Los 6781

Menzel, Adolph von
(1815 Breslau - 1905 Berlin)Alte Bäuerin im Profil, nach rechts blickend

Schätzung
4.000€ (US$ 4,598)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 6781 - Menzel, Adolph von - Alte Bäuerin im Profil, nach rechts blickend - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts
Auktionsdatum 27.11.2026

Lot 6781, Auction  128, Menzel, Adolph von, Alte Bäuerin im Profil, nach rechts blickend

Alte Bäuerin im Profil, nach rechts blickend.
Bleistift, gewischt. 16,2 x 13 cm. Monogrammiert und datiert "A.M. / 70".

Die Zeichnung war Bestandteil der am 17. Februar 1935 in der Zeitschrift „Weltkunst“ angezeigten Ausstellung von 49 bis dahin unbekannten Menzel-Zeichnungen, die die Galerie Westfeld in Wuppertal-Elberfeld zeigte. Unsere "Alte Bäuerin im Profil, nach rechts blickend" erscheint im Anschluss auf einer 37 Menzel-Zeichnungen umfassenden Ansichtsrechnung von Westfeld an das Kunsthaus Zürich und deren Direktor Wilhelm Wartmann unter der Nr. 426. Eine in Zürich geplante Menzel-Ausstellung fand dann aber nicht statt, und der Ankauf kam nicht zustande. Walter Westfeld bestätigte am 23. April 1937 den Rückerhalt der Blätter. Die Rücksendung bestätigt auch der Nachlass- und Zollstempel des Hautzollamtes Wuppertal verso. Bereits seit Mitte 1935 war Walter Westfeld als jüdischer Kunsthändler in den Fokus der Reichskammer der bildenden Künste und der Gestapo geraten und erhielt Berufsverbot. Unter den 30 Menzel-Arbeiten, die der Düsseldorfer Kunsthändler Alex Vömel am 27. Oktober 1938 zur Ansicht an das Schlesische Museum der Bildenden Künste in Breslau sandte, enthielt die Angebotsliste unter Nr. 12 die Zeichnung „Alte Bäuerin im Profil“. Aber auch in Breslau kam es zu keinem Erwerb. Vermutlich gehörte die Menzel-Zeichnung zu jenen, die Westfeld kurz vor seiner Verhaftung am 21. November 1938 an den Kunsthistoriker und Museumsmann Karl Koetschau übergeben hatte (zur Geschichte der Sammlung Walter Westfeld vgl. Melissa Müller und Monika Tatzkow: Verlorene Bilder, verlorene Leben. Jüdische Sammler und was aus ihren Kunstwerken wurde, München 2009, S. 87 ff.). Sie war nicht Bestandteil der Zwangsversteigerung des Westfeld'schen Kunstbesitzes bei Lempertz am 12./13. Dezember 1939. Danach verliert sich die Spur der hier wiederentdeckten Zeichnung. - Wir danken Frau Dr. Monika Tatzkow für die ausführlichen Hinweise zur Provenienz des Blattes (E-Mail vom 20.4.2026).

Provenienz: Nachlass Adolph von Menzel.
Otto Krigar-Menzel, Breslau (Lugt 4602).
Wohl durch Erbschaft an seine Tochter Ingrid Brebeck (geb. 1897).
Galerie Walter Westfeld (seit Anfang 1935, Zwangsverkauf nach 1937).
Vermutlich Museumsdirektor Karl Koetschau.
Privatsammlung Baden-Würrtemberg.
Oktober 2026 gütliche Einigung durch die letzten Eigentümer mit den Erben von Walter Westfeld.

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.


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