Anderle, Jiří
Carpe diem, carpe noctem I
Los 7242
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.500€ (US$ 1,724)
Carpe diem, carpe noctem I
Farbige Radierung und Vernis mou auf Van Gelder Zonen-Velin. 1984.
64 x 95,7 cm.
Signiert "Anderle" und mit der Werknummer "281". Auflage 70 num. Ex.
Spangenberg 84, WV 281.
Großformatiges Blatt, entstanden als Hommage à Milos Forman, aus dem Zyklus "Carpe diem, carpe noctem I". Ganz prachtvoller Druck der formatfüllenden Komposition, oben mit dem Schöpfrand.
Kopf
Aquarell, Feder in Schwarz, Bleistift und Lithokreide auf handgeschöpftem Velin. 1987.
59,5 x 41,5 cm.
Verso (eigenhändig?) datiert.
Janda 87/37.
Tausende von Strichlein, Häkchen, Kringel und Pünktchen fügen sich zu der poetischen, detailreich-skurrilen Darstellung eines abstrahierten Kopfes, welche die unregelmäßige Oberfläche des handgeschöpften Papiers wunderbar mit einbezieht. Unter Gerhard Altenbourgs über 3000 Zeichnungen finden sich vielfältigste Figurenvariationen. "Die Formenwelt, etwa in einem Bildnis, distanziert sich von dem Objekt, um es desto sicherer in Besitz zu nehmen. Aus scheinbar vergnüglichem Spiel mit dem Dinglichen oder mit Gedanklich-Assoziativem wird plötzlich Ernst, tiefes Ergreifen." (Ludwig Last, Ironie bei Altenbourg, in: Gerhard Altenbourg, Werkverzeichnis 1947-1969, Ausst.-Kat. Haus am Waldsee, Berlin 1969, S. 15).
Provenienz: Galerie Meyer-Ellinger, Köln
Privatsammlung Hessen
Privatbesitz Rheinland
Altenbourg, Gerhard
Begegnung zweier Spitzhüte
Los 7244
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.250€ (US$ 2,586)
Begegnung zweier Spitzhüte
Graphit, Aquarell, Gouache und Pinsel in Schwarz auf Velin. Wohl 1980er Jahre.
61 x 26,5 cm.
Unten links mit dem runden Blindstempel des Künstlers, verso handschriftlich mit der Nachlassnummer "WV 90/N 307".
Janda 90/N 307.
Mit feinen Maserungen wie von einem Holzstock zeichnet Altenbourg die beiden Figuren, die sich in ihrer ganz zart aquarellierten Umgebung aufzulösen scheinen. In ihrer poetischen Begegnung schimmert die freundliche Erfindungskraft des Künstlers hervor. Nach Malunterricht bei Erich Dietz war Altenbourg zunächst als Schriftsteller und Journalist tätig und studierte dann von 1948 bis 1950 an der Hochschule für Baukunst und Bildende Kunst in Weimar. Danach lebte er freischaffend in Altenburg und nahm Mitte der 1950er Jahre den Künstlernamen Altenbourg an. 1951 zeigte er in Begleitung von Erich Dietz seine Arbeiten dem Westberliner Galeristen Rudolf Springer, der sein erster Kunsthändler wurde. Da sich Altenbourg konsequent der offiziellen Kunstpolitik der DDR verweigerte, wurde er bis in die 1980er Jahre in seinem Wirken durch Verbot und Schließung von Ausstellungen behindert.
Provenienz: Privatbesitz Rheinland
Grützke, Johannes
Travestiekünstler (Gigi de Castro)
Los 7246
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
3.000€ (US$ 3,448)
Travestiekünstler ("Gigi de Castro")
Pastellkreiden auf braunem Packpapier. 1980.
Ca. 155 x 100 cm.
Oben links mit Kreide in Rot signiert "Johannes Grützke" sowie mit Kreide in Schwarz datiert und betitelt.
"Die Herren Damen lassen bitten" lautete ein Motto des berühmten Cabaret Chez Nous, gegründet 1958 in Berlin-Charlottenburg, in der Marburger Straße. Diese Westberliner Institution gilt als das älteste Travestietheater Deutschlands. Sowohl Grützke als auch der Vorbesitzer, in dessen Auftrag die großformatige Zeichnung entstand, waren mit dem dargestellten Gigi de Castro befreundet. Das virtuos gezeichnete Pastell zeigt den Travestiekünstler im orientalisierenden Kostüm mit langen künstlichen Wimpern und gekonnt aufgetragenem Lidschatten. Die für Grützkes Kompositionen charakteristische leichte Untersicht rückt nicht nur das abgewandte Gesicht, sondern auch den runden, prallen Bauch ins Blickfeld. Um das Jahr 1980 herum zeichnete Grützke eine Reihe der bekanntesten Stars der Berliner Transvestiten-Szene; in diesem Zusammenhang entstand wohl auch das vorliegende Freundschaftsbild.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Selbstbildnis
Öl auf Leinwand. 2009.
35 x 25 cm.
Oben links mit Pinsel in Schwarz monogrammiert "J.G." und datiert, verso mit Pinsel in Braun signiert "Johannes Grützke" und nochmals datiert.
In hellem Grün und Orange-Rosa strahlt das Gesicht des Künstlers. Weiche Pinselschwünge und ein großzügiger, pastoser Farbauftrag modellieren die Physiognomie in der extremen Nahsicht. Grützkes lupenhafter, schonungsloser Blick findet im Weichen, Gealterten des Gesichts die Schönheit von Werden und Vergehen. Vielfach war er sein eigenes Studienobjekt und Modell und meinte das programmatisch: "Indem ich mich spiegele, spiegelt sich die ganze Welt in meinem Spiegel. Das male ich dann ab." (Johannes Grützke, 1970, zit. nach B. Holeczek, Johannes Grützke. Werkverzeichnis der Gemälde 1964-1977, Frankfurt/Main 1977, S. 24).
Provenienz: Privatbesitz Berlin
"Abdrift"
Öl auf Leinwand. 2011.
24 x 30 cm.
Oben links mit Pinsel in Orangebraun signiert "Metzkes" und datiert, verso auf dem Keilrahmen mit Bleistift betitelt.
WVZ harald-metzkes.de, Bild 227.
Abdriftende Gestalten, lebendig bewegt. Mit kraftvollem Duktus und pastosem Farbauftrag in harmonischer, heller Tonalität formuliert der Künstler die drei Figuren in der Wiesenlandschaft. Harald Metzkes studierte an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Wilhelm Lachnit und Rudolf Bergander und war 1955-58 Meisterschüler von Otto Nagel in Berlin. Er war u.a. mit Manfred Böttcher, Lothar Böhme, Konrad Knebel Gründungsmitglied der sogenannten "Berliner Schule" und hat sich niemals vom Sozialistischen Realismus der DDR-Kunstpolitik vereinnahmen lassen. Das Verzeichnis der Gemälde wurde online eingesehen am 28.01.2026.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Krakau Altstadt
Gouache auf grauem Karton.
20 x 23,2 cm.
Im Unterrand mit Pinsel in Schwarz (teils schwer lesbar) betitelt "KRAKOWSE WSIMIASTOW (...)", verso dreifach mit dem Rundstempel in Rot "NIKIFOR MATEJKO ARTYSTA MALARZ KRYNICA WIES".
Der Künstler Nikifor, Sohn einer taubstummen Bettlerin und selber schwerhörig und sprachgestört, zog als obdachloser Maler und Autodidakt durch die russisch-orthodoxen Dörfer Polens. In jungen Jahren begann er mit dem Zeichnen und Malen. Er nutzte Materialien wie Packpapier, Notizzettel oder Zigarettenschachteln, aufgrund des Papiermangels waren seine Arbeiten anfangs oft kleinformatig. Als Vorlage dienten ihm oft Ansichtskarten oder Ikonenbilder, wobei er in der Umsetzung Realität und Phantasie vermischte. Nachdem er seine Bilder häufig an Gäste verkaufte, die den Kurort Krynica besuchten, wurde er in den 1930er Jahren von der Kunstwelt entdeckt. Nikifor gehört heute zu den bedeutendsten Autodidakten in der naiven Malerei Polens.
Provenienz: Privatbesitz Niedersachsen
Kunc, Milan
Die fruchte des neuen Denken
Los 7250
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
5.250€ (US$ 6,034)
"Die fruchte des neuen Denken"
Öl auf Leinwand. 1981.
50 x 55 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Hellblau signiert "M. Kunc" und datiert, verso auf dem Keilrahmen mit Faserstift in Braun nochmals signiert sowie betitelt.
Surreal-naive Komposition, die mit Erdbeeren und einem bloßliegenden Gehirn in violetter Kraterlandschaft unwahrscheinliche Elemente miteinander kombiniert. Milan Kunc, ausgebildet an der Prager Akademie, emigrierte 1969 in die Bundesrepublik Deutschland, nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an und studierte anschließend an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys und Gerhard Richter. Als Vertreter der Postmoderne schreibt er sich die Erfindung der Stilrichtungen „Peinlicher Realismus“, „Ost-Pop“ und „Popsurrealismus“ zu und zählte um 1980 zu den Neuen Wilden. Bereits etwas früher, im Jahr 1977, entstand eine größere Version desselben Motivs, das er dem "Peinlichen Realismus" zuordnet (milan-kunc.com/paintings/embarrassing-realism.html, Zugriff 03.03.2026).
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Untitled (SF-263)
Farblithographie auf BFK Rives-Velin. 1981.
106,5 x 75,8 cm.
Signiert "Sam Francis" und bezeichnet "CTP".
Lembark L 244.
Herausgegeben und gedruckt von fünf Aluminiumplatten von George Page im Litho Shop, Inc., Santa Monica, mit deren Blindstempel unten rechts. Einer von nur vier CTP-Drucken, vor der Auflage von 24 Exemplaren. Prachtvoller und farbintensiver Druck der formatfüllenden Darstellung, unten und oben mit dem Schöpfrand.
Ohne Titel
Mischtechnik, collagiert, auf verschiedenen Papieren, in Orig.-Objektkasten montiert. 1992.
230 x 78 x 5 cm (Kasten).
Unten rechts mit Bleistift signiert "Sati Zech" und datiert, verso auf dem Objektkasten mit der Berliner Künstleradresse.
Ganz unterschiedliche Papiere setzt Zech neben- und übereinander, lässt sie sich wellen und biegen, knittern und falten, um die Materialität der verschieden dick daraufliegenden Farben zu unterstreichen. Ausgebildet in den 1980er Jahren bei Lothar Fischer an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin, gründete Zech in den 1990er Jahren die Künstlergruppen „m.a.x“ sowie „Berlin en bloc“. Immer wieder zeigt sich in ihrem Schaffen ein experimenteller Zugang zu Materialien.
Provenienz: Cordonhaus Cham
Privatbesitz Süddeutschland
Matschinsky-Denninghoff, Martin und Brigitte
Figurine I
Los 7256
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.250€ (US$ 1,437)
Figurine I
Messing und Zinn, auf grauen Marmorsockel montiert. 1994.
Ca. 44 x 14 x 12 cm.
Unter dem Sockel monogrammiert "M-D" und datiert sowie auf Klebeetikett (eigenhändig?) betitelt.
Nicht mehr bei Költzsch.
Seit den 1980er Jahren zeigen sich die Metallskulpturen des Künstlerehepaars filigraner und kleinteiliger und erinnern in ihrer Zeichenhaftigeit an einen informellen Gestus oder Kalligraphie. Das Spiel mit Kontur und Volumen, gebildet von zarten Linienstrukturen, die wie schwerelos erscheinen, bewirkt den besonderen Reiz der Figurine I. Gesamthöhe mit Sockel: 45 cm.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Ausstellung: Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff. Skulpturen 1965-2004, Galerie Mönch, Berlin 2011, Abb. S. 45
Schultze, Bernard
labyrinthisch-wuchernd
Los 7257
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.250€ (US$ 1,437)
"labyrinthisch-wuchernd"
Aquarell, farbige Kreiden, Farbstifte und Deckweiß auf Velin.
43 x 61 cm.
Unten mittig rechts mit Farbstift in Violett signiert "Bernard Schultze" und betitelt, unten links gewidmet.
Wunderbar differenziert in Farbigkeit und Linienführung wächst Schultzes labyrinthisch wucherndes Gebilde gleichmäßig über die Bildfläche. Seit den 1950er Jahren entstanden Schultzes erste informelle Arbeiten, die bedeutend die internationale Nachkriegskunst mitprägten. Sein Stil, bei dem lyrische Abstraktion auf lebendiges Kolorit und eine kleinteilige filigrane Formensprache trifft, bestimmt auch die vorliegende Arbeit. Schultze erschafft einen Bildraum, dessen Interpretation aufgrund der Gegenstandslosigkeit rein auf persönlichen Assoziationen und Emotionen basiert.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Schultze, Bernard
submarin, kreuz + quer
Los 7258
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.000€ (US$ 1,149)
"submarin, kreuz + quer"
Aquarell, Blei- und Farbstifte auf Velin, auf Karton kaschiert. 1992.
49 x 69 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Bernard Schultze", datiert und betitelt.
Die zarte, verwobene Komposition aus Schultzes spätem Werk weckt mit ihrem Detailreichtum vielfältige Assoziationen. Schultzes Zeichnungen lassen das Unbewusste mit einfließen und sind voller Elemente, Anspielungen und Zitate aus der Natur, erinnern an Algen oder Wurzeln, Pflanzen und andere phantastische Organismen. Mit diesem "lyrisch abstrakten" und unverkennbaren Stil behauptet er eine eigenständige Position in der Kunstgeschichte und unter den Künstlern seiner Zeit.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
"es blutet das Herz"
Aquarell auf Schoellershammer-Velinkarton. 1993.
51 x 73 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Bernard Schultze", datiert und betitelt.
Eine vibrierende Komposition, die das Pochen eines verletzten Herzens fast erlebbar macht. Bernard Schultze erfasst mit seiner differenzierten, ausgefeilten Aquarelltechnik diese feine Bewegung raffiniert bildnerisch und gibt mit seinem poetischen Titel die klare Interpretationsrichtung vor.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Koeppel, Matthias
Rapsfeld vor dem Gewitter
Los 7261
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.750€ (US$ 3,161)
"Rapsfeld vor dem Gewitter"
Öl auf Leinwand. 1995.
50 x 70 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Rot monogrammiert "M.K" und datiert, verso auf dem Rahmen mit Bleistift signiert "M. Koeppel", datiert und betitelt sowie bezeichnet "Öl/Lwd." und mit den Maßangaben.
Unter dem dunklen, weit aufgespannten Himmel leuchtet in übersteigertem Kontrast hellgelb das Rapsfeld. In irritierender Stille liegt ein verfallenes Gehöft inmitten der menschenleeren Landschaft. Matthias Koeppels Gemälde folgen stets dem gleichen kompositorischen Prinzip: "die Gliederung des Bildaufbaus verläuft überwiegend in einem Verhältnis von 2:1, wobei unter einem mächtigen Himmel mit bewegter Wolkenformation die Szenerien dicht zusammengedrängt ins untere Bilddrittel verlagert werden." (Barbara Straka, in: Matthias Koeppel. "Berlin ist immer im Werden...". Malerei wird Zeitgeschichte. Werke aus drei Jahrzehnten, Ausst.-Kat. Haus am Waldsee, Berlin 2002/03, S. 13). Koeppel entwickelte seit den 1970er Jahren seinen hyperrealistischen, scheinromantischen Stil mit den Prinzipien der Verklärung und Überhöhung von Realität in der Malerei.
Provenienz: Privatbesitz Mecklenburg-Vorpommern
Kuwertz, Evelyn
Baustelle Potsdamer Platz mit dem Weinhaus Huth
Los 7262
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.500€ (US$ 1,724)
Baustelle Potsdamer Platz mit dem Weinhaus Huth
Acryl auf Leinwand, auf Hartfaser aufgespannt. 1997.
100 x 100 cm.
Unten rechts mit Kreide in Blau signiert "Evelyn Kuwertz" und datiert.
Das wohl prominenteste Motiv der Künstlerin: Die geflutete Großbaustelle am Potsdamer Platz, kurz zuvor noch ein Brachland inmitten der zusammenwachsenden Stadt, scheint sich trotz der Abwesenheit von Menschen vor den Augen des Betrachters zu verändern, die Lücke sich zu schließen. Genau beobachtet Kuwertz das Geschehen von einem erhöhten Standpunkt, dokumentiert Spundwände und Kräne, die voll Wasser stehende Baugrube und prominent rechts im Bild, noch freistehend, das historische Weinhaus Huth. "Unterstes wird nach oben, Inneres nach außen gewendet, nur die Gegenwart existiert. Es stellt sich die Frage nach dem Wesen der Veränderung und des Vergessens“ (evelyn.kuwertz.berlin). So zeigt die Künstlerin in ihrer Malerei eine emotionale Interpretation des Gesehenen. In den 1970er und 1980er Jahren engagierte Kuwertz sich insbesondere für die Gleichberechtigung von Künstlerinnen und gehörte zu den Initiatorinnen des „Verborgenen Museums“. Die Berliner Stadtlandschaft zählt zu ihren Lieblingsmotiven.
Provenienz: Privatbesitz Berlin (direkt bei der Künstlerin in Auftrag gegeben)
Holzer, Jenny
I AM AWAKE IN THE PLACE WHERE WOMEN DIE
Los 7266
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
8.750€ (US$ 10,057)
"I AM AWAKE IN THE PLACE WHERE WOMEN DIE"
Pergament, geprägt und auf Hartfaser kaschiert. 1993.
25,5 x 40,8 cm.
Jenny Holzers Satz "Da wo Frauen sterben, bin ich hellwach", im Jahr 1993 in verschiedenen Varianten künstlerisch umgesetzt, ist hier wie ein Brandmal in die glatte Haut des Pergaments eingestanzt, ritzt sie auf und verletzt sie. Dies macht einen entscheidenden Teil des Projektes "Lustmord" aus, ausgehend von der "Edition 46" des SZ-Magazins. Holzer bezieht sich mit diesen Arbeiten auf die Verbrechen an Frauen im Krieg in Bosnien und Herzegowina. Das Projekt wurde durch eine großzügige Spende von Wolfgang Joop ermöglicht - Mäzenatentum im besten Sinne. "ln dem Interview, das sie in der Edition 46 gibt, fordert sie, angesprochen auf den Sponsoren, dazu auf: 'Deutsche, kauft Joop!' Durch dieses platte 'Produktplacement' weist sie darauf hin, daß Kunst käuflich ist und Künstlerinnen auf Sponsoren angewiesen sind. Anstatt darauf zu beharren, daß Kunst sich außerhalb des wirtschaftlichen Wettbewerbs lokalisiert, zeigt sie, wie sehr Kunst mit den finanziellen Interessen der Wirtschaft verstrickt ist." (Iris Dressler, Kunst als Medienspektakel, in: fkw-jounal.de, Heft 18, 1994, S. 29, Zugriff 02.03.2026). Unikat.
Provenienz: Sammlung Wolfgang Joop und Edwin Lemberg, Potsdam (Geschenk der Künstlerin)
Bootsanleger
Öl auf Leinwand. 2012.
50 x 60 cm.
Unten rechts mit Pinsel in die feuchte Farbe geritzt (schwer lesbar) signiert "Fußmann" und datiert.
Bleigrau liegt die Ostsee unter verhangenem Himmel. Die Bewegtheit von Wasser, Himmel und Segelschiff findet einen kongenialen Ausdruck in Fußmanns dynamischem Pinselduktus und der Vehemenz, mit der er die Farbmassen plastisch auf der Leinwand durchmodelliert. Diese skulpturale Malerei Fußmanns widmet sich häufig der norddeutschen Landschaft rund um Gelting und der Ostseeküste. Präsentationen seines Werkes fanden u.a. 1972 in der Neuen Nationalgalerie Berlin, 1982 auf der Mathildenhöhe in Darmstadt, 1988 in der Kunsthalle Emden, 1992 in der Kunsthalle Bremen und 2003 im Museum am Ostwall in Dortmund statt.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Fußmann, Klaus
Vergissmeinnicht, Kaiserkrone, Narzissen und Stiefmütterchen
Los 7268
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
3.750€ (US$ 4,310)
Vergissmeinnicht, Kaiserkrone, Narzissen und Stiefmütterchen
Aquarell und Deckweiß auf genarbtem Velin. 2016.
78 x 58 cm.
Unten links mit Pinsel in Graugrün signiert "Fußmann" und datiert.
Das sommerlich strahlende Blütenmeer beobachtet der Künstler im Garten: Ein intensives Grün umgibt die verschiedenen Bauernblumen, ein heller Himmel und das direkt beobachtete Tageslicht lassen die Farben strahlen. Locker aquarelliert Fußmann die Naturformen, abstrahiert sie zu lebendig flirrenden Farbfeldern und getüpfelten Strukturen und schafft eine komplex gestaffelte, großformatige Komposition.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Astern
Aquarell und Gouache auf Bütten. 2014.
21,5 x 30 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Orange signiert "Fußmann" und datiert.
Das Blumenstilleben besticht durch seine elegante Farbwahl: Die tiefvioletten Astern harmonieren mit den intensiv grünen Blättern, ein gelber Akzent vetieft das Strahlen. Mit beeindruckender Spontaneität und Verve erschafft Fußmann ein üppiges Blütenmeer. Das charakteristische Blumenaquarell zeigt die Blüten in der Nahsicht, in der beliebten abstrakten Lebendigkeit und intensiven Farbkontrasten.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Abend an der Ostsee
Aquarell und Deckweiß auf genarbtem Velinkarton. 2013.
21,3 x 30,3 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Grau signiert "Fußmann" und datiert.
Direkt nach Sonnenuntergang. Ein roter Streifen schimmert noch am Horizont, die Landschaft ist aber bereits fast völlig in Grau getaucht. Feinste Farbreflexe schimmern aber doch da und dort in den blockartig übereinandersitzenden Streifen von Hell- und Dunkelgrau. Das Farbspiel am Meer, in seiner norddeutschen Wahlheimat, inspiriert den Künstler zu immer neuen, intensiv leuchtenden Motivvarianten.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
Sprotte, Siegward
Küstenlandschaft mit Fischerbooten
Los 7271
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.063€ (US$ 1,221)
Küstenlandschaft mit Fischerbooten
Aquarell auf feinem Velin. 1973.
26,3 x 36,7 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarzblau signiert "S. Sprotte" und datiert.
Ein leuchtender roter Akzent bildet als kleiner waagerechter Nukleus das Zentrum der Komposition, die Sprotte in reduzierter Palette erfasst. Mit sparsamem, sicherem Duktus fängt der Künstler die Atmosphäre an der Küste unmittelbar ein. Markant und dunkel liegen die kalligraphisch gesetzten Formen der Boote silhouettenhaft vor dem hellen Grün und Blau; deren nahezu horizontal geführte Pinselzüge versetzen mit ihren leichten Abweichungen und Schwüngen die Küstenlandschaft in eine sanfte Bewegung.
Provenienz: Privatbesitz Baden-Württemberg
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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