Viebig, Clara
Eigh. Postkarte und handschr. Visitenkarte. 1919-1925
Los 2546
Schätzung
250€ (US$ 284)
Viebig, Clara, Schriftstellerin, bedeutende Erzählerin (1860-1952). Eigh. Postkarte und eigh. Visitenkarte m. U. "Clara Viebig". Zus. 3 S. Berlin-Zehlendorf 11.VII. 1925 bzw. 1.I.1919.
An den Schauspieler, Regisseur, Intendant und Schriftsteller Curt Elwenspoek in Stuttgart, der sie nach einer Handschrift des berühmten "Schinderhannes" gefragt hatte, weil sie dessen Prozess-Akten eingesehen hatte. "... Ich kann Ihnen leider nicht bestimmt sagen, ob ich die erwähnte Handschrift - das Original - in den Akten zum Schinderh.-Prozeß gesehen habe, oder ob ich mir das Scherz halber erlaubt habe. Ich weiß es nicht mehr; feststellen kann ich das erst, wenn ich im Herbst wieder in jene Gegend komme. Jedenfalls steht in der Reiterles-Kapelle, die berüchtigt war durch die Ueberfälle, keine Inschrift von des Räubers Hand mehr, und ich habe auch dort keine mehr gesehen. Die Kapelle ist innen restauriert ...". - Von Elwenspoek erschien in demselben Jahr das Buch "Schinderhannes. Der rheinische Rebell. Erste kritische Darstellung nach Akten, Dokumenten und Überlieferungen". - Die Visitenkarte ist sozusagen als Albumblatt gedacht: "Wer eine Hoffnung hat ist reich - hoffen ist an sich schon ein Glück! Clara Viebig."
Voltaire, Fr.-M. Arouet, gen.
Brief an den Buchhändler Lambert über mehrere seiner Werke. Wohl um 1770
Los 2547
Schätzung
4.500€ (US$ 5,114)
Voltaire, François-Marie Arouet, gen., Schriftsteller und Philosoph, der führende franz. Aufklärer des 18. Jhdts, von europaweitem Einfluß (1694-1778). Eigh. Brief m. U. "V". 3 S. Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. 4to. O. O. 8.XI. (um 1770?).
Wichtiger, umfangreicher Brief an den Buchhändler Lambert in Paris, "à coté de la Comédie Française", über mehrere von Voltaires Werken. Dieser bedankt sich für Lamberts Brief und teilt mit: "... monsieur dargental a pour vous un exemplaire corrigé de l'orphelin de la Chine". - Das höchst erfolgreiche Stück erschien 1755 im Druck. - Dann verlangt Voltaire ausgedehnte Änderungen an seiner Tragödie "Semiramis": "il y a une grande faute dans Sémiramis au second acte dans la scene entre assur et cédar, voyez comme il faut restituer cet endroit ...". Es folgen 20 Zeilen geänderter Text der 1749 im Druck erschienenen Tragödie; dazu Voltaires Kommentar: "... presque tout est changé dans ces pièces et dans plusieurs autres." Auch weitere Werke kommen zur Sprache: "... les melanges de litterature ont dix sept chapitres nouvaux et je travaille au 18ième. - les elements de neuton [Newton] ont été imprimez d'une manière absurde. les figures expriment souvent le contraire de ce quelles doivent exprimer. d'ailleurs cet ouvrage est refondu. les préfaces des comédies de molière ne sont pas de moy ... l'histoire generale qui est en quelque façon l'histoire de l'esprit humain est ce que m'occupe le plus: et peut-être cest de tous mes ouvrages celuy que se vendra le moins male ...". - Bedeutender Brief, in dem Voltaire gleich zu mehreren seiner Werke Stellung bezieht.
Voss, Luise Gräfin von
Brief an den Dichter Friedrich de la Motte Fouqué. 1816
Los 2548
Schätzung
250€ (US$ 284)
Voss, Luise Gräfin von, geb. von Berg, Berliner Salonnière ab 1808, Mitglied des Tugendbundes, stand in Kontakt mit zahlreichen Schriftstellern und Politikern, u. a. mit Jean Paul und Königin Luise befreundet, deren Biographie sie auch schrieb (1780-1865). Eigh. Brief m. U. "Luise Vos". 21/4 S. auf 2 Bl. mit Adresse. 4to. (Berlin 1816).
Ausführlich an den Dichter Friedrich de la Motte Fouqué in Nennhausen. Entschuldigt sich für die Seltenheit ihrer Briefe. "... Sie wissen ja nun einmahl wie es mit mir steht in puncto des Schreibens, daß nur eine besondere Veranlassung oder ein querelliger Harnisch mich dazu bringen kann - u. doch würde ich geschrieben haben um für Ihren freundlichen Brief zu danken, wenn ich nicht an jedem Maytag erwartet hätte daß er uns den Dichter zuführen würde. Da nun aber heute der letzte Tag des Mays ist u. Sie noch nicht da sind, so ergreife ich die Feder, um schriftlich um die Absolution zu bitten, die ich mündlich zu erlangen hoffte ... Von hier weiß ich Ihnen wenig zu sagen, ausser daß Ihr Freund Segemund besser ist u. ich ihn gestern in der Justinianischen Gallerie an seinem ersten Ausgang begrüßt habe. Diese Gallerie wäre allein eine Reise hieher wehrt - sie mus aber ordentlich gründlich studirt werden, wenn man den vollen Genuß daran haben will; auch das herliche Danziger Bild ist izt noch dabey. Neuigkeiten schreibt Theodor u. wird bald erzählen - ich frage also nur nach, wie es mit der Sängerliebe steht, soll denn der Frühling vergehen ehe Sie sie uns mittheilen? - Ich erbitte sie mir ganz eigens als Begleitung in die öde Unterwelt wohin ich nun in Kurzem abgehe. Adieu lieber Fouqué - schreiben Sie mir nur immer bisweilen, auch nach Schoenfeldt, wohin die Briefe mir eine wahre Wohlthat sind ... Wissen Sie denn daß izt ein französischer Gesandter hier ist, ein Marquis de Bonay der die Undine u. einen Theil des Zauberringes übersetzt hat ...". - Charles François, Marquis de Bonnay, französischer General und hoch dekorierter Staatsmann unter der Revolutionsregierung und unter Ludwig XVIII., war ab 2. März 1816 Sondergesandter in Berlin (1750-1825). - Mit der "Justinianischen Gallerie" ist die berühmte Sammlung Giustiniani gemeint, die ein Teil des Grundstocks der Berliner Gemäldegalerie wurde. - Leicht gebräunt; ein Blatt mit 2 Eck-Abrissen, ein Ausriss am Adressblatt alt restauriert, mit Fouqués [?] Anmerkung: "Das Siegel habe ich selbst so zerrissen." - Sehr selten.
Wright, Thomas
2 Briefe an Stephan Ladislaus Endlicher. 1836-1838
Los 2549
Schätzung
300€ (US$ 341)
Wright, Thomas, englischer Schriftsteller, Gelehrter und Altertumsforscher, Herausgeber zahlreicher mittelalterlicher Texte und Mitbegründer der British Archaeological Association (1810-1877). 2 eigh. Briefe m. U. in englischer Sprache. 5 S. auf Doppelblättern, eng beschrieben. 8vo. Paris, 28.VII.1836 und London, 30.V.1838.
Zwei Schreiben an den Wiener Botaniker, Sinologen und Philologen Stephan Ladislaus Endlicher (1804-1849). Inhaltlich dichte Briefe über altenglische und mittelalterliche Literatur, mit vielen fachlichen Anspielungen und Literaturhinweisen. Thematisiert wird u. a. die anonyme Komödie Babio, ein in 484 Versen verfasstes Elegiendrama des 12. Jahrhunderts, wobei Wright Endlicher um dessen Einschätzung bittet: "... I should like to know what you think about the Babio, and who do you think is likely to be the author of it? Do you not think that the form about the Norfolk People, and the Rhyming songs are curious? ...". Darüber hinaus berichtet Wright von seinen Arbeiten an einem Vorwort sowie seinen Studien zur Komödie Geta des Vitalis von Blois, einer der frühesten bekannten Bearbeitungen des Amphitruo von Plautus, und behandelt weitere fachliche wie persönliche Angelegenheiten, darunter den Tod seines Vaters. Namentlich erwähnt wird auch mehrfach der gemeinsame Freund Ferdinand Wolf (1796-1866), österreichischer Romanist, Bibliothekar an der Wiener Hofbibliothek und Mitbegründer der Akademie der Wissenschaften in Wien. – Mit Falt- und leichten Eckknickspuren.
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