Los 1004
Rennewart-Fragment
Fragment einer deutschen Handschrift auf Pergament.
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
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Alte Drucke und Handschriften
Auktionsdatum 14.4.2026

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Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 14.–15. April, 2026


Rennewart-Fragment. Fragment einer deutschen Handschrift auf Pergament. Schriftraum hier ca. 24 x 3,6 cm. Format 27,8 x 4,3 x 4,6 cm. Mit roter Kapitalstrichelung und einer 2-zeiligen Initiale "S" als rote Versalie mit blauem Federwerk. Nürnberger Raum um 1345.
Bedeutendes, nicht im Handschriftencensus erfasstes Fragment einer Nürnberger Rennewart-Handschrift aus dem 15. Jahrhundert. Erhalten als Einbandmakulatur sind beiseitig 39 Zeilen wohl einer wie üblich 40-zeiligen Handschrift auf Pergament. "Fragmente mit 40 Zeilen sind nicht ganz selten", schreibt Klaus Graf (Archivalia 59205764) und zählt einige ähnliche Fragmente auf: in Berlin (Census 1780), Dillingen (23753), Graz (1781), Klosterneuburg (1130), München Cgm 5249/7k (1774) etc. Das vorliegende ist besonders interessant, da es nicht nur fast eine ganze Kolumne (es fehlt oben wohl nur eine einzige Zeile) der Zeilenanfänge mit bis zu 3-4 Wörtern und 12-16 Buchstaben umfasst, sondern auch verso die flatternden Zeilenenden enthält mit den Reimpaaren wie "missesaget - wol behaget", "nit twingen - gedingen", "gar den líp - reínez wip" etc. Vgl. hier Uolrich's von Türheim. Rennewart. Deutsches Gedicht des 13. Jahrhundertes. Hrsg. und erl. von Dr. Karl Roth. 1856. Mit der bezüglichen Textpassage "[...] wol in gant / und die enpristen stille stant / da mit wir den lip ernern / daz wir uns des ymmer gewern / swaz nu dem prise wol behaget / nit wolt des tauffes segen / so enwil iz iuch niht twingen / ein ding wil ich gedingen [...]". (Deutsche Texte des Mittelalters XXXVIII, S. 171).
Der Dichter Ulrich von Türheim (um 1195-1250) war als Fortsetzer des Tristan-Epos’ des Gottfried von Straßburg in die hochmittelalterliche Literaturgeschichte eingegangen. Mit seiner zweiten großen Versdichtung, der dem "Rennewart" knüpfte er an den Willehalm Wolframs von Eschenbach an. Paläographisch ist das Fragment wohl in die erste Hälfte des 14. Jahhunderts zu verorten, was allerdings die Forschung erst noch bestätigen muss.
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