Los 5108
Dyck, Anthony van
(1599 Antwerpen - 1641 London)Iconography - Icones Principum Virorum Doctorum Pictorum
Schätzung
4.000€ (US$ 4,598)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Druckgraphik des 15. bis 19. Jahrhunderts
Auktionsdatum 25.11.2026


und verschiedene Stecher. Icones Principum Virorum Doctorum Pictorum [...]. 99 (von 104) Kupferstiche, teils mit Radierung. 4to. Sämtlich gebunden in einem Lederband d.Z. mit marmorierten Deckeln und mit reichverziertem goldgeprägtem Rückenschild (leicht berieben und bestoßen). Gillis Hendricx, 1645, Turner (New Hollstein, Van Dyck) 1 IV-V, 2-3, 5, 7, 10-38, 40-104. Wz. Neungliedrige Schellenkappe, Wappen mit Posthorn, Bekröntes Wappen mit Vierfüßler, Buchstaben CC.
Nach dem Erfolg seiner Porträtgemälde in der Tradition italienischer und flämischer Bildserien beschloss van Dyck, eine Druckausgabe mit den Bildnissen der bedeutendsten Persönlichkeiten seiner Zeit zu gestalten, die in drei Kategorien unterteilt waren: Fürsten, Politiker und Soldaten, Staatsmänner und Gelehrte sowie Künstler und Kunstkenner. Van Dyck selbst stach nur einige wenige Tafeln, während er renommierte Stecher wie Lucas Vorsterman, Paulus Pontius, Schelte Adamsz. Bolswert oder Pieter de Jode für die anderen beauftragte. Van Dyck muss in den 1630er Jahren bis zu seinem Tod 1641 in Zusammenarbeit mit dem Verleger Maarten van Enden an dem Projekt gearbeitet haben, wobei die Drucke in regelmäßigen Abständen erschienen - möglicherweise bereits als Satz von achtzig Abzügen. Spätestens aber nachdem die Platten in den Besitz des Verlegers Gillis Hendricx übergingen, erschienen die Abzüge ab 1645 als Edition. Hendricx führte das Projekt mit Erfolg weiter und gab darüber hinaus weitere Platten in Auftrag. So stieg die Zahl der Abzüge zu seiner Zeit auf 104 (Zählung nach New Hollstein). Aber auch spätere Verleger des 17./18. Jahrhunderts erweiterten die Serie um zahlreiche Porträts, wodurch die Anzahl der zur Icones zählenden Blättern auf 178 anstieg - in der Forschung gab es jedoch immer wieder Diskussionen über die Anzahl der Platten und ihre Entstehungszeit (New Hollstein, Introduction p. xxxii-xxxiv).
Hier vorliegend die beinahe vollständige Folge aus der Auflage des Verlegers Gillis Hendricx: gestochen von Anthony van Dyck (14 Blatt), Schelte Adamsz. Bolswert (8 Blatt), Willem Jacobsz. Delff (1 Blatt), Cornelis Galle d. Ä. (1 Blatt), Willem Hondius (2 Blatt), Pieter de Jode d.Ä. oder d.J. (12 Blatt), Nicolaas Lauwers (1 Blatt), Jacob Neeffs (2 Blatt), Paulus Pontius (30 Blatt), Robert van Voerst (4 Blatt) und Lucas Vorsterman d.Ä. (24 Blatt). Ganz ausgezeichnete bis prachtvolle Abzüge, teils mit leichtem Plattenton, zarten Wischkritzeln und den noch sichtbaren Hilfslinien, mit Rand. Geglättete horizontale Knickspur verso, teils zarte Trockenfältchen, vereinzelt schwache Quetschspuren vom Druck, Spuren von Rotschnitt, meist nur minimal angestaubt und fingerfleckig, vereinzelt unten und rechts wasserrandig und mit schwachen Stockfleckchen, die ersten Blätter im weißen Rand etwas stockfleckiger und mit kleinen Randbestoßungen, H. 64 untere rechte Eckspitze ergänzt, weiter kleine Handhabungsspuren, sonst in sehr schöner Erhaltung. In dieser einheitlichen, nahezu vollständigen Gruppe sehr selten.
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