpfung der wissenschaftlichen Thierfolter (Deutsche Hauptstelle des Weltbundes gegen die Vivisektion)", Dresden, Cranachstraße 18, beziehen sich auf von der Adressatin übersandte Bücher, zu denen Förster Anmerkungen übermittelt. Er bietet an, im Gegenzug eigene Schriften zur Durchsicht zu übersenden - "eine Gegengabe, die ich Ihnen darbieten könnte". In einem weiteren Schreiben (Friedenau, 9. I. 1905) sendet er Neujahrsgrüße, in denen er Zeilen aus Schillers Ode an die Freude ("Freude, schöner Götterfunken") aufgreift und über den Heiligen Geist "Spiritus Sanctus" und den "Spiritus vini" reflektiert, ferner beruft er sich auf eine geistige "Waffenbrüderschaft". – Mit üblichen Faltspuren und vereinzelten Einrissen.
Gaudy, Franz Frhr von, preuß. Offizier, Dichter und Novellist, befreundet mit Chamisso und vielen anderen Schriftstellern (1800-1840). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "Franz Freiherr Gaudy". 5 S. auf 2 Bl. 12mo. 10,3 x 8,5 cm. O. O. (wohl um 1837).
"Sarmatische Monologe". 16 Strophen zu je 4 Zeilen. Scherzgedicht, in dem der Autor am Fenster vergeblich auf die angebetete Dame wartet, so dass ihm der "Versucher" zum Trost ein Viertel frisch eingetroffenen Ungarweins empfiehlt. "An dem Fenster sitzt der Dichter, / saugend an der Pfeifenspitze ...". Am Schluß heißt es: "... Aber nein! ich meide glücklich / Des Versuchers list'ge Schlingen; / Und zum Lohn der Tugend laß ich - / Eine ganze Flasche bringen."
Goethe, Johann Wolfgang von
Signierte Visitenkarte mit einer Einladung. 1828
Los 2516
Zuschlag
3.800€ (US$ 4,368)
Goethe, Johann Wolfgang von, Dichter und Staatsmann (1749-1832). Visitenkarte mit eigh. Signatur "Goethe" und Datum. Rosa Karton mit Blumenschmuck in Blindprägung. 5,3 x 8,5 cm. (Weimar), 21.III.1828.
Von Sekretärshand sehr zierlich geschriebene Einladung: "Herr L. Dir. Rath Toepfer wird auf Morgen, Sonnab. d. 22. März zum Mittagsmahle freundlichst eingeladen." Darunter vom Gastgeber geschrieben: "1828. Goethe". - Der Jurist Martin Christian Victor Toepfer war Landesdirektionsrat in Weimar. - Minimal fleckig; rückseitig geringfügige Spuren ehemaliger Montage. - Sehr hübsches Beispiel für den Weimarer Stil der Goethezeit.
Grimm, Friedrich Melchior
Brief aus Gotha an den Ästhetiker J. H. G. Heusinger. 1797
Los 2517
Zuschlag
550€ (US$ 632)
Grimm, Friedrich Melchior Baron von, Schriftsteller, Journalist, Theater- und Musikkritiker sowie Diplomat in Paris (1723-1807). Eigh. Brief m. U. "le Bon de Grimm". In franz. Sprache. 11/2 S. Doppelblatt mit Trauerrand. 4to. Gotha 8.IV.1797.
An den Pädagogen und Philosophen Johann Heinrich Gottlieb Heusinger (1766-1837), der die Verspätung von Grimms Antwort verzeihen möge, denn er kenne Grimm ja bereits seit 23 Jahren. Er habe Heusingers Brief an Alexander Kourakin, Vizekanzler des Russischen Reiches, geschickt; der Brief enthielt den Wunsch Heusingers, eine Professur an der Universität Mitau zu erhalten. Er, Grimm, werde sich bald wieder an seinen Posten in Hamburg begeben. - Heusinger veröffentlichte in diesem Jahr ein zweibändiges "Handbuch der Ästhetik", das in Gotha erschien. - Grimm wurde vor allem berühmt als Herausgeber der
"Correspondence littéraire philosophique et critique", die 38 Jahre erschien und eine Literatur-, kultur- und zeitgeschichtliche Quelle ersten Ranges darstellt. Als hervorragender Opernkenner spielte Grimm in Paris auch eine wichtige musikhistorische Rolle.
Über Stadt- und Burgtheater in Wien
Gutzkow, Karl, bedeutender liberaler Schriftsteller, Dramatiker, Kritiker und Publizist, dem Jungen Deutschland nahestehend, Förderer Georg Büchners (1811-1878). 4 eigh. Briefe m. U. "Gutzkow". Zus. 11 S. Gr. 8vo. Weimar, Kesselstadt, Berlin und Wieblingen 1863-1874.
Zumindest drei der Briefe an einen hochrangigen Wiener Schauspieler. Zunächst über Abdruck eines Artikels, dann über die Tantièmen- und Spielplanpolitik des Wiener Stadttheaters unter Heinrich Laube, die vom Adressaten angegriffen wurde. Gutzkow geht ausführlich darauf ein und beklagt die Missachtung seiner Dramen und Lustspiele. "... Da ich mir in meiner ländlichen Zurückgezogenheit die Neue Fr.[eie] Pr.[esse] halte, so bin ich mit allen Vorgängen am Stadttheater vertraut, lese aber, durch Erfahrung belehrt, Manches zwischen den Zeilen. Was? kann ich nicht sagen. Denn ich will nicht gegen Laube polemisiren. In den letzten Monaten seiner Direktion hat er sich meiner mit Wärme erinnert ... Daß ich die Gunst (d. h. die Existenzmittel) am Burgtheater durch meinen Contrakt mit dem Stadttheater verscherzte! Anderthalb Jahre ignorirte mich Dingelstedt. Erst jetzt hat er mich bei Probegastspielen einmal wieder angesetzt. Warum gieng Laube nicht an Zopf u. Schwert, selbst 'Werner oder Herz u. Welt', eine immer gefüllte Burgtheatervorstellung, könnte versucht werden. Am Burgtheater werden Stücke von Mosenthal, Weilen, Bauernfeld conservirt, die längst an den übrigen deutschen Bühnen nicht mehr existieren. Bei gutem Willen könnte nach Ella Rose oft manches Andre dort wiederholt werden, womit Sie sich freilich nicht beschweren mögen. Die ganze dramatische Periode von meinem Wullenweber an bis ich es müde wurde, ward mir durch Küstner u. die Birchpfeiffer [sic], durch Laube u. die Censur ruinirt. Ewige Ablehnung u. die Birchpfeifferei aus jedem neuen Roman - wer wollte da noch mitmachen? Ihr geniales Darsellungstalent ist meinem La Roquette zugute gekommen. Schade, eine Figur wie Wallmuth im Ottfried (aber neuste Ausgabe bei Costenoble!) wäre so recht geeignet für einen Darsteller, der nicht wie La Roche alles ins leere Possenhafte hinüberzieht, sondern in der Komik noch einen Kern zu bewahren versteht, einen quasi ernsten Charakter. Schade, daß sich kein entschlossener fester Wille je an meine 'Komödie der Besserungen' gewagt hat ...".
Henckell, Karl
3 Briefe an den Schriftsteller Alfons Petzold. 1914-1918
Los 2520
Zuschlag
550€ (US$ 632)
Henckell, Karl, Schriftsteller, den sozialistischen und naturalistischen Bewegungen nahestehend, lebte zunächst in der Schweiz, ab 1902 in Berlin, ab 1908 in München (1864-1929). 3 eigh. Briefe m. U. "Karl Henckell". Zus. 7 S. Gr. u. kl. 4to. München 1914-1918.
Schwärmerische Briefe an den österr. Schriftsteller Alfons Petzold, der Henckell 1914 in einem Artikel gelobt hatte. Henckell antwortet beglückt. "... Sie haben mir einfach eine menschlich-künstlerische Offenbarung, ein persönliches Bekenntnis geschenkt, das mir auf einmal wie ein lebendiges Licht in die Seele fiel und all mein Sehnen und Dichten vom Anfang bis heute liebend verklarte und vor mir selbst wundersam erhöhte. Wie man es sich wohl träumt in tiefen Wunschmomenten als Blüte letzten Lebensverlangens, das haben Sie mir gegeben - es ergriff mich so, daß sich mir die Thränen mit Gewalt hervorpressten, und ich sagte zu meiner Frau, das sei nun doch der schönste Lohn meines ganzen Dichtens und Wollens ..." [6.V.1914]. Die folgenden Briefe beschäftigen sich ausführlich mit zwei Gedichtbänden von Alfons Petzold, die Henckell begeisterten Betrachtungen unterzieht, auch vor dem Hintergrund des Weltkriegs.
Hesse, Hermann, Dichter, Nobelpreisträger (1877-1962). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "Hermann Hesse". 1 S. Auf Karton (11,5 x 9 cm). O. O. (wohl circa 1901).
Das 1901 entstandene Gedicht "Pilger", hier ohne Titel, wohl eine frühe Niederschrift. Zwei Strophen zu je 4 Zeilen: "Und weiter gehn die Tage / Sie werden schnelle alt; / Vielleicht kommt schon der letzte bald, / Indeß ich steh u. frage. - Sie sind mit mir gegangen / Wie Brüder Hand in Hand / Sie trieb und mich von Land zu Land / Dasselbe Heimverlangen."
Hesse, Hermann (1877-1962). 3 Autographen. Circa 1941.
I. Masch. Brief m. U. "H. Hesse". 11/3 S. Doppelblatt mit Holzschnitt im Briefkopf nach einem Aquarell des Autors. Gr. 8vo. O. O. (wohl um 1941). - An einen Herrn Joseph Delz, der vergeblich nach Hesses Gedicht "Im Nebel" gesucht hatte. "... Wenn ich nicht ein kranker alter Mann wäre, der ohnehin mit seiner Arbeit nicht fertig wird, so würde ich Ihnen einen langen Brief schreiben, denn Ihr lieber Brief hat mich gefreut und interessiert ...". Er könne ihm aber zu dem Gedicht verhelfen: "... es war leicht zu finden. Es steht in dem Büchlein, das ich Ihnen als ein kleines Geschenk beilege. Statt Worte zu machen, will ich Ihnen noch ein andres Gedicht aufschreiben, es ist noch ziemlich neu und ist mehr als dreißig Jahre später als das Nebelgedicht entstanden ...". - II. Dieses Gedicht-Typoskript mit eigh. Unterschrift "Gruss von H. Hesse". 1 S. Auf der Rückseite eines Briefbogens des Hotels "Verenahof-Ochsen" in Baden bei Zürich. Kl. 4to. O. O. (wohl um 1941). - "Flötenspiel". 3 Strophen zu je 4 Zeilen. - Das Gedicht entstand 1940. - III. Eigh. Widmung "Herrn Jos. Delz mit Grüssen von H. Hesse". Auf dem Vorsatz des Insel-Bändchens "Vom Baum des Lebens. Ausgewählte Gedichte." 41.-50. Tsd. Leipzig, Insel-Bücherei Nr. 454, (wohl um 1940).
Hitzig, Julius Eduard
Brief mit 3 Beigaben an A. M. Schlesinger. 1821
Los 2523
Zuschlag
280€ (US$ 322)
Hoffmann-Umkreis. - Hitzig, Julius Eduard, Berliner Jurist, Kriminalist, Verleger und Schriftsteller aus jüdischer Familie, schrieb E. T. A. Hoffmanns Biographie und verkehrte mit vielen Autoren der Romantik (1780-1849). Eigh. Brief m. U. "Hitzig". 1 S. 4to. Berlin 9.II.1821.
An den (nicht genannten) Musik- und Belletristik-Verleger A. M. Schlesinger, mit dem Angebot eines Manuskripts. "Das Publikum hat sich seit einiger Zeit in seiner Vorliebe für Darstellung ernster Wahrheiten im Gewand des Romans entschieden. Was, aus diesem Gesichtspunkte, der Verfaßer von Wege und Führung, Strauß in den Glokkentönen, Jakobs in Rosaliens Nachlaß und Frauenspiegel u.s.w. mit theologischen Ansichten versuchte, ist von dem Verfaßer des Manuskripts, von den, in beikommendem Pakete, Proben vom Anfang, aus der Mitte und des Endes befindlich, weit pädagogischer ausgeführt worden. Ich habe es wegen unsrer alten freundschaftlichen Verbindung, Herrn Reimer angeboten, da der Verfaßer es mir übersandt, um in Berlin einen Verleger zu suchen. Wie er (Herr Reimer) sich darüber geäußert, bitte ich Ew. Wohlg. aus der Anlage zu sehen. Jetzt frage ich bei Ihnen an, ob Sie es vielleicht drukken wollen. Über die Bedingungen werden Sie sich leicht verständigen ...". Nennt noch einen anderen interessierten Verleger und weist auf seine (Hitzigs) neue Adresse hin: "Ich wohne jetzt Friedrichsstraße No 242 nahe am Hallischen Thor". - Beigegeben je 1 Autograph der Schriftsteller Wilhelm Häring (Willibald Alexis), K. G. Th. Winkler (Theodor Hell) und Franz Horn.
Holtei, Carl von, aus Breslau stammender Dichter, Erzähler, Bühnenautor, Schauspieler, Regisseur, Rezitator und Theaterleiter (1798-1880). Sammlung von 9 eigh. Briefen und 1 eigh. Gedichtmanuskript. Zus. 17 S. Gr. 4to und gr. 8vo. 1823-1873.
An verschiedene Adressaten (Bühnenleute, Generalin von Zilinska, Baron von Humbracht, den Theaterkritiker Max Kurnik u. a.) über diverse Themen, vor allem Beiträge für Zeitschriften und Theateraufführungen, oft in launigem Tonfall. Die Verse sind ein Gelegenheitsgedicht für ein Pärchen "Bernhard und Luise". - 3 Briefe gebräunt.
Kipling, Rudyard
Signierte Tombola-Karte des Vereins Berliner Journalisten. 1909
Los 2525
Zuschlag
240€ (US$ 276)
Kipling Rudyard, britischer Schriftsteller und Lyriker, Nobelpreisträger (1865-1936). Eigh. Signatur "Rudyard Kipling". Auf einer bedruckten Karte des Vereins Berliner Journalisten. 10 x 16 cm. (Berlin) 4.XII.1909.
Wahrscheinlich Gabe zu einer Tombola für das "Winterfest des Vereins Berliner Journalisten zum Besten seiner Unterstützungskassen am 4. Dezember 1909" (Aufdruck). Bei solchen Gelegenheiten wurden häufig Autogramme berühmter Persönlichkeiten verlost.
Kopisch, August
Signiertes Gedichtmanuskript "Das Politisieren". 1833
Los 2526
Zuschlag
1.200€ (US$ 1,379)
Kopisch, August, Lyriker, Novellist, Dramatiker, Übersetzer und Maler, lebte in Rom, Neapel, Berlin und Potsdam, entdeckte 1826 die Blaue Grotte an der Insel Capri (1799-1853). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "Aug. Kopisch". 1 S. 4to. O. O. (wohl um 1833).
"Das Politisieren". 12 Zeilen: "Politisieret immerzu und wer es trifft der schreie: Pasch! / Das übertolle Kunterbunt, mir wirbelt es fürwahr zu rasch! / Es wendet wie die Erde sich: bald wird es Tag, bald wieder Nacht! / Begonnen wird unendlich viel, viel weniger zu Stand gebracht ...". - Das Gedicht erschien zuerst in Chamissos "Deutschem Musenalmanach für das Jahr 1834". - Unser Exemplar, vielleicht die erste Reinschrift (mit 3 Korrekturen), scheint ebenfalls zum Druck bestimmt gewesen zu sein: am oberen Rand mit roter Tinte der Hinweis (vielleicht von Chamissos Hand?) "Darf nicht mehr als 1 Seite einnehmen".
Raabe, Wilhelm, der bedeutende Erzähler des Realismus (1831-1910). Eigh. Brief m. U. " Wilh Raabe". 1 S. Doppelblatt. 8vo. Braunschweig 12.IV.1905.
An einen Herrn Weil, der seiner Frau ein Autogramm Wilhelm Raabes zum Geburtstag schenken möchte. "... Mit Vergnügen erfülle ich Ihren Wunsch, auch meinen Gruß für den Geburtstagstisch Ihrer Frau Gemahlin zu erhalten. Möge ihr das neue Lebensjahr nur Erfreuliches bringen! ...".
Rilke, Rainer Maria
Brief an seinen Verleger Bonz mit der Bitte um Vorschuss. 1898
Los 2528
Zuschlag
2.200€ (US$ 2,529)
Rilke, Rainer Maria, Dichter und Übersetzer (1875-1926). Eigh. Brief m. U. "Rainer Maria Rilke". 1 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Schmargendorf bei Berlin, Villa Waldfrieden, 14.IX.1898.
An seinen Verleger Alfred Bonz in Stuttgart, dem er für die Mitteilung dankt, dass seine "Zwei Prager Geschichten" im Frühjahr 1899 erscheinen werden. Zugleich bittet der 23jährige Dichter wegen akuten Geldmangels um Vorschuss. "... Durch das unerklärliche Ausbleiben von zwei Zeitschriftenhonoraren bin ich plötzlich so arg in Verlegenheit gerathen, daß ich mich mit meinem Vertrauen an Ihre Liebenswürdigkeit wenden muß. Wollen Sie mir bis in die ersten Tage des October 30 M.- vorstrecken? Ich erwarte Ihre gütige Antwort bald, denn ich bin, wie gesagt, ganz auf dem Trockenen, was doppelt störend ist, da ich in der neuen größeren Arbeit stehe ...". - "R. bezieht ein Zimmer in der Villa Waldfrieden, Berlin-Schmargendorf, Hundekehlestr. 11 ... R. hilft bei täglichen Hausarbeiten, hackt Holz, macht barfuß weite Wald- und Wiesenwege. R. raucht nicht und meidet Alkohol, hat eine Vorliebe für Tee später auch Kaffee" (Schnack, Rilke-Chronik, wo dieser frühe Brief nicht erwähnt wird).
Sagittarius, Caspar, Barock-Schriftsteller, bedeutender Historiker deutscher Landschaften, Professor an der Universität Jena (1643-1694). Eigh. Brief m. U. "Caspar Sagittarius". 21/2 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegel. 4to. Jena 5.II.1675.
Umfangreicher Brief an den Theologen und Historiker Johann Lader am Hochstift zu Naumburg, dem er seine neueste Veröffentlichung, Exercitatio historicae de Eccardo I., Misniae marchione, Jenae anno MII. sepulto (Jena 1675), übersendet und ausführliche Erörterungen zum Inhalt des Werkes (über Ekkehard I., Markgraf von Meißen und seinen Nachfolger Ekkehard II.) und den benutzten Quellen beifügt. Nennt verschiedene Autoren und ihre Beiträge zur Frühgeschichte Thüringens, die er ausgewertet hat und nun eingehend kommentiert und kritisiert. "... Bey Beschreibung der Abtei S. Georg vor Naumburg, darin sonst fast so viel errores, als Zeilen, gedenket er eines Raben, der in Stein gehauen. So E. WolEhrw. davon etwas bewußt, bitte umb communication. Auch da denselben etwas bewußt von Thoma Hebenstreit dem Abt selbigs Closters. Da auch sonsten E. WolEhrw. die Mühe auff sich nehmen wollen und was zur Erläuterung der Naumburgischen Historien dient, communiciren, soll es gerühmet werden. Habe auch deßwegen an den H. Syndicum geschrieben ...". - Gleichmäßg gebräunt; kleiner Ausriss durch Öffnen der Versiegelung. - Von großer Seltenheit; kein Nachweis eines Autographs von Sagittarius im JbdApr. 1950 ff.
Schriftsteller und Publizisten
Mehr als 50 Briefe und Karten. 1959-1988
Los 2532
Zuschlag
1.000€ (US$ 1,149)
Schriftsteller und Publizisten. Mehr als 50 Briefe und Karten. 1959-1988.
Großenteils sehr umfangreiche, gehaltvolle Briefe an politisch interessierte und engagierte Leser oder Rundfunkhörer, die kritische Anmerkungen oder Betrachtungen über NS-Vergangenheit oder aktuelle Politik gesandt hatten. Die Durchschläge dieser Gegenbriefe liegen zusätzlich meistens bei. Vorhanden: Jean Améry (eigh. Briefkarte, 1978). - Rudolf Augstein (masch. Brief, 1976). - Hans Bahrs (2 eigh. Briefe, 1976-1977). - Arnulf Baring (masch. Brief, 1971). - Ingeborg Drewitz (2 masch. Briefe, 1 masch. Postkarte, 1976-1978). - Ralph Giordano (2 masch. Briefe, 1986). - Günter Grass (masch. Brief, mit Umschlag, 1971). - Alfred Grosser (eigh. Brief und eigh. Vis.-Karte, 1975). - Joachim Günther (eigh. Brief, 1974). - Peter Hamm (masch. Brief, 1959). - Stephan Hermlin (kurzer masch. Brief, 1980). - Werner Höfer (3 masch. Briefe, 1969-1981). - Yaak Karsunke (3 masch. Briefe, 1967-1988). - Heinar Kipphardt (masch. Brief, 1981). - Arthur Koestler (4 masch. Briefe, 1972-1974). - Eugen Kogon (2 masch. Briefe, 1958-1967). - Joachim Maass (2 masch. Briefe, 1959). - Kurt Marti ( 2 masch. Briefe, 1 eigh. Brief-Karte, 1961-1967). - Fritz J. Raddatz (1 eigh. Brief, 2 eigh. Postkarten, 1 masch. Postkarte, 1976). - Ludwig Renn (2 kurze eigh. Briefe, 1964-1965). - Else Schimmelpfennig (2 eigh. Briefe, 1 masch. Werkverzeichnis, 1979). - Karl Schnog (2 masch. Briefe, 1956-1957). - Peter Scholl-Latour (masch. Brief, 1970). - Carola Stern (masch. Brief, 1961). - George Tabori (eigh. Brief in engl. Sprache, 1971). - Matthias Walden (4 masch. Briefe, 1979-1984). - Inge von Wangenheim (masch. Brief an Wolfgang Harich, 1983). - Aufschlussreiches Material zur Literatur, Geschichte, Öffentlichkeit und Vergangenheitsbewältigung in der Bundesrepublik Deutschland von den 1950ern bis in die 1980er Jahre. Meist mit diversen Beilagen zu den jeweiligen Autoren.
-
Stammbuch
des Sebald Welser, Ratsherrn aus Nürnberg. 1575-1580
Los 2533
Zuschlag
15.000€ (US$ 17,241)
Stammbuch des Sebald Welser, Ratsherrn aus Nürnberg. 94 Bl., mit insges. 106 Eintragungen, davon an Aquarellen und Deckfarbenmalerei enthalten: 38 Wappen-Darstellungen (davon 7 mit einem Bild verbunden) und 31 Trachten- und Szenenbilder sowie 1 Kupfertafel und 36 reine Schrift-Beiträge. 8vo (16,9 x 11,5 cm). rehbrauner Lederband des 17. Jhdts (Remboitage; Kanten berieben, Rücken am unteren Ende mit modernem Leder ausgebessert) aus einer päpstlichen Bibliothek, reich vergoldet mit floraler Ornamentik und päpstlichen Symbolen (Tiara, Schlüssel etc.) auf beiden Deckeln, sowie mit Rückenschild „1575“ und modernem Vorsatzpapier. 1575-1580.
Prachtvoll illustriertes und opulent gebundenes Stammbuch des 16. Jahrhunderts, entstanden auf der „Grand Tour“ des Nürnberger Patriziersohnes Sebald Welser (1557-1589), der sich 1582 vermählte, 1587 Ratsherr in Nürnberg und 1589 Gesandter auf dem Reichstag in Ulm wurde, wo er bald verstarb. Aus den vielen Beiträgen des Stammbuchs gehen als - teilweise mehrmals besuchte - Aufenthaltsorte hervor: Padua (1575-1576), Venedig (1575-1576, 1580), Löwen, Antwerpen (1577), Bologna (1579-1580), Florenz (1579), Rom (1579), Neapel (1579). Wie weit auch die jeweils nur einmal genannten Städte Köln, Passau (1576) und Regensburg (1579) als Aufenthalts- oder Durchreise-Orte zu werten sind, ist unklar. Die Beiträger des Bandes entstammen großenteils Adelsfamilien aus dem deutschsprachigen Raum, darunter junge Herren v. Ortenburg, Teuffenpach, Wiespurgk, Bodelschwingh, Borstell, Maltitz, Windischgrätz, Volhaim, Bernstein, Schönberg, Hochberg etc., aber auch viele Studenten aus dem Bürgertum sind vertreten. Die fast immer lateinischen Schrift-Beiträge sind auf den Blättern öfter in der Weise oben und unten platziert, dass in der Mitte Raum für eine Wappendarstellung belassen ist, auch wenn diese dann schließlich nicht erfolgte. Die sehr fein in beachtlicher Qualität ausgeführten Wappen, Trachten- und Szenenbilder scheinen großenteils von ein- und demselben Künstler zu stammen. Wenn sie nicht Sebald Welser selbst zuzuschreiben sind, so ist anzunehmen, dass er einen Reisebegleiter hatte, der in den Städten jeweils die vorherrschenden Trachten mit fast professionell wirkender Akribie und zierlicher Schönheit im Bilde festhielt. Doppelblattgroße Meisterstücke sind die Darstellung einer Papst-Audienz und eine Ausfahrt des Dogen von Venedig 1576 auf dem „Bucentaurus“, dem "navis qua Venetum Dux die Ascensionis Duni institur“. Die Trachten-Darstellungen zeigen alle gesellschaftlichen Schichten, vom Adels-Ornat über Karnevals-Kostüme, Universitäts-Talare und geistliche Roben bis hin zu Bettelmönchen und einem Flagellanten. - Die Blätter weisen naturgemäß Fingerflecken und andere Gebrauchsspuren auf, sind aber, wie der ganze Band, sorgfältig restauriert und bei dieser Gelegenheit mit weißen Blättern durchschossen worden, um die vielen Aquarelle und Gouachen zu schonen. - Sowohl Heraldikern als auch Kulturhistorikern bietet das Stammbuch des Sebald Welser kostbares Material zur Sozialgeschichte und Ikonographie des 16. Jahrhunderts.
Stammbuch des Studenten v. Karstedt in Halle (Saale). 237 (statt 262) pag. S. und 4 Bl. Register; davon 64 S. beschrieben oder illustriert. Mit 1 Wappenmalerei auf Pergament und 1 Trompe l'Oeil in mehreren Farben. Quer-gr. 8vo. Brauner Lederband d. Z. (stärker berieben und beschabt) mit ornamentalen Bordüren in Goldprägung auf beiden Deckeln und dem Rücken sowie mit goldgepr. Rückenschild "Stamm-Buch", Goldschnitt und marmorierten Vorsätzen. 1767-1804.
Fast alle Eintragungen von adligen Kommilitonen in Halle, viele in Latein oder Französisch. Vertreten sind die Namen D. W. v. Arnim ("aus der Ukermark"), F. H. J. v. Jeetze, August v. Schlabrendorff, Ludwig Wilhelm Graf v. Gessler, E. v. Berlepsch, E. F. Vogt ("aus Berlin, Hofmeister der H. v. Arnim aus Sukow"), August Wilhelm v. Bismarck (aus Berlin), v. Massow, A. v. Hagen, v. Koeckritz, Carl Friedrich v. Berlepsch, J. G. Fritsche (aus Potsdam), C. D. v. Storch, Georg Friedrich Zimmermann, G. O. F. Rappard, F. F. v. Schierstedt, Wilhelm von Querenheimb, v. Sydow, Friedrich Chr. August von Arnim, Franz Carl Ladislaus v. Mosel, N. C. F. v. Burghausen, C. L. Curtius, Jean Thornton (aus London), v. Krosigk, Kircheisen (Jurist), Joh. Friedrich Lorenz, G. F. L. v. Uslar, Johann Andreas Riedel, G. A. und J. A. v. Schropp (aus Schlesien), F. H. Matthießen (1768 "von der Insul Sylt, aus Dännemark"), L. Hermann aus Dessau, Baron v. Dürckheim, v. Alvensleben, Ernst Ludwig Heim und viele andere. - Leider fehlen gemäß Paginierung 25 Blatt.
Stammbuch
eines "Heggi" Kaufmann aus Bern (Schweiz) 1809--1815 + Beilagen
Los 2535
Zuschlag
360€ (US$ 414)
Stammbuch eines "Heggi" Kaufmann aus Bern (Schweiz). 61 Bl., davon 39 S. beschrieben oder illustriert. Mit 7 Aquarellen bzw. Gouachen und 4 kolorierten Kupferstichen. Quer-8vo. Geflammter brauner Lederband d. Z. (Deckel leicht gewölbt; Kanten berieben) mit goldgepr. Bordüren und Darstellung von Pfeil und Bogen nebst Köcher auf beiden Deckeln sowie Rückenvergoldung und Goldschnitt. 1809-1815.
Die Beiträge von Verwandten und Freunden in Bern, Burgdorf und Langenthal. Die farbigen Illustrationen zeigen Denkmäler der Freundschaft und ländliche Idyllen; eine Deckfarbenmalerei zeigt eine Ansicht von Burgdorf, signiert "J. D. Zürcher, Januar 1810". - Über einer Eintragung von einem Eduard Pillischody aus dem Jahr 1809 hat der Inhaber des Stammbuchs am 17. Sept. 1814 einen Nachruf hinzugefügt: "Dieser edle Jüngling verlohr sein Leben durch eine Kanonenkugel von dem Fort Erie in Kanada, wo er mit seinen übrig gebliebenen Gefährten den Amerikanern eine Batterie wieder wegnahm." - Etwas stock- und fingerfleckig. - Lose beiliegend eine Grisaille-Zeichnung, ein kolorierter Kupferstich und eine kuriose, überaus dilettantische Beschreibung des Stammbuchs aus einem Antiquariatskatalog. - Ferner beiliegend: Stammbuch-Kassette einer jungen Dame aus dem schlesischen Gottesberg. 19 lose Bl., davon 21 S. beschriftet. Innendeckel mit 2 kolor. Kupferstichen. Quer-kl. 8vo. Halbleder-Kassette mit reicher Tinsel-Vergoldung (minimal defekt) auf beiden Deckeln, Rückenbeschriftung "Amitié 1848" sowie imitiertem Goldschnitt. 1854-1865. - Die Beiträge von Verwandten und Freundinnen, meist in Schreiberhau, ferner Hermsdorf und Rochlitz (alle Schlesien).
Stammbuch einer jungen Dame in Merseburg. Ca. 71 Bl., davon 28 S. beschrieben oder illustriert. Mit 6 Aquarellen. Quer-8vo. Ziegelroter Pappband d. Z. mit schwarzem Rücken und der Aufschrift "pour mes amies"; Deckel und Rücken mit goldgeprägten Bordüren und Eckfleurons, die Deckel mit grünem ovalen Mittelstück, gleichfalls mit floraler Goldprägung. Goldschnitt und marmorierte Vorsätze. In marmoriertem Karton-Umschlag (dieser beschabt). 1811-1820.
Fast alle Eintragungen von Freundinnen und Freunden in Merseburg. Eines der Aquarelle zeigt eine hübsche farbige Gesamtansicht von Merseburg, gefertigt vom "Bruder Friedrich Volckmann" der Stammbuch-Inhaberin. Ein anderes Blatt enthält eine Landschaft mit einer Vase im Mittelpunkt, darüber eine aus den Wolken kommende Hand, die eine Waage mit den Schalen "Liebe" und "Schmerz" hält. Die anderen reizvollen Malereien, teils mit Deckfarben, zeigen Blumengebinde. - Lose beiliegend 1 Blatt mit Aquarell von 1820, ferner 2 vielleicht nicht hierzu gehörige Blätter mit einer Blumenstickerei bzw. einem kolor. Kupferstich. - Stellenweise leicht gebräunt, sonst gut erhalten.
Stammbuch eines Buchbinders aus Zürich. Ca. 127 Bl., davon ca. 115 S. beschrieben oder illustriert. Mit ca. 84 Abbildungen in Lithographie, Stahlstich, Bleistiftzeichnung oder Photographie, dazu 2 Bl. mit getrockneten Pflanzen. Quer-gr. 4to (20,5 x 28 cm). Lederband d. Z. (Kanten bestoßen; vom Deckel-Dekor mit 8 Perl-Knöpfen fehlt 1 Knopf) mit Goldprägung, aufmontierter farbiger Ansicht als Mittelstück und goldgepr. Aufdruck "Erinnerung an die Schweiz". 1864-1871.
Die ersten Eintragungen (meist Gedichte) stammen aus Aarau und Zürich im Sommer 1864, wo der Inhaber des reichhaltigen Albums anscheinend eine Buchbinderlehre beginnt. Etwa nach der Hälfte des Bandes, 1867, beginnen bis 1871 andauernde Eintragungen in Chemnitz, wo sich wieder Buchbinderkollegen einschreiben, und es folgt eine Reihe von lithographischen und photographischen Ansichten aus Deutschland. Mehr als 30 Lithographien, Stahlstiche und kleine Photos nach Lithographien zeigen Schweizer und Südtiroler Ansichten, wobei die großen und kleinen farbigen Stücke zum Teil reizvoll und dekorativ sind. Die farbigen Ansichten bewegen sich zwischen 12,5 x 18,5 cm und 7,5 x 11 cm. Auch die schönen lithographischen und Stahlstich-Ansichten aus Deutschland (Elgersburg, Gotha, Coburg, Schwarzburg, Aachen und Neckarsteinach, letzteres in prächtiger Farblithographie) tragen zum Wert des Albums bei. Sogar eine gefaltete Gesamt-Ansicht von Hamburg aus der Vogelschau (17,5 x 32 cm) ist vorhanden. Die 37 Photos, darunter 15 Porträts, mit ihren Reproduktionen von Graphiken und Gemälden bewegen sich meist im Visit-Format, während die Original-Lithographien mit Ansichten öfter Blattgröße erreichen. - Einige lose Schrift-Beilagen.
Poesie-Album
eines jungen Mädchens aus schlesischem Adel. 1854-1858
Los 2540
Zuschlag
340€ (US$ 391)
Poesie-Album eines jungen Mädchens aus schlesischem Adel. 36 Bl., davon 54 S. beschrieben. Goldschnitt. Quer-gr. 4to. Brauner Lederband d. Z. (berieben) mit Gold- und Blindprägung sowie vergold. Aufdruck "Album". Sorau und Neisse 1854-1858.
Umfangreiche Gedicht- und Prosa-Zitate, eingetragen von Freundinnen in Sorau und Neisse. Im März 1854 in Sorau beginnend, stammen die Beiträge großenteils von jungen Mädchen aus Adelsfamilien. Am 22. März, "Sorau 14 Tage vor Deiner Confirmation", trägt sich als ihr "Seelensorger" der "Archidiaconus" M. Kirchner ein. Als erste hatte sich Cäcilie v. Schlicht im Album verewigt; es folgen Clementine v. Goldammer, Clothilde v. Schwarzkoppen, Agathe v. Bredow, Thekla Deutsch, geb. v. Horn, Elise, Ida und Eveline v. Gallwitz, Carola, Marie, Jenny und Auguste v. Sobbe, Wilhelmine v. Prondzynska, Toni und Minna v. Triebenfeld, Elisabeth v. Diezelski, Emma v. Kriegstein, Lina v. Schickfuß, Anna v. Besserer. 3 Eintragungen stammen nicht aus Sorau oder Neisse: 1855 Onkel und Tante v. Goldbeck in Hamm sowie 1858 Louise v. Borcke in Berlin. Ferner ein Anzahl bürgerlicher Familien. Zitiert werden längere Passagen aus Werken von Jean Paul, Matthisson, Uhland, Leopold Schefer, Lenau, Geibel, Heine, Victor Hugo und anderen. - Beiliegend handschriftliche Notizen eines Johannes Meyer in Berlin zur Provenienz des Albums, das angeblich einst auch eine Eintragung des Dichters Joseph von Eichendorff enthielt, wozu Meyer notiert: "habe ich für 7,50 Mk West verkauft." - Eichendorff starb 1857 in Neisse.
Stammbuch-Kassette
eines jungen Herrn Zehme aus Kreypau bei Leuna. 1806-1819
Los 2541
Zuschlag
180€ (US$ 207)
Stammbuch-Kassette eines jungen Herrn Zehme aus Kreypau bei Leuna. 26 lose Bl. mit Goldschnitt, davon 31 S. beschrieben oder illustriert. Mit 3 Blumenstickereien und 2 Kupferstich-Ansichten. Quer-gr. 8vo. Braune Leder-Kassette d. Z (Rücken und Kanten beschabt) mit goldgepr. Amphoren-Darstellungen auf beiden Deckeln sowie imitiertem Grünschnitt. Mit marmoriertem Papp-Schuber (dieser defekt). 1806-1819.
Die Beiträge von Verwandten, Freunden und Freundinnen in Kreypau, Leipzig, Merseburg, Schandau und Bautzen, meist im Jahr 1819. Die beiden gestochenen Ansichten zeigen in und bei Merseburg das Schloß und "Beyers Caffeehaus".
Thiess, Frank, Schriftsteller, Publizist, Dramaturg, Regisseur, Kritiker und Literaturhistoriker, Mitglied zahlr. literar. Gesellschaften, Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes und anderer Auszeichnungen, prägte den Begriff "Innere Emigration" (1890-1977). Sammlung von mehr als 170 Briefen und Postkarten an Frank Thiess. Großenteils mit den Umschlägen. 1923-1928.
Große Sammlung literarischer Schreiben deutschsprachiger Autorinnen und Autoren an den ungemein fruchtbaren und vielseitigen, in vielen Bereichen engagierten Frank Thiess; meist umfangreiche eigenhändige Briefe. Darunter: Vicki Baum, Walter Bloem (3), Bernhard Diebold, Otto Flake (14), Georg von der Gabelentz, Paul Gurk, Friedrich Holthaus, Arno Holz, Klabund, Rolf Lauckner (11), Elfriede Lauckner-Thum (Lauckners Ehefrau, Malerin, 7), Florence Losey (Thiess' Ehefrau, Opernsängerin, 62), Walter von Molo (2), Thassilo von Scheffer (3), Otto Wirz (28), Arnold Zweig. - Ferner ca. 35 Briefe und Karten weiterer Personen, großenteils zu Thiess' und eigener literarischer Tätigkeit, darunter Autoren aus Skandinavien und dem Baltikum. Dazu eine Anzahl teils gedruckter Schriftstücke zu verschiedenen Themen. - Reiches Material, mit vielen Einblicken in den deutschen Literaturbetrieb der 1920er Jahre - eine wichtige Ergänzung zu Thiess' Nachlass, der in der Hessischen Landesbibliothek Darmstadt aufbewahrt wird.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge