Radierplatten
9 Kupferplatten. 1914-20.
Bis ca. 25 x 19 cm.
Schwarz 167, 193, 198, 299 D und E, 332, 336, 342 und 413.
Druckplatten aus dem Verlag Fritz Gurlitt, jeweils eingeschlagen in die entsprechenden Probedrucke. Enthalten sind: "Leda mit dem Schwan" (1914, Schwarz 167), "Pferdestall" (1914, Schwarz 193), "Pflegerin" (1914, Schwarz 198), "Verschiedene Tierstudien" (zwei Platten, 1917, Schwarz 299 D und E), "Familie am Tisch" (1918, Schwarz 332), "Schularbeiten" (1918, Schwarz 336), "Hausecke" (1918, Schwarz 342) und "Im Tiergarten" (1920, Schwarz 413).
Provenienz: Ehemals Nachlass Wolfgang Gurlitt, München
Radierplatten
4 Kupferplatten. 1914-20.
Bis ca. 20 x 25 cm.
Schwarz 152, 210, 432 III und VII.
Druckplatten aus dem Verlag Fritz Gurlitt, jeweils eingeschlagen in die entsprechenden Probedrucke. Enthalten sind: "Weissagung" (1914, Schwarz 152), "Paradies" (1915, Schwarz 210), "Dorf Urfeld" und "Der Ziegenbock" (1920, Schwarz 432 III und VII). Beigegeben: Sieben Radierplatten weiterer Künstler, dabei u.a. Max Pechstein, "Ein Friese" (1923, Krüger R 133).
Provenienz: Ehemals Nachlass Wolfgang Gurlitt, München
Walchensee im Nebel
Lithographie auf Velin. 1920.
32 x 37 cm (40,2 x 50,2 cm).
Signiert "Lovis Corinth".
Schwarz L 441.
Schwarz erwähnt eine Gesamtauflage von 115 Exemplaren auf Japan oder Bütten, verlegt von Fritz Gurlitt, Berlin 1920. Unser Exemplar wohl neben der Auflage auf Velin gedruckt. Prachtvoller, kreidiger Druck mit deutlich zeichnender Steinkante und mit breitem Rand.
Haus am Walchensee
Kaltnadel auf Bütten. 1920.
24,4 x 32,2 cm (31,1 x 35,7 cm).
Signiert "Lovis Corinth". Auflage 75 Ex.
Schwarz 449.
Aus der Auflage von 75 Exemplaren auf Bütten, neben 40 Exemplaren auf Japan, erschienen bei Fritz Gurlitt, Berlin. Ganz prachtvoller, gratiger und kontrastreicher Druck mit Rand.
Orlik, Emil
Steuermann auf der Brücke bei Nacht
Los 7036
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.125€ (US$ 1,293)
Steuermann auf der Brücke bei Nacht
Öl auf Malpappe.
33,5 x 24,5 cm.
Stimmungsvolle, dunkeltonige Komposition. Mit weichen Konturen und sparsamer Beleuchtung schildert Orlik die einsame nächtliche Arbeit des Schiffsführers am Ruder. Die effektvolle Lichtführung akzentuiert die Hände des Steuermanns und das glänzende Messing der Gerätschaften auf der Kommandobrücke.
Provenienz: Ehemals Sammlung Gabor Breg, Frankfurt/Main
Jeschke-Hauff-Van Vliet, Berlin, Auktion 21.05.2005, Lot 409
Privatbesitz Süddeutschland
Ausstellung: Industrie und Technik in der deutschen Malerei von der Romantik bis zur Gegenwart, Muzeum Śląska Wrocław 1970, Kat.-Nr. 39a (entsprechend deren Klebeetikett auf beiliegender ehem. Rahmenrückseite, dort betitelt "Sternik")
Am alten Burgwall
Farblithographie auf Similijapan. 1900.
24 x 38 cm (30,3 x 44 cm).
Signiert "Orlik" und mit dem Stempel der Druckerei Koshiba, Tokio, sowie mit dem ovalen Nachlaßstempel.
Voss-Andreae L 79.
Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand. Sehr selten.
Männerbildnis
Rohrfeder in Schwarz über Bleistift auf Schoellershammer-Velin. 1919.
63,3 x 47 cm.
Unten rechts mit Bleistift monogrammiert "LM" und datiert.
In Überlebensgröße rückt Meidner das expressiv gestaltete Männerportrait dicht an den Betrachter heran. So vehement fährt er in großzügigen Schwüngen mit der Rohrfeder über das Zeichenpapier, dass sich vielfach die Federspitzen auch ohne Farbe in die Oberfläche eindrücken und dort ihre Kratzer hinterlassen. An anderen Stellen reißt der Künstler mit kurzen, heftigen Hieben das Papier derart auf, dass die Farbe tief eindringt und matt-schwarze Akzente bildet. Das Blatt stellt somit nicht nur ein großartiges Beispiel für Meidners Portraitkunst dar, sondern macht zudem den Prozess und die individuelle Weise seines Zeichnens erfahrbar.
Provenienz: Grisebach, Berlin, Auktion 158, 31.05.2008, Lot 711
Privatbesitz Rheinland
Paar auf der Bank
Feder und Pinsel in Schwarz und Gouache auf Karton. 1904.
20 x 24 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert "H. Zille" und datiert.
Weil es auf der Parkbank immer noch besser ist als zu Hause, rückt das Paar in der Kälte eng zusammen und hilft sich mit wärmendem Schnaps. Das innige Miteinander täuscht nicht über die harte Realität des Lebens für die sozial Benachteiligten und Abgehängten im Berlin des beginnenden 20. Jahrhunderts hinweg. Realistisch und liebevoll, mit lebendig pointierten Federstrichen und effektvollen weißen Höhungen widmet sich Zille den Details der verlebten, von der Härte des Daseins gezeichneten Gesichtern und der Kleidung, während die Umgebung summarisch erfasst bleibt.
Provenienz: Ehemals Sammlung Werner Eberhard Müller, Leipzig (mit dessen Sammlerstempel verso, Lugt 5075)
Ehemals Privatbesitz Norddeutschland
16 Bl. Verschiedene Techniken auf unterschiedlichen Papieren, zusammen in 1 Passepartout montiert.
Bis 20,8 x 14,5 cm.
11 Bl. recto bzw. verso mit Nachlaßstempeln (teils Fragmente, teils verblasst) "Heinrich Zille" bzw. "Nachlaß Prof. Heinrich Zille" (Rosenbach 1 und 4, Lugt 2676b).
Mädchen mit großem Hut, pummelige Kleinkinder, freche Straßengören, Flaneure - ein Panoptikum verschiedenster Berliner Gestalten versammelt sich auf Makulaturpapier, Zettelchen oder Fragmenten von Briefumschlägen. Manchmal ausschnitthaft und vielfach ohne weiteren Zusammenhang skizziert Zille die für ihn so typischen Figuren des Berliner Alltagslebens, mit seinem ganz eigenen, freundlichen Blick für das Wesentliche und mit sicherem Strich. Verso teils mit Fragmenten weiterer Zeichnungen des Künstlers.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Selbstbildnis
Strichätzung, Kaltnadel sowie Vernis mou mit Durchdruck von Bütten und Zieglerschem Umdruckpapier auf Japan. 1912.
14 x 9,9 cm (32,5 x 24,3 cm).
Signiert "Käthe Kollwitz".
Knesebeck 126 VII a (von d).
Eines der intimsten Selbstbildnisse der Künstlerin auf der Höhe ihres reifen Schaffens. Endgültige Fassung, mit der unterhalb des linken Nasenlochs hinzugefügten, aus unregelmäßigen kurzen Strichen bestehenden Horizontallage. Druck vor den Auflagen für Sievers Katalog. Ganz prachtvoller, stellenweise gratiger und wunderbar kontrastreicher Druck in Braun mit klar eingeprägter Plattenkante und Rand, unten mit dem Schöpfrand.
Kopf
Rötel (Reiberdruck von einem Holzstock) auf Velin. 1935.
32,2 x 20,3 cm.
Unten rechts mit Rötel (verblasst) monogrammiert "CR" und datiert.
Zeichnerisch überarbeiteter Reiberdruck von der linken Hälfte des deutlich früher, 1912, entstandenen Holzschnitts "Drei Köpfe" (Vogt 45; vgl. Utermann 52), der in seiner Transparenz den Charakter einer Frottage erlangt, konturiert von anmutig geschwungenen Kreidelinien.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Schmidt-Rottluff, Karl
Straße in Rottluff
Los 7049
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
3.750€ (US$ 4,310)
Straße in Rottluff
Kaltnadel und Stich auf festem Kupferdruckkarton. 1921.
17,3 x 11,2 cm (39,3 x 26,3 cm).
Signiert "S. Rottluff" sowie mit seiner Werknummer "211 St.".
Schapire R 47.
Auf das Wesentliche reduziert Schmidt-Rottluff die dörfliche Szenerie mit Figur. Rundungen und kantige Formen fügen sich zu einem harmonischen, dicht komponierten Ganzen, die breitgratigen, tiefschwarzen Linien mit dem feinen weißen Mittelstrich zeigen, wie Schmidt-Rottluff hier mit dem Stichel direkt in die Zinkplatte hineingearbeitet hat. Prachtvoller Druck mit schön changierendem Plattenton und ungereinigter Facette, mit breitem Rand.
Am Gebüsch
Pinsel- und Kreidelithographie auf genarbtem SLG-Bütten. 1914.
27,8 x 20,3 cm (50,8 x 33,7 cm).
Signiert "S. Rottluff" und datiert sowie mit der Werknummer "1418".
Schapire L 92.
Eine gewisse Monumentalität, die von Schmidt-Rottluffs tiefer Verinnerlichung der Holzschnittkunst herrührt, zeigt sich auch bei der vorliegenden Lithographie in der Einfachheit ihrer Formen, der souveränen Stilisierung und dem Kontrastreichtum. Prachtvoller, feiner, differenzierter Druck mit dem vollen Rand, an drei Seiten mit dem Schöpfrand.
Pechstein, Hermann Max
Abend in Leba ("Abend am Lebaausfluss")
Los 7051
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
200.000€ (US$ 229,885)
Abend in Leba ("Abend am Lebaausfluss")
Öl auf Leinwand. 1933.
60 x 91 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Blau monogrammiert (ligiert) und datiert „HMP 1933“, verso mit Pinsel in Schwarz eigenhändig bezeichnet „Abend am Lebaausfluss / HMPechstein / Berlin W. 62. / Kurfürstenstr. 126“.
Soika 1933/9.
Im spätsommerlichen Licht der frühen Abendstunden, dominiert von verschiedenen Blau- und Grüntönen, lenkt Pechstein den Blick vom Hafen aus über den Fluss Leba in Pommern bis zu dessen Mündung in die Ostsee.
Vorbei an aufgebockten Fischkuttern links und entlang kleiner Fischerhütten am rechten Rand des Ufers, dazwischen einzelne Boote, die nach dem Fang leise tuckernd zum Hafen zurückkehren. Vereinzelt kreisen Möwen über der Szenerie, am tiefen Horizont türmen sich voluminöse Wolkenformationen hoch in den Himmel, die den horizontalen Bildaufbau maßgeblich durchbrechen.
Die scheinbare Idylle der sonst ausgewogenen Komposition mag trügen, angesichts der historischen Entstehungszeit dieses Gemäldes kurz nach Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933. Wie schon in den Sommermonaten zuvor reiste Pechstein Mitte Mai dieses Jahres mit seiner Familie zu den Schwiegereltern nach Leba in Pommern (heute Łeba, Polen), wo diese eine kleine Pension betrieben. Die Familie blieb dort fünf Monate bis Anfang Oktober.
Wie für viele Künstler und Literaten markierte das Jahr 1933 auch für Pechstein eine einschneidende Zäsur: Zunehmende Anfeindungen und Vorhaltungen prägten das Umfeld, und es boten sich nur wenige Möglichkeiten für den Verkauf seiner Bilder. So waren die Sommermonate in Pommern mit Unterstützung der Schwiegereltern auch eine Notwendigkeit, um Geld für den Lebensunterhalt der Familie zu sparen und an neuen Gemälden zu arbeiten. Ein Eintrag in seinem Werkstattbuch lässt vermuten, dass Pechstein das Gemälde direkt im Oktober von Leba mit nach Berlin brachte, um es zusammen mit zwei weiteren Arbeiten dieses Sommers, ab dem 1. November in der Berliner Künstlerkneipe "Die Insel" auszustellen. Sein Eintrag vom 1. November 1933 nennt den Titel ‚Abend am Lebaausfluss‘ an erster Stelle.
Über die Jahre wurden der Kutterhafen von Leba und seine Umgebung ein beliebtes und wichtiges Motiv im Œuvre des Künstlers. Die Ostsee blieb für Pechstein ein Zufluchtsort und es existieren ab den 1920er Jahren bis Anfang der 1940er Jahre zahlreiche Darstellungen des Ortes, sowohl in Öl auf Leinwand als auch Aquarelle und Zeichnungen. Das einfache Leben der Küstenbewohner, die Landschaft, das Licht und die unberührte Natur waren für ihn schon früh eine fruchtbare Inspiration für seine Kunst und bildeten ein Gegengewicht zum großstädtischen Leben.
Wir danken Julia Pechstein, Hamburg, und Prof. Dr. Aya Soika, Berlin, für wertvolle Hinweise und die Unterstützung bei der Katalogisierung der Arbeit. Ein Gutachten mit Echtheitsbestätigung als Ergänzung zum Werkverzeichniseintrag vom 19.03.2026 liegt vor.
Provenienz: Atelier des Künstlers (dort erworben 1943)
Seitdem in Erbfolge Privatbesitz Berlin
Beim Schnaps
Kaltnadel mit Riffelfeile und Pinselätzung auf Kupferdruckpapier. 1920.
20,8 x 23,5 cm (31,5 x 36,3 cm).
Signiert "HMPechstein" und datiert sowie bezeichnet "35".
Krüger R 117.
Straffe, geometrisierte Formen und klare Kontraste kennzeichnen seit ca. 1919 Pechsteins graphischen Stil und erscheinen auch im vorliegenden Blatt dominant. Mit den Schwüngen der Riffelfeile erzeugt der Künstler in seiner rhythmisch und spannungsreich durchkomponierten Kaltnadelarbeit zudem fein differenzierte Grautöne. Krüger waren nur drei Exemplare bekannt geworden, er erwähnt keine Auflagenhöhe, sondern nur wenige Exemplare für Gurlitt. Ganz prachtvoller, kontrastreicher, in den Schwärzen samtiger Druck mit breitem Rand. Äußerst selten, im internationalen Auktionshandel nur ein weiteres Exemplar nachweisbar.
"Zärtlichkeit"
Kaltnadel in Schwarzbraun auf festem Kupferdruckpapier. 1919.
20 x 15,2 cm (30,3 x 24,9 cm).
Signiert "D. Maetzel-Johannsen", datiert, betitelt und bezeichnet "Nº 10".
Nicht bei Hans.
Dorothea Maetzel-Johannsen war zusammen mit ihrem Mann Emil Maetzel Mitbegründerin der Hamburgischen Sezession und entwickelte zwischen 1919 und 1921 eine eigene expressive Bildsprache. Inspiration zog sie dabei unter anderem aus dem Kubismus, der Künstlergemeinschaft Brücke und der afrikanischen Skulptur. Prachtvoller, sanft toniger Druck mit facettierter Plattenkante und mit Rand.
Maetzel-Johannsen, Dorothea
Mutter und Kind
Los 7057
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.250€ (US$ 1,437)
"Mutter und Kind"
Kaltnadel in Schwarzbraun auf festem Kupferdruckpapier. 1919.
18,8 x 12,1 cm (30,2 x 24,8 cm).
Signiert "D. Maetzel-Johannsen", datiert und betitelt.
Nicht bei Hans.
Typische Graphik aus der expressiven Schaffensphase der Künstlerin in einem prachtvollen, leicht verwischten und bewusst tonigen Druck, mit tief eingeprägter Plattenkante und mit Rand.
Maetzel-Johannsen, Dorothea
Akt mit Handspiegel
Los 7058
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.000€ (US$ 2,299)
Akt mit Handspiegel
Kaltnadel auf Velin. 1920.
21,1 x 15,9 cm (38,8 x 26 cm).
Signiert "D. Maetzel-Johannsen" und datiert.
Hans S. 77.
Der stark vom Kubismus geprägte Frauenakt in unbestimmter Landschaft in einem kräftigen, gratigen Abzug mit differenziertem Plattenton und tief eingeprägter Plattenkante, verso mit feinem Relief, mit Rand.
Maetzel-Johannsen, Dorothea
Frauenakt mit Blumenstrauß
Los 7059
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.125€ (US$ 1,293)
Frauenakt mit Blumenstrauß
Kaltnadel auf festem Kupferdruckpapier. 1921.
27,7 x 17,9 cm (49,8 x 34,8 cm).
Signiert "D. Maetzel-Johannsen" und datiert.
Nicht bei Hans.
Prachtvoller Druck mit teils kräftigem expressiv-malerischen Plattenton und tief eingeprägter Plattenkante, mit breitem Rand.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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