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Lot 319, Auction  126, Minderer, Raimund, Aloedarium Marocostinum

Minderer, Raimund
Aloedarium Marocostinum
Los 319

Zuschlag
700€ (US$ 795)

Details

Minderer, Raimund. Aloedarium Marocostinum. 12 Bl., 135 (recte: 235), 3 Bl. 15,5 x 10 cm. Flexibler Pergamentband d. Z. (ohne Schließbänder). Augsburg, Christoph Mang, 1616.
VD 17 23:295904SM. Hirsch-Hübotter IV, 215. Krivatsy 7920. Neu 2771. Partington II, 171.2. Pritzel 6248. Schelenz 482. Waring 219. Wellcome I, 4328. Wolfenbüttel 1133. Nicht bei Garrison/M., Lesky, Osler und Waller. – Erste Ausgabe. Minderer (um 1570-1621) war Stadtphysikus und Pestarzt in Augsburg, "Glanzvolle medizinische Karriere als Leibarzt der Fugger, Herzog Maximilians I. von Bayern (herzoglich bayerischer Rat) und von Ks. Matthias. ... Mitarbeit an mehreren Auflagen der Pharmacopoeia Augustana" (Augsburger Stadtlexikon2, 657). "Das Buch beschreibt die Bereitung einer Purgirpillenmasse, eines Extraktes aus diversen vegetabilischen Substanzen, vor Allem Aloe, Marum und Costus verus (daher der auffallende Name), auch Agaricum, Rhabarber, Crocus, Myrrha, Ammoniacum und gibt dann eine Darstellung der geschichtlichen, botanischen u. a. Verhältnisse der einzelnen Ingredienzien" (Husemann, Theodor: Raymund Minderer und die Augsburger Pharmakopöen von 1613-1629. In: Pharmaceutische Zeitung XLIV. Jahrgang, Nummer 79, 1899, S. 702). – Innen kaum fleckig, wenige Seiten etwas gebräunt. Kupfertitel verso gestempelt, zwei Textblatt mit dezentem Prägestempel im Seitenrand. Wohlerhaltenes Exemplar

Lot 325, Auction  126, Acta eruditorum, Jahrgang 1703 und 1704

Acta eruditorum
Jahrgang 1703 und 1704
Los 325

Zuschlag
260€ (US$ 295)

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NATURWISSENSCHAFTEN
Acta eruditorum. Jahrgang 1703 und 1704. 2 Teile in 1 Band. 1 Bl., 582 S.; 1 Bl., 592 S. Mit 12 gefalteten Kupfertafeln. 21 x 16,5 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (berieben, bestoßen und fleckig) über Holzdeckel mit goldgeprägtem Monogramm auf dem VDeckel "F" sowie 2 Messingschließen. Leipzig, Christian Goez, 1703-1704.
Vgl. Ravier 156, 158-159, 235-239. – Frühe wissenschaftliche Zeitschrift mit meist Artikeln von dem Mathematiker und Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716). – Papierbedingt gebräunt und minimal fleckig sonst gutes Exemplar.

Beyer, Johann Hartmann
Stereometriae inanium nova et facilis ratio
Los 328

Zuschlag
800€ (US$ 909)

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Beyer, Johann Hartmann. Stereometriae inanium nova et facilis ratio, geometricis demonstratio nibus confirmata. 6 Bl., 267 S., 19 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke und zahlreichen Textholzschnitten und mathematischen Tabellen. 19 x 15,5 cm. Pergament d. Z. (etwas berieben, mit neuerem papierrückenschild). Frankfurt, Zacharias Palthenius für Jonas Rose, 1603.
Poggendorff I, 183. Tomash-Williams, The Erwin Tomash Library on the History of Computing, B 149. Witthöft, Deutsche Bibliographie zur historischen Metrologie, S. 88 (deutsche Ausgabe). NDB II, 204. – Lateinische Ausgabe von Ein newe und schöne Art der Vollkommenen Visier-Kunst. Beide Ausgaben erschienen 1603, und die Dedicatio ist in beiden, obwohl unterschiedlich im Text, auf den 12. September datiert. Bedeutende Arbeit zur Volumenberechnung von Behältern, ein Vorläufer von Keplers "Nova Stereometria", die zwölf Jahre später erschien und auch auf Beyer Bezug nahm. "An early basic work on gauging, with emphasis on the calculation of the volume contained in various solid geometric figures. Beyer also discusses the extraction of cube roots, gives practical examples of gauging and includes tables for such things as the circumference and area of circles having diameters from 0.1 to 108 units in steps of 0.1 unit” (Tomash-W.). "Daß er die Dezimalbrüche in Deutschland eingeführt hat, erkennt auch ausdrücklich der Wittenberger Professor der Mathematik Aegidius Strauch in seinen 1662 veröffentlichten 342 Aphorismen 'De numerorum doctrina' an" (NDB). – Blatt Eeii mit Blattabriss im unteren Rand (etwas Bildverlust), anfangs im oberen Bug mit verblasstem Feuchtigkeitsrand, Titel gestempelt. Sonst schönes und wohlerhaltenes Exemplar. Innenspiegel mit modernem Exlibris von Erwin Tomash, dessen Bibliothek 2018 von Sotheby's versteigert wurde.

Lot 329, Auction  126, Bion, Nicolai, Neu-eröffnete mathematische Werck-Schule

Bion, Nicolai
Neu-eröffnete mathematische Werck-Schule
Los 329

Zuschlag
300€ (US$ 341)

Details

Bion, Nicolai. Neu-eröffnete mathematische Werck-Schule, oder gründliche Anweisung, wie die mathematische Instrumenten nicht allein schicklich und recht zu gebrauchen, sondern auch zu verfertigen sind. Zweyte Auflage. 3 Teile in 1 Band. 8 Bl., 394 S.; 4 Bl., 48 S.; 6 Bl., 176 S. Titel in Rot und Schwarz. Mit gestochenem Frontispiz, je einer Tietlvignette in Holz- und Kupferstich und zusammen 60 gefalteten Kupfertafeln. 20,5 x 16 cm. Pergamentband d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben) mit RTitel. Nürnberg, Monath, 1717-1721.
Graesse I, 428f. Poggendorff I, 195. Vgl. Fromm 3274. – Zweite deutsche Ausgabe dieser Schrift über den Gebrauch und die Konstruktion mathematischer Instrumente, die zuerst 1713 unter dem Titel Traité de la construction et des principaux usages des instruments de mathématiques erschien und zahlreiche Auflagen und Übersetzungen erlebte. Die deutsche Übertragung besorgte der Nürnberger Astronom Johann Gabriel Doppelmayr (1677-1750). Die Kupfer zeigen mathematische, geodätische und nautische Instrumente aller Art, der seltene dritte Band befasst sich nur mit astronomischen Instrumenten. Entsprechend zeigen die Tafeln astronomische Globen, Himmelskarten, Uhren, Sextanten und verschiedene Messgeräte. Jeder Teil mit eigenem Titelblatt. – Etwas fleckig, Gelenke angeplatzt, die Faltkupfer mit Quetschfalten und kleineren Randläsuren, eine Tafel in Teil III auch mit tieferem Falzriss. Titel fingerfleckig und mit kleinem Eckabschnitt.

Lot 332, Auction  126, Darwin, Charles, The Descent of Man

Darwin, Charles
The Descent of Man
Los 332

Zuschlag
300€ (US$ 341)

Details

Darwin, Charles. The Descent of Man, and Selection in Relation to Sex. Seventh thousand. 2 Bände. VIII, 423 S., 16 S.; VIII, 475 S., 16 S. Mit 76 Textholzstichen. 19 x 12 cm. OLeinen (kaum bestoßen) mit goldgeprägtem RTitel. London, Murray, 1871.
Garrison-Morton 170. Freeman 939. – Vierter Druck der ersten Ausgabe. Eines der wichtigsten Bücher der modernen Anthropologie. "This is really two works. The first demolished the theory that the universe was created for Man, while in the second Darwin presented a mass of evidence in support to his earlier hypothesis regarding sexual selections" (Garrison-Morton). "Die Theorie, daß der Mensch mit dem Affen irgendwelche entfernte Vorfahren gemeinsam habe, volkstümlich 'missing link' genannt , wurde erst mit Huxleys 'Man's Place in Nature' und Darwins 'Descent of Man' klar dargelegt" (Carter-Muir 316). – Beide Titel gestempelt. Band II teils unaufgeschnitten und fleckig. Papier leicht vergilbt. Von guter Gesamterhaltung.

Lot 334, Auction  126, Fichtel, Johann Ehrenreich von, Nachricht von den Versteinerungen des Großfürstenthums Siebenbürgen

Fichtel, Johann Ehrenreich von
Nachricht von den Versteinerungen des Großfürstenthums Siebenbürgen
Los 334

Zuschlag
1.400€ (US$ 1,591)

Details

Fichtel, Johann Ehrenreich von. Nachricht von den Versteinerungen des Großfürstenthums Siebenbürgen, mit einem Anhange und beygefügter Tabelle über die sämmtlichen Mineralien und Foßilien dieses Landes. Herausgegeben von der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin. 158 S., 1 Bl. (Errata). Mit 7 gefalteten Kupfertafeln. 23,5 x 19,5 cm. Halbleder d. Z. (berieben und bestoßen, Rücken beschabt) mit Rvergoldung, goldgeprägtem RSchildu und 2 späteren Signaturenschildchen. Nürnberg, Gabriel Nikolaus Raspe, 1780.
Poggendorff I, 743. – Einzige Ausgabe der Spezialabhandlung des aus Bratislava stammenden Juristen und autodidaktischen Mineralogen Johann Ehrenreich von Fichtel (1732-1795). "Wahrscheinlich durch seinen Freund, den Mathematiker und Mineralogen Johann Fridwalszky (†1784), Abt und Kanonikus zu Zips, angeregt, befaßte sich Fichtel neben seinen Berufsgeschäften auch mit den Naturwissenschaften. Im Rahmen von Reisenotizen beschrieb er unter genauer Fundortangabe Fossilien, fertigte Tabellen an mit der Beschreibung vornehmlich vulkanischer und metamorpher Gesteine und gab genaue Aufzeichnungen über Nichterze und Erze, dabei besonders auf Salz- und Goldvorkommen eingehend. Als vortrefflicher und kenntnisreicher Beobachter - seine Sammlung war in bezug auf Golderze eine der damals vollständigsten der Monarchie - verfaßte er umfangreiche Arbeiten, die ihn zum Begründer der mineralogischen, geologischen und paläontologischen Erforschung des Gebietes Siebenbürgen-Karpaten machen" (NDB V, 126). – Es fehlt der Haupttitel ("Beytrag zur Mineralgeschichte von Siebenbürgen" Teil I). Mit einigen im Rand beschnittenen Annotationen. Eine Falttafel mit sehr kleinem Randeinriss. Sehr schönes und sauberes Exemplar, Druck des Textes und der Tafeln auf sehr festem Bütten. – Beigebunden: Derselbe. Geschichte des Steinsalzes und der Steinsalzgruben im Großfürstenthum Siebenbürgen, mit einer, das Streichen des unterrirrdischen Salzstockes, durch mehrere Länder andeutenden Karte. 134 S., 1 Bl. (Errata). Mit 2 (statt 4) kolorierten gestochenen Faltkarten. Ebenda 1780. - Einzige Ausgabe, ebenfalls ohne den Haupttitel ("Beytrag zur Mineralgeschichte von Siebenbürgen" Teil II). Es fehlen zudem zwei Kupfer, eines der Kupfer mit Papierläsur in der Darstellung, sonst sehr schönes und sauberes Exemplar, der Druck ebenfalls auf sehr festem Bütten.

Lot 335, Auction  126, Gallitzin, Demetrius von, Sendschreiben an die kaiserliche Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg. Münster und Leipzig, Philipp Heinrich Perrenon, 1780. - Erste deutsche Ausgabe

Gallitzin, Demetrius von
Sendschreiben an die kaiserliche Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg. Münster und Leipzig, Philipp Heinrich Perrenon, 1780. - Erste deutsche Ausgabe
Los 335

Zuschlag
200€ (US$ 227)

Details

Gallitzin, Demetrius von. Sendschreiben an die kaiserliche Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg über einige Gegenstände der Electricität. 56 S. Mit gestochener Portrait-Silhouette und 3 gefalteten Kupfertafeln. 19,5 x 12 cm. Modernes Halbpergament (mit winzigen Gebrauchsspuren) mit geprägtem Rückentitel, Marmorpapierbezug und goldgeprägter Deckelfileten. Münster und Leipzig, Philipp Heinrich Perrenon, 1780.
VD18 11492767. Ronalds 180. Wheeler Gift 491. Zum Verfasser vgl. Mottelay 242 f. und Poggendorff I, 836 f. – Erste deutsche Ausgabe. Enthält insgesamt drei kleine Abhandlungen zu den damals ausgiebig erforschten Phänomenen der statischen Elektrizität. Das erste Schreiben datiert vom 2. Februar 1777 und erschien als "Lettre sur quelques objets d'Electricite" zuerst 1778 in Den Haag, im gleichen Jahr in russischer Sprache in St. Petersburg. Das zweite Schreiben (6. Juli 1778) ist betitelt mit: "Anmerkungen über die Wetterableiter, Spitzen u.s.w. an die Akademie der Wissenschaften und schönen Künste in Brüssel". Der dritte Teil (25. September 1778) ist wieder an die Petersburger Akademie gerichtet: "Beobachtungen über die natürliche Electricität welche geschieht vermittelst eines fliegenden Drachens...". Der Verfasser bezieht sich u. a. auf Erkenntnisse von Franklin, geht auch auf Hypothesen von Euler ein, und vergleicht diese mit Schlussfolgerungen aus seinen eigenen Versuchen und Beobachtungen. Fürst Gallitzin (1734-1803) war russischer Gesandter in Den Haag, machte sich aber vor allem als Naturwissenschaftler einen Namen. Er besaß eine große Mineraliensammlung und einen der größten elektrostatischen Generatoren jener Zeit. 1778 wurde er Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg, später auch Mitglied in der Preußischen Akademie der Wissenschaften, der Leopoldina und der Royal Society. – Unbeschnittenes Exemplar. Innen gebräunt und stellenweise etwas braunfleckig.

Lot 339, Auction  126, Humboldt, Alexander von, Ansichten der Natur. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1849. - Maßgebliche dritte Auflage

Humboldt, Alexander von
Ansichten der Natur. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1849. - Maßgebliche dritte Auflage
Los 339

Zuschlag
100€ (US$ 114)

Details

Humboldt, Alexander von. Ansichten der Natur, mit wissenschaftlichen Erläuterungen. Dritte verbesserte und vermehrte Ausgabe. 2 Teile in 1 Band. XVIII, 362 S.; 2 Bl., 407 S. 17,5 x 11 cm. Halbleder d. Z. (berieben, bestoßen und mit Schabspuren, Vorderdeckel mit gebrochener Ecke) mit Romantiker-RVergoldung und goldgeprägtem RTitel. Stuttgart und Tübingen, Johann Georg Cotta, 1849.
Goedeke VI, 261, 10. Löwenberg 181. Griep-Luber I, 0644. Sabin 33703. Poggendorff I, 1158. Vgl. Fischer, Cotta 648 und 1618. – Maßgebliche dritte Auflage, in der Humboldt noch in hohem Alter Ergebnisse seiner Reisen wesentlich veränderte und um die Erkenntnisse einer 1829 ins nördliche Asien unternommenen Expedition erweiterte. Bd. I. Ueber die Steppen und Wüste, Bd. II. Ideen zu einer Physiognomik der Gewächse. "Humboldt nennt seine 'Ansichten' sein Lieblingswerk, 'ein rein auf deutsche Gefühlsweise berechnetes Buch'." "Diese Sammlung ist der Ertrag einer fast sechsjährigen Forschungsreise, die Humboldt über Teneriffa nach Venezuela, Kolumbien, Ekuador, Mexiko und in die USA führte: eine der umfassendsten und bedeutendsten Forschungsreisen der Geschichte, die das Natur- und Erdbild - und in weiterem Umfang auch die Kultur Mittel- und Südamerikas erschloß" (KLL 1063). – Etwas stockfleckig, Titel mit zwei Besitzeinträgen, fl. Vorsatz mit weiterem altem Besitzeintrag sowie modernem Kugelschreibernotat.

Lot 340, Auction  126, Humboldt, Alexander von, Ueber zwei Versuche den Chimborazo zu besteigen

Humboldt, Alexander von
Ueber zwei Versuche den Chimborazo zu besteigen
Los 340

Zuschlag
1.600€ (US$ 1,818)

Details

Widmungsexemplar für Jean-Baptiste Boussingault
Humboldt, Alexander von. Ueber zwei Versuche den Chimborazo zu besteigen. In: Jahrbuch für 1837. Herausgegeben von H. C. Schumacher. S. 176-206. Mit Beiträgen von Bessel, Hansen, A. von Humboldt, Moser, Olbers und Paucker. VII, 282 S., 1 Bl. Mit lithographischer Falttafel. 18,5 x 11 cm. Illustrierter OHalbleinenband (berieben und etwas stärker fleckig) in modernem Pappschuber. Stuttgart und Tübingen, Johann Georg Cotta, 1837.
Erstdruck des Vortrags, gehalten in der Versammlung deutscher Naturforscher im September 1836 in Jena. Bericht von der Besteigung des Chimborazo am 23. Juni 1802, die Humboldt gemeinsam mit seinen Begleitern Bonpland und Montúfar zum höchsten Punkt geführt hatte, der bis dahin von Menschen erreicht wurde. Wegen einer unpassierbaren Felsspalte einige Hundert Meter unterhalb des Kraters mussten sie den Aufsteig abbrechen. Widmungsexemplar für Jean-Baptiste Boussingault (1802-1887), mit entsprechendem Eintrag auf dem Vorderdeckel: "a Mr. Boussingault homage de la plus haute et plus affectueuse estime Alexander Humboldt pag 176". Mit dem mehr als eine Generation jüngeren französischen Naturwissenschaftler Boussingault verband Humboldt eine lebenslange Freundschaft, ihr umfangreicher Briefwechsel erstreckt sich von der ersten Begegnung im Sommer 1822 bis kurz vor Humboldts Tod im Mai 1859 (zum vorliegenden Widmungsexemplar vgl. den Brief Humboldts vom 14. Mai 1837). Der Kaufmannssohn Boussingault bereiste als Bergbauingenieur rund ein Vierteljahrhundert nach Humboldt den südamerikanischen Kontinent. Wie vor ihm Humboldt bestieg er 1831 den Chimborazo, scheiterte jedoch gleichfalls und kehrte dann im Folgejahr nach Frankreich zurück. Mit dem humboldtianischen Schlusskommentar auf Seite 206: "Das sind die flüchtigen Bemerkungen über zwei Besteigungen des Chimborazo, die ich mir erlaubt habe, aus einem ungedruckten Reisejournale einfach mitzutheilen. Wo die Natur so mächtig und gross und unser Bestreben rein wissenschaftlich ist, kann wohl die Darstellung jedes Schmuckes der Rede entbehren". Ein Separatdruck erschien ebenda noch im selben Jahr. – Leicht stockfleckig. Innenspiegel mit modernem Exlibris der in München und Bayreuth lehrenden Wissenschaftshistorikerin Uta Lindgren (1941-2017).

Lot 341, Auction  126, Jonston, Jan, Thaumatographia naturalis. Amsterdam, J. Janssonius, 1661. - Dritte Amsterdamer Auflage

Jonston, Jan
Thaumatographia naturalis. Amsterdam, J. Janssonius, 1661. - Dritte Amsterdamer Auflage
Los 341

Zuschlag
220€ (US$ 250)

Details

Jonston, Jan. Thaumatographia naturalis, in decem Classes distincta, in quibus admiranda I. Coeli. II. Elementorum. III. Meteororum. IV. Fossilium. V. Plantarum. VI. Avium. VII. Quadrupedum. VIII. Exanguium. IX. Piscium. X. Hominis. 6 Bl., 498 S., 2 Bl. 14 x 8 cm. Leder d. Z. (berieben; Gelenke beschabt) mit goldgepr. Supralibros eines Pariser Augustinerkonvents. Amsterdam, J. Janssonius, 1661.
Vgl. Krivatsy 6268. Garrison-M. 287. – Dritte Amsterdamer Auflage der erstmals 1632 erschienenen Geschichte der Naturwunder des polnischen Naturwissenschaftlers Jan Johnston (1603-1675): "A treatise on natural wonders, was divided into ten categories: the new stars, the elements, meteors, minerals, plants, birds, quadrupeds, insects and other 'bloodless' animals, fish, and men" (Norman 1177). Eine englische Übersetzung erschien 1657 in London. – Gebräunt; Titel mehrfach gestempelt, darunter ein Besitzstempel des berühmten französischen Naturforschers Georges Cuvier (1769-1832).

Kohlhans, Johann Christoph
Curiositäten Neu-erfundene mathematische und optische Curiositäten
Los 342

Zuschlag
320€ (US$ 364)

Details

(Kohlhans, Johann Christoph). Curiositäten Neu-erfundene mathematische und optische Curiositäten. Erster und zweiter Theil. 2 in 1 Band. 80 S.; 77 S., 1 Bl. Mit 70 Kupfertafeln. 16, 5 x 9 cm. Pergament d. Z. (leicht fleckig und geworfen). Mainz, Ludwig Bourgeat, 1701.
Vgl. Poggendorf I, 1299. Nicht im VD18. – Spätere seltene Ausgabe. – Innengelenk am Titel offen, minimal braun- und fingerfleckig, vereinzelt mit winzigen knickspuren, sonst gutes Exemplar.

Krünitz, Johann Georg
Verzeichniß der vornehmsten Schriften von der Electricität und den elektrischen Curen
Los 343

Zuschlag
360€ (US$ 409)

Details

Krünitz, Johann Georg. Verzeichniß der vornehmsten Schriften von der Electricität und den elektrischen Curen. 200 S. 17 x 10 cm. Pappband d. Z. (etwas fleckig und berieben). Leipzig, Witwe Adam Heinrich Holle, 1769.
VD18 10571469. – Einzige Ausgabe der seinerzeit wohl umfangreichsten Bibliographie zum Thema. Verzeichnet sind 472 Schriften, darunter neben deutschsprachigen auch zahlreiche auf Latein, Französisch, Englisch und Italienisch. – Mit einigen dezenten hs. Ergänzungen und Korrekturen in Bleistift, sonst nur gelegentlich schwach braunfleckig und insgesamt sauber. Exemplar aus der rund 7000 Bände umfassenden Bibliothek des Juristen und Gutsbesitzers Joachim Moritz Wilhelm Baumann (1766-1849), die 1850 von Theodor Oswald in Leipzig versteigert wurde. Mit desssen Exlibris auf dem Innenspiegel. Baumanns Übersetzung der von Tiberius Cavallo auf Englisch verfassten Schrift Vollständige Abhandlung der theoretischen und praktischen Lehre von der Elektricität erschien 1797.

Lot 344, Auction  126, Lambert, Johann Heinrich, Anmerkungen über die Branderschen Mikrometer.  Augsburg, Witwe Eberhard Klett, 1769. - Erste Ausgabe

Lambert, Johann Heinrich
Anmerkungen über die Branderschen Mikrometer. Augsburg, Witwe Eberhard Klett, 1769. - Erste Ausgabe
Los 344

Zuschlag
650€ (US$ 739)

Details

Lambert, Johann Heinrich. Anmerkungen über die Branderschen Mikrometer von Glase und deren Gebrauch nebst Beylagen die Geschichte und die Vortheile dieser Erfindung betreffend. 2 Bl., 84 S., 32 Bl. Mit 3 mehrfach gefalteten Kupfertafeln. 18,5 x 11,5 cm. Moderner marmorierter Pappband. Augsburg, Witwe Eberhard Klett, 1769.
Poggendorff I, 1356. Steck I.14. Brachner et. al., G. F. Brander 1713-1783, Wissenschaftliche Instrumente aus seiner Werkstatt, Deutsches Museum 1983, S. 307 und 387. – Erste Ausgabe. Enthält neben den Lambertschen Anmerkungen (S. 3-30) und einem Vorbericht des Verlegers drei Beiträge: 1. Tob. Mayers Beschreibung eines neuen Mikrometers. 2. G. F. Branders Beschreibung des neuen dioptrischen Sectors nebst einer zu dessen Gebrauch am Ende beygefügten sehr dienlichen Chordentabelle. 3. Eben desselben Beschreibung einer ganz neu verfertigten Libel oder Nivelir-Wage nebst Kupfern. Vor der Chordentabelle listet Brander in einer "Anzeige" die bei ihm erhältlichen Instrumente auf (S. 77-84). Der berühmte Physiker und Mathematiker Lambert (1728-1777) lernte Brander 1759 kennen, hielt sich mehrere Jahre in Augsburg auf und stand mit Brander in ständigem Kontakt. Später gab es einen regen Briefwechsel zwischen beiden, der für die Jahre 1765 bis 1776 durch J. Bernoulli dokumentiert ist. Lambert beschreibt in seinen Anmerkungen Branders bedeutendste technische Entwicklung im Hinblick auf präzise Messinstrumente, die Glasmikrometer, und geht auch auf die Entwicklungsgeschichte ein, bei der Tobias Mayer eine wesentliche Rolle spielt, dessen Abhandlung von 1748 Bestandteil der Publikation ist. "Vermutlich legte der Erfahrungsaustausch zwischen Mayer und Brander den Grundstein für Branders spätere, einzigartige Leistung: Die mit Diamant geritzten Glasmikrometer. ... In den Jahren zwischen 1755 und 1761 muß Brander der wesentliche Durchbruch bei der allein ihm zukommenden, epochemachenden "Erfindung" der Glasmikrometer geglückt sein. ... Für die damaligen feinmechanischen Verhältnisse erreichte er eine unerhörte Präzision und Feinheit der Teilungen des Maßstabs auf einer Glasplatte" (Brachner et. al., S. 21/22/23). – Gut erhaltenes, breitrandiges, nur am Kopf beschnittenes Exemplar in einem neuen Buchbindereinband. Die Tafeln teilweise leicht braunfleckig, meist am Rand. Papier etwas gebräunt, insgesamt nur wenig fleckig.

Lot 345, Auction  126, Lambert, Johann Heinrich, Cosmologische Briefe über die Einrichtung des Weltbaues

Lambert, Johann Heinrich
Cosmologische Briefe über die Einrichtung des Weltbaues
Los 345

Zuschlag
650€ (US$ 739)

Details

Lambert, Johann Heinrich. Cosmologische Briefe über die Einrichtung des Weltbaues. XXVIII, 318 S. Mit 1 gefalteten typografischen Tabelle. 20 x 12 cm. Pappband d. Z. (berieben und bestoßen, Rückenbezug am Kapital restauriert) mit goldgeprägtem Rückenschild. Augsburg, Witwe E. Klett, 1761.
Houzeau-Lancaster 8886. DSB VII, 598. Ziegenfuß II, 11. Poggendorff I, 1355. NDB XIII, 438. Roller-Goodman II, 69. "Landmarks of Science". – Erste Ausgabe. Früher Ausblick auf eine extragalaktische Kosmologie. Astronomisches Hauptwerk des Mathematikers, Physikers und Philosophen des deutschen Rationalismus. Lambert (1728-1777) formulierte unabhängig von Thomas Wright (An Original Theory or New Hypothesis of the Universe, 1750), an den 1755 der junge Kant anknüpfte (Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels), die Vorstellung von der Existenz weiterer, um ihr Zentrum rotierender Galaxien, d. h. größerer Sternsysteme, in denen ähnlich wie die Milchstraße aufgebaute Systeme zu Galaxienhaufen integriert sind, die ebenfalls um Zentren rotieren. Wie Kant, mit dem er in Briefwechsel stand, vertrat Lambert die Idee, daß die kosmische Ordnung in Entwicklung begriffen sei. Mit den in brillanter literarischer Briefform niedergelegten Gedanken über die Entstehung und Struktur des Weltalls zählt Lambert zu den wichtigsten Vorläufern der modernen, naturwissenschaftlich-empirischen Kosmologie. Die Tabelle mit den Kometenberechnungen von Edmund Halley. – Etwas gebräunt. Vorderer freier Vorsatz und Titel mit kleiner Überklebung.

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

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