Kunstkammerobjekt
Kunstkammerobjekt mit Seeigeln
Los 6457
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
500€ (US$ 575)
Kunstkammerobjekt mit Seeigel.
Seeigelgehäuse, blaue Glaselemente, Messingappliken auf einem schwarzen Steinsockel. Höhe ca. 31 cm.
Arrangement mit blauen Morphofaltern.
10 präparierte Morphofalter (Morpho menelaus alexandrovna) in einem Glassturz (Französisch, um 1850). Ca. 40 x 30 x 30 cm.
Der Morphofalter, auch Himmelsfalter genannt, lebt an den lichten Rändern des tropischen Regenwaldes Mexikos, Mittelamerikas, des nördlichen Südamerikas sowie Trinidads. Aufgrund seiner intensiv blauen Flügeloberseiten, deren Farbe durch die Interferenz des Lichtes auf den Schuppen der Flügel entsteht, zählt der Schmetterling zu den schönsten Arten dieser Spezies.
Clarac, Charles-Othon-Frédéric Comte de - nach
"Forêt vierge du Brésil"
Los 6459
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.500€ (US$ 1,724)
nach. "Forêt vierge du Brésil" (Im brasilianischen Urwald bei Rio Bonito).
Radierung und Grabstichel auf Bütten, von Claude-François Fortier, koloriert und weißgehöht. 67,2 x 82,3 cm. (1822). Nicht im IFF, P. Corrêa do Lago, L. Frank: Le comte de Clarac et la Forêt vierge du Brésil, Ausst.Kat. Paris 2005, S. 16.
Die Pracht der brasilianischen Tropenwälder war in Europa bis ins frühe 19. Jahrhundert weitgehend unbekannt. Dafür sorgten die portugiesischen Kolonialherren, die das Land jahrhundertelang fast hermetisch abriegelten. War noch Alexander von Humboldt die Einreise verwehrt worden, öffneten sich die Grenzen schließlich 1808 mit der Flucht des portugiesischen Hofes nach Rio de Janeiro. Erstmals konnten Naturforscher, Ethnographen und Künstler in das Dickicht der Selva eindringen. Eine der ersten Darstellungen d‘aprés la nature des Urwaldes stammt von Charles de Clarac. Der später vor allem als Archäologe bekannt gewordene Graf war ein begabter Zeichner, der sich 1816 im Gefolge einer diplomatischen Gesandtschaft für mehrere Monate in Brasilien aufhielt. Bei Rio Bonito begann Clarac mit der Anfertigung einer großformatigen Dschungelansicht. Obgleich die majestätische Naturauffassung zeittypisch romantisiert und die Komposition von Clarac aus beobachteten Elementen konstruiert ist, gilt seine Forêt vierge du Brésil aufgrund des Detailreichtums heute als erste „authentische“ Repräsentation des brasilianischen Tropenwaldes (Paris, Musée du Louvre, Inv. 53002). Das 1819 im Pariser Salon ausgestellte Aquarell geriet zur Sensation, sah ein breites Publikum doch zum ersten Mal ein Bild der üppig wuchernden, ursprünglichen Naturpracht.
Aufgrund des Erfolges war die Nachfrage für eine druckgraphische Übersetzung der Komposition gegeben. Die Wahl fiel auf den Stecher Claude-François Fortier, der seine großformatige Radierung 1822 ebenfalls auf dem Salon präsentierte.
Erstdruck mit dem Stempel Fortiers (Lugt 6223: "Le cachet avec un palmier dans un ovale se trouve sur des premiers tirages"). Ausgezeichneter Druck mit fein ausdifferenziertem Kolorit und schmalem Rand, unten mit feinem Rändchen. Das Papier insgesamt leicht vergilbt und wellig, einzelne Randeinrisse, die rechte Plattenkante gebrochen, Flecken im weißen Rand, vollständig mit Japanpapier hinterlegt, Montierungsreste, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter, insbesondere die Darstellung in sehr guter Erhaltung. Außerordentlich selten, laut Corrêa do Lago und Frank existieren nur ca. 12 Drucke mit dem Stempel Fortiers.
Fairnington, Mark
Rotohramadine (Stagonopleura oculata), Orchidee (Stanhopea tigrina) und Kannenpflanze (Nepenthes)
Los 6460
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.250€ (US$ 2,586)
Rotohramadine (Stagonopleura oculata), Orchidee (Stanhopea tigrina) und Kannenpflanze (Nepenthes).
Öl auf Leinwand. 81,5 x 66,5 cm. Signiert und datiert auf dem Keilrahmen verso "Fairnington 2000".
Der Schriftsteller, Kritiker, Kurator und Collagenkünstler Andrew Lambirth: „Fairnington verzerrt Maßstäbe, ordnet Arten neu und schafft neue, zweifelhafte Zufallskombinationen. Er bringt das Geheimnisvolle zurück in die Wissenschaft und erinnert uns daran, dass wir nicht alles wissen, dass vieles noch immer nicht erklärbar ist. Die Spannung zwischen den Elementen in seinen Gemälden wird bildlich aufgelöst, hinterlässt jedoch eine subtile Spannung - einen Funken Zweifel -, den der aufnahmebereite Betrachter aufnehmen kann.“ Dies zeigt auf beeindruckende Weise unser Gemälde: die Rotohramadine aus der Familie der Prachtfinken lebt ausschließlich in Australien, die Stanhopea tigrina kommt aus Mexiko, Bolivien und Brasilien, und das Verbreitungszentrum der fleischfressenden Kannenpflanze liegt in Indonesien, Malaysia und den Philippinen.
Provenienz: Sammlung Wolfgang Joop und Edwin Lemberg, Potsdam.
Wiegandt, Bernhard
Brasilianischer Urwald
Los 6462
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.875€ (US$ 2,155)
Brasilianischer Urwald.
Aquarell auf Velin. 34,9 x 24,8 cm. Unten rechts signiert "B. Wiegandt Rio [18]79".
Zwischen 1875 und 1880 lebte Bernhard Wiegandt auf Einladung seines Bruders in Brasilien. In diesen Jahren widmete er sich intensiv der Darstellung tropischer Landschaften, urbaner Szenerien und alltäglicher Beobachtungen, die er vorwiegend in Aquarellen festhielt. Mit leichter, zugleich präziser Handschrift fangen die Blätter Atmosphäre, Licht und Vegetation der Region ein und zeugen von einem wachen, dokumentarischen Blick.
Coculilo, Francisco
Bucht von Rio mit Blick auf den Zuckerhut und den Moro da Urca
Los 6464 [*]
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
500€ (US$ 575)
Bucht von Rio mit Blick auf den Zuckerhut und den Moro da Urca.
Öl auf Platte. 25 x 33,8 cm. Unten rechts signiert "F Cocolilo Rio".
Krause, Robert
Der Vulkan Antuco in Chile
Los 6467
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
4.250€ (US$ 4,885)
Der Vulkan Antuco in Chile.
Öl auf Leinwand. 27 x 40,5 cm. Unten rechts monogrammiert und datiert "RK 1847".
Bereits mit 21 Jahren erkundete Robert Krause Chile und Peru auf seinen kaufmännischen Reisen nach Südamerika. Seine in Chile geknüpfte Bekanntschaft mit Charles Darwin und dem Maler Moritz Rugendas werden sein Interesse, die einzigartige und dramatische Landschaft der Andenregion festzuhalten, befeuert haben. Gemeinsam mit Rugendas bestieg Krause 1837/38 als einer der ersten Europäer den aktiven Vulkan Antuco und durchwanderte ganz offensichtlich das am Fuße liegende Seengebiet des Laguna de La Laja. Mit einer außergewöhnlichen Detailgenauigkeit und beflügelnder Lichtstimmung gibt Krause im Gemälde Flora und Fauna des ca. 1370 m über dem Meeresspiegel liegenden Vulkansees wieder, darunter Kakteen, Rosen und eine Herde Guanacos. Sein Werk, 1848 im Münchner Kunstverein ausgestellt, spiegelt das mit Alexander von Humboldts Reisen erneuerte Interesse an der Erforschung Lateinamerikas durch Künstler und Naturwissenschaftler.
Provenienz: Ankauf durch den Münchner Kunstverein 1848, durch diesen verlost.
Süddeutsche Privatsammlung.
Literatur: Rechenschafts-Bericht des ... Kunst-Vereins in München für das Jahr 1847, München 1848, S. 56, Nr. 28.
"Time XIX".
Acryl und Öl auf Leinwand. 87 x 100 cm. Verso in rotbraunem Stift eigenh. betitelt, datiert und signiert "TIME XIX / 87 x 100 / Acryl / Oil / Canvas / 2005 / Helmut / HELMUT DITSCH".
Die Erhabenheit der Bergwelt, ob in den argentinischen Anden oder in den österreichischen Alpen, beschäftigt Ditsch seit 1985. In fast altmeisterlich sorgfältiger Manier widmet er sich dem zerborstenen, in verschiedenen Blautönen schimmernden Gletscher, dem Glaciar Perito Moreno in Patagonien, und erzielt mit der feinsinnigen Gestaltung von Licht und Schatten einen nahezu hyperrealistischen Effekt. Die Elemente Wasser, Eis und Luft scheinen als Naturphänomene durch seine Malerei Gestalt anzunehmen und als Ausdruck von Unvergänglichkeit einen metaphysischen Aspekt zu offenbaren. Ab 1988 studierte Ditsch, der als Extrembergsteiger auch selber diesen Elementen immer wieder existenziell ausgesetzt war, Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
Provenienz: Sammlung Wolfgang Joop und Edwin Lemberg, Potsdam.
Lenbach, Franz von
Bildnis des Polarforschers Fridtjof Nansen
Los 6469
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
8.125€ (US$ 9,339)
Bildnis des Polarforschers Fridtjof Nansen.
Öl auf Malkarton. 78,5 x 66,5 cm. Oben rechts signiert und datiert "F. Lenbach 1899".
Als einer der großen Polarforscher ist Fridtjof Nansen in die Geschichte eingegangen. Ende des 19. Jahrhunderts durchquert der Norweger als Erster das eisige Innere Grönlands auf Skiern und macht sich daneben als Pionier der damals noch jungen Neurologie einen Namen. Die Polarforschung hat den studierten Zoologen bereits fest in ihren Bann gezogen. Als Nansen 1896 von einer weiteren Expedition, diesmal zum Nordpol, mitsamt seinem Team unversehrt zurückkehrt, ist sein Ruhm endgültig zementiert. Eine etwas kleinere Ölstudie ebenfalls aus dem Jahr 1899 mit dem Bildnis Nansens bewahrt das Oslo Museum.
Provenienz: Lempertz, Köln, Auktion am 15. Mai 1999, Los 1436.
Süddeutsche Privatsammlung.
Amundsen, Roald
Roald Amundsen: Maud-Expedition in die Arktis: Ehrenurkunde für Hakon H. Hammer
Los 6470
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
625€ (US$ 718)
Roald Amundsen: Maud-Expedition in die Arktis: Ehrenurkunde für Hakon H. Hammer.
Feder in Schwarz, schwarze Kreide mit Goldhöhungen und Aquarell auf Velin von Yngvar Sonnichsen (1878 Oslo - 1938 Seattle). 38,5 x 28,9 cm. Unten rechts monogrammiert "YS" (ligiert), mit der eigenhändigen Unterschrift von Roald Amundsen.
Roald Amundsen lernte Hakon Hedemann Hammer 1921 in Seattle kennen. Der 1886 in Dänemark geborene Hammer fungierte fortan als Finanzier für Amundsens Durchfahrung der Nordostpassage mit dem Forschungsschiff Maud, das am unteren Bildrand gezeigt ist. Oben erscheint der von Amundsen und seiner Crew gezähmte Eisbär Marie.
Fecht, Hannes von der
Lomonossow-Rücken im Arktischen Ozean
Los 6472
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
500€ (US$ 575)
Lomonossow-Rücken im Arktischen Ozean.
Fine Art Print auf Hahnemühle Photo Rag. 82 x 82 cm. 2004.
Im Spätsommer 2004 startete eine Forschungsexpedition vom norwegischen Tromsø in Richtung Nordpol. Die Arctic Coring Expedition (ACEX) war Teil eines internationalen Forschungsprogramms, an dem Europa, die USA, Kanada und Japan beteiligt waren. Über mehrere Wochen wurden Sedimentproben aus dem arktischen Ozeanboden am Lomonossow-Rücken entnommen, die Einblicke in die Klima- und Umweltgeschichte der Arktis lieferten - mit der überraschenden Erkenntnis, dass die Region vor über 50 Millionen Jahren tropisch war.
An Bord befand sich auch der Fotograf Hannes von der Fecht, der die Expedition aus künstlerischer Perspektive dokumentierte. Seine Aufnahme, die rund 200 Kilometer vom Nordpol entfernt entstand, vermittelt die existenzielle Einsamkeit des Menschen angesichts der Weite des Eises - ein Gefühl von Isolation, das sich trotz der Präsenz zahlreicher Expeditionsteilnehmer einstellte.
Durch lange Belichtungszeiten unter diffusen Lichtverhältnissen entsteht eine Bildsprache zwischen Dokumentation und Abstraktion - ein „Kratzen am Sichtbaren zwischen Kunst und Wissenschaft“, so der Fotograf. Zugleich ist das Bild ein historisches Zeugnis einer Landschaft, die sich seither unwiederbringlich verändert hat. Seine Fotos von der Expedition wurden u.a. im National Geographic und der New York Times veröffentlicht.
Hannes von der Fecht studierte Integriertes Design an der Hochschule für Künste Bremen. Er lebt als freischaffender Fotograf in Bremen.
17./18. Jh. Atlantis.
Pietra Paesina (Ruinenmarmor), aus zwei Platten zusammengesetzt, gefasst in hellem Marmor. 12,4 x 30,2 cm. Gerahmt.
Als Ruinenmarmor oder Florentiner Marmor werden Steine bezeichnet, die trotz ihres Namens kein echter Marmor sind. Bei Pietra Paesina handelt es sich um eine besondere Form von Sedimentgestein, das aus verdichtetem Kalkstein und Ton entstanden ist und in den nördlichen Apenninen vorkommt. Äußerlich wirken die Kalksteine zunächst eher unscheinbar, doch im Inneren zeigen sich beim Aufschneiden faszinierende, landschaftsähnliche Muster. Diese natürlichen Zeichnungen sind das Resultat geologischer Prozesse, die bereits vor rund 50 Millionen Jahren einsetzten. In ganz Europa fand Ruinenmarmor vielfältige Verwendung, etwa für Möbeleinlagen (Intarsien), für Mosaikarbeiten oder als dekorativer Hintergrund in bestimmten Ölgemälden.
Guérard, Eugène von - Umkreis
Sonnenaufgang über den Sarah Anne Rocks an der Westküste Tasmaniens, Australien
Los 6474
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
4.500€ (US$ 5,172)
Umkreis. Sonnenaufgang über den Sarah Anne Rocks an der Westküste Tasmaniens, Australien.
Öl auf Leinwand. 37,7 x 55 cm.
Die Küstenfelsen Westtasmaniens zeigen eine außergewöhnliche Vielfalt, geprägt von einer komplexen geologischen Entwicklung. In der Region West Coast Tasmania treten sehr alte Gesteine wie widerstandsfähige Quarzite neben stärker verwitterungsanfälligen Sedimenten auf. Diese Unterschiede bestimmen die Formen der Küste: Massive, steil aufragende Klippen wechseln mit zerklüfteten Buchten, Höhlen und isolierten Felstürmen. Ein eindrucksvolles Beispiel sind die Sarah Anne Rocks - markante, aus dem Meer ragende Felsformationen, die durch selektive Erosion härterer Gesteinsschichten entstanden sind und wie Felsskulpturen in den Himmel ragen. Wind, Wellen und tektonische Hebungen formen diese Küstenlandschaft bis heute und machen sie zu einem dynamischen Zeugnis erdgeschichtlicher Prozesse.
Diese dramatische Vielfalt an Formen, Farben und Strukturen blieb lange Zeit nur wenigen Menschen außerhalb Australiens bekannt. Im 19. Jahrhundert war der Kontinent für europäische Reisende äußerst entlegen und nur sehr wenige Maler nahmen die beschwerliche Reise auf sich, um diese Landschaften mit eigenen Augen zu sehen und ihre Eindrücke festzuhalten. Zu ihnen gehörten etwa Eugène von Guérard und auch Nicholas Chevalier (1828-1902, siehe Los 6415). Mit ihren Gemälden brachten sie nicht nur die geologische Eigenart und monumentale Weite der australischen Küsten in die europäischen Salons, sondern auch Bilder einer bis dahin kaum bekannten Natur- und Lebenswelt. Ihre Werke vermittelten Heimatländern eine Vorstellung der Erhabenheit und Tiefe dieses fernen Kontinents - und machten Landschaften wie jene Westtasmaniens zu einem Teil des kulturellen Gedächtnisses weit über die Grenzen Australien hinaus.
NASA (National Aeronautics and Space Administration)
Ende der 1960er Jahre. Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin - Die Astronauten der Apollo 11 Mission
Los 6477
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.625€ (US$ 1,868)
Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin - Die Astronauten der Apollo 11 Mission.
Farbiger Portraitdruck mit eigenhändigen Signaturen in grünem, blauem und schwarzem Filzschreiber "Neil Armstrong", "M Collins" und "Buzz Aldrin". Ca. 20,3 x 25,3 cm.
Die drei Astronauten Armstrong, Aldrin und Collins starteten am 16. Juli 1969 mit einer Saturn-V-Rakete vom Kennedy Space Center in Florida und erreichten am 19. Juli die vorgesehene Mondumlaufbahn. Während Collins im Kommandomodul des Raumschiffs Columbia zurückblieb, setzten Armstrong und Aldrin am nächsten Tag mit der Mondlandefähre Eagle auf dem Erdtrabanten auf. Wenige Stunden später betrat Armstrong als erster Mensch den Mond, kurz danach auch Aldrin. Nach einem knapp 22-stündigen Aufenthalt startete die Landefähre wieder von der Mondoberfläche und kehrte zum Kommandoschiff zurück. - Das vor ihrer Mondlandung aufgenommene, dann im Offset-Verfahren gedruckte Farbfoto wurde offiziell von der NASA mit gedruckten Signaturen oder aber auch mit Hilfe von Schreibautomaten in Tinte herausgegeben, und ist in diesen Versionen weit verbreitet. Unsere Unterschriften weisen weder die typischen Kennzeichen einer Autopen-Signatur auf, noch sind sie in einer der Datenbanken zu finden, die diese automatisierten Unterschriften verzeichnen (z.B. http://astroautopens.com/index.shtml). Es wird kolportiert, dass der Sammler für sein 1969 in Schwechat gegründetes "Zeitgeschichtliches Archiv Adolf Ezsöl" die NASA des öfteren unter wechselnden Namen ab stets mit derselben Adresse mit der Bitte um Originalsignaturen verschiedenster Astronauten kontaktierte.
Provenienz: Aus der Sammlung Adolf Ezsöl (1942-2025, Schwechat bei Wien).
Kranz, Wilhelm
Ideale Mondlandschaft: Blick aus einem Mondkrater auf die Erde
Los 6478
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
4.125€ (US$ 4,741)
Ideale Mondlandschaft: Blick aus einem Mondkrater auf die Erde.
Öl auf Leinwand. 80 x 119,8 cm.
Das 19. Jahrhundert war eine Zeit des rasanten Wandels in der Astronomie. Sie erlangte im Bewusstsein der Öffentlichkeit an immer größerer Bedeutung. Mag unser Gemälde für den heutigen Wissensstand wie eine überbordene Phantasie erscheinen, stellte es zu seiner Zeit jedoch den Anspruch, zwar visionär, aber auch populärwissenschaftlich realitätsnah zu sein. Zeitlich zu verorten zwischen den Abenteuerromanen De la Terre à la Lune, trajet direct en 97 heures 20 minutes (1865) und seiner Fortsetzung Autour de la Lune (1870, dtsche. Ausgaben 1873), des französischen Autors Jules Verne, bei denen die Landung auf dem Mond noch scheitert, und dem aus umwerfender Naivität und beeindruckendem tricktechnischen Erfindungsreichtum bestehendem Meisterwerk des französischen Filmpioniers Georges Méliès Le voyage dans la lune (1902), bekannt für die Szene, in der eine Raumkapsel im Auge des Mondes landet, und in der die Raumfahrer letztendlich von den Mondbewohnern, den Seleniten, vertrieben werden, greift unsere Mondlandschaft eher der Ästhetik des 30 Jahre später entstandenen Meisterwerkes Fritz Langs, Die Frau im Mond, voraus. Für diesen Film stand Fritz Lang als wissenschaftlicher Berater Hermann Julius Oberth zur Seite, bekannt geworden mit seinem 1929 erschienenem, epochalen Werk Wege zur Raumschiffahrt , einer erweiterten Fassung seiner 1923 verfassten Diplomarbeit Die Rakete zu den Planetenräumen. Diese „Bibel der Raumfahrttechnik" sollte schließlich auch Werner von Braun maßgeblich beeinflussen. - Der in Braunschweig geborene Maler und Illustrator Wilhelm Kranz studierte in Genf und Berlin. Seit Gründung der Berliner Urania 1888, einer über Deutschland hinaus bekannten Kultur- und Bildungseinrichtung mit öffentlicher Sternwarte, wissenschaftlichem Museum, experimentellem wissenschaftlichem Theater und physikalischem Kabinett, deren Ziel es war, wissenschaftliche Erkenntnisse auch einem Laienpublikum zugänglich zu machen, war Kranz Vorstand der Abteilung "Wissenschaftliches Theater". Er schuf u.a. zahlreiche Bühnenbilder für wissenschaftliche Vorträge und farbige Lichtbilder für die sogenannten Projektions- und Experimental-Vorträge. Der erste Direktor der Urania, Max Wilhelm Meyer, ein Schulfreund von Kranz in Braunschweig, verzeichnete zudem in seinem 1892 erschienenem Führer durch die Sammlung in den Korridoren der Sternwarte zwei "auf den Schwingen der wissenschaftlich geleiteten Phantasie" gezeichnete Bilder von Wilhelm Kranz, beide "ideale Mondlandschaften" darstellend (Wilhelm M. Meyer: Illustrirter Leitfaden der Astronomie, Physik und Mikroskopie in Form eines Führers durch die Urania zu Berlin, Berlin 1892).
Ende 1889 besuchte Thomas Alva Edison in Begleitung von Werner von Siemens die Urania. Das Wissenschaftliche Theater wurde im Anschluss zu einer Tournee durch Städte an der Ostküste der USA eingeladen. Meyer und Kranz machten sich auf die Reise nach New York. Die Theaterstücke „Von der Erde bis zum Monde“ (als „A Trip to the Moon“ ins Englische übersetzt) und und „Geschichte der Urwelt“ wurden u.a. in New York in der damals neuen Carnegie Hall aufgeführt. Wilhelm Kranz war auch als Illustrator mehrerer populär-astronomischer Werke tätig. Im Auftrag des 1906 gegründeten Deutschen Museums in München schuf Kranz 1919 das großformatige Gemälde mit der Aufschrift "W. Kranz / Landschaftsgemälde / Phantasiebild einer idealen Mondlandschaft / von der aus ein Beobachter unsere Erde erblickt" (Inv.Nr. 47582).
Kranz, Wilhelm
Idealansicht des Mars mit seinen beiden Monden Phobos und Deimos
Los 6481
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.250€ (US$ 1,437)
Idealansicht des Mars mit seinen beiden Monden Phobos und Deimos.
Gouache und Spritztechnik, auf Karton aufgezogen. 36 x 47,6 cm.
Die frühe Annahme, dass der Mars zwei Monde hat, geht auf Johannes Kepler zurück, der sie im Jahr 1610 nach der Entdeckung der vier Galileischen Monde postulierte, weil er im Sonnensystem von harmonischen Verhältnissen überzeugt war. Sie visuell zu entdecken war deutlich schwieriger, da die sehr kleinen Monde ungewöhnlich nahe ihres Planeten sind und deswegen von diesem stark überstrahlt werden. Die Sichtung beider gelang schließlich im August 1877 dem amerikanischen Astronomen Asaph Hall mit einem 24-Zoll Refraktor am U.S. Naval Observatory (USNO) in Washington.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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