Los 7039
Pechstein, Hermann Max
(1881 Zwickau - 1955 Berlin)Fischerboote an der Kurischen Nehrung
Schätzung
12.000€ (US$ 13,793)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Moderne und Zeitgenössische Kunst I
Auktionsdatum 27.11.2026


Fischerboote an der Kurischen Nehrung
Farbige Fettkreiden auf dünnem Schreibpapier (verso mit Aufdruck "Kaiserl. Postamt, Aurich"). 1911.
16,6 x 20,3 cm.
Oben rechts mit Bleistift monogrammiert "HMP" (ligiert) und datiert.
Die Kreidezeichnung entstand während Pechsteins zweiter Reise nach Nidden an der Kurischen Nehrung. Nur wenige Jahre zuvor hatte der Brücke-Künstler den kleinen Fischerort als Refugium für sich entdeckt und verbrachte dort von 1908 bis 1912 die Sommermonate, um der Großstadt zu entfliehen und im Einklang mit der Natur sowie im Rhythmus des Alltags der ansässigen Fischer zu leben. Fortan malte und zeichnete Pechstein unermüdlich das Meer, die Dünen, die Wellen und die Gischt, die Sonne und den Sturm - vor allem aber die Fischer in ihrer täglichen Umgebung sowie ruhende Kähne und Kutter mit ihren steilen Masten. Skizzenhaft, fast schon an der Grenze zur Abstraktion, öffnet Pechstein den Blick von einer Anhöhe über die Holzdächer der Fischerhütten hinaus auf das offene Meer bis zum Horizont und setzt mit sicherem Gespür teils großflächige farbige Akzente in Orange, Blau und Grün. Alles verweist auf den nahenden Herbst: Kräftige schwarze Schraffuren markieren die raue See, während weiße Kreidestriche die Schaumkronen der Wellen imitieren. Zusammen mit den komplementären Kontrasten entsteht so eine leidenschaftlich-expressive Dynamik und lebendige Harmonie. Eine schriftliche Echtheitsbestätigung von Alexander Pechstein, Dobersdorf, vom 08.12.2017, liegt in Kopie vor.
Provenienz: Privatsammlung Berlin
Doyle, New York, Auktion 15.11.2017, Lot 11
Privatsammlung Rheinland
Ausstellung: Der junge Pechstein, Hochschule für Bildende Künste in Gemeinschaft mit der Nationalgalerie der ehemals Staatlichen Museen Berlin-Charlottenburg, Ausst.-Kat. Berlin 1959, Kat.-Nr.123
Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.
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