Brüder St. Johannis, Die
des Evangelisten aus Asien in Europa
Los 421
Schätzung
150€ (US$ 170)
Die Brüder St. Johannis des Evangelisten aus Asien in Europa oder die einzige wahre und ächte Freimaurerei nebst einem Anhange die Fesslersche kritische Geschichte der Freimaurerbrüderschaft und ihre Nichtigkeit betreffend von einem hohen Oberen. XVI, 382 S., 1 Bl. Mit einigen Textholzschnitten. 17,5 x 10 cm. Schwarz gestrichener Pappband d. Z. (bestoßen) mit 2 RSchildern. Berlin, Johann Wilhelm Schmidt, 1803.
Wolfstieg 42970. – Sammlung der Original-Akten des Bundes der Asiatischen Brüder. "Man findet diesemnach in der vorliegenden Schrift: 1. Belehrungen vom Alten und der Art, wie der Orden fortgepflanzt worden ist. 2. Einen allgemeinen Begriff von der ursprünglichen Lehre. 3. Aufklärung vom besondern und allgemeinen Nutzen des Ordens." (S. XI). – Etwas stockfleckig, Titel mit dezenten alten Einträgen sowie Ziffernsignatur, Innenspiegel mit montiertem Exlibris.
Einige Originalschriften des Illuminatenordens
welche bey dem gewesenen Regierungsrath Zwack durch vorgenommene Hausvisitation zu Landshut den 11. und 12. Octob. etc. 1786 vorgefunden worden
Los 422
Schätzung
200€ (US$ 227)
Einige Originalschriften des Illuminatenordens, welche bey dem gewesenen Regierungsrath Zwack durch vorgenommene Hausvisitation zu Landshut den 11. und 12. Octob. etc. 1786 vorgefunden worden. Auf höchsten Befehl Seiner Churfürstlichen Durchleucht zum Druck befördert. 4 Bl., 407 S. Mit 3 Falttabellen. 17,5 x 10 cm. Schlichter Pappband d. Z. (etwas wasserfleckig und gebräunt und mit mont. Nummernsignaturschild am Rücken) mit hs. RSchild. München, Lentner, 1787.
Wolfstieg 42770. Vgl. Ackermann V, 244 (Ausgabe Franz 1787). – Die Veröffentlichung der Dokumente hat die Absicht, das Verbot des Ordens in Bayern zu rechtfertigen u. das Publikum "sowohl von dieser epidemischen Secte, als all andern dergleichen verbothenen Winkelgesellschaften zu warnen, worin man nur Leichtglaubige zu betrügen, Geld zu schneuzen, und statt der vorgespiegelten Wahrheitsaufklär- und Sittenverbesserung, diese ... zu verderben ... zu unterdrücken, oder zu verfälschen bemüht ist" (Vorwort). – Etwas stockfleckig.
Der entdeckte Orden der afrikanischen Bauherren-Loge, nebst Beweise, das sie sich Kenntnisse der Alterthümer, besonders der Einweihungen legen. Teil I und II in 1 Band. 116 S., 1 Bl.; 51 S. Mit gestochener Kopfvignette, Holzschnitt-Kopfvignette und 3 Kupfertafeln. 19,5 x 11,5 cm. Moderner Pappband. Konstantinopel (d. i. Berlin, Schöne), 1806.
Sehr seltenes Werk über afrikanische Freimaurer. Von uns konnten nur drei weitere Exemplare bestimmt werden: Kantonsbibliothek Vadiana St. Gallen, Bibliothèque nationale de France und Scottish Rite Masonic Museum & Library – Teilweise papierbedingt gebräunt, sehr leicht stock- und fingerfleckig sowie vereinzelt etwas feuchtfleckig. Titel mit Besitzstempel.
Etwas das Buch Horus
betreffend, als ein Denkzetel von einem Verehrer des Schöpfers
Los 424
Schätzung
200€ (US$ 227)
Etwas das Buch Horus betreffend, als ein Denkzetel von einem Verehrer des Schöpfers. 48 S. Mit gestochener Titel-Vignette. 48 S. 18 x 10,5 cm. Broschur d. Z. (leicht fleckig und mit Knickspuren). Hermopolis, aus der Loge der Iris und des Osiris (d. i. Prag, Widtmann), 1786.
VD18 11644273. – Wohl erste und einzige Ausgabe. – Unbeschnitten. Leicht gewellt und minimal knickspurig.
Freimaurerei oder Enthüllung der Geheimnisse, Die
und Geschichte der Freimaurerei
Los 425
Schätzung
180€ (US$ 205)
Die Freimaurerei oder Enthüllung der Geheimnisse und Geschichte der Freimaurerei, von ihrem Entstehen an und ihrer Verbreitung bis auf die jetzigen Zeiten, nebst einer Erklärung ihrer Symbole, Hieroglyphen und Allegorien, der Aufnahmen in den Orden, und einem Verzeichnisse sämmtlicher Logen, von L... VII, 154 (recte: 164) S., 1 Bl. (Anzeige). 17 x 10 cm. Halbleder d. Z. (hinteres Gelenk unten leicht angeplatzt) mit ornamentaler RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Sondershausen, F. A. Eupel, 1831.
Einzige Ausgabe, anonym erschienen. Hinterer Innenspiegel mit privatem Bleistifteintrag: "Sehr seltene Ausgabe! Geht ganz besonders auf Einzelheiten ein, die sonst nirgendwo stehen!" – Titel recto und Schlussblatt gestempelt ("Bernhard Misselwitz Hofjuwelier Altenburg"). Schwach gebräunt, sonst wohlerhalten. Dekoratives Bändchen.
Der Geist der Maurerey. In moralischen und erläuternden Vorlesungen. Aus dem Englischen übersetzt von Wilhelm Hutchinson, Meister der Barnardcastle Loge Konkordia. 220 S., 1 Bl. Mit gestochener Titelvignette, 1 Textkupfer und 1 Kupfertafel (mitpaginiert). 20 x 11 cm. Moderner Pappband. Berlin, Christian Ludewig Stahlbaum, 1780.
Wolfstieg 21609. – Erste deutsche Ausgabe. "Bey meiner Aufnahme, fielen die Ceremonien mir auf ... durch meine Nachforschungen und Entdeckung ihrer Bedeutungen, glaub' ich, hab' ich, einigen Grad von Kenntniß in dem erlangt, was den Ursprung der Maurerey, die Ursache ihrer verschiedenen Einrichtungen, die Bedeutung ihrer Symbolen, ihre Wichtigkeit, und zugleich den Fortgang dieser Lehre betrift" ("Erste Vorlesung"). – Alter Besitzvermerk auf dem Titelblatt sowie ein großer Tintenfleck oben rechts am Rand, bis Seite 20 reichend (schwächer werdend). Papierbedingt gebräunt.
Gesänge für Freimaurer. XII, 131 S. Mit gestoch. Titelvignette und gestoch. Schlussvignette. 20,5 x 12,5 cm. Moderner Pappband. Philadelphia 5792 (d. i. Leipzig, Cnobloch, 1792).
Wolfstieg 39829. – "...oder wenn vielleicht dadurch bei diesem oder einem unserer Brüder das schlummernde Gefühl seiner erhabenen Bestimmung für den realen und allein befriedigenden Genuss der Freuden der Wahrheit, des Lichts und der Tugend erweckt und gestärkt werden sollte...einem jeden den ungestörten Genuss seiner natürlichen Freiheit zugestehen, sich das, was er für wahr, wichtig, real und gross, erkennt, so vorzustellen, wie es sich auf seinem Seelenspiegel abbildet" (Vorwort). – Kaum fleckig. Wohlerhalten.
Grundvertrag, der Grossen Freymaurer-Loge
Royale York zur Freundschaft
Los 428
Schätzung
180€ (US$ 205)
Grundvertrag, der Grossen Freymaurer-Loge Royale York zur Freundschaft ... 2. revid. Ausg. Teil I und II in 1 Band. 2 Bl., LXXIV; 1 Bl. 195 S. Mit 2 gestochenen Titeln mit Vignette. 15 x 10 cm. Mornernes Halbpergament. Berlin 1800.
Wolfstieg 20740: "Von Fessler veranlasste Umarbeitung der Verfassung. Im Anhang die Beschlüsse der Meisterloge über verschiedene zu ihrem Ressort gehörende Gegenstände und die näheren Bestimmungen in betr. der Ballotage und Konferenzen." – Mit 2. Titel: "Gesetzbuch …". Vereinzelt leicht braunfleckig sowie Vorsatz und Titel mit Bibliotheksstempel "O Brüdertreue am Main. Schweinfurt".
(Guillemain de Saint Victor, Louis). Vollständige Sammlung der ganzen Adon-Hiramitischen Maurerey ... Nebst einem Anhang über die Adoptions-Maurerey. 264 S. 17 x 9,5 cm. Moderner Pappband. Leipzig, Adam F. Böhmen, 1786.
Wolfstieg 33380. Kloss 1920. Vgl. Caillet 4847 (zur französ. Ausgabe von 1783). – Seltene erste deutsche Ausgabe. Enthält einen "Katechismus der ersten vier Grade, die Art der Oefnung und Schließung der Logen, den Unterricht bey den Tafellogen, die allgemeinen und besonderen Gesundheiten, wie auch die Pflichten der ersten Logen-Officianten. Mit einer Menge noch ungedruckter symbolischer Fragen und Antworten, der Erklärung der Sinnbilder, und vielen nützlichen und wichtigen Anmerkungen". – Leicht stock- und fingerfleckig sowie mnimal gewellt sonst gutes Exemplar. Titel mit Bibliotheksstempel "Bibliothek der Loge zu Münster i. W.".
Hoffmann, Alois
Die zwo Schwestern P(rag) und W(ien) oder neu entdecktes Freymaurer- und Revolutionssystem
Los 430
Schätzung
120€ (US$ 136)
Hoffmann, Alois. Die zwo Schwestern P(rag) und W(ien) oder neu entdecktes Freymaurer- und Revolutionssystem. Ganz Deutschland besonders aber Österreich aus Originalfreymaurerschriften vorgelegt. 4 Bl., 331 S. 17,5 x 11 cm. Halbleder d. Z. (etwas berieben). (Augsburg, Rieger), 1796.
Wolfstieg I, 506 (Anm.) und IV,4441. (Lennhoff-Posner Sp. 704f.). – Leopold Alois Hoffmann (1759-1801), "war von 1783-1788 Freimaurer, zuletzt in der Loge 'Zur neugekrönten Hoffnung' in Wien. Nach Ausbruch der französischen Revolution trat er aus der Loge aus und begann einen leidenschaftlichen Kampf gegen das Freimaurertum, dessen 'Komplott' er die Schuld an den revolutionären Umwälzungen in Frankreich zuschrieb" (Lennhoff-Posner Sp.). – Wohlerhalten.
Marcello, Stefano Antonio
Leben und Thaten des Joseph Balsamo
Los 431
Schätzung
220€ (US$ 250)
(Marcello, Stefano Antonio). Leben und Thaten des Joseph Balsamo, sogenannten Cagliostro. Nebst einigen Nachrichten über die Beschaffenheit und den Zustand der Freymaurersekten. Aus den Akten des 1790. in Rom wider ihn geführten Prozesses gehoben, und aus dem in der päbstlichen Kammerdruckerey erschienenen italienischen Original übersetzt. XII, 171 S. 18 x 11,5 cm. Pappband d. Z. (berieben und bestoßen) mit hs. RSchild. Zürich, Orell u. a., 1791.
Holzm.-Boh. VI, 6347. Hayn, Cagliostro 88. Wolfstieg 14376e. – Erste Ausgabe dieser Übersetzung. "Um alles mit zwey Worten zu fassen: so sagen wir: Balsamo war ein famoser Betrüger." (Vorrede, VI). – Etwas braunfleckig. Vorsatz mit hs. Besitzvermerk.
Weishaupt, Adam. Apologie des Misvergnügens und Uebels. Zweyte vermehrte ganz umgearbeitete Auflage. 2 Bände. XVI, 448 S.; 366 S. 18 x 10,5 cm. Moderne Pergamentbände (Deckel geworfen) mit montiertem RSchild und KGoldschnitt. Frankfurt und Leipzig, (d. i. Nürnberg, Grattenauer), 1790.
Goedeke IV/1, 522, 6. Wolfstieg 42776. – Erstmals 1787 erschienen, hier in der wesentlich erweiterten Fassung. Neun Gespräche zwischen dem "Ich" und dem "Leidenden" über die Ansprüche der Sinnlichkeit gegen die Vernunft. Ab Seite 299 das Kapitel "Ueber die Schrecken des Todes". "Weishaupt is, perhaps, the subtlest and most thorough defender of English Empiricism of his time; he, therefore, opposes Kants proposition that intuitions and notions are altogether independent of experience, and precede the latter... his writings are in many respects excellent" (Adickes 307). "Sein System des Idealismus', wie Weishaupt seine intellektuellen Bemühungen selbst bezeichnet, war keineswegs originell. Doch sein Bekenntnis zu der radikalatheistisch-materialistischen Lehre der Aufklärer Helvetius und Holbach ... dürften in seiner Zeit in Deutschland eine Seltenheit bilden" (Van Dülmen 26). Weishaupt (1748-1830) war der Stifter des stark umstrittenen Illuminaten-Ordens. Nach seinem Streit mit Knigge, der weiter als Freimaurer wirkte, und nach dem Fund kompromittierender Schriftstücke, musste Weishaupt nach Regensburg fliehen. – Gering fleckig.
Werthes, Friedrich August Clemens
Geschichte des Schiksals der Freymäurer zu Neapel
Los 433
Schätzung
250€ (US$ 284)
(Werthes, Friedrich August Clemens). Geschichte des Schiksals der Freymäurer zu Neapel. 2 Bl., 186 S. Mit 2 Kupfertafeln. 17 x 10,5 cm. Halbleder d. Z. (etwas berieben) mit goldgeprägtem RSchild und RVergoldung. Frankfurt und Leipzig 1779.
Holzmann-Bohatta II, 6649 und VII, 4525. Kloss 3180. Wolfstieg, Erg.-Bd. 1277. – Erste und einzige Ausgabe. – Kaum stockfleckig. Wenige Lagen eselsohrig, insgesamt sauber und wohlerhalten.
Winkelmass und Zirkel
Geschmiedetes, teils graviertes massives Messing. Gerahmt
Los 434
Schätzung
300€ (US$ 341)
Winkelmaß und Zirkel. Geschmiedetes, teils graviertes massives Messing (Winkel) bzw. Messing mit Stahlschenkeln (Zirkel), beide mit Bändern montiert auf Samt und gerahmt. Winkelmaß ca. 17,7 x 17,7 (je Schenkel) und Breite ca. 2,2 cm; Tiefe, ca. 0,2 cm. Zirkel mit Drehknopf und Adjustierungsschraube sowie Stahlschenkeln, ca. 10 cm, Tiefe ca. 0,4 cm. Mit weißem Passepartout unter Glas in schwarzem Metallrahmen 31 x 31 cm. Paris um 1780.
Französisches Ensemble der beiden bedeutendsten Symbole der "Franc-maçonnerie" als Wandschmuck einer Loge hier in einen Kastenrahmen mit Passepartout gerahmt. Schon die Alten Ägyptern benutzten die Werkzeuge der Maurer als Symbole, wie z. B. Osiris als Totenrichter das Winkelmass in der Hand zeigte. Darauf rekurrierten die Logen, die sich als Initiationsgemeinschaften im 18. Jahrhundert bildeten. Der gespreizte Zirkel ist hier mit Messinggriff und geschmiedeten Stahlschenkeln direkt unter dem Winkelhaken auf schwarzem Samtgrund angeordnet.
Der Winkel besteht aus zwei zusammengefügten Messingbalken mit Maßangaben, schematischen Linierungen und Gravur: "Demi Pied de roi" und den Ziffern, darunter "Meunier M. ala Flotte d'Angleterre Paris". – Kaum Oxidationen, sehr schön erhalten, höchst dekorativ.
Costume, The
of the Russian Empire. Illustrated by upwards of seventy richly coloured engravings
Los 435
Schätzung
600€ (US$ 682)
MODEN UND KOSTÜME
The Costume of the Russian Empire. Illustrated by upwards of seventy richly coloured engravings. 6 Bl.; 70 Bl. Mit gestochenem und koloriertem Titel und 72 kolorierten Kupfertafeln in Punktiermanier von E. Harding nach J. G. Georgi. 34,5 x 24,5 cm. Modernes Leinen (etwas berieben und mit kleinen Montageresten). London, John Stockdale, 1810.
Vgl. Lipperheide Kaa 18. Colas 702. Hiler 192. Abbey, Travel 244. – Das Werk "The Costume of the Russian Empire" zeigt besonders hübsche und kräftig kolorierte Tafeln, die die traditionelle russische Mode wiedergeben. Präsentiert werden Trachten beider Geschlechter aus verschiedenen Gesellschaftsschichten und Gebieten zu unterschiedlichen Jahreszeiten und für bestimmte Aktivitäten wie zum Beispiel Jagd, Wandern oder Hochzeiten. Dargestellt sind unter anderem die Gebiete aus dem Baltikum, Finnland, Lappland, Ostsibirien, Kaukasus, Ungarn, der Wolga-Völker, der Tartaren, Kirgisen, Jakuten, Turkmenen, Tscherkessen, den Bewohnern Kamtschatkas, der Aleuten etc. Mit Kostüm-Beschreibungen in Englisch und Französisch. – Gestochener Titel etwas gebräunt, Innengelenk zwischen dem vierten und fünften Blatt und vereinzelt zwischen den Tafeln offen, insgesamt braun- und fingerfleckig sowie mit wenigen hinterlegten Einrissen.
Ferriol, (Charles de). Abbildung des türkischen Hofes. Nebst einer aus dem französischen ins Teutsche übersetzen Beschreibung. Teil I und II in 1 Band. 8 Bl., 112S.; 8 Bl., 102 S. Mit 120 (3 gefalteten und nicht nummerierten) Kupfertafeln sowie gestochene, gefaltete Notentafel. Titel in Schwarz und Rot. 19 x 15,5 cm. Pappband des 19. Jahrhunderts (berieben und etwas bestoßen) mit hs. RSchild. Nürnberg, Weigel und Schneider, 1719-1721.
Fromm 9069. Lipperheide Lb 28. Hiler S. 630. Colas 1821. Blackmer 592. – Intime Blicke in den Topkapi-Palast Instanbuls und den Harem Sultan Ahmeds III. Botschafter Ludwigs XIV. Charles de Ferriol (1652-1722). Die Vorlagen für die Kupfer lieferte der niederländische Künstler J. B. de Mour, der ab 1699 in Konstantinopel ansässig war, wie Ferriol selbst, der als französischer Botschafter in Konstantinopel residierte, sich aber wegen großsprecherischen Verhaltens unbeliebt machte, und schließlich wegen Verdachts einer Geisteskrankheit von dort abberufen wurde. Die schönen Kupfer zeigen Kostüme bei entsprechenden festlichen Anlässen meist mit tänzerisch bewegtem Gestus.
Die ersten 74 Tafeln zeigen die phantasievollen Kostüme der Türken und Türkinnen als Krieger in ihren Waffen, als Höflinge beim Musizieren, Rauchen der Wasserpfeife, im Bade etc. Dargestellt sind auch Juden, Tartaren, Bulgaren, Albaner, Walachen etc. Besonders prachtvoll sind die (in den meisten Exemplaren) fehlenden Quertafeln von Christoph Weigel: "Eine Türckische Hochzeit" und "Eine Türckische Leich-Begängnus", die Falttafeln mit Wasserpfeife, Siegesstandarte und kalligraphischem Siegel. – Titel mit mehreren Fehlstellen, papierbedingt gebräunt, stock- und feuchtfleckig. Der Titel des zweiten Bandes am Innensteg verstärkt. Selten beide Teile komplett.
Kretschmer, Albert. Deutsche Volkstrachten. 146 Bl. Mit chromolithographischem Titel und 88 chromolithographischen Tafeln. Leder d. Z. (gering berieben, Gelenke leicht brüchig) mit goldgeprägtem Rückentitel, Rückenvergoldung und Wappensupralibros auf dem Vorderdeckel. Leipzig, Bach, 1870.
Vgl. Lipperheide De 7. Colas 1669. Hiler 510 (ohne den englischen Text). – Erste Ausgabe. Text in Deutsch, Französisch und Englisch. – Textblätter teils etwas gebräunt. Wenige der Seidenpapierhemdchen mit Abklatsch oder Einrissen, ansonsten gut erhalten.
(Mason, George Henry). The punishments of China. With explanations in English and French. 5 Bl. Mit 22 kolorierten Kupfertafeln in Punktiermanier, jeweils mit dazugehörigem Erläuterungsblatt. 35,5 x 26 cm. Moderner marmorierter Halblederband mit goldgeprägtem RTitel. London, William Miller, 1808.
Hiler 575. Lipperheide Le 19. Vgl. Colas 2010 – Dritte Ausgabe des zuerst 1801 erschienenen Werks über körperliche Straf- und Foltermethoden in China, darunter Bastonade, Ohrenzwicken, Fingertortur, Durchschneiden der Sehnen usw. Mit englisch-französischem Paralleltext. – Eine Tafel im weißen Rand beschnitten. Etwas fleckig, sonst wohlerhalten.
Mechel, Christian von. Schweizer Kostüme. 8 kolorierte Kupferstiche. 26 x 16 cm (Plattenrand). Unter Glas mit Passepartout in goldgeprägter Holzprofilleiste. Basel 1790.
Sehr schöne und seltene Ansichten schweizer Kostüme von Christian Mechel (1737-1817). Dargestellt sind vier weibliche Kostüme von "Luisse" und vier männliche Kostüme von Soldaten, "Jeune Noble" und "Porte-Drapeur". Die vollständige Reihe besteht aus insgesamt zwölf Kupferstichen, je sechs weibliche und sechs männliche Darstellungen. – Papierbedingt gebräunt und etwas stockfleckig sonst gut erhalten. Sehr dekorativ und in feinen pastelligen Farben koloriert. Nicht ausgerahmt, Versand nur ohne Rahmen.
Vatikan
Leporello mit zahlreichen Darstellungen Geistlicher in verschiedenen Kostümen
Los 440
Schätzung
300€ (US$ 341)
Vatikan. Leporello mit zahlreichen Darstellungen Geistlicher in verschiedenen Kostümen. Mit 30 kolorierten Kupfertafeln. 11 x 7,5 cm. Pappband d. Z. (stark lädiert). Rom um 1840.
Sehr hübsche Tafeln im kräftigen Kolorit, die zahlreiche Positionen in ihren verschiedenen Kutten und Alltagskleider innerhalb des Vatikans darstellen. Zum Beispiel: "Sommo Pontce nella notte dek S. Natale", "S. Padre in sedia gestatoria", "S. P. in Abiti pontificali", "S. P. in abito da udienza", "S. P. in abito privato", "Cardinale in cappa stesa", "Cardinale Frate", "Card. in Mantelletta e Mozzetta", "Card. in Abito Privato", etc. – Etwas stock- und fingerfleckig, sowie eine Tafel mit größerem Einriss, sonst wohlerhalten.
Vito, Michele de. 4 Kostümstudien italienischer Trachten, sämtlich unten in Bleistift bezeichnet "La Tarentella; Brigante; Donna di Ischia; Donna di Venafri". Aquarell über Bleistift, 2 auf Papier, 2 auf dünnem Karton. 27 x 40,8 cm bzw. 29,5 x 19 cm. 2 Blätter signiert "Michele de Vito" bzw. "de Vito". Neapel um 1830-1850.
Die beiden auf Karton ausgeführten Kostümstudien zeigen Genreszenen: eine Tanzgesellschaft mit Kastagnetten und Tamburinbegleitung sowie eine Familienszene am Wasser mit Mutter und Kind. Ergänzt werden sie durch zwei Einzelstudien traditioneller Trachten, darunter die Darstellung eines bewaffneten Wanderers mit Pfeife, Dolch und charakteristischer Kopfbedeckung. – Papierbedingt gebräunt. Vereinzelt kleine Randschäden, insgesamt in guter Erhaltung.
MILITARIA
Bonbra, Franz David. Ars belli et pacis. Sive De bello feliciter gerendo, et pace firmiter stabilienda. 2 Teile in 1 Band. 8 Bl., 290 (recte: 288) S.; 1 Bl., 159 S., 11 Bl. 30 x 19,5 cm. Pergament d. Z. (etwas fleckig und berieben, ohne die Schließbänder). Straubing, Simon Gall, 1643.
VD 17 23:230639. Hollstein IX, 18, 1. Jähns II, 970. – Einzige Ausgabe. "Der Verfasser, ein Offenburger, war kurfürstlicher bayerischer Rat und widmete sein Werk dem Pfalzgrafen Wolfgang. Das 1. Buch De arte belli versucht den Krieg zu definieren, rechtlich zu begründen und seine Ursachen festzustellen. Dann betrachtet es den Kriegsapparat (Waffen, Befestigungen, Führer, Mannschaft, Bündnisse und Subsidien), bespricht in großen Zügen die Kriegführung und redet endlich von den Vorrechten der Krieger und de gloria bellica. Das 2. Buch De arte pacis hat die staatsrechtlichen Fragen im Auge: Behandlung der Landeseinwohner, Amnestieangelegenheiten, Gesandtenrecht, Neutralität... Bonbra nimmt kein Blatt vor den Mund, und namentlich reden seine Citate eine überaus deutliche Sprache" (Jähns). – Es fehlt der Kupfertitel. Etwas gebräunt oder braunfleckig.
Etienne, Jean d'
Abhandlung von der Minirkunst. Münster und Hamm, P. H. Perrenon, 1779. - Erste deutsche Ausgabe
Los 443
Schätzung
300€ (US$ 341)
Etienne, Jean d'. Abhandlung von der Minirkunst zum Gebrauch junger Officiere, und derjenigen, die eine genaue Kenntniß von dieser Kunst zu erlangen wünschen. Aus dem Französischen übersetzt und mit vielen nöthigen Anmerkungen versehen von E. M. S. A. (d. i. Wilhelm Friedrich Karl von Schwerin. 9 Bl., 258 S. Mit 7 mehrfach gefalteten Kupfertafeln. 23,5 x 20 cm. Halbleder d. Z. (etwas fleckig und berieben) mit dezenter RVergoldung und 2 farbigen goldgeprägten RSchildern. Münster und Hamm, Philipp Heinrich Perrenon, 1779.
VD18 1445873X. – Erste deutsche Ausgabe der Kriegskunde. Der Verfasser Major Jean de Etienne (1725-1798) war im Dienste des Grafen Wilhelm zu Schaumburg-Lippe dessen erster Festungskommandant auf dem Wilhelmstein im Steinhuder Meer. – Etwas stockfleckig, sonst wohlerhalten. Die tadellosen Kupfer auf blattgroße Falze montiert.
Kameke, Hermann Friedrich. Die Preussische Feld-Artillerie nach der Construction vom Jahre 1842. Zweite Hälfte. Teil 2 (von 2;
Tafelband, ohne den Textband). 1 Bl. Mit 72 Chromolithographien. 20,5 x 25 cm. Moderner Pappband (leicht berieben) mit goldgeprägtem RSchild. Berlin, B. Behr, 1847.
Brunet III, 641. – Wohl einzige Ausgabe des preusisch-militärischen Werkes aus der Feder des Infanteriegenerals Hermann Friedrich Kameke (1819-1889) über verschiedene Militärwagen und Waffen. – Ohne den Textband. Papierbedingt gebräunt, vereinzelt finger- und stockfleckig und Titel etwas knickspurig. Mit montiertem hs. Besitzvermerk auf dem Titel sowie ausgeschiedenem Bibliotheksstempel.
Moreau, Jean-Michel
Collection entière des drapeaux de l'armée nationale parisienne
Los 445
Schätzung
2.000€ (US$ 2,273)
Moreau, Jean-Michel. Collection entière des drapeaux de l'armée nationale parisienne. Mit 58 kolorierten Radierungen auf hellblauem Papier, alle unten betitelt und oben rechts nummeriert. 28 x 22 cm. Pappband d. Z. mit goldgeprägtem RSchild und RVergoldung (Rücken gebräunt, berieben und stellenweise angeplatzt). Varennes, 1790.
Ohne Titelblatt erschienen. Die Radierungen zeigen die Bataillone der französischen Nationalgarde in Paris sowie deren Uniformen und Fahnen. – Im weißen Rand vereinzelt leicht fingerfleckig und etwas angeschmutzt.
Atelier Hanfstaengl
Porträtfotografie Alexander Friedrich Landgraf von Hessen
Los 446
Schätzung
500€ (US$ 568)
MUSIK UND THEATER
Atelier Hanfstaengl. Porträtfotografie des Komponisten Alexander Friedrich Landgraf von Hessen. 37 x 23,5 cm. Originalmontage auf schwarzem Karton mit Goldrand, unten links die faksimil. Signatur "ErHanfstaengl". (München), Hanfstaengl, (1891).
In ungewöhnlich großem, äußerst selten anzutreffendem Format nach Art einer Carte de Visite präsentierte Porträtaufnahme des Komponisten Alexander Friedrich Landgraf von Hessen, am Flügel sitzend, die Hände auf der Tastatur, im Halbprofil, vor ihm kauert ein großer weißer Hund mit zotteligem Fell. Das Foto rechts unten mit eigenh. Signatur "Alexander Friedrich Landgraf 1891."
Alexander Friedrich Landgraf von Hessen-Kassel (1863-1945) entstammte der Linie Hessen-Kassel-Rumpenheim des Hauses Hessen. Er war Titular-Landgraf von Hessen-Kassel und Komponist. Als zweiter Sohn von Friedrich Wilhelm von Hessen und dessen zweiter Ehefrau Maria Anna Friederike von Preußen geboren, litt er zeitlebens unter einer starken Sehschwäche; einen Teil seiner schulischen Ausbildung erhielt er an einem englischen Internat in Upper Norwood (London). Anschließend studierte er Geisteswissenschaften in Marburg und Leipzig und promovierte. Nach dem Tod seines älteren Bruders Friedrich Wilhelm im Jahr 1888 übernahm Alexander Friedrich die Führung des Hauses Hessen-Kassel. Bis zu seiner nicht standesgemäßen Heirat mit Gisela Freiin Stockhorner von Starein im Jahr 1925, bei der er auf seine Ansprüche verzichtete, war er dessen Chef. Alexander von Hessen beseelte eine große Leidenschaft für Musik und Kunst. Er förderte insbesondere die Musik der Komponisten der Romantik und der Moderne. Bereits in jungen Jahren schuf er seine ersten Kompositionen. In Frankfurt, wo er gemeinsam mit seiner Mutter die Wintermonate verbrachte, pflegte er Kontakte zu Künstlern wie Joachim Raff, Clara und Robert Schumann, Engelbert Humperdinck und Johannes Brahms. Hier unterstützte er den Bau des Opernhauses und beteiligte sich aktiv am musikalischen Leben der Stadt. Während seine Mutter der traditionellen Musik verbunden blieb, wandte sich Alexander der Neudeutschen Schule zu und suchte die Nähe zu Komponisten wie Franz Liszt, Edvard Grieg und Richard Wagner. Aufgrund seiner starken Sehbehinderung musste Alexander von Hessen seine Kompositionen in Braille-Musikschrift verfassen. Er hinterließ ein teils noch unerforschtes musikalisches Werk. – Sehr gut erhalten.
Blanc, Honoré. Okygraphie ou l’Art de fixer, par écrit, tous les sons de la parole avec autant de facilité, de promptitude et de clarté que la bouche les exprime. LIX, 67 S., 1 Bl. Mit gestochenem Titel und 15 ausfaltbaren Kupfertafeln. 20 x 13 cm. Marmoriertes Leder d. Z. (etwas beschabt und bestoßen, an den Kapitalen etwas eingerissen) mit RVergoldung und RSchild. Paris, Bidault, 1801.
Quérard, La France littéraire, I 347 (nennt die 3. Ausgabe von 1818, die vorliegende erste Ausgabe nur in einer Anmerkung). Nicht bei RISM, Hoefer und in der MGG. – Erste Ausgabe des beachtlichen Werkes, das eine sinnreich erdachte, vom Alphabet ganz unabhängige Lautschrift vorstellt, "applicable à tous les idiômes". Als Basis dient ein Notensystem von 4 Linien, in das die Zeichen gemäß ihrer Tonhöhe und -qualität eingesetzt werden. Honoré Blanc (1736-1801) empfiehlt das Verfahren auch als Geheimschrift, deren Zeichen "absolument indéchiffrables" seien. – Titel und einige Tafeln leicht fleckig; die Tafeln an den Rändern teils geknittert; vord. Gelenk schwach, vorderes Vorsatzpapier lose.
Déstouches, André Cardinal. Omphale Tragédie. 3 Bl., V, 1 Bl., 51 S. Mit Holzschnitt-Vignette auf den Titel und 7 Holzschnitt-Kopfvignetten. 24 x 18 cm. Broschur d. Z. (stärker lädiert, berieben, knickspurig, mit kleinen Fehlstellen und lichtrandig) in einfacher Fadenheftung. Paris, Christoper Ballard, 1701.
Die französische Barockoper von André Cardinal Déstouches (1672-1749) behandelt die griechische Sage von Herakles, der der Königin Omphale verfällt und ihr als Sklave dient. – Stärker knickspurig, etwas braun- und fingerfleckig sowie vereinzelt mit Wurmgängen sonst wohlerhalten. Selten im Handel.
Fernbach, Ludwig. Der wohl unterrichtete Theaterfreund. Ein unentbehrliches Handbuch für Buchhändler, Leihbibliothekare, Theaterdirektoren, Schauspieler und Theaterfreunde. VI, 366 S., 2 Bl. 21,5 x 13 cm. Neuere Broschur. Berlin, Cosmar und Krause, 1830.
Die seltene erste Ausgabe des grundlegenden, später durch zwei Nachträge erweiterten Werks; bis heute nicht ersetzt. Alphabetisch nach Titeln der Stücke und Stücksammlungen geordnetes, außerordentlich reichhaltiges Verzeichnis deutschsprachiger dramatischer Werke, welche seit dem Jahre 1740 bis zum Jahre 1830 in Deutschland erschienen sind. Unentbehrlich für die Ermittlung eines Verfassers, wenn - wie es häufig vorkommt - in der Literatur nur der Stücktitel genannt ist. – Unbeschnittenes und daher breitrandiges, wenn auch stellenweise etwas braunfleckiges Exemplar.
Fiebig, Ferdinand. The Triumph of Thermopylae. Musical Sketch for The Piano Forte. Humbly Dedicates by Permission To His most Gracious Majesty George IV. 17 gestoch. Bl. Musiknoten. Mit großer gestoch. Titelvignette. 36,5 x 26,5 cm. Roter flexibler Chagrinlederband (berieben; Rücken brüchig und teils eingerissen) mit KGoldschnitt und großem Wappensupralibros und goldgeorägter Bordüre. London, J. Power, (um 1820).
Der Einband mit dem "Coat of arms of the United Kingdom". Titel mit Widmung des "Autors" durch das Kürzel "P.S." dem Komponisten Fiebig nicht zuzuweisen. – Braunfleckig. - Sehr selten.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2024 Galerie Gerda Bassenge
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2022 Galerie Gerda Bassenge