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Lot 7121, Auction  127, Hubbuch, Karl, Tanzende Paare

Hubbuch, Karl
Tanzende Paare
Los 7121

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
875€ (US$ 1,006)

Details

Tanzende Paare
Kreide in Schwarz auf Skizzenblockpapier. 1928.
22,9 x 31,6 cm.
Unten rechts mit dem Nachlaßstempel, dort von Ellen Hubbuch signiert.

Engtanz. Dicht beieinander bewegen sich die beiden Paare, karikaturhaft verzerrt ihre Gesichter und die Gestalten. Der vehement bewegte zeichnerische Stil wird dem Sujet wunderbar gerecht, und sogar die vielfach gezogenen Konturen scheinen im Takt der Tanzmusik zu schwingen.

Provenienz: Privatbesitz Rheinland

Lot 7123, Auction  127, Mammen, Jeanne, Turcy

Mammen, Jeanne
Turcy
Los 7123

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
6.250€ (US$ 7,184)

Details

"Turcy"
Aquarell und Bleistift auf Velin. Um 1925.
18 x 12,5 cm.
Unten rechts mit Bleistift monogrammiert "JM", oben rechts betitelt.

Subtil und treffsicher zeichnet Jeanne Mammen die Chansonette Andrée Turcy. Der sensible und behutsame Umgang mit ihrer Figur prägt das kleine, locker und mit schwingenden Bleistiftlinien konturierte Aquarell. Die Künstlerin zeichnete keine Karikaturen, anders als George Grosz, und sie war auch nie von jenem Wahrhaftigkeitsdrang getrieben, der Otto Dix die unvorteilhaften Züge seiner Zeitgenossen hervorheben ließ. Mammen besaß auch ohne deren Aggressivität und extreme Unbedingtheit eine ebenso genaue und scharfe Beobachtungsgabe wie ihre Kollegen. "Die zarten, duftigen Aquarelle, die Sie in Magazinen und Witzblättern veröffentlichen, überragen das undisziplinierte Geschmier der meisten Ihrer Zunftkollegen derart, daß man Ihnen eine kleine Liebeserklärung schuldig ist (...)" (Kurt Tucholsky, Antwort an Jeanne Mammen, in "Die Weltbühne", 25. Jg., 06.08.1929, Heft 32, S. 225).

Provenienz: Ehemals Galerie Valentien, Stuttgart (mit deren Klebeetikett verso auf das Passepartout montiert, dort typographisch bezeichnet)
Grisebach, Berlin, Auktion 01.12.2001, Lot 684
Privatbesitz USA

Lot 7124, Auction  127, Mammen, Jeanne, Frau mit Kappe und Krawatte

Mammen, Jeanne
Frau mit Kappe und Krawatte
Los 7124

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.750€ (US$ 2,011)

Details

Frau mit Kappe und Krawatte
Bleistift auf Velin. Um 1935/40.
49 x 38 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten rechts mit Bleistift monogrammiert "JM".
Döpping/Klünner Z 646.

Mutig und selbstbewusst treten beide auf, Modell und Künstlerin: Das charaktervolle Portrait zeigt die Dame mit markanter Physiognomie, kantigem Kinn und geschlossenen Augen. Ihr Gesicht unter der kecken Kappe und die traditionell männlichen Accessoires schildert Mammen mit leichter, sicherer Hand, schnellem Strich und flächigen Bündeln kurzer Schraffuren. Zugleich spürt man ihren feinsinnigen Umgang mit der Erscheinung der Dargestellten, der eine genaue und scharfe Beobachtungsgabe mit großer Menschenfreundlichkeit in Einklang bringt. Seit den frühen 1930er Jahren entstanden in ihrem Werk zahlreiche Blätter, Bleistift- und Federzeichnungen auf einfachem Zeichenpapier.

Provenienz: Grisebach, Berlin, Auktion 27.11.2004, Lot 715
Privatbesitz Nordrhein-Westfalen

Lot 7126, Auction  127, Tappert, Georg, Stehende mit geschlitztem Rock

Tappert, Georg
Stehende mit geschlitztem Rock
Los 7126

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
813€ (US$ 934)

Details

Stehende mit geschlitztem Rock
Aquarell, Bleistift und farbige Kreiden auf Skizzenblockpapier. Wohl 1930.
38 x 27,5 cm.
Verso von Annalise Tappert mit Bleistift signiert und bezeichnet "Aquarell von Georg Tappert" sowie "10".

Offenherzig präsentiert die stehende Frau, wohl aus dem Berliner Bordell- und Cabaret-Milieu, ihren üppigen Körper. Georg Tappert wählte bereits früh die großstädtische Halbwelt zum Thema seiner Kunst: Chansonetten, Nackttänzerinnen, exotische Artistinnen, Bardamen und Straßendirnen dienten ihm als Modelle. Mit großem Einfühlungsvermögen widmete er sich den Menschen in all ihren Facetten, ohne dabei der kühlen Distanz der Neuen Sachlichkeit oder dem sozialkritischen Verismus der Zeit zu verfallen. Sein lebendiger, spontaner Duktus spiegelt die Impulsivität, mit der sich der Künstler seinem Motiv nähert, und die Zartheit und Sensibilität der Aquarellierung verleiht der Frau bei aller üppigen Körperlichkeit etwas Durchscheinendes, Verletzliches. Vorstudie zu Tapperts 1930 entstandenem Gemälde (vgl. Ketterer, München, Auktion 386, 10.12.2011, Lot 85).

Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen

Lot 7128, Auction  127, Barlach, Ernst, Der Buchleser (Lesender Mann im Wind)

Barlach, Ernst
Der Buchleser (Lesender Mann im Wind)
Los 7128

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
15.000€ (US$ 17,241)

Details

Der Buchleser (Lesender Mann im Wind)
Gips, mit Schellack gefasst. 1936.
46,3 x 20 x 34 cm.
Laur 599, Schult 472.

Eine Personifizierung von kontemplativer Ruhe und Besonnenheit: Der Mann scheint zu lesen und doch gleichzeitig den Blick in die Ferne zu richten. Vornübergebeugt sitzt er, in seine Lektüre vertieft, auf einem kleinen Hügel, die Ellenbogen auf den Knien aufgestützt. Sein Körper bildet, im Profil betrachtet, vom Boden über den Rücken bis zum Kopf eine geschlossene Halbkreisform, die auf der Vorderseite der Figur strahlenförmig aufgebrochen wird. Das schwere bodenlange Gewand des Buchlesers, das seitlich und über Armen und Schienbeinen große Falten bildet, unterstreicht seine geerdete, fast meditative Ausstrahlung: Wie ein Fels in der Brandung wirkt die monumentale, bodenständige Erscheinung. Diese Monumentalität ist zahlreichen Skulpturen Barlachs zu Eigen, die er nach prägenden Eindrücken vom bäuerlichen Leben auf seiner Russlandreise 1906 schuf. Das Motiv des Lesens stand an zentraler Stelle in seinem zeichnerischen und bildhauerischen Werk. Besonders im Hinblick auf die infamen Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten 1933 prangert er mit seinem "Buchleser" mutig die Beschneidung der Freiheitsrechte bezüglich einer selbstgewählten Lektüre an. Barlach selbst litt unter Verfemung im Dritten Reich: Zahlreiche seiner Werke wurden 1937 aus Museen, Kirchen und von öffentlichen Plätzen entfernt. Es handelt sich wohl um ein Werkmodell Barlachs für den entsprechenden, 1937 entstandenen Bronzeguss (Laur 600). Laur sind drei weitere Stuccogüsse bekannt, alle heute in Museumsbesitz.

Provenienz: Privatbesitz Norddeutschland

Lot 7130, Auction  127, Fritsch, Ernst, Sanssouci

Fritsch, Ernst
Sanssouci
Los 7130

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
3.125€ (US$ 3,592)

Details

Sanssouci
Öl auf Leinwand. 1927.
60 x 73 cm.
Unten links mit Pinsel in Rot signiert "E. Fritsch" und datiert, verso mit Kreide in Rot bezeichnet "50".

Eine völlig undramatische Szene: Vorbei am Bahnhof Sanssouci mit seinem alten Bretterzaun und wehenden Fahnen spaziert die junge Frau und ist in der Rückenansicht mit deutlicher Distanz zum Betrachter in einer unprätentiösen, kühlen und herben Formensprache gezeichnet. Schattenlos, in leuchtend heller Farbigkeit und ganz im Stil der Neuen Sachlichkeit erfasst Fritsch, dessen frühes Schaffen noch von einem kubistisch-expressionistischen Stil dominiert war, die sommerliche Szenerie. Der Berliner Maler war seit 1919 Mitglied der damals von Lovis Corinth geleiteten Berliner Sezession und der Novembergruppe. Seit 1925 war er bei Ausstellungen der Neuen Sezession in München vertreten, 1946 wurde er Professor an der Berliner Hochschule für Bildende Künste. Heute wird er der "Verlorenen Generation" zugerechnet.

Provenienz: Grisebach, Berlin, Auktion 41, 26.11.1994, Lot 215
Privatsammlung Berlin

Radziwill, Franz
Zehn Radierungen
Los 7131

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
6.250€ (US$ 7,184)

Details

Zehn Radierungen
10 Bl. Radierungen auf festem Velin. 1922.
Ca. 19,5 x 24 cm (34 x 49 cm).
Alle signiert "Fr. Radziwill".
Presler 13-22.

Die komplette Folge von Radierungen. Von der geplanten Auflage von 60 Exemplaren, herausgegeben von der Werkstatt Lerchenfeld, Hamburg, wurden wohl laut Presler lediglich maximal 35 gedruckt. Zwanzig Mappen wurden von den Nationalsozialisten in Hamburg beschlagnahmt und zerstört. Motivisch beziehen sich die Radierungen teilweise auf Kompositionen in Radziwills Aquarellen und Gemälden. Enthalten sind: "Stilleben", "Mädchen am Tisch", "Ostfriesisches Haus", "Frauen am Strand", "Frauen am Tisch", "Frauen sich kämmend", "Landschaft mit Fabrik", "Landschaft", "Zwei Akte" sowie "Haus und Boot". Ganz prachtvolle, kräftige Drucke mit ausdrucksvollem Plattenton und tief eingeprägter Plattenkante. Sehr selten.

Lot 7132, Auction  127, Fischer-Geising, Heribert, Frau in Grün mit grünem Buch

Fischer-Geising, Heribert
Frau in Grün mit grünem Buch
Los 7132

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
10.000€ (US$ 11,494)

Details

Frau in Grün mit grünem Buch
Öl auf Leinwand. 1930.
114 x 62 cm.
Oben rechts mit Pinsel in Orange signiert "Fischer-Geising" und datiert.

Geschult am Stil der Neuen Sachlichkeit, erfasst der Künstler die ruhig sitzende Frauenfigur in leicht stilisierten, klaren Formen und einem kunstvoll übersteigerten Schwerpunkt in der Farbgebung: Grün dominiert nicht nur die Gegenstände und den Hintergrund, sondern bestimmt auch die Schattierungen des subtil gestrichelten Inkarnats. Allein die geometrischen Muster des Schals leuchten kontrastierend blau-rot-orange und verstärken die farbliche Intensität der Komposition. Ausgebildet wurde Fischer-Geising ab 1914 bei Oskar Zwintscher und anschließend bei Robert Sterl an der Königlichen Kunstakademie in Dresden; den Doppelnamen nahm er erst nach dem Ersten Weltkrieg nach seinem Wohnort im Erzgebirge an.

Provenienz: Sammlung Wolfgang Joop und Edwin Lemberg, Potsdam

Degner, Arthur
Drei Grazien
Los 7133

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.250€ (US$ 1,437)

Details

Drei Frauen
Öl auf Hartfaser.
85 x 65 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Degner", verso nochmals mit Pinsel in Schwarz signiert "Degner." sowie mit Bleistift bezeichnet (wohl später datiert?) "28" und mit Maß- und Adressangaben.

Plakativ und als kompakte Gruppe inszeniert, zeigt Arthur Degner drei von locker drapierten Tüchern umhüllte Frauen mit symbolischen Früchten - in Anlehnung an die Drei Grazien, Sinnbilder von Anmut, Schönheit und Freude. Ihre Körper formuliert er mit einem lockeren, großzügigen Duktus, die pastos aufgetragenen, kontrastierenden Farben sowie dunkle Konturen und vereinfachte Formen entsprechen ganz Degners spätexpressionistischer Bildsprache. Wie auch sein Freund Lovis Corinth, der einen großen Einfluss auf ihn ausübte, war Degner einer der wenigen bekannteren Künstler aus den ehemaligen deutschen Ostprovinzen. Beinahe sein gesamtes Frühwerk wurde im Krieg bei einem Bombenangriff zerstört.

Provenienz: Privatbesitz Berlin

Ausstellung: Juryfreie Kunstausstellung, Berlin, 23.04.-15.05.1968, Kat.-Nr. 3 (mit Abb.)

Lot 7135, Auction  127, Hegenbarth, Josef, Uhu

Hegenbarth, Josef
Uhu
Los 7135

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
4.250€ (US$ 4,885)

Details

Uhu
Leimfarbe auf Velin. 1936.
44,8 x 39,3 cm.
Oben rechts mit Feder in Schwarz signiert "Jos. Hegenbarth".
Zesch B V 595.

Aus gelben Augen blickt der sitzende Raubvogel gerade aus dem Bild. Die krümelige Wirkung der Leimfarben und die weißen kreidigen Punkte unterstreichen in ihrem lebendigen Wechselspiel die Lockerheit der Gestaltung von Gefieder und Tierkörper, der Hintergrund in einem abgetönten hellen Kolorit bleibt lediglich angedeutet. Viele von Hegenbarths Tierstudien entstanden im Dresdner Zoo. "Im Bild des Tiermalers agieren die vierbeinigen und gefiederten Modelle allein, ganz auf sich selbst oder ihre unmittelbare Umgebung konzentriert, arttypisches Verhalten, beobachtet am einzelnen Exemplar oder der Gruppe." (Renate Barth, in: Josef Hegenbarth, Werke aus dem Nachlass, Ausst.-Kat. Weimar 1980, S. 13). Verso eine weitere Zeichnung des Künstlers, "Kaffeehaus", Aquarell und Leimfarbe, gekratzt, um 1925. Das Werkverzeichnis der Handzeichnungen Josef Hegenbarths von Ulrich Zesch wurde online eingesehen am 11.03.2026.

Provenienz: Walter Protze (um 1938)
Nachlassbesitz Hamburg (um 1950)
Hauswedell, Hamburg, Auktion 168, 1969
Galerie Pels-Leusden, Berlin 1972, Nr. 5
Privatbesitz

Ausstellung: Das Tier in der Kunst des XX. Jahrhunderts (1880-1969), Galerie Pels-Leusden Berlin 1969, Nr. 54
Josef Hegenbarth. Aquarelle, Gouachen, Handzeichnungen und Grafiken, Galerie Pels-Leusden, Berlin 1972, Nr. 5

Lot 7136, Auction  127, Jaeckel, Willy, Liegender Frauenakt

Jaeckel, Willy
Liegender Frauenakt
Los 7136

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.375€ (US$ 1,580)

Details

Liegender Frauenakt
Pastell auf braunem Canson-Velin. Um 1930.
50 x 65 cm.

Wärme und Weichheit dominieren Duktus und Tonalität der Zeichnung. "Demonstriert Jaeckel in der Figurendarstellung einerseits die Beherrschung der unzähligen, klassischen akademischen Posen, so wählt er andererseits auch immer wieder die zwanglose natürliche Haltung des Modells (...). Der Maler fordert den Betrachter geradezu heraus, den an- und abschwellenden Linien der ins Monumentale gesteigerten Plastizität der weiblichen Körperformen zu folgen und den privaten Blick auf das Modell zu wagen. Dabei geht es Jaeckel nicht um die Position des heimlichen Voyeurs, sondern darum, die Situation in ihrer Natürlichkeit als selbstverständlich zu erfahren. Jaeckels Figurenauffassung demonstriert in stilistischer wie soziologischer Hinsicht ein modernes Bild der Frau." (Dagmar Klein-Elsässer, Willy Jaeckel- So war mein Denken, Ausst.-Kat. Miesbach 2000, S. 70).


Provenienz: Nachlass des Künstlers
Privatbesitz Berlin

Lot 7138, Auction  127, Jacobi, Rudolf, Brustbild eines Knaben in roter Weste

Jacobi, Rudolf
Brustbild eines Knaben in roter Weste
Los 7138

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.588€ (US$ 1,825)

Details

Brustbild eines Knaben in roter Weste
Öl auf Leinwand.
51 x 41 cm.
Verso auf dem Keilrahmen mit dem blauen Nachlaßstempel sowie mit den Maßangaben und (von fremder Hand?) bezeichnet "147".

Frische, leuchtende Farben bestimmen das sensibel gestaltete Portrait und betonen die strahlend blauen Augen. Wie häufig bei Jacobis späteren Bildnissen erscheinen die Konturen weich, ein wenig unbestimmt und von einer beinahe irritierenden Unschärfe. Rudolf und Annot Jacobis "Malschule Annot" am Berliner Lützowplatz wurde 1933 geschlossen, da beide sich weigerten, jüdische Schülerinnen zu entlassen. Nach ihrer Emigration in die USA gründeten sie im New Yorker Rockefeller Center die „Annot Art School“. Rudolf Jacobi war einer der wenigen Künstler, die auch in der Emigration berufliche Erfolge mit mehreren Einzelausstellungen feiern konnten.

Provenienz: Nachlass des Künstlers
Privatbesitz Süddeutschland

Lot 7139, Auction  127, Jacobi, Rudolf, Waldlandschaft

Jacobi, Rudolf
Waldlandschaft
Los 7139

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.000€ (US$ 1,149)

Details

Waldlandschaft
Öl auf Leinwand.
118 x 91 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Rudolf Jacobi", verso auf dem Spannrahmen mit den Maßangaben sowie bezeichnet "39".

Mit kurzen horizontalen Pinselhieben schildert Jacobi das Laubwerk der sommerlich grünen Bäume am Waldrand, den Himmel in sanft rosa abgetöntem Blau gestaltet er hingegen mit schräg-vertikal geführtem, lockerem Duktus. Im Zusammenwirken beider Bildzonen entsteht eine duftige, heitere Atmosphäre. Jacobi, einer der bedeutenden Vertreter der sogenannten verschollenen Generation, lebte ab 1926 für zwei Jahre in Paris, wo ihn Maurice de Vlaminck stilistisch beeinflusste. Im Anschluss gründete er in Berlin die Malschule "Annot" und trat der Berliner Sezession bei. Bald nach seinen ersten Ausstellungserfolgen emigrierte Jacobi 1933 und kehrte erst 1967 nach Deutschland zurück.

Provenienz: Privatbesitz Rheinland

Lot 7141, Auction  127, Meidner, Ludwig, Selbstportrait mit Haube

Meidner, Ludwig
Selbstportrait mit Haube
Los 7141

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
3.750€ (US$ 4,310)

Details

Selbstportrait mit Haube
Öl auf strukturierter Malpappe.1959.
77,5 x 58 cm (Passepartoutausschnitt).
Oben links mit Pinsel in Rotbraun monogrammiert "LM" und datiert.

Mit freundlicher Ruhe blickt Meidner direkt zum Betrachter, den Kopf und Oberkörper nach rechts gewandt. Ein warmes Leuchten überstrahlt das Selbstbildnis des Künstlers, dessen lockerer, lebhafter und zügiger Pinselduktus in seiner Lebendigkeit die Farbwirkung unterstreicht. Mit tupfend aufgesetztem Pinsel modelliert Meidner Höhen, Falten und Strukturen des von großer Lebenserfahrung sprechenden Gesichts. Als Malgrund verwendet er zu dieser Zeit vielfach derartige Malpappen mit geprägter Leinwandstruktur. "Aus den Selbstbildnissen der letzten Jahre sieht uns ein Überlegener an, einer, der überwunden, ein Weiser, der alle Stürme überstanden hat. Einigemal ist in seinem Gesicht gar ein Anflug von Humor wahrzunehmen." (Thomas Grochowiak, Ludwig Meidner, Recklinghausen 1966, S. 217). Wir danken Erik Riedel, Ludwig Meidner-Archiv im Jüdischen Museum, Frankfurt am Main, für freundliche Hinweise vom 22.08.2025.

Provenienz: Privatbesitz New York
William Doyle, New York, Auktion 11.06.2025, Lot 643
Privatbesitz Österreich

Lot 7146, Auction  127, Gleizes, Albert, Deux bouteilles, un bocal et un pichet

Gleizes, Albert
Deux bouteilles, un bocal et un pichet
Los 7146

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.500€ (US$ 2,874)

Details

Deux bouteilles, un bocal et un pichet
Bleistift auf gewalztem Velin. 1942.
27 x 21,2 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "AGleizes" und datiert, verso auf dem Karton mit dem Stempel "ALBERT GLEIZES".
Varichon 2019.

Gleizes' Verbindung zum synthetischen Kubismus ist auch in der späteren, harmonischen Zeichnung noch spürbar. Während die Gegenstände des Arrangements von Gefäßen im Zentrum der Komposition mit dichten Schraffuren sorgsam ausgearbeitet sind, bleibt das Interieur weitgehend angedeutet und dennoch von überzeugender Räumlichkeit.

Provenienz: Rémy le Fur Associes, Paris (mit dessen Klebetikett verso auf dem Karton)
Marco Angelini and Co. Ltd. at St. James´s Art books
Privatsammlung Deutschland
Privatbesitz Nordrhein-Westfalen

Lot 7149, Auction  127, Heldt, Werner, Berliner Häuser

Heldt, Werner
Berliner Häuser
Los 7149

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.750€ (US$ 2,011)

Details

Berliner Häuser
Pinsel in Schwarz auf Velin. Um 1947.
21,2 x 24,2 cm.
Verso mit Kugelschreiber in Blau von Eberhard Seel signiert sowie mit dem Nachlaßstempel, dort mit Bleistift bezeichnet "98".
Seel 477.

Wie fragile Kartenhäuser erscheinen die Gebäude in Werner Heldts "Häuserstilleben". Die Fassaden ruhen schwebend auf einer geschwungenen Linie, fast wie auf einem Boot. Heldt schuf zahlreiche Zeichnungen und Lithographien zum Thema "Berlin am Meer", in denen er die unsichere Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg symbolisiert. "Werner Heldt ist der Maler Berlins in einem besonderen Sinn. Er gibt uns das Bild einer von allem Lokalkolorit entschlackten Stadt. Durch diese Stadt ist der Abgrund der Zeiten gegangen. (...) Ein kalter Wind hat ihre Straßen leergeweht, reingefegt." (Wieland Schmied, Das Werk Werner Heldts, in: Eberhard Seel, Werner Heldt, Köln 1976, S. 8).

Provenienz: Ehemals Dr. Marianne Richter, Berlin
Privatbesitz Berlin

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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