Los 5041

Bruegel d. Ä., Pieter - nach
(um 1525-1569 Brüssel)Die Hochzeit von Mopsus und Nisa

Schätzung
15.000€ (US$ 17,241)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 5041 - Bruegel d. Ä., Pieter - nach - Die Hochzeit von Mopsus und Nisa - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Druckgraphik des 15. bis 19. Jahrhunderts
Auktionsdatum 25.11.2026

Lot 5041, Auction  128, Bruegel d. Ä., Pieter - nach, Die Hochzeit von Mopsus und Nisa

nach. De vuyl bruit - Die schmutzige Braut, oder: Die Hochzeit von Mopsus und Nisa. Kupferstich von Pieter van der Heyden. 22,3 x 29 cm. 1570. Bastelaer 216, Hollstein 216 I (von IV), Riggs 51, Orenstein (New Hollstein) 45 I (von IV), Bassens/Grieken 22 II (von V). Wz. Gotisches P mit Vierblatt und Nebenmarke Posthorn.

Die bemerkenswerte Darstellung stellt eine Gruppe von Straßenkünstlern dar, die anlässlich der Fastnachtszeit - den drei Tagen vor Aschermittwoch - ein komisches Volksspiel mit dem Titel „Die schmutzige Braut“ (De vuyle bruit) aufführen. Wie auch der Holzschnitt "Die Maskerade von Urson und Valentin" (Hollstein 215) steht vorliegendes Blatt im Zusammenhang mit dem in Wien verwahrten Gemälde "Der Kampf zwischen Karneval und Fasten". Bei der derben, zerlumpten Braut, die aus einem ärmlichen Hochzeitszelt geführt wird, handelt es sich um Nisa, während der sie herausführende, tänzelnde Bräutigam Mopsus ist. Die Geschichte ihrer Vermählung stammt aus der achten Ekloge des römischen Dichters Vergil, fand aber auch den Weg in zahlreiche, zeitgenössische Sprichwörtersammlungen, und diente als Sinnbild für eine verkehrte Welt. Bei dem auf Bruegels Zeichnung basierenden Druck - gestochen von Pieter van der Heyden und 1570 von Hieronymus Cock verlegt - wurde unter der Darstellung von Cock eine lateinische Inschrift hinzugefügt: „Mopsus heiratet Nisa - was dürfen wir Liebenden da nicht alles hoffen?“, womit zum Ausdruck gebracht wird, dass wirklich alles möglich scheint. Das zeitgenössische, gebildete Publikum wusste die Verknüpfung des antiken Zitats mit einem zeitgenössischen Volksbrauch der Fastnachtszeit sicherlich zu würdigen. Ob Bruegel den Sinnspruch im Sinne hatte oder nicht, muss fraglich bleiben. Es war jedoch ein gewitzter Schachzug Hieronymus Cocks, der damit auch auf ein gelehrtes Publikum abzielte.
Die wohl um 1566 entstandene Vorlage, die von Bruegel selbst auf einen weiß gestrichenen Holzstock gezeichnet wurde, ist im Metropolitan Museum in New York erhalten (Inv. 32.63) und war demnach interessanterweise ursprünglich als Vorlage für einen Holzschnitt vorgesehen, ebenso wie der eingangs erwähnte, verwandte Holzschnitt; aus unbekannten Gründen wurde die Bearbeitung des Holzblocks jedoch abgebrochen, lediglich der obere linke Bereich wurde bereits geschnitten. Vermutlich gelangte der Entwurf erst nach Bruegels Tod im Jahr 1569 in die Hände des Antwerpener Verlegers und wurde schließlich als Kupferstich realisiert.
Mit der Adresse von Hieronymus Cock. Prachtvoller, prägnanter und kräftiger Frühdruck mit zartem Plattenton und gleichmäßig schmalem Rand um die Plattenkante. Verso leichte geglättete Mittelfalte sowie eine horizontale Falzspur, rechts im oberen Teil des äußeren Baumstumpfs eine nahezu unsichtbar ergänzte Fehlstelle, dort mit sehr dezenten und versierten Federretuschen, oben mittig sehr sorgsam ausgebesserte Läsur, einzelne winzige Löchlein bzw. Wurmlöchlein, unten links sehr zarte vertikale Quetschspur, unmerklich hinterfasert, sonst sehr schönes und vorzügliches Exemplar. Sehr selten.


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