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Lot 2565, Auction  127, Gruson, Johann Philipp, Brief an den Verleger Franke. 1793

Gruson, Johann Philipp
Brief an den Verleger Franke. 1793
Los 2565

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250€ (US$ 284)

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Gruson, Johann Philipp (urspr. Jean-Philippe), Berliner Mathematiker und vielseitiger Schriftsteller hugenott. Herkunft, Professor am Kadettenkorps, an der Bauakademie und an der Friedrich-Wilhelms-Universität, Erfinder einer Rechenmaschine, veröffentlichte zahlr. Werke zur Mathematik, reformierte den Mathematik-Unterricht, war Träger des Roten Adler-Ordens und ordentl. Mitglied der Preuß. Akademie der Wissenschaften (1768-1857). Eigh. Brief m. U. "Gruson" sowie Adresse und Siegel. 3 S. Doppelblatt. 8vo. Berlin 12.II.1793.
An den Verleger Franke, dem er zwei Manuskripte schickt und etliche weitere anbietet. "... 1. Von der Eitelkeit mehr zu verlangen als nöthig ist. Aus dem englischen übersetzt. Die Abh. ist zwar nur einen Bogen stark, aber sehr gut ausgeführt, u. wenn ich nicht irre, so verlegen die Herren Buchhändler lieber kleine als weitläuftige oder große Werke. 2. Des griechischen Weltweisen Sallust, Abhandlung von den Göttern u. der Welt, mit kurzen Anmerkungen. Ich denke ich habe bey dieser vortreflichen Schrift als Übersetzer meine Pflicht gethan, sie enthält 5 Bogen, u. ist Sr Excellenz von Wöllner gewidmet. Ich denke daß Sie es gewiß billig finden werden wenn ich für jeden dieser Bogen nur ein Friedrichsdor verlange. - Da ich noch nicht lange von Magdeburg hier bin, so ist diese meine erste Schrift die ich hier verlegen laße, sonst habe ich immer außerhalb vorzüglich in Halle bey Hendel alles in Verlag gegeben. Allein ich fänge an, die Schwierigkeit u. das unangenehme zu empfinden, welches ein von dem Verfasser weit entlegener Druckort ist ... u. frage zugleich an ob EE. ausser diesen 6 Bogen, auch ähnliche kleine Abhandlungen, die ich fertig liegen habe, bis zur Oster-Messe liefern können u. wollen ... Ausserdem habe ich eine sehr gute Sammlung ebenfalls von 50 bis 60 B. von Kinderschauspielen gesammlet, meisten Theils aus dem englischen u französischen uebersetzt ... Es ist billig daß Sie den Mann näher kennen mit den [!] Sie in solche Unterhandlungen treten sollen. Ich bin durch einige mathem. u. physikal.-physophische [!] Schriften, u. Romane bekannt, neuerlich erst durch eine erfundene Rechenmaschine, u. durch eine Sammlung algebraischer Aufgaben, nebst Einleitung in die Buchstabenrechenkunst u. Algebra, wovon der erste Theil bey Hr. Hendel in Halle erschienen ist, u. jede Messe fortgesetzt wird, auch wird zu Michaelis bey Hr. Oemigke dem jüngern eine Anleitung zur Buchstabenrechenkunst erscheinen ...". Erbittet für "morgen Nachmittag" den Besuch des Verlegers. - Die genannte "Excellenz von Wöllner" war der umstrittene Theologe, Landwirt, Minister, Freimaurer und Rosenkreuzer Johann Christoph von Woellner (1732-1800), der bekanntlich großen Einfluss auf König Friedrich Wilhelm II. von Preußen ausübte.

Lot 2566, Auction  127, Herschel, Sir John F. W., 2 Briefe an Fachkollegen. 1839-1864

Herschel, Sir John F. W.
2 Briefe an Fachkollegen. 1839-1864
Los 2566

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450€ (US$ 511)

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Herschel, Sir John F. W., engl. Astronom, Entdecker zahlreicher Sternnebel und Sternhaufen, Pionier der Stellarphotographie, führte die Bezeichnungen "Negativ" und "Positiv" in die Photographie ein (1792-1871). Eigh. Brief m. U. "J. F. W. Herschel". 4 S. Doppelbl. mit Adresse. Slough 23.VI.1839.
An den Astronomen Kreil am Observatorium in Mailand. Umfangreicher Brief über wissenschaftliche Veröffentlichungen, darunter eine Übersetzung von Gauß' Aufsatz über Magnetismus. Auch diesem Brief fügte er (hier nicht mehr vorhandene) "papers" bei, mit denen er bestimmte Ansichten widerlegte. "... I am not sorry on the whole that it was so as an opportunity now offers to accompany this letter with some papers which cannot fail to interest you. - You will see by them, that the British Govt. and the East Indian Company have taken of the subject of terrestrial magnetism on a scale worthy of the subject and of our nation and we may justly hope therefore that in every country in Europe there will be found observers ready to avail themselves of so important an opportunity for extending corresponding their nations on the system of the German Magnetic Association, and communicating their results to the Royal Society ...". Geht dann noch weiter auf dieses und auf meteorologische Themen ein. - Beiliegend ein weiterer eigh. Brief Herschels (22/3 S. 8vo. Colingwood 1864) an einen anderen Adressaten; gleichfalls über fachliche Angelegenheiten.

Liebig, Justus von
Eigenhändiges Manuskript-Fragment zu seinem Werk "Die Tier-Chemie". 1846
Los 2567

Schätzung
8.000€ (US$ 9,091)

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Liebig, Justus von, der große Chemiker (1803-1873). Eigenhändiges Manuskript (Rohfassungt). 60 Bl., meist einseitig eng beschrieben und oftmals aus mehreren Teilen zusammengesetzt oder ergänzt. Gr. 8vo, 4to und folio (gefaltet). Lose Bl., einzeln eingelegt jeweils zwischen Büttenblätter in einer modernen Ledermappe, diese wiederum in einer modernen Leinen-Kassette. O. O. (ca. 1846-1847).
Umfangreiches, stark korrigiertes und vielfach durch montierte Textstreifen gebildetes oder ergänztes Rohmanuskript zu Liebigs Werk "Die Thierchemie, oder die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologe und Pathologie", zuerst 1842 in Braunschweig erschienen. Bei unserem Manuskript handelt es sich wohl um einen Teil der 3., veränderten Auflage von 1847 (Paoloni 494). Liebig hat seine "Organische Chemie" für die 3. Auflage erstmals umgearbeitet, vor allem den 2. Teil, und dazu seinen mehr allgemeinen Betrachtungen der 1. und 2. Auflage nun wissenschaftliche Untersuchungen zugrunde gelegt. Bei Vergleich unseres Manuskripts mit dem Druck zeigt sich, dass das Manuskript einen Großteil der Kapitel 18-22 sowie den nahezu kompletten 2. Teil, "Die Metamorphosen der Gebilde" - "Die Methode", umfaßt. Allerdings enthält unser Manuskript wesentlich mehr Text, vor allem für den 2. Teil, während sich in den Kapiteln 18-22 hauptsächlich Wort- und Satzänderungen zeigen. Ein Blatt enthält rückseitig das Datum "Gießen 11 Febr. 1846", was auch auf benutztes Konzeptpapier hindeuten kann, jedoch immerhin einen Terminus post quem bietet. - Wertvolles Zeugnis der Arbeitsweise und Präsentation unbekannter Texte des großen Gelehrten. - Wissenschaftliche Manuskripte Justus von Liebigs, insbesondere von solchem Umfang, sind von größter Seltenheit.

Lot 2568, Auction  127, Martius, Carl Friedrich Philipp von, Brief an den Berliner Kartographen Heinrich Kiepert. 1856

Martius, Carl Friedrich Philipp von
Brief an den Berliner Kartographen Heinrich Kiepert. 1856
Los 2568

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300€ (US$ 341)

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Martius, Carl Friedrich Philipp von, bayerischer Naturforscher, Botaniker und Ethnograph, bereiste 3 Jahre Brasilien mit dem Amazonasgebiet (1794-1858). Eigh. Brief m. U. "Martius". 3 S. auf 2 Bl. Gr. 8vo. Schlehdorf bei Murnau 21.IX.1856.
Umfangreicher Brief an den Berliner Geographen, Kartographen und Universitätsprofessor Heinrich Kiepert (1818-1899), dessen Besuch aus Österreich er "mit größter Freude" erwarte. Gibt ausführliche Empfehlungen zu verschiedenen Reiserouten nach Murnau, einschließlich eines Treffens mit seinem Bruder, dem Pharmakologie-Professor Theodor Martius, der sich zur Kur in Bad Reichenhall aufhalte. Zeigt sich interessiert an Kieperts Eindrücken von der Alpenwelt und hofft, ihm "dann auch noch einige Punkte in unserem schönen Gebirg, favente coruscante Phoebo, zeigen zu können".

Lot 2569, Auction  127, Moleschott, Jacob, Brief an einen Kollegen. 1885

Moleschott, Jacob
Brief an einen Kollegen. 1885
Los 2569

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150€ (US$ 170)

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Moleschott, Jacob, niederländ. Physiologe, studierte in Deutschland, Professor für Physiologie in Rom (1822-1893). Eigh. Brief m. U. "Jac. Moleschott". In deutscher Sprache. 1 S. Doppelblatt. Gr. 4to. Rom 12.VIII.1885.
An einen Kollegen. "... am 23. August begeht die Stadt Pistoja eine Feier zu Ehren Pacini's. Ich selbst habe versprochen bei der Gelegenheit dort zu reden. - Ich werde Ihnen außerordentlich verbunden sein, wenn Sie mir rechtzeitig einige Zeilen schicken wollen, in denen Sie erklären, daß Sie im Geiste der Feier beiwohnen. Ich wünsche die betreffenden Briefe berühmter Verehrer Pacini's der Stadt Pistoja als Andenken zu überlassen ...". - Der Anatom Filippo Pacini (1812-1883) gilt u. a. als der Entdecker des Cholera-Erregers.

Lot 2570, Auction  127, Palibin, Iwan Wladimirowitsch, 4 Briefe an einen Fachkollegen. St. Petersburg 1909-1912

Palibin, Iwan Wladimirowitsch
4 Briefe an einen Fachkollegen. St. Petersburg 1909-1912
Los 2570

Schätzung
250€ (US$ 284)

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Palibin, Iwan Wladimirowitsch, russischer Botaniker und Paläobotaniker, Professor, Direktor mehrerer Botanischer Gärten (u. a. Batumi, Leningrad), Mitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR (1872-1949). 4 eigh. Briefe m. U. In deutscher Sprache. Zus. 9 S. 8vo bis Folio. St. Petersburg 28.III.1909 - 6.XI.1912.
Wissenschaftliche Korrespondenz über Flechtensammlungen aus Nordrussland, der Küste des Stillen Ozeans, der nördlichen Mongolei und Transbaikalien. Palibin übersendet mehrfach Sammlungen ("eine kleine Sammlung von Flechten aus nordrussischem Gebiet, etwas nach Süden von der Mündung des Flusses Amur") und bittet um deren Bearbeitung, Bestimmung und gemeinsame Publikation in deutscher Sprache. Er behandelt sowohl "Phanerogamen" als auch "Cryptogamen" und erwähnt den russischen Reisenden, Offizier W. K. Arsenjew, dessen Material er gemeinsam mit dem finnischen Botaniker Viktor F. Brotherus (1849-1929) und dem Adressaten auswerten un publizieren möchte. Außerdem weist er auf einen weiteren Gelehrten hin, der die Bearbeitung der Meeresalgen der Ozeanküste übernehmen müsste, und fragt: "Kennen Sie nicht vielleicht, Herr Doctor, einen Gelehrten für diese Arbeit?" Die Publikation schlägt er in den "Annalen" des Adressaten oder in einer Ausgabe der "Kaiserl. Akad. der Wissenschaften zu St. Petersburg" vor. In weiteren Schreiben erkundigt er sich nach dem Erhalt der Sendungen, berichtet von neuen Sammlungen aus dem östlichen Transbaikalien, beschreibt Standorte und klimatische Bedingungen ("die Gegend ist sehr interessant in floristischer Hinsicht, da sie noch bis jetzt sehr wenig bekannt ist") und schildert ein Missverständnis im Botanischen Museum, bei dem ein Kasten seiner Flechten versehentlich fehlgeleitet wurde.

Lot 2571, Auction  127, Schott, Heinrich Wilhelm, 8 eigenh. Briefe und Schriftstücke 1834-1836

Schott, Heinrich Wilhelm
8 eigenh. Briefe und Schriftstücke 1834-1836
Los 2571

Schätzung
300€ (US$ 341)

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Schott, Heinrich Wilhelm, österreichischer Botaniker und Gärtner (1794-1865). Konvolut aus 8 eigenh. Briefen und Schriftstücken. Zusammen 11 S. Verschiedene Formate. Schönbrunn u. a., 1834-1836.
Botanisch-wissenschaftliches Konvolut aus Briefen an Fachkollegen und Notizen. Die Dokumente behandeln den Tausch von Herbarbelegen (u. a. Saxifragaceen und Cyperaceen) sowie Bezüge zur zeitgenössischen Literatur, etwa zu Mohls Pflanzenanatomie. Ein umfangreicherer Entwurf widmet sich der morphologischen Terminologie und diskutiert die Definition einer "vollkommenen Reihe" unter Einbeziehung von Begriffen wie Androeceum und Stamina. Ferner ist ein detaillierte gezeichnetes Diagramm, das die Entwicklungslinien von der Blüte (Flos) über die Frucht (Fructus) bis zum Samen (Semen) grafisch gliedert. - Papierbedingt gebräunt, teils mit zeitgenössischen Faltspuren und Korrekturen.

Lot 2572, Auction  127, Schweitzer, Albert, Briefkarte an Adolf Deißmann + Beilage. 1933

Schweitzer, Albert
Briefkarte an Adolf Deißmann + Beilage. 1933
Los 2572

Schätzung
300€ (US$ 341)

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Schweitzer, Albert, Arzt, Theologe, Philanthrop und Musiker (1875-1965). Eigh. Foto-Brief m. U. "Albert Schweitzer". 1 S. Auf der Rückseite einer Foto-Karte, die unter dem Bild noch die eigh. Legende nebst der Unterschrift Schweitzers enthält. Quer-8vo. Günsbach (Elsass) 15.I.1933.
An den Theologie-Professor Adolf Deißmann (1866-1937), dem er 100 Reichsmark für die Unterstützung armer Studenten überweist. "... Sie haben mich dazu bewogen, die 'Selbstdarstellung' für Meiner [d. h. den Meiner Verlag] zu schreiben. Hätten Sie nicht insistiert, hätte ich es nie getan. Nun trägt die überarbeitete Selbstdarstellung etwas ein. Von dem Honorar lässt H. Meiner 100 Mark auf meine Anweisung an Sie gelangen. Bitte verwenden Sie diese 100 M. für arme Studenten, wie es Ihnen geboten scheint. Es ist nicht mehr als billig, dass Sie etwas von dem Zehnten dieser Erndte, die durch Sie einkam, bekamen ...". Das Foto auf der Rückseite zeigt einen kleinen Patienten Schweitzers in Lambarene, ein stark bandagiertes Eingeborenenkind. Unter dem Bild handschriftlich Schweitzers Signatur und seine dem Kind in den Mund gelegten Worte: "Ich warte auf den Verbandwechsel". - Schweitzers Buch "Aus meinem Leben und Denken" war zuerst 1931 im Leipziger Meiner Verlag erschienen. - Beiliegend der masch. Brief mit Unterschrift Deißmanns, in dem er sich für Schweitzers Gabe bedankt (19.I.1933). - Beide Teile gelocht.

Lot 2573, Auction  127, Spencer, Herbert, Brief über seine Evolutionstheorie. 1880

Spencer, Herbert
Brief über seine Evolutionstheorie. 1880
Los 2573

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100€ (US$ 114)

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Spencer, Herbert, engl. Philosoph und Soziologe, gilt manchen als Begründer des "Sozialdarwinismus" (1820-1903). Eigh. Brief m. U. "Herbert Spencer". 2 S. Doppelblatt. 8vo. (London) 29.XII.1880.
An eine Dame, die mit ihm über seine evolutionstheoretischen Aussagen diskutieren möchte. "... You must excuse me if I do not enter at length into discussion upon the point you raise. If you will compare the higher types of all organized creatures with the lower in respect of the totality of their powers of meeting the destructive forces in the environment, you will find that the more highly evolued they are the greater these powers become. Your difficulty arises from thinking only of the destructive effects of the inorganic environment and neglecting the organic ...". - Spencer vertrat u. a. die These, dass ein Mensch jede Freiheit habe, solange er nicht in die Freiheit eines anderen eingreife.

Lot 2574, Auction  127, Tausch, Ignaz Friedrich, Nomenklatur von Zierpflanzen. Ca 1820

Tausch, Ignaz Friedrich
Nomenklatur von Zierpflanzen. Ca 1820
Los 2574

Schätzung
120€ (US$ 136)

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Tausch, Ignaz Friedrich, böhmischer Botaniker (1793-1848). Eigenh. Nomenklatur. 2 S. (Bleistift und Tinte). Qu.-Folio. O. O. u. J. (wohl Prag, erste Hälfte 19. Jahrhundert).
Tabellarisch angelegtes botanisch-gärtnerisches Arbeitsdokument - ein Fragment eines umfangreicheren Registers. Wohl entstanden im Zusammenhang mit der Tätigkeit Tauschs, der von 1815-1826 als Professor am Botanischen Garten des Grafen Emmanuel von Canal (1745-1826) in Prag wirkte und dort die Pflanzenbestände erfasste und katalogisierte (Grundlage seines Hauptwerks Hortus Canalius).
Verzeichnet sind in fortlaufender Nummerierung verschiedene Zierpflanzensorten, u. a. "Aurantiaca magnif., Aurea miniata, Aurelia, Battle rival, Beatrix, Beauty in the Bush, Beauty of Battersea, Beauty of England, Beauty of Lulington, Bella Mathilde, Bellona" und weitere. Die Einträge sind spaltenweise gegliedert und erfassen u. a. morphologische Merkmale, darunter Pflanzenhöhe (Altudo), Beschaffenheit des Stängels (Caulis), Blattmerkmale (Folia), Blütendurchmesser (Diamet.) sowie Farbe (Color) und weiteres. - Papierbedingt gebräunt, einmal gefaltet.

Lot 2575, Auction  127, Tempsky, Friedrich, 2 Briefe und eine Karte an Eugen von Halácsy. 1872-1892

Tempsky, Friedrich
2 Briefe und eine Karte an Eugen von Halácsy. 1872-1892
Los 2575

Schätzung
150€ (US$ 170)

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Tempsky, Friedrich, österreichisch-böhmischer Buchhändler, Verleger sowie Politiker (1821-1902). 2 eigenh. Briefe und 1 Briefkarte m. U. "F. Tempsky". Zusammen 4 S. Prag 31. V.1872 - 21. V. 1892.
An den Wiener Botaniker Eugen von Halácsy (1842-1913). Die Korrespondenz dokumentiert in kalligraphischer Feder den Austausch über den Erwerb botanischer Sammlungen und taxonomische Detailfragen. Im Dezember 1891 bestellt Tempsky die "Centurie XII" von Heldreichs Herbarium graecum normale und übermittelt als Gegenwert "fl 17. 45 Kr. Oesterr. Währ." Im Mai 1872 sendet er Belegexemplare der Gattung Scleranthus (Knäuelkraut) per Postpaket und bittet Halácsy um einen Abgleich mit dessen Publikationen. Dabei äußert er Zweifel an der bisherigen Systematik: "...doch scheint als ob unter annuus und perennis allerlei Verschiedenes untergebracht sei". - Papierbedingt gebräunt, leicht bestoßen an den Rändern.

Lot 2576, Auction  127, Vaihinger, Hans, Brief über seine "Philosophie als Ob". 1913

Vaihinger, Hans
Brief über seine "Philosophie als Ob". 1913
Los 2576

Schätzung
180€ (US$ 205)

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Vaihinger, Hans, Philosoph, führender Neukantianer, Professor in Halle (1852-1933). Brief m. U. "Vaihinger" und eigh. Nachschrift. 41/2 S. Gr. 8vo. Halle (Saale) 7.XI.1913.
An einen Kollegen. Er habe erfahren, daß in den "Beiträgen zur Geschichte des Mittelalters", Festschrift für Clemens Baeumker, ein Artikel des Adressaten erschienen sei, "welcher schon im Titel auf meine 'Philosophie des Als Ob' Bezug nimmt ... Ich lege schon darum besonderen Wert auf die nähere Bekanntschaft mit diesem Ihrem Artikel, als er gerade in einer Festschrift für Bäumker erschienen ist, den ich besonders verehre ... ganz besonders muß es mir ja natürlich am Herzen liegen, einen Artikel kennen zu lernen, welcher das Problem der Gottes-Erkenntnis mit bezug auf die 'Philosophie des Als Ob' erörtert. - Ich weiß nicht, ob Sie schon die 2. Aufl. meines Buches bei der Abfassung Ihres Artikels berücksichtigt haben ... Es freut mich ganz besonders, daß die Theologen sich näher mit meinem Buch beschäftigen, sind doch die Theologie-Gelehrten, insbesondere auch die katholischen, mit den philosophischen Strömungen und Problemen der Gegenwart meistens ganz gründlich bekannt. Einen besonderen Wert lege ich auch darauf, die wissenschaftlichen Beziehungen mit der katholischen Theologie aufrecht zu erhalten ...". In einer eigenhändigen Nachschrift teilt Vaihinger mit, daß er den Hinweis auf den Aufsatz von Professor Strauch erhalten habe, und in einem weiteren Postskriptum auf einem Extrablatt schreibt er: "Ich habe in meinem Buch aus der mystischen Literatur einige Als Ob-Stellen angeführt: sollten Ihnen noch einige sonst bekannt sein oder vorkommen, so werde ich Ihnen für die Mitteilung sehr verbunden sein." - Beiliegend ein Sonderdruck der Vorrede zur 2. Auflage sowie ein Verlags-Prospekt zu Vaihingers Werk. - Ferner beigegeben ein eigh. Brief-Couvert (in 2 Teilen) des Philosophen Edmund Husserl an den Philosophen Georg Simmel (Freiburg i. Br. 1935).

Lot 2577, Auction  127, Wattenbach, Wilhelm, 18 Briefe und 1 Karte an Rosa von Gerold. 1880-1890

Wattenbach, Wilhelm
18 Briefe und 1 Karte an Rosa von Gerold. 1880-1890
Los 2577

Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)

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Wattenbach, Wilhelm, deutscher Historiker und Paläograf, Professor in Heidelberg und Berlin, Mitarbeiter der Monumenta Germaniae Historica und Quellenforscher des 19. Jahrhunderts (1819-1897). 18 eigh. Briefe und 1 Karte m. U. Meist Doppelblätter. 8vo. Berlin u.a. 13.XI.1880-14.IX.1890.
Umfangreiche, über nahezu zehn Jahre geführte Korrespondenz an Rosa von Gerold (1829-1907) in Wien, in der sich persönliche und kulturhistorische Themen mischen. Wattenbach schreibt u. a. über seine Reisen in Italien und Griechenland ("Corfu kenne ich bisher nicht, es soll ja ganz paradiesisch schön sein ...die Akropolis bleibt immer schön, ganz vorzüglich auch bei Mondenschein"), über den gemeinsamen Bekannten Heinrich Schliemann (1822-1890), den Archäologen und Entdecker des mythischen Troja, dessen Brief er ihr mit "besonderem Vergnügen" übersendet, sowie über literarische und familiäre Angelegenheiten. Ein Kondolenzschreiben aus Halle vom 8. Oktober 1884 bezeugt seine Anteilnahme am Tod ihres Gatten: "In meiner größten Bestürzung erfahre ich eben...die erschütternde Nachricht....Gestatten Sie mir den Ausdruck meiner tiefgefühlten Teilnahme - ich fühle mich außer Stande, noch weitere Worte darüber hinzuzufügen." Weitere Schreiben zeugen von persönlicher Anteilnahme, familiären Mitteilungen und einem geistigen Austausch über ihre Werke, um deren Zusendung er mehrfach ersucht.

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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