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Lot 2125, Auction  126, Jaspers, Karl, Die geistige Situation der Zeit (Widmungsexemplar)

Jaspers, Karl
Die geistige Situation der Zeit (Widmungsexemplar)
Los 2125

Zuschlag
80€ (US$ 91)

Details

Jaspers, Karl. Die geistige Situation der Zeit. 5., zum Teil neubearbeitete Auflage. 191 S. 15,5 x 10,5 cm. OLeinen (etwas berieben). Berlin, de Gruyter, 1933.
Vorderer fl. Vorsatz mit eigenhändiger Widmung von Karl Jaspers an Melvin Lasky (hier: "Dr. Lassky"), datiert Heidelberg, 3.8.45. Lasky, ein typischer "New York Intellectual", war nach Kriegsende Kulturoffizier der US-amerikanischen Kommandantur des amerikanischen Sektors in Berlin, schrieb für mehrere US-amerikanische Zeitschriften und gründete mit Hellmut Jaesrich während der Berlin-Blockade die politisch-kulturelle Zeitschrift Der Monat. Er starb 2004 in Berlin und ist auch dort begraben. – Wohlerhalten.

Lot 2126, Auction  126, Jenisch, Daniel, Die Ethik des Aristoteles

Jenisch, Daniel
Die Ethik des Aristoteles
Los 2126

Zuschlag
130€ (US$ 148)

Details

Jenisch, Daniel. Die Ethik des Aristoteles, in zehn Büchern. Aus dem Griechischen mit Anmerkungen und Abhandlungen. 3 Bl., XX, 422 S., 1 Bl. 21 x 13 cm. Interimsbroschur d. Z. (fleckig). Danzig, Ferdinand Troschel, 1791.
Kosch VIII, 554. Schweiger I, 63. – Erste Ausgabe der ersten vollständigen deutschen Übersetzung der Nikomachischen Ethik des Aristoteles. Jenischs Übersetzung wurde von Delbrück in der "Berlinischen Monatsschrift" 1791 angegriffen und schon 1798 durch die Garves verdrängt. – Titel mehrfach gestempelt, ein Stempel tektiert, mit Exlibris. Etwas fleckiges, unbeschnittenes Exemplar.

Lot 2127, Auction  126, Nietzsche, Friedrich, Die Geburt der Tragödie. Leipzig, E. W. Fritzsch, 1872. - Erste Ausgabe

Nietzsche, Friedrich
Die Geburt der Tragödie. Leipzig, E. W. Fritzsch, 1872. - Erste Ausgabe
Los 2127

Zuschlag
10.500€ (US$ 11,932)

Details

Nietzsche, Friedrich. Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik. IV, 143 S. Mit Titelvignette. 24 x 15 cm. OBroschur (fleckig und berieben, mit kleineren Randknicken, Rückenbezug lädiert, VUmschlag auch mit Einrissen und kleiner Eckfehlstelle). Leipzig, E. W. Fritzsch, 1872.
Borst 3167. Krumel I. Kindler XII, 427-429. – Erste Ausgabe von Nietzsches wirkungsmächtiger Basler Frühschrift, die im Mai 1872 erschien und mit der er nicht nur die Welt der klassischen Philologie aus den Angeln hob, hier in einem Exemplar in der seltenen Verlagsbroschur. Exemplar aus der Bibliothek des Komponisten, Musikkritikers und Philosophen Richard Pohl (1826-1896), Bewunderer und Freund Richard Wagners und Nietzsches. Mit entsprechendem Widmungstext auf dem Vorderumschlag: "Herrn Dr. Richard Pohl mit freundlichsten Grüssen, auch recht für die Übersendung der Mannheimer Artikel dankend J. W." Das Monogramm "J. W." konnten wir nicht entschlüsseln. Nietzsches Schrift über Entstehung und Niedergang der griechischen Tragödie, das in einer Auflage von 800 Exemplaren erschien, wurde von der etablierten Philologie aufgrund seiner intuitiven und irrationalen Schlüsse nicht ernst genommen und weitgehend ignoriert, von Wagnerianern hingegen überschwänglich gefeiert. Der junge Wilamowitz-Möllendorff, mit dem Nietzsche gemeinsam in Schulpforta die Schulbank drückte, wagte einen öffentlichen Tadel: "herr Nietzsche tritt ja nicht als wissenschaftlicher forscher auf: auf dem wege der intuition erlangte weisheit wird teils im kanzelstil, teils in einem raisonnement dargeboten, welches dem journalisten nur zu verwandt ist." Erwin Rohde sprang seinem Freund Nietzsche zur Seite und veröffentlichte seine Erwiderungsschrift Afterphilologie, in der er Nietzsches Thesen verteidigt und gegen Wilamowitz polemisiert. – Etwas stockfleckig, mit zahlreichen dezenten Randanstreichungen in Bleistift, die Lagen gelockert oder lose. Unbeschnittenes Exemplar aus der Sammlung des Philologen und Wasserzeichenforschers Karl Theodor Weiß (1872-1945), mit dessen Exlibris auf dem Innenspiegl.

Nietzsche, Friedrich
Die Geburt der Tragödie
Los 2128

Zuschlag
800€ (US$ 909)

Details

Nietzsche, Friedrich. Die Geburt der Tragödie. Oder: Griechenthum und Pessimismus. Neue Ausgabe mit dem Versuch einer Selbstkritik. XVIII, IV, 143 S. 23 x 15 cm. OBroschur (Umschläge lose, Rücken defekt, fleckig und berieben, mit Randläsuren, Rücken mehrfach gebrochen, Lagen lose). Leipzig, E. W. Friztsch, (1886).
WNB 25. – Erster Druck der erweiterten Fassung. Nach Abschluss des Zarathustra konnte sich Nietzsche der Neuausgabe und Überarbeitung bereits erschienener Werke widmen. So veranstaltete er mit seinem wiedergewonnenen Verleger Fritzsch unter Verwendung noch vorhandener Restbogen sogenannte Titelauflagen. Bei Die fröhliche Wissenschaft und Die Geburt der Tragödie wurden jedoch nicht nur die Titelblätter erneuert, Nietzsche verfasste zudem bedeutende Vorreden, die hier erstmals im Druck erschienen. Seine wirkungsmächtige Basler Frühschrift über das Dionysische und das Apoollinische erschien zuerst im Mai 1872. "Unter dem Zauber des Dionysischen schließt sich nicht nur der Bund zwischen Mensch und Mensch wieder zusammen: auch die entfremdete, feindliche oder unterjochte Natur feiert wieder ihr Versöhnungsfest mit ihrem verlorenen Sohne, dem Menschen." Nietzsches Schrift über Entstehung und Niedergang der griechischen Tragödie wurde von der etablierten Philologie aufgrund seiner intuitiven und irrationalen Schlüsse nicht ernst genommen und weitgehend ignoriert. Lediglich der junge Wilamowitz-Möllendorff, mit dem Nietzsche gemeinsam in Schulpforta die Schulbank drückte, wagte einen öffentlichen Tadel: "herr Nietzsche tritt ja nicht als wissenschaftlicher forscher auf: auf dem wege der intuition erlangte weisheit wird teils im kanzelstil, teils in einem raisonnement dargeboten, welches dem journalisten nur zu verwandt ist." Erwin Rohde sprang seinem Freund Nietzsche zur Seite und veröffentlichte seine Erwiderungsschrift Afterphilologie, in der er Nietzsches Thesen verteidigt und gegen Wilamowitz polemisiert. – Lagen zumeist lose. Unaufgeschnittenes und unbeschnittenes Exemplar mit Feuchtigkeitsrändern. Innenspiegel mit großem Jugendstil-Exlibris des Philologen und Wasserzeichenforschers Karl Theodor Weiß (1872-1945).

Nietzsche, Friedrich
Unzeitgemässe Betrachtungen. Viertes Stück: Richard Wagner in Bayreuth
Los 2129

Zuschlag
400€ (US$ 455)

Details

Nietzsche, Friedrich. Unzeitgemässe Betrachtungen. Viertes Stück: Richard Wagner in Bayreuth. 98 S., 1 Bl. 24 x 15 cm. OBroschur (etwas fleckig und berieben, mit kleineren Randläsuren). Chemnitz, Ernst Schmeitzner, 1876.
WNB 367 – Erste Ausgabe der letzten von Nietzsches vier kulturkritischen Streitschriften. Sein Verleger Schmeitzner ließ 1.500 Exemplare drucken, davon 800 - wie hier - mit dem irreführenden Zusatz "Zweite Auflage", und erhoffte sich angesichts der ersten Bayreuther Festspiele einen großen Verkaufserfolg, die Absatzzahlen wurden aber recht bald nach unten korrigiert. Sechs sogenannte Festexemplare wurden auf feinstes Papier gedruckt, drei für Nietzsche, eines für Peter Gast und je eins für Richard und Cosima Wagner. – Etwas braun- oder stockfleckig sowie mit mehreren Anstreichungen in Bleistift, die entsprechenden Seiten auch mit geknickter Ecke als Lesezeichen. Innenspiegel mit großem Jugendstil-Exlibris des Philologen und Wasserzeichenforschers Karl Theodor Weiß (1872-1945).

Lot 2130, Auction  126, Rousseau, Jean-Jacques, Discours sur l’origine et les fondemens de l’inégalité parmi les hommes

Rousseau, Jean-Jacques
Discours sur l’origine et les fondemens de l’inégalité parmi les hommes
Los 2130

Zuschlag
800€ (US$ 909)

Details

Rousseau, Jean-Jacques. Discours sur l’origine et les fondemens de l’inégalité parmi les hommes. LXX S., 1 Bl., 262 S., 1 Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit gestochenem Frontispiz mit Vignette und gestochener Textvignette. 21,5 x 13 cm. Etwas späterer Halbpergamentband (Gelenke leicht angeplatzt). Amsterdam, M. M. Rey, 1755.
Ziegenfuss II, 383. Dufour 55. Cohen-de-Ricci 903. Goldsmiths 9064. Higgs 940. INED 3949. Kress 5470. Norman 1850. Sénelier 284. Tchemerzine X, 32. – Erste Ausgabe. Mit den von Dufour beschriebenen Kartonblättern zu den Seiten LXVII/LXVIII, 111/112 und 139/140 sowie dem Erratablatt, dem vom Verleger handschriftlich ergänztem accent ague bei "conformé" auf Seite 11 und der falschen Schreibweise "Jaques" statt "Jacques" von Rousseaus Vornamen auf dem Titel. "In der Beantwortung einer weiteren, von der Akademie zu Dijon im Jahre 1753 gestellten Preisfrage nach den Gründen der Ungleichheit unter den Menschen, gab Rousseau, beeinflußt von Diderot, eine geschichtsphilosophische Darstellung der Entwicklung der Menschheit vom Naturzustande bis zur Entstehung der Gesellschaft" (Ziegenfuss). – Zwischen S. XIV und XV ist ein Vakat-Blatt gebunden. Papierbedingt leicht gebräunt, etwas braun- und fingerfleckig. Das Erratablatt mit kleiner Hinterlegung (ohne Textverlust).

Steiner, Rudolf
Die Philosophie der Freiheit [und:] Goethes Weltanschauung (EA)
Los 2130a

Zuschlag
1.200€ (US$ 1,364)

Details

Aus dem Besitz von Rosa Mayreder
Steiner, Rudolf. Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschaung. 2 Bl., 242 S. [und:] Goethes Weltanschaung. X S., 1 Bl., 203 S., 1 Bl. 19,5 x 13 cm. Etwas späterer grüner Leinenband (gering berieben, Ecken leicht bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild ("Steiner I"). Berlin, Emil Felber, 1894 bzw. 1897.
Ziegenfuß II, 632. Wiesberger-M. 4. – Erste Ausgaben der beiden Frühschriften. Exemplar aus dem Besitz der Wiener Schriftstellerin, Frauenrechtlerin und Kulturphilosophin Rosa Mayreder (1858-1938), mit deren eigenhändigem Namenszug in Bleistift auf dem fl. Vorsatz. Rudolf Steiner lernte Rosa Mayreder über den theosophischen Wiener Kreis um Marie Lang kennen. Es verband sie eine jahrelange Freundschaft, die von zahlreichen intensiven Gesprächen und fruchtbaren, auch kritischen Diskussionen über die Prinzipien der anthroposophischen Lehre geprägt war.
Steiners philosophisches Hauptwerk Die Philosophie der Freiheit stellt den ambitionierten Versuch dar, Kants Grenzen der Erkenntnis zu überwinden und erschien in einer Auflage von 1000 Exemplaren, von denen jedoch nur ein Bruchteil verkauft werden konnte. Nachdem Steiner 1891 in Rostock mit einer Schrift über Fichtes Wissenschaftslehre promoviert wurde (Note: rite), stellt die vorliegende Schrift die Weiterführung seiner erkenntnistheoretischen Überlegungen dar und bildet zugleich eine wichtige Vorarbeit zur Begründung seiner anthroposophischen Lehre. "Steiner steht in seinen philosophischen Anfängen unter dem Einfluß Haeckels und Nietzsches. Er entwickelt eine Philosophie der Freiheit, die das Individuum als 'Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt alles Lebens' betrachtet" (Ziegenfuß).
Die Schrift Goethes Weltanschauung schließt an seine anthroposophische Erkenntnistheorie an, die er in der Auseinandersetzung mit Goethes naturwissenschaftlichen Schriften während seiner Mitarbeit an der Sophienausgabe erlangte. "Seine Interpretation der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes geht aus von einem Glauben an die überragende Bedeutung der Intuition für Erkenntnis und Bildung der Weltanschauung. Dieser Glaube wird für ihn das Band zur theosophischen Bewegung, über die er bald hinauswächst zur Entwicklung seiner 'Anthroposophie', einer Geheimlehre, die den Anspruch erhebt, eine Erkenntnis höherer Welten zu eröffnen, zugleich aber auch durch vertiefte Einsicht das gesellschaftliche Leben in Staat und Wirtschaft zu gestalten" (Ziegenfuß). – Wohlerhalten. Das Rückenschild ("Steiner I") lässt den Schluss zu, dass Rosa Mayreder wahrscheinlich zahlreiche Erstdrucke ihres Freundes Steiner besaß und sich diese vermutlich in den 1930er Jahren zu einer "Werkausgabe" binden ließ.

Lot 2130b, Auction  126, Steiner, Rudolf, Die Philosophie der Freiheit

Steiner, Rudolf
Die Philosophie der Freiheit
Los 2130b

Zuschlag
650€ (US$ 739)

Details

Steiner, Rudolf. Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschaung. 2 Bl., 242 S. 19 x 13,5 cm. Halbleinen d. Z. (berieben) mit goldgeprägtem RTitel. Berlin, Emil Felber, 1894.
Ziegenfuß II, 632. Wiesberger-M. 4. – Erste Ausgabe. Steiners philosophisches Hauptwerk stellt den ambitionierten Versuch dar, Kants Grenzen der Erkenntnis zu überwinden und erschien in einer Auflage von 1000 Exemplaren, von denen jedoch nur ein Bruchteil verkauft werden konnte. Nachdem Steiner 1891 in Rostock mit einer Schrift über Fichtes Wissenschaftslehre promoviert wurde (Note: rite), stellt die vorliegende Schrift die Weiterführung seiner erkenntnistheoretischen Überlegungen dar und bildet zugleich eine wichtige Vorarbeit zur Begründung seiner anthroposophischen Lehre. "Steiner steht in seinen philosophischen Anfängen unter dem Einfluß Haeckels und Nietzsches. Er entwickelt eine Philosophie der Freiheit, die das Individuum als 'Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt alles Lebens' betrachtet. Seine Interpretation der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes geht aus von einem Glauben an die überragende Bedeutung der Intuition für Erkenntnis und Bildung der Weltanschauung. Dieser Glaube wird für ihn das Band zur theosophischen Bewegung, über die er bald hinauswächst zur Entwicklung seiner 'Anthroposophie', einer Geheimlehre, die den Anspruch erhebt, eine Erkenntnis höherer Welten zu eröffnen, zugleich aber auch durch vertiefte Einsicht das gesellschaftliche Leben in Staat und Wirtschaft zu gestalten" (Ziegenfuß). – Papierbedingt schwach gebräunt, anfangs mit schwacher Knickspur im Bug.

Steiner, Rudolf
Theosophie
Los 2130c

Zuschlag
380€ (US$ 432)

Details

Steiner, Rudolf. Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschheitsbestimmung. VII, 167 S. 18,5 x 12,5 cm. Blauer OLeinenband (etwas fleckig, berieben und bestoßen, hinteres Gelenk geplatzt) mit schwarzgeprägtem Rücken- und Deckeltitel sowie geprägter Swastika. Leipzig, M. Altmann, (1904).
Ziegenfuß II, 632. – Erste Ausgabe von Steiners Hauptwerk, in dem er die von ihm vertretene Lehre erstmals ausführlich darlegt. Exemplar der Restauflage, die von Altmann in Leipzig vom Berliner Verleger Schwetschke übernommen wurde, mit entsprechend überklebtem Impressum. Eine kollationsgleiche zweite Auflage erschien ebenda 1908. – Titel im Bug mit Vorsatz verklebt und oben mit kleinem Einriss, Schlussblatt lose und mit Papierläsur im Seitenrand, Block etwas verschoben. Titel mit hs. Besitzeintrag des Pädagogen Johannes Flügge (1905-1995).

Lot 2133, Auction  126, Salzmann, Christian Gotthilf, Moralisches Elementarbuch

Salzmann, Christian Gotthilf
Moralisches Elementarbuch
Los 2133

Zuschlag
400€ (US$ 455)

Details

Salzmann, Christian Gotthilf. Moralisches Elementarbuch, nebst einer Anleitung zum nützlichen Gebrauch desselben. Neue verbesserte Auflage. 2 Bände. XXXII, 412 S.; XX, 491 S. Mit gestochenem Frontispiz und 2 gestochenen Titelvignetten von Rosmaesler, J. G. Penzel und G. L. Crusius sowie 67 Kupfertafeln von Daniel Chodowiecki. 17 x 10,5 cm. Marmorierte Pappbände d. Z. (berieben und leicht bestoßen, Rücken ausgeblichen) mit goldgeprägtem RSchild. Leipzig, Siegfried Leberecht Crusius, 1785-1795.
Brüggemann I, 702 (sehr ausführlich zur Ausgabe 1782f.). – Neuauflage des Klassikers der Reformpädagogik des späten 18. Jahrhunderts. "Salzmanns Elementarbuch ist, im Unterschied zu Basedows enzyklopädischem Elementarwerk, eine Umsetzung der ersten Phase des Religionsunterrichts in das Medium des Kinderbuches, wobei diese Stufe des Religionsunterrichts nichts anderes als eine auf natürlicher Erkenntnis beruhende Sittenlehre ist. Die Absicht des Buches, das zum Vorlesen durch Eltern und Erzieher, nicht jedoch zur Eigenlektüre der Kinder bestimmt ist, geht dahin, den Kindern eine gute Gesinnung zu verschaffen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Sittenlehren verzichtet Salzmann auf alles 'Befehlische und Gesetzartige': das Gute soll getan werden, weil es gut, nicht weil es geboten ist; ebenso soll das Böse wegen seiner Verabscheuungswürdigkeit, nicht um des Gesetzes willen unterlassen werden" (Brüggemann). Die lebhaften und ausdrucksvollen Kupfer von Chodowiecki "illustrieren jeweils detailgetreu und sehr realistisch das in der zugehörigen Erzählung Beschriebene. Man darf ohne Übertreibung sagen, der Künstler steht hier über dem Pädagogen, er hat den Leitfaden der Moral in eine Reihe köstlicher kleiner Ausschnitte aus dem Leben aufgelöst und den Alltag des Gemeinverständlichen in eine höhere Sphäre gerückt. Bedeutsam sind die Änderungen von Chodowieckis Darstellungen im Vergleich mit seinen Arbeiten zu Basedows Elementarwerk (1774): sind dort die Kinder noch weitgehend in der Art kleiner Erwachsener dargestellt, so verkörpern sie in den Illustrationen zu Salzmanns Werk bereits das neue Erziehungsideal: sie sind naturgemäßer, natürlicher, ihrem Alter entsprechend gekleidet und bequemer" (HKJL 750 1800, Nr.751, 753 und sehr ausführlich Sp. 574ff). Wegehaupt I und III jeweils einzelne Textbände in verschiedenen Auflagen, aber immer ohne den Tafelteil. Die Kupfer, die in den frühen Ausgaben als separater Tafelband erschienen, sind hier in den Textband integriert. – Feuchtrandiges Exemplar. Etwas gebräunt und stockfleckig. Mit montiertem Exlibris.

Lot 2135, Auction  126, Didot, Firmin, Le petit naturaliste

Didot, Firmin
Le petit naturaliste
Los 2135

Zuschlag
250€ (US$ 284)

Details

(Didot, Firmin). Le petit naturaliste. 127 S. Mit gestochenem Titel und 11 Kupfertafeln. 4,5 x 6 cm. Illustrierter Pappband d. Z. (leicht berieben, und bestoßen, Gelenke angeplatz) mit RTitel und Goldschnitt im illustriertem Pappschuber (leicht berieben und bestoßen). Paris, Marcilly, o. J. (1840).
Nicht bei Doderer, Klotz oder Gumuchian. – Hübsches zoologisches Kinderbuch von Firmin Didot (1764-1836). – Etwas stockfleckig, sonst gutes Exemplar. Selten im Handel.

Lot 2137, Auction  126, Lohmeyer, Julius, Der Thierstruwwelpeter

Lohmeyer, Julius
Der Thierstruwwelpeter
Los 2137

Zuschlag
100€ (US$ 114)

Details

Lohmeyer, Julius. Der Thierstruwwelpeter ein lustiges Buch für das kleine Volk. 23 Bl. Mit zahlreichen (8 ganzseitigen) chromolithographischen Textillustrationen von Fedor Flinzer. 25,5 x 20 cm. Illustrierter OHalbleinenband (etwas berieben, Ecken gering bestoßen). Breslau, C. T. Wiskott, (1887).
Vgl. Wegehaupt II, 2044. – Erste Ausgabe, reizend illustriert vom "sächsischen Katzen-Raffael". – Im Rand etwas gebräunt, vorderes Innengelenk leicht angeplatzt. Sonst wohlerhalten. – Dabei: Pierre L'Ebouriffé joyeuse histoires et images drolatiques pour les enfants de 3 a 6 ans. Traduit sur l'edition originale. Paris, Fischbacher, (um 1898). - Französische Struwwelpeterübersetzung. Exemplar im illustrierten OHalbleinenband mit stärkeren Gebrauchsspuren.

Schäffer, Daniel F.
Der Weltumsegler
Los 2141

Zuschlag
500€ (US$ 568)

Details

Schäffer, Daniel F. Der Weltumsegler. Oder Reise durch alle fünf Theile der Erde. Zum Selbstunterricht der Jugend. Teile II-VII. 6 Bände. Mit 48 kolorierten Kupfertafeln von Meno Haas, kolorierter gestochener Faltkarte und gefalteter Kupfertafel. 18,5 x 16 cm. Marmorierter Halblederband d. Z. mit ornamentaler RVergoldung und 2 farbigen goldgeprägten RSchildern. Berlin, Oehmigke (Bände II-V) bzw. Neue Societäts-Verlagsbuchhandlung (Band VI) bzw. C. G. Flittner (Band VII), 1803-1817.
Wegehaupt I, 1879. Schug 188 (nur Band II). Stuck-Villa (nur Band I). Vgl. Sabin 77480 f (nur Band I). – Einzige Ausgabe der besonders schön illustrierten Reihe. Die vorliegenden Bände II bis VII behandeln Afrika (II), Australien, Süd- und Mittelasien (III), Nordasien und die kaukasische Landenge (IV), Das europäische Russland (V), Finnland, Lappland, Schweden etc. (VI) sowie Großbritannien und Irland (VII). Der in der Reihe fehlende Band I behandelt Amerika und Westindien. Die durch ihr feines Kolorit bestechenden Tafeln zeigen meist die volkskundlichen besonderen Bräuche der einzelnen Völker und Stämme. Breitrandiger Druck auf teils leicht bläulich getöntem Bütten. – Etwas fleckig, sonst wohlerhalten. Eine Tafel in Band IV montiert. Bemerkenswert dekorativ gebundene Reihe.

Lot 2144, Auction  126, Klappbillet und "Wir gratulieren herzlich", Chromolithographisches Klappbillet mit Zug- und Drehfunktion

Klappbillet und "Wir gratulieren herzlich"
Chromolithographisches Klappbillet mit Zug- und Drehfunktion
Los 2144

Zuschlag
150€ (US$ 170)

Details

Klappbillet. - "Wir gratulieren herzlich". Chromolithographisches Klappbillet auf Glanzpapier mit Zug- und Drehfunktion. 11,3 x 7,8 cm. Deutschland um 1840.
Gratulationskarte mit vier verstellbaren Motiven durch das Drehen des Rädchens. – Lediglich am Zug minimale Fehlstellen, sonst sehr schön erhalten.

Lot 2147, Auction  126, Kuvert, "Mes félications" und "Souvenir".

Kuvert
"Mes félications" und "Souvenir".
Los 2147

Zuschlag
100€ (US$ 114)

Details

Kuvert. "Mes félications" und "Souvenir". Zwei Chromolithographien mit reicher Blindprägung. 19,5 x 11 und 18,5 x 25,5 cm. Frankreich um 1880.
Die beiden Kuverts mit dem selben Motiv von Anwärtern vor zwei gehobenen Damen. – "Souvenir" mit kleinen Einrissen in den Falzen und leicht berieben. Beiliegend ein kleiner blindgeprägter Kuvert.

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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