Los 5073
Dürer, Albrecht
(1471-1528, Nürnberg)Ritter, Tod und Teufel
Schätzung
75.000€ (US$ 86,207)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Druckgraphik des 15. bis 19. Jahrhunderts
Auktionsdatum 25.11.2026


Ritter, Tod und Teufel. Kupferstich. 24,3 x 18,7 cm. 1513. B. 98, Meder 74 a-b (von g), Albrecht Dürer Master Printmaker, Museum of Fine Arts Boston, 1988, 179-180.
Der vorliegende Frühdruck des "Ritter, Tod und Teufel" oder "Der Reuter", wie Dürer selbst ihn nannte, ist der erste der drei als "Meisterstiche" bekannten Darstellungen. Die beiden Blätter "St. Hieronymus im Gehäuse" (siehe Los 5071) und "Melencolia" entstanden im folgenden Jahr 1514. Seit Heinrich Wölfflin hat sich die kunsthistorische Forschung eingehend mit den Prototypen und der ikonographischen Deutung dieser Darstellung des "Eques christianus" befasst. Als Urbild fungierte laut Wölfflin wohl Leonardo da Vincis Modell zum Reiterdenkmal des Francesco Sforza. Allgemein wird in dem Reuter ein christlicher Ritter gesehen, der unverwundbar in seiner Rüstung und unbeeindruckt vom verwesendem Tod, der neben ihm reitet und dem Tod mit Lanze hinter ihm, durch ein dunkles Tal voller Schatten dem vermeintlichen Licht der Erlösung entgegen reitet.
Noch mit Spuren der Parallelen in den kurzen Bäumen oben, die Meder für die ganz frühen Abzüge beschreibt, zudem sind die leichten Rostfleckchen in der unteren rechten Ecke bereits zu erahnen, die laut dem Bostoner Dürer-Katalog bereits auf frühen Abzügen im Ansatz vorhanden sind. Ohne Wasserzeichen wie für Frühdrucke notiert. Prachtvoller, klarer und dabei gegensatzreicher Abzug, der über das gesamte Bild ein harmonisches Druckbild zeigt, mit sehr feinem Rändchen um die scharf zeichnende Plattenkante. Schwach gegilbt, vereinzelt vor allem verso sehr blasse Fleckchen, diese recto teils unauffällig alt getilgt, etwa am Felsen und an der Hand des Ritters, leichte horizontale Mittelfalte mit zarter kurzer Quetschspur rechts, sowie weitere leichte geglättete Knickspuren, die recto kaum in Erscheinung treten, oben rechts neben dem Fuchsschwanz ein winziges Wurmlöchlein, unten mittig dünne Stelle, in der unteren linken Ecke beriebene Stelle, links oberhalb des Schädels geschlossener Randeinriss mit winziger Läsur, weitere meist nur punktuelle und überdies sehr sorgsam ausgeführte Ausbesserungen, etwa zwischen Hund und Pferd, weitere unbedeutende Gebrauchsspuren, sonst jedoch in sehr schöner Gesamterscheinung, herrliches Exemplar.
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