Los 1181
Pighius, Albertus
(1490-1542)Hierarchiae ecclesiasticae assertio
Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Alte Drucke und Handschriften
Auktionsdatum 14.4.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 14.–15. April, 2026


Im einstigen Kettenband der Franziskaner-Bibliothek zu Bad Tölz
Pighius, Albertus. Hierarchiae ecclesiasticae assertio. 8 nn., 344 num. Bl. Mit großer Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 30 x 20 cm. Reich blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (Rücken mit weißem Papier überklebt und mit 2 hs. RSchildern, kleinem Bibliotheksschildchen, etwas beschabt und bestoßen, VDeckel mit abgeriebenem älteren Titelschild) über schweren, abgefasten Holzdeckeln mit 2 intakten punzierten und ziselierten Messingschließen). Köln, Johannes Birckmann, 1558.
VD16 P 2756. ADB XXVI, 125f. Jöcher III, 1563. – Fünfte Kölner Ausgabe der wichtigen "Kirchenhierarchie" des Albert Pigge, latinisiert zu Albertus Pighius, der zwischen 1490 und 1542 nachweisbar ist und als aus Kampen stammender katholischer Theologe u. a. unter dem berühmten Adrian Florisz. an der Universität zu Löwen studiert hatte. Neben seinen theologischen Studien befasste er sich vor allem mit Mathematik und Astronomie: "Papst Paul III. ließ sich von ihm in der Mathematik unterweisen und verlieh ihm als Anerkennung dafür 1535 die Propstei von St. Johann zu Utrecht nebst einer bedeutenden Geldsumme. Dennoch gerieth er, infolge eines langwierigen und kostspieligen Processes mit dem Utrechter Magistrat, wobei es sich um die herrschaftlichen Rechte seiner Propstei handelte, in finanzielle Bedrängniß. Nicht nur als Mathematiker und Astronom, sondern auch als Vertheidiger des katholischen Glaubens und besonders der kirchlichen Hierarchie, hatte er große Verdienste. Seine Hauptarbeit auf diesem Gebiete ist die 'Hierarchie ecclesiasticae assertio', welche zu Köln 1538, 1544, 1558 und 1572 in einem Folioband erschien und vom englischen Theologen John Leland in seiner 'Amphilarchia in Alb. Pighium' widerlegt worden ist."
Pigge selbst hatte sich in seinem Paul III. gewidmeten Werk vehement gegen die Abkehrung Heinrichs VIII. von der katholischen Kirche und dem Papstum gewandt, auch kämpfte er gegen die lutherische Glaubenslehre als einer der frühen Vertreter der sich formierenden Gegenreformation. – Stellenweise papierbedingt etwas gebräunt, Fol. 11-119 etwas braunfleckig, Fol. 57 mit Stempel, die letzten vier Blätter mit Tintenfleck im Rand. – Vorgebunden: Clemens Alexandrinus. Opera, quae quidem extant opera. Gentiano Herveto interprete. 3 nn., 162 num., 6 nn. Bl. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken. Basel, (Isengrin), 1556. - VD16 C 4069. Übersetzung der Werke des östlichen Kirchenvaters Clemens von Alexandria (150-215) durch den französischen Humanisten Gentien Hervet (1490-1884) aus dem Griechischen ins Lateinische. - Titel mit altem hs. Besitzvermerk und Stempel. Titel und das folgende Blatt im unteren Drittel etwas wurmstichig, mit minimalstem Buchstabenverlust. Text anfangs mit einem kleine Wurmloch. Fols. 31 und 12 gestempelt, sowie der obere Schnitt mit Monogramm. - In bemerkenswert festem Einband, gutes Exemplar aus der aufgelassenen Franziskanerbibliothek zu Bad Tölz. Der hs. (durchgestrichene) Vermerk lautet "Monasterij ad S. S. Franciscanos pro Bibl. Tölzius". Der Band gehört also zu den wenigen, die die Zerstörung der Bibliothek im Zuge der Säkularisation 1802 überstanden und im Handel kursierend bewahrt werden konnten.
Der bemerkenswert schöne Einband mit reicher Blindprägung zeigt eine Erlöserrolle mit König David bis zu Christus mit Kreuz. Auf dem Rücken oben sieht man noch einen einst festen Eisenstift, der einst einen Ring aufwies, an dem eine Kette den Band mit dem Lesepult verband, um ihn vor Diebstahl zu sichern und gleichzeitig dem Leser zur Verfügung zu stellen.
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