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Los 7119Barlach, Ernst
Christusmaske I
Auktion 126
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
3.125€ (US$ 3,592)
Christusmaske I
Bronze mit dunkelbrauner Patina, lose in Holzrahmen montiert. 1931/nach 1938.
15,3 x 9,6 x 6,3 cm.
Unter dem Kinn signiert "E Barlach", darüber mit dem Gießerstempel "H Noack Berlin".
Laur 476, Schult 375.
Portraithafte Züge des Künstlers selbst kennzeichnen diese erste von sechs Varianten der Christusmaske. Alle diese Arbeiten ähneln sich in der klaren Reduktion und Stilisierung des Antlitzes, die den Zügen des älteren Mannes eine archaische, prophetisch erscheinende Ausstrahlung verleiht. Barlach schuf das Tonmodell für diese erste Fassung der Christusmaske im Jahr 1931. Zu Lebzeiten des Künstlers entstanden keine Güsse; nach 1938 wurden die ersten drei Güsse und etwas später weitere zwölf Exemplare von Barlachs Nachlaßverwalter Friedrich Schult in Auftrag gegeben. Laur sind davon fünf Exemplare in öffentlichem Besitz bekannt, Schult nennt wiederum lediglich drei Stück in privater Hand. Das Ernst Barlach Haus, Hamburg, datiert die späteren Güsse inzwischen um 1950 bzw. nach 1960. Prachtvoller Guss mit homogener, partiell golden schimmernder Patina und Holzrahmen für die Aufhängung.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
5 Druckgraphiken
3 Bl. Holzschnitt und 2 Bl. Lithographie, je auf Japan, 1 Holzschnitt auf Maschinenbütten. 1923-24.
Bis 35 x 25,4 cm (Blattgröße).
Alle Blätter signiert "EBarlach".
Laur 74.03, 74.14, 74.21, 77.18,77.19.
Dabei drei Blätter aus Goethes Walpurgisnacht: "Blocksberggelichter", "Die Schneckenhexe" und "Verliebte Referenz" sowie zwei Blätter aus Illustration zu den Goethe-Gedichten: "Der getreue Eckart 1 (Die Unholden II)" und "Der getreue Eckart 2 (Zufriedene Familie)". Allesamt prachtvolle, kräftige Drucke mit Rand.
Los 8021Barlach, Ernst
Hoffnung und Verzweiflung II
Auktion 126
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
350€ (US$ 402)
Hoffnung und Verzweiflung II
Lithographie auf Van Gelder Zonen-Velin. 1931.
31 x 45,5 cm (46,7 x 63 cm).
Signiert "E. Barlach".
Schult 293.
Nuancierter, kraftvoller Druck mit sehr breitem Rand. Beigegeben: Zwölf weitere Lithographien von Ernst Barlach, "Der tote Tag" (Schult 45) und 11 Bl. aus "Der arme Vetter" (Schult 118, 120, 123, 126, 130, 133, 140-143 und 151).
Los 8004Barlach, Ernst
Armer Vetter und hoher Herr 2
Auktion 125
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
250€ (US$ 287)
Armer Vetter und hoher Herr 2
Lithographie auf festem Velin. 1919.
26,5 x 35 cm (34,9 x 48,8 cm).
Signiert "EBarlach".
Laur 54.18, Schult 129.
Blatt 13 aus der Folge "Der arme Vetter" in einem ausgezeichneten, kräftigen Druck, mit breitem Rand. Beigegeben: Eine weitere signierte Lithographie Barlachs, "Schlechtes Gewissen", aus: Der arme Vetter, 1919 (Laur 54.32).
Los 8007Barlach, Ernst
Panischer Schrecken
Auktion 125
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
475€ (US$ 546)
Panischer Schrecken
Lithographie auf holzhaltigem Maschinenbütten. 1928-30.
33 x 43 cm (50 x 70 cm).
Signiert "EBarlach".
Laur 94, Schult 286.
Eines der bei Laur erwähnten Exemplare außerhalb der Auflage, in einem ausgezeichneten, kreidigen Druck mit dem wohl vollen Rand. Beigegeben: Eine signierte Farblithographie von Erich Heckel, "Tulpen", 1953 (Ebner/Gabelmann 956 L III b B).
Rastlose Liebe
Lithographie auf hauchdünnem Japan. 1924.
18 x 23 cm (24,5 x 26,4 cm).
Signiert "EBarlach".
Laur 77.13, Schult 239.
Aus dem Mappenwerk "Goethe/Ausgewählte Gedichte", erschienen als Beigabe in der vierseitigen Ankündigung der beiden ersten Lieferungen. Prachtvoller Druck wohl mit dem vollen, aber unregelmäßigen Rand. Beigegeben: Eine weitere signierte Lithographie des Künstlers, "An den Mond 2 (Mondspuk)", 1924, (Laur 77.07).
Barlach, Ernst. Der arme Vetter. 2 Bände. Text- und Tafelband. 112 S., 1 Bl. Mit 2 lithographischen Titeln und 35 (2 lithographischen Titeln ohne Signatur) losen O.-Lithographien von Ernst Barlach mit Signatur des Künstlers. 48,5 x 34,5 cm. OHalbpergament mit goldgeprägtem RTitel und Kopfgoldschnitt sowie OHalbpergamentmappe mit golgeprägtem RTitel zusammen in Pappkassette. Berlin, Paul Cassirer, 1919.
Raabe-Hannich-B. 15.2. Feilchenfeldt-Brandis 6.0.B.1/2b. Laur 54. Schult 113-143, 145-147, 149-15. Katalog der Reutti-Stiftung S. 53f. Schauer II, 11. Jentsch 57. – Eines von 30 nummerierten Exemplaren (Gesamtauflage 300) der Vorzugsausgabe auf "handgeschöpftem Zanders-Bütten" (DV). Druckvermerk vom Künstler signiert. Das Drama, eines der Hauptwerke Barlachs, wurde 1919 in den Hamburger Kammerspielen uraufgeführt. "Von allen Barlachschen Dramen ist Der arme Vetter am stärksten in der Wirklichkeit angesiedelt ... In seinen Zeichnungen hat Barlach die beiden Regionen der Dichtung, das Diesseitige und Jenseitige, bis an die Grenzen des ihm Möglichen vorangetrieben. Derb realistische Wirtshausszenen wechseln mit rein visionären, von jedem realen Ballast befreiten Darstellungen. Das Gespräch vor Tisch wir. - vielleicht als einziges Blatt unter allen Barlachschen Illustration. - fast wie ein Bühnenbildentwurf, so präzise orientiert es über den Raum das Mobiliar, die handelnden Figuren und wie sie kostümiert sind, und so sicher, ja 'flott' ist es gezeichnet" (G. Sello, Ernst Barlach als Illustrator, S. 212ff.). – Minimal fleckig, die Lithographien papierbedingt leicht gebräunt, sonst gutes Exemplar.
Barlach, Ernst. Zeichnungen. Mit einer Einführung von Paul Fechter. 22 s., 1 Bl. Mit 56 Tafeln. 26,5 x 20 cm. OLeinen mit illustriertem OSchutzumschlag (dieser am Rücken schwach gebräunt, nur minimale Randknicke) in OPappschuber. München, R. Piper, (1935).
Exemplar der seltenen Erstausgabe, die ein Jahr nach dem Erscheinen beschlagnahmt und vernichtet wurde. Im Jahr 1948 erschien eine um acht Tafeln erweiterte Auflage. – Schönes Exemplar mit Schutzumschlag und im Verlagsschuber. Vortitel mit hs. Besitzeintrag vom 31.3.1939.
Kindertod
Holzschnitt auf JWZanders-Bütten. 1919.
24 x 36,2 cm (ca. 34 x 45 cm).
Signiert "EBarlach" (ligiert). Auflage 100 num. Ex.
Laur 60, Schult 157.
Entstanden unter dem Eindruck der großen Not der Kriegs- und Nachkriegsjahre. Schöner, kräftiger Druck mit dem vollen Rand.
Los 8034Barlach, Ernst
Stehende mit gefalteten Händen
Auktion 123
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.500€ (US$ 2,874)
Stehende mit gefalteten Händen
Kohle auf festem Zeichenpapier. 1918/19.
25,2 x 35 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "EBarlach".
Schult 1324, Laur 1626.
Ausdrucksstark, mit kräftigem Kohlestrich zeichnet Barlach eine seiner typischen stehenden Figuren in bodenlangem glockenförmigen Gewand. Mit geschlossenen Augen und vor dem Schoß gefalteten Händen steht die alte Frau andachtsvoll da, Konturen, Faltenwurf wie Hände und Füße werden vom Künstler nur grob angedeutet.
Provenienz: Sammlung Hans Harmsen, Göttingen
Privatbesitz Wien
Los 7004Barlach, Ernst
Abendlicher Strom; Sternreigen
Auktion 122
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
500€ (US$ 575)
Abendlicher Strom; Sternreigen
2 Lithographien auf Velin. Jeweils 1919.
Bis 26,6 x 35 cm (34,5 x 49 cm).
1 Blatt signiert "EBarlach".
Laur 54.09 bzw. 54.35.
Blatt 5 und 29 (von 34) des Zyklus "Der arme Vetter", verlegt von Paul Cassirer Berlin, 1919. Das Drama "Der arme Vetter" des Bildhauers, Zeichners und Dichters Ernst Barlach entstand während des Ersten Weltkriegs und wurde 1919 uraufgeführt. Ausgezeichnete, harmonische Drucke mit Rand. Beigegeben: Eine Lithographie desselben Künstlers, "Legende 1 (Die Wasserkugeln)", 1924 (Laur 077.09), Illustration der Goethe-Gedichte (S. 19), herausgegeben von Paul Cassirer, Berlin 1924.
Los 8008Barlach, Ernst
Russische Bettlerin mit Schale
Auktion 122
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.375€ (US$ 2,730)
Russische Bettlerin mit Schale
Gips. 1906.
29,5 x 30,5 x 23 cm.
Probst 103, Abgüsse b.
Im Jahr 1906 reiste Barlach mit seinem Bruder nach Russland, um dort ihren gemeinsamen Bruder zu besuchen. Die Eindrücke dieser Reise bewirkten, dass Barlach einen tiefgreifenden ästhetischen und thematischen Neubeginn in seiner Kunst anstrebte. Im Zusammenhang mit dieser Reise entstand die vorliegende Arbeit. Neben den sieben Exemplaren in Steinzeug nennt Probst zwei Abgüsse, einen in Stucco und einen in Gips. Ein Abguss befindet sich in der Ernst Barlach Stiftung, Güstrow. Prachtvoller Guss.
Los 7005Barlach, Ernst
Grenzen der Menschheit (zu: Goethe, Ausgewählte Gedichte)
Auktion 122
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
425€ (US$ 489)
Grenzen der Menschheit (zu: Goethe, Ausgewählte Gedichte)
Lithographie auf dünnem Japan. 1924.
13,5 x 20,3 cm (25 x 26,3 cm).
Signiert "EBarlach".
Laur 77.16.
Wohl einer von 100 Abzügen aus einer Mappe zu Gedichten von Johann Wolfgang Goethe, mit Lithographien von Ernst Barlach, erschienen bei Paul Cassirer, Berlin 1924. Fein differenzierte, prachtvolle Lithographie auf dünnem Japan mit breiten Rand, unten mit dem Schöpfrand.
Los 7005Barlach, Ernst
Fünf Druckgraphiken
Auktion 121
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
688€ (US$ 790)
Fünf Druckgraphiken
4 Lithographien und 1 Holzschnitt. 1912-19.
Bis 51 x 65 cm (Blattgröße).
3 Blatt signiert "EBarlach", 1 Blatt mit dem Nachlass-Blindstempel.
Laur 9.01, 9.03, 9.26, 15 A, 58.
Dabei drei Blätter aus "Der tote Tag" sowie "Lügt, Stürme, lügt!" und "Christus in Gethsemane".
Los 8098Barlach, Ernst
Der Buchleser (Lesender Mann im Wind)
Auktion 121
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
45.000€ (US$ 51,724)
Der Buchleser (Lesender Mann im Wind)
Bronze mit rotbrauner Patina. 1936.
44,9 x 20,7 x 32,8 cm.
Hinten über dem Stand signiert "E Barlach" sowie mit dem zweiteiligen Gießerstempel "BERLIN H. NOACK".
Schult 473, Laur 600, 2 (von 3).
In kontemplativer Haltung sitzt der Mann vornübergebeugt in seine Lektüre vertieft auf einem kleinen Hügel, die Ellenbogen auf den Knien aufgestützt, in den Händen ein kleines Buch haltend. Barlach erschafft in dieser Figur die Personifizierung von Ruhe und Besonnenheit: Die Augen weit geöffnet, scheint der Mann zu lesen und doch gleichzeitig den Blick in die Ferne zu richten. Sein Körper bildet, im Profil betrachtet, vom Boden über den Rücken bis zum Kopf eine geschlossene Halbkreisform, die auf der Vorderseite der Figur strahlenförmig aufgebrochen wird. Das schwere bodenlange Gewand des Buchlesers, das seitlich und über Armen und Schienbeinen große Falten bildet, lässt ihn dennoch ruhend und geerdet wirken und unterstreicht seine kontemplative Ausstrahlung. Der Beiname "Lesender Mann im Wind" findet seinen Ausdruck, wie ein Fels in der Brandung, in der monumentalen Erscheinung, Erdverbundenheit und Bodenständigkeit der Figur. Diese Monumentalität atmen zahlreiche Skulpturen Barlachs, die er nach prägenden Eindrücken durch das urtümliche Bauernvolk auf seiner Russlandreise 1906 schuf. Das Motiv des Lesens stand für Barlach Zeit seines Lebens an zentraler Stelle in seinem zeichnerischen und bildhauerischen Werk. Gerade im Hinblick auf die infamen Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten 1933 prangerte er mit seinem „Buchleser“ mutig die Beschneidung der Freiheitsrechte bezüglich einer selbstgewählten Lektüre an. Barlach ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne, der selbst unter Verfemung im Dritten Reich litt: Zahlreiche seiner Werke wurden 1937 aus Museen, Kirchen und von öffentlichen Plätzen entfernt. Von dieser beliebten Bronze finden sich Güsse in zahlreichen Museen, wie der Neuen Nationalgalerie, Berlin, dem Sprengel Museum, Hannover, der Stiftung Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf und dem Staatlichen Museum, Schwerin.
Eines von 31 Exemplaren, die seit 1939 gegossen wurden. Es existieren drei Lebzeitgüsse, entstanden zwischen 1937 und 20.4.1938 sowie ein Exemplar in Zink von 1942. Prachtvoller, posthumer Guss mit wunderbar warmer, gleichmäßiger Patina.
Provenienz: Ernst Hauswedell, Buch- und Kunstantiquariat, Hamburg (dort erworben am 25.6.1969, die Kopie der Rechnung liegt vor)
Privatbesitz Berlin
Literatur: Sebastian Giesen (Hrsg.), Der Bildhauer Ernst Barlach. Skulpturen und Plastiken im Ernst Barlach Haus - Stiftung Hermann F. Reemtsma, Ausst.-Kat. Ernst Barlach Haus, Hamburg 2007 (ganzs. Abb. S. 197)
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.“
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