Aus: El péndulo inmóvil
Radierung mit Papiercollage auf Richard de Bas-Velin. 1982.
30 x 40 cm (51,2 x 66,6 cm).
Signiert "Tàpies". Auflage 30 röm. num. Ex.
Galfetti 885.
Eines von drei Blättern aus der Folge "El péndulo inmóvil", erschienen bei Editart-D Blanco, Genf, 1982, in einer Gesamtauflage von 130 Exemplaren. Ganz prachtvoller Druck mit dem vollen Rand.
Ohne Titel (Komposition in Rot)
Farbige Kreiden auf Velinkarton. Um 1960.
48,2 x 50,5 cm.
Verso mit Bleistift signiert und mit der Künstleradresse sowie bezeichnet "T.21/48".
Das wolkige, sanft modulierte Rot schwebt in meditiativer Stille im dunklen Bildraum, von unten rechts durchbrochen von dem pinken Winkel des wie eine Himmelstür hell aufragenden Blocks - ein faszinierender Kontrast, der das Auge des Betrachtenden fesselt und eine räumliche ebenso wie geistige Wirkungsdimension entfaltet. Die wunderbar charakteristische Komposition ist zugleich ein hochinteressanter Beleg für die entscheidende stilistische Wandlung, die sich um 1960 in Geigers Schaffen vollzog: Zu dieser Zeit bewegte er sich, ausgehend von formenreicheren Arbeiten, hin zu den typischen reinen Farbfeldkompositionen, vielfach mit Tonwerten von Rot, Orange oder Pink, wie auf der Vorderseite des Objekts. Verso hingegen verdeutlicht eine weitere, bereits um 1948 entstandene Komposition Geigers früheren Stil ("Stillleben", 1948, Tempera, monogrammiert): Lebhaft und kleinteiliger spielt er dort noch mit komplementären Farben und vielfältig variierenden Formen.
Provenienz: Privatsammlung Köln
"61/14"
Graphit, teils gewischt, auf Velin. 1961.
70,5 x 50,5 cm.
Verso mit Bleistift zweifach in den Ecken signiert "Geiger" sowie datiert bzw. mit der Werknummer "61/14".
Großformatige Zeichnung von meditativem Charakter, mit subtilen Wischungen und Schraffuren in variierenden Grautönen und Helldunkelverläufen. Harte Kontraste stehen neben weichen Abstufungen, ein Hauch von feinsten Graphitspuren neben in speckig-dunklem Silber schimmernder, mit Kraft aufgetragener Farbe. Die in der Formensprache reduzierte Zeichnung ist gelöst von jeglichem konkreten Bildgegenstand, folgt aber trotzdem ganz klaren Regeln und Strukturen. Alle Strukturvariationen erzeugt der Künstler ausschließlich mit vertikalen und horizontalen Bewegungen des Graphitstiftes. Nichts daran ist exakt geometrisch, sondern die Zeichnung scheint zu vibrieren, sich in die Tiefe und Einsamkeit des imaginären unendlichen Raumes zu öffnen.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Vibration
Fettkreide in Weiß auf schwarzem Velin. 1961.
64,5 x 50,5 cm.
Unten mittig mit Kreide in Weiß signiert "Mack" und datiert.
Mit Gitterstrukturen versetzt der Künstler die eingefärbte Fläche in Vibration und Oszillation. Minimale Verschiebungen lassen diese Strukturen nie ganz regelmäßig erscheinen, wodurch seine Hand stets spürbar bleibt. „Struktur“ ist hier Inhalt und Form zugleich. Dieser Begriff erfasst sowohl die Gestaltungsweise des Künstlers, als auch seine Intention: die Idee einer Komposition durch ein gleichmäßig flächendeckendes System homogener Strukturelemente. Die Frottage-Technik überträgt die Struktur des Rasters unter dem Bildgrund durch Abreiben mit weißer Kreide auf das schwarze Papier. Gerade ihre Einfachheit, sowohl hinsichtlich der Struktur als auch des Herstellungsprozesses, der ein spielerisches Erproben noch spüren lässt, macht den besonderen Reiz dieser frühen Arbeit aus. Als Mitbegründer der Künstlergemeinschaft „ZERO“ ist Mack ab 1958 führendes Mitglied einer Avantgarde, die sich europaweit mit neuen künstlerischen Prinzipien wie Monochromie, Serialität oder Struktur gegen die Kunstrichtung des Informel und des Tachismus richtete. Als Mitbegründer der Gruppe gaben er und Nagelkünstler Günther Uecker sowie Lichtkünstler Otto Piene der Nachkriegskunst eine völlig neue Richtung.
Provenienz: Vanderkindere, Brüssel, Auktion 20.01.2021, Lot 430
Privatbesitz Hessen
Böhm, Hartmut
Quadratrelief 11,25° - Schrägkreuz (Aus: Visuell veränderliche Struktur)
Los 7244
Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)
Quadratrelief 11,25° - Schrägkreuz (Aus: Visuell veränderliche Struktur)
Plexiglasrelief in Orig.-Plexiglaskasten. 1966/68.
45 x 45 x 4 cm.
Rückseitig auf dem Plexiglaskasten auf Klebeetikett signiert, dort mit typographischen Editionsangaben. Auflage 30 num. Ex.
Mathematisch-geometrische Grundprinzipien bestimmen Böhms konstruktive Arbeiten. Die Strenge des weißen Plexiglases bereichert er um eine geradezu poetische Bewegtheit, die durch das Relief zieht. So steht die rationale Klarheit einer ausgeprägten sinnlichen Anmutung und ästhetischen Wirkung gegenüber. Sehr schönes Exemplar im originalen Objektkasten des Künstlers.
Ohne Titel
Öl auf grober Leinwand. 1968.
60 x 55,5 cm.
Verso mit Pinsel in Blau signiert "bernd berner" und datiert, auf Leinwand und Keilrahmen mit Pinsel in Rot mit der Werknummer "172".
Online-Wvz. Nr. 0172.
Ein gelber Kreis auf gelbem Grund: Mit gleichmäßigen, haptisch-pastosen Farbtupfen formt Berner einen sonnig-orangen Kreis auf zitronengelbem Grund. 1951 zog Berner nach Stuttgart, und spätestens durch den Einfluss von Willi Baumeister entwickelte er sich zu einem bedeutenden Künstler der abstrakten Malerei der deutschen Nachkriegsmoderne. Bekannt ist er vor allem durch seine monochromen und zugleich meditativen Arbeiten, die er seit den 1960er Jahren unter dem Begriff „Flächenraum“ zusammenfasst. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Auseinandersetzung steht das Verhältnis von "Fläche - Farbe - Raum". Durch das differenzierte Übereinanderlegen und Verdichten von Farbflächen erzeugt er eine zunehmend räumliche Wirkung und Tiefe. Dabei richtet sich sein Augenmerk insbesondere auf die Wahrnehmung des malerisch erzeugten Bildraumes und dessen innere Struktur. Das Werkverzeichnis unter bernd-berner.de wurde online eingesehen am 27.09.2026.
Provenienz: Privatsammlung Rheinland
Ohne Titel, aus: Edition Original 1
Feuergouache mit Stempel auf Velin. 1965.
41 x 36,3 cm.
Unten rechts mit Bleistift mit dem Künstlersignet "OPiene" und datiert. Auflage 100 num. Ex.
Explosionsartig spritzt die Farbe nach außen auf den hellen Grund, zentral werden die konzentrierten Strahlen der Iris inmitten der gestempelten Augenkonturen von Rußschwärze akzentuiert. Piene verwendete für die Technik der Feuergouache unterschiedlichste Materialien wie Papier, Leinwand oder Metallplatten, die er mit einer speziellen Mischung aus Pigmenten und Bindemitteln präparierte. Anschließend entzündete er in einer Art Performance das Material, um den gewünschten Effekt von Feuer und Rauch zu erzielen. Die Farben und Texturen, die durch das Verbrennen der Pigmente entstanden, waren unvorhersehbar, der Entstehungsprozess damit immer zu einem guten Teil unberechenbar. Das Feuer als Element der Transformation und des Wandels faszinierte Piene und fungierte bei ihm wie ein kreativer Partner. Prachtvolles Exemplar von schöner Materialwirkung. Bei der Auflage handelt es sich um unikatäre Exemplare.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Ohne Titel
Farbserigraphie auf Velin. 1968.
59 x 42 cm.
Verso signiert "K. Malich" und datiert. Auflage 65 num. Ex.
Filigrane Komposition, minimalistisch auf wenige Linien reduziert und in charakteristischer Abstraktion. Malich bildete als einer der bekanntesten Künstler der Tschechischen Republik einen Meilenstein der konstruktivistischen Tradition Osteuropas. Prachtvoller Druck der blattfüllenden Komposition.
Athena
Bronze mit rötlichbrauner Patina, partiell vergoldet, auf braunen Marmorsockel montiert. 1961.
50 x 12 x 10 cm.
Seitlich unten rechts signiert "Gonda" und datiert.
Athena, die griechische Göttin der Weisheit, der Künste und des Kampfes, steht säulenförmig aufrecht. Die statische Wirkung der Figur unterbricht Gonda durch die kristallin wirkenden Kuben, aus deren Vielzahl sich der schlanke, gerüstete Körper der Göttin formt. Ihre üblichen Attribute wie Helm, Schild und Eule lassen sich in den geglätteten, schimmernden Rundformen der vergoldeten Partien vermuten. Eine monumentale spätere Fassung (1974) der Athena steht in Hamburg vor dem Shell-Haus, und zahlreiche weitere Brunnen und Skulpturen im öffentlichen Raum, meist in Berlin, stammen von Gonda. Der Albiker-Schüler, Lehrer an der Berliner Hochschule für Bildende Künste, wurde 1953 mit dem Berliner Kunstpreis ausgezeichnet. 1968 bis 1970 war er Vorstandsmitglied im Deutschen Künstlerbund und nahm vielfach an dessen Jahresausstellungen teil. Gesamthöhe mit Sockel: 50 cm.
Provenienz: Privatsammlung Berlin
Ohne Titel
Öl und Wachs auf Velin. 1958/59.
38,5 x 33 cm.
Verso mit Bleistift signiert "Kuno Gonschior" und datiert.
Frühe Arbeit des Künstlers, entstanden noch während seines Studiums an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Otto Götz (1957-61). Mit der Materialität der weich schimmernden Öl- und Wachsfarben beginnt Gonschior bereits hier, vor der Verwendung von Leuchtfarben, den sinnlichen Wirkungsbereich seiner Bilder auszuloten, und eröffnet dem Betrachter so die Möglichkeit, einen changierenden Bildraum wahrzunehmen und damit selber zum Bestandteil des Kunstwerks zu werden.
Provenienz: Privatbesitz Niedersachsen
"SINGLE PS 8 a"
Serigraphie auf Plexiglas, Karton und Hartfaser in weiß gefasstem Holzkasten. 1971.
80,5 x 80,5 x 5,5 cm.
Verso auf Klebeetikett signiert "Wilding", datiert und betitelt.
Wie in jeder seiner Werkserien seit den 1960er Jahren gestaltet Wilding auch hier aus Linien einander überlagernde Netze und Rasterstrukturen. Verschieben sich diese Strukturüberlagerungen zwischen vorderer und hinterer Ebene des Objektkastens gegeneinander, so entstehen dreidimensionale Seherfahrungen und Moiré-Effekte. Diese virtuellen Bewegungen im Bild verstärken sich je nach Bewegung des Betrachters. Ziel des Künstlers war es, das perspektivisch konditionierte Sehen zu irritieren und dadurch zugleich menschliche Sehgewohnheiten zu dekonstruieren und den Bildbetrachter in eine aktive Rolle zu versetzen. Solcherart analytische Erkundungen von Gesetzen und Strukturen des Sehens und die wissenschaftliche Erforschung der Raumillusion sind die Ausgangspunkte von Wildings Kunst. Er studierte 1952-54 in Stuttgart bei Willi Baumeister und war Mitglied der internationalen Gruppe AOS (Art of Seeing). Trotz der seriellen Konzeption handelt es sich bei Wildings "Singles" um unikatäre Arbeiten.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Riu-kiu
Serigraphie auf Plexiglaskasten. Um 1967.
30 x 30 x 5 cm.
An der Unterseite auf Klebeetikett signiert "Vasarely".
Herausgegeben von den Editions du Griffon, Neuchâtel, mit deren Klebeetikett an der Unterseite, dort bezeichnet "OEuvre profonde", erschienen wohl 1967 in unbekannter Auflage. Je nach Blickwinkel des Betrachters erzeugen die verschachtelten Linien- und Gitterstrukturen durch die Überlagerung mehrerer Ebenen die Illusion von Bewegung. Prachtvolles Exemplar.
"Linienbild"
Wellpappe, verleimt und weiß gefasst, in weißen Holz-Objektrahmen montiert. 1980.
60 x 80 cm (Rahmen).
Auf der Rahmenrückseite mit Bleistift signiert "Erb", datiert und mit Richtungspfeil und auf Klebeetikett bezeichnet, betitelt sowie mit den Maßangaben.
Einen intensiv stofflichen Charakter erhält das Linienbild durch die unruhig flirrenden, dicht übereinanderliegenden horizontalen Strukturen der Wellpappe, und es entsteht eine regelmäßige, rhythmische Ordnung. Leo Erbs Gesamtwerk ist von zwei Elementen bestimmt, die zu seiner "Handschrift" wurden und ihm zu internationalem Erfolg verhalfen: die Farbe Weiß und die Linie. Seit 1947 fertigte der saarländische Künstler seine ersten linearen Papierschnitte und Linienzeichnungen. In Saarbrücken studierte er bei Boris Kleint, einem Vertreter der Bauhauslehre, mit dem er später die "neue gruppe saar" gründete. Sein künstlerisches Schaffen umfasst mehr als sechs Jahrzehnte, und viele seiner Arbeiten sind in nationalen und internationalen Museen und Galerien ausgestellt. 1977 nahm er an der 6. documenta in Kassel teil.
Provenienz: Privatbesitz Niedersachsen
Florale Skulptur
Edelstahl auf rötlichem Granitsockel.
47 x 42 x 27,5 cm.
Auf der Plinthe signiert "HAASE".
Nach dem Studium bei Hans Uhlmann und Max Kaus war Volkmar Haase seit 1958 freischaffend als Maler, Graphiker und Bildhauer tätig. Seine abstrakten Skulpturen sind deutschlandweit, besonders in Berlin, auf vielen öffentlichen Plätzen zu finden. Sein bildhauerisches Werk widmet sich ausschließlich der abstrakten Skulptur, die überwiegend aus Edelstahl hergestellt wird und meist von kantigen, geometrischen Formen, aber auch von geschwungenen Elementen geprägt ist. Gesamthöhe mit Sockel: 65,5 cm. Selten.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Glöckner, Hermann
Roter Keil zwischen Schwarz (Einbruch)
Los 7254
Schätzung
9.000€ (US$ 10,345)
Roter Keil zwischen Schwarz (Einbruch)
Tempera auf Papierfaltung. 1981-83.
50,5 x 69,5 cm.
Verso mit Bleistift signiert "Glöckner" und datiert.
Schlichte Einfachheit, konstruktivistische Strenge und stille Eleganz strahlen die Arbeiten von Hermann Glöckner aus. Durch die messerscharfen Faltungen erzeugt der Künstler Teilflächen, die er mit Hilfe der Falzkanten exakt einfärbt. Die samtig-intensive Farbe weist somit eine betonte, klare Kante gegenüber dem weißen Grund auf. In der DDR war sein Werk wegen der abstrakten und gegenstandsfreien Formen umstritten, doch hatte er einen großen Kreis von Bewunderern, nicht nur in seinem eigenen Land, sondern in ganz Europa, Japan und den USA. In seinen Faltungen finden wir ein unprätentiöses, fast meditatives Arbeiten, das auf den Betrachter heute im schillernden Kunstmarkt eine hohe Anziehungskraft ausübt. Die stillen Faltarbeiten durchziehen Glöckners Werk, das sich in seiner Gesamtheit recht heterogen darstellt, bis zu seinem Lebensende.
Provenienz: Galerie Beatrix Wilhelm, Stuttgart
Irene Lehr, Berlin, Auktion 25.04.2015, Los 542
Privatbesitz Berlin
Ausstellung: Hermann Glöckner. Zeichnungen aus den 50er Jahren, Galerie Beatrix Wilhelm, Stuttgart 1986 (Abb., o.S.)
Hermann Glöckner - Die Syntax des Einfachen, Galerie Beatrix Wilhelm, Stuttgart 1988 S. 101 (Abb.)
Glöckner, Hermann
Durchdringung in Schwarz und Weiß vor Rot
Los 7255
Schätzung
15.000€ (US$ 17,241)
Durchdringung in Schwarz und Weiß vor Rot
Tempera auf Papierfaltung. 1971.
71,5 x 49,5 cm.
Verso mit Bleistift signiert "Hermann Glöckner", datiert und bezeichnet "Faltgrafik".
Glöckners frühe Arbeit von 1971 entstand in den ersten Jahren seiner Auseinandersetzung mit der neuen Technik des Faltens, die erst 1969 begonnen hatte. Nach diesem dreidimensionalen Prozess, auch wenn die Arbeit im Ergebnis wieder zur Fläche wird, ist doch eine räumliche Präsenz erfahrbar. Die Technik der Tempera unterstützt zusätzlich die fast plastische Wirkung unseres Blattes, das eine lebendige und delikate Oberfläche durch die maltechnische Struktur erhält. "Glöckner berichtet, wie er im Jahre 1969 aus einer Not eine Tugend machen mußte, wie er damit diese 'eigene Art von Grafik' auslöste und sie technisch handhabte. 'Die erste eigentliche Papierfaltung ist 1969 entstanden, und zwar tauchte die Idee auf, einer Reihe von Katalogen der Jubiläumsausstellung ein Originalblatt beizulegen. Da der Katalog kein sehr großes Format hatte, habe ich ein Blatt gefaltet und die durch die Faltung entstandenen Teilflächen entsprechend gefärbt. So entstand eine Form, die den konstruktiven Blättern nahelag.'" (Hermann Glöckner. Werke 1909-1985, ifa Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart 1993, S. 25). Vgl. auch die etwas später entstandene und unwesentlich größere Arbeit in: Hermann Glöckner. Werke 1909-1985, ifa Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart 1993, Nr. 69 (1972-76, 72 x 50,4 cm).
Provenienz: Galerie Beatrix Wilhelm, Stuttgart
Irene Lehr, Berlin, Auktion 25.04.2015, Los 539
Privatbesitz Berlin
Literatur: Hermann Glöckner. Raum, Zeit, Figur. Ausst.-Kat. Ulmer Museum, Ulm 1991, S. 75 (Abb.)
Hermann Glöckner. Werk 1909-1085. Ausst.-Kat. Saarland Museum, Saarbrücken 1993, S. 101 (Abb.)
Kopf
Cortenstahl, geschweißt, rot korrodiert, auf Holzsockel. 1977.
45 x 46 x 13,5 cm.
An der Unterseite signiert "Antes". Auflage 1000 num. Ex.
Hieroglyphenhafte Skulptur, der Kopf eine Chiffre und Markenzeichen des Künstlers: "Im Kopf kann alles passieren, aber der Kopf schützt auch den Menschen. Es gibt offene, bewohnbare Köpfe. Der ganze Mensch ist im Kopf enthalten. Und es gibt den leeren Kopf, der alles aufnehmen kann und wieder alles abgibt." (Horst Antes, in: Horst Antes, Sammlung Hermann, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Hannover und Sammlung Sprengel, Bremen/Hannover 1983, S. 26). Herausgegeben von der Edition Volker Huber, Offenbach. Prachtvolles Exemplar mit der beabsichtigten ausdrucksvollen Korrosion.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Weiblicher Akt im Sessel
Bleistift auf Pergamin. 1965.
29,5 x 21 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Antes", verso wohl von fremder Hand bezeichnet.
Frühe Zeichnung des Künstlers, der den stehenden weiblichen Akt in linearer Reduktion erfasst. Den verhältnismäßig großen Kopf zeigt er, wie immer, im Profil, so dass die Unnahbarkeit der Gestalt gewahrt bleibt. Mit seinen archetypischen Figuren setzt sich Horst Antes künstlerische, von der informellen Nachkriegsmalerei ab und trägt zur Entwicklung einer neuen figurativen Malerei bei. Antes studierte 1957-59 bei HAP Grieshaber an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Inspiriert durch Willem de Kooning, der informelle und figürliche Elemente verknüpfte, begann er, stufenweise seine Kopffüßler zu entwickeln.
Provenienz: Kunsthandel Lambert Tegenbosch, Heusden, Niederlande (mit dessen Klebeetikett auf der Rahmenrückseite, dort bezeichnet und mit der Inv.-Nr. 7930)
Sotheby's, London (mit deren Klebetikett auf der Rahmenrückseite, undatiert)
Privatbesitz Belgien
Ohne Titel (K287)
Acryl und Klarlack auf Hartfaser. Wohl um 1959.
60 x 120 cm.
Verso auf der Rahmung mit Bleistift, wohl von fremder Hand, mit der Werknummer "K287".
Gegen Ende der 1950er Jahre formt sich in Berlin eine junge avantgardistische und konkret arbeitende Künstlergeneration. Darunter der Künstler Christian Roeckenschuss, der sich in dieser Schaffensphase in seinem Tempelhofer Atelier weg von der Figuration hin zur konstruktiven Kunst und Minimal Art wendet. In der Geometrie, Ungegenständlichkeit, Ordnungssystematik und der klaren Farbgebung findet der Künstler seinen persönlichen Stil, der ihn durch sein komplettes Œuvre begleitet. Das vorliegende Gemälde ist ein charakteristisches Beispiel seiner frühen Farbfeldmalerei, in der er mit Rechtecken und Kreisen experimentiert und seine Kompositionen durch ihre blockartigen und kantigen Formen dem Hard-Edge nahe stehen.
Provenienz: Privatsammlung Berlin
Ketterer, München, Auktion 08.12.2017, Los 336
Privatsammlung Berlin
Ohne Titel
Pinsel in Schwarz auf Velin. Wohl 1967.
27 x 21 cm.
Unten links mit Bleistift signiert "T. Ungerer".
Kräftige Schwarzweißkontraste betonen die drastische Aussage der politischen, frühen Zeichnung Ungerers. Das vorliegende Motiv veröffentlichte der Künstler 1967 als Poster in vergrößerter Form (vgl. Jack Rennert (Hrsg.), The poster art of Tomi Ungerer, Zürich 1971, Nr. 34, Abb. S. 15); sein Band "America" erschien 1975.
Provenienz: Privatbesitz Süddeutschland
"HOLOCAU$T"
Pinsel in Schwarz auf Maschinenpapier.
29,7 x 21 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "T. Ungerer.".
Entsprechend den Annotationen verso wurde das Motiv veröffentlicht in "Politrics", S. 73. Der 1979 erschienene Band versammelte politische, pazifistische Zeichnungen Ungerers aus den Jahren 1960-1979, satirische und schonungslose Kommentare des Künstlers zu Rassismus, Antisemitismus, Faschismus und dem Vietnamkrieg.
Provenienz: Privatbesitz Süddeutschland
Cowboy couple (USA)
Kreide und Pinsel in Schwarz auf Pergamin. Wohl 1967.
41,5 x 28,8 cm.
Recto und verso jeweils mit Bleistift unten rechts signiert "T. Ungerer".
Nach Amerika zog Ungerer im Jahr 1955, erntete dort große Erfolge und gehörte bald zur künstlerischen Elite in New York. 1967 war er so empört über die amerikanische Beteiligung am Vietnamkrieg, dass er eine Reihe provokanter Plakate entwarf. Ursprünglich im Auftrag der Columbia University entstanden, lehnte die Universität einige aufgrund ihres politisch brisanten Inhalts ab, die Empörung in Politik und Gesellschaft war groß. Diese Plakate avancierten jedoch schnell zu Kultklassikern (vgl. tomiungerer.com, Zugriff 15.07.2026). Das vorliegende Motiv wurde 1967 als Poster von Ungerer in vergrößerter Form mit dem Titel "USA" selber veröffentlicht (vgl. Jack Rennert (Hrsg.), The poster art of Tomi Ungerer, Zürich 1971, Nr. 33, Abb. S. 28). Sein Band "America" erschien 1975.
Provenienz: Privatbesitz Süddeutschland
"Hygiène"
Feder in Schwarz auf festem Pergamin.
28,2 x 19,6 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "T. Ungerer" und betitelt.
Leben und Tod: Pointiert und karikierend zeichnet Ungerer mit spitzer Feder das ungleiche Paar beim Duschen. In Ungerers Atelier in Irland stand ein echtes menschliches Skelett, dessen Studium sich in der Sicherheit des Darstellung widerspiegelt. Nicht nur in seinem 1983 erschienen Bildband "Rigor mortis" gruppiert er immer wieder Frauenkörper mit Gerippen.
Provenienz: Privatbesitz Süddeutschland
Bon voyage en enfer, ordure!
Feder in Schwarz auf Velin.
20,9 x 26,8 cm.
Unten links mit Feder in Schwarz signiert "Topor".
Irritierend verschachteltes Motiv, changierend zwischen Kindlichem und Erwachsenem. Der titelgebende Satz (so laut "Toxicologie") findet sich in Topors literarischem Hauptwerk, dem 1976 entstandenen Thriller "Le Locataire chimérique" (Der Mieter).
Provenienz: Privatbesitz Süddeutschland
Literatur: Topor Toxicologie, Zürich 1970, S. 44f. (mit Abb., noch vor der Signatur)
Paris sur merde
Mischtechnik mit collagiertem Stadtplan auf Velin. 1986.
31,8 x 24 cm.
Unten rechts in der Darstellung mit Feder in Schwarz signiert "R. Topor".
Die Metropole als Kloake: Ein überfließendes WC umrahmt in Topors Collage das als Gesicht gestaltete Zentrum der Stadt und verdeutlicht auf skurrile Weise den klaustrophopischen urbanen Alptraum. In Paris als Sohn polnischer Juden geboren, konnte Topor bereits während des Studiums an der École nationale supérieure des Beaux-Arts in Paris erste Veröffentlichungen seiner Zeichnungen in diversen Zeitschriften lancieren.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
"Ensemble"
Feder in Schwarz und farbige Kreiden auf Bütten. 1978.
25 x 32 cm.
Unten rechts in der Darstellung mit Feder in Schwarz signiert "Roland Topor" und datiert, verso mit Bleistift betitelt und mehrfach numeriert.
Die akribische Gestaltung der Phantasmagorie mit ihren dichten Schraffuren und sorgsamem Kolorit gehört ebenso zum zeichnerischen Repertoire des Pariser Künstlers wie das in seiner abgründigen Drastik verstörende Sujet. Topor war nach seinen Studien in Paris Maler, Dichter, Zeichner, Bühnenbildner, Dramatiker, Regisseur, Schauspieler, Liedermacher, Trickfilmer und Plakatgraphiker - ein Multitalent voller makabrer Bildideen und Meister des schwarzen Humors.
Provenienz: Privatbesitz Süddeutschland
Leonardo hat's gewusst
Farbige Kreiden, Farbstifte und Feder in Schwarz auf Velin. 1986.
31,5 x 24 cm.
Unten links mit Bleistift signiert "Topor".
Eine Endlosschleife von Essen und Verdauung zeichnet Topor als surrealen, provozierenden Teufelskreis. "Leonardo hat's gewusst" ist der Titel eines absurden Dramas von Roland Topor rund um eine verstopfte Toilette, entstanden im Jahr 1985. Die Zeichnung diente als Vorlage für das als Siebdruck hergestellte Plakat zur Aufführung des Stückes in der Freien Volksbühne Berlin.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Caballo casinaide
Bronze mit schwarzbrauner Patina, auf verchromte Plinthe montiert. 1977/78.
Ca. 37,5 x 41 x 18 cm.
Seitlich an der Plinthe signiert "berrocal". Auflage 2000 num. Ex.
In der Mähne trägt das sich aufbäumende, aus mehreren Teilen zusammengesetzte Pferd die Schriftzüge "Berrocal" und auf der anderen Seite "Casinaide". Miguel Berrocal studierte Mathematik und Architektur an der Universität von Madrid, später Kunst in Paris und Rom. Ende der 1950er Jahre begann der Künstler mit seinen Puzzle-Skulpturen aus Metall, mit denen er international bekannt wurde. Seine erste demontierbare Skulptur schuf er 1959. Mit diesen charakteristischen, ausgefallenen Bildhauerarbeiten nahm er auch 1964 an der documenta III in Kassel teil. Prachtvoller Guss mit ebenmäßiger, tiefdunkler Patina.
Christo
Wrapped Sylvette, Projekt für das Washington Square Village, New York
Los 7268
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Wrapped Sylvette, Project for Washington Square Village, New York
Farbserigraphie und -lichtdruck mit Fotografie und Packpapier-Collage auf Velin. 1972.
64 x 50 cm.
Signiert "Christo". Auflage 90 num. Ex.
Schellmann 59.
Die Arbeit zeigt die Picasso-Skulptur "Sylvette", die im Washington Square Village in New York zwischen zwei von I.M. Pei entworfenen Appartmenthäusern steht. Das Blatt erschien im Mappenwerk "Hommage à Picasso", herausgegeben vom Propyläen Verlag, Berlin, in einer Gesamtauflage von 165 Exemplaren, Druck Domberger, Stuttgart. Ganz prachtvoller Druck der formatfüllenden Darstellung.
Buon Diavolo
Bronze mit dunkelbrauner Patina. 2000.
10 x 17 x 11 cm.
Außen am linken Arm seitlich unten monogrammiert "A.H.", auf der Standfläche mit dem Gießerstempel "GUSS A. ZÖTTL, WIEN". Auflage 100 num. Ex.
In halb liegender Position, mit aufgestützten Armen und nach oben angewinkelten Beinen lacht der freundliche kleine Teufel dem Betrachter entgegen. Die locker durchgestaltete Oberfläche verleiht der Figur eine muntere Bewegtheit. Für Hrdlicka stehen der Mensch und seine Körperlichkeit im Mittelpunkt seines Schaffens. Prachtvoller Guss aus dem Spätwerk, nach einem Gipsmodell des Künstlers, mit lebendiger Patina.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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