Bayros, Franz von
Brief an den österr. Dichter und Burgtheaterdirektor Anton Wildgans. Mit Aquarell. 1918/19
Los 2605
Schätzung
450€ (US$ 511)
Bayros, Franz von, österr. Maler und Illustrator (1866-1924). Eigh. Brief m. U. "Bayros". 11/4 S. Folio. O. O. (wohl im Winter 1918/19).
An den Lyriker, Dramatiker und Burgtheater-Direktor Anton Wildgans (1881-1932), den er mit "verehrtester Meister" anspricht. "... Wir würden so gerne Ihrer Einladung schon jetzt folgen ... aber ich habe so riesig zu tun, da die Spartakusleute in Berlin keine Geduld mehr haben, meine Collectivausstellung zu sehen, da heißt es gehörig antauchen, so daß ein ganzer Tag, wie Sie ihn für eine Mödlinger Expedition veranschlagen, nicht gewagt werden kann. Wollen Sie uns den Besuch für die erste Baumblühte [!] gutschreiben? ... Wir lasen, daß Anfang Februar Ihr 'Dies irae' angesetzt ist - da hoffen wir aber sicher, daß Sie sich einmal von dem ja nicht auszuweichenden Ärger bei uns an 'Golasch' und einem herrlichen Kirschwasser erholen kommen ...". - Beiliegend ein Orig.-Aquarell (15,5 x 12,3 cm) auf Karton, mit Bleistift signiert "Moritz". Es zeigt eine große, mit einem Knaben besetzte Kaffeemühle, die hoch über Land fliegt. Auf der Rückseite mit Bleistift in verstellter (Kinder)-Schrift der zugehörige Text: "wie der thony auf seynem Ehroplahn von einem Trackt fon seim schloß zum andern fahrth - Moritzi". - Dazugeklebt eine Zeitungs-Annonce mit Immobilien-Angeboten, unterstrichen das Angebot eines Schlosses im Land Salzburg.
Crane, Walter, englischer Maler und Illustrator, als Mitglied des "Arts and Crafts Movement" Mitbegründer des Jugendstils (1845-1915). Eigh. Brief m. U. "Walter Crane". 1 S. 8vo. Shepherd's Bush 24.I.1888.
An einen Herrn, den er nicht angetroffen habe. Schlägt eine neue Verabredung vor.
Feuerbach, Anselm
Brief aus Rom an seine Stiefmutter. Um 1870
Los 2607
Schätzung
450€ (US$ 511)
Feuerbach, Anselm, Maler (1829-1880). Eigh. Brief m. U. "Anselm". 2 S. Doppelbl. Gr. 8vo. Rom, "Dienstag" (um 1870).
An seine Stiefmutter Henriette Feuerbach, die seine künstlerische Entwicklung nachhaltig beeinflusste. "... Seit mich mein Unwohlsein verlassen hat, bin ich ein anderer Mensch. Der Nachklang meiner langsamen italienischen Reise fängt an kostbare Früchte abzusetzen. In acht Tagen wird ein prachtvolles Bild fertig, dank dem Pardelfell. Das Programm für die Wintersaison, so wie ich es fühle, wird wohl das großartigste werden, von allen Jahren. Über sonstige Pläne mache ich Dir später Mittheilung. Ich werde jetzt tägl. arbeiten, allein für das große brauche ich noch viel, viel Daten. Basta. Eine große Bundesfahne wird den Einzug des Königs Emanuel vom Atelier aus begrüßen. - Iphigenie ist noch nicht da, und sollte sie auch verloren sein, so kann ich sie ja jeden Moment besser machen ... Hier sind neue Gesichter, und da meine Gesinnung bekannt, die Sprache geläufig, ist meine Stellung eine vollständig respectirte ...".
Hanfstaengl, Franz
Brief an den Weimarer Hofmaler Johann Heinrich Schramm. 1845
Los 2608
Schätzung
300€ (US$ 341)
Hanfstaengl, Franz, berühmter Photograph, Lithograph und Kunstverleger, der bedeutendste deutsche Porträt-Photograph des 19. Jhdts (1804-1877). Eigh. Brief m. U. "Fr Hanfstaengl" sowie mit Adresse und Siegelresten. 1 S. Gr. 4to. Dresden 5.IX.1845.
An den Sachsen-Weimarischen Hofmaler Johann Heinrich Schramm (1810-1865), adressiert nach Coburg, weitergeleitet nach Jena, mit dem Ersuchen, "mir doch von den Portraiten der Jena'ensischen Profeßoren circa noch 10 zu übersenden; da ich mehrere zu gleicher Zeit anfangen möchte. Vorderhand glaube ich ist es ganz unnöthig, daß ich an die Universität schreibe." Er wolle den Professoren lieber die fertigen Abdrucke zusenden, "weil ihnen dann die Sache klarer vor die Augen treten wird". Der Adressat möge seinen Aufenthaltsort mitteilen, damit Hanfstaengl auch ihm Abdrucke sowie die Originale zusenden könne. "... Hier bin ich tief in Arbeiten vergraben, und ich befinde mich dabey doch beßer als es in Coburg bey dem vielen Nichtsthun der Fall gewesen ist ...". - Von 1835 bis 1844 wohnte Hanfstaengl mit seiner Familie in Dresden, wo er in der königl. Galerie ein Atelier einrichtete, um das große lithographische Werk über die Bestände der Dresdener Galerie herzustellen, von dem bis 1852 195 Blätter erschienen. 1844 siedelte er in das neuerworbene Schloß Pähl am Ammersee über, kam aber jährlich für mehrere Wochen oder auch Monate nach Dresden zurück, um das Galeriewerk weiterzuführen. - Gering tintenfleckig. - Selten.
Kerkovius, Ida
2 eigh. Briefe u. 1 Postkarte an Wilfried Range. 1962-1963
Los 2609
Schätzung
200€ (US$ 227)
Kerkovius, Ida, deutschbaltische, aus Riga stammende Malerin und Teppichweberin, Adolf-Hölzel- und Bauhaus-Schülerin (1879-1970). 2 eigh. Briefe und 1 eigh. Postkarte m. U. "Ida Kerkovius". Zus. 31/2 S. Verschied. Formate. Stuttgart-Degerloch 1.XI.1962 - 5.X.1963.
An den Maler Wilfried Range, der ihr Dias von eigenen Werken zur Beurteilung schickte. "... ich habe sehr wenig Zeit. Trotzdem habe ich Ihre Dias alle angeschaut. Ich stelle fest, dass Sie einen ausgesprochenen Sinn u. Begabung für die Farbe haben u. rate Ihnen in dem Sinne weiter zu malen. Die Bilder mit Figuren gefallen mir weniger. No 12 u. 14 sind besser, so sollten Sie weiter arbeiten. Aber das Bild Petruschka u. die Sünderin, ein figürliches Bild, hat natürlich auch seine Berechtigung [1.XI.1962] ... Ja meine Ausstellung hätten Sie sehen sollen, sie hätte Sie sicher interessiert. Es ist wirklich sehr schwer nach einem Farbdias [sic] ein erschöpfendes Urteil abzugeben, daher halten Sie sich nicht strikt danach, was ich sage. Ich kann auch unmöglich über jedes einzelne Dias was sagen, sie gefallen mir nach wie vor in der Farbe, glaube aber, dass die Figuren besser gezeichnet werden könnten. Sie sollten vielleicht einen Akt-Kurs unter guter Leitung mitmachen [17.XII.1962] ... Wollen Sie sich nicht inzwischen meine Ausstellung in Göppingen ansehen im Stadthaus ..." [5.X.1963].
Kokoschka, Oskar
Brief an Ludwig Goldscheider über sich und Egon Schiele. 1963
Los 2610
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Kokoschka, Oskar, Maler, Graphiker und Dramatiker, Hauptmeister des Expressionismus (1886-1980). Eigh. Brief m. U. "OK". 4 S. auf 3 Bl. blauen Papiers mit gedrucktem Briefkopf. Mit dem eigh. Umschlag. Gr. 8vo. Villeneuve (Schweiz) 6.VI.1963.
Umfangreicher, gehaltvoller Brief an den Kunsthistoriker und Verleger Ludwig Goldscheider (1896-1973) in London. Kokoschka bedankt sich für ein Manuskript Goldscheiders, in dem Kokoschkas Leben und Kunst eingehend gewürdigt werden, fühlt sich aber in einem Vergleich zu früheren Größen der Kunstgeschichte überschätzt. "... Es ist mehr Ihrer Güte zuzuschreiben und dem Fehlen eines innern Gleichgewichts der Gesellschaft in gegenwärtiger Zeit, daß es einem dann so vorkommt, weil Alles so abstrakt wird, das Bauen, die bildende Kunst, das Ziel des Lebens selber, als ob man sich dann an die göttlichen Schöpfer von früher allein halten müsste, diese zitieren um nicht in Verzweiflung zu fallen. So erkläre ich mir Ihre unverdiente Anerkennung für das was ich in diesem, leider so kurzen, Leben gemacht habe ... Wir kehrten vorgestern aus Apulien zurück, wo ich glücklich war, reine Landschaft, reine Menschen, arm und würdevoll wie die alten Griechen! Ich habe viel gezeichnet und freue mich es Ihnen zeigen zu können. Peinigend ist es dann die modernen Italiener in den Großstädten zu sehen, in den babylonschen Gefängnissen und slums etwa in Neapel etc. ...". Korrigiert dann einige Aussagen Goldscheiders, berichtet über seine Herkunft, die Laufbahn seines Vaters als Prager Goldschmied und über seine eigene Jugend und kommt schließlich auf Egon Schiele zu sprechen. "... Zum Schluss noch, in Dresden war ich nur 2 Jahre Professor, im 3. Jahr ging ich auf Reisen weil ich, gemäß dem Turnus, dann Rector werden sollte, wozu ich keine Berufung in mir fühlte. - Ob nicht zu viel über Schiele gesagt ist in dem Gespräch? Mich interessiert er nicht, doch die falschen Legenden, die Herr Nierenstein [d. i. dessen Promotor Otto Kallir] im Ausland, U.S.A. in Umlauf brachte, gehen mir auf die Nerven. Was man in Wien von ihm oder mir hält, ist ja irrelevant, nicht? ...". - Schöner Künstlerbrief mit wertvollen biographischen Details.
Kubin, Alfred
2 Briefe und 1 Postkarte an Mizi Klein-Gierth. 1933-1935
Los 2611
Schätzung
900€ (US$ 1,023)
Kubin, Alfred, österr. Zeichner, Graphiker und Schriftsteller, Meister des Unheimlichen und Phantastischen (1877-1959). 2 eigh. Briefe und 1 eigh. Postkarte m. U. "Alfred Kubin" bzw. "AK"22.VII.1935. Zus. 6 S. Gr. 4to und 8vo. Zwickledt (Wernstein) 1933-1935.
An seine "Jugendfreundin" Mizi Klein-Gierth. Umfang- und inhaltsreiche Briefe mit vielerlei Mitteilungen sowie Kritik an der politischen Entwicklung und den wirtschaftlichen Folgen von Hitlers "Machtergreifung" in Deutschland. Auch über seine Nieren-Erkrankung und andere Leiden bei ihm und seiner Frau gehören zu den Themen. "... Jedenfalls war mir deshalb, in der Einsamkeit des Krankenbettes, alles gleichgültig was 'draussen' in der Welt geschah, so auch die 'Volks-Erhebung' in Deutschland - hintnach sah ich allerdings daß zunächst aus dieser Umgestaltung nur Schaden für meine Person und einen großen Theil meiner Freunde kam. Alle Aufträge die ich noch hatte, wurden abgesagt, ebenso einige Ausstellungen, weil die betreffenden Herren ihre Stellungen verlassen. Später kommt vielleicht eine bessere Zeit für die Kunst, die ... außerhalb der Interessen scheint ... es ging die letzten beiden Jahre schon sehr knapp mit den Einnahmen trotz daß mein Ruf über die Erde ging und ich da alles erreicht was ich erwarten konnte ... Man fasst dies alles als völlig unpolitischer Künstler gar nicht, seit 1914 haben wir eigentlich keine Ruhe mehr ... es ist im Grunde miserabel alles, dennoch hoffe ich wie ein Kork bis zum letzten Atemzug auf dem Meere des Lebens zu schwimmen ohne unterzugehen, denn in all dem Graus wirkt mir die Kunst als Ventil - da mag es noch so barbarisch zugehen, dieser innere Funken bleibt, und siegt schließlich [1.VII.1933] ... Ich war dies Jahr besonders seelisch gedrückt durch die ganzen wirtschaftlichen Verhältnisse - Ich erhalte z. B. zahllose Briefe von Verehrern, aber in materieller Beziehung ergeht es allen ziemlich schlecht - so daß wohl ein starker Bedarf für meine Werke erstanden wäre, aber keine Kaufkraft - Die Verlage für illustrierte Bücher sitzen alle in der Klemme und andrerseits erscheinen ganz unfruchtbare politische Brochuren und Bände, welche uns nur immer wieder vor's Auge führen wie demagogisch zerrüttet unsere ganze Gesellschaft ist ...". Kommt dann auf eine seiner "neuen Lithographien" zu sprechen und resümiert: "... Sonst kann ich berichten, daß mir vieles gelang in meiner Kunst ..." [19.IX.1934]. - Auf der Postkarte, die mit einer gedruckten Zeichnung der Zwickledter Kirche illustriert ist, berichtet Kubin: "... Ich konnte wieder Einiges schaffen, ein Zyklus 'Die Planeten' mit 9 Blatt entstand ..." [22.VII.1935]. - Beiliegend das graphische Dankesblatt für die Glückwünsche zu Kubins 75. Geburtstag, 2 hs. Briefumschläge und 1 Orig.-Photographie (11 x 8,8 cm), die den Künstler mit dem deutsch-böhmischen Schriftsteller Hans Watzlik (1879-1948) an einem Geländer vor Waldhintergrund zeigt, rückseitig von Kubin beschriftet: "Der böhmische Dichter Hans Watzlik. Vorletzte Aufnahme Herbst 30 in Eisenstein; Böhmerwald". - Wertvolle Bekenntnisse des Künstlers vor dem politischen Hintergrund.
Lenbach, Franz von
Porträt-Photo mit Widmung an Kronprinzessin Luise von Sachsen. 1902
Los 2612
Schätzung
600€ (US$ 682)
Lenbach, Franz von, hervorragender Porträtist, der Münchener "Malerfürst" (1836-1904). Große Porträt-Photographie, auf Karton gewalzt, m. U. "DF v Lenbach" und längerer Widmung in der Federzeichnung einer Malerpalette. 32,5 x 24 cm (Bildgröße 22,5 x 17 cm). München 7.VIII.1902.
"S. kais. Hoheit der hohen Priesterin der Kunst, Kronprinzessin Louise von Sachsen, geboren zu Arcadien, in größter Bewunderung. Der ganz & gar ergebene D F v Lenbach, Mitarbeiter am Verfall der Kunst". - Die recht unseriös klingende Widmung passte zu der Bewidmeten: Die Kronprinzessin Luise von Österreich-Toskana (1870-1947), die sich 1891 mit dem Prinzen Friedrich August von Sachsen vermählt hatte, begann in diesem Jahr ein äußerst unruhiges Leben mit vielfach wechselnden Aufenthalten, mehreren Liebhabern, neuen Bindungen und insgesamt 8 Kindern von verschiedenen Vätern. - Der Untersatz-Karton an einer Ecke angeknickt, mit leichter Berührung des Fotos.
Orlik, Emil
Postkarte mit ganzseitiger Federzeichnung. 1897
Los 2613
Schätzung
250€ (US$ 284)
Orlik, Emil, Maler, Graphiker und Kunstgewerbler, Professor an der Kunstgewerbeschule Berlin (1870-1932). Postkarte mit ganzseitiger Federzeichnung, Gruß und Unterschrift "Emil Orlik". 1 S. München 3.III.1897.
An den Komponisten Oskar Fried in Paris gerichtete Grüße, mit noch deutlich vom Jugendstil geprägter Federzeichnung. Sie zeigt im Vordergrund einen Wanderer mit Hut und Stock sowie einen im Tiefflug vorbeisegelnden Vogel, im Hintergrund die Türme der Münchener Frauenkirche, am Himmel eine große Wolke mit menschlichem Gesicht. - Gelocht.
Orlik, Emil
Brief an einen befreundeten Graphiker in Prag. 1901
Los 2614
Schätzung
150€ (US$ 170)
Orlik, Emil (1870-1932). Eigh. Brief m. U. "Emil Orlik". 4 S. Doppelblatt. Mit einer aquarellierten Kopf-Vignette mit den Initialen EO. 8vo. Berlin, Potsdamer Platz, Hotel Fürstenhof, 16.XI.1901.
An einen befreundeten Graphiker in Prag, für dessen "lieben Brief" er dankt. "... Wenn Sie nicht zu gross wären würde ich fast sagen: Sie kleiner Schmeichler, Sie! ... Auch ich erfreue mich eines guten Befindens und besonders eines guten Einkommens und Herauskommens. Von Ihrem Haase exlibris haben Sie mir ja gar nichts geschrieben. Das andere ist nett ausgefallen. Aber die Papirki [Papiere] gefallen mir absolut nicht: ich bitte warten Sie doch mit dem Druck bis ich Anfang December nach Prag komme, ich versorge Ihnen besseres Papier. Denn das ist ein so minimaler materieller Unterschied, dass es schade wäre am Papier zu sparen. Wenn Sie nach Berlin kommen so erfragen Sie im Hotel Fürstenhof meine eigentliche Adresse: es ist nötig der stillen Arbeit wegen, dass sie nicht an der grossen Glocke der Grossstadt hängt ... Die Probedrucke sende ich anbei zurück: dem B-t- sagen Sie aber nixen! ...".
Orlik, Emil
Postkarte mit ganzseitiger Federzeichnung. 1907
Los 2615
Schätzung
200€ (US$ 227)
Orlik, Emil (1870-1932). Eigh. Postkarte mit ganzseitiger Federzeichnung, Grüßen und Unterschrift "Emil Orlik". 1 S. Oberhof (Thüringen) 25.II.1907.
An den Kommerzienrat Georg Arnhold in Dresden gerichtete Karte aus dem winterlichen Oberhof: "... Hier ist es immer noch sehr schön: ich würde Ihnen Verehrtester raten noch einmal herzukommen; ich für meinen Theil hinterlasse hier die schönsten Eindrücke - im Schnee ...". Die Federzeichnung zeigt die winterliche Berglandschaft um Oberhof, im Vordergrund ein voll besetzter Pferdeschlitten.
Rodin, Auguste, franz. Bildhauer und Graphiker (1840-1917). Eigh. Brief (Billet) m. U. "A Rodin". 1 S. Doppelblatt. 8vo. O. O., Rue de l'Université, (2.I.1903).
An einen "cher Maître" (?). "... je vous envoie mes souvenirs ... j'ai toujours en mémorie votre vive sympathie et votre obligeance et j'ai besoin ... de vous dire toute mon admiration pour vos oeuvres." - Am oberen Rand von anderer Hand datiert.
Schinkel, Karl Friedrich
Brief an einen Feldmesser-Aspiranten. 1818
Los 2617
Schätzung
350€ (US$ 398)
Schinkel, Karl Friedrich, überragender Architekt, Kunstgewerbler und Maler, formte maßgeblich das Gesicht Berlins und vieler anderer Städte und Ortschaften in Preußen (1781-1841). Eigh. Signatur "Schinkel" auf einem Gemeinschaftsbrief der Berliner Kgl. Ober-Bau-Deputation. ½ S. Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. Folio. Berlin 11.II.1818.
An Friedrich Wullstein, Kandidat der Mathematik, speziell der Feldmesskunst, in Magdeburg. Die Ober-Bau-Deputation in Berlin, hier vertreten durch Karl Friedrich Schinkel, den Oberlandesbaudirektor Johann Albert Eytelwein (1764-1848) und die Oberbauräte Rothe, Cochius und Funk, fordert den Kandidaten auf, sich von der dortigen Provinzialregierung eine Prüfungsaufgabe aushändigen zu lassen: „Auf Ihre Eingabe ... haben wir heute die dortige königliche Regierung ersucht, Ihnen eine Karte zum Behuf Ihrer Prüfung in den zur Ausübung der Feldmeßkunst erforderlichen Kenntnissen aushändigen zu lassen ... Diese Karte ist übrigens auf gutes Royalpapier, welches vorher auf Leinewand gezogen werden muß, sauber und genau zu kopiren und bei gedachter Königlichen Regierung mit einem schriftlichen Aufsatze über Ihre wissenschaftliche Ausbildung und einem Atteste eines recipirten Feldmessers, daß Sie bereits gemessen und nivellirt haben, einzureichen." - Von allen fünf leitenden Berliner Baubeamten unterzeichnet.
Verdhandi-Bund. Signierte Programmschrift
Druck mit 10 Künstler-Signaturen. 1907
Los 2618
Schätzung
450€ (US$ 511)
"Verdhandi-Bund zur Förderung jungdeutscher Kunst". Gedrucktes Heft mit 3 figürlichen Holzschnitten von Friedrich Seesselberg, am Schluss die Orig.-Signaturen (meist Bleistift) von 10 Künstlern und Schriftstellern. 7 S. Gr. 4to. Kordelheftung. O. O. (1907).
Programm- und Propaganda-Schrift einer deutschnationalen, extrem völkischen Bewegung zur Förderung germanischer Kunst und germanistischer Wissenschaft, gegründet von dem Maler Hermann Hendrich sowie den Professoren Friedrich Seesselberg und Reinhold von Lichtenberg. Am Schluss haben sich 10 namhafte Persönlichkeiten überreden lassen, als Mitglieder eines "Ehrenbeirates" zu fungieren und dies mit ihrer Unterschrift zu bestätigen: der Kunsthistoriker Henry Thode (1857-1920), der Maler Hans Thoma (1839-1924), der Indologe und Schriftsteller Leopold von Schroeder (1851-1920), der Kunsthistoriker Franz von Reber (1834-1919), der Maler und Architekt Friedrich von Thiersch (1852-1921), der Maler Fritz von Uhde (1848-1911), der Schriftsteller Wilhelm Raabe (1831-1910), der Maler Arthur Kampf (1864-1950) und der Dichter, Maler und Zeichner Wilhelm Busch (1832-1908). Gemäß einer Notiz hätten sich zudem für den Vorstand u. a. Paul Wallot, Fritz Schumacher und Cornelius Gurlitt schriftlich bereiterklärt. Die Mehrzahl der hier Unterzeichneten war älter als 50 Jahre, und es ist bezeichnend für den Zeitgeist, dass selbst Autoren ersten Ranges wie Wilhelm Raabe und Wilhelm Busch ihre Namen für eine so fanatische Organisation zur "Neubelebung völkischen Denkens und Fühlens" hergaben. - Leichte Gebrauchsspuren.
Verdhandi-Bund. Veränderte Programmschrift
Druck in geänderter Version mit anderen Signaturen.1907
Los 2619
Schätzung
450€ (US$ 511)
"Verdhandi-Bund zur Förderung jungdeutscher Kunst". (Veränderte Version). Gedrucktes Heft mit 2 figürlichen Holzschnitten von Friedrich Seesselberg, am Schluss die Orig.-Signaturen (meist Bleistift) von 8 Künstlern und Kunsthistorikern. 6 S. Gr. 4to. Kordelheftung. O. O. (1907).
Geänderte Version des Programm- und Propaganda-Heftes der extrem deutschnationalen und völkischen Bewegung. Es fehlt der große, düstere und wenig anziehende Textholzschnitt von Friedrich Seesselberg, und der Text ist stellenweise umformuliert. Statt "Von undeutscher Lebensverneinung zurück zu fröhlicher Lebensbejahung" heißt es hier: "zu frischer Lebensbejahung". Und der Titel ist handschriftlich (wahrscheinlich von Heinrich Vogeler) verändert: die Formulierung "zur Förderung jungdeutscher Kunst" ist mit Tinte gestrichen und ersetzt durch "bodenständiger Kunst und Kultur". Am Schluss haben (meist mit Bleistift) signiert: H. Wagner (Bremen), A. Hahn (Schöneberg bei Berlin), der Maler Hans am Ende (Worpswede), der Maler, Graphiker und Illustrator Heinrich Vogeler (Worpswede), der Maler Otto Modersohn (Worpswede), der Maler Richard Hartmann (Worpswede), der Kunsthistoriker und Museumsdirektor Dr. Karl Schaefer und der Architekt Emil Högg. - Bemerkenswert ist, dass diese Gruppe von Künstlern und Kunsthistorikern bei der Gestaltung des Heftes offensichtlich für Mäßigung in Titel und Formulierungen eintrat. - Leichte Gebrauchsspuren.
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