"DER HUNDEFRESSER"
Aquarell und Bleistift auf leichtem Karton. 1925.
40 x 30,2 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Carry Hauser", (leicht verblasst) mit Feder in Schwarz mit dem Künstlersignet "CH" und datiert, unten links mit Bleistift betitelt.
Cabuk S. 361/24.
Herzchen und Messer, Blut und Blumen, Idyllisches und Erschreckendes stehen in krassem Gegensatz zueinander, und auch die liebevolle Pinselführung unterstreicht die Drastik des Sujets. Insbesondere die Arbeiten von George Grosz, Ludwig Meidner und Otto Dix beeinflussten Hausers zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit zu verortendes Schaffen der 1920er Jahre. "Carry Hausers innovative Bildideen in Malerei und Grafik (...) räumen ihm eine Vorreiterrolle unter den österreichischen Modernen ein. Die Wertschätzung des österreichischen Malers und Schriftstellers beruht auf der unverwechselbaren Eigenart und Originalität seiner künstlerischen Ausdrucksweise. Anhand der systematischen Dokumentation seines Lebens und Werks kann Hausers grundlegende Bedeutung für die Durchsetzung der Moderne in Österreich nun neu bewertet werden." (Agnes Husslein-Arco, in: Carry Hauser, Monographie und Werkverzeichnis, Belvedere, Wien 2012, S. 7).
Provenienz: Privatsammlung Wien
Im Kinsky, Wien, Auktion 17.06.2008, Lot 84
Privatsammlung Wien
Ausstellung: Kunst XX. Jahrhundert, Galerie Pabst, Wien, Kat.-Nr. 23 (mit Abb.)
Carry Hauser 1895-1985, Frauenbad, Baden b. Wien, 1989, Kat.-Nr. 219
Der Bleistiftverkäufer
Aquarell auf Michallet-Bütten, auf Karton aufgezogen. Um 1928.
64 x 49 cm.
Oben links mit Bleistift signiert "George Grosz", datiert und bezeichnet "New York" sowie gewidmet "to Gene Fowler".
Wohl im Jahr 1928 aquarelliert Grosz den Bleistiftverkäufer mit weicher Nass-in-Nass-Technik, die die Konturen des blinden Mannes verschwimmen lässt. Dorthinein setzt der Künstler mit spitzem, trockenem Pinsel die Details von Gesicht und Händen und stellt mit ein paar wenigen hinzugefügten Konturen die Zeichnung fertig. Die Roaring Twenties mit ihren Varietés, Bars und rauschhaften Nächten waren die eine Seite; die andere Seite zeigt das schwere Leben der unteren Schichten, Armut, politische Verwerfungen, eine von sozialen Gegensätzen zerrissene Gesellschaft. Dieses Spannungsfeld lotet Grosz in seiner ganzen Bandbreite aus, und so entstehen seine Zeichnungen von Figuren der Straße, die, im Schatten der glanzvollen Lichter, trotz bitterer Armut versuchen, zu überleben. So gewinnt die Gestalt des mageren, verhärmten und vor Sorgen ergrauten Bleistiftverkäufers eine verstörende Aktualität.
Der Maler und Zeichner George Grosz nahm, als er zum ersten Mal nach Amerika reiste, unzählige seiner kurz zuvor noch in Berlin entstandenen Blätter mit - so auch das vorliegende Aquarell, gewidmet dem amerikanischen Journalisten, Autor und Dramatiker Gene Fowler, dem Grosz das Blatt im Jahr 1932 schenkte. Mit einer schriftlichen Bestätigung von Ralph Jentsch, Berlin, vom 9.10.2024 (in Kopie). Die Zeichnung wird von ihm in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis der Arbeiten auf Papier aufgenommen.
Provenienz: Gene Fowler, New York (Geschenk des Künstlers, 1932)
Privatsammlung USA
Hauswedell & Nolte, Hamburg, Auktion 11.06.2010, Lot 251
Privatbesitz Rheinland
14 Figurenstudien
14 Bl. Verschiedene Techniken auf unterschiedlichen Papieren, zusammen mit 1 Bl. Brief von Heinrich Zille in 1 Passepartout montiert.
Bis 22 x 14,5 cm.
6 Bl. verso mit dem Nachlaßstempel (teils Fragmente, teils verblasst) "Heinrich Zille" (Rosenbach 1, Lugt 2676b).
Ein Mann in der Kneipe, Damen mit großem Hut und korpulente Herren, eine Mutter mit Kind, freche Straßengören, Flaneure - ein buntes Panoptikum verschiedenster Berliner Gestalten versammelt sich auf Makulaturpapier, Zettelchen oder Fragmenten. Manchmal ausschnitthaft und vielfach ohne weiteren Zusammenhang skizziert Zille die für ihn so typischen Figuren des Berliner Alltagslebens, mit seinem ganz eigenen, freundlichen Blick für das Wesentliche und mit sicherem Strich. Verso teils mit Fragmenten weiterer Zeichnungen des Künstlers.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Animierlokal in der Kölner Altstadt
Öl auf Leinwand. Um 1925.
53 x 59 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "H Kroh".
Über das Milieu im Kölner Animierlokal legt Kroh einen Schleier aus Dunkelheit, der die allzu tiefen Spuren dieses Lebens in den Gesichtern etwas abmildert. Dennoch spiegeln die Mienen der Besucher im spärlichen Licht die Folgen von zu viel Alkohol, enttäuschten Hoffnungen und der vergeblichen Suche nach Glück. Impressionistisch-locker ist der Duktus des weichen Pinsels, die dunkeltonige Palette harmonisch und die Komposition des engen Lokals von überzeugender Räumlichkeit. Ausgebildet wurde Kroh an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Eduard von Gebhardt, Peter Janssen und Adolf Maennchen, der ihn in der „Kreide-Wischtechnik“ unterrichtete.
Provenienz: Privatbesitz Köln
Indianer
Feder in Schwarz auf Katasterpapier. Um 1909.
29,6 x 39 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert "Kubin".
Charakteristisch für Alfred Kubins Schaffen sind Darstellungen phantastischer Traumvisionen. Bei der vorliegenden Zeichnung tritt zugleich ein starkes erzählerisches Moment hervor. In dem für seine Arbeiten um 1910 typischen dichten Strichgefüge sind zwei Reiter mit prächtigem Federschmuck zu erkennen. Von einer Anhöhe blicken sie auf ein Flussbett, an dessen Ufer zwei kleine Figuren mit erhobenen Armen um Hilfe zu rufen scheinen. Das Pferd eines der Reiter bäumt sich bereits auf, als wolle es sogleich mit seinem Reiter zu den Hilfesuchenden hinabgaloppieren. Die irreal überlängten Proportionen von Reitern und Pferden verstärken die traumhafte Wirkung der Szene. Zugleich unterstreicht die expressive Strichführung ihren dramatischen Charakter.
Provenienz: Hauswedell & Nolte, Hamburg, Auktion 14.06.2003, Lot 1327
Privatbesitz Wien
Der Nachtmahr und das Mädchen
Feder in Schwarz, aquarelliert, auf Velin. Um 1900/03.
28 x 18,3 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert "Kubin".
La Belle et la Bête: Nachtmahre und unheimliche Traumgestalten bestimmen die Motivwelt Alfred Kubins. Hier nähert sich das dämonische Tierwesen dem aufrecht sitzenden Mädchen, das in einem finsteren Tagtraum unbewusster Welten, der "Anderen Seite" gefangen zu sein scheint. In seiner ganz eigenen Ästhetik gestaltet der Zeichner mit einer Vielzahl der mit fiebriger Vehemenz geschwungenen Schraffuren die sich hell vom dunklen Hintergrund abhebenden Figuren und spielt virtuos mit Gegensätzen wie Schwarz und Weiß oder schön und erschreckend. Seine Bilderfindungen spiegeln stets auch Kubins eigene Ängste und Seelenzustände und bedienen sich vielfach der Motivwelt der Schwarzen Romantik.
Provenienz: Privatsammlung Köln
Der Gelehrte mit seinem Hund
Feder in Schwarz über Bleistift auf Katasterpapier. Um 1935.
31,6 x 20 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert "Kubin".
Alfred Kubin schwankt in seinem Werk oft zwischen phantastischen Traumvisionen, sowie eher illustrativen oder satirischen Kompositionen. Die vorliegende Darstellung scheint eine beißende Abrechnung mit dem Gelehrtentum zu sein. Im dichten Strichgefüge schreitet der walrossbärtige Gelehrte mit seinem treuen Hund durch die Dunkelheit der Welt. Ein Orden am Revers weist ihn als hochgeehrten Denker aus - trotzdem scheint er in der Dunkelheit ohne seinen treuen Hund ziemlich orientierungslos und schaut in die Luft, während er großen Schritts den steiningen Weg voranschreitet und ermahnend den Zeigefinger in die Luft hält - der schmerzhafte Sturz des überheblichen Geistesmenschen scheint vorprogrammiert.
Provenienz: Dobiaschofsky Auktionen AG, Bern, 14.05.2009, Lot 1666
Privatbesitz Wien
"Die Flucht"; Ohne Titel
2 Bl. Bleistift auf Velin. Vor 1928.
29,8 x 23,3 bzw. 29 x 22,8 cm.
1 Bl. unten rechts mit Bleistift monogrammiert (ligiert) "AK", unten links (von fremder Hand?) betitelt.
"Die Flucht" diente wohl als Vorzeichnung zur Lithographie gleichen Titels, 1928 (Hoberg 104). Jeweils verso eine weitere Bleistiftzeichnung des Künstlers. Die skizzenhaften Figuren fängt Kubin mit den charakteristischen lockeren, leicht nervösen Linien ein, und stets haftet ihnen auch etwas Phantastisches an.
Provenienz: Grisebach, Berlin, Auktion 228, 31.05.2014, Lot 1166
Privatbesitz Rheinland
"Das Menschentier"
Bleistift auf Rechen- bzw. Makulaturpapier. Um 1920.
28,7 x 38,5 cm.
Unten rechts mit Bleistift monogrammiert "K", betitelt und bezeichnet "Entwurf".
Alfred Kubins Werk ist geprägt von phantastischen, unheimlichen und symbolisch aufgeladenen Bildwelten. In der vorliegenden satirischen Zeichnung zeigt sich diese Vorstellungskraft in einer grotesken Szene: Zwei in einem Zoogehege gehaltene "Menschentier(e)" werden von Besuchern auf einer Brüstung interessiert bestaunt. Das etwas einfältig erscheinende Tier hat einen ganz erstaunlichen Körperbau: Mit seinem scheinbar rückgratlosen, überlangen Rücken ist es gezwungen, sich in stark gebückter Haltung fortzubewegen. Dabei tragen aber beide Exemplare Frack und Mantel - Zeichen einer Zivilisiertheit, die in auffälligem Kontrast zu ihrem Dasein steht. Das kleinere Exemplar sitzt Schutz suchend auf dem Ast eines kahlen Baumstammes, während sein größerer Kumpan sich so tief gebückt fortbewegt, dass er sich am Baumstamm stützen muss. Die an Goyas Caprichos erinnernde Gesellschaftssatire lässt sich als scharfer Kommentar auf die Hybris und zugleich die Kleingeistigkeit von Menschen lesen, die sich ihr Leben lang vor ihren Herren beugen. Eine Tuschezeichnung mit demselben Titel findet sich auch in der Sammlung des Museum Leopold, Wien (vgl. Alfred Kubin. Aus meinem Reich. Meisterwerke aus dem Leopold Museum, Ausst.-Kat. Wien 2002, Nr. 69, S. 126).
Provenienz: Privatbesitz Wien
Weibliches Bildnis
Kreide in Schwarz auf Velin. Um 1922.
60 x 49 cm.
Am unteren Bildrand mit Bleistift vom fremder Hand bezeichnet "Weibl. Bildnis, zur Folge Töchter des Bundes, um 1922" sowie nochmals datiert "1921" und bezeichnet "686/-1", verso mit Fragment eines runden Zollstempels.
Während eines Klavierkonzerts von Karl Maria Swoboda, dem damaligen Assistenten vom Max Dvořak am Kunsthistorischen Institut der Universität Wien, hielt Kokoschka im Sommer 1920 in einer Reihe von etwa 20 Zeichnungen "den Reflex des musikalisch-seelischen Erlebnisses in Physiognomie und Gebärde von Camilla Swoboda, der Ehefrau des Musizierenden, fest" (Hans M. Wingler/ Friedrich Welz, Oskar Kokoschka. Das druckgraphische Werk, Salzburg 1975, S. 129). Unser weibliches Bildnis entstand laut handschriftlichem Vermerk auf dem Blatt vermutlich in diesem Kontext. Kokoschka hatte im Jahre 1921 einen Lithographie-Zyklus unter dem Titel „Die Töchter des Bundes“ geplant, vom Verlag Paul Cassirer herauszugeben, dieser wurde jedoch nie als kompletter Zyklus ediert, sondern nur in Einzelblättern unter alttestamentarischen Mädchennamen. Die in unserem weiblichen Bildnis Dargestellte ähnelt der Russin Anna Kallin (vgl. das Blatt "Recha", Wingler/Welz 145), mit der Kokoschka sich in Dresden angefreundet hatte.
Provenienz: Privatbesitz Wien
Literatur: Ernst Rathenau, Der Zeichner. Kokoschka, Hamburg 1961, Nr. 331, S. 106
Soldaten, Mütter u. Kinder
Farbkreide in Rot auf leicht getöntem Velin. 1917.
48,5 x 34,1 cm.
Oben rechts mit Farbkreide in Rot monogrammiert "OK", datiert und bezeichnet "Sommer 17", am unteren linken Bildrand (von fremder Hand?) mit Bleistift datiert und bezeichnet.
Die vorliegende Studie entstand wohl im Kontext zu Kokoschkas als Mappe mit Druckgraphik geplantem, aber nie ausgeführtem Zyklus "Völkerfrieden". Verso im Unterrand kleine, ornamentale Bleistiftskizzen mit Frauenköpfen um Mustern.
Provenienz: Privatbesitz Wien
Literatur: Alice Strobl/Alfred Weidinger, Oskar Kokoschka. Das Frühwerk (1897/98-1917). Zeichnungen und Aquarelle, Ausst.-Kat. Graphische Sammlung Albertina, Wien 1994, S. 222 (mit Abb.)
Plündernde Soldaten
Farbkreide in Rot auf leicht getöntem Velin. 1917.
41 x 32 cm.
Unten rechts mit Farbkreide in Rot monogrammiert "OK", datiert und bezeichnet "Sommer 17", am unteren Bildrand (von fremder Hand?) mit Bleistift datiert und bezeichnet.
Die vorliegende Studie entstand wohl im Kontext zu Kokoschkas als Mappe mit Druckgraphik geplantem, aber nie ausgeführtem Zyklus "Völkerfrieden".
Provenienz: Privatbesitz Wien
Literatur: Alice Strobl/Alfred Weidinger, Oskar Kokoschka. Das Frühwerk (1897/98-1917). Zeichnungen und Aquarelle, Ausst.-Kat., Graphische Sammlung Albertina, Wien 1994, S. 223 (mit Abb.)
Vier Radierplatten
4 Zinkplatten. 1913/14.
49 x 37,7 bzw. 50 x 40 cm.
Zu Wingler/Welz 53, 70, 71, 72.
Druckplatten für in den Jahren 1913/14 gezeichnete Kreidelithographien Kokoschkas aus den Folgen "Der gefesselte Kolumbus", erschienen bei Fritz Gurlitt, Berlin 1916, bzw. aus "Allos Makar", erschienen im Graphik-Verlag, München 1915. Folgende Motive sind enthalten: "Das Weib triumphiert über den Toten", "Der Mann, im Schoße des Weibes liegend", "Der Mann im Boot" und "Sonne über einem vogelähnlichen Paar".
Provenienz: Ehemals Nachlass Wolfgang Gurlitt, München
Die Eltern
Kreidelithographie auf genarbtem Velin. 1919.
32 x 47,5 cm (51 x 68 cm).
Signiert "Käthe Kollwitz". Auflage 275 Ex.
Knesebeck 142 c.
Verworfene zweite Fassung des dritten Blattes der Folge "Krieg". Aus der Gesamtauflage von 300 Exemplaren, erschienen bei Richter 1919, hier jedoch auf festem, genarbtem statt auf glattem Velin. Prachtvoller Druck mit breitem Rand.
Die Verwandlungen der Venus
10 Radierungen mit Aquatinta in Braun auf Velinkarton sowie 13 Bl. Titel, Index und Text von Richard Dehmel auf Bütten bzw. Velin. In Orig.-Kartoneinband. 1909.
59 x 47,5 cm.
Die Radierungen jeweils signiert "Willi Geiger", im Impressum zudem signiert "Willi Geiger" und "Richard Dehmel". Auflage 150 num. Ex.
"Die Verwandlungen der Venus zu ausgewählten Stellen der Rhapsodie von Richard Dehmel", erschienen im Verlag Bischoff und Höfle, München. 30 erotische Gedichte hatte Richard Dehmel zusammengestellt und sie 1907 unter dem Titel "Die Verwandlungen der Venus" veröffentlicht. Damals war er bereits wegen seiner freizügigen Dichtungen ein berühmt-berüchtigter Mann; der Gedichtband wurde nach einem Gerichtsverfahren zensiert. Christian Morgenstern schrieb in der "Zeitschrift für Literatur und Kunst" über Richard Dehmel: "Diese Verwandlungen der Venus sind - bei aller vielfältigen Unklarheit, die mehrere Stücke für mich noch nicht verloren haben - eine monumentale Schöpfung, eine in ihrer Kühnheit und Tiefsinnigkeit einzige dichterische Tat. Wer hier nur brennende Leidenschaft, rasende Sinnlichkeit sieht, sieht nicht genug. Er sieht nicht die mächtige Schöpferhand, die dem Chaos Ordnung abgewann.". Willi Geiger illustriert zehn dieser umstrittenen Gedichte mit erotischen, fein abgestuften Aquatintaarbeiten in prachtvollen, differenzierten Drucken.
Mappenwerke
Shakespeare Visionen. Eine Huldigung deutscher Künstler
Los 7075
Schätzung
5.000€ (US$ 5,747)
Shakespeare Visionen. Eine Huldigung deutscher Künstler
37 Druckgraphiken auf verschiedenen (teils farbigen) Japanpapieren sowie 8 Bl. typographischer Text in Orig.-Umschlag mit Titel/Impressum, der Vorrede von Gerhart Hauptmann und Inhaltsverzeichnis. Lose, bis auf eines in numerierten Orig.-Passepartouts montiert, in blauer Orig.-Halbledermappe. 1918.
58,5 x 49,5 cm (Mappe).
Meist signiert. Auflage 50 num. Ex.
Rodenberg S. 363, Söhn HdO 282.
Vollständiges Exemplar, des dritten Drucks der Marées-Gesellschaft, hier in der besonderen Vorzugsausgabe von 50 numerierten Exemplaren mit den fünf zusätzlichen Graphiken. Gesamtaufl. 200 Exemplare. Enthält 23 Orig.-Lithographien, 7 Orig.-Radierungen und 7 Orig.-Holzschnitte von: Friedrich Ahlers-Hestermann, Max Beckmann (Gallwitz 54), Carl Casper, Lovis Corinth (2 Bl., Schwarz 389 und 390), Hans Friese, Rudolf Grossmann (3), Olaf Gulbransson, Bernhard Hasler, Th. Th. Heine, Otto Hettner, Karl Hofer (Rathenau 6), Willy Jaeckel, Franz M. Jansen, Richard Janthur, Erich Klossowski, Leo v. König, Wilhelm Kohlhoff, Oskar Kokoschka (Wingler W. 86), Alfred Kubin (Raabe 95), Felix Meseck, Max Neumann, Wilhelm Nowak, Adolph Schinnerer, Werner Schmidt, Otto Schubert, Walter Teutsch, Max Unold und Emil R. Weiß. Auf dem Vorblatt mit dem Zensurfreigabestempel "Z XIX", sowie einer alten Sammlerparaphe von 1991. Prachtvolle Drucke mit den vollen Rändern, jeweils mit dem Trockenstempel der Marées-Gesellschaft. In der Vorzugsausgabe von großer Seltenheit.
Provenienz: Privatsammlung Schweden
Privatsammlung Berlin
Bassenge, Berlin, Auktion 58, 6. Dezember 1991, Lot 4142
Privatsammlung Berlin
Heiliger Sebastian
Öl auf Leinwand. Um 1919.
83,5 x 57,3 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz signiert "Kutter", verso auf der Leinwand mit Pinsel in Hellblau nochmals signiert "Kutter" und mit den Adressangaben "München Konradstr. 5 III", auf dem Keilrahmen mit Fragmenten eines Münchner Stempels und weiteren runden Amtsstempeln, auf dem Rahmen mit Fragmenten eines alten Papierklebeetiketts aus dem Glaspalast München mit der typographischen Numerierung "4562".
Nicht bei Koltz/Thill.
Der bedeutende luxemburgische Expressionist Josef Kutter verbrachte die Jahre 1919-24 in München, wo er 1919 die junge Rosalie Sedlmayer heiratete. Im selben Jahr wurden sechs seiner Arbeiten im Münchner Glaspalast ausgestellt, ein bedeutendes Selbstbildnis, zwei Akte, zwei Stilleben und ein „Heiliger Sebastian“ (Kat.-Nr. 1599), in Öl, aber als Skizze aufgeführt. Ob es sich dabei um die hier angebotene Darstellung handelt, ist unklar. Das Gemälde des Heiligen Sebastian war bisher das einzige der sechs, das den Werkverzeichnisverfassern unbekannt geblieben war. In seinem Aufsatz über Kutter in München wird es von Edmond Thill zwar erwähnt, aber ohne eine Werkverzeichnisnummer anzugeben (vgl. Koltz/Thill S. 63).
Die Darstellung eines christlichen Märtyrers erscheint im Kontext von Kutters Gesamtwerk und insbesondere um 1919 zunächst ungewöhnlich. Im Zentrum steht der nackte, gleichsam eingesackte Körper des jungen Sebastian, den Kaiser Diokletian der Legende nach an einen Baum binden und von numidischen Bogenschützen erschießen ließ. Für tot gehalten, wurde Sebastian am Hinrichtungsort zurückgelassen, obwohl er noch lebte. Wie einen Fremdkörper setzt Kutter den hellen, von vier Pfeilen durchbohrten Körper in eine expressive Waldlandschaft mit Seeblick und dahinterliegender Bergkette. Mit kurzen, breiten Pinselzügen und einer zwischen erdigen Tönen und leuchtenden Primärfarben changierenden Palette steigert er die Spannung zwischen Figur und Landschaft. Das Bild stellt damit eine bemerkenswerte Ergänzung zu Kutters frühem Münchner Schaffen dar und eröffnet einen seltenen Einblick in die Entwicklung seiner expressionistischen Bildsprache.
Provenienz: Privatbesitz Wiesbaden
Junger Elefant
Bronze mit rötlich-goldbrauner Patina. 1926.
Ca. 8,4 x 13 x 5,1 cm.
Am rechten Hinterfuß monogrammiert „R.S.“.
Vgl. Berger/Ladwig/Wenzel-Lent 86, vgl. Buhlmann 220.
"Betrachtet man den 'Jungen Elefanten' von 1926 (Kat. 220), so entsteht der Eindruck, daß Renée Sintenis vor allem von der beachtenswerten Körpermasse dieses Tieres beeindruckt ist. Die Beine des Elefanten, der eine leichte Schrittstellung einnimmt, wirken wie Zylinder, auf denen die Tonne des Leibes ruht. Sein Rüssel hängt gerade herunter zum Boden und erscheint als Stütze des Kopfes. Das Gewicht des Tieres läßt offenbar nur diese träge, schwerfällige Bewegung zu. Die geglättete Oberfläche, die das Volumen zusammenhält, wird lediglich an den dünnen Hautstellen, den riesigen Ohren, durch plastische Kerben belebt" (Buhlmann, S. 72).
Tonnenschwer, doch zugleich sehr filigran und präzise in seiner Ausarbeitung erscheint der junge Elefant. Es handelt sich um die früheste Elefantenplastik im Schaffen von Renée Sintenis, hier wohl die zweite, bei Berger nicht erwähnte Variante, die in Körperhaltung und Größe leicht abweicht. Buhlmann wies auf eine mögliche Auflagenhöhe von 8 bzw. 20 Exemplaren hin. Sehr schön differenzierter Guss mit lebendig strukturierter, ausgearbeiteter Oberfläche und warmtoniger Patina.
Provenienz: Privatsammlung Berlin
Liegendes Fohlen
Bronze mit dunkelbrauner Patina, auf marmorierten Steinsockel montiert. 1919.
Ca. 5,8 x 11,8 x 5,8 cm.
Hinten links am Schweifansatz monogrammiert „RS“ sowie mit dem Gießerstempel "H. NOACK BERLIN".
Berger/Ladwig/Wenzel-Lent 43, Buhlmann 129.
Als innige Pferdeliebhaberin modellierte Renée Sintenis mit großer Leidenschaft eine große Anzahl an Pferde- und Fohlenskulpturen in den verschiedensten Haltungen. Dieses liegende Fohlen zählt zu ihren früheren Werken von 1919. Buhlmann verzeichnet eine Auflagenhöhe von 25 Bronzeexemplaren sowie drei Silberexemplaren. Mit geneigtem Kopf streckt das Fohlen sein schlankes rechtes Vorderbein aus - eine wunderbar grazil-elegante Geste. Prachtvoller, differenzierter Guss mit stellenweise eindrucksvoll aufgelichteter Patina. Gesamthöhe mit Sockel: ca. 7,8 cm.
Provenienz: Privatsammlung Berlin
Der Boxer Erich Brandl
Stucco, braun gefärbt. 1925.
Ca. 41 x 16 x 17 cm.
Auf der Plinthe hinter dem rechten Fuß signiert "R Sintenis".
Vgl. Berger/Ladwig/Wenzel-Lent 070.
Die aufs Höchste angespannte Konzentration des Boxkämpfers zwischen Angriff und Verteidigung schildert die Bildhauerin mit dieser pointierten Darstellung, in welcher der Haarschopf reizvoll die Bewegung des ausgestreckten Armes widerspiegelt. Lebendig modelliert Sintenis jeden Muskel in der Oberfläche des jugendlichen, schmalen und doch trainierten und hier vollkommen unbekleideten Körpers. "Sintenis folgte damit der zeitgenössischen Rezeption des jungen Sportlers, der nicht zuletzt durch die Nacktaufnahmen der Fotografin Frieda Riess, die zeitgleich im „Querschnitt“ (5. Jg. [1925], H. 9) erschienen, zur Reinkarnation des klassischen Schönheitsideals und zum modernen Sexsymbol stilisiert wurde." (Maike Steinkamp, smb.museum, Zugriff 21.09.2026).
Die Figur des Mittelgewichtsboxers Erich Brandl, damals noch in der Anfangsphase seiner Karriere, entstand als Bronze, von denen sich ein Exemplar im Besitz von Max Schmeling befand, "der überraschender Weise angibt, er habe zu dieser Figur Modell gestanden" (zit. n. Berger/Ladwig/Wenzel-Lent, S. 101). In den 1920er Jahren bis 1933, in einer Zeit vehementer Sportbegeisterung in der Weimarer Republik, schuf Sintenis mehrere Skulpturen berühmter Boxer, wohl auf Anregung des Galeristen Alfred Flechtheim, der ein großer Fan dieses Sports war. Ein weiteres Modell in Stucco lässt sich nachweisen bei Hauswedell & Nolte, Hamburg, Auktion 12./13.06.1992, Lot 782 (dieses auf Holzsockel montiert). Äußerst selten.
Provenienz: Ehemals Galerie Flechtheim, Berlin/Düsseldorf (mit deren Klebeetikett unter der Plinthe, dort bezeichnet "B 114 74 / D 11 196" sowie "Renée Sintenis Boxer Brandl")
Privatsammlung Berlin
Liegendes Fohlen
Bronze mit hellbraun-grünlicher Patina. 1932.
Ca. 6,8 x 8,7 x 5,8 cm.
Auf der Standfläche monogrammiert „R S", bezeichnet "4“ sowie mit dem Gießerstempel "H. NOACK BERLIN".
Berger/Ladwig/Wenzel-Lent 130, Buhlmann 143.
In geschlossener, kompakter Form wendet das junge liegende Fohlen seinen hoch aufgerichteten Kopf zurück. Es erscheint aufmerksam, jedoch zugleich in sich ruhend. Prachtvoller Guss mit teils warmtoniger Patina.
Provenienz: Privatsammlung Berlin
Kleines, sich kratzendes Fohlen
Bronze mit dunkelbrauner Patina, auf Bronzeplinthe. 1918.
Ca. 7 x 8 x 3,1 cm.
Vgl. Berger/Ladwig/Wenzel-Lent 34, vgl. Buhlmann 127.
Sehr zart, nahezu zerbrechlich erscheint das kleine Fohlen, das sich mit seinem linken Hinterhuf am geneigten Kopf kratzt. Unsere Version mit der Plinthe so bisher wohl nicht bekannt und daher von den Maßen im Werkverzeichnis abweichend (vgl. Berger/Ladwig/Wenzel-Lent 34). Prachtvoller Guss mit stellenweise eindrucksvoll aufgelichteter Patina.
Provenienz: Privatsammlung Berlin
Schlafendes Shetlandpony
Bronze mit rötlich-goldbrauner Patina. 1939.
Ca. 5,4 x 12,5 x 4,5 cm.
Am Schweifansatz hinten links monogrammiert „RS“ sowie seitlich auf dem rechten Hinterlauf mit dem Gießerstempel "NOACK BERLIN".
Berger/Ladwig/Wenzel-Lent 167, Buhlmann 170.
In schlafender Pose, Kopf und Augen zu Boden geneigt, liegt das kleine Shetlandpony ruhevoll und friedlich da. Prachtvoller, differenzierter Guss mit wunderbar changierender Patina. Äußerst reizvoll und präzise hat Sintenis viele Details, insbesondere Mähne und Schweif, herausgearbeitet.
Provenienz: Privatsammlung Berlin
Marktfrau mit Schutzengeln
Aquarell über Bleistift auf Velin.
Ca. 21,3 x 16,9 cm.
Unten links mit Pinsel in Blau signiert "J. Ringelnatz".
Erschrocken schweben zwei Schutzengel über einer in sich ruhenden Marktfrau. Mit lockerem, teils schwungvollem Pinsel- bzw. Bleistiftstrich platziert Ringelnatz die korpulente Frau zentral auf einer breiten Holzbank. Vor ihren Füßen ausgebreitet ein Haufen frischer Kohlköpfe, auf ihrem Schoß sitzen gemeinsam eine Gans und ein Dackel, der mit orange-rotem Fell auf skurrile Weise farblich einem Fuchs gleicht. Auch als Maler feierte der Schriftsteller und Kabarettist Ringelnatz in den 1920er Jahren große Erfolge, bis er, von den Nazis als "entartet" diffamiert, völlig verarmt und viel zu früh an Tuberkulose starb.
Provenienz: Privatbesitz Süddeutschland
Reitergruppe (Wildwestszene)
Aquarell und Feder in Schwarz auf Velin. Um 1919.
52 x 65 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Rudolf Schlichter".
Auf die Helden seiner Jugendjahre, Protagonisten der Erzählungen von James Fenimore Cooper und später Karl May, besann sich Schlichter zum Ende des Ersten Weltkriegs und unter den Eindrücken, die damit verbunden waren. Wie viele seiner Künstlerkollegen dieser Zeit, darunter George Grosz und Otto Dix, flüchtete sich der große Exzentriker Schlichter in diesen jungen Jahren in die Bilderwelten eines romantisch erträumten, abenteuerlichen Wilden Westen. Das Aquarell "Reitergruppe" aus dem Frühwerk des Künstlers zeigt eine typische Szene einer Wildwest-Darstellung, wie man sie seit "Der Große Eisenbahnraub" von 1903 auch in zahlreichen Filmen der Jahre vor dem Ersten Weltkrieg sehen konnte: Typische Männerfiguren eines Westerns wie Cowboy, Trapper oder Mexikaner mit Sombrero auf verschiedenfarbigen Pferden, virtuos und pointiert skizziert und farblich lebendig ausgearbeitet. Verso eine weitere Zeichnung des Künstlers, Feder in Schwarz, "Theaterszene: Zwei Männer in Reitstiefeln".
Provenienz: Privatbesitz Hessen
Zwei Figuren
Aquarell auf Skizzenbuchpapier.
31,5 x 25,5 cm.
Unten mittig mit Bleistift signiert "R. Schlichter", rechts monogrammiert "R".
Ausdrucksstarke, ganz in der Formensprache des Expressionismus ausgeführte Zeichnung mit lebendigen Farb- und Helldunkelkontrasten. 1919 übersiedelte Schlichter nach Berlin, wo er zunächst der Novembergruppe beitrat und sich mit seinen Freunden George Grosz und John Heartfield der Dada-Bewegung anschloss. Er interessierte sich für Politik und nahm Kontakt zur KPD auf. Als einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit war er 1925 mit einigen Werken in der entsprechenden wegweisenden Ausstellung in Mannheim vertreten. Verso eine weitere, skizzenhafte Pinselzeichnung des Künstlers, "Kopfstudie".
Provenienz: Privatbesitz Hessen
Die Krankenschwester I
Bleistift auf Velin. Um 1930.
59 x 42,3 cm.
Verso verblasster Stempel, dort (teils undeutlich) bezeichnet "B 404".
Die Spritze ist bereit zur Injektion, die strenge Schwesterntracht und hochgeschlossene Knöpfstiefel fügen sich zusammen zu einem Bild der von Schlichter durchaus sexuell gemeinten Dominanz: Er neigte zum Masochismus und war ein Fetischist. Seine Faszination für weibliche Autoritätsfiguren zeigt sich darin, dass Motive wie Krankenschwestern, Lehrerinnen oder Frauen in Uniformen vielfach in seinem von seiner persönlichen Obsession geprägten Werk auftreten. Die Stiefel, Schlichters bevorzugtes Fetischobjekt, sind in ihrer Eleganz und mit den langen Reihen kleiner Knöpfchen deutlich detaillierter und noch liebevoller ausgearbeitet als die hochgeschlossene Uniform der sitzenden Krankenschwester. Rudolf Schlichter, Vertreter der Neuen Sachlichkeit, zeigt seine Faszination für Knöpfstiefel in einer Reihe von kleinen Skizzen, u.a. in der Sammlung der Stuttgarter Staatsgalerie (Inv. Nr. C 2020/5812-5817).
Provenienz: Winterberg, Heidelberg, Auktion 23.04.2005, Lot 1324
Privatbesitz Süddeutschland
Laternenfest Bauhaus
Lithographie, aquarelliert, auf festem Velin. 1922.
8,9 x 13,6 cm (9,2 x 14,5 cm).
Verso mit Bleistift von fremder Hand datiert und unleserlich bezeichnet.
Kornfeld 87 b.
In Postkartenformat gedruckt, aber ohne den rückseitigen Aufdruck. Oben im Stein bezeichnet "LATERNEN FEST/BAUHAUS 1922", unten links im Stein signiert "Klee". Die kleine, dynamisch ausgearbeitete und kolorierte Lithographie entstand in kleiner Auflage für das Laternenfest des Bauhauses zur Sonnwendfeier 1922. Neben einzelnen Drucken ohne Kolorit wurden die meisten Exemplare in Grau, Rot und Gelb aquarelliert. Prachtvolles Exemplar, die Farben überwiegend kräftig.
Klee, Paul
Die erhabene Seite. Postkarte zur Bauhaus-Ausstellung Weimar 1923
Los 7088
Schätzung
9.000€ (US$ 10,345)
Die erhabene Seite. Postkarte zur Bauhaus-Ausstellung Weimar 1923
Farblithographie auf Postkartenkarton.
14,3 x 7,4 cm (15 x 10,5 cm).
Verso mit dem Postkartenaufdruck.
Kornfeld 88 III b.
Stein auf Stein setzt Klee verschiedene Dreiecke, Vierecke und Kreise aufeinander, bis man am oberen Ende des Turms durch ein Tor auf "die erhabene Seite" blickt. Dort im Stein bezeichnet "Weimar Bauhaus Ausstellung 1923" sowie unten mit dem Schriftzug "Staatliches Bauhaus Weimar Ausstellung". Farblich harmonisch und doch ein in sich wackeliges Konstrukt. Die von drei Farbsteinen in Blau, Rot und Gelb gedruckte Postkarte ist die erste von zweien, die Klee für das Bauhaus zur Bewerbung der ersten großen Leistungsschau 1923 gestaltete. Ein Jahr später entwarf er das Gegenstück dazu unter dem Titel "Die heitere Seite". Zwischen 1921 und 1923 gestalteten die Bauhaus-Meister zusammen mit einigen ihrer Studenten insgesamt 20 Künstlerpostkarten im Vorfeld der Bauhaus-Ausstellung sowie einige handaquarellierte Einladungskarten (vgl. Lot 7087) zum Drachenfest 1921 und Laternenfest 1922 am Bauhaus. Die gesamte Reihe gilt heute als Beginn des modernen Graphikdesigns. Schöner Druck, die Farben teils leicht geblichen, verso unbeschrieben.
Plastische Formstudie
Gips, weiß gefasst. 1921.
Ca. 33 x 25 x 22 cm.
Frühe abstrakte Skulptur aus Fehlings Zeit am Bauhaus. Geometrische Grundformen und große ellipsoide Elemente durchdringen einander und bilden eine vielfältig verschachtelte Konstruktion, mit der Fehling ihrem Konzept einer zu öffnenden Rundbühne eine abstrahierte plastische Form verleiht. Ilse Fehling, die 1920-23 am Bauhaus in Weimar bei Oskar Schlemmer, Lothar Schreyer, Paul Klee und Georg Muche studiert hatte, erlangte insbesondere durch ihre Bühnenkostüme Bekanntheit. In dieser Weimarer Bauhauszeit entwarf sie das Hauptwerk eines als Rundbühne gedachten Marionettentheaters, das patentiert wurde.
Provenienz: Nachlass der Künstlerin
Literatur: Galerie Bernd Dürr, Ausst.-Kat. München, 1990, Abb. 15 (dort datiert 1922)
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