Los 6720
Catel, Franz Ludwig
(1778 Berlin - 1856 Rom)Blick auf den Hafen von Genua von der Villetta Di Negro
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts
Auktionsdatum 27.11.2026


Blick auf den Hafen von Genua von der Villetta Di Negro.
Pinsel und Grau und Braun über Bleistift, auf Velin. 20,8 x 30,7 cm. Unten links bezeichnet "Genua von der Villa de Negris".
"Gemeint ist mit der Bezeichnung des Standpunktes zur Aufnahme des weiten Blicks über die Bucht mit dem Leuchtturm in der Ferne und dem Hafen von Genua wohl die Villetta di Negro, eine zwei Hektar große grüne Oase des 18. Jahrhunderts mitten im Stadtzentrum Genuas, gelegen auf der ehemaligen Bastion Luccoli, wo im 19. Jahrhundert die namensgebende neoklassizistische Villa des Genueser Dichters und Kunstmäzens Markgrafen Gian Carlo Di Negro (1769-1857) erbaut wurde. Di Negro hatte 1802 die Anhöhe der entmilitarisierten Bastion Luccoli gekauft und darauf eine botanische Schule gegründet und sechs Jahre lang finanziert. Heute ist dort der Sitz des Museums Chiossone für Orientalische Kunst. Die Villa des Grafen entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem wichtigen literarischen Salons Italiens, er empfing dort u. a. Persönlichkeiten wie Niccolò Paganini, Lord Byron, Stendhal, Honoré de Balzac und Alessandro Manzoni. Es ist plausibel, dass auch Catel dem Grafen dort einen Besuch abstattete; dokumentarische Belege dafür gibt es jedoch nicht. Die Datierung der Zeichnung ist deshalb auch unklar, da Catel wahrscheinlich mehrmals in Genua gewesen sein wird, u. a. wohl in den späten 1830er Jahren, als um 1839 eine Troubadour-Szene mit der Bucht von Genua im Hintergrund entstand (s. Ausst. Kat. Franz Ludwig Catel, Hamburger Kunsthalle 2015, Petersberg 2015, S. 456, Nr. 204 mit Abb. S. 428). Eine längere, von Rom aus getätigte Reise nach Mailand und Venedig ist für 1838 belegt, ein Abstecher nach Genua daher denkbar." (Andreas Stolzenburg). Die Autorschaft Catels wird von Andreas Stolzenburg, Hamburg bestätigt (mdl. am 28. Juli 2026).
Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.
Ketterer, München, Auktion am 20. November 2015, Los 80.
Privatsammlung Hessen.
Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.
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