Los 5198

Ruina, Gaspare
(tätig in Ferrara und Venedig, zwischen 1500 und 1540)Ruderboot mit einer Gesellschaft auf bewegtem Meer

Schätzung
7.500€ (US$ 8,621)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 5198 - Ruina, Gaspare - Ruderboot mit einer Gesellschaft auf bewegtem Meer - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Druckgraphik des 15. bis 19. Jahrhunderts
Auktionsdatum 25.11.2026

Lot 5198, Auction  128, Ruina, Gaspare, Ruderboot mit einer Gesellschaft auf bewegtem Meer

Ruderboot mit einer Gesellschaft auf bewegtem Meer. Holzschnitt. 20,7 x 14,8 cm. Antony de Witt, "Un incisore ferrarese del ‘500", in: Bollettino d'Arte, Bd. 28, 1934-1935, S. 241-250.

Biographische Informationen über Gaspare Ruina sind spärlich. Der Architekt und Holzschneider diente in Ferrara unter Alfonso I. als Vorsteher des Festungswesens und der Pietre-dure-Fabrik und stand ab 1533 in Diensten der Republik Venedig. In Ferrara erbaute er den Palazzo Postaccia. Wenige Holzschnitte sind von ihm erhalten, darunter die großformatige Geburt Adams nach Michelangelo. Die vorliegende Darstellung eines Ruderbootes auf dem Meer gehört zu einer wahrscheinlich neunteiligen Folge von Holzschnitten, die de Witt 1934 beschrieben und aufgrund der Signatur in einem der Holzstöcke dem Œuvre Ruinas zugeordnet hat. Vor einem felsigen Ufervorsprung, neben dem ein Schiff mit gerefften Segeln auf den Wellen liegt, bewegen zwei Ruderer kraftvoll ein kleines Boot über die unruhige See. Mittig im Boot sitzt ein Liebespaar und blickt sich an, zwei weitere Passagiere sind im Bug zu erkennen. Im Zusammenhang der anderen Darstellungen der Folge, von denen Exemplare im British Museum und in weiteren Sammlungen erhalten sind, erscheint de Witts Annahme überzeugend, dass es sich um Illustrationen zu einer Geschichte in der Art von Ariosts Orlando Furioso handelt. Die besonders in den Gesichtern und den Details in Schiffs- und Meeresdarstellung verfeinerte Technik zeigt Ruina als versierten Holzschneider. Ruinas Holzschnitte sind allesamt selten, von unserem Blatt ist nur ein weiteres Exemplar im British Museum bekannt (Inv. Nr. 1860,0414.166), ein deutlich späterer Abzug vom abgenutzten, breit druckenden Stock mit einer großen Fehlstelle im linken unteren Bereich der Darstellung. Das Blatt liegt hier in einem ausgezeichneten frühen und in den Details fein druckenden Abzug vor, stellenweise minimal auslassend, aber mit markantem Druckrelief verso. Mit der Einfassungslinie, die stellenweise minimal angeschnitten ist. Minimale Altersspuren, sonst sehr gut erhalten.


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