Los 7021
Macke, August
(1887 Meschede - 1914 Perthes-les-Hurlus)Sitzende Dame im Park
Schätzung
12.000€ (US$ 13,793)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Moderne und Zeitgenössische Kunst I
Auktionsdatum 27.11.2026


Sitzende Dame im Park
Farbkreiden auf festem Skizzenbuchpapier, mittig gefaltet. Um 1907.
11,8 x 18,2 cm (geöffnet).
Links mit dem Nachlaßstempel (Lugt 1775 b), darin mit Kugelschreiber in Blau bezeichnet "Paris 1907", darüber mit Feder in Braun bezeichnet "Gemalt von August Macke/Paris, etwa 1909./Dr. Wilhelm Schmidtbonn B. Godesberg, 29.2.44.".
Nicht bei Heiderich.
Eine entscheidende Leistung Mackes war die Erkundung der Farbe. In dieser kleinen Zeichnung, die einer Klappkarte gleicht, kann man diesem Prinzip auf besondere Weise nachspüren, denn links vom Mittelfalz setzt Macke einige Farbproben aufs Papier, bevor er das Motiv rechts sorgsam damit ausgestaltet. Das Sujet ist ein entscheidendes und gängiges in Mackes Repertoire: Eine elegant gekleidete Dame im abgewandten Dreiviertelprofil sitzt auf einem klassischen Biergartenstuhl im Park. Sowohl motivisch als auch stilistisch fügt sich die Arbeit in eine Reihe skizzenhafter Zeichnungen, die Macke während seines Aufenthalts im Sommer 1907 in Paris anfertigte. Charakteristisch sind insbesondere die Schraffuren und der breite Strich zur Ausarbeitung des Umraums sowie die umrisshafte Andeutung der Figur. Mit dieser Art der Rückenfigur „gewann Macke ein Mittel, seine Empfindungs- und Gedankenwelt unter Wahrung des emotionalen Zusammenhangs in die Darstellung der äußeren Realität zu verlegen. Er hat diese […] Ansichten der menschlichen Gestalt während seiner ganzen Schaffenszeit bevorzugt, und im Bildthema des 'Schaufensters' wird die Entdeckung schließlich zum wesentlichen Teil der Bildaussage. Diese Entdeckung - von grundlegender Bedeutung für das gesamte Œuvre - eröffnet sich in den Wandlungen im zeichnerischen Werk.“ (Ursula Heiderich, in: August Macke. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, hg. von Ernst-Eberhard Güse, München 1986, S. 119). Die Arbeit stammt aus dem Nachlass des Schriftstellers Wilhelm Schmidtbonn, der zwischen 1906 und 1908 eng mit August Macke befreundet war.
Provenienz: Nachlass August Macke
Nachlass Dr. Wilhelm Schmidtbonn, Bad Godesberg
Privatbesitz Hamburg
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