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Lot 2001, Auction  127, Abraham à Sancta Clara, Judas Der Ertz-Schelm

Abraham à Sancta Clara
Judas Der Ertz-Schelm
Los 2001

Schätzung
250€ (US$ 284)

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LITERATUR UND BUCHILLUSTRATION
Abraham à Sancta Clara (d. i. Ulrich Megerle). Judas Der Ertz-Schelm, für ehrliche Leuth, oder eigentlicher Entwurff, und Lebens-Beschreibung des ischariotischen Bösewicht. Bände I und II (von 4). 10 Bl., 410 S., 5 Bl.; 487 S., 16 Bl. Mit 2 gestochenen Frontispices (in Pag.). 20,5 x 16,5 cm. Schlichter Pappband des 19. Jahrhunderts (Außengelenke angebrochen) mit hs. RTitel Bonn, Georg Friedrich Franckenberg bzw. Salzburg, Haan, 1687-1689.
VD 17, 14:678611Z. Dünnhaupt I, 22.I.5. Bertsche 22a, 12. Goedeke III, 240, 18. Vgl. Faber du Faur 1112. Jantz 324. – Fünfter Druck. Mit vier Teilen das umfangreichste Werk des barocken Predigers und Schriftstellers Abraham à Sancta Clara (1644-1709): "Eine weitausgesponnene Lebensbeschreibung des Judas, mit einer Fülle von kultursatirischen Legenden u. Episoden untermalt" (Dünnhaupt). "Father Abraham regarded this, his most ambitious work, a sort of novel, but useful for preachers also. The devilish side of the human soul is incarnate in Judas" (Faber du Faur). – Innenspiegel mit montiertem Exlibris sowie kl. Antiquariatsschild. Durchgehend etwa gebräunt.

Lot 2002, Auction  127, Aesop, Fabulae variorum

Aesop
Fabulae variorum
Los 2002

Schätzung
450€ (US$ 511)

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Aesop. Fabulae variorum auctorum nempe Aesopi fabulae Graeco-Latinae CCXCVII. Aphthonii Soph. Fabulae Gr. Lat. XL. Gabriae Fab. Gr. Lat. XLIII. Babriae Fab. Gr. Lat. XI. Opera & studio Isaaci Nicolai Nevelet. 8 Bl., 678 S. Mit 237 Textholzschnitten von Virgil Solis. 16 x 9,5 cm. Pergament d. Z. (stärker fleckig und berieben, Einband vom Block gelöst). Frankfurt, Gerlach und Beckenstein, 1660.
Umfangreich illustrierte Ausgabe der Aesopschen Fabeln in der Edition von Isaac Nicolaus Nevelet (geb. 1590). – Titel lose, mit kleineren Randläsuren und hs. ergänztem Erscheinungsjahr. Insgesamt stärker gebräunt und braunfleckig. Gelenke geplatzt, Block vom Einband gelöst.

Lot 2003, Auction  127, Antipapistisches Journal,, oder der unpartheyische Lutheraner

Antipapistisches Journal,
oder der unpartheyische Lutheraner
Los 2003

Schätzung
450€ (US$ 511)

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Antipapistisches Journal, oder der unpartheyische Lutheraner, als das Supplement und der Anhang zum Proselyten. Herausgegeben von Ferdinand Ambrosius Fidler. Jgg. 1/I-II und 5-7 (von 7) in 3 Bänden. Dabei: Der Proselyt oder wohlverdiente Abfertigung einger Predigten des Herrn P. Merz die er wider das antiqapistische Journal herausgegeben hat. Teile III-IV (von 4) in 1 Band. Zusammen 4 Bände. 17,5 x 10 cm. Leder d. Z. (berieben, Gelenke teils angeplatzt) mit goldgeprägtem Wappensupralibros. Hamburg und Leipzig, Schwarz und Sommer, 1770-1774.
Böning-Moepps 388. Kirchner II, 1333. Kirchner, Deutsches Zeitschriftenwesen I, 145. – Teils nacheinander, teils parallel erschienene Zeitschriften, teils in zweiter Auflage. Sie wurden herausgegeben von Johann Ambrosius Fidler (1737-80), ursprünglich Augustinerpriester, der zum evangelischen Glauben übergetreten war und es schließlich zum Doberaner Superintendenten brachte. Mit seiner antikatholischen Zeitschrift, in der er vor allem katholische Neuerscheinungen, aber auch protestantische Publikationen vorstellte, wollte er "unter den Papisten noch mehr Proselyten machen (und erreichen, daß) die Herren Katholicken theils gebessert, theils aber von ihren unzähligen Vorurteilen mögen befreyet werden". Außerdem trug Fidler dort seine theologischen Händel mit ehemaligen Mitbrüdern und katholischen Kontroverspredigern aus. Trotz der großen Nachfrage - einige Teile erschienen in zweiter Auflage - stellte Fidler das Journal nach sieben Jahrgängen mit einer versöhnlichen Geste ein: er widmete den letzten Jahrgang seinen ehemaligen Mitbrüdern vom Augustiner-Orden, beteuerte ihnen seine "wahre Bereitwilligkeit zur Freundschaft" und beschuldigte sich selbst, in der Vergangenheit zu heftig und zu hitzig seine Wahrheit verkündet zu haben. – Leicht gebräunt und etwas leimschattig.

Lot 2004, Auction  127, Apuleius, Lucius, goldne Esel, Der

Apuleius, Lucius
goldne Esel, Der
Los 2004

Schätzung
150€ (US$ 170)

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(Apuleius, Lucius). Der goldne Esel. 9 Bl., XVI, 270 S., 238 S. Mit 2 gestochenen Titelvignetten. 2 Bände. 15,5 x 10 cm. Modernes Halbleinen mit goldgeprägten RSchildern. Berlin und Leipzig, o. V., 1789.
Satirisch-mystischer Roman des Apuleius (125-180). – Innenspiegel mit Sammlerstempel "Sammlung/ Linz/ Pachinger" sowie mit Besitzeintrag aus dem Jahr 1981.

Lot 2005, Auction  127, Ariosto, Lodovico, Rasender Roland aus dem Italiänischen übersezt

Ariosto, Lodovico
Rasender Roland aus dem Italiänischen übersezt
Los 2005

Schätzung
150€ (US$ 170)

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Ariosto, Ludovico. Rasender Roland aus dem Italiänischen übersezt. 355 S. (recte 357). Mit gestochener Titelvignette und 16 gestoch. Vignetten. 19,5 x 12,5 cm. Moderner Pappband. Bern 1778.
Goedeke VII, 636, 192.1.Rümann 41. Lonchamp 150. Lanckoronska-Oehler II, 223. – Ausgabe auf stärkerem Papier. Die Kupfervignetten stammen von B. A. Duncker und wurden primär von ihm selbst und M. G. Eichler ausgeführt.

Lot 2006, Auction  127, Arnim, Gisela von, Mondkönigs Tochter

Arnim, Gisela von
Mondkönigs Tochter
Los 2006

Schätzung
250€ (US$ 284)

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Aus der Bibliothek von Anton Kippenberg
(Arnim, Gisela von). Mondkönigs Tochter. Mährchen für eine Abendstunde von Marilla Fitchersvogel übersetzt aus dem Tyroler Dialekt ins Hochdeutsche. Herausgegeben von J. Fr. Klein. 2. Auflage. 30 S., 1 Bl. 21 x 13 cm. OPappband (etwas angeschmutzt). Berlin, Expedition des v. Arnim'schen Verlags, 1849.
Goedeke VI, 88, 1. – "Die erste Ausgabe ist mir nicht bekannt" (Goedeke). Vorsatz mit Exlibris von Anton Kippenberg, seinem eigenh. Monogramm und mit dem handschr. Vermerk "Dublette!" – Leicht gebräunt und etwas braunfleckig.

Barclay, John
Argenis
Los 2007

Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)

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Barclay, John. Argenis. 8 Bl., 1208 S., 1 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 19 x 12,5 cm. Geglätteter französischer Kalbslederband d. Z. mit goldgeprägten Deckelfileten, ornamentaler RVergoldung und RTitel in gefütterter Lederkassette. Paris, Nicolas Buon, 1621.
Goldsmith B 231. Tchemerzine I, 464. Drujon, Les livres à clef I, 78. DG 11. 33910 (nur 2 Exemplare in Münster und Köln). – Erste Ausgabe des barocken Schlüssel- und Staatsromans, der das Gesellschaftsideal eines christlichen Stoizismus entwickelt und zum Vorbild der literarischen Gattung in ganz Europa wurde. Zugleich einer der größten literarischen Erfolge der Barockzeit, in unzähligen Ausgaben gedruckt und in alle wichtigen Sprachen übersetzt. Exemplar mit dem häufig fehlenden Erratablatt. – Gutes, wenn auch stellenweise etwas gebräuntes und vereinzelt fingerfleckiges Exemplar.

Lot 2008, Auction  127, Bechstein, Ludwig, Märchenbuch

Bechstein, Ludwig
Märchenbuch
Los 2008

Schätzung
500€ (US$ 568)

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Bechstein, Ludwig. Märchenbuch. Mit 174 Holzschnitten nach Originalzeichnungen von Ludwig Richter. 12. Auflage. XVI, 280 S. 22,5 x 14,5 cm. OHalbleder (Kapitale etwas berieben und mit kleinen Einrissen) mit goldgeprägtem RTitel und dreiseitigem Goldschnitt. Leipzig, Georg Wigand, 1853.
Goedeke VIII, 168, 52 a. – Erste von Richter illustrierte Ausgabe. Der Klassiker unter den deutschen Märchensammlungen der Romantik, der zuerst 1845 noch ohne Illustrationen erschien und seinen Erfolgskurs mit der vorliegenden ersten Ausgabe mit den stimmungsvollen Illustrationen von Ludwig Richter antrat. – Leicht fleckig, sonst bemerkenswert gut erhalten.

Lot 2009, Auction  127, Beckmann, Conrad, 37 Blatt mit Original-Entwurfszeichnungen

Beckmann, Conrad
37 Blatt mit Original-Entwurfszeichnungen
Los 2009

Schätzung
300€ (US$ 341)

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Beckmann, Conrad. 37 Blatt mit Original-Entwurfszeichnungen für Buchillustrationen (davon 5 koloriert), überwiegend in Bleistift, 7 in schwarzer oder Sepia-Feder, teils grau laviert. Insgesamt 22 Blätter signiert bzw. monogrammiert, 4 mit Nachlassstempel. Um 1883.
Die lebendigen Entwurfszeichnungen zeigen eine Vielfalt an Genre- und Historienszenen: höfische Gesellschaften, bäuerliche Interieurs, idyllische Familienszenen, Darstellungen von Musikanten, Wirtsstuben, Putti, Handwerkern, Giebelarchitektur, Straßenbildern und Magdszenen. Mehrere Blätter zeigen Festumzüge, Reitszenen, Hochzeiten und Abschiede - stets mit bewegtem Ausdruck und erzählerischer Gestaltung. Meist locker, rasch skizziert und in freiem Duktus angelegt, einige wenige jedoch mit großer Sorgfalt und strenger Präzision in Feder ausgeführt - mit der Anmutung einer Radierung und malerischer Helldunkelwirkung.

Beckmann wurde als Sohn eines Buchdruckers in der Residenzstadt Hannover geboren. Nach einer Lehre als Dekorationsmaler erhielt er seine künstlerische Ausbildung in Hannover bei Friedrich Wilhelm l’Allemand und August Klemme im Fach Malerei sowie bei Conrad Wilhelm Hase in Architektur. Anschließend war er zeitweise in der Künstlerkolonie Willingshausen tätig. Von 1868 bis 1871 setzte er seine Studien bei Karl von Piloty in München fort.

Bekannt wurde Beckmann u.a. durch seine Historienmalerei und umfangreiche Buchillustration sowie seine Arbeit an verschiedenen Zeitschriften (Fliegende Blätter, Münchener Bilderbogen, Gartenlaube). Bereits 1863 hatte er die Villa Solms in Hannover ausgemalt. 1878 veröffentlichte er einen Zyklus von Zeichnungen zu Figuren Fritz Reuters und illustrierte später Dickens’ Das Heimchen am Herde.

Lot 2010, Auction  127, Belletrist, Der, Eine Sammlung der besten Erzählungen des In- und Auslandes

Belletrist, Der
Eine Sammlung der besten Erzählungen des In- und Auslandes
Los 2010

Schätzung
450€ (US$ 511)

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Nicht im KVK
Der Belletrist. Eine Sammlung der besten Erzählungen des In- und Auslandes zur Unterhaltung für gebildete Leser. Erster Band (wohl alles Erschienene). 1 Bl., 325, 227, 16 S. 25 x 17,5 cm. Halbleinen d. Z. (etwas fleckig, berieben und bestoßen) mit RVergoldung und goldgeprägtem RTitel. Berlin, Albert Falckenberg, (um 1860).
Nicht bei Diesch und Kirchner. – Wohl der einzige Jahrgang des früh gescheiterten Berliner Journalprojekts. Enthält drei jeweils separat paginierte Romane bzw. Erzählungen: I. Elie Berthet. Die Katakomben von Paris. - II. Siebert. Struensee. Nach historischen Quellen und den Erzählungen von Arnold und Fournier bearbeitet. - III. Anonym. Renzo Mammone. – Etwas stock- und braunfleckig, stellenweise im oberen Bug mit kleinem Feuchtigkeitsrand. Kein bibliothekarischer Standortnachweis über den KVK.

Lot 2011, Auction  127, Bertuch, Friedrich Justin, Die Blaue Bibliothek aller Nationen

Bertuch, Friedrich Justin
Die Blaue Bibliothek aller Nationen
Los 2011

Schätzung
600€ (US$ 682)

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Bertuch, Friedrich Justin (Hrsg.). Die Blaue Bibliothek aller Nationen. 10 (von 11) Bänden. Mit 8 (von 10) gestochenen Frontispices und 10 Holzschnitt-Titelvignetten. 16 x 9,5 cm. Halbleder d. Z. (etwas berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild. Gotha, Ettinger, 1790-1791.
Der Verleger und Handelsunternehmer Friedrich Johann Justin Bertuch (1747 -1822) verlegte unter anderem allerlei Literatur und Illustrierte, wie zum Beispiel "Journal des Luxus und der Moden", die als die erste Illustrierte Europas gilt. Das vorliegende Werk "Die Blaue Bibliothek aller Nationen" erschien im selben Jahr wie auch das bekannte Werk "Bilderbuch für Kinder" in zwölf Bänden. – Es fehlt der Band II. Teilweise Innengelenke etwas offen. Vorsätze leimschattig, papierbedingt gebräunt und stockfleckig. Drei Bände mit bläulichem Papier. Sehr selten im Handel.

Lot 2012, Auction  127, Brentano, Clemens, Die Märchen

Brentano, Clemens
Die Märchen
Los 2012

Schätzung
450€ (US$ 511)

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Brentano, Clemens. Die Märchen. Zum Besten der Armen nach dem letzten Willen des Verfassers herausgegeben von Guido Görres. 2 Bände. LVIII S., 1 Bl., 495 S.; 2 Bl., 608 S. 20 x 12,5 cm. HLeder d. Z. (etwas berieben, bestoßen, RGelenke teils offen) mit goldgeprägtem RSchild. Stuttgart und Tübingen, Johann Georg Cotta, 1846-1847.
Goedeke VI, 62, 46. Mallon 155 und 163. – Erste Ausgabe seiner Märchensammlung. Das Vorwort von Görres mit vier Briefen im Erstdruck enthält eine umfassende Würdigung Brentanos. – Etwas stockfleckig, Band zwei mit hinterlegter Fehlstelle und kleinem Feuchtfleck auf dem Titel.

Lot 2013, Auction  127, Brentano, Clemens, Gockel, Hinkel und Gackeleia

Brentano, Clemens
Gockel, Hinkel und Gackeleia
Los 2013

Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)

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Brentano, Clemens. Gockel, Hinkel und Gackeleia, ein Mährchen. XIV, 346 S. Mit lithographischem Titel und 14 getönten lithographischen Tafeln nach Brentanos Angaben und Entwürfen. 2,5 x 14 cm. Roter Halblederband d. Z. (berieben und bestoßen, obereres Kapital mit Einriss, Rückenbezug mit 3 Löchern; mit montiertem typographischem ORückumschlag ) mit RVergoldung und goldgeprägtem RTitel. Frankfurt, Schmerber, 1838.
Goedeke VI, 62, 43. Borst 1856. Mallon 112. Rümann 130 und 2562. Hauswedell-Voigt II, 89. – Erste Ausgabe des berühmten Märchens, das auch wegen seiner schönen Illustrationen nach Brentanos Entwürfen zu den begehrtesten Sammlerobjekten der deutschen Literatur zählt. Die reizende Titellithographie stammt von J. N. Strixner, die anderen Illustrationen wurden von Kaspar Braun, einige wohl auch von Maximiliane Pernelle, auf den Stein gezeichnet. "Frei von allen formalen Begrenzungen läßt der Dichter seine fabulierfreudige Phantasie schweifen ... An den Höhepunkten des Märchens, z. B. wenn die Tiere plötzlich sprechen können, ... geht die erzählende Prosa plötzlich in volksliedhafte Verse über. Dieses Kompositionsprinzip ergibt einen gleichsam musikalischen Rhythmus, der die scheinbar widerstrebenden Sprachelemente zu einer kunstvollen Einheit bindet" (KLL). Exemplar mit den Tafeln im ersten Druckzustand, kenntlich an der zwischen den Seiten 96 und 97 eingebundenen Tafel, die noch nicht das erst im zweiten Druck hinzugefügte Motto "Keine Puppe, sondern nur eine schöne Kunstfigur" im weißen Dreieck oberhalb des aufgespannten Schirms aufweist. – Mal mehr, mal weniger stock-, braun- und fingerfleckig, einige Blatt (und eine Tafel) mit unschönen Tintenflecken, Innenspiegel mit montiertem Exlibris. Breitrandiges Exemplar.

Lot 2014, Auction  127, Brerewood, Edward, Recherches curieuses sur la diversité des langues

Brerewood, Edward
Recherches curieuses sur la diversité des langues
Los 2014

Schätzung
200€ (US$ 227)

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Brerewood, Edward. Recherches curieuses sur la diversité des langues et religions, par toutes les principales parties du monde. Mises en Français par I. de la Montagne. 11 Bl., 338 S. 18 x 12 cm. Moderner Pergamentband. Paris, Olivier de Varennes, 1640.
Cioranescu 39650. Caillet 1637. Sabin 7733. – Erste französische Ausgabe dieses wichtigen Beitrags zur Sprachtheorie des frühen 17. Jahrhunderts. "The author devotes a portion of the work to the first peopling of America, claiming the Tatars as their forefathers" (Sabin). "Brerewood was also probably the first man to apply mathematical analysis to cultural and religious phenomena, and this in conjunction with a similar treatment of the origin and diffusion of languages" (Margaret T. Hodgen, Early Anthropology in the 16th and 17th centuries). – Vereinzelt Feuchtigkeitsspuren und Sporflecken.

Lot 2015, Auction  127, Burton, Robert, The Anatomy of Melancholy. The second edition. Oxford 1624. - Zweite Auflage

Burton, Robert
The Anatomy of Melancholy. The second edition. Oxford 1624. - Zweite Auflage
Los 2015

Schätzung
4.500€ (US$ 5,114)

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(Burton, Robert). The Anatomy of Melancholy: What is. With all the kindes, causes, symptomes, prognosticks, and several cures of it. Philosophically, medicinally, historically opened and cut up, by Democritus Iunior (Pseud.). 3 Teile in einem Band. 2 Bl., 64 S. (Vorrede); 2 Bl., 188 S.; 2 Bl., S. 189-332; 1 Bl., S. 333-557 (recte 567), 3 Bl. (Register "The Table"). 27,5 x 17,5 cm. Dunkelbrauner Lederband d. Z. (etwas berieben und bestoßen; Gelenke teils beschabt) mit vergold. einfachen Deckelfileten, dezenter RVergoldung und goldgepr. RTitel. Oxford, J. Lichfield und J. Short für H. Cripps, 1624.
STC 4160. Madan 521. Jordan-Smith 2. Krivatsky 1968. PMM 253. – Die zweite Auflage eines der einflussreichsten und faszinierendsten Bücher seiner Zeit, vom Autor gegenüber der ersten Auflage von 1621 bedeutend erweitert und hier erstmals im Folio-Format erschienen.
"Die 'Anatomie' war, wie die Geschichte ihrer Auflagen zeigt, eines der beliebtesten Bücher des 17. Jahrhunderts. Das ganze gebildete Wissen der Zeit wie auch ihr Humor - und ihre Pedanterie - sind in ihm enthalten. Sie hat manches gemeinsam mit Brants Narrenschiff, Erasmus' Lob der Torheit und Mores Utopia, mit Rabelais und Montaigne und übte gleich allen diesen beträchtlichen Einfluß auf das Denken der Zeit aus" (Carter-Muir, S. 239, nach PMM).
Robert Burton (1577-1640) ging als junger Mann zum Studium nach Oxford, wurde 1599 als "life fellow" an das Christ Church College berufen und wirkte hier bis zu seinem Tod. Nur wenige Jahre später studierte auch John Locke an diesem College, als eine von vielen Berühmtheiten dieser legendären Lehranstalt. 1614 erwarb Burton den Titel eines Bachelor in Divinity und zwei Jahre später wurde er Pfarrer an der St Thomas the Martyr's Church, einer der ältesten Kirchen Oxfords. Hier, sowie in den Grafschaften Lincolnshire und Leicestershire, wo er von einem Earl of Berkeley eine Schenkung erhielt, führte er ein Leben, das er als "silent, sedentary, solitary" umschrieb. Gleichwohl verhinderte dieser für einen Gelehrten jener Zeit typische Habitus nicht das rege Interesse an weltlichen Ereignissen und den geistigen Strömungen. 1606 verfasste Burton die lateinische Komödie Philosophaster, die Motive aus The Alchemist von Ben Jonson aufgriff und 1618 am Christ Church College uraufgeführt wurde. "Kleinere Arbeiten" (C.-M.) folgten, bis der schriftstellernde anglikanische Kleriker sich schließlich ganz seinem Lebenswerk widmete, der "Anatomy of Melancholy ... a masterpiece of style and a valuable index to the philosophical and psychological ideas of the time" (Encyclopedia Britannica). Das Buch erschien 1621 und fand großen Anklang. Bis 1676 wurden sieben, teils von Burton selbst überarbeitete, erweiterte und veränderte Auflagen gedruckt. Nach seinem Tod 1640 erschien die sechste Auflage, die auf seinem Handexemplar mit den zuletzt vorgenommenen Korrekturen beruhte. Erst die dritte Auflage von 1632 erhielt einen ikonographisch aufschlussreichen Kupfertitel.
Die Anatomie der Melancholie ist ein Werk von stupender Gelehrsamkeit, ausufernd, monoman, zitierwütig und originell in der Zusammenstellung von Reflexionen und Inhalten aus Werken der Naturwissenschaft, Medizin, Philosophie und Literatur. Dabei pedantisch auf die ausgeschöpften Quellen fixiert: allein das Vorwort hat 800 in den Fußnoten nachgewiesene Belegstellen, von nahezu 7000 im Gesamtwerk. In einer deutschen, 1991 erschienenen Ausgabe von Ulrich Horstmann, wird Walter Jens mit dem Satz zitiert: "Ein Buch ohne Beispiel: alexandrinisch und verrückt, gelehrt und irre, der Scholastik verpflichtet und, wenn man so will, Jean Paul präludierend". Scholastisch der strenge Aufbau, so wird jeweils am Anfang der drei großen thematischen Abteilungen der behandelte Stoff mit einer Synopsis graphisch zur Anschauung gebracht. Der Inhalt: Das Eingangskapitel definiert den Gegenstand, beschreibt das Phänomen Melancholie, seine Symptome und Ursachen. Es folgen die Mittel zur Heilung im zweiten Teil. Dieser überrascht mit weiten Abschweifungen, etwa der Beschreibung fremder Länder, die Burton allein der umfassenden Lektüre von Kosmographien verdankt. Als Vorläufer des kantschen Widerwillens zu reisen hat sich Burton kein einziges Mal in die Ferne begeben. Hingegen kennt er das Landleben zur Genüge und würdigt daher anschaulich die Freuden und Genüsse rustikaler Befindlichkeit. Der letzte Teil behandelt die Melancholie im religiösen Kontext und als "Obiect of Love". Ob Burton als Verfasser dieses kühnen monografischen Wurfes zu einem schwer fassbaren Phänomen - das von der "Schwarzgalligkeit" bis zur "Depression" reicht - als "Naturtalent in Sachen Seelenkunde" (U. Horstmann) anzusehen ist, kann nur ermessen, wer das ungeheure Textgebirge der Anatomy of Melancholy bewältigt hat. Was darin als "modern" zu deklarieren wäre, die Psychologie, die allzumenschlichen Verästelungen des Empfindens, die Arbeit am Begriff, wird bei Burton ebenso offenbar wie die unmittelbare Begegnung mit einem Menschen des 17. Jahrhunderts, der (im heutigen Sprachgebrauch) an Depressionen litt und der Conditio humana analytisch zu Leibe rückte, ohne die Trostgründe der christlichen Heilslehre aufzusuchen. Der von der Renaissance, über die Romantik bis zur Moderne virulente Begriff "Melancholie" - Namedropping: Dürer, Caspar David Friedrich, Munch, Malewitsch, Pollock - bekam mit Burtons Anatomy of Melancholy ein Fundament, das die Jahrhunderte mühelos überwand und für immer Bestand haben wird.
Paginierungsfehler: S. 372 (statt 371); S. 380 springt zurück auf S. 370; S. 372 statt S. 371; S. 389 statt S. 383 (von alter Hand korrigiert); S. 455 statt S. 457. S. 95/96 verbunden (nach S. 97); S. 283/284 ebenso (nach S. 285). – Insgesamt wohlerhaltenes Exemplar mit den zu erwartenden Altersspuren: etwas gebräunt; hin und wieder braunfleckig; über mehrere Lagen hinweg wasserrandig oder fleckig im unteren rechten Eckbereich (S. 41-63); S. 387 (recte 397) rechte Ecke abgerissen (ohne Textverlust).

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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