Strässer, Herbert
Hommage an Schlemmer und Baumeister
Los 7210
Schätzung
6.500€ (US$ 7,471)
Hommage an Schlemmer und Baumeister
Bronze mit grüner Patina, auf Bronzeplinthe montiert. 1957.
33 x 14 x 9,7 cm.
Verso unten monogrammiert "H. ST" und datiert.
Die Skulptur aus Strässers kubistischem Frühwerk verdeutlicht, wie klarsichtig der Künstler die Formen der beiden aufs Engste miteinander verschränkten menschlichen Gestalten erfasst. Die Bronze vereint meisterlich Abstraktion mit einer deutlich an der menschlichen Gestalt orientierten Formgebung. Die glattpolierte, weiche Oberfläche mit ihrem Wechsel zwischen Konvex und Konkav, zwischen Kugelformen und geraden Kanten lädt zum Berühren ein und ist von überzeugender Allansichtigkeit. Erst kurz zuvor, 1955, begann Herbert Strässer nach seiner Beschäftigung mit der experimentellen Fotografie bei Otto Steinert, die ersten plastischen Arbeiten zu formen. "Er hat die Skulptur des Kubismus als Leitlinie der Offenbarung für die Zukunft angesehen. Auch bei scheinbar zu reinen 'Zeichen' reduzierten Formen lässt er sich zunächst von der Natur, der menschlichen Figur (...) leiten" (Wolfgang Kermer, Herbert Strässer, Ausst.-Kat. Saarbrücken 1968, o. S.). Strässers Lehrer an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken, Hannes Neuner, war ein Schüler Willi Baumeisters. Prachtvoller Guss mit schön leuchtender, homogener und tiefgrün schimmernder Patina.
Provenienz: Nachlass des Künstlers
Große Stehende
Neusilber, hochglanzpoliert, auf Neusilberplinthe. 1957.
36,5 x 11 x 9 cm.
Hinten unten monogrammiert "H. ST." und datiert.
In seiner ungewöhnlichen Skulptur erfasst der Künstler in schwunghafter Formgebung die stehende, langgestreckte Frauenfigur. Die polierte Oberfläche mit ihren ausgewogenen Proportionen reflektiert das einfallende Licht in verschiedenster Weise. Die Stilisierung und die Aufsplitterung der menschlichen Figur in geometrische Elemente verleiht der Skulptur eine konzentrierte, überzeugende Allansichtigkeit. Bereits im Jahr 1955 schuf Strässer mit der "Kleinen Stehenden" eine in den Maßen zwar abweichende und in der Formgebung etwas weichere, sonst aber nahezu identische Bronze. Prachtvoller Guss aus Strässers kubistischem Frühwerk mit spiegelnd glänzender, polierter Oberfläche.
Provenienz: Nachlass des Künstlers
Harlekin
Bronze mit grüner Patina, auf runde Bronzeplinthe montiert. 1960.
34,6 x 7,4 x 7,4 cm.
Verso am Unterrand monogrammiert "H. ST." und datiert.
Bedeutende Skulptur aus Strässers kubistischem Frühwerk. Präzise und konzentriert erfasst der Künstler das Wesentliche an der schlanken Gestalt des stehenden Harlekins. Die allansichtige Bronze besticht durch ihre schön abstrahierte, aber klar an der menschlichen Gestalt orientierten Formgebung und die glatte Oberfläche. Ihre spannungsreiche Kombination von sanft geschwungenen Konturen und den harten Kanten von Ausstülpungen und Höhlungen fordert zum Drehen und zum Berühren auf. Prachtvoller Guss mit schön akzentuierter Patina.
Provenienz: Nachlass des Künstlers
"Ballspiel im Walde"
Gouache, Feder in Sepia und Bleistift auf Velin. 1954.
36 x 25,5 cm.
Unten links mit Bleistift signiert "Gütersloh" und datiert, rechts betitelt.
Minutiös ausgeführte, farbfrisch erhaltene Zeichnung des Urvaters der Wiener Phantasten, entstanden während seiner von 1945 bis 1962 währenden Zeit als Leiter einer Meisterschule für Malerei und eines Freskokurses an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Er richtete dort auch eine Fresko- und Gobelinschule ein.
Provenienz: Sammlung Ernst Fuchs, Wien
Ohne Titel
Feder in Schwarz und Aquarell auf Karton. 1966.
32,3 x 25 cm.
Von einer filigranen und detailreichen Linienführung geprägt, wirkt die Zeichnung zugleich surreal und organisch. Die feinen, ineinander übergehenden Linien lassen Formen und Figuren entstehen, die teilweise miteinander zu verschmelzen scheinen. Diese Merkmale sind charakteristisch für Unica Zürns Zeichnungen. Ihre feinen Linien, aus denen sich hybride Wesen, organische Formen und fantastische Figuren entwickeln, lassen ihre Arbeiten sich zwischen dem Gegenständlichen und dem Unbewussten bewegen. Dabei entsteht eine Bildwelt, die von inneren und teilweise halluzinatorischen Vorstellungen geprägt ist. Auch in ihren literarischen Arbeiten beschäftigte sich Zürn mit existenziellen und psychischen Grenzerfahrungen. Themen wie häusliche Gewalt, Abtreibung und sexueller Missbrauch finden dabei Eingang in ihre Texte. Ihre Zeichnungen entstanden insbesondere während ihrer halluzinatorischen und depressiven Phasen und spiegeln diese psychischen Zustände in ihrer Bildsprache wider. Ihre Werke wurden u. a. 1953 und 1957 in Paris ausgestellt. Dort bewegte sie sich im Umfeld der französischen und internationalen Avantgarde und stand in Kontakt mit Künstlern und Schriftstellern wie Hans Arp, André Breton, Marcel Duchamp, Max Ernst und Henri Michaux.
Provenienz: UBU Gallery, New York (mit dem rückseitigen Etikett)
Privatbesitz Berlin
Ausstellung: Art 38 Basel, 13.–17. Juni 2007, Ubu Gallery, New York, Nr. 64 (ZURN 23)
Literatur: Unica Zürn. Drawings from the 1960s. New York, UBU Gallery, 2005. Ausst.-Kat. Nr. 42 (Abb.)
Le Prêtre Marié
Farbradierung mit Aquatinta auf faserigem Japan. 1968.
9,5 x 14,2 cm (27,5 x 22 cm).
Mit dem Signaturstempel "Magritte" sowie mit dem Blindstempel "Gravure Originale Atelier René Magritte". Auflage 150 num. Ex.
Kaplan/Baum 13 B (von E).
Tafel 1 (von 3) der Illustrationen Magrittes zu Guy Rosey, "Signe de Survie au Temps d'Amour", erschienen bei Georges Visat, Paris, in einer Gesamtauflage von ca. 350 Exemplaren, hier eines der Exemplare auf Japan. Prachtvoller, posthumer Druck mit dem vollen Rand, rechts und unten mit dem Schöpfrand.
L'Oeil
Farbradierung mit Aquatinta auf BFK Rives-Velin. 1968.
17,6 x 14,4 cm (28,4 x 22,8 cm).
Mit dem Signaturstempel "Magritte" sowie mit dem Blindstempel "Gravure Originale Atelier René Magritte". Auflage 25 röm. num. Ex.
Kaplan/Baum 17 C (von E).
Tafel II (von IV) der Illustrationen Magrittes zu Louis Scutenaire, "Le Lien de Paille", erschienen bei Georges Visat, Paris, in einer Gesamtauflage von ca. 350 Exemplaren, hier eines der 25 Exemplare "hors commerce" auf Velin. Prachtvoller, posthumer Druck mit dem vollen Rand, rechts und unten mit dem Schöpfrand.
Selbstportrait im Atelier
Öl auf Leinwand. 1977.
60 x 50 cm.
Oben links mit Pinsel in Blau signiert "Metzkes" und datiert.
Ikonisches Künstlerbildnis, entstanden in Metzkes' Ostberliner Atelier mit Blick auf den Wasserturm im Prenzlauer Berg. Ebendieser Ausblick steht hell leuchtend im Zentrum der räumlich verschachtelten Komposition. Der Atelierraum entfaltet sich um das Fenster herum in delikat abgetönten, dunklen und erdhaft-warmen Farbnuancen und geraden Formen, deren Konturen ebenso wie der Pinselduktus weich erscheinen und der Darstellung einen fast dunstigen Charakter verleihen. Das Gegenlicht lässt die schlanke Künstlerfigur mit der charakteristischen Schiebermütze und einem Zeichenblock in der Hand silhouettenhaft erscheinen. Bereits im Jahr 1960 hatte Metzkes seine Atelierwohnung am Kollwitzplatz bezogen. Harald Metzkes sagt 1976/77 hinsichtlich seiner Malerei. "Das Bild enthält in seiner Entstehung Zuwendungen aus allen Zeiten, die der Maler erlebt hat und darüber hinaus aus allem, was er nacherlebt hat. Im Ordnen durch Farbe und Form, im Ordnen dieser unzähligen Anstöße besteht die Aufgabe, ein Bild zu malen." (zit. n. harald-metzkes.de, Zugriff 25.08.2026).
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Das rote Zimmer
Öl auf Leinwand. 1989.
60 x 80 cm.
Unten links mit Pinsel in Rot signiert "Metzkes" und datiert.
Menschenleer und doch tief von Leben erfüllt zeigt der Künstler den rottonigen Innenraum mit der wie magisch blutrot leuchtenden Tür im Zentrum. "Ich kann von der Vorstellung nicht lassen, daß die ganze Welt nicht nur aus Details zusammengesetzt ist. […] Ich bin als Maler der Beobachter eines Welttheaters, in dem die Welt sich aber abspielt, nicht dahinter." (Harald Metzkes, 1994, zit. n. harald-metzkes.de, Zugriff 14.09.2026). Metzkes studierte an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Wilhelm Lachnit und Rudolf Bergander und war 1955-1958 Meisterschüler von Otto Nagel in Berlin. Er war u.a. mit Manfred Böttcher, Lothar Böhme und Konrad Knebel Gründungsmitglied der sogenannten "Berliner Schule".
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Blick aus dem Tabu-Fenster
Öl auf Hartfaser. 1967.
47,5 x 70 cm.
Unten rechts monogrammiert (in die feuchte Farbe geritzt) "ONH", verso bezeichnet "WV 1688".
Soldner 2577, Werknummer 1688.
"Tabu" -so nannte Otto Niemeyer-Holstein sein ausgebautes Atelier- und Wohnhaus auf der Insel Usedom in Lüttenort, ein Refugium der Ruhe und der Abgeschiedenheit. Der Blick aus dessen Fenstern taucht als wiederkehrendes Motiv häufiger in seinem Werk auf. Ganz unmittelbar blickt der Künstler durch die großen Scheiben in die Natur, und nur die senkrechte Strebe des Fensters kennzeichnet den Blickwinkel. Scharfe Kritzel und vehemente Líneaturenbündel kratzt der Künstler mit dem Pinselstiel in die feuchte Farbe und legt die helleren, unterschiedlich farbigen Grundierungen frei. Das so entstehende lichte Flirren zeichnet treffend die schimmernden Reflexe der regennassen Gartenlandschaft nach.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Zakopane
Öl auf Malpappe. 1957.
49,5 x 66 cm.
Verso mit Faserstift in Blau (von fremder Hand?) bezeichnet "WV 0584".
Hell, in zarten Farben schimmert die Winterlandschaft. Mit einem strichelnden Pinselduktus und stellenweise trockenem Farbauftrag gestaltet der Künstler das Motiv, er findet zarteste Nuancen, um die Stimmung, das Dämmerlicht, das Atmosphärische in seiner Landschaft zum Ausdruck zu bringen. "Das Motiv ist in der Sprache der Farben vergeistigt. Obgleich die Naturbeobachtung sichtbar bleibt, verliert das Objekt seine gegenständliche Direktheit zugunsten einer Aussage, in der eine feingeistige Interpretation dominiert.“ (Lothar Lang, in: Malerei und Grafik in Ostdeutschland, Leipzig 2002, zit. n. atelier-otto-niemeyer-holstein.de, Zugriff 26.03.2025). Mehrfach hielt sich der Künstler in Zakopane auf, auch aus den Jahren 1961-65 sind einige dort entstandene Arbeiten im Werkverzeichnis registriert. Das Werk ist unter der Nummer 0584 im Werkverzeichnis Otto Niemeyer-Holstein registriert. Wir danken dem Atelier Otto Niemeyer-Holstein, Koserow, für freundliche Hinweise vom 19.03.2025.
Provenienz: Staatlicher Kunsthandel der DDR
Privatbesitz Brandenburg
Herbstlandschaft
Öl auf Leinwand. 1970.
70 x 90 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Böttcher" und datiert, verso auf dem Keilrahmen mit dem Nachlaßvermerk bestätigt von Heidemarie Woitinek sowie auf montiertem Etikett datiert und betitelt.
Lebendig belebte Herbstlandschaft in variantenreichen Braun-, Gelb- und Grüntönen, mit schwingend bewegtem Duktus gestaltet. Ein Vibrieren erfüllt den Bildraum, das das Rauschen und Fallen der Blätter im Herbstwind auszudrücken scheint. Studiert hatte Böttcher 1950-55 an der Hochschule der Künste Dresden, unter anderem bei Wilhelm Lachnit und Heinz Lohmar. Zu seinen Kommilitonen dort gehörten Werner Stötzer, Dieter Goltzsche und Harald Metzkes, die lebenslang zu seinen Künstlerfreunden zählten. Bei Heinrich Ehmsen an der Deutschen Akademie der Künste in Berlin wurde er anschließend Meisterschüler. Seine Lebenspartnerin war die Textilkünstlerin und Malerin Heidemarie Woitinek.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Stehende I (unvollendet)
Bronze mit dunkelbrauner Patina auf Bronzeplinthe. 1957/89.
127 x 27 x 20 cm.
Verso an der Plinthenseite mit Gießersignet und datiert.
Lammert 188.
Aufrecht und gerade steht die Frau, trotz ihres abgemagerten Körpers und der verhärmten Gesichtszüge mit dem leeren Blick. Die Oberfläche der Bronze gestaltet der Bildhauer lebendig durch. Ursprünglich entstand die „Stehende" als Teil einer Figurengruppe, "die in der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte des ehemaligen Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück am Fuß des Pylonen mit der Tragenden (B I 718) platziert werden sollte. Lammert schuf eine 15-köpfige Gruppe von Frauen und Mädchen, deren Gesichter und Körper von Hunger, Leid und Todesangst gezeichnet sind." (smb.museum, Zugriff 15.09.2026). Lammert arbeitete nach seiner Lehre als Stuck-, Stein- und Holzbildhauer zunächst im Atelier des russischen Bildhauers Moissey Kogan. Bald stellte er gemeinsam mit der Künstlergruppe Das Junge Rheinland aus. Nach seinem Umzug nach Essen begannen sowohl Hermann Blumenthal als auch Fritz Cremer ihr künstlerisches Schaffen in seinem Atelier. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Lammert von der Gestapo zur Fahndung wegen Hochverrats ausgeschrieben und sah sich im Frühsommer 1933 gezwungen, über die Niederlande nach Paris zu emigrieren. Nach seiner Rückkehr aus dem Exil widmete er sich hauptsächlich der Gestaltung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, hinterließ aber nach seinem Tod zahlreiche unvollendete Entwürfe. Prachtvoller späterer Guss der unvollendet gebliebenen Bronze mit ausdrucksvoller Patina. Sehr selten, einer von 4 bekannten Güssen. Wir danken Mark Lammert, Berlin. für freundliche Hinweise vom 16.09.2026.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Quadriga
Öl auf Leinwand. 1980.
35 x 45 cm.
Unten links mit Pinsel in Blauschwarz signiert "Metzkes" und datiert.
Aug' in Auge mit den Pferden blickt der Künstler von Osten auf die Quadriga des Brandenburger Tores, hinter der sich am dramatisch bewölkten Himmel ein Gewitter zusammenbraut. Diesen Effekt verstärkt Metzkes durch den erhöhten Blickwinkel, der den Westteil der Stadt allenfalls im Dunkel des Horizonts erahnen lässt. Die städtische Szenerie übersetzt der Künstler mit lebhaft bewegten Schwüngen des Pinsels in den pastos aufgetragenen Farbmassen vielmehr in einen Klang aus farbigen Schwaden und Verläufen.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Alter Mann
Bronze mit dunkelbrauner Patina auf Bronzeplinthe. 1961.
71,5 x 29 x 24 cm.
Verso am Rand der Plinthe mit dem Gießerstempel "GUSS W.FÜSSEL 1 BERLIN 10".
Vgl. Domscheit 71.
Die Plastik gleicht einer gegossenen Skizze eines älteren Mannes in Badehose, wie er sich langsam, in leicht gebeugter Haltung in Richtung Wasser bewegt. Bewusst verzichtet Schrieber auf exakte Proportionen und Details, vielmehr konzentriert sich der Künstler ganz auf den alternden Körper und seine Bewegung und nutzt eine lebhaft modellierte Oberfläche, um dem Betrachter verschiedene Schauseiten zu bieten. Prachtvoller, feinzeichnender, teils scharfkantiger Guss mit wirkungsvoller Patina.
Provenienz: Nachlass Ludwig Gabriel Schrieber
Blumenstilleben
Öl auf Leinwand. 1970.
60 x 80 cm.
Oben rechts mit Pinsel in Braun signiert "Metzkes", verso auf dem Keilrahmen (wohl von fremder Hand) bezeichnet "METZKES", "HE" und datiert.
Verschiedenste Blumen- und Blattformen breiten sich vor dem Blick des Künstlers aus, und er schildert jede von ihnen in ihrer Eigenheit, spürt ihren jeweiligen Strukturen mit dem weichen, üppig in Farbe getränkten Pinsel nach und setzt sie in ein Verhältnis zu den lebhaft bewegten, warmen Brauntönen des Hintergrundes. "Malkultur als Verfeinerung des zeichnerisch-farbigen Ausdrucks ist das hohe Ziel. Verfeinerung bedeutet dabei deutlicheres Herausarbeiten der Formen, ihre logische Verknüpfung und schlackenfreies Verschmelzen von Farbflecken und Linien. Das alles muß unter dem Diktat des Erlebnisses geschehen, der Begeisterung für den Glanz, der alle Gegenstände überhaucht (...)." (Harald Metzkes, 1975, zit. n. harald-metzkes.de, Zugriff 25.08.2026).
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Stilleben mit Teekanne
Öl auf Hartfaser. 1982.
35,5 x 50,3 cm.
Oben links mit Pinsel in Türkis signiert "Metzkes" und (schwer lesbar) datiert.
Hell schimmern die Bildgegenstände auf dem dunklen Untergrund, die Kanne mit ihren asiatisch anmutenden Mustern, das geheimnisvoll in Papier eingewickelte Objekt rechts und die grüne Pflanze in der Bildmitte dazwischen, alles in ausgewogener, harmonischer Komposition angeordnet. Lebendig ist dagegen die Farboberfläche durchgestaltet, so dass das einfallende Licht die Bildfläche in Bewegung zu setzen scheint.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Aufsteigender II
Bronze mit schwarzbrauner Patina, auf Bronzestab und Bronzeplinthe montiert. 1967.
43,5 x 15,5 x 9,5 cm.
Außen am linken Schenkel monogrammiert "FC", verso an der Plinthe mit dem Gießerstempel "GIESSEREI SCHABOW".
In kraftvoller Bewegung, einem Klettern oder Aufsteigen, zeigt Cremer den Mann und weist damit auf die Mühen der menschlichen Entwicklung hin. Prominent in Cremers Schaffen steht, neben zahlreichen Denkmalplastiken im öffentlichen Raum, die Gruppe der Akte und Liebespaare. Diese privateren Sujets bilden in seinem OEuvre das thematische Pendant zu den politischen Auftragswerken und dienten dem Bildhauer auch zur Beruhigung. Herbe Züge vereinen sich in ihnen häufig mit einer sinnlichen Körperlichkeit, wie sie auch der "Aufsteigende" aufweist. Kleinere, leicht modifizierte Variante der monumentalen Skulptur „Der Aufsteigende“ (1966/67). Prachtvoller Guss mit lebendig durchstrukturierter Oberfläche und effektvoll changierender Patina.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Kopf
Öl auf Hartfaser. 1959.
40 x 55 cm.
Unten rechts mit Farbstift in Hellblau monogrammiert "Wo." und datiert, verso mit Kreide in Schwarz bezeichnet "59".
Breite schwarze Konturen und harte Schattierungen betonen die markante Physiognomie des jungen Mannes, das Querformat gibt dem Bildnis seitlich viel Freiraum. Ausgebildet in Braunschweig bei Bruno Müller-Linow, an der Hochschule für Baukunst und Bildende Künste in Weimar bei Otto Herbig und an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, unter anderem bei Fritz Dähn und Rudolf Bergander, leitete Womacka lange als Rektor die Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Während seiner frühen Zeit in Weißensee entstand das vorliegende Gemälde. Dass der erst 34-Jährige Womacka 1959 zum Vizepräsidenten des Verbandes Bildender Künstler gewählt wurde, verdeutlicht seine wachsende Bedeutung als Künstler der DDR.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Stehender Rückenakt
Öl auf Hartfaser. Wohl um 1970.
90 x 70 cm.
Verso mit Bleistift (wohl eigenhändig) monogrammiert "ONH" sowie mit Faserstift in Schwarz mit der Werkverzeichnisnr. "0621", auf beimontiertem Zettel typographisch bezeichnet sowie mit der Nr. "220".
Soldner 0621.
Mit vehementem Gestus kratzt Niemeyer-Holstein in die feuchte Farbe und arbeitet damit Konturen und Feinheiten des stehenden weiblichen Rückenaktes heraus, während die in der linken Hälfte stehende weibliche Figur schemenhaft angedeutet bleibt. In den 1970er Jahren schuf der Künstler weitere vergleichbare Darstellungen weiblicher Rückenakte (vgl. Soldner 2185 bzw. 3542, 1971/1977).
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Steinheider Torso
Steinguss. 1966/1990er Jahre.
92 x 43 x 27 cm.
Der „Steinheider Torso“ gehört zu den frühen und charakteristischen Steinarbeiten Werner Stötzers. Das 1966 entstandene Original schlug der Künstler aus einem bei Lauscha im Thüringer Wald gefundenen Buntsandsteinblock. In dieser Zeit hatte Stötzer begonnen, sich intensiv mit der unmittelbaren Arbeit am Stein auseinanderzusetzen, und entwickelte jene charakteristische Verbindung von menschlicher Figur und gewachsenem Material, die sein weiteres bildhauerisches Werk prägen sollte. Die hoch aufragende Figur bleibt eng an die ursprüngliche Form des Steinblocks gebunden. Körper, Kopf und Gliedmaßen sind nur so weit herausgearbeitet, dass sich die menschliche Gestalt in der rauen Oberfläche abzeichnet. Die blockhafte Geschlossenheit bleibt dabei ebenso erhalten wie die Spuren der Bearbeitung. Gerade aus dem Wechsel von roh belassenen und plastisch verdichteten Partien entwickelt der Torso seine archaische Präsenz. Die menschliche Figur erscheint nicht dem Material aufgezwungen, sondern gleichsam aus ihm hervorgegangen. Von dem Stein wurden insgesamt drei Güsse angefertigt. Unser Guss wurde in der Kunstformerei Marcus Schulz in Berlin ausgeführt. Mit einer Expertise von Sylvia Hagen, der Witwe des Künstlers, Seelow, vom 27.07.2026 (in Kopie).
Provenienz: Privatbesitz Berlin (direkt beim Künstler erworben)
"Verlorene Mitte"
Linolschnitt auf Similijapan. 1981.
55,5 x 76,2 cm (62,3 x 86,2 cm).
Signiert "W. Mattheuer", datiert und betitelt. Auflage 30 num. Ex.
Koch/Grimm 295.
Die charakteristischen Parallelstrukturen in ihrer leicht changierenden Anordnung hinterfangen die explosive Darstellung. Prachtvoller, herrlich gleichmäßiger, partiell ganz leicht trockener Druck des großformatigen Blattes, mit dem vollen Rand.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Picknick an der Quelle
Öl auf Leinwand. 1987.
60 x 70 cm.
Oben links mit Pinsel in Hellgrau signiert "Metzkes" und datiert.
Harald Metzkes, früherer Meisterschüler von Otto Nagel in Berlin, gilt als Begründer und Hauptvertreter der sogenannten "Berliner Schule" und hat sich niemals vom Sozialistischen Realismus der DDR-Kunstpolitik vereinnahmen lassen.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
"Arkadenprofil"
Ölkreide auf festem Velinkarton. 1967.
36,6 x 25,4 cm.
Unten links mit Bleistift signiert "A. Rainer", datiert und betitelt, verso bezeichnet "12" und mit Maßangaben von fremder Hand.
In der für Rainer charakteristischen vehementen, mehrfach überlagerten Linienführung entwickelt sich aus schwarzen, von roten und blauen Farbakzenten durchsetzten Strichzügen die schemenhafte Form eines Profils. Das Blatt entstand in einer wichtigen Übergangsphase des Künstlers, in der sich seine gestische Abstraktion zunehmend auf den menschlichen Körper und das eigene Gesicht richtete. Ursprung waren Überzeichnungen eigener Passbildautomatenfotos mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken. Die halluzinatorisch anmutenden Profil- und Hyperzeichnungen der Jahre 1964-67 stehen damit unmittelbar am Beginn jener Werkentwicklung, die ab 1968 in die berühmten überarbeiteten Selbstportraits und späteren Face Farces mündete.
Provenienz: Galerie van de Loo, München
Nachlass Dr. Christian d'Orville, München
Knie
Kaltnadel auf Velin. 1956/62.
50 x 34,5 cm (53,5 x 38,5 cm).
Signiert "A. Rainer" und bezeichnet "epreuve d'artiste".
Breicha R 18 III.
Das 1956 entstandene Motiv wurde von Rainer 1962 nochmals überarbeitet und dann gedruckt; hier ein Künstlerexemplar dieser endgültigen Fassung. Herausgegeben von der Galerie nächst St. Stephan, Wien, in einer Auflage von 50 Exemplaren; gedruckt von Lauterbach, Wien. Ganz prachtvoller, tiefdunkler Druck mit zartem Plattenton und kräftig zeichnender Facette, mit dem vollen Rand.
„B 5“
Aquarell auf festem Velin. 1979.
20,2 x 13,2 cm.
Verso mit Bleistift signiert „Girke“, datiert und bezeichnet „B 5“.
In ganz feinen Abstufungen trägt Girke dünn aquarellierte Farbschichten übereinander auf. Diese Überlagerungen erzeugen Verdichtungen und Nuancierungen in der grauen Tonalität.
Provenienz: Privatbesitz Niedersachsen
Ohne Titel
Gouache auf schwarzem Velin. 1983.
24,3 x 15,8 cm.
Verso mit Bleistift signiert "Girke" und datiert.
Wie Lichterscheinungen setzt Girke mit breitem Pinsel unterschiedlich transparente weiße Farbspuren in lockeren Reihen rhythmisch neben- und übereinander, die das schwarze Papier unterschiedlich stark durchschimmern lassen und nach unten hin transparent ausklingen. Souverän moduliert Girke das Monochrom der von ihm präferierten weißen Farbe und lässt in seiner ganz eigenen, dynamischen Pinselsprache Räumlichkeit und Struktur entstehen. "Ich will in meinen weißen Bildern den Bildraum nicht fixieren, sondern das Bild in ein Stadium führen, das über die Bewegung in der Fläche hinaus die unbegrenzte räumliche Bewegung ermöglicht. Diese beruht auf dem feinnuancierten, an- und abschwellenden Weiß. … Das Weiß entzieht sich jeder Festlegung, es scheint sich ständig auszudehnen und zu verändern. Es ist Ruhe und Bewegung zugleich, ist grenzenlos und nimmt dem Bild seinen materiellen Zustand (...)" (Raimund Girke, 1963, in: Publikation zur Ausstellung im Kunsthaus Zug, 1995, zit. n. museum-kueppersmuehle.de, Zugriff 07.09.2026). Beigegeben: Eine signierte Farbserigraphie Girkes, „Ohne Titel“, 1970.
Provenienz: Privatbesitz Niedersachsen
Décollage positiv-négativ
Tusche und Karton, partiell (ab-)gerissen und neu collagiert. 1961.
65 x 50 cm.
Unten rechts signiert "Koehler" (in den Karton geritzt).
Koehler/Witte D 1961-34.
Mittels horizontaler Abrisse des schwarz getuschten Kartons, die vertikal übereinander gestaffelt sind, und durch großflächigen Abriss entlang der Ränder erzielt Reinhold Koehler hier optisch eine spannungsreiche Umkehr von positiv zu negativ. "1960 beginnt auch innerhalb der 'Décollage pur' eine ganz neue Technik. Hier wird ein Streifen, eine Art Zunge, aufgerissen, aber nicht abgerissen. Vielmehr wird der Streifen dort, wo er noch am Papier hängt, umgeknickt und mit dem Rücken wieder angeklebt, gegenüber seines Negativ-Spiegel-Bildes. Das Tuschschwarz auf dem Rücken des angeklebten Streifens scheint durch, so dass es immer ein Zwillingspaar von weißer und grauer Färbung gibt. Wir sprechen bei dieser Technik von Umkehr-Technik, bzw. von Umkehr-Abrissen." (Angela Koehler: "Dékoehlage - Techniken und Begriffe der Décollage", in: "Reinhold Koehler Décollage", Ausst.-Kat. Kunstmusuem Villa Zanders, Bergisch Gladbach 2018, S. 24). Beigegeben: Zwei signierte, teils datierte und betitelte Décollages imprimés des Künstlers, darunter "Figur 760", 1967.
Provenienz: Nachlass des Künstlers
Ehemals Galerie Christian Pixis, München
Elkar I
Radierung mit Aquatinta auf Velin. 1969.
12,7 x 19,5 cm (54 x 45 cm).
Signiert "chillida" und mit dem Künstlersignet. Auflage 50 num. Ex.
Van der Koelen 69012.
Herausgegeben von Maeght, Paris, in einer Gesamtauflage von etwa 64 Exemplaren; gedruckt bei Arte, Paris. Ganz prachtvoller, wunderbar differenzierter Druck mit lebendigem Aquatintaton und tief eingeprägter Plattenkante, mit dem vollen Rand.
X = A
Farbradierung mit Aquatinta auf Arches-Velin. 1975.
63,3 x 90,5 cm.
Signiert "Tàpies" und bezeichnet "H.(ors) C.(ommerce)". Auflage 15 röm. num. Ex.
Galfetti 498.
Herausgegeben von Maeght, Paris, in einer Gesamtauflage von 90 Exemplaren. Druck Atelier Morsang, Paris. Ganz prachtvoller, tiefdunkler Druck der formatfüllenden Komposition mit dem vollen Rand, rechts und links mit dem Schöpfrand.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge