Los 7118

Scheiber, Hugó
(1873-1950, Budapest)Cancan-Tänzerin

Schätzung
7.500€ (US$ 8,621)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 7118 - Scheiber, Hugó - Cancan-Tänzerin - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Moderne und Zeitgenössische Kunst I
Auktionsdatum 27.11.2026

Lot 7118, Auction  128, Scheiber, Hugó, Cancan-Tänzerin

Cancan-Tänzerin
Gouache auf Velin.
54 x 48,8 cm.
Unten links mit Kreide in Blau signiert "Scheiber".

Mit hochgezogenem Bein im Tanz eingefangen, hält Scheiber die Cancan-Tänzerin schwungvoll im Moment der Bewegung fest. Das wallende Kleid nimmt die Dynamik der Figur auf und fügt sich in den charakteristischen Formenkanon geschwungener Linien ein, während der angedeutete Bühnenraum den tänzerischen Charakter der Darstellung unterstreicht. Die expressive Linienführung und die bewegte Komposition verleihen der Szene eine rhythmische Dynamik. Ausgebildet in Budapest, wandte sich Scheiber nach 1900 zunehmend dem deutschen Expressionismus und dem Futurismus zu. Über die ungarische Künstlerschaft in Wien, zu der auch der mit ihm befreundete Schriftsteller und Maler Lajos Kassák gehörte, fand Scheiber Anschluss an die avantgardistischen Künstlerkreise seiner Zeit. Eine Gemeinschaftsausstellung mit Béla Kádár in Wien verschaffte ihm 1919 einen ersten größeren Erfolg. Ab 1921 wurde Scheiber von Herwarth Walden in Berlin gefördert, der seine Arbeiten in seiner Zeitschrift Der Sturm präsentierte. Zwischen 1924 und 1930 war Scheiber mit insgesamt neun Ausstellungen in der Sturm-Galerie vertreten, gemeinsam mit Béla Kádár, Adolf Küthe, László Moholy-Nagy, Oskar Nerlinger, Boriska Polgar, Kurt Schwitters und Arnold Topp. Durch Waldens Förderung erlangte Scheiber auch international zunehmend Bekanntheit. Seine Werke wurden im Brooklyn Museum, beim Wiener Hagenbund und auf der Mostra Nazionale d’Arte in Rom ausgestellt. Die vorliegende Darstellung der Cancan-Tänzerin zeigt exemplarisch Scheibers Interesse an Bewegung und Rhythmus und seine Verbindung von figürlicher Darstellung mit den dynamischen Bildsprachen der europäischen Avantgarde.

Provenienz: Leo Spik, Berlin, Auktion 13.12.2001, Lot 229
Privatbesitz Berlin

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.


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