Los 1065
Qur’an Mushaf al-Dhahab
Reich vergoldeter osmanischer Taschenkoran
Schätzung
5.000€ (US$ 5,682)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Alte Drucke und Handschriften
Auktionsdatum 14.4.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 14.–15. April, 2026


Qur’an Mushaf al-Dhahab. Reich vergoldeter osmanischer Taschenkoran 3 Doppelzierseiten. Arabische Handschrift auf gelatiniertem Walzpapier. 310 nn. Bl. 15 Zeilen. Schriftraum 8 x 4,5 cm. Format 14,4 x 9,6 cm. Schrift im Naskhi-Duktus in schwarzer Tinte und Auszeichnungen in Rot. Mit weißen Surenüberschriften Goldrahmenkästen, bunten, abwechslungsreichen Aya-Markern (Rosettenweisern), Tausenden von Goldpunkten zur Verstrennung, 22 florale Buchschmuckbordüren für 12 Überschriften in Gold und Farben für die 12 der letzten, kürzeren Suren (dschuz’amma), Doppelzierseite am Anfang und Schluss in flächigem Gold und Farben sowie Doppelzierseite wohl zum Beginn der An-Naba Sure 78. Klappenband d. Z. aus weinrotem geglätteten Kalbsleder mit reichen goldgeprägten und intarsiert aufgebrachten Ornamenten auf Vorder- und Rückdeckel sowie der Klappe, Schnittdeckel teils mit (schwarz oxidierter) Silberprägung sowie dreiseitiger Schnittmalerei in Gold und Farben. Osmanisches Reich (wohl Istanbul a.h. "1284", d.i.) 1867.
Überaus reich geschmückter Goldkoran in seinem originalen, ebenfalls reich verzierten Klappenband mit drei goldüberzogenen, Doppelzierseiten mit Ornamenten in teils punziertem Gold und Farben, in Indigoblau, in Karmesinrot, in Grün, in Orange und Violett, teils mit Weißhöhungen und -verläufen, datiert auf das Jahr "1284" Anno Hegirae, nach der Hidschra. Die Handschrift beginn mit einer besonders feinen, auf flächigem Goldgrund mit reicher Farbigkeit und Ornamentik geschmückten Doppelzierseite (Serlevha), auf der in feinster schwarzer Miniaturschrift im Nastaliq-Duktus die erste Sure (al-Fatiha) und der Anfang der zweiten Sure (al-Baqara) in je einer Kartusche stehen, die mit zahlreichen bunten Blumen umgeben sind. Um den mit viel blau und roten Palmetten verzierten Kasten ist eine breite Bordüre mit zehn Schildern gelegt, die wiederum mit entzückenden bunten Blumen bemalt sind. Blaue und rote Zinnen strahlen radial von der Bordüre aus.
Unverkennbar erscheinen hier Stilelemente, die seit dem frühen 19. Jahrhundert aus der westlichen Ornamentik in die orientalische Buchillumination (Tezhip) übernommen wurden: Barockkartuschen, Schildformen, Ovalformen, Blumenspiegel, aber auch Tabulae oder auf der Schlusszierseite ein veritables Blumenbouquet in einem Bastkorb. Einen ganz besonderen Effekt erzeugen die zahlreichen Punktpunzierungen in den Palmetten oder den Rahmen der Losange- oder Ovalkartuschen. Auch diese wurden aus dem barocken Formenvokabular Westeuropas übernommen, sie geben der Flächenvergoldung eine gewisse dreidimensionale Tiefe und glitzern im Licht.
Die aufwendige Goldprägung des Einbandes folgt dem traditionellen Muster mit zwei Riefelbordüren (Zencirek) in Goldfiletenrahmen, zentraler, leicht mandelförmiger "Sonne" (Shemse), den Sonnenanhängern (Salbek) und den vier geschwungenen, reich mit floralen Binnenmustern gefüllten Eckstücken (Köshebent). Die Klappe (Mikleb) schützt die mit bunten und goldenen Blumen geschmückte Schnittkante, sie ist mit einer weiteren Shemse geschmückt. Die Innenklappe und Deckel sind mit buntem Marmorpapier ausgestattet, die Schnittschutzklappe mit bunten Blumen bemalt.
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