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Lot 2170, Auction  127, Wieland, Christoph Martin, Agathon

Wieland, Christoph Martin
Agathon
Los 2170

Zuschlag
200€ (US$ 230)

Details

"Für den denkenden Kopf von klassischem Geschmack"
(Wieland, Christoph Martin). Agathon. 4 Bände. Mit 4 gestochenen Frontispices und 4 gestochenen TVignetten. 15,5 x 9 cm. Halbleder d. Z. (Deckel fachmännisch restauriert, Ecken leicht bestoßen) mit floraler RVergoldung und 2 goldgeprägten farbigen RSchildern. Leipzig, Weidmanns Erben und Reich, 1773.
Goedeke IV/1, 552, 53. Günther-Zeilinger 574. Deusch 28b. – Zweite verbesserte und ergänzte Ausgabe des zuerst 1766 bis 1767 in Zürich erschienenen Werks, hier in einem Exemplar auf besserem Papier und mit den vier Titelkupfern. "Lessing erkannte sofort die überragende Bedeutung des Werks: 'Es ist der erste und einzige Roman für den denkenden Kopf von klassischem Geschmack' (Hamburgische Dramaturgie)." (Kindler NLL XVII, 640f.). Im Anhang von Teil IV mit dem 40seitigen Subsrkibentenverzeichnis, das neben der Prominenz der Zeit u. a. "Herrn Doctor Göthe, in Frankfurt am Mayn", "Herrn Consistorialrath Herder, in Bückeburg" und die Karschin in Berlin nennt. – Etwas braunfleckig. Auf den Titeln je zwei private Stempel.

Lot 2171, Auction  127, Wieland, Christoph Martin, Der goldne Spiegel

Wieland, Christoph Martin
Der goldne Spiegel
Los 2171

Zuschlag
250€ (US$ 287)

Details

(Wieland, Christoph Martin). Der goldne Spiegel, oder die Könige von Scheschian, eine wahre Geschichte. Aus dem Scheschianischen übersetzt. 4 Bände. Mit 4 gestochenen Frontispices und 4 gestochenen Titelvignetten von Geyser nach Mechau. 16 x 9,5 cm. Halbleder d. Z. (etwas berieben, Ecken leicht bestoßen) mit floraler RVergoldung und je 2 farbigen goldgeprägten RSchildern. Leipzig, M. G. Weidmanns Erben und Reich, 1772.
Goedeke IV/1, 555, 66. Günther-Zeilinger 604. Rümann 1927. Deusch 24. Holzmann-Bohatta IV, 3260. – Erste Ausgabe des in der Tradition des antiken philosophisch-didaktischen Staatsromans stehenden Fürstenspiegels, erschienen in einer Auflage von 2500 Exemplaren. "Dieser Fürstenspiegel, mit dem Wieland seine 'Hoffähigkeit' erweisen wollte, an der man nach den frivolen Verserzählungen seiner Jugend zweifelte, trug ihm 1772 die Berufung zum Erzieher Karl Augusts, des Sohnes der Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar ein" (KLL III, 978 ff.). – Etwas braunfleckig, Titel mit gestempelten alten Eignerinitialen, fl. Vorsatz mit modernem Exlibris. Dekorativ gebundenes Exemplar.

Winckelmann, Johann Joachim
Briefe an einen seiner vertrautesten Freunde
Los 2172

Zuschlag
130€ (US$ 149)

Details

Winckelmann, Johann Joachim. Briefe an einen seiner vertrautesten Freunde in den Jahren 1756 bis 1768 nebst einem Anhange von Briefen an verschiedene andere Personen. 2 Teile in 1 Band. IV, 208 S., 2 Bl., 172 S., 1 Bl. 18,5 x 11,2 cm. Halbleder d. Z. (Kanten bestoßen, sehr kl. Wurmspur im Leder) mit 2 goldgeprägten RSchildern und dezenter RVergoldung mit Fileten um die Bünde herum. Berlin und Stettin, Friedrich Nicolai, 1781.
Goedeke IV/I, 301. Ruppert 21. Raabe, Kat. Nicolai 402. – Erste Ausgabe. Briefe an Freunde Winckelmanns, darunter Heinrich Wilhelm Muzel (1723-1782) und Baron von Stosch (1691-1757). Die Sammlung, kurz nach Winckelmanns Ankunft in Italien begonnen, bietet überwiegend selbstkommentierende Nachrichten zu seinen eigenen Arbeiten; die Briefe des Anhanges enthalten zudem Mitteilungen zu Literatur- und Kunstangelegenheiten, Einblicke in sein häusliches Leben sowie charakterkundliche Züge. – Titel gestempelt "Fürstensteiner Bibliothek". Gering gebräunt und stockfleckig, insgesamt schönes Exemplar.

Lot 2173, Auction  127, Zigler und Kliphausen, Heinrich Anselm von, Asiatische Banise

Zigler und Kliphausen, Heinrich Anselm von
Asiatische Banise
Los 2173

Zuschlag
140€ (US$ 161)

Details

Zigler und Kliphausen, Heinrich Anselm von. Asiatische Banise, oder blutiges doch muthiges Pegu, in historischer und mit dem Mantel einer Helden- und Liebes-Geschicht bedeckten Wahrheit beruhende. Diesem füget sich bey eine aus dem Italiänischen übersetzte theatralische Handlung, benennet: Der tapffere Heraclius. 7 Bl., 696 S. 16 x 9,5 cm. Pergament d. Z. (stärker fleckig und berieben). Leipzig, Thomas Fritsch, 1716.
Dünnhaupt VI, 4333, 5.I.5. Goedeke III, 259, 51f. Jantz II, 2803. Hayn-Gotendorf VIII, 646. – Vierter Druck bei Thomas Fritsch, der Erstdruck des "höfisch-historischen Liebes- und Staatsroman(s) par excellence" (Dünnhaupt) erschien 1689 ebenda bei Gleditzsch und erfreuter sich enormer Beliebtheit. Im Jahr 1724 erschien eine bibliographisch eigenständige Fortsetzung des Romans von Johann Georg Hamann. – Es fehlt wohl das Frontispiz. Vorderes Vorsatz modern erneuert, hinteres Gelenk angeplatzt, Buchblock mittig etwas verzogen. Etwas gebräunt, Titel und Schlussblatt auch fleckig. Innenspiegel mit montiertem Exlibris.

Lot 2174, Auction  127, Zindel, Christian Siegmund, Der Eislauf oder das Schrittschuhfahren

Zindel, Christian Siegmund
Der Eislauf oder das Schrittschuhfahren
Los 2174

Zuschlag
1.400€ (US$ 1,609)

Details

Ein Tanz auf Silberkristallen
Zindel, Christ(ian) Siegm(und). Der Eislauf oder das Schrittschuhfahren, ein Taschenbuch für Jung und Alt. Mit Gedichten von Klopstock, Göthe, Herder, Cramer, Krummacher etc. IV, 180 S. Mit gestochenem Frontispiz und 5 Kupfertafeln von Adam Klein. 17,5 x 9,5 cm. Illustrierter OPappband (gebräunt und etwas berieben) mit Grünschnitt. Nürnberg, Campe, 1825.
Goedeke IV/3, 223, 7. Köhring 43. Lanckoronska-Rümann 164. Hayn-Gotendorf VIII, 658. Lipperheide Thb 8. – Einziger Druck dieser ersten deutschen Veröffentlichung, die sich ganz dem Schlittschuhlaufen widmet. Enthält eine Anleitung mit technischen Erläuterungen der Kupfer, Formen der Schritt- und Schlittschuhe, Figuren und Techniken des Eislaufs, Vorsichtsmaßnahmen, ferner über Wettläufe, Schnelligkeitsrekorde, Eisfeste, Pariser Novitäten und Kuriositäten, Kleidung etc. Der umfangreiche Anhang mit zahlreichen poetischen Beiträgen und Briefen zum Thema, u. a. von Klopstock, dem passionierten Schlittschuhläufer Goethe, ferner von Herder, Platen und Ramler ("Wir tanzen, wir schweben auf tönendem Meer, auf Silberkrystallen dahin und daher: Der Stahl ist uns Fittig, der Himmel das Dach, die Lüfte sind eilig und schweben uns nach. So gleiten wir, Brüder! mit fröhlichem Sinn auf eherner Tiefe das Leben dahin." Herder). Das Frontispiz zeigt den Dutzendteich bei Nürnberg mit einer sich auf dem Eis tummelnden Menschenmenge, der illustrierte Einband mit allegorischen Darstellungen auf den Winter. – Die Tafeln gering fleckig. Sehr schönes und sauberes Exemplar auf festem, etwas bläulichem Papier. - Von großer Seltenheit.

Lot 2175, Auction  127, Daniel, Gabriel, Voiage du monde de Descartes

Daniel, Gabriel
Voiage du monde de Descartes
Los 2175

Zuschlag
120€ (US$ 138)

Details

PHILOSOPHIE
(Daniel, Gabriel). Voiage du monde de Descartes. 9 Bl., 437 S. Mit Holzschnitt-Titelvignette, doppelblattgroßer Holzschntitt-Tafel und einigen Textholzschnitten. 16,5 x 10 cm. Leder d. Z. (berieben und bestoßen, Kapitale defekt) mit RVergoldung (ohne das RSchild). Paris, Simon Benard, 1690.
Cioranescu, 23362. Barbier IV, 1081. De Backer-Sommervogel II, 1796.1. – Erste Ausgabe der kritischen philosophisch-theologischen Abhandlung über die Metaphysik des Descartes, "eine in Form einer Reisebeschreibung gehüllte Widerlegung des cartesischen Systems, die so großes Aufsehen erregte, daß sie in englischen, italienischen und lateinischen Uebersetzungen erschien" (Wetzer-Welte III, 1377) – Gering fleckig.

Lot 2176, Auction  127, Feder, Johann Georg Heinrich, Untersuchungen über den menschlichen Willen, dessen Naturtriebe, Veränderlichkeit, Verhältniß zur Tugend und Glückseligkeit und die Grundregeln, die menschlichen Gemüther zu erkennen und zu regieren

Feder, Johann Georg Heinrich
Untersuchungen über den menschlichen Willen, dessen Naturtriebe, Veränderlichkeit, Verhältniß zur Tugend und Glückseligkeit und die Grundregeln, die menschlichen Gemüther zu erkennen und zu regieren
Los 2176

Zuschlag
100€ (US$ 115)

Details

Feder, Johann Georg Heinrich. Untersuchungen über den menschlichen Willen, dessen Naturtriebe, Veränderlichkeit, Verhältniß zur Tugend und Glückseligkeit und die Grundregeln, die menschlichen Gemüther zu erkennen und zu regieren. Neueste Auflage. 3 Bände. Halbleder d. Z. (Rücken teils mit Läsuren, etwas berieben) mit goldgeprägten RSchildern. Linz, Trattner 1785-1787.
Eisler 168. – Erste Ausgabe, 1794 erschien bei Trattner noch ein vierter Band. Wissenschaftliches Hauptwerk des Kant-Kritikers Feder (1740-1821), das unter anderem eine der ersten psychologischen Typenlehren enthält. Der Verfasser betont die fundamentale Bedeutung der Psychologie für die Philosophie, die er unter praktischen und empirischen Gesichtspunkten betrachtet. – Vorsätze mit alten Sepia-Eintragungen, die entfernt und teils durch Tintenflecken überdeckt sind.

Lot 2177, Auction  127, Hartmann, Eduard von, Philosophie des Unbewussten

Hartmann, Eduard von
Philosophie des Unbewussten
Los 2177

Zuschlag
80€ (US$ 92)

Details

Hartmann, Eduard von. Philosophie des Unbewussten. Versuch einer Weltanschauung. IV, 678 S., 1 Bl. 21,5 x 14 cm. Halbleder d. Z. (Kapital beschädigt) mit goldgepr. RTitel. Berlin, Duncker, 1869.
Kosch VII, 406. – Erste Ausgabe. – Durchgehend gebräunt.

Lot 2178, Auction  127, Hobbes, Thomas, Opera philosophica. Amsterdam, J. Blaeu, 1668. – Erster Druck der ersten Gesamtausgabe

Hobbes, Thomas
Opera philosophica. Amsterdam, J. Blaeu, 1668. – Erster Druck der ersten Gesamtausgabe
Los 2178

Zuschlag
1.900€ (US$ 2,184)

Details

Hobbes, Thomas. Opera philosophica, quae Latinè scripsit, omnia. Ante quidem per partes, nunc autem, post cognitas omnium objectiones, conjunctim & accuratius edita. 8 Teile in 2 Bänden. Mit gestochenem Portrait, 30 (statt 31) teils gefalteten Kupfertafeln mit Diagrammen, 14 Textkupfern und einigen schematischen Textholzschnitten. 20 x 15 cm. Leder d. Z. (etwas berieben und bestoßen, Kapitale lädiert, Gelenke teils gering angeplatzt) mit RVergoldung (diese stärker berieben). Amsterdam, Johann Blaeu, 1668.
MacDonald-Hargreaves 104. Sotheran 9339. Brunet III, 239. Wellcome III, 280. Vgl. Wing 2252a. – Erster Druck der ersten Gesamtausgabe, ein zweiter kollationsgleicher Druck erschien im gleichen Jahr mit der zusätzlichen Verlegeradresse von C. Bee in London. Enthält die erste lateinische Fassung des Leviathan, ferner je etwa zur Hälfte staatswissenschaftliche und naturwissenschaftlich-medizinische Werke. – Es fehlt eine Tafel. Portrait im unteren Bug etwas gelöst, Blatt Cii mit kleinem Randeinriss, Band I anfangs mit kleiner Wurmspur im Bug. Etwas braunfleckig, stellenweise papierbedingt etwas stärker gebräunt, mit gelegentlichen Anstreichungen. Vorsätze leimschattig.

Kant, Immanuel
Critik der practischen Vernunft
Los 2179

Zuschlag
2.200€ (US$ 2,529)

Details

Kant, Immanuel. Critik der practischen Vernunft. 292 S. 19,5 x 12 cm. Halbleder d. Z. (etwas fleckig, berieben und bestoßen, oberes Kapital mit kleiner Fehlstelle) mit dezenter RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Riga, Johann Friedrich Hartknoch, 1788.
Warda 112. Adickes 67. – Erste Ausgabe von Kants zweiter Kritik, die seine Theorie der Moralbegründung enthält. Bis heute eines der wichtigsten Werke der Praktischen Philosophie überhaupt. Mit dem kategorischen Imperativ: "Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne." – Etwas stärker leimschattig, sonst schön und wohlerhalten. Innenspiegel mit altem Besitzeintrag.

Lot 2181, Auction  127, Kant, Immanuel, Zum ewigen Frieden

Kant, Immanuel
Zum ewigen Frieden
Los 2181

Zuschlag
800€ (US$ 920)

Details

Kant, Immanuel. Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf. 104 S. 16,5 x 10 cm. Pappband d. Z. (stärker berieben und bestoßen, Rücken mit schwachen Schabspuren). Königsberg, Friedrich Nicolovius, 1795.
Warda 155. Carter-Muir 226. Vgl. Goedeke V, 3, 18. – Zweiter Druck der ersten Ausgabe, mit dem bei Warda genannten Kennzeichen (Kustode "welt" auf Seite 3). "In der politischen Schrift 'Zum ewigen Frieden', die bei ihrem Erscheinen starke Beachtung fand, stellte Kant sechs Präliminarartikel und drei Definitivartikel zum ewigen Frieden der Staaten auf ... Der ewige Friede ist nicht ein utopisches Ideal, sondern die Idee einer moralisch-praktischen Aufgabe für die Politik, die innere und äußere" (Ziegenfuß). – Etwas stockfleckig. Es fehlt das Erratablatt am Schluss, das nicht allen Exemplaren beigebunden wurde.

Lot 2183, Auction  127, Lipsius, Justus, Manuductionis ad Stoicam philosophiam libri tres

Lipsius, Justus
Manuductionis ad Stoicam philosophiam libri tres
Los 2183

Zuschlag
100€ (US$ 115)

Details

Lipsius, Justus. Manuductionis ad Stoicam philosophiam libri tres: L. Annaeo Senecae, aliisque scriptoribus illustrandis. Editio secunda, atque ab ultima auctoris manu. 6 Bl., 212 S., 2 Bl. Mit gestochener Druckermarke. 27 x 17,5 cm. Moderner Pergamentband. Antwerpen, Plantin-Moretus, 1610.
Ziegenfuß II, 64. – Zweite Ausgabe der zuerst ebenda 1604 erschienenen philosophischen Schrift über den Stoizismus. Justus Lipsius (1547-1616) wirkte als Professor in Löwen. – Gleichmäßig etwas gebräunt, erstes Blatt der Widmung mit unbedeutender kleiner Fehlstelle im oberen Rand.

Lot 2186, Auction  127, Meiners, Christoph, Vermischte philosophische Schriften

Meiners, Christoph
Vermischte philosophische Schriften
Los 2186

Zuschlag
360€ (US$ 414)

Details

Meiners, Christoph. Vermischte philosophische Schriften. 3 Bände. Mit 3 gestochenen Titelvignetten. 16 x 9,5 cm. Halbleder d. Z. (Ecken minimal bestoßen) mit floraler RVergoldung und je 2 farbigen goldgeprägten RSchildern. Leipzig, Weygand, 1775-1776
Vgl. Ziegenfuß II, 143. – Erste Ausgabe der Schriftenauswahl des umstrittenen Göttinger Schriftstellers und Kantgegners Christoph Meiners (1747-1810), der eine Reihe popularphilosophischer Arbeiten verfasste und bei seinen akademischen Kollegen Georg Forster und Georg Christoph Lichtenberg kein hohes Ansehen genoss, wie auch die ADB kritisch bemerkt: "Es trieb ihn eine Monomanie, die Mitwelt über alles Mögliche geschichtlich aufzuklären und so gelangte er zu einer hastigen Vielschreiberei, bei welcher neben manchem Richtigen durch flüchtige Benutzung des zerstreuten Materials sich mehrfach voreilige Annahmen ergaben, an welchen er aber eigensinnigst in öfteren Wiederholungen festhielt". Trotzallem wurde er 1775 zum ordentlichen Professor der Philosophie ernannt. – Sehr schönes Exemplar im dekorativen Einband einer zeitgenössischen Adelsbibliothek, mit entsprechendem montierten Wappenexlibris.

Nietzsche, Friedrich
Die Geburt der Tragödie
Los 2187

Zuschlag
260€ (US$ 299)

Details

Nietzsche, Friedrich. Die Geburt der Tragödie. Oder: Griechenthum und Pessimismus. Neue Ausgabe mit dem Versuch einer Selbstkritik. XVIII, IV, 144 S. 22 x 14,5 cm. Moderner Halblederband (illustrierter beschnittener OVorderumschlag eingebunden) mit RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Leipzig, E. W. Friztsch, (1886).
WNB 25. – Erster Druck der erweiterten Fassung. Die ersten 18 Seiten und der Zwischentitel auf leicht abweichendem Papier, bei den Seiten III/IV (Vorwort an Richard Wagner) und den Seiten 1-144 handelt es sich um die Druckbogen der zweiten Auflage von 1874. Nach Abschluss des Zarathustra konnte sich Nietzsche der Neuausgabe und Überarbeitung bereits erschienener Werke widmen. So veranstaltete er mit seinem wiedergewonnenen Verleger Fritzsch unter Verwendung noch vorhandener Restbogen sogenannte Titelauflagen. Bei Die fröhliche Wissenschaft und Die Geburt der Tragödie wurden jedoch nicht nur die Titelblätter erneuert, Nietzsche verfasste zudem bedeutende Vorreden, die hier erstmals im Druck erschienen. Seine wirkungsmächtige Basler Frühschrift über das Dionysische und das Apollinische erschien zuerst im Mai 1872. "Unter dem Zauber des Dionysischen schließt sich nicht nur der Bund zwischen Mensch und Mensch wieder zusammen: auch die entfremdete, feindliche oder unterjochte Natur feiert wieder ihr Versöhnungsfest mit ihrem verlorenen Sohne, dem Menschen." Nietzsches Schrift über Entstehung und Niedergang der griechischen Tragödie wurde von der etablierten Philologie aufgrund seiner intuitiven und irrationalen Schlüsse nicht ernst genommen und weitgehend ignoriert. Lediglich der junge Wilamowitz-Möllendorff, mit dem Nietzsche gemeinsam in Schulpforta die Schulbank drückte, wagte einen öffentlichen Tadel: "herr Nietzsche tritt ja nicht als wissenschaftlicher forscher auf: auf dem wege der intuition erlangte weisheit wird teils im kanzelstil, teils in einem raisonnement dargeboten, welches dem journalisten nur zu verwandt ist." Erwin Rohde sprang seinem Freund Nietzsche zur Seite und veröffentlichte seine Erwiderungsschrift Afterphilologie, in der er Nietzsches Thesen verteidigt und gegen Wilamowitz polemisiert. – Durchgehend mit Unter- und Anstreichungen in Bleistift.

Lot 2188, Auction  127, Sanchez de Liçaraço, Pedro Gerónimo, Generalis et admirabilis methodus ad omnes scientias facilius

Sanchez de Liçaraço, Pedro Gerónimo
Generalis et admirabilis methodus ad omnes scientias facilius
Los 2188

Zuschlag
180€ (US$ 207)

Details

Raimundus Lullus. - Sanchez de Liçaraço, P. G. Generalis et admirabilis methodus ad omnes scientias facilius, et scitius addiscendas: in qua eximij & piissimi Doctoris Raimundi Lullji ars brevis, explicatur: & multis exemplis, variisque quæstionibus, circa facultates, quæ in scholis docentur. 24 Bl., 426 S., 1 Bl. (Errata). Mit Holzschnitt-Druckermarke und 1 (statt 2) Volvellen. 19,5 x 14,5 cm. Halbpergament d. Z. (etwas fleckig und berieben, Innenspiegel modern erneuert). Tarazona, Carlos de Labáyen für Juan de Bonilla, 1619.
Brüning, Bibliographie der alchemistischen Literatur 1296. – Zweite Auflage des zuerst 1613 ebenda erschienenen umfangreichen methodischen Traktas zum Erlernen aller Wissenschaften, verfasst von dem aus dem spanischen Aragonien stammenden Theologen Pedro Gerónimo Sanchez de Liçaraço (gest. 1614), der an der Kathedrale von Tarazona als Dekan wirkte. Auf Grundlage der Lehren des mallorquinischen Philosophen und Mystikers Raimundus Lullus (1232-1315), die hier auch erläutert werden. Die eine der beiden vorhandenen Volvellen illustriert eine Art "Begriffskombinations-Maschine". – Es fehlt eine der beiden Volvellen (auf Seite 65). Blatt D2 mit Eckabschnitt (ohne Textverlust), Titel zur Hälfte gelöst, vorderes Innengelenk geplatzt. Insgesamt etwas gebräunt und braunfleckig. Zweispaltiger Druck.

Lot 2190, Auction  127, Volney, Constantine-Francois de Chasseboef Comte de, Die Ruinen

Volney, Constantine-Francois de Chasseboef Comte de
Die Ruinen
Los 2190

Zuschlag
180€ (US$ 207)

Details

Volney, C.-F. de Chasseboef Comte de. Die Ruinen. Aus dem Französischen (von M. S. Forkel. Mit einer Vorrede von Georg Forster). 1 Bl., XVI, 272, 78 S. Mit gestochenem Frontispiz und 2 gefalteten Kupfertafeln. 18,5 x 11 cm. Marmorierter neuerer Halblederband mit goldgeprägtem RTitel und ornamentaler RVergoldung. Berlin, Friedrich Vieweg d. Ä., 1792.
Goedeke VI, 249, 55. Ziegenfuß II, 806. – Erste deutsche Ausgabe des zuerst 1791 in Genf erschienenen Hauptwerks des französischen Aufklärungsphilosophen und Orientreisenden Volney (1757-1820). – Durchgehend etwas stärker stockfleckig, Titel mit montiertem Monogrammschildchen.

Lot 2192, Auction  127, Wieland, Ernst Carl, Versuch über die natürliche Gleichheit der Menschen

Wieland, Ernst Carl
Versuch über die natürliche Gleichheit der Menschen
Los 2192

Zuschlag
170€ (US$ 195)

Details

Wieland, Ernst Carl. Versuch über die natürliche Gleichheit der Menschen: Nebst einem Anhange über das Recht der Wiedervergeltung. 4 Bl., 135 S. 20 x 12 cm. Pappband aus dem 19. Jahrhundert (lichtrandig, berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild. Leipzig, Paul Gotthelf Kummer, 1782.
VD18 11399988. – Der Professor der Philospophie zu Leipzig Ernst Carl Wieland (1755-1828) behandelt in seinem Werk die "natürliche" Gleichheit der Menschen. Diese analysiert er zum Beispiel anhand des Triebes zur Selbsterhaltung, das Begehrungsvermögen, moralische Gesetze, Grenzen der natürlichen Freiheit, Genzen des natürlichen Rechts, Ursprung des Pflichtgefühls etc. – Knickspurig und leicht fleckig sonst gutes Exemplar. Sehr selten im Handel. – Dabei: Ueber die Gefahr, die den Thronen, den Staaten und dem Christenthume den gänzlichen Verfall drohet. Mit Datis und Urkunden belegt aus dem Archiv unsers Jahrhunderts. 1 Bl., 106 S. Mit gestochener Titel-Vignette. 17 x 9,5 cm. Leder d. Z. (berieben, bestoßen und leicht geworfen) mit TSchild. O. O. (München), o. Dr., 1791.

Lot 2199, Auction  127, Pestalozzi, Johann Heinrich, Léonard et Gertrude

Pestalozzi, Johann Heinrich
Léonard et Gertrude
Los 2199

Zuschlag
260€ (US$ 299)

Details

(Pestalozzi, Johann Heinrich). Léonard et Gertrude ou les moeurs villageoises, telles qu'on les retrouve à la Ville & à la Cour. Histoire morale. Traduite de l'allemand (par L. E. Pajot de Moncet). XVI S., 6 Bl., 416 S., 1 Bl. Mit 12 Kupfertafeln von Daniel Chodowiecki. 17 x 10 cm. Halbleder d. Z. (etwas stärker berieben) mitgoldgeprägtem RSchild. Berlin, G. J. Decker, 1783.
Engelmann 444ff. Israel I, 7, 2. – Erste französische Ausgabe und erste Ausgabe mit der schönen Kupferstich-Folge von Chodowiecki. "Die 12 von Chodowiecki gezeichneten und gestochenen Bilder sind sehr charakteristisch ... Pestalozzi schrieb am 6. November 1781 über diese Kupfer an Iselin: 'sie sind das Angenehmste, was mir mit diesem Buche hätte widerfahren können'" (Israel). – Stärker gebräunt und braun- bzw. stockfleckig.

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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