Ankunft der Ostsee-Fischer.
Öl auf Leinwand. 108 x 131,5 cm. Unten rechts signiert "Berthold Genzmer".
Berthold Genzmer begann seine Ausbildung zunächst bei Wilhelm August Strygowski in Danzig und setzte sie dann 1877-1880 an der Berliner Akademie bei Karl Gussow fort. Er stellte ab 1893 regelmäßig in der Großen Berliner Kunstausstellung, ab 1899 im Münchner Glaspalast aus.
Bauer im Kuhstall.
Öl auf Platte, die Ecken verstärkt. 32,1 x 40,7 cm. Schwer leserlich unten rechts signiert "Mauve f." (?).
Anton Mauve war ein führender niederländischer Landschaftsmaler der Haager Schule. Bekannt wurde er aber zunächst in seiner Geburtsstadt Zaandam vor allem als Schafmaler. 1871 zog er nach Den Haag. Hier erweiterte er seine Sujets und malte, neben den bekannten Tier- und Stalldarstellungen, mehr und mehr auch Menschen bei der Arbeit. 1874 heiratete er Ariette Carbentus, eine Cousine von Vincent van Gogh. Mit Willem Maris und Hendrik Willem Mesdag gründete er 1876 die Hollandsche Teeken-Mantschappij (Holländische Zeichengesellschaft). Seit 1882 verbrachte er auf Empfehlung durch Jozef Israëls regelmäßig seine Sommer in Laren in Noord-Holland, wo er neben den von ihm weiterhin gesuchten Schafsherden weitere Motive für seine Landschaftsdarstellungen fand. 1885 zog er dorthin und etablierte eine weitere Künstlergruppe, die als Schule von Laren bekannt wurde. Mauve führte Vincent van Gogh an die Malerei heran und unterrichtete ihn ab 1881, bevor sie sich im März 1882 zerstritten und ihre Wege sich trennten - nicht zuletzt, weil Mauve unter depressiven Schüben litt („sie stünden einander diesbezüglich in nichts nach“, notierte van Gogh dazu). 1888 stirbt Anton Mauve bei einem Besuch bei seinem Bruder in Arnhem an einer plötzlichen Herzattacke.
Linde-Walther, Heinrich-Eduard
Fähranleger am Priwall mit Blick nach Travemünde
Los 6152
Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)
Fähranleger am Priwall mit Blick nach Travemünde.
Öl auf Leinwand. 46 x 63 cm. Unten rechts signiert "Linde-Walther".
Wäscheplatz.
Öl auf Leinwand. 60 x 75,5 cm. Unten links signiert "Hübner", verso auf dem Keilrahmen mit zwei Ausstellungsetiketten, sowie in grauem Stift bez. "Ulrich Hübner Wäsche...Travemünde". Um 1913.
Provenienz: Berliner Privatsammlung.
Literatur: Simone Westerhausen: Ulrich Hübner - Stadt, Land, See. Tradition und Rezeption impressionistischer Landschafts- und Marinemalerei im Kaiserreich und in der Weimarer Republik, Dissertation, Berlin 2020 (online), WVZ-Nr. 154.
Markttag in Lübeck.
Öl auf Leinwand. 50,3 x 71 cm. Unten rechts signiert "H. Linde". Um 1889.
Nach seinem Kunststudium zog es Hermann Linde in die weite Welt. Europa ließ er zunehmend hinter sich, um ferne Länder zu bereisen und neue Eindrücke zu gewinnen. Erste Studienreisen führten ihn über Sizilien nach Ägypten, später nach Tunesien. Von 1892 bis 1895 lebte Linde in Indien, bevor er zu weiteren Reisen durch den asiatischen Raum und Europa aufbrach. Doch noch vor seiner Hinwendung zum Orient und später zur Anthroposophie, zu Beginn seiner Laufbahn, entstanden Werke, in denen Linde seiner Heimatstadt Lübeck künstlerisch nah bleibt. Mindestens zwei Gemälde, darunter das vorliegende Werk sowie ein weiteres, 1889 datiertes Bild, zeigen den Markt auf dem Lübecker Rathausplatz. Sie entstanden vermutlich während seiner Studienzeit an den Akademien in Dresden und Weimar.
Lindes malerischer Stil ist realistisch und detailgenau, dabei jedoch nie dokumentarisch nüchtern. Vielmehr gelingt es ihm, durch feine Farbnuancen und präzise gesetzte Lichtstimmungen eine atmosphärisch dichte Szene zu schaffen, die tief in das bürgerlich-alltägliche Leben Lübecks um 1889 eintaucht. Es ist ein Werk, das sowohl Lindes technische Meisterschaft als auch seine emotionale Verbundenheit mit der Heimatstadt belegt.
Normann, Adelsteen
Felsige Küstenlandschaft mit roten Fischerhütten auf den Lofoten
Los 6155
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Felsige Küstenlandschaft mit roten Fischerhütten auf den Lofoten.
Öl auf Leinwand. 42,7 x 65,7 cm. Unten rechts signiert "A. Normann".
Der norwegische Landschaftsmaler Adelsteen Normann, bekannt für seine stimmungsvollen Darstellungen der norwegischen Küsten und der Lofoten-Inseln, kam 1869 mit 23 Jahren an die Kunstakademie Düsseldorf. Hier wurde er Schüler von Oswald Achenbach, ab 1872 von dessen Nachfolger Eugen Dücker. Unsere Landschaft im wolkenverhangenen Morgenlicht zeigt Rorbuer-Hütten. Sie sind traditionelle, rote norwegische Fischerhütten, die vor allem auf den Lofoten zu finden sind.
Im Dachauer Moos.
Öl auf Holz. 24,5 x 37 cm. Unten rechts signiert "Ph. Röth".
Provenienz: Thomas Krauth Antiquitäten und Auktionen, Düsseldorf, Auktion am 23. Oktober 1993, Los 9.
Hessische Privatsammlung.
Heinisch, Carl Adam
"Vesperstunde" - Heubauern beim Mittagsmahl auf dem Feld
Los 6157
Schätzung
400€ (US$ 460)
"Vesperstunde" - Heubauern beim Mittagsmahl auf dem Feld.
Öl auf Holz. 16,5 x 24,5 cm. Unten links signiert und datiert "CAHeinisch München (18)95", verso auf altem Klebeetikett in brauner Feder wohl eigenh. betitelt sowie mit Angabe der Adresse des Künstlers in München.
Köcke, Hugo
Sommeridylle: Ruhende Frau auf der Heide (Die Ehefrau des Künstlers?)
Los 6158
Schätzung
800€ (US$ 920)
Sommeridylle: Ruhende Frau auf der Heide (Die Ehefrau des Künstlers?).
Öl auf Karton. 49,5 x 60 cm. Verso wohl eigenh. bezeichnet "H. Köcke N.6" sowie "Cornelia".
Nach Köckes Ausbildung an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin, wurden seine Werke unter Anderem auf der Großen Berliner Kunstsausstellung gezeigt. Nach Kriegsende zog er nach Sylt, wo er 1921 seine Frau Cornelia heiratete. Das vorliegende Werk zeigt sie laut der rückseitigen Bezeichnung "Cornelia" in spätimpressionistischer Manier.
Dücker, Eugène Gustav
Boddenlandschaft mit Fischerkaten
Los 6159
Schätzung
2.400€ (US$ 2,759)
Boddenlandschaft mit Fischerkaten.
Öl auf Leinwand, auf Karton aufgezogen. 31,5 x 52,5 cm. Unten rechts signiert "E. Dücker".
Eugen Dücker stammte aus einer deutsch-baltischen Familie und besuchte nach erstem Zeichenunterricht bei Friedrich Siegmund Stern von 1858 bis 1862 die Akademie in St. Petersburg. 1864 ließ er sich in Düsseldorf nieder und begab sich auf zahlreiche Studienreisen vor allem an die deutsche Ostsee, aber auch nach Holland, Belgien, Frankreich und Italien, auf denen ihn häufig Freunde und Malerkollegen, wie Ivan Ivanovic Siskin und Lev Levovic Kamenev oder Carl Irmer und Christian Kröner begleiteten. Besonders in Deutschland erlangte Dücker mit seinen ruhigen Küsten-, Strand- und Dünenlandschaften schnell große Bekanntheit und beachtlichen wirtschaftlichen Erfolg - aber auch die russische Zarenfamilie erwarb mehrere seiner Bilder. Diese sommerliche Ansicht erinnert stark an Bodden- oder Hafflandschaften und ist vermutlich auf einer solchen Studienreise entstanden. 1872 wurde er dann als Nachfolger Oswald Achenbachs Lehrer für Landschaftsmalerei an der Düsseldorfer Kunstakademie. Zuerst beeinflusst von den russischen Realisten und der Vereinigung der Peredwischniki entwickelte Dücker unter dem Eindruck der Schule von Barbizon und der Paysage Intime eine eigene und für die Düsseldorfer Schule wegweisende Landschaftsauffassung.
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (verso mit dem Nachlassstempel).
Blache, Christian Vigilius
"Stranden ved Hirtshals": Wolkenverhangener Himmel vor der Küste Jütlands
Los 6160
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
"Stranden ved Hirtshals": Wolkenverhangener Himmel vor der Küste Jütlands.
Öl auf Leinwand. 40,1 x 60,7 cm. Unten links in der nassen Farbe signiert und datiert "Chr. Blache 1916" sowie verso auf dem Keilrahmen bezeichnet "Prof. Chr. Blache Stranden ved Hirtshals".
Seeger, Hermann
Sommertag: Die Töchter des Künstlers in den Dünen
Los 6161
Schätzung
12.000€ (US$ 13,793)
Sommertag: Die Töchter des Künstlers in den Dünen.
Öl auf Leinwand. 81 x 109 cm. Unten rechts signiert "H Seeger", auf dem Keilrahmen mit dem Etikett "Ausstellung Gerstenberger, Chemnitz, 6822".
Seeger studierte zunächst in Halle und Leipzig Philologie und arbeitete daraufhin als Lehrer in Halberstadt. Vom Lehren jedoch wenig erfüllt, entschloss er sich für ein Zweitstudium an der Hochschule für bildende Kunst in Berlin bei Paul Thurmann und Karl Gussow. Dort lernte er auch seine spätere Ehefrau Marie Cramer von Clausbruch kennen. Besonders häufig zeigt Seeger in seinen Gemälden die Dünenlandschaften der Ostseeküste, in welchen er das Zusammenspiel von Licht und Natur inszeniert. Die sanften Dünen und die wolkenverhangenen Himmel erzeugen eine innere Ruhe und Gelassenheit, die auch in dem vorliegenden Bild die Atmosphäre der Szene bestimmen. Das indirekte und dennoch helle Licht, welches Seeger hier festgehalten hat, verleiht der Momentaufnahme seine Strahlkraft. Bei den dargestellten Mädchen handelt es sich um seine Töchter Hildegard und Ilse, mit denen er häufig Ausflüge in die Natur unternommen hat.
Bauernkaten auf Hiddensee.
Öl auf Malpappe. 23,7 x 30,5 cm. Unten rechts signiert "E. Büchsel".
Büchsel, Elisabeth
Selbstbildnis der Künstlerin, Gerhart Hauptmann lesend
Los 6163
Schätzung
9.000€ (US$ 10,345)
Selbstbildnis der Künstlerin, Gerhart Hauptmann lesend.
Öl auf Leinwand. 100 x 80 cm. Unten rechts signiert "E. Büchsel", verso auf dem Keilrahmen in grauem Stift bez. "Elisabeth liest G. Hauptmann".
Ganz versunken in das Buch von Gerhart Hauptmann stellt sich die Künstlerin in einem Zimmer vor einem Spiegel sitzend dar. Das Licht, das durch den hellen Vorhang fällt, akzentuiert die Umrisse ihres Kopfes und Oberkörpers und zaubert feine Lichtreflexe auf ihre Haut, die in einem wunderbaren Kontrast zu der lichtblauen Bluse steht. Plastisch, mit pastosem Farbauftrag definiert Büchsel das schlichte Interieur, das wie ein Ort der Ruhe wirkt. Die Namen Gerhart Hauptmann und Elisabeth Büchsel sind beide aufs Engste mit der Insel Hiddensee verbunden. Büchsel besuchte, nach ihrer Ausbildung in Berlin, u.a. bei Walter Leistikow, in Paris und München, Hiddensee ab 1904 regelmäßig, sie malte vor allem dort, auf Rügen, Stralsund und Umgebung. Hauptmann wiederum unternahm 1886, mit 23 Jahren, seine Hochzeitsreise nach Rügen und setzte auch nach Hiddensee über, seit den Zwanziger Jahren verbrachte er hier seine Familienferien. 1929 kaufte er das Haus "Seedorn" in Kloster und verlebte bis 1943 mit seiner Frau Margarete jeden Sommer auf der Insel. Elisabeth Büchsel nahm gelegentlich an Gerhart Hauptmanns Abendgesellschaften teil (vgl. Kasten 2021, S. 84).
Literatur: Dorina Kasten: Elisabeth Büchsel. Bilder eines schönen, starken Lebens, Leipzig 2021, S. 129, Nr. 52 mit Abb. S. 52.
Winter auf Hiddensee.
Öl auf Holz. 51 x 72 cm. Unten links monogrammiert "E. B.".
Harlfinger, Richard - zugeschrieben
Vorfrühling: Blick in einen Hof
Los 6165
Schätzung
600€ (US$ 690)
zugeschrieben. Vorfrühling: Blick in einen Hof.
Öl auf Leinwand. 75,5 x 55,5 cm. Unten rechts signiert und datiert "R. Harlfinger 1906".
Verschneite Vorstadthäuser.
Öl auf Leinwand. 51 x 58 cm. Unten links signiert "Joh. Hänsch".
Graeb, Carl
Potsdam: Blick auf die Neuen Kammern im Park von Sanssouci
Los 6167
Schätzung
3.500€ (US$ 4,023)
Potsdam: Blick auf die Neuen Kammern im Park von Sanssouci.
Öl auf Leinwand. 37 x 41 cm. Um 1860.
Carl Graeb, in Berlin an der Akademie ausgebildet und zunächst als Theater- und Dekorationsmaler tätig, entwickelte sich seit den 1840er Jahren zu einem der profiliertesten deutschen Architekturmaler seiner Zeit. Sein besonderes Interesse galt den historischen und zeitgenössischen Bauwerken Preußens, die er mit großer topographischer Genauigkeit und zugleich mit ausgeprägtem Sinn für die malerische Wirkung von Licht und Landschaft erfasste. Der stimmungsvolle Blick auf die Neuen Kammern in Sanssouci gehört dabei zu dem favorisierten Motivkreis des Künstlers, der sich mit Vorliebe der Darstellung der Potsdamer Schlösser und Gärten widmete. Das langgestreckte Gebäude entstand ursprünglich ab 1747 nach Entwürfen Georg Wenzeslaus von Knobelsdorffs als Orangerie und wurde zwischen 1771 und 1775 unter Georg Christian Unger zu einem repräsentativen Gästeschloss Friedrichs des Großen umgestaltet. Mit ihrer Kuppel und dem langgezogenen Baukörper bilden die Neuen Kammern das westliche Gegenstück zur Bildergalerie und sind damit ein wesentlicher Bestandteil der architektonischen Komposition des Parks Sanssouci.
Provenienz: Lempertz, Köln, Preußen-Auktion in Berlin am 21. April 2018, Los 293.
Lanzenreiter.
Öl auf Leinwand. 26,1 x 20,9 cm. Unten links monogrammiert und datiert "E. H. [18]74.", verso auf dem Keilrahmen bezeichnet "E. Hünten".
Die mit Lanzen bewaffneten Ulanen gehörten zur leichten Kavallerie. Das schwarz-weiße Lanzenfähnchen identifiziert den Dargestellten als zur Preußischen Armee gehörig.
Eschke, Hermann
Ansicht von Brandenburg an der Havel mit Blick auf den Steintorturm
Los 6169
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Ansicht von Brandenburg an der Havel mit Blick auf den Steintorturm.
Öl auf Leinwand, auf Pappe kaschiert. 38,3 x 54 cm. Unten rechts signiert "HEschke.", unten links bezeichnet und datiert "Brandenburg 5.8.[18]95", verso mit dem Etikett des Berliner Spediteurs Gustav Knauer.
Graeb, Carl
Blick in die Erasmuskapelle im Berliner Schloss
Los 6170
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Blick in die Erasmuskapelle im Berliner Schloss.
Öl auf Malkarton. 20 x 16 cm. Verso signiert und datiert "Carl Graeb. Berlin 1878 Interieur ...", verso auf dem Rahmen mit Klebeetikett (lädiert) "Kunstausstellung Wertheim Berlin W. 9".
Mayer, Friedrich Carl
Mönch als Bildhauer in der Klosterwerkstatt
Los 6171
Schätzung
750€ (US$ 862)
Mönch als Bildhauer in der Klosterwerkstatt.
Öl auf Leinwand. 26,2 x 22,2 cm. Unten links bezeichnet, signiert und datiert "N[ürn]b[er]g / F C Mayer 1855".
Die intime Genreszene zeigt einen Mönch mit Kapuze, der auf einem Hocker in einem sonnendurchfluteten, gewölbten Klosterraum hochkonzentriert an einem Epitaph arbeitet. Das warme Spiel des Sonnenlichts, das durch romanische Steinbögen fällt, beleuchtet die Säulen, das Grün und eine gläserne Blumenvase im Rücken des Mönchs. Das Kirchenmodell links gemahnt mit seinem Westchor vor den beiden Türmen mit ihren Spitzhauben etwas an die Nürnberger St. Sebalduskirche. Friedrich Carl Mayer studierte 1844-47 Architektur und Architekturmalerei an der Akademie München. 1849-55 arbeitet er als Assistent von Carl Alexander Heideloff in Nürnberg, 1855-65 wird er Professor an der dortigen Kunstgewerbeschule, 1865-75 an derjenigen von Weimar. 1875 kehrt er als Konservator der Gemäldesammlung des Germanischen Nationalmuseums nach Nürnberg zurück. Als Maler findet er in Nürnberg das Gros seiner Motive.
Karsen, Kasparus
Blick auf Bickerseiland in Amsterdam, im Vordergrund eine Zugbrücke
Los 6172
Schätzung
2.000€ (US$ 2,299)
Blick auf Bickerseiland in Amsterdam, im Vordergrund eine Zugbrücke.
Öl auf Holz. 21 x 28 cm. Unten links signiert "K. Karsen f".
Die Musikstunde.
Öl auf Leinwand. 93 x 70 cm. Unten links signiert "Walther Firle".
Das Gemälde, das zwei Holländerinnen in traditioneller Tracht beim Musizieren zeigt, gehört zu Firles charakteristischen Interieurszenen, in denen Musik als Ausdruck bürgerlicher Bildung und häuslicher Harmonie inszeniert wird. Die sorgfältig komponierte Darstellung beeindruckt mit einer fein abgestimmten Lichtregie, die den intimen Charakter des Augenblicks hervorhebt. Typisch für Firle ist die detailreiche Wiedergabe von Mobiliar, Stoffen und Figuren, wodurch eine Atmosphäre kultivierter Behaglichkeit entsteht.
Altfrauenhaus in Amsterdam.
Öl auf Leinwand. 81 x 65 cm. Unten links in schwarzem Pinsel signiert "E. Oppler.". Wohl um 1908. Nicht bei Bruns.
Reizvoll spielt das Sonnenlicht im Grün der Bäume und lässt helle Flecken auf dem verschatteten Weg, den Figuren und den Fensterscheiben tanzen. Vor dem Portal und dem hohen Mezzaninfenster des ehrwürdigen Gebäudes flanieren einzeln und paarweise die alten Frauen mit Schürzen und weißen Hauben unter dem Dach des Laubwerks der Allee. Ihre Physiognomien erscheinen kaum individualisiert, so dass, auch durch die einheitlichen Gewänder, ihre Gemeinschaft im Einklang mit Architektur, Natur und Religion betont wird. Reliefhaft modelliert Oppler mit der pastosen Farbe die Strukturen von Laubwerk und Ästen.
Oppler ließ sich 1901 im niederländischen Sluis nieder und schuf in den kommenden Jahren zahlreiche Genrebilder. Sicherlich regten Oppler hier Max Liebermanns zahlreiche Arbeiten zu ähnlichen Motiven an, der sich vor allem in den 1880er Jahren in seinen Gemälden den holländischen Stiftshöfen und Waisenhäusern widmete. Im Jahr 1908 entstanden zwei weitere, ganz ähnliche Gemälde Opplers zu demselben Motiv (Bruns G-068, G-069). "Wie diese Vorbilder, so zeigt auch Opplers Bild die Einheit von menschlicher Gemeinschaft, Natur und Architektur; stärker als bei Liebermann ist hier jedoch die Architektur von der Natur vereinnahmt. (...)." (Jochen Bruns: Ernst Oppler, Köln 1993, zu G-068).
Provenienz: Saint Paul Auction, La Colle-sur-Loup, Auktion am 8. Dezember 2024, Los 293 (dort betitelt "Rue animée").
Privatbesitz Niedersachsen.
Mädchen am Gartenfenster.
Öl auf Malpappe. 36,5 x 48,5 cm.
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (mit dem Nachlassstempel unten links).
Skarbina, Franz
"Ave Maria": Frau mit Rosenkranz auf dem Friedhof in Schenna, Südtirol
Los 6176
Schätzung
4.500€ (US$ 5,172)
"Ave Maria": Frau mit Rosenkranz auf dem Friedhof in Schenna, Südtirol.
Öl auf Leinwand. 69,5 x 98,5 cm. Unten links signiert "F. Skarbina", in der Darstellung bezeichnet "Ave M[aria?]" sowie verso von fremder Hand bezeichnet "Fr Skarbina / Ave-Maria".
In diesem atmosphärisch dichten Gemälde richtet Franz Skarbina seinen Blick auf eine stehend betende Frau, die, einen Rosenkranz in den Händen, einen Friedhofsweg in einem Südtiroler Dorf beschreitet. Der Bildtitel „Ave Maria“ verweist nicht nur auf das stille Gebet, sondern verleiht der gesamten Szene eine sakrale, fast liturgische Aura. Die Frau trägt eine einfache Südtiroler Tracht. Die Frontalität mit der sie dem Betrachter entgegentritt, lässt ihn an ihrer privaten Andacht teilhaben.
Skarbina war nachweislich zwischen 1881 und 1896 mehrfach in Südtirol tätig. Aus dieser Phase stammen mehrere Friedhofsdarstellungen, darunter auch das kleinere Werk „Friedhof in Schenna" (Bassenge Auktion 120, Los 8004). Wie in „Friedhof in Schenna“ wird auch hier die Frau aus einfühlsamer Distanz gezeigt, eingebettet in eine Landschaft, die trotz des Todesmotivs Trost und Ruhe ausstrahlt. Skarbinas Arbeiten aus dieser Schaffensphase stehen noch spürbar im Zeichen des von Adolph Menzel geprägten Realismus, doch offenbart sich zugleich bereits ein feines Gespür für Stimmungen, Übergänge und psychologische Tiefe - Merkmale, die sein Werk später zunehmend bestimmten.
Provenienz: Hugo Helbing, München, Gemäldesammlung Prof. Albert Schmidt, München; ferner Gemälde aus den Nachlässen Prof. Franz Skarbina, Berlin [...] Kunstmaler F. Pernat, Auktion am 18. Oktober 1913, Los 203 ("Ave Maria").
Berliner Privatbesitz.
Looschen, Hans
"Mittagsruhe" - Die Mittagsstunde des Schuhmachers
Los 6177
Schätzung
600€ (US$ 690)
"Mittagsruhe" - Die Mittagsstunde des Schuhmachers.
Öl auf Leinwand. 79 x 64 cm. Unten rechts signiert "Hans Looschen". Um 1917.
Provenienz: Privatsammlung Potsdam.
Ausstellung: Grosse Berliner Kunst-Ausstellung im Kunstpalast Düsseldorf, 1917 (Klebeetiketten verso).
Literatur: Ausst.Kat. Grosse Berliner Kunst-Ausstellung 1917, S. 31, Nr. 275 (Mittagsruhe).
Abendstimmung über den Wiesen.
Öl auf Leinwand. 40 x 50 cm. Unten rechts signiert und datiert "F. Skarbina 1902", verso auf der Leinwand in blauer und weißer Kreide die Nummern "588" und "489".
Wir danken Dr. Miriam-Esther Owesle, Berlin, für ihre mündliche Bestätigung der Autorschaft Skarbinas nach Begutachtung des Originals am 4. September 2026.
Provenienz: Nora Komes, geb. Skarbina (1926 als mit dem Spielzeugwarenhersteller Carl Komes verheiratet in der Mannheimer Zeitung genannt).
"Tief verschneit" (Hummelsbüttel).
Öl auf Leinwand. 61 x 73 cm. Unten rechts signiert "E Eitner", verso nochmals signiert sowie auf dem Keilrahmen betitelt und zweifach bezeichnet "39784".
Der Blick des Künstlers aus seinem Atelierfenster in Hummelsbüttel, einem Stadtteil im Norden Hamburgs, fällt in einen tief verschneiten Garten, dessen winterliche Stille er mit lockerem Duktus und naturnaher Farbgebung erfasst. Stimmungsvolle Landschaft des Hamburger Impressionisten, ausgebildet ab 1886 an der Akademie in Karlsruhe bei Gustav Schönleber. Eitner gehörte zu den von Alfred Lichtwark geförderten Künstlern, mit denen der erste Direktor der Hamburger Kunsthalle nach dem Vorbild der französischen Impressionisten auch in Hamburg eine Freilichtmalerei-Schule schaffen wollte.
Provenienz: Privatbesitz Niedersachsen.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge