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Lot 6336, Auction  127, Niederländisch, um 1700. Studienblatt mit der afrikanischen Seidenpflanzenheuschrecke

Niederländisch
um 1700. Studienblatt mit der afrikanischen Seidenpflanzenheuschrecke
Los 6336

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.250€ (US$ 1,437)

Details

um 1700. Studienblatt mit der afrikanischen Seidenpflanzenheuschrecke.
Aquarell auf Bütten, aufgezogen. 44,3 x 28,1 cm. Wz. Bekröntes Straßburger Bandenwappen (s. Churchill Nr. 432: 1686).

Die Afrikanische Seidenpflanzenheuschrecke (Phymateus morbillosus) ist eine große Kegelkopfschrecke mit leuchtend rotem Kopf und Beinen, die vornehmlich in Südafrika vorkommt und für ihre Giftigkeit bekannt ist. Das Exemplar könnte durch die Niederländische Ostindien-Kompanie, die seit 1652 in Südafrika die Kapkolonie unterhielt, nach Europa gekommen sein und dort von einem Zeichner detailgetreu festgehalten worden sein. Denkbar ist auch, dass ein Künstler auf einer der Reisen an das Kap dabei war, explizit um Studien nach der fremden Natur anzufertigen.

Lot 6337, Auction  127, Werner, Carl Friedrich Heinrich, Sphinx und Pyramiden in Gizeh

Werner, Carl Friedrich Heinrich
Sphinx und Pyramiden in Gizeh
Los 6337

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.750€ (US$ 2,011)

Details

Die Sphinx und Pyramiden in Gizeh.
Aquarell über Bleistift. 23,4 x 40,3 cm. Unten rechts signiert und datiert "C. Werner f. 1880.".

Carl Werner, Mitglied des Londoner Royal Institute of Painters in Watercolours, gründet in den 1850er Jahren ein Meisteratelier für Aquarellmalerei in Venedig. 1862 bricht er zu einer ersten Orientreise nach Jerusalem, Palästina und Ägypten auf, zwei Jahre später finden wir ihn erneut in Ägypten. Während seiner Reisen hielt er alltägliche Szenen und die Monumente, darunter die Pyramiden von Gizeh und das Grab des Schech Ababde, in etlichen Skizzen fest, aus denen er später Aquarelle fertigte.

Provenienz: Sammlung Kurt Klemperer, Brasilien (Lugt 5268).
Galerie Bassenge, Berlin, Auktion 22 am 6. November 1973, Los 937.

Fiedler, Bernhard
Dahabiah am Nilufer
Los 6341

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.875€ (US$ 2,155)

Details

Dahabiah am Nilufer.
Aquarell über Bleistift auf dünnem Karton. 20,5 x 28,4 cm. Unten links signiert und datiert "B. Fiedler 1869", unten rechts eigenh. bezeichnet "Dahabia am Nil.", mit dem alten Etikett der Wiener Galerie Herrmann verso auf dem Rahmen.


Swebach, Jacques-François
Audienz beim Großwesir
Los 6344

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
8.125€ (US$ 9,339)

Details

Audienz beim Großwesir am Ufer des Nils.
Aquarell und Deckfarben über Feder in Grau, alt aufgezogen und hinter ein Passepartout montiert. 24 x 38 cm. Signiert und datiert "Swebach 1811".

Das ursprünglich aus der Sammlung des Marquis René d'Andigné stammende Aquarell ist eine Vorzeichnung für eine der Porzellanplatten aus dem sogenannten "Service Égyptien" der Manufaktur Sèvres. Swebach entwarf für dieses Teeservice, das im Jahr 1810 von der Kaiserin Josephine in Auftrag gegeben wurde, etwa 40 bis 50 Kompositionen. Bereits in den Jahren 1811-1812 wurde das umfangreiche Service der Auftraggeberin in das Château de Malmaison bei Paris geliefert. - Nach seiner Ausbildung bei dem Maler Michel H. Duplessis arbeitete Swebach in Paris, wo er sich eine Reputation als Pferde- und Militärmaler erwarb. Von 1802 bis 1813 war er der Premier Peintre an der Porzellanmanufaktur in Sèvres, wo er für die Dekorationen verschiedener bedeutender Service verantwortlich war. In dieser Funktion entwickelte er auch diese vielfigurige Komposition für das Service im "Gout Egyptien", ein Thema, das sich dieser Zeit größter Beliebtheit erfreute.

Provenienz: Sammlung Marquis René d'Andigné (1862-1929).
Heymann Antiquités, Paris.

Lot 6346, Auction  127, Basoli, Antonio, Il tempio d'Osiri

Basoli, Antonio
Il tempio d'Osiri
Los 6346

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.500€ (US$ 1,724)

Details

"Il tempio d'Osiri": Bühnenbild für einen ägyptischen Tempel.
Feder in Grau, aquarelliert, mit einer Einfassung in Schwarz, auf Bütten. 28,6 x 37,9 cm.

Antonio Basoli zählt zu den genialsten und produktivsten italienischen Theatermalern und Bühnenarchitekten der ersten Hälfte des Ottocento. Nach einer Ausbildung an der Accademia Clementina in Bologna - zu seinen Lehrern zählten Gaetano und Mauro Gandolfi, Angelo Venturoli und Vincenzo Mazzi - erhielt Basoli 1793, noch vor dem Abschluss des Studiums, eine Anstellung als Szenograph am Teatro Taruffi in Bologna. Bereits in seinem Frühwerk vollzog sich der Bruch mit der barocken Tradition Bibienas und eine Hinwendung zum Neoklassizismus. Vorliegende Zeichnung ist wohl eine Vorzeichnung für Tafel 1 seiner Serie "Raccolta di Prospettive serie, Rustiche, e di Paesaggio..." von 1810 (Berliner Ornamentstichkat. 4165).

Englisch
1. Hälfte 19. Jh. . Ein Reiter auf seinem Kamel in der weiten Steppe
Los 6348

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.375€ (US$ 2,730)

Details

1. Hälfte 19. Jh. Ein Reiter auf seinem Kamel in der weiten Steppe.
Öl auf Leinwand. 35,5 x 44,3 cm.


Neuenborn, Paul
Ibisse im Schilf
Los 6352

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.500€ (US$ 1,724)

Details

Ibisse im Schilf.
Öl auf Leinwand. 104,5 x 137 cm. Unten links signiert und datiert "PNeuenborn 1899".


Corrodi, Hermann David Solomon
Wasserträgerinnen am Nilufer bei den Pyramiden von Gizeh
Los 6354

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
4.500€ (US$ 5,172)

Details

Wasserträgerinnen am Nilufer bei den Pyramiden von Gizeh.
Öl auf Holz. 36 x 18,7 cm. Unten links signiert und bezeichnet "H. Corrodi / Kairo".

Der bei Rom geborene Corrodi spezialisierte sich zu Beginn seiner Laufbahn auf Ansichten seiner Heimatstadt, Landschaften aus der Campagna und Genrebilder, bis er durch wiederholte Reisen nach Ägypten, Syrien, Konstantinopel, Montenegro und Korsika eine Fülle frisch aufgefasster Studien heimbrachte. Von da an avancierte er zu einem der glänzendsten Schilderer einer freilich westlichen Vision des Orients.

Müller, Leopold Carl
Profilbildnis eines Arabers
Los 6355

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
500€ (US$ 575)

Details

Profilbildnis eines Arabers.
Kohle, teils gewischt, auf Bütten. 57,1 x 42,1 cm. Unten rechts signiert "Leopold Carl Müller", verso zur Übertragung teils geschwärzt. Wz. "PL BAS".


Lot 6356, Auction  127, Deutsch, um 1900. Stillleben mit Vase und Steinschlosspistole auf Leopardenfell

Deutsch
um 1900. Stillleben mit Vase und Steinschlosspistole auf Leopardenfell
Los 6356

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
750€ (US$ 862)

Details

um 1900. Stillleben mit Vase und Steinschlosspistole auf Leopardenfell.
Aquarell und Gouache, auf festen Karton aufgezogen. 56,3 x 46,6 cm. Links unten bezeichnet "Jos. C. Schröder", rechts unten bezeichnet und datiert "Brachmann / 25.6.03".


Lot 6358, Auction  127, Hollar, Wenzel, Liegender Löwe

Hollar, Wenzel
Liegender Löwe
Los 6358

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
400€ (US$ 460)

Details

Liegender Löwe.
Radierung nach Albrecht Dürer. 9,4 x 12,6 cm. Pennington 2094, Turner (New Hollstein) 819.

Ganz ausgezeichneter Abzug mit Rändchen um die Plattenkante. Etwas stockfleckig, unten links dünne Papierstelle, insgesamt leicht gewellt, links schwache vertikale Faltspur, sonst schön.

Lot 6359, Auction  127, Tischbein, Johann Heinrich Wilhelm, Zwei Leoparden mit ihren Jungen vor einer Höhle

Tischbein, Johann Heinrich Wilhelm
Zwei Leoparden mit ihren Jungen vor einer Höhle
Los 6359

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
31.250€ (US$ 35,920)

Details

Zwei Leoparden mit ihren Jungen vor einer Höhle.
Schwarze Kreide, Feder in Braun, Aquarell, weiß gehöht, in zeitgenössischer Montierung. 32,1 x 40,8 cm. Um 1810-20.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts konnte man in Kassel Wundersames bestaunen: ein gutes Dutzend Affen, allerlei exotische Vögel, darunter Papageien und Pelikane, ein weißes Kamel, Mufflons aus der fernen Insel Korsika, und natürlich der größte Blickfang - ein indischer Elefant. Versammelt waren sie mit vielen anderen Tieren in der Menagerie der Grafen von Hessen-Kassel. Dort wohnte seit 1771 auch ein Leopardenpaar, das sich - unüblich für die damalige Zeit in Europa - rasch vermehrte. Vielleicht waren es diese Raubkatzen, die Tischbein sah, als er in Kassel seinen älteren Bruder Johann Heinrich besuchte, der dort die Gemäldegalerie leitete. In Kassel sah Tischbein sicherlich auch die Leoparden auf Johann Heinrich Roos' monumentalem Tierstück, das viele Exemplare der gräflichen Menagerie abbildet. Und von seinem Bruder besaß Tischbein auch eine Radierung, die eine Leopardin mit ihren beiden Jungen zeigt. Es mögen diese unterschiedlichen Eindrücke gewesen sein, die Tischbein zu vorliegender Zeichnung inspirierten.
Die Tierwelt studierte Tischbein geradezu obsessiv, sie bildet einen der motivischen Schwerpunkte in seinem zeichnerischen Werk. Kennzeichnend ist dabei weniger der Naturalismus als vielmehr die ausgeprägte charakterliche Ausdruckskraft der Tiere. Tischbein war tief beeinflusst von der Physiognomielehre Johann Kaspar Lavaters und anderer Zeitgenossen. Er übertrug deren Prinzipien auf die Tierwelt in der Überzeugung, dass man Analogien zwischen tierischen und menschlichen Wesensarten sichtbar machen könne. Auch auf unserem Blatt zeigen die Gesichter der Raubkatzen fast menschlich anmutende Gemütsregungen. Wirkt die über ihren Jungen stehende Leopardin nicht etwa hilfesuchend, der liegende Leopard gar mürrisch? Tischbein vertrat die Auffassung, der Charakter eines Menschen lasse sich aus der Ähnlichkeit mit bestimmten Tieren erschließen - so sei ein schafähnlicher Mensch sanftmütig, ein löwenähnlicher stolz und wild. Hieraus erwuchs eine wunderbare Sammlung von rund 700 Tierzeichnungen, unter denen das vorliegendes Blatt eines der künstlerisch vollendetsten Beispiele darstellt.

Provenienz: Bis 2003 in der Privatbibliothek der Großherzöge von Oldenburg.
Deren Auktion bei Christie's, New York: Drawings by J. H. W. Tischbein, Auktion am 22. Januar 2003, Los 131 (mit dem für die Werke aus dieser Auktion entworfenen Stempel, Lugt 5025).
Privatsammlung Schweiz.

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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