Foucauld, Charles Vicomte de
Brief aus Algerien an Maxime Caron. 1909
Los 2593
Schätzung
600€ (US$ 682)
Heiliger. - Foucauld, Charles Vicomte de, franz. Offizier, Abenteurer, bedeutender Afrika-Forscher, Trappisten-Mönch und Eremit, 2022 heiliggesprochen (1858-1916, in seiner Klause ermordet). Eigh. Brief m. U. "Fr[ère] Ch[arles] de Jesus". 51/2 S. auf 3 Bl. Gr. 8vo. Tamanrasset (Algerien) 2.VIII.1909.
An den Ordensgeistlichen Maxime Caron (1845-1929), den er im Namen der Clarissen von Nazareth um die Abfassung einer ausführlichen Biographie von deren Ordensmutter Elisabeth du Calvaire bittet. Mit Foucaulds Emblem (Herz mit Kreuz zwischen JESUS und CARITAS bzw. neben JESUS) am Beginn jeder Seite. - Abgedruckt in: "XXV lettres inédites du Père de Foucauld", Paris 1947, S. 81-86 (Kopie beiliegend). - Ferner beiliegend ein eigh. Brief der Äbtissin der Clarissen von Nazareth, Mère Saint-Michel, an Maxime Caron. 8 S. Gr. 8vo. 31.VIII.1905. - Sehr selten.
Heinrich, Prinz von Preußen
Brief an den Kommerzienrat Sartorius in Königsberg. 1776
Los 2594
Schätzung
750€ (US$ 852)
Heinrich, Prinz von Preußen, Bruder Friedrichs des Großen, erfolgreicher Feldherr, residierte meist in Rheinsberg (1726-1802). Brief m. U. "Heinrich". 1/2 S. 4to. Zarskoje Selo (Russland) 3./14.V.1776.
In der dritten Person an den Kommerzienrat Sartorius in Königsberg, dem er mitteilen läßt, "wie es Höchstdenenselben angenehm seyn würde wenn derselbe anbey gehende und Höchstgedacht Sr. König: Hoheit zu gehörige zwei Kisten mit Thé und Rabarbre in Empfang nehmen und sogleich an die Printz. Heinrichsche Domainen Cammer zu Berlin, welche in der Anlage ordre erhält, die Speesen zu zahlen, abgehen laßen wolte ...". - Geschrieben bei Prinz Heinrichs zweitem Besuch bei der Zarin Katharina (der Großen). - In der unteren Hälfte leicht fleckig.
1430 - der Hussiten-Einfall in Franken
Hussiten-Kriege. - Johann Has, Geistlicher in Franken. Eigh. (?) Brief an einen Amtskollegen. In deutscher Sprache mit lateinischen Passagen. 1 S. Mit rückseitiger Adresse. 4to. O. O. 1430.
Ausführlicher Bericht an seinen Amtsbruder Engelhard Guspach, Pfarrer an der Marienkirche in Theuerstadt bei Bamberg, dem er die Verwüstungen und Plündereien der aus Sachsen in Franken eingefallenen Hussiten schildert. Nachdem sie das sächsische Plauen erobert hatten, drangen Orebiten und Taboriten in Franken ein, besetzten Bayreuth und Kulmbach und andere Orte, drangsalierten die Bewohner, brandschatzten und plünderten fünf Tage lang, bis sie sich vereint nach Bamberg wandten, das sie aber nach Zahlung eines Lösegeldes ("Brandschatzung") verschonten. Has berichtet über Fluchtversuche, den Raub von Getreide und Wein bei sich und anderen Bürgern. Schreibtische, Truhen und Hausrat bis hin zur Bratpfanne wurden zerschlagen. "... staffelstein ist halp verbrant, lichtenfelß hat sich erwert, cronach hat sich erwert, Schefflicz potenstein weischenfelt kupferperg höff kulmnach peyerreut, alz aufgebrant, zu ebermanstat zu pretfelt haben sy geprant ...". - Ein Faltenriss; als sonst gut erhaltener Privatbrief aus dem Spätmittelalter von großer Seltenheit.
Ingelheim am Rhein und Schlegel, Velten
Beurkundung zum Bau einer Kirche in Zotzenheim bei Ingelheim
Los 2596
Schätzung
300€ (US$ 341)
Ingelheim am Rhein. - Schlegel, Velten, päpstlicher Schreiber. Beurkundung zum Bau einer Kirche in Zotzenheim bei Ingelheim am Rhein. Deutsche Handschrift auf Pergament. Kanzlei-Bastarda in Schwarzbrauner Tinte. 22 Zeilen. Schriftraum ca. 15 x 14,5 cm. Format 25,4 x 18,2 cm. Ingelheim 1522.
In sauberer, regelmäßiger Kanzleischrift, wohl für ein Kopiarbuch kalligraphisch abgeschriebene Pergamenturkunde aus Ingelheim am Rhein, zwei Weiler betreffend, nämlich Welgesheim und Hatzenheim sowie einen Kirchbau zu Zotzenheim, akkreditiert vom "Capitel Partenheim", dem zuständigen Sprengel, alles gelegen im der heutigen Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen, Rheinhessen.
Als Verfasser nennt sich der "päpstliche Schreiber" Velten Schlegel, der hier ein rechtsgüliges Urteil (ein "Wystumb" bestätigt): "Uff bit und beger beider gemeiyn Hotzenheym und welgescheym So sie begert haben von uns eyn wystumbe nach gebrauche und gewonheit unsers Capitels partenheym, Wem gebür zu bawen den Chore und Bauch der kirchen zu zotzenheim wyßen wir nach gebrauche und loeblicher gwonheit unsers stuls partenheim wie uff uns komme das die pastoren den Chore in zimlichen und gewonliche baw stellen und halten und die lehen und zehen hern den bauch der Kirche in gewonliche baw stellen [...]. Und Ich Velten Schlegel babstlicher Freyheit offner Schriber diß erkentniß und entscheydung also wie obsteet gegeben beken und bezug Ich mit dißer myner eygne hantschrifft." – Aus der Sammlung des Heidelberger Germanisten und Mediaevisten Günther Eis (1908-1982) in dessen eigenhändig bezeichneten Umschlag mit Kaufvermerkt "Hs. 168 Ingelheimer Urkunde von Velten Schlegel, Pergamenths. 1522. Gekauft am 17.II.1971 bei Jacques Rosenthal."
Joseph II., röm.-dt. Kaiser
Brief an die Wiener Kameraladministration. 1786
Los 2597
Schätzung
250€ (US$ 284)
Joseph II., röm.-dt. Kaiser (1741-1790). Brief m. U. "Joseph". 1/2 S. Doppelblatt mit Adresse und papiergedecktem Siegel. Folio. Wien 24.VI.1786.
An die "Kameraladministrazion" in Wien. Über die für das Niederösterreichische Waldamt bestimmten Klafter-Maße, die mit Messing statt mit Eisenblech beschlagen werden sollen. - Das Papiersiegel durch Öffnen des Briefes zerteilt.
Leopold II., röm.-dt. Kaiser
Brief an einen Fürsten, vor der Krönungsreise. 1790
Los 2598
Schätzung
300€ (US$ 341)
Leopold II., röm.-dt. Kaiser, Großherzog der Toscana, regierte als Kaiser nur 11/2 Jahre (1747-1792). Brief m. U. "freundwilligst Leopold mpp". 1/2 S. Folio. Wien 17.IX.1790.
Vermutlich an den Fürstbischof von Würzburg und Bamberg, Franz Ludwig von Erthal, der von 1779-1795 regierte. Leopold bedankt sich für dessen Brief und teilt die Stationen seiner bevorstehenden Krönungs-Reise mit. "... Ich reise den 23. von hier ab, sehe zu Neuburg den Herrn Kurfürsten von Pfalz, gehe von da nach Mergentheim, und folge weiters der Einladung des Herrn Kurfürsten zu Mayntz nach Aschaffenburg. Nach Meiner Abreise von Frankfurt wird es für Mich wahre Herzensfreude seyn, Euer Liebden in Würzburg zu umarmen ...". - Am 30. September wurde Leopold zum Kaiser gewählt und am 9. Oktober in Frankfurt gekrönt. - Beiliegend ein Kupferstich-Porträt Leopolds, gestochen von J. Baker nach Krezinger (auf Untersatzpapier montiert; mit kleinem Defekt).
Maria Theresia, Kaiserin von Österreich
Pergament-Urkunde mit gezeichneter Ornamentik. 1743
Los 2599
Schätzung
600€ (US$ 682)
Maria Theresia, Kaiserin von Österreich (1717-1780). Urkunde m. U. "Maria Theresia" unter der Plica. Prächtige Kalligraphie auf Pergament, mit sehr reicher, teils figürlicher Ornamentik in Orig.-Federzeichnung auf allen vier Rändern. 1 S. Quer-imperial-folio (55 x 72 cm). Gefaltet. Wien 12.II.1743.
Verleihung des Tuchlauben-Rechtes an Leopold Benedl und seine Erben. Mit Angabe der Bedingungen. Die Kopfzeile sowie die 7-12 cm breiten Ränder mit reicher Ornamentik in Orig.-Federzeichnung gefüllt. - Teilweise angestaubt;die Schrift an einzelnen Stellen beschabt oder verblasst; die Signatur der Kaiserin wohl durch Feuchtigkeit stark ausgeblichen; 3 Löcher in der Plica von der ehem. Befestigung des - fehlenden - Siegels. - Trotz der Erhaltungsmängel eine beeindruckend prächtige Pergament-Urkunde aus der Frühzeit der Regierung Maria Theresias.
Monroe, James, amerik. Politiker, 5. Präsident der Vereinigten Staaten (1758-1831). Scheck mit Unterschrift "Jas Monroe". 1 S. 10,2 x 20,3 cm. Paris 27.III.1796.
Handschriftlicher Wechsel (check) über die Zahlung von 500 Dollars an James Yard. "At thirty days sight of this my second of exchange (first of same date and tenor unpaid) pay to the order of James Yard, Five Hundred Dollars, value in account, and pass the same as advised by Jas Monroe". - Faltenrisse. - Beiliegend eine amerikanische Beschreibung dieses frühen Checks: "Request by James Monroe later 5th President of the United States to John Rutledge of Charleston, South Carolina (a signer of the American Constitution) to pay Dollars 500.00 to one James Yard. This represents also an example of an early American Check."
Napoleon I. Bonaparte, Kaiser der Franzosen
Beförderungs-Urkunde Napoleons als 1. Konsul der Republik. 1803
Los 2601
Schätzung
300€ (US$ 341)
Napoleon I. Bonaparte, Kaiser der Franzosen (1769-1821). Urkunde m. U. "Bonaparte". Druck und Handschrift auf Pergament. 1 S. Mit Oblatensiegel, gestoch. Titelvignette und den Kopftiteln "Republique Française" und "Département de la Guerre". Folio. Paris "Le trente fructidor de l'an Onze de la République" (1803).
Napoleon als Erster Konsul der Republik unterzeichnet die Beförderung des Jean Baptiste Bernard Maintenay zum "Capitaine du Génie". Mit tabellarischer Angabe seiner Laufbahn und seiner Teilnahme an der Eroberung von Mainz. - Mitunterzeichnet vom Kriegsminister Alexandre Berthier, Prince de Neuchâtel, Fürst von Wagram (1753-1815). - Gut erhaltene Pergament-Urkunde aus der ersten Phase der Regierung Napoleons. - Der Namenszug "Bonaparte" wird von manchen Forschern der Hand seines Sekretärs Hugues Bernard Maret (des späteren Herzogs von Bassano) zugeschrieben, doch ist dies nicht erwiesen.
Soubise, Charles de Rohan, Prinz von
2 Briefe an eine Hoheit in Darmstadt. 1758
Los 2602
Schätzung
200€ (US$ 227)
Soubise, Charles de Rohan, Prinz von, franz. Feldmarschall unter Ludwig XV., bei Roßbach besiegt, später dennoch zum Marschall von Frankreich erhoben (1715-1787). 2 Briefe m. U. "Charles de Rohan Pr. de Soubise". Zus. 3 S. Folio und 4to. Kassel 16.I. und Westhofen 7.XI.1758.
Im Siebenjährigen Krieg an eine Hoheit in Darmstadt, der er von seinem Treffen mit dem Erbmarschall der Landgrafschaft Hessen, Baron Friedrich Georg Riedesel zu Eisenbach (1703-1775) in Kassel berichten sollte. "... je l'ay trouvé à mon arrivée icy du nombre des personnes principalles qu'il a été jugé nécessaire d'y retenir, et j'ay cherché Les moyens de pouvoir me prêter aux désirs de Votre Altesse, les circonstances malheureusement sont devenus moins favorables que jamais et dans celle ou nous nous trouvons, il n'est pas encore possible de pouvoir le degager de la parole qu'il a donnée de ne pas s'écarter de Cassel ...". - Im März mußten die Franzosen das bis dahin besetzte Kassel räumen, und sie nahmen Riedesel wegen angeblich zu wenig gezahlter Kontributionen als Geisel mit nach Straßburg. - Der zweiten Brief, an dieselbe Hoheit in Darmstadt gerichtet, ist ein Dankschreiben. "... Je suis pénétré de la bonté avec laquelle votre altesse veut bien prendre part à ma satisfaction sur le garde dont le Roy vient de m'honnorer ...". - Dabei: Helene, Herzogin von Orléans, geb. Prinzessin zu Mecklenburg-Schwerin, Ehrenbürgerin von Eisenach (1814-1858). Eigh. Brief m. U. "Helene". In deutscher Sprache. 3 S. Mit schwarz gesiegeltem Umschlag. Gr. 8vo. Tuileries 5.I.1842. - Eigenhändig an den Mediziner Karl Wilhelm Stark, Geheimer Hofrat und Professor an der Universität Jena (1787-1845). Herzlicher und ausführlicher Kondolenzbrief zum Tode eines nahen Verwandten. Erwähnt auch seine große Teilnahme bei einem früheren Todesfall in ihrer Familie. - Helene war verheiratet mit Ferdinand Philippe von Orléans, Herzog von Chartres, dem ältesten Sohn des Königs Louis Philippe. Er starb im Jahr des vorliegenden Briefes, und Helenes Bemühungen, ihren Sohn als Anwärter für den Thron von Frankreich zu etablieren, scheiterten 1848 endgültig, so daß sie nach Deutschland floh und sich in Eisenach niederließ. Wegen ihrer vielfältigen karitativen Tätigkeit in Eisenach erhielt sie 1851 dort die Ehrenbürgerschaft.
Wellington, Arthur Wellesley Herzog von
Brief (Billet) an Mr. Conroy. 1830
Los 2603
Schätzung
150€ (US$ 170)
Wellington, Arthur Wellesley Herzog von, englischer Feldmarschall und Staatsmann, Premierminister und Oberbefehlshaber der britischen Armee, neben Blücher Sieger bei Waterloo (1769-1852). Eigh. Brief (Billet) mit Namenszug "Wellington" im Text. 1 S. Mit Trauerrand. London 1.VII.1830.
"The Duke of Wellington presents his Compliment to Mr Conroy and has received his Letter ...". - Etwas gebräunt und rückseitig unfrisch; 1 kleiner Faltenriss.
Zug am Zuger See
Schuldbeurkundung. Deutsch-schweizer Urkunde in schwarzbrauner Kanzlei-Bastarda auf Pergament.
Los 2604
Schätzung
800€ (US$ 909)
Zug am Zuger See, Schweiz. Schuldbeurkundung. Deutsch-Schweizer Urkunde in schwarzbrauner Kanzlei-Bastarda auf Pergament. 1 S. auf 1 Bl. 31 Zeilen. Schriftraum 17,5 x 28 cm. Mit 10-zeiliger kalligraphischer Zierinitiale "J", Plica und Siegelbandeinschnitten (ohne das angehängte Siegel). Zug 1531.
Sehr ausführliche, umfangreiche Urkunde in einer feinen Perlschrift-Bastarda auf pfirsichweichem Pergament mit einem Schuldbekenntnis eines Herren Martty Züricher in der Stadt Zug, dem heutigen Hauptort des Schweizer Kantons Zug: "Ich martty Züricher, säßhafft am Zugerberg uff dem hoff genantt, Im placky, Bekenn unnd thue kund, allen menklichen unnd vergich offenlichen, in krafft dis brieffs für mich unnd alle min erben unnd nachkomen [...] das ich schldig bin, unnd gelten soll, etlicher ... bekkannte schuld, Treissig pfundt pfennig geltz [...] der geben ist Zug, uff denstag nach unser lieben frowen tag, zu der lichtmeß, alls man zalte von der gepurt Christj unsers lieben Herren und säligmachers, funffzehen hundert, und dar nach im ein unnd Treissigsten Jare." – Sauberer vertikaler Schnitt ohne Textverlust, wenige Bereibungen an den Falzen und Knicken, sehr sauber geschrieben, gut leserlich. – Beliegt eine weitere, besonders große, umfangreiche Pergamenturkunde über ein Schuldangelegenheit: "Wir Nachbnämpten Bartholomé Wolf", mit Nennung von Zürich, dem Weiler Grüningen, nördlich des Zürichsees, etc. Schweiz 1564. - Ferner: Üly ze Muly. Deutsche Urkunde auf Pergament, wohl aus der Schweiz, Ort Meien bei Wassen im Kanton Uri (?). Datiert 1425.
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