Campagne boisée. Kaltnadel auf festem Kupferdruckpapier. 10,8 x 13,6 cm. (1866). Delteil 8 III (von IV).
Das Motiv ist ebenfalls bekannt als "La Maisonette". Prachtvoller Druck mit feinem Plattenton und Rand, noch vor Löschung der Adresse Delâtres. Vereinzelte Stockfleckchen, diagonale Knickspur rechts, weitere Gebrauchsspuren, sonst gut erhalten. Beigegeben von demselben die Radierung "Souvenir de Toscane" (Delteil 1 IV).
Lion de l'Atlas. Lithographie auf Velin. 32,8 x 46 cm. (1829). Delteil 79 I (von IV).
Zu den größten Lithographien Delacroix' gehört die hier vorliegende monumentale Darstellung eines Löwen. Delacroix kannte das Tier nicht aus nächster Nähe, aber er hatte 1829 die Gelegenheit, gemeinsam mit seinem Freund, dem Bildhauer Antoine-Louis Barye, in Frédéric Cuviers Labor im Jardin des Plantes das Sezieren eines solchen Berberlöwen aus nächster Nähe zu beobachten. Dem Kritiker Hippolyte Taine zufolge erinnerte sich Delacroix später an seine Erfahrung, dass das Vorderbein des Löwen „wie der gewaltige Arm eines Mannes“ wirkte. Delacroix verwies mit dem Titel, der ab dem zweiten Zustand hinzugefügt wurde auf die Herkunftsregion des Löwen - das nordafrikanische Atlasgebirge. Prachtvoller, äußerst kräftiger und satter Frühdruck vor aller Schrift mit Rand. Dieser geringfügig fleckig und insgesamt vereinzelt stockfleckig, oben zwei kurze hinterlegte Randeinrisse, leichte vertikale Knickspur, kurze Quetschstelle über der Löwenmähne, weitere leichte Knitter- und Handhabungsspuren, sonst sehr gut. Von großer Seltenheit.
Erhard, Johann Christoph
Der Schneeberg vom Klosterthal aus
Los 5301
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Der Schneeberg vom Klosterthal aus. Radierung auf Velin. 17,5 x 21,1 cm. 1817. Apell 15 I (von III).
Das fünfte Blatt aus der Folge "Sechs Ansichten aus den Umgebungen des Schneeberges bei Wiener-Neustadt", die 1818 in Wien bei Ferdinand Kettner erschien. Prachtvoller Frühdruck mit Rändchen, vor sämtlichen Arbeiten im Himmel, den bereits Apell als "sehr selten" qualifiziert. Ganz leicht stockfleckig, minimal angestaubt, sonst in selten schöner Erhaltung.
Erhard, Johann Christoph
Ansicht der Eichen-Gruppen auf dem Wege nach dem grossen Teiche zu Laxenburg
Los 5302
Schätzung
600€ (US$ 690)
Ansicht der Eichen-Gruppen auf dem Wege nach dem grossen Teiche zu Laxenburg. Radierung und Aquatinta mit zeitgenöss. Kolorit. 46,9 x 55 cm. Apell 33 III (von IV).
Prachtvoller Druck mit der Aquatinta, aber vor aller Schrift, mit Rand. Im oberen Rand verschiedene geschlossene und ausgebesserte Einrisse, von denen einer bis in den Himmel reicht, ein weiterer geschlossener Einriss im unteren weißen Rand, etwas gebräunt und fleckig, geringe Knick- und Knitterspuren im weißen Rand, unterhalb der Darstellung in Bleistift bez. "Laxenburg", weitere Gebrauchs- und Altersspuren. Selten.
Faber, Johann Joachim
Bildnis Engel Christine Westphalen
Los 5303 [*]
Schätzung
450€ (US$ 517)
Bildnis Engel Christine Westphalen. Aquatinta in Braun nach Johann Heinrich Wilhelm Tischbein. 46,2 x 36,1 cm. Unterhalb der Darstellung in schwarzer Tinte betitelt. Um 1808.
Ganz ausgezeichneter, tonal schön abgestufter Druck mit Rand. Stockfleckig und etwas lichtrandig, Diagonalknick in der weißen Ecke unten links, hinterlegte Risse in der oberen linken Ecke, ein kürzerer, diagonaler Riss neben der oberen rechten Facettenecke, zarte Quetsch- bzw. Knitterspuren, verso entlang der Ränder umlaufend Montierungsreste, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung. Selten.
Donna del Gabbro - Die Frau mit dem Gabbro. Radierung auf gelblichem China. 33 x 20,5 cm. Um 1883/85. Baboni 110, Baboni/Malesci CLX, Chiappini 6.
Die von hinten dargestellte Figur der sog. „Gabbrigiana“ - ein in Fattoris Schaffen wiederkehrendes Motiv - geht auf das Gemälde 'Macchiaiole' zurück und zählt zu den gelungensten Versionen in seinem Werk. Die flüchtige und schnell gesetzte Linienführung hat etwas schemenhaftes, die große Rückenfigur selbst erzeugt eine Bild einnehmende Monumentalität. Ausgezeichneter, toniger und dabei experimentell anmutender Abzug mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante. Etwas fleckig, stellenweise berieben, Knitter- und Gebrauchsspuren, die Ränder bestoßen, winziges Löchlein links in ihrem Schatten, sonst gut erhalten.
Fries, Ernst
Der gesprengte & der Bibliothek Thurm vom Heidelberger Schlosse
Los 5305 [*]
Schätzung
750€ (US$ 862)
Der gesprengte & der Bibliothek Thurm vom Heidelberger Schlosse. Kreidelithographie über ockerfarbener Tonplatte. 26,3 x 34,1 cm. 1820. Dussler 2, Winkler 9 II, Wechssler 756 I (von II).
Blatt aus der Folge der "Sechs Ansichten des Heidelberger Schlosses" in einem ausgezeichneten Druck mit breitem Rand. Etwas stockfleckig und angestaubt, im oberen weißen Rand kurzer hinterlegter Randeinriss, sonst in schöner Erhaltung.
Führich, Joseph von - nach
Gott ruft Noah und seine Familie in die Arche
Los 5306
Schätzung
600€ (US$ 690)
nach. Gott ruft Noah und seine Familie in die Arche. Druckstock für den Holzstich. Hirnholz aus Buchsbaum. 13 x 19,7 x 2 cm. Um 1827.
Die um 1827 datierte größere Vorzeichnung zum Druckstock, die in Führichs römischen Jahren entstand, schenkte der Künstler dem befreundeten Hamburger Kaufmann, Kunstsammler und Politiker Arnold Otto Meyer im April 1872. Heute wird sie im Metropolitan Museum New York verwahrt (Inv.Nr. 2010.385.1). Beigegeben ein Abzug vom Druckstock auf Velin.
Chevaux de ferme. Lithographie auf gewalztem China. 19,5 x 27 cm (Darstellung); 39 x 53 cm (Blattgröße). (1823). Clément 87, Delteil 73 III (von IV).
Aus einer Folge "Quatre Sujets Divers par Gericault", der schließlich noch ein fünftes Blatt hinzufügt wurde. Vor der Löschung der Adresse Engelmanns. Ganz ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Leicht knittrig und vereinzelt schwach stockfleckig im Rand, die Blattkanten links und rechts schwach gewellt, oben rechts diagonaler Knick, verso leicht angestaubt und fleckig, an der oberen Blattkante links winzige Bestoßung, unterhalb davon kleine beriebene Stelle im Papier, sonst schön.
Cheval noir attaché dans une écurie. Lithographie auf festem chamoisfarbenen Velin. 32,5 x 40,5 cm (Darstellung), 41,5 x 54,5 cm (Blattgröße). (1822). Clément 78, Delteil 92 I (von III).
Lithographiert mit Joseph Volmar, aus der Folge "Études de Chevaux par Géricault", noch mit der Adresse Villains. Prachtvoller, nuancierter Druck mit breitem Rand. Schwach stockfleckig, kleinere Bestoßung an der linken Blattkante, die untere linke Eckenspitze mit winzigem geglättetem Knick, rechts ein winziger Randeinriss, vereinzelte dünne Stellen im Papier, mit Bleistiftannotationen und weiteren Handhabungsspuren, insgesamt schön.
nach. Le cheval du plâtrier. Lithographie von Joseph Volmar auf Velin. 26 x 32,6 cm (Darstellung), 38,7 x 49,2 cm (Blattgröße). Delteil 86 II.
Ganz ausgzeichneter, kräftiger Druck mit Rand. Etwas gebräunt und im Passepartout-Ausschnitt leicht leichtrandig, mit kleinen Löchlein vor allem unten und eines oben, unten mittig Kratzspuren, entlang des oberen Randes Klebe- und Montierungsreste, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst sehr gut.
Grimm, Ludwig Emil
Bildnis Johann Friedrich Blumenbach, im Profil nach links, sitzend
Los 5310
Schätzung
300€ (US$ 345)
Bildnis Johann Friedrich Blumenbach, im Profil nach links, sitzend. Radierung auf festem Velin. 23,3 x 17,3 cm. Um 1752. Stoll 24 I (von II).
Ganz ausgezeichneter, transparenter und scharfer Frühdruck vor der Schrift, mit breitem Rand, rechts mit dem vollen Schöpfrand. Etwas angestaubt, schwache Handhabungsspuren, sonst tadellos. Beigegeben von demsleben die beiden Bildnisse von "C.(arl) Fr.(iedrich) Eichhorn" und "J.(ohann) F.(riedrich) L.(udwig) Göschen" (Stoll 27 und 30).
Bildnis der Charlotte Amalie Grimm. Radierung auf gewalztem China. 12 x 8,2 cm. 1820. Stoll 46 II.
Charlotte, auch Lotte oder Malchen genannt, war die jüngste der fünf Geschwister Grimm. Nach dem frühen Tod der Mutter 1806 führte sie den Haushalt der Grimms und heiratete 1822 Ludwig Hassenpflug. Jacob Grimm schenkte seinen Geschwistern Weihnachten 1820 ein "Hausbüchel für unser Lebenlang" mit einem Kalender, Familiendaten und dem vorliegenden Bildnis der Lotte auf der ersten Seite. Dieses Geschenk Jakobs entsprach dem Bestreben, die elternlose Familie zusammenzuhalten und die Bindungen der Geschwister untereinander zu festigen. Sein Bruder Ludwig Emil hat die Schwester 1820 in Kassel "ad vivum" mit liebevoller Aufmerksamkeit ernst und sinnend dargestellt, mit kunstvoller Flechtfrisur und breitem Spitzenkragen. Ganz ausgezeichneter, scharfer Druck mit breitem Rand. Geringfügig stockfleckig, sonst vorzüglich erhalten. Selten.
Bildnis des Malers Friedrich Müller. Radierung auf gewalztem China. 12,9 x 11,7 cm. 1816. Stoll 66 IV.
Ausgezeichneter Druck mit Rand. Etwas stockfleckig insgesamt, schwache Gebrauchsspuren, sonst tadellos. Beigegeben von demselben eine weitere Radierung mit dem Bildnis von "G(eorg). Fr(iedrich). Benecke", 1823 (Stoll 22).
Das Kinderexamen. Radierung. 15,5 x 20,4 cm. 1820. Andresen 140, Stoll 171, Ausst.Kat. Ludwig Emil Grimm. 1790-1833. Maler, Zeichner, Radierer, Kassel-Hanau 1985, S. 165-66, Abb. Nr. 115.
Genreszenen, die Darstellung von Episoden aus dem Leben der einfachen Leute, spielen eine wesentliche Rolle im druckgraphischen und zeichnerischen Œuvre Grimms. Ein schönes Beispiel ist diese Darstellung einer Klosterschule, ein Sujet, das Grimm 1820, wenige Jahre nach seiner Übersiedlung in die hessische Residenzstadt Kassel, erarbeitete. Der sitzende Schulmeister hört die Kinder einer Klasse ab, ein Mönch hört schweigend zu. Bemerkenswert ist der größte Knabe, dessen Gesicht fast grimassenhaft verzerrt wirkt und auch auf einer Zeichnung erscheint, die Grimm 1825 anfertigte. Ganz ausgezeichneter, scharfer Druck mit breitem Rand. Dort etwas stockfleckig, weitere minimale Altersspuren, sonst vorzüglich erhalten. Beigegeben von demselben die Radierung "Die beiden Kapuziner mit der Eule" (Stoll 172).
Hess, Peter von
Das Pferderennen bei der Vermählungsfeier des bayr. Kronprinzenpaares, 1810, auf der Theresienwiese bei München
Los 5314
Schätzung
400€ (US$ 460)
Das Pferderennen bei der Vermählungsfeier des bayr. Kronprinzenpaares, 1810, auf der Theresienwiese bei München. Altkolorierte Radierung mit Einfassungslinie in schwarzer Feder. 41,3 x 52,3 cm. (1810). Bötticher 1.
Der 18-jährige Hess schildert hier das Pferderennen am 17. Oktober 1810, das zur Feier der Hochzeit zwischen Kronprinz Ludwig und Therese Charlotte Luise Friederike Amalie von Sachsen-Hildburghausen veranstaltet wurde. Das Rennen war die Gründungsveranstaltung des Münchener Oktoberfestes. Ausgezeichneter, in allen Details präziser Druck vor der bei Bötticher beschriebenen geätzten Signatur. Mit schmalen Rand um die Plattenkante. Etwas gebräunt, leichte Gebrauchsspuren, sonst gutes Exemplar.
Spielende Dame. Radierung auf Van Gelder Zonen-Bütten. 26,4 x 20,3 cm. Spuren der Signatur. (1899). Olufsen-Svensson (Radierungen) 37, siehe Christopher Mendez, in: Print Quarterly, Juni 1989, Bd. VI, S. 433.
Christopher Mendez erwähnt in seiner kleinen Anmerkung zur vorliegenden Radierung Ilsteds, dass dieser ein leidenschaftlicher Sammler von niederländischer Druckgraphik des 17. Jh. gewesen sei. Einige Drucke seiner Sammlung sind an der Wand, vor welcher sich die Frau am Klavier befindet, zu sehen. Mendez kann Rembrandts "Junger Mann mit einem Samtbarett" (B. 268), Nanteuils "Porträt des Comte de Dumois" (Petitjean & Wickert 64) sowie Ostades "Der Drehorgelspieler" (B. 8) identifizieren. Vermutlich befindet sich die Szenerie in Ilsteds Wohnung am Gammel Kongevej in Kopenhagen. Mit der radierten Notenzeile links unten in einem prachtvollen Probedruck mit breitem Rand. Etwas verbräunt und stockfleckig, oben rechts zwei diagonale Quetschfalten, sowie eine horizontale Knickfalte, links unten kleine Randläsuren, weitere minimale Knitterspuren, sont gut erhalten.
Ilsted, Peter
Abend (Die Töchter des Künstlers am Klavier)
Los 5316
Schätzung
800€ (US$ 920)
Abend (Die Töchter des Künstlers am Klavier). Radierung und Kaltnadel auf Similijapan. 23,5 x 21,5 cm. Signiert und eigenh. nummeriert "No. 27". (1904). Olufsen-Svensson (Radierungen) 47.
Früher Abzug vor den Roulettearbeiten, etwa auf der Partitur, die feinen Kaltnadellinien noch sichtbar. Prachtvoller, gratiger Druck mit Rand. Minimal angestaubt, stockfleckig, feine Quetsch- und Knickfältchen, sonst noch sehr gut und original erhalten. Selten. Beigegeben ein weiterer signierter und eigenhändig kolorierter Abzug desselben Motivs mit den Roulettearbeiten.
Sonnenschein. Farbiges Schabkunstblatt auf Similijapan. 33,8 x 27,5 cm. Signiert. (1909). Olufsen-Svensson 2.
Ganz ausgezeichneter, delikat nuancierter Druck mit Rand. Etwas vergilbt und lichtrandig, ein Fleck im linken Rand, sonst sehr gutes und harmonisches Exemplar.
Am Spinett. Farbiges Schabkunstblatt auf hellbraunem China, aufgewalzt auf Similijapan. 35,9 x 32,3 cm. Signiert. Auflage 150 num. Ex. (1911). Olufsen-Svensson 10.
Prachtvoller, malerischer Druck mit Rand. Etwas vergilbt und lichtrandig, vereinzelte Stockflecken, verso Montierungsspuren, sonst schön erhalten. Aus der Sammlung Carl Stender, Kopenhagen (nicht bei Lugt).
Zwei Mädchen an der Tür. Farbiges Schabkunstblatt auf hellbraunem, gewalztem China. 39,4 x 32,3 cm. Signiert. Auflage 50 num. Ex. (1913). Olufsen-Svensson 23.
Prachtvoller, malerisch wirksamer Druck mit breitem Rand. Etwas vergilbt und stockfleckig, vier Rostflecken und ein Wasserrändchen an der unteren Blattkante, blasser Lichtrand, Montierungsreste verso, sonst ein gutes und im Gesamteindurck harmonisches Exemplar. Selten.
Blick von der Villa d'Este. Farbiges Schabkunstblatt auf Velin. 37,9 x 48,4 cm. (1914). Olufsen-Svensson 31.
Ganz ausgezeichneter, ungewöhnlich farbintensiver und satter Druck mit breitem Rand. Leicht vergilbt, Knicke im linken weißen Rand und den rechten Ecken, Stockfleck rechts, weitere geringe Gebrauchs- und Knickspuren, sonst in sehr guter Erhaltung.
Landschaft am Abend. Farbiges Schabkunstblatt auf gewalztem China. 32 x 44,3 cm. Signiert. Auflage 60 num. Ex. (1914). Olufsen-Svensson 32.
Ganz ausgezeichneter, stimmungsvoller Druck mit breitem Rand. Geringfügig angestaubt und stockfleckig, leicht lichtrandig, Ecken bestoßen, verso Montierungsspuren, sonst schön erhalten. Aus der Sammlung Carl Stender, Kopenhagen (nicht bei Lugt).
Lesende Frau. Schabkunstblatt auf Similijapan. 34 x 28,9 cm. Signiert. Auflage 125 num. Ex. (1925). Olufsen-Svensson 47.
Prachtvoller, samtener Druck mit den vollen Rändern. Minimal angestaubt und knickspurig, Bleistiftannotation im weißen Rand unten links, Montierungsreste verso, weitere schwache Gebrauchsspuren, sonst in schöner Erhaltung.
Ein Junge und ein Mädchen im Profil. Schabkunstblatt auf braunem, gewalztem China. 15,4 x 17,6 cm. Nicht bei Olufsen-Svensson.
Es dürfte sich bei diesem unverzeichneten Motiv um ein Doppelbildnis der Kinder Jens und Ella handeln. Der private Charakter und die experimentell wirkende, noch nicht voll ausgereifte Schabkunsttechnik - vergleichbar mit der früher Blätter wie "Mädchen an einem halbrunden Tisch" (Olufsen-Svensson 1) - legen eine Enstehung in der Zeit um 1909 nahe. Ganz ausgezeichneter, lebendiger Abzug, die Plattenränder sehr markant und mit Plattenschmutz druckend, mit schmalem Rand. Gleichmäßig gegilbt und stockfleckig, die Oberkante leicht gebräunt und bestoßen, ein Fleck im weißen Rand oben links, kleine Beschabungen in der Ecke unten rechts, der Gesamteindruck dennoch harmonisch. Außerordentlich selten, wir konnten kein weiteres Exemplar nachweisen.
Souvenirs de voyage. Radierung auf festem Bütten. 23,9 x 34 cm. 1862. Gonse 329 III, Goncourt: Estampes modernes, 1897, S. 26, Béraldi 329, IFF aus 31. Wz. Schrift.
Die Darstellung zeigt achtlos hingeworfene, teils abgetragene Schuhe unterschiedlichen Zuschnitts. Eine Malerpalette mit Pinseln, ein Tuch und eine Rolle Zeichenpapier machen deutlich, dass es sich wohl um das eigene Atelier des Künstlers handelt. In der Tat war Jacquemart ein fanatischer Sammler von Schuhwerk. Er war der stolze Besitzer einer Sammlung von über dreihundert Paaren unterschiedlichster Herkunft und Epochen, die 1880 nach ihrer offiziellen Erwerbung durch den französischen Staat im Pariser Musée de Cluny ausgestellt wurde. Aus der Auflage für die Societé des aqua-fortistes, mit dem Trockenstempel der Verleger A. Cadart & Luquet (Lugt 424). Ausgezeichneter Druck mit breitem, an drei Seiten dem vollen Rand. Im weißen Rand leicht angeschmutzt und knickfaltig, ein hinterlegter Wurmgang unten, isolierte Fleckchen, sonst in sehr guter Erhaltung.
Kaisermann, Franz
Blick vom Monte Mario auf Rom und die Basilika St. Peter
Los 5325
Schätzung
400€ (US$ 460)
Blick vom Monte Mario auf Rom und St. Peter. Kolorierte Umrissradierung auf festem Bütten. 28,7 x 41,8 cm.
Im Jahre 1789 kommt Franz Kaisermann nach Rom, wo er die von Ducros' entwickelte Technik der aquarellierten Umrissradierung kennenlernt. Diese erlaubte es, beliebte Motive römischer Monumente für die "Grand Tourists" vielfach zu publizieren. Die aquarellierte Zeichnung verlieh den Arbeiten jedoch gleichzeitig den Charakter eines Unikats. Ganz ausgezeichneter Druck mit braun grundierten Rändern und schwarzer Einfassungslinie. Vor allem im Himmel mit winzigen, schwarzen Pünktchen, der linke Rand auf 0,8 cm leicht gedunkelt, im Baum und Gebüsch rechts mit Spuren von Gummiarabikum, sonst in schöner, sehr farbfrischer Erhaltung. Provenienz: Erworben 1976 in der Galerie Telkamp (München), seither süddeutsche Privatsammlung.
Kalckreuth, Leopold Graf von
Die Frau des Künstlers an der Lampe
Los 5326
Schätzung
600€ (US$ 690)
Die Frau des Künstlers an der Lampe. Radierung. 14,9 x 20,8 cm. Unterhalb der Darstellung rechts in Bleistift signiert "Kalckreuth d. J." und mittig bez. "I. Zustand".
Dargestellt ist Bertha Gräfin Yorck von Wartenburg, die Ehefrau des Künstlers. Prachtvoller, tonig gewischter Abzug mit breitem Rand. Schwache Alters- und Handhabungsspuren, zart fingerfleckig, sonst sehr gut erhalten. Beigegeben von Kalckreuth die signierte Radierung "Geschwister (Die Kinder des Künstlers Johannes und Anna)". Aus der Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Klein, Johann Adam
Ca. 40 Blatt aus dem druckgraphischen Œuvre des Künstlers
Los 5327
Schätzung
600€ (US$ 690)
Ca. 40 Blatt aus dem druckgraphischen Œuvre des Künstlers.
Repräsentativer Querschnitt durch das umfangreiche Radierwerk Kleins, darunter die Radierungen: Jahn 21 (auf blauem Papier), 35, 42, 65, 66 I, 66 III, 69-71, 72 (2x), 73, 83, 129, 132 (2x), 133, 140, 143, 145, 147, 156, 170, 174 (2x), 181, 191, 201, 210 (2x), 211, 219, 221, 237, 250, 279, 286, 287, 311, 329.
Flore artificielle. Radierung in Braun, auf Similijapan. 25,9 x 33,4 cm. Auflage 10 num. Ex. IFF 75, Arwas 133.
Vor Teilung und Verkleinerung der Platte. Ganz ausgezeichneter, toniger Abzug mit Rand. Geringe Altersspuren, sonst vollkommen und tadellos schön erhalten. Selten.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
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